Filmkritik: „Ravage“ (2019)

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RAVAGE

(SWING LOW)

Story

 
 
 

Eine Naturfotografin wird Zeuge eines Verbrechens und entfacht so einen blutigen Überlebenskampf.


 
 
 


 
 
 

RAVAGE – Kritik

 
 
 
Es gibt Filme im Horror-Genre, die lassen trotz immer gleichem Ablauf aufhorchen. Die Rede ist von sogenannten Rache- sowie Rape-and-Revenge-Filmen, die sich besonders seit dem Remake von I SPIT ON YOUR GRAVE unter Fans härterer Kinoware großer Beliebtheit erfreuen. Meist wird in dieser Art von Schockern den Protagonisten die Würde genommen. Die werden gequält, gefoltert oder missbraucht – und die Kamera hält darauf. Simple Gewalt-Rezepturen, die die niederen Instinkte des Zuschauers stimulieren sollen und ihren Ursprung im Drama DIE JUNGFERNQUELLE von 1960 fanden. Was jedoch damals schockierte, lockt heute kaum noch hinterm Ofen hervor. Die Zurschaustellung von Gewalt im Kino ist freizügiger geworden. Grenzen gibt es quasi nicht. Eine Tatsache, die auch der Horrorfilm RAVAGE für eigene Zwecke nutzt. Hier wird ebenfalls eine Frau zusammen mit einer handvoll Männer in einen Ring geworfen. Vergewaltigt wird zwar nicht. Dafür reichlich gerächt und das nicht gerade zimperlich. Regie-Newcomer TEDDY GRENNAN bedient sich ausgiebig beim Exploitationkino der 1970er. Es werden bekannte Klassiker dieser Zeit zitiert. Darunter Hoopers TEXAS CHAINSAW MASSACRE, Zarchis I SPUCK AUF DEIN GRAB sowie Boormanns BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE. Herausgekommen ist ein ganz brauchbarer Schmuddelfilm im Stile der Exploitation-Schocker der 1970er, welcher sich das ländliche Amerika zunutze macht, wo sich die Menschen von der Regierung abgehängt fühlen und nach eigenen Regeln leben. Wenn das mal keine vielversprechenden Aussichten sind.
 
 
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Manchmal sollte man die Nase nicht in Dinge stecken, die einen nichts angehen. Eine Weisheit, die Harper Sykes (ANNABELLE DEXTER-JONES aus #HORROR und AVA’S POSSESSIONS) erst zu spät begreift. Sie ist Naturfotografin und wird Zeuge einer Folterung. Doch damit nicht genug. Zuschauen reicht nicht. Sie hält das Verbrechen mit ihrer Kamera fest und gerät so in einen Strudel von Umständen, der sie in Lebensgefahr bringt. Die Täter bekommen nämlich von der heimlichen Beobachterin Wind und heften sich an die Fersen der ängstlichen Harper, um der Mitwissenden nach dem Leben zu trachten. Doch die junge Frau lässt sich nicht unterkriegen. Sie entwickelt einen Plan, wie sich die Verfolger abschütteln lassen. Statt mit den Ganoven zu reden, macht die Verfolgte blutigen Prozess. Das gefällt zwar der FSK nicht unbedingt, macht aber Sinn. Die Täter sind nämlich skrupellos und unmenschlich dazu. Wer schön ähnliche Genre-Filme gesehen hat, der weiß: Eine andere Sprache kennt das Böse im Horrorfilm nicht.
 
 
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Willkommen zu einem weiteren Streifen aus der Rubrik: Wenn Frauen Rachegelüste entwickeln. Spätestens dann sollte sich das männliche Geschlecht in Sicherheit bringen – wie diese unabhängige Produktion beweist. RAVAGE – der übrigens anfangs noch SWING LOW hieß – ist ein typischer Vertreter der Gattung Survival-Horror in Kombi mit Rache. Ähnlich wie in BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE muss sich hier ein Opfer durch die Wildnis arbeiten, um sich vor Verfolgern in Sicherheit zu bringen. Weil nur Flüchten auf Dauer eintönig wird, lässt Regisseur TEDDY GRENNAN seine Heldin zur Amazone werden. Die kombiniert schnell, dass Davonlaufen nichts nützt und dreht den Spieß einfach um. Damit macht es Grennan so Filmemachern wie CORALIE FARGEAT und STEVEN R. MONROE gleich. In deren Filmen standen auch starke Frauen im Mittelpunkt. Die mussten erst grausames über sich ergehen lassen, bis sie letztendlich über sich hinauswachsen konnten und den männlichen Gegenspielern den Marsch bliesen. Ein Martyrium, dass natürlich auch die Heldin in RAVAGE durchleben muss. Deren Charakterisierung ist rudimentär, was aber nicht unbedingt heißt, dass dieser Überlebens-Horror schlecht ist.
 
