Filmkritik: „Escape Room“ (2019)

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ESCAPE ROOM

Story

 
 
 

Eine Gruppe von Leuten denkt, dass sie nur zu einem Spiel eingeladen wurde. Doch der Escape Room wird schon bald zu bitterem Ernst und fordert echte Opfer.

 
 
 


 
 
 

ESCAPE ROOM – Kritik

 
 
 
Neue Trends werden über kurz oder lang meistens auch Teil der Filmlandschaft. Ein Film wie „Escape Room“ war also nur eine Frage der Zeit, denn immerhin ist dieses Spiel mittlerweile sehr populär geworden und es gibt immer mehr Anbieter dafür. Eine filmische Umsetzung klingt reizvoll, besitzt aber durchaus auch einige Probleme, denen man hier allerdings ziemlich gut aus dem Weg gegangen ist. Im Endeffekt bekommt man kein Highlight im Horrorbereich geboten, aber eine mitunter recht spannenden Beitrag.
 
 
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Sechs junge Menschen, die sich nicht kennen, werden unabhängig voneinander zu einem Spiel namens „Escape Room“ eingeladen. Sie alle gehen dieser Einladung nach und noch bevor sie sich versehen, hat das Spiel auch schon begonnen. Was anfangs noch heiter beginnt, entpuppt sich schon bald als echte Gefahr und nur wer Köpfchen beweist, kann hier überleben. Mehr braucht man über die Handlung auch gar nicht zu wissen. Der Escape Room ist eine noch sehr junge Erfindung, in der Spieler sich durch das Lösen von Rätseln durch einen Raum schlagen müssen. Das kann nur ein Raum sein oder aber auch mehrere. Diese simple Grundprämisse benutzt also auch der Film. Schwierig ist daran sicherlich gewesen, dass die Rätsel für den Zuschauer greifbar werden, denn dieser ist nun mal nicht vor Ort und muss die Details, die gezeigt werden, einfach so hinnehmen. Hier schlägt sich „Escape Room“ ziemlich gut, denn was dort so aufbereitet wurde, wirkt meist stimmig und ergibt auch einen Sinn. Allerdings übertreibt der Film auch gerne mal etwas. Da befindet man sich angeblich in einem großen Gebäudekomplex und trotzdem soll plötzlich die Illusion einer Winterlandschaft mit großem, zugefrorenen See entstehen. Nicht alles daran ist richtig glaubwürdig und dann wäre da auch noch das Finale. Hier ist man auf Nummer sicher gegangen und serviert einen sehr konventionellen Twist, der nicht gerade originell erscheint. Trotzdem ist dieser Schluss nicht gänzlich misslungen, denn in der letzten Viertelstunde wird nur noch auf einen zweiten Teil aufgebaut. Während andere Filme lediglich Andeutungen machen, muss hier eigentlich wirklich eine Fortsetzung entstehen, denn das Ende ist komplett offen gehalten.
 
 
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So übertrieben die einzelnen Räume auch gestaltet wurden, optisch können sie vollkommen überzeugen. Hier ging man verspielt an die Sache heran und es wurde sich ordentlich ausgetobt. Sowieso kann man der Inszenierung keinerlei Vorwürfe machen, denn „Escape Room“ wurde schon gut gemacht. Da sind reichlich unterschiedliche Farben mit im Spiel, die Räume sehen auch schön verschieden aus und die Kameraeinstellungen machen teilweise echt etwas her. Regisseur Adam Robitel, der zuvor bei „Insidious: The Last Key“ eine eher durchwachsene Arbeit abgeliefert hat, kann hier jedenfalls überzeugen. Hinzu gesellen sich brauchbare Darsteller, die hier ausnahmsweise auch mal eine ganz funktionierende Figurenzeichnung besitzen. Das ist zwar alles sehr konstruiert und dient nur als Mittel zum Zweck, aber diese Charaktere sind nicht unsympathisch, verhalten sich nicht so dämlich und deshalb kann der Zuschauer auch mit ihnen mitfiebern.
 
 
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Nach einem verhaltenen Start braucht das Szenario nicht besonders lange, um an Fahrt aufzunehmen. Sobald das „Spiel“ dann begonnen hat, wird das Tempo auch kaum noch herausgenommen. Von Raum zu Raum wird die Bedrohung gesteigert und die Opfer häufen sich. Das ist teilweise schon recht spannend gestaltet und lässt auf keinen Fall Langeweile aufkommen. Selbst wenn alles, besonders das Ende, ziemlich vorhersehbar ist, macht „Escape Room“ das mit seinem fiesen Cliffhanger wieder gut. Eine Fortsetzung möchte man definitiv gerne sehen. Erstaunlich ist zudem wie wenig Gewalt der Film braucht, denn explizit wird es niemals und wenn das Szenario nur ein wenig harmloser gewesen wäre, wäre hier sogar eine Freigabe ab 12 Jahren drin gewesen. Hier fehlt die Gewalt allerdings mal nicht, denn auch so kann das Geschehen seine Wirkung entfalten.
 
