Filmreview: „Hotel Inferno“ (2013)

hotel-inferno-2013
 
 
 

HOTEL INFERNO

Story

 
 
 
Frank Zimosa ist einen Auftragsmörder und erlebt den Einsatz seines Lebens. In einem Hotel soll er ein Killer-Duo auslöschen, erlebt aber hier die Hölle auf Erden …
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Kritik

 
 
 
Nach dutzenden Serienkiller, Folter- und Geisterstreifen ist es für uns FILMCHECKER eine Wohltat, wenn da per Post Filmnachschub eintrudelt, bei dem man einfach mal den Kopf ausschalten kann. Label LFG hat uns ein ansprechendes Mediabook zugeschickt, dessen Inhalt zumindest bei Splatter-Fans gehörig Eindruck hinterlassen dürfte. HOTEL INFERNO heißt der Splatter-Quatsch für den Film- und Videospielschmiede NECROSTORM verantwortlich zeichnet. Das italienische Produktionsstudio hat sich auf die Herstellung ultra-derber Horrorstreifen spezialisiert, in denen Eimer Kunstblut rudimentäre Filmhandlungen rot färben sollen. Mit blutreichen Gore-Hits wie ADAM CHAPLIN (2011) und TAETER CITY (2012) konnte man sich international bereits einen kleinen Fankreis aufbauen, der natürlich gierig darauf wartet, dass die italienischen Splatter-Werkstatt emsig weiter solche Streifen produziert. Für HOTEL INFERNO hat man sich etwas Neues einfallen lassen und wirbt damit ganz dezent auf dem Cover. Als „The First Ego-Shooter Splatter Movie“ betitelt, werden hier ganz ungeniert Videospiel-Elemente mit der aktuell so beliebten Found-Footage-Zutat kombiniert, was durch Zugabe von reichlich übertriebenem Splatter eine erfrischende Alternative zu all den minderwertigen Wackelgurken der letzten Jahre darstellt. Regisseur GIULIO DE SANTI schien nach TAETER CITY Gefallen am Horror der harten Gangart gefunden zu haben und lies es sich nicht nehmen auch für HOTEL INFERNO auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. Ganz nebenbei ist ihm dabei sogar das Kunststück gelungen eine gänzlich neue Filmgattung ins Leben zu rufen, die man tatsächlich so noch nicht auf dem Bildschirm hatte.
 
Die Geschichte des Films dreht sich um Frank Zimosa. Der ist Profilkiller und erhält ein lukratives Angebot bei dem sich eine Menge Geld verdienen lässt. Er wird zu einem Hotel gerufen in dem zwei Mörder ein Zimmer gemietet haben, die nun möglichst kaltblütig um die Ecke gebracht werden sollen. Eine Brille soll die Tat aufzeichnen, die während des Auftrages getragen werden soll. Doch alles läuft anders als erwartet. Auftraggeber Jorge Mistrandia entpuppt sich als gerissenes Schlitzohr und benutzt Zimosa als Marionette, um eine jahrhundertealte Kreatur nähren zu können, die tief unter dem Hotel ihr Dasein fristet. Der Dämon labt sich am Schmerz der Menschen, der mit der Brille eingefangen werden kann. Für Killer Zimosa kein guter Tag, ist doch sein Leben bald selbst in großer Gefahr.
 