 
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Ganz im Gegenteil. Filmemacher TEDDY GRENNAN dosiert Schocks wohlüberlegt. Den ersten gibt es gleich zu Beginn des Streifens. Unüblich für diese Art von Filme nimmt man dem Zuschauer das Ende vorweg. So erfährt der Zuschauer direkt, dass die Hauptdarstellerin überleben wird. Die liegt übel zugerichtet im Krankenhaus und berichtet einem Polizisten in Etappen vom Überlebenskampf. In Rückblenden werden die Geschehnisse rekonstruiert und gefackelt wird nicht lang. Die erste Leiche ist schon nach wenigen Minuten zu beklagen. Dennoch ist Obacht gegeben. RAVAGE ist kein Splatterfeuerwerk. Gewalt wird reduziert eingesetzt. Kommt sie dann doch einmal, prasselt sie mit aller Härte auf das Publikum ein.
 
 
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Weitaus heimtückischer ist da der Ton des Films. Grennan schafft es als Newcomer ein permanentes Gefühl der Bedrohung entstehen zu lassen. So muss unsere Heldin stets auf der Hut sein, von ihren Peinigern nicht entdeckt zu werden. Dabei wird das unangenehme Treiben von aggressiven und plakativen Soundelementen begleitet. Der diktiert die ungeschönte Marschrichtung und lässt den Puls so einige Male schneller schlagen. Da übersieht man doch gern einmal, dass RAVAGE nur Schwarz und Weiß kennt. Regisseur TEDDY GRENNAN verharrt zu engstirnig in den klar definierten Formeln, welche Rache- und Überlebensfilmen zugrundeliegen. Es gibt nur Gut und Böse. Es gibt nur töten und getötet werden. Den Protagonisten werden keine Möglichkeiten für alternative Entscheidungen gegeben. So wird gemordet, gefoltert und geschrien bis der Abspann über die Mattscheibe flimmert. Fans dieser Film wird das egal sein. Die werden sich der bekannten Abläufe wegen trotzdem ganz wohlfühlen. Denen sei RAVAGE aber auch gegönnt.
 
 


 
 
 

RAVAGE – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Eine Frau gegen eine Horde Männer. Blutiger Überlebenskampf im Stile von BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE. RAVAGE ist ein Survival-Thriller mit Rache-Anteil, der trotz überschaubarer Gewaltausbrüche ganz gut geworden ist. Das Anfängerwerk beginnt brachial, arbeitet danach am Spannungsbogen und wird am Ende noch einmal heftig. Dazwischen gut dosiert Gewalteskapaden für die Fanboys. Viel geredet wird nicht – stattdessen lässt Regisseur TEDDY GRENNAN Bilder sprechen. Die wechseln sich ab. Neben idyllischen Landschaftsaufnahmen und fiesem Blutszenen wird auch schwül-schwitzige Spätsommeratmosphäre geboten, mit der auch Michael Bay im Remake zu TEXAS CHAINSAW MASSACRE Eindruck hinterließt. Komplettiert mit aggressiven Soundelementen wird der Exploitation-Festschmaus zum Festschmaus für Rachefilm-Fans. RAVAGE ist für ein Regiedebüt ganz ordentlich – zumal Regisseur TEDDY GRENNAN ein gutes Händchen für Spannung, Technik und Schocks besitzt. Kann man gucken, wenn man ein Faible für ungeschliffenen Indie-Horror hat.
 
 
 


 
 
 

RAVAGE – Zensur

 
 
 
RAVAGE hat einige blutige Momente zu bieten. Ein Protagonist wird geköpft, ein anderer von Gewehrmunition durchsiebst. Desweiteren wird eine Figur in einem Bullenkörper gesteckt. Danach wird der Kadaver zugenäht. Hierzulande dürfte es für RAVAGE wegen der Selbstjustiz-Thematik wohl eine Erwachsenenfreigabe geben.
 