 
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ESCAPE ROOM – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„Escape Room“ stellt streng genommen eine Mischung aus „Saw“ und „Cube“ dar – Ohne die fiese Gewalt von „Saw“ und ohne die klaustrophobische Atmosphäre von „Cube“. Trotzdem hat man aus dem realen Spiel ein brauchbares Szenario für die Leinwand kreiert, welches sich hinterher zwar in konventionellen Gefilden verliert, aber mit seinem offenen Ende Lust auf eine Fortsetzung macht. Handwerklich wurde das alles ordentlich umgesetzt und die verschiedenen Räume wurden sehr kreativ umgesetzt. Das ist zwar alles etwas übertrieben, macht somit jedoch optisch etwas her, wird zudem souverän von den Darstellern getragen und Spannung kommt in guten Portionen auf. Also ist „Escape Room“ nicht der große Wurf, aber ein solider Horrorfilm, aus dem man in Zukunft sicherlich noch mehr herausholen kann!
 
 
 


 
 
 

ESCAPE ROOM – Zensur

 
 
 
„Escape Room“ hat einige kurze Gewaltmomente zu bieten. Sonderlich hart oder gar lang sind diese aber nicht. Deshalb ist ein FSK16 auf der DVD und Blu-ray-Hülle zu finden. Gleiche Freigabe hatte der Film übrigens auch schon im Kino. „Escape Room“ ist hierzulande ungeschnitten erschienen.
 
 
 


 
 
 

ESCAPE ROOM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SONY PICTURES ENTERTAINMENT (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Escape Room ; Südafrika | USA 2019

Genre: Horror, Mystery, Thriller,

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Arabisch, Englisch, Französisch, Niederländisch, Spanisch, Türkisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: 8 entfallene & erweiterte Szenen inklusive alternativem Ende, Spiel Sets Kampf – Wie die Räume geschaffen wurden, Die einsamen Überlebenden mit Besetzung und Crew, Trailer

Release-Termin: 11.07.2019

 

Escape Room [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

ESCAPE ROOM – Trailer

 
 


 
 

Benjamin Falk

(Die Rechte für alle Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Escape Room – Das Spiel geht weiter (2017)
 
Cube (1997)
 
Cube 2: Hypercube (2002)
 

Filmkritik: „Down a Dark Hall“ (2018)

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DOWN A DARK HALL

Story

 
 
 

Eine Teenagerin mit Problemen landet in einem gruseligen Internat. Leider geht es dort – wer hätte es gedacht – mal wieder nicht mit rechten Dingen zu.

 
 
 


 
 
 

DOWN A DARK HALL – Kritik

 
 
 
Willkommen zu einer neuen Runde: Horrorfilme, die auf Romanen basieren. Schon wieder mag man meinen, denn die Traumfabrik ist bekannt dafür sich an bekannten Buchstoffen zu vergehen, um damit maximalen Profit zu machen. Diesmal kommt die Vorlage von jemandem, der schon die Geschichten für so manch erfolgreichen Horrorfilm geliefert hat. LOUIS DUNCAN nennt sich die leider 2016 verstorbene Schriftstellerin, die seit den 1950ern spannende Jugendbücher schrieb und als erste Autorin überhaupt Suspense und Thrill ins Jugendbuch brachte. Über 50 Bücher gehen auf das Konto der gefeierten Amerikanerin, von denen sogar einige von Hollywood verfilmt wurden. Darunter Thriller wie ICH WEISS, WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST, dessen Fortsetzung und TÖTET MRS. TINGLE. Leider kamen diese Filme bei der Schriftstellerin gar nicht gut an. Im Zuge der durch SCREAM verursachten Wiedergeburt des Slasherfilms, machte man aus einigen der gelobten Jugendbücher harte Thriller, um die wieder aufgekommenen Nachfrage nach Teenager-in-Angst-Streifen befriedigen zu können.
 
 
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Mit DOWN A DARK HALL hat man sich den einzigen Gothic-Horror-Roman der Autorin gekrallt. Dessen Rechte kamen der Autorin STEPHANIE MEYER in die Hände, die mit den Filmadaptionen ihrer Twilight-Romane mehrere Milliarden Dollar verdiente. Offenbar witterte die gute Frau Potenzial und beteiligte sich als Produzentin mit an der Produktion. Keine so schlechte Idee, denn die filmische Umsetzung des Jugendbuchs kann sich durchaus sehen lassen. Darin hat Teenagerin Kit (ANNASOPHIA ROBB) ein schweres Los gezogen. Die leidet unter dem tragischen Tod des Vaters und kommt mit den neuen Familienverhältnissen gar nicht klar. Die Mutter hat einen neuen Partner an ihrer Seite, den Kit leider gar nicht akzeptieren will. Hinzukommt, dass die Teenagerin Probleme in der Schule bereitet, weshalb die Jugendliche in ein spezielles Internat gebracht wird, um dort wieder auf den rechten Weg gebracht zu werden. Doch im Blackwood Internat herrschen andere Regeln. Handys sind tabu und Kontakt zur Außenwelt ebenfalls. Die Privatschulleiterin Madame Duret (UMA THURMAN) führt ein hartes Regime. Das ist auch dringend notwendig, denn offenbar soll niemand draußen wissen, dass in dieser Einrichtung alles etwas anders läuft. Das beginnt schon bei der Anzahl der Schüler. Hier werden nicht mehrere hundert Mädchen unterrichtet. Nein, die düsteren Klassenräume muss Kit mit gerade einmal vier anderen Leidgenossinnen teilen, die plötzlich seltsame Gaben entwickeln. Während sich die eine plötzlich zum Mathematik-Genie entwickelt und eine andere wie Picasso malt, spielt die rebellische Kit aus nicht erklärbaren Gründen Klavier, als wäre sie Chopin persönlich. Was liegt hier im Argen? Wer das Buch nicht gelesen hat, sollte sich überraschen lassen.
 