HOTEL INFERNO führt den Zuschauer zurück in eine Zeit, in der Horrorfilme mit handgemachten Effekten den Videomarkt erobert haben. Lang ist es her seit Splatter-Streifen wie BRAINDEAD, BAD TASTE oder TANZ DER TEUFEL dem Gewaltfan feuchte Höschen und Zensurbehörden schlaflose Nächte bereitet haben. Für Macher GIULIO DE SANTI vermutlich Grund genug, die glorreichen Zeiten des Splatter-Kinos erneut aufleben zu lassen. Wie zuletzt in Ajas produzierten Remake zu MANIAC (2012) wird der Zuschauer in der Ego-Perspektive durch eine haarsträubende Filmhandlung gejagt und sieht quasi das Geschehen durch die Augen des Filmhelden Frank Zimosa. Der hetzt durch enge Flure, flitzt durch dunkle Gewölbe und kriecht durch dichtes Geäst, um Horden von Gegnern aufzulauern und zur Freude des Horrorfans blutgeil abschlachten zu können. Es werden Köpfe geteilt, Hände zermatscht und Gliedmaßen abgeschlagen – zwar hat der Computer bei einigen Gewaltakten nachgeholfen; die Blutexzesse sehen jedoch so ungekünstelt aus, dass man meinen könnte sie wären in liebevoller Handarbeit entstanden. Leider ist bei soviel Liebe zur Hausmannskost mal wieder der Inhalt etwas sehr kurz gekommen. Auch wenn HOTEL INFERNO mit all seinen Matscheffekten und den diversen Gegner-Invasionen an die berüchtigte Shooter-Reihe DOOM erinnert findet die Geschichte rund um das unheimliche Hotel und seinen grotesken Bewohnern kaum Beachtung. Stattdessen flitzen im Minutentakt Scharen von teils mutierten Filmschurken durch die finstere Szenarie und trachten Held Frank mit allerlei Hieb- und Schusswaffen nach dem Leben. Das Drehbuch wurde zugunsten des Blutzolls auf das Wesentliche beschränkt, besitzt aber dennoch ein annehmbares Tempo, damit es dem Zuschauer bei den oftmals hektischen Schwenks der Kamera nicht langweilig wird. Immerhin lässt Regisseur GIULIO DE SANTI den Zuschauer wissen, dass er eine besondere Leidenschaft für das moderne Horrorkino aus Italien hegt. Sein minimalistisch Score orientierte sich an die kultigen Sound-Kompositionen der italienischen Band GOBLIN, die Ende der 70er und Anfang der 80er durch Soundtracks für italienische Horrorfilme wie SUSPIRIA (1977), DAWN OF THE DEAD (1978) und PHENOMENA (1985) zu Weltruhm gekommen ist. Ob HOTEL INFERNO gleichen Erfolg verbuchen wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist jedoch, dass Studio NECROSTORM nach ADAM CHAPLIN und TAETER CITY einen Schritt in die richtige Richtung gewagt und dem Splatter-Film durch ein neuartiges Filmerlebnis frische Impulse verleiht hat. Gerade weil die Genre-Schmiede vehement darum bemüht ist sich stetig weiterentwickelt zu wollen, darf man gespannt sein, was da demnächst noch an herrlich überzogenem Gewaltmaterial aus dem schönen Italien kommen wird.
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Herrlich überzogener Splatter-Nonsens für Fans bluttriefender Gewaltorgien. Die Schlachtplatte aus dem Hause NECROSTORM verspricht ein gänzlich neues Filmerlebnis, das man so vermutlich noch nie auf dem Bildschirm hatte. In einer Art Splatter-Variante des beliebten Ego-Shooters DOOM werden hier Gegnerscharen im Akkord ins Jenseits befördert und das nicht gerade unblutig. Besonderes Augenmerk sei an dieser Stelle auf die Spezialeffekte gerichtet, die für einen Splatterfilm aller erste Sahne sind und kaum vermuten lassen, dass hier CGI zum Einsatz gekommen ist. Sieht man von der dünnen und leider vollkommen hirnriesigen Geschichte ab, gehört HOTEL INFERNO zweifelsohne zu einer der besten Indie-Gewaltorgien neueren Datums. Bei soviel handwerklichem Geschick können sich deutsche Splatter-Könige wie ITTENBACH, WALZ und Konsorten gern Inspiration holen, schließlich wissen die Jungs von NECROSTORM wie man auch mit kleinem Geld sehbare Splatter-Werke für hungrige Gorehounds werkelt.
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Zensur

 
 
 
Rechteinhaber LFG hat HOTEL INFERNO direkt im deutschsprachigen Ausland veröffentlicht und umgeht dabei den strengen Auflagen der hiesigen FSK. Diese hätte das selbstzweckhafte Blutgemansche niemals in ungeschnittener Form freigegeben. Wer demnach den Streifen komplett haben mag, muss sich an den Händler seines Vertrauens wenden. Der Film kann problemfrei bei Onlinehändlern erworben werden, die indizierte Ware im Programm führen. Wer die Möglichkeit hat Filmbörsen zu besuchen, wird auch dort die deutsche Fassung von HOTEL INFERNO kaufen können.
 
 
 


 
 
 

HOTEL INFERNO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Hotel Inferno Mediabook 1
 
Hotel Inferno Mediabook 2
 
Hotel Inferno Mediabook 3
 
Hotel Inferno Mediabook 4
 
Hotel Inferno Mediabook 5

(c) LFG

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hotel Inferno; Italien 2013

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 78 Min.

