Filmreview: „Complicity“ (2013)

complicity 2013
 
 
 

COMPLICITY

Story

 
 
 
Für einige Freunde entwickelt sich eine Privatparty zur Katastrophe. Einer der Kumpels wird im Affekt erdolcht. Da keiner der Kids Ärger möchte, schmiedet man einen hinterhältigen Plan und grübelt, wie sich der Mord am Besten vertuschen lässt …
 
 
 


 
 
 

COMPLICITY – Kritik

 
 
 
Manchen Filmschaffenden müsste man die Lizenz für das Drehen und Schreiben von Filmen jeglicher Art entziehen. Da werden die abstrusesten Ideen zu Papier gebracht und es gibt immer wieder Produzenten, die dann den hervorgebrachten Schund finanzieren. Oft kann man die Geschichten hinter einigen Machwerken schon gar nicht mehr als solche bezeichnen, handelt es sich hier fast bloß noch um Ideenfragmente, die man in gerade einmal zwei Sätzen zusammenfassen könnte. COMPLICITY (was soviel heißt wie Mitschuld/Mittäterschaft) ist so ein Fall – ein Spielfilm, der zumindest einer sein will und so ausschaut. Hinter dem nicht wirklich hellen Plot versteckt sich ein dummes Teenagerfilmchen, das ein nicht ernstzunehmendes Etwas an Story besitzt und mit dem wohl konstruiertesten Filmszenario des Kinojahres 2013 auf den Nerv gehen möchte. C.B. HARDING steckt hinter dem geistigen Stuhlgang, der vermutlich aus gutem Grund, zumindest hier in Deutschland, niemand ein Begriff sein dürfte. Der hat schon eine vollends unbedeutende TV-Karriere hingeblättert und in legendären Fernsehmomenten wie PARTY PRINCE 90210 (2010) und THE OSBOURNES (ja, die Serie) Regie geführt. Bis auf Randgruppen-TV hat HARDING nicht viel Produktives geschaffen, was sich auch im Falle von COMPLICITY nicht ändern dürfte.
 
In seinem neusten Streifen, der übrigens ohne Kinoauswertung direkt ins Heimkino wandert, geht es um einige narzisstisch veranlagte Highschool-Kids, die sich eigentlich untereinander überhaupt nicht ausstehen können, sich aber unerklärlicherweise freundschaftlich verbunden fühlen. Auf einer privaten Party kommt es zum Supergau. Kimberly, an der Schule ein eher leichtes Mädchen, behauptet, vom Einzelgänger Dylan vergewaltigt worden zu sein. Der Rest der Bande schaukelt sich in Rage und erdolcht den Beschuldigten im Affekt. Da nun alle irgendwie Dreck am stecken haben und man eigentlich so rein gar keinen Bock auf Ärger hat, versucht man den Mord zu vertuschen. Es wird diskutiert, geflennt und gehetzt und schnell eine fragwürdige Geschichte für die Polizei zusammengesponnen. Da taucht plötzlich eine Außenstehende auf, kreischt und lässt sich von der verzogenen Bande ins Gewissen quasseln. Wenig später kutschiert sie die Leiche im Auto ihrer Mutter zum nahe liegenden Fluss, wirft sie hinein und der Film ist zu Ende.
 
Nach plausiblen und vor allem tiefgründigen Antworten sollte man in diesem Schnellschuss nicht suchen, denn wirklich ernstzunehmende und nachvollziehbare Erklärungen wird man hier nicht finden. Regisseur HARDING faselt hier irgendwas von wegen Fragen der Moral und wie weit Menschen gehen würden, um ihren Allerwertesten in Sicherheit wähnen zu können. Aber das Treiben wirkt derart unglaubwürdig und an den Haaren herbeigezerrt, dass jegliche Kontroverse im Keim erstickt wird. Hinzukommt, dass die eingebildeten und selbstsüchtigen Kids mal wieder so schablonenhaft charakterisiert werden, dass man meine könne, erneut im Panini-Sammelalbum der Horrorstereotypen zu blättern. Ob stiller und geheimnisvoller Außenseiter, intrigantes Miststück oder A-Sexueller Metro/Gay-man-weiss-es-nicht; in COMPLICITY hat man mal wieder alle obligatorischen Klischee-Hupfdohlen aus der Horror-Mottenkiste gefischt und in eine unausgegorene Handlung geworfen. Jeder der verzogenen Schüler hat privat einige Problemchen, die als Auslöser für das ganze Chaos dienen sollen. Leider werden die Schicksale nicht näher beleuchtet, so dass sich das psychische Durcheinander der Kids letztendlich nur als zweifelhafte Basis für ein seichtes Suspense-Lüftchen entpuppt. Aufgrund der notdürftigen