 
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Der in Barcelona mit englischsprachigen Schauspielern inszenierte DOWN A DARK HALL lebt von einer prächtigen Gruselkulisse, die endliche wieder Gothic-Grusel ins Wohnzimmer bringt. Knarrende Dielen, unheimliche Stimmen und schlecht ausgeleuchtete Flure – das sind gute Voraussetzungen für Grusel mit Gänsehautgarantie. In der Tat entwickelt der Mysterythriller schnell eine Aura des Unbehagens, weil sich Regisseur RODRIGO COTRÉS als talentierter Erzählmeister entpuppt, der vor allem mithilfe von Bildern Geschichten erzählt. Wurde die Handlung erst einmal in Dunkelheit getaucht, wird die Story zur Nebensache. Gruselstimmung ist im Falle von DOWN A DARK HALL offenbar alles. Davon hat der Gruselfilm reichlich in petto und stopft damit so einige Ungereimtheiten. Letztere machen sich vor allem mit fortlaufender Laufzeit bemerkbar. Je näher der Streifen seiner Zielgerade entgegenfiebert, umso absurder und klischeehafter wird er. So wird schnell ein Mysterium heraufbeschworen, das lang im Verborgenen bleibt. Eine zuvor rebellische Teenagerin kommt plötzlich zur Vernunft, lüftet das seit Jahrzehnten verborgene Geheimnis eines Internats und bringt damit die Schule zu Fall. Weniger Standard-Verläufe für Mysterythriller hätten DOWN A DARK HALL gutgetan. Dennoch ist der von RODRIGO COTRÉS inszenierte Gruselthriller kein schlechter Genre-Beitrag. Das mag vor allem an der kurzweiligen Machart, dem schaurigen Filmlook und den guten Darstellern liegen. Allen voran UMA THURMAN. Die mimt hier mit französischem Akzent und trockenem Humor eine mürrische Schulleiterin. Steht ihr ganz gut die Rolle.
 
 
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DOWN A DARK HALL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein visuell beeindruckendes und absolut stimmiges Gruselmärchen mit Starbesetzung. DOWN A DARK HALL ist die makellose Kinoadaption eines Jugendbuchs von 1974, die vor allem durch eines überzeugen kann: Atmosphäre. Regisseur RODRIGO COTRÉS scheint nach dem minimalistischen Thriller BURIED offenbar an der Zusammenarbeit mit hochkarätigen Hollywoodstars Gefallen gefunden zu haben. Nach ROBERT DE NIRO und RYAN REYNOLDS arbeitet er nun mit UMA THURMAN zusammen, die sich mal wieder von einer ganz anderen Seite zeigt. DOWN A DARK HALL hat all das, was man von einem Gruselfilm erwartet. Schauerstimmung ist allgegenwärtig und die Handlung bleibt weitestgehend spannend, weil man versucht die Auflösung so lang wie möglich hinauszuzögern. Die ist zwar absurd und reichlich speziell. Wer sich aber damit arrangieren kann, erlebt konventionellen Gothic-Horror für kühle Herbsttage. Da hatte man schon schlechteres auf dem Schirm.
 
 
 


 
 
 

DOWN A DARK HALL – Zensur

 
 
 
DOWN A DARK HALL wurde in Amerika mit einem jugendfreundlichen PG-13 in die Kinos gebracht. Das wundert nicht, denn der Film hat außer düstere Stimmung keinerlei Schauwerte zu bieten. Erst gegen Ende verbrennen einige Menschen. Das wird aber teils nur angedeutet. Zudem gibt es Besessenheitsszenen zu sehen. Überraschenderweise war die FSK auch hierzulande gnädig. Diese hat DOWN A DARK HALL bereits für Zwölfjährige freigegeben.
 
 
 


 
 
 

DOWN A DARK HALL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Concorde Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Down a Dark Hall; USA | Spanien 2018

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.39:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK 12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Deutscher Kinotrailer, Making-of, Entfallene Szene

Release-Termin: 07.03.2019

 

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DOWN A DARK HALL – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei CONCORDE HOME ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Suspiria (1977)
 
Dämonen im Mädchenpensionat (2006)
 
Die Sehnsucht der Falter (2011)
 
Die Tochter des Teufels (2015)