FSK: nicht von der FSK geprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook mit 16-teiligem Buchteil auf 2000 Stück limitiert

Extras: Fun at Work-Feature (01:08 Min.), Special Effects-Feature (02:04 Min.), Ritual-Clip (00:29 Min.), Deutscher Trailer (01:04 Min.), zusätzliche DVD mit dem Hauptfilm

Release-Termin: 06.06.2014

 
 
 
Nach dem Release des Neo-Giallos TULPA spendiert Rechteinhaber LFG auch dem Splatter-Nonsens HOTEL INFERNO eine schöne Veröffentlichung im beliebten Mediabook, das passend zum Hauptfilm ansprechend bunt gestaltet wurde. Besonderes Lob gilt der Übersetzung. Für einen Nischenfilm wie HOTEL INFERNO konnte LFG professionelle Sprecher gewinnen, so dass eine vernünftige Synchronisation zusammengestellt werden konnte. Leider ist das bei Veröffentlichungen von Low-Budget-Produktionen keine Selbstverständlichkeit, gehören mittlerweile minderwertige Übersetzungen zum obligatorischen Standard in Horrorfilmen. Wer nach Sichtung des Streifens gern wissen möchte, wie man die teils verblüffend echt wirkenden Gewalteffekte umgesetzt hat, kann sich hierfür gern das kleinen Special-Effects-Feature zu Gemüte führen, das sich neben Trailer und einem kleinen Gag-Reel auch auf der Scheibe befindet. Ein richtiges Making of oder einen Audiokommentar sucht man stattdessen vergebens. Das ist ärgerlich. Dafür ist jedoch neben der Blu-ray im Mediabook auch die DVD enthalten, die ebenso den Hauptfilm beinhaltet. Das Sammlerstück ist im Übrigen auf 2000 Exemplare limitiert.
 
 

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HOTEL INFERNO – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Evidence (2011)
 
Alexandre Ajas Maniac (2012)
 
Doom (2005)
 
Cloverfield (2008)
 
Enter the Void (2009)
 
Gamer (2009)
 

Filmreview: „Evil Dead“ (2013)

Evil Dead 2013
 
 
 

EVIL DEAD

Story

 
 
 
Der plötzliche Tod der eigenen Mutter hat die beiden Geschwister Mia und David furchtbar entfremdet. Aus Angst die tödliche Krankheit der Mutter auch in sich zu tragen, versucht David dem Problem zu entkommen, indem er davonläuft. Seine jüngere Schwester sieht sich im Stich gelassen und verfällt daraufhin den Drogen. Um den Weg zurück in eine normale und geregelte Welt zu finden, treffen die Geschwister erneut aufeinander, um eine Lösung für Mias Drogensucht zu finden. Zusammen mit einigen Freunden versuchen sie weit draußen in einer Hütte im Wald, dem Problem Herr zu werden und stellen die traumatisierte Mia unter kalten Entzug. Doch irgendwas ist mysteriös an der vermeintlich vertrauten Behausung. Irgendjemand scheint sich Zugang zum Keller der Hütte verschafft und ein ominöse Ritual betrieben zu haben. Schnell stoßen die Freunde auf ein seltsames Buch, aus dem Eric einige der verschlüsselten Botschaften liest. Ein fataler Fehler, denn mit dem Aussprechen der Verse, erweckt er einen bösartigen Dämon, der sich alsbald den Körpern der Freunde bemächtigt …
 
 
 


 
 
 

EVIL DEAD – Kritik

 
 
 
20 Jahre sollte es dauern, bis das beliebte EVIL DEAD-Franchise in eine neue Runde gehen sollte.
Vermutlich schien der Wunsch nach einer weiteren Fortsetzung und der Erwartungsdruck der Fanbase derart enorm gewesen zu sein, dass sich in Zeiten lukrativer Remakes auch Erfinder und Macher der Ur-Trilogie SAM RAIMI dazu verpflichtet sah, die allmählich in die Jahre gekommene TANZ DER TEUFEL-Serie mit Hilfe eines Reboots, auch einem jungen und unwissenden Publikum zugänglich zu machen und die bisherigen Liebhaber der Reihe ebenso zufriedenzustellen. Mit überraschenden Folgen. Nachdem ein überzeugender Trailer im Netz die Runde machte, entstand um die kommende EVIL DEAD-Neuauflage ein, bisher im Horror-Genre wohl noch nie dagewesener Hype, der die Vorfreude auf die kommende Neuauflage unter Anhängern des „bösen Horrorfilms“ unweigerlich wachsen lies. Kassenträchtig als den „wohl schrecklichsten Film aller Zeiten“ betitelt, schlug EVIL DEAD nach dem amerikanischen Kinostart ein wie eine Bombe. Bereits am ersten Startwochenende schwemmte der 17 Millionen Dollar teurer Film fast das Doppelte seinen Budgets in die amerikanischen Kinokassen, sodass sich das Filmstudio SONY und die gesamte Produzenten-Riege dazu entschloss, dem Reboot drei weitere Teile folgen zu lassen: zwei Fortsetzungen, um die Neuauflage als Trilogie zu komplettieren sowie ein ARMY OF DARKNESS-Sequel, um die Ur-EVIL DEAD-Serie weiterspinnen zu können. Glaubt man den diversen Gerüchten im Internet, sollen beide Reihen letztendlich sogar ineinander übergreifen, sodass für die kommenden Jahre ein regelrechter TEUFELSTANZ im Kino zelebriert werden dürfte.
 