 
 


 
 
 

RAVAGE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Brainstorm Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Revenge (2017)
 
Blutrache – Blood Hunt (2017)
 
I’ll never die alone (2008)
 
Carnage Park (2016)
 

Filmkritik: „Black Water: Abyss“ (2020)

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BLACK WATER: ABYSS

Story

 
 
 

Eine Gruppe Hobby-Höhlenforscher stoßen bei Erkundungsstreifzügen durch ein unterirdisches Höhlenlabyrinth auf ein gefräßiges Krokodil.

 
 
 


 
 
 

BLACK WATER: ABYSS – Kritik

 
 
 
Im Jahr 2007 gelang Regisseur ANDREW TRAUCKI mit BLACK WATER ein kleiner Low-Budget-Überraschungshit. Darin wurden Ausflügler in den Sümpfen Australiens von einem hungrigen Krokodil bedroht. Eine Geschichte, die – wie der darauffolgende Film des Filmemachers mit dem Titel THE REEF – angeblich von wahren Begebenheiten inspiriert wurde. Kritikern und Publikum war dieses mittlerweile bei Horrorfilmen inflationär eingesetzte Werbe-Gequassel egal. Die befanden den Tier-Horrorfilm als sehenswert vor allem auch deshalb, weil auf Computereffekte verzichtet wurde und stattdessen echte Leistenkrokodile verwendet wurden. Doch auch die Tatsache kam gut an, dass sich BLACK WATER auf ein spärliches Szenario beschränkte und so Adrenalinkino in Reinform serviert.
 
 
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Knapp 13 Jahre später schickt man nun einen Nachfolger ins Rennen. Der nennt sich BLACK WATER: ABYSS und ist im Grunde genommen keine echte Fortsetzung. Der Film steht für sich selbst und könnte so auch als Reboot oder sogar Remake gewertet werden. Bei genauerer Betrachtung ist die Bezeichnung Neuverfilmung auch gar nicht so weit hergeholt. ANDREW TRAUCKI zeichnet wieder für die Regie verantwortlich und hat sein Team von 2007 erneut zurückgeholt, um die Erfolgsformel des Erstlings ein weiteres Mal abzuspielen. So reduzieren sich die Geschehnisse wieder auf einen beschränkten Schauplatz und Menschen müssen abermals versuchen Herr einer verzwickten Lage zu werden. Aus einem Sumpf wurde eine unterirdische Höhle. Der Rest bleibt identisch. Qualitativ hat man aber abgesattelt. BLACK WATER: ABYSS stand weniger Budget zur Verfügung. Das hatte zur Folge, dass neben CGI ebenso Kroko-Attrappen aus Gummi eingesetzt werden mussten. Aber auch das Set sieht kostengünstig nach Indoor-Pool aus. Keine guten Voraussetzungen für ein ebenbürtiges Sequel.
 
 
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Wer das Risiko liebt, zieht oft die Aufmerksamkeit des Sensenmannes auf sich. Genau diese Erfahrung müssen auch einige nervenkitzelsuchende Hobby-Höhlen-Erforscher machen, die in Nordaustralien ein unterirdisches Höhlengeflecht erkunden wollen, in dem noch kein Mensch zuvor gewesen ist. Zwar ziehen dunkle Wolken auf, aber die jungen Leute klammern die Gefahr zugunsten von Spaß einfach aus. So kommt, was kommen muss. Es zieht ein Unwetter auf, das einen naheliegenden Fluss über die Ufer treten lässt und das Höhlensystem überflutet. Da bekommen die Kumpels plötzlich nasse Füße und der Aufgang ist versperrt. Leider hat hier unten kein Smartphone Empfang. Doch es kommt noch schlimmer. Ein hungriges Krokodil ist in dieser Höhle zu Hause und findet es gar nicht schön, dass jemand das Revier betreten hat, ohne sich zuvor anzumelden.
 