Nun steht jedoch mit dem ersten, „neuen“ EVIL DEAD-Teil vorerst ein gehörig bösartiger Schocker ins Haus, der weltweite Horrorfilmfreunde vermutlich in zwei Lager spalten dürfte. Denn die Neuaufguss mag zwar trotz der durchaus gelungenen Umsetzung nicht jedem Filmfreund auf Anhieb munden wollen. Gerade den Verfechtern der EVIL DEAD-Klassiker und den Liebhabern schön altmodischer Retro-Kost dürfte der neue, ziemlich hektisch und schnell geschnittene Splatter-Trip, ein gehöriges Grummeln ins Gesicht zaubern. Die, aus heutiger Sicht oftmals naiv-wirkende, charmant-liebenswerte 80er Jahre Atmosphäre sucht man hier vergebens, denn EVIL DEAD ist perfekt durchgestylt von Anfang bis Ende. Hier wurde wahrlich Liebe zum Detail betrieben, denn jede Szene, jeder Effekt und jeder Kameraeinstellung wirkt genau geplant und präzise durchleuchtet. Fast schön möge man meinen, dass die Reihe mit dem aktuellen Neuanfang den Mainstream erreicht hat, denn mit den adretten Jungschauspieler-Ensemble, all den hochwertig gefilmten Szenen und professionell umgesetzten Splatter-Effekten erinnert der neue und MAKELLOSE EVIL DEAD fast schon an einen, auf das heutige MTV-Publikum zugeschnittenen Blockbuster, wie man ihn aktuell leider zu oft in derart Form im Kino präsentiert bekommt.
 
Dennoch, keine Bange, den erwartungsfreudigen Filmfreunden da draußen sei versichert, der Film rockt – und das gewaltig. Mit dem größtmöglichen Respekt und bemerkenswert viel Herzblut hat sich Nachwuchsregisseur FEDE ALVAREZ an einen der vermutlich wichtigsten Werke innerhalb des Horror-Genres gewagt und einen Film geschaffen, der die Messlatte für all die noch kommenden Neuauflagen mehr oder weniger bekannter Horrorfilme erheblich weit nach oben getrieben hat. EVIL DEAD ist einer dieser Gruselschocker, bei dem wahrlich alles stimmt. Bereits die kultige Vorlage war nicht gerade eine Garant für tief verzwickte Story-Wendungen und erzählerische Tiefe und dennoch schaffte der Klassiker ein unwohliges und beängstigendes Gefühl zu entwickeln, dass vor allem dafür sorgte, einigen zartbesaitete Gemütern einige schlaflose Nächte zu bereiten. Die durchaus erschreckend, dichte Atmosphäre und das gespenstige Setting verhalfen dem Klassiker, zusammen mit den für damalige Verhältnisse derben Splatter-Exzessen, zum Kultstatus, den er nun heute genießen darf. Umso nachhaltiger die Sorge aller Fans des Originals, ob diese bedrückende Spannung auch im EVIL DEAD des Jahres 2013 konsequent beibehalten werden kann. Ja das tut sie! Die geisterhafte Kulisse ist eine Wonne und erinnert in ihren besten Momenten, an die alptraumhaften Szenarien eines TIM BURTON. Regisseur FEDE ALVAREZ ist stets darum bemüht, jede Einstellung anders ausschauen zu lassen und lässt die Kamera virtuos um die wenigen Protagonisten sausen, sodass der Film gerade aufgrund seiner aufgesetzten Künstlichkeit beinahe etwas Märchenhaftes besitzt. Bemerkenswert ebenso, dass ALVAREZ versucht, der unlängst bekannten Geschichte mehr Tiefgang zu verleihen. Erfährt man in den Originalteilen nur sehr wenig über den Hauptdarsteller Ash, so überrascht, dass die Geschwister Mia und David nun sogar eine Art Charakterentwicklung durchleben, auch wenn diese an einigen Stellen etwas arg aufgesetzt wirkt. Der interessanteste Aspekt des Reboots scheint aber in der Geschichte des Buches zu liegen, der endlich auch einmal etwas Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die Legende rund um die darin beschriebene Beschwörung eines Dämons, wirkt runder und stimmiger als in der Original-Trilogie und bietet zudem reichlich Stoff für die noch (hoffentlich) kommenden beiden Fortsetzungen der Neuauflage.
 
Was aber natürlich alle Fans des aktuellen DÄMONENTANZES am meisten interessieren dürfte, wäre der Härtegrad, der bereits im Trailer offenkundig zur Schau gestellt wurde.
Der wird natürlich ganz zur Freude hungriger Gorehounds deftig auf die Spitze getrieben und dürfte Otto-Normal-Kinogänger gänzlich verschreckt im Kinosessel zusammenzucken lassen. EVIL DEAD wirkt ernst und hart, keine Frage, aber trotzdem schafft es Regisseur FEDE ALVAREZ an wenigen Stellen im Film einige kleine slapstickartige Einlagen zu verstecken, die an die großartig abgedrehten Momente eines EVIL DEAD 2 – DEAD BY DAWN (1987) erinnern. Hier wäre vor allem die Szene zu nennen, in der eine der Protagonisten bei lebendigen Leib den eigenen Arm mit Hilfe eines elektrischen Küchenmessers abtrennen möchte, dieser zu aller Entsetzen an nur noch einer Vene baumelt und letztendlich unerwartet abreißt. Zudem dürfte der etwas skurrile Einsatz von gewöhnlichem Klebeband für das Versorgen der schlimmsten Wunden, im Film für einige Schmunzler sorgen. Und: so viele zugeschlagene Türen, wie in EVIL DEAD bekommen vermutlich nur die Kontrolleure der GEZ zu Gesicht. Alle Effekte im Film sind handgemacht, was man irgendwie rein gar nicht glauben mag, treten die diversen Verbrennungen, Enthauptungen, Brechanfälle und Make up-Effekte derart professionell in Erscheinung, dass es fast schon eine Wonne ist, dem nächsten schrecklichen Tod einer der Protagonisten beizuwohnen. Leider trübt der bisher bereits im Netz kursierende RED BAND-Trailer ein wenig den Gesamteindruck, denn dieser verrät, bis auf den Prolog und das pompöse, mit orchestralen Klängen unterlegte Finale, zu viel über das furchtbare Ableben der im Film agierenden Charaktere.
 
 
 
Die Neuauflage des berüchtigten EVIL DEAD-Schockers ist eines der wenigen Remakes in letzter Zeit, welche man als vollkommen gelungen betiteln kann. Die Geschichte rund um die abgelegene Hütte und den Protagonisten, die sich zu sich selbst zerfleischenden Wesen verwandeln, ist zwar nicht neu, wirkt aber Dank der vielen, hervorragenden und abwechslungsreichen Einfälle des Nachwuchsregisseurs FEDE ALVAREZ erfrischend anders und stets spannend. Hier kommt der Feuerhaken aus dem Original-Film von SAM RAIMI ebenso zum Einsatz, wie die Motorsäge, die spätestens während des Finales für wohlig-superbe Schauer sorgen dürfte. Die hektische und rasante Dämonenhatz ist erstaunlich kurzweilig, toll bebildert und herrlich derbe, sodass man nur hoffen kann, dass sich bald ein Drehbuch für ein Sequel finden lässt, damit die Geschichte auf gleichem Niveau fortgeführt werden kann. Was im übrigen die hiesige FSK geritten haben muss, dieses Remake in seiner ungeschnittenen Rated R-Form auch für den deutschen Zuschauer unbeschnippel zugänglich zu machen, entzieht sich unserer Logik. Der EVIL DEAD des Jahres 2013 ist das wohl derbste Filmchen, was seit SAW über die deutschen Kinoleinwände flimmerte. Immerhin, das lässt hoffen, dass SONY PICTURES auch in deutschen Gefilden versuchen könnte, den bei weitem „harmloseren“ Originalfilm vom Index zu bekommen.
 
 
 


 
 
 

EVIL DEAD – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Gegen das Remake sieht das Original aus wie Kinderfasching. Bitterbös-blutige Dämonen-Hatz für ganz mutige Kinozuschauer.
 