 
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Irgendwie langweilig, weil man das alles schon mal so ähnlich gesehen hat. BLACK WATER: ABYSS ist im Gegensatz zum Vorgänger mehr klaustrophobisches Kammerspiel statt Kroko-Horror. Ein Großteil der Geschehnisse spielt sich in einem mit Wasser gefühlten Höhlensegment ab, aus dem die Protagonisten nicht mehr herausfinden. Somit geht der Streifen gleiche Wege wie die ähnlich aufgebauten Horrorfilme THE SHALLOWS oder OPEN WATER in denen nur ein begrenztes Set zur Verfügung steht, welches maximales Unbehagen heraufbeschwören soll. Da ist bald nicht mehr das Krokodil selbst ein großes Problem. Vielmehr steht Zeitnot und Klaustrophobie auf der Terror-Liste. Anhaltender Regen sorgt dafür, dass die Höhle mit Wasser geflutet wird und im Inneren steigt der Pegel, sodass bald Luftmangel herrscht. Dass die Freunde da schnell in Panik geraten und plötzlich private Konflikte ein Thema werden, ein verständliches Übel.
 
 
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Generell ist BLACK WATER: ABYSS mehr Psycho-Nahrung statt Tier-Horror-Schocker. Die Angriffe des hungrigen Reptils sind rar gesät, was vermutlich bei Fans des ersten Films gar nicht gut ankommen wird. Schnappt sich das Tier dann doch einmal einen Protagonisten, ist kaum etwas zu erkennen, weil die Kamera konfus wackelt, undeutliche Aufnahmen zeigt oder alles viel zu schnell vor der Linse passiert. Blut und zerfetzte Leiber? Fehlanzeige! Horrorfans wird das gar nicht gefallen, zumal sich Regisseur ANDREW TRAUCKI auch viel Zeit damit lässt durch geflutete Höhlenpassagen zu tauchen oder die Ängste seiner Helden auf Zelluloid zu bannen. Die haben Angst vor dem Ertrinken, dass Höhlenwände einstürzen, dass die Luft knapp wird oder einer der Anwesenden wegen eines möglichen Asthmaanfalls das Zeitliche segnet. Viel Gewimmer, ausreichend Gejammer und nicht immer gut getroffene Entscheidungen. Letzteres gehört in dieser Art von Filmen schon immer zum Inventar. Eben ein echter Spannungskiller.
 
 
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Unterm Strich ist der etwas zu lang geratene BLACK WATER: ABYSS nicht herausragendes. Der Film durchläuft die bekannte Handlungsabfolge von Horrorfilmen mit Krokodilen oder ähnlichen Reptilien. Das menschliche Kanonenfutter wird nacheinander gefressen bis sich am Ende ein taffer Held über Ängste hinwegsetzt und dem Tier die Stirn bietet. Im Falle der Fortsetzung fällt just dieser finale Akt sehr makaber aus. Offenbar wollte Regisseur ANDREW TRAUCKI schläfrige Zuschauer mit einem fiesen Schlussgag wachrütteln. Gefüllt mit trashigem Zynismus, passt der aber so gar nicht zum Rest des eher ernsthaft und spaßfrei inszenierten Streifens. Ein dritter Film muss daher nicht unbedingt sein. Es sei denn, die Film-Reihe findet zu alter, spannender Größe zurück und entwickelt sich zu einer kompromisslosen Überlebenshatz par excellence.
 
 


 
 
 

BLACK WATER: ABYSS – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
47 METERS DOWN: UNCAGED meets CRAWL. Klaustrophobischer Kroko-Horror mit makabrem Finale. Offenbar von den Erfolgen genannter Tier-Horror-Streifen getrieben, schickt man nun auch einen längst vergessenen Survival-Thriller mit einer Fortsetzung ins Rennen. 13 Jahre nach der Veröffentlichung von BLACK WATER kommt nun Teil zwei unter dem Titel BLACK WATER: ABYSS ins Heimkino. Regisseur ANDREW TRAUCKI spult hierbei die gleiche Handlung seines Ersterfolgs ab und tauscht nur Protagonisten sowie Handlungsort aus. Als wäre das nicht allein schon ideenlos und wenig kreativ, schielt der Filmemacher krampfhaft gen CRAWL – einem Horrorfilm von 2019, dessen Handlung verdächtig ähnlich ist. Das Ergebnis ist keine Glanzstunde des Horror-Genres. BLACK WATER: ABYSS erzählt nichts Neues und hat zudem auch mit Längen zu kämpfen. Survival-Horror hat man schon besser gesehen.
 