 
 


 
 
 

EVIL DEAD – Zensur

 
 
 
Die deutsche Kinofassung war identisch mit der Amerikanischen, die bereits vor dem US-Kinostart einige Frames Federn lassen, um ein lukratives RATED R erhalten zu können. Zwar lies Regisseur AVAREZ vor dem Kinostart verlauten, dass für die Heimkinoauswertung eine ungeschnittene UNRATED-Variante vorgesehen wäre; das Vorhaben wurde jedoch kurzerhand auf Eis gelegt. Nach dem offiziellen Kinorelease verkündete AVAREZ, dass es sich angeblich bei der zerschnippelten RATED R-Fassung um seine bevorzugte Filmversion handeln würde. Diese kommt jetzt auch auf Blu-ray und DVD in den deutschen Handel. Hierbei wird es zwei Schnittversionen geben. Während die SPIO/JK-Variante ungeschnitten ist und der RATED R-Fassung entspricht, ist die Kaufhausvariante mit dem KEINE JUGENDFREIGABE-Aufdruck geschnitten.
 
 
 


 
 
 

EVIL DEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
evil dead
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Evil Dead; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch

Bild: (2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min. (geschnittene Fassung) / ca. 91 Min. (ungeschnittene Fassung)

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung) / SPIO/JK (ungeschnittene Faasung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Regisseur der Toten: Regisseur Fede Alvarez‘ Neuentwurf eines kultigen Horrorklassikers, Mias Weg: Die körperliche und psychische Verwandlung in „die böse Mia“, Kommentar mit Besetzung und Filmemachern, Das entfesselte Böse: Die Ursprünge und das Design des neuen Buchs der Toten, Evil Dead – Das Remake, Alles möglichst schwierig

 
 
 
Endlich hält auch das Remake des vermutlich kultigsten Splatter-Klassikers aller Zeiten Einzug in die heimischen Wohnzimmer, wobei Rechteinhaber SONY PICTURES HOME ENTERTAINMENT löblicherweise auch Fans die Möglichkeit eingeräumt hat EVIL DEAD in seiner ungeschnittenen RATED R-Fassung kaufen zu können. Neben der zerschnippelten FSK-Variante gibt es selbstverständlich auch eine unzensierten Fassung mit SPIO/JK-Stempel, die vermutlich nicht allzu lang frei erhältlich sein wird. Daher sei jedem Sammler ans Herz gelegt diese Filmfassung so schnell wie möglich zu ordern, bevor ihr die Indizierung droht oder sie gar auf dem Index landet. Neben den herkömmlichen Amaray-Hüllen kann der Liebhaber schicker Blu-ray-Verpackungen tolle Steelbooks des Remakes erstehen. So packt der Drogeriemarkt MÜLLER die ungeschnittene Filmversion in ein derartiges Sammlerstück, während SATURN und MEDIA MARKT nur die geschnittene Auflage in das Steelbook stecken. Rein technisch hat sich SONY bei der Umsetzung der Blu-ray nicht lumpen lassen. Diese kommt erstaunlich umfangreich daher und überzeugt durch tolles Bild und satten Sound. Das Menü zeigt Szenen des Films während der Zuschauer mittels Blutklecks durch die Menüstruktur navigieren kann. Im Bonusbereich wird volles Programm geboten. Für einen Horrorfilm dieser Größenordnung schon eine rare Angelegenheit, sind umfangreiche Extras bei Horrorfilmen eher Mangelware. Neben einem Audiokommentar mit diversen Beteiligten geben kurze Features einen guten Einblick in die Dreharbeiten. In den Dokumentationen MIAS WEG (09:13 min), REGISSEUR DER TOTEN (7:25 min), EVIL DEAD – DAS REMAKE (09:50 min), ALLES MÖGLICHST SCHWIERIG (08:13 min) und DAS ENTFESSELTE BÖSE (05:07 min) werden dem Filmfreund ausführliche Hintergrundinformationen geboten, die sich endlich einmal Extras nennen dürfen, denn nicht selten sind die Features der hauseigenen Filme SONYS vollgestopft mit Marketing-Gequassel. Alles Extras besitzen übrigens deutsche Untertitel, so dass sich auch Zuschauer im Bonusbereich informieren können, die nicht der englischen Sprache mächtig sind. Den tollen Trailer zum Film gibt’s es übrigens nicht auf der Scheibe – Schade!
 
 
 

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EVIL DEAD – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Evil Dead (1981)

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Armee der Finsternis (1993)

Filmreview: „Repo Men“ (2010)

 

In einer nicht allzu fernen Zukunft beherrscht eine Firma namens „The Union“ den Markt der Organtransplantate und ermöglicht das Leben potenzieller Kunden um ein vielfaches zu verlängern. Leider hat das gesamte System einen Haken: der Interessent muss die Organe vorwiegend per Kredit kaufen und diesen zu horrenden monatlichen Raten abstottern. Wer Zahlungstermine nicht einhalten kann bekommt unangenehmen Besuch von den Kopfgeldjägern der Firma: den „ Repo Men“, die dem Schuldner bei lebendigen Leib das geliehene Organ aus dem Körper schneiden.