 
 


 
 
 

BLACK WATER: ABYSS – Zensur

 
 
 
BLACK WATER: ABYSS hat kaum blutige Schauwerte zu bieten. Meist färbt sich nur Wasser rot und die Protagonisten werden in die Tiefe gerissen. In einer Szene sieht man kurz, wie einer der Protagonisten vom Krokodil in die Luft geworfen wird und dann im Schlund landet. BLACK WATER: ABYSS dürfte ohne Probleme eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

BLACK WATER: ABYSS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Altitude Film Distribution)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
47 Meters Down: Uncaged (2019)

Crawl (2018)

The Pool (2018)

Lake Placid (1999)

Die Fährte des Grauens (2007)

Filmkritik: „Primal – Die Jagd ist eröffnet“ (2019)

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PRIMAL – DIE JAGD IST ERÖFFNET

(PRIMAL)

Story

 
 
 

Ein flüchtiger Verbrecher lässt auf einem Schiff exotische Tiere frei und metzelt sich durch das Bord-Personal. NICOLAS CAGE versucht die verzwickte Situation wieder unter Kontrolle zu bringen.

 
 
 


 
 
 

PRIMAL – Kritik

 
 
 
Wer häufig auf dieser Seite vorbeischaut, dem dürfte bereits aufgefallen sein, dass sich Schauspieler NICOLAS CAGE mittlerweile so ziemlich oft in Filmen blicken lässt, die wir hier besprechen. Das liegt nicht daran, dass wir eingefleischte Fanboys des einstigen Oscargewinners sind. Vielmehr hat das mit der Tatsache zu tun, dass für den Amerikaner die großen Glanzzeiten Hollywoods vorbei sind und Cage nun kleinere Brötchen backen muss. Glücklicherweise ganz erfolgreich. Der Mann, der im Jahr 1996 Legenden wie Anthony Hopkins und Sean Penn den Oscar vor der Nase wegschnappte, hat es zum gefeierten B-Movie-Star geschafft. Statt mit Stil und Klasse, dreht Cage billig in Masse und lässt sich gut und gern auch mal in Indie-Horrorfilmen blicken. Was man aber lobend hervorheben muss ist, dass der extrovertierte Schauspieler ein gutes Händchen bei der Filmauswahl beweist. Unter den kaum noch zählbaren Low-Budget-Produktionen vom Fließband tummeln sich hin und wieder Geheimtipps. Zuletzt: MANDY und DIE FARBE AUS DEM ALL. Zwei Titel, die vor allem Kritiker überzeugen konnten, die dem charismatischen Amerikaner schon vor Jahren das Karriereende prophezeit haben.
 
 
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Mit dem Actionthriller PRIMAL – DIE JAGD IST ERÖFFNET geht es aber erst mal wieder abwärts. NICOLAS CAGE spielt hier Großwildjäger Frank Walsh, der es auf exotische Tiere abgesehen hat und damit Geld verdient. In Brasilien findet er einen seltenen weißen Jaguar, den er einfängt und Auftraggebern überbringen will. Doch die Heimreise wird kein Zuckerschlecken. An Bord des Transportschiffes befindet sich auch ein skrupelloser Schwerverbrecher (KEVIN DURAND). Der büchst aus seinem Gefängnis aus und befreit alle Tiere aus den Käfigen. Darunter befinden sich selbstverständlich gefährliche Bestien, denen man nicht im Dunkeln begegnen möchte. Ein heikles Unterfangen für Bordpersonal und Crew. Die müssen sich nicht nur vor den wilden Kreaturen in Acht nehmen. Auch der entflohende Kriminelle Richard Loffler ist mit allen Wassern gewaschen und lebt an Bord seine Blutgier aus. Für die Anwesenden bedeutet das doppelte Gefahr, denn die sind entweder den tödlichen Angriffen Lofflers oder den Attacken einer der Tiere ausgesetzt. Gut, dass NICOLAS CAGE einen kühlen Kopf bewahrt. Der sammelt das Getier ein und liest dem Ganoven die Leviten. Eben ein waschechter Held.
 