Bei einem Versuch die Organe eines Schuldners einzutreiben, verunglückt der Repo Men „Remy“ (gespielt von Jude Law) dermaßen schwer, dass er selbst zum Pflegefall wird und dringend ein neues Herz benötigt. Nachdem ihm selbst ein künstliches Organ implantiert wird und er die monatlichen Zahlungstermine der Leihgabe nicht zahlen kann, gerät Remy selbst ins Visier der „Repo Men“.

 

Unglaublich was die FSK heutzutage in seiner ungeschnittenen „Unrated“ – Version ab FSK16 freigibt.

Es scheint schon vollkommen willkürlich geworden zu sein, wie die „Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft“ mit Filmfreigaben pokert.

Was uns in „Repo Men“ an heftig blutigen und grafisch expliziten Szenen entgegendonnert wäre noch vor einigen Jahren auf dem Index gelandet. Gerade gegen Filmende hin wird geschlitzt, herausgerissen und geschossen was das Special – Effekt – Arsenal so hergibt. Ich selber habe mich des öfteren erwischt nicht angeekelt abschalten zu müssen – wäre der gesamt Plot nicht so arg rasant, fesselnd und spannend zusammengekleistert worden.

Man bedenke, weltbekannte Klassiker wie „Dawn of the Dead“, „Tanz der Teufel“ und „Texas Chainsaw Massacre“ sind in ihren ungeschnittenen Fassungen, weit 30 Jahre nach ihrem Erscheinen in der Bundesrepublik Deutschland, immer noch auf der Liste der indexierten Medien gelistet und dürfen selbst volljährigen Mitbürgern nicht zugänglich gemacht werden.

Vergleicht man „Repo Men“ mit seiner laschen „FSK16“-Plakette und einem kaltschnäutzigen Härtegrade, der 10 mal höher ausfällt als der Original – „Dawn of the Dead“, fühl man sich als offener und begeisterter Nischenfilmfan doch schon irgendwie verarscht.

 

Zum Film selbst:

Fabelhafter rasanter und düsterer Actionthriller, der dem Zuschauer kaum Verschnaufpausen bietet.

Auf Logik, tiefgründigen Charakterausbau und auf feinfühlige Dramaturgie wird in „Repo Men“ geschissen. Ein ernstzunehmendes Drama will der Film auch gar nicht sein. Der Grundgedanke einer „sich selbst ausbeutenden kapitalistischen Gesellschaft, ohne Rücksicht auf Gefühle und Belange seiner Mitmenschen“  dient als dünner Leitfaden für Action und Geballere ohne Ende. Und ganz ehrlich, gerade DAS tut dem Thriller verdammt gut. Popcornkino in seiner Reinform – nicht mehr und auch nicht weniger.

Neben der hübsch unterkühlten Hochglanzoptik fällt auch recht überraschend und positiv der markzerschütternde Soundtrack und die verblüffende Auflösung am Ende ins Gewicht. Schade, dass man viel so wenig derartiger Action-Thriller sieht.

 

Fazit 7/10 Punkte

 

Hier wird nicht gekleckert, sondern geglotzt. Action satt, ohne großartige Tiefgründigkeit.

Der Blut- und Gewaltzoll ist enorm hoch. Den Gorefan wird’s freuen – dem Otto-Normal-Filmfan wird „Repo Men“ aufgrund der explizit zur Schau gestellten Grausamkeiten übel aufstoßen.

 

Hellraiser80

 

Filmreview: „Super 8“ (2011)

 

Die 80er, eine Filmepoche, die prägender war als jede andere.

Schaut man mal zurück, welche bedeutenden Filme in dieser Zeit entstanden sind und die selbst 30 Jahre später noch zig aktuelle Regisseure und Filme beeinflussen, so könnte man Bildbände mit Inhalt und Infos füllen.

Terminator“, „Tanz der Teufel“, „Mad Max“, „Aliens“, „Nightmare on Elm Street“, „E.T.“, „Poltergeist“, „Ghostbusters“, “Hellraiser”, “Gremlins”, „Indiana Jones“ um am Rande nur einige zu nennen.

Und genau in dieser Zeit spielt die aktuelle, von Spielberg produzierte, Produktion „Super 8“.

 

 

Joe und seine pubertären Freunde wollen einen Zombie – Amateurfilm für ein Filmfestival auf „Super 8“ Filmmaterial drehen, als sie plötzlich Zeuge eines schrecklichen Zugunglücks werden.

Als daraufhin die nah liegende Kleinstadt durch das US Militär evakuiert und abgeschirmt wird, ahnen die Kinder nichts Gutes und recherchieren auf eigene Faust weiter.

Nachdem die Kids das, während des Zugunglücks, von ihnen gefilmte Filmmaterial genauer begutachten, erkennen sie, dass sich etwas nicht-menschliches auf dem Zelluloid befindet.

 

 

 

Regisseur J.J. Abraham lobpreist, mit « Super 8 », seine eigene Kindheit und die Werke, die ihm während seine Jugend so stark fasziniert und beeindruckt haben. Dabei lässt Abrahams in seinem aktuellen Werk diverse Schlüsselmomente geliebter Filme einfliesen.

Spielbergs „E.T.“ (was für eine Ironie: Spielberg selbst hat den Film produziert) fehlt dabei ebenso wenig, wie der 80er Jahre Kinderpartyknaller „The Goonies“.

Aber auch Déjá Vu – Momente aus damaligen Produktionen, wie

Return of the living Dead 2“, „The Gate“ und „Die BMX Bande“ sind für geübte Filmkenner sofort ersichtlich.

Mit viel Liebe zum Detail, Gefühl und Herz füllt dabei Abrahams seine Hommage an das geliebte Kino der 80er. Gut auch, dass Abrahams den Spielberg-typischen Hollywood Kitsch wegstreicht und sich auf das Wesentliche konzentriert. Mir zumindest hat der Genre Crossover aus Komödie, Coming – of – Age – Drama und Science Fiction Movie sehr gut gefallen, obwohl der Film auch ohne dem „Sci-Fi-Part“ sicherlich hätte gut funktioniert.

Dennoch muss ich gestehen, dass der Trailer dem Zuschauer was völlig anderes vorgaukelt, als „Super 8“ letztendlich eigentlich sein will.

Kinogänger, die einen derben und actionreichen (laut Trailer!) Alien – Schocker erwarten sind bei „Super 8“ vollkommen falsch.

Das Werk lässt sich viel Zeit mit dem Charakterzeichnung und füllt nur bedingt die Handlung mit actionlastigen Szenen. (Anmerkung: die Zugunglückszene zu Beginn des Films war derartig heftig, dass ich direkt an die Kettenreaktion des Unfalls bei „Final Destionation 2“ denken musste). Das fremdartige Wesen wird erst kurz vor Ende in seiner vollkommenen CGI – Schönheit präsentiert und dürfte auch die Erwartungen der meisten Kinozuschauer NICHT erfüllen dürfen. Auch sollte man kein Gore- und Splattergemetzel erwarten. Immerhin handelt es sich bei „Super 8“ eher um einen Kinderfilm, wobei das Augenmerk deutlich auf Drama gerichtet ist.

Ungeduldige Kinozuschauer sollten sich dennoch auch nach Abspann gedulden.

Das fertige „Super 8“ – Filmfestival-Filmchen der Jugend-Clique wird demnach erst nach den ersten End-Credits in seiner vollkommenen Schönheit ausgestrahlt. Ein nettes Gimmick, wie ich finde. Schon lange nicht mehr so geschmunzelt. „Romero“ und seine Zombiereihe lassen grüßen. Kein Wunder grinsen dem Zuschauer in Joes Jugendzimmer bereits Filmplakate zu Carpenters „Halloween“ und Romero´s „Dawn of the Dead“ entgegen.

 

 

Fazit 8/10 Punkte

 

Super 8“ ist eine gelungene und liebeswerte Hommage an alle wichtigen Kinofilme der 80er.

Besser hätte man sich vor den Romeros, Spielbergs, Raimis und Carpenters der 80er nicht verbeugen können. Klasse – bisher Kino-Pflichtprogramm 2011!

 

Hellraiser80

Deutsche „Armee der Finsternis“ Blu-Ray erscheint

Wie Koch Media vor einigen Tagen verkündete, arbeite man derzeit an einer Heimkinoauswertung zum 3. Teil der „Tanz der Teufel“-Serie.

Demnach soll „Armee der Finsternis“ eventuell noch Ende des Jahres erscheinen. Laut Koch Media plant man die Veröffentlichung aller 3 Filmversionen und massig Extras als Mediabook.

Weitere Informationen in Kürze.

 

Hellraiser80