 
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Nein, PRIMAL ist keine Sternstunde des Actionkinos. Man muss nicht viel gesehen haben, um das erkennen zu können. Da hüpft bereits in den ersten Filmminuten ein zu eifrig agierender Cage durchs Bild, der einen schlecht animierten Jaguar jagt. Das erreicht zwar nicht unbedingt das Niveau mieser Asylum-Filme, wächst aber auch nie über die Grenzen unbedeutenden Low-Budget-Trashs hinaus. Die Rezepturen sind zu pfad, mit denen PRIMAL würzt. Wir sehen austauschbares Kanonenfutter, das auf einem Schiff entweder durch freigelassenen Exoten ihr Leben lassen muss oder von einem Kriminellen getötet wird. Letzterer ist der eigentliche Star dieses Survivalthrillers. KEVIN DURAND verkörpert einen schmierigen Killer, der alles und jeden abschlachtet und stets widerwärtige Sprüche auf den Lippen hat. Der stielt damit allen die Show und lässt selbst Cage als den eigentlichen Helden blass erscheinen. Das war dann aber schon das einzige Alleinstellungsmerkmal, mit dem der Thriller trumpfen kann.
 
 
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PRIMAL ist simpel gestricktes Videofutter, wie man es in den 1990ern oft in der Videothek ausleihen konnte. Da wurde nicht viel investiert, um möglichst viel Reibach herausschlagen zu können. Die Figuren sind dumm, das Setting ist überschaubar und auch handlungstechnisch wird kaum etwas geboten. Da wird gestorben und gemordet. Mit mehr will sich das Drehbuch dieses beliebigen Abenteuer- und Actionfilms nicht beschäftigen. NICOLAS CAGE tritt hier in die Fußstapfen von so ehemaligen Actionstars wie STEVEN SEAGAL und CHUCK NORRIS. Die haben im Laufe ihrer Karriere genug Kaboomfilme gedreht, von denen einige sogar bis heute Kultstatus genießen. PRIMAL ist davon weit entfernt. Die hauchdünne Geschichte schlägt bereits nach der Halbzeit in Langweile um, weil sich Handlungsverläufe zu oft wiederholen und auch keine Spannungskurve erkennbar ist. Die für Actionfilme üblichen Explosionen fehlen ebenso, wie gute Spezialeffekte. Verständlicherweise ist da die Gaudi schnell im Keller.
 
 
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PRIMAL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
PRIMAL ist eine Mann-gegen-Mann-Jagd mit Tieren, die gar nicht mal so gut ist. Ein Killer und ein Großwildjäger fordern sich heraus, hauen sich die Köpfe ein und hinterlassen eine Spur der Verwüstung. Dazwischen Affen, ein Jaguar und viele Tote. Klingt nach einer Menge Spaß. Ist aber ganz schön öde. PRIMAL ist einfach gestricktes Actionfutter mit wenig Budget und fehlenden Überraschungen. Die CGI-Effekte sind bescheiden, die Figuren austauschbar und viele der unkontrollierten Schießereien nerven schnell. Dass die Handlung auf einen Bierdeckel passt, ist wohl das größte Problem. Spannend wird es nie. Da kann auch ein NICOLAS CAGE nichts mehr retten, der seit Jahren eine zweite Heimat in Low-Budget-Filmen gefunden hat und mit Auftritten in unkonventionellen Horrorfilmen viel Lob erntet. Der spielt zwar überzogen und verleiht dem Treiben Comic-Charakter, besser macht das den beliebigen PRIMAL aber keineswegs. NICK POWELL zeichnet hier als Regisseur verantwortlich. Der ist normalerweise im Stunt-Fach Zuhause, dreht nach OUTCAST – DIE LETZTEN TEMPELRITTER aber nun schon zum zweiten Mal mit NICOLAS CAGE. Leider beides keine nennenswerte Filmbeiträge.

 
 
 


 
 
 

PRIMAL – Zensur

 
 
 
PRIMAL – DIE JAGD IST ERÖFFNET ist seichte Actionunterhaltung ohne größeres Blutvergießen. Es sterben zwar viele Menschen, aber meist geht das ganz schnell mittels Pistole. Hierzulande hat der Actionthriller eine Freigabe ab 16 Jahren in ungeschnittener Form erhalten.
 
 
 


 
 
 

PRIMAL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film | Leonine (KeepCase – ungeschnittene Fassung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Primal; USA 2019

Genre: Action, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: 97 Minuten (ungeschnittene Fassung)

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Making of, Trailer-Show

Veröffentlichung: KeepCase: 27.03.2020

 
 

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PRIMAL – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei UNIVERSUM FILM | LEONINE)

 
 
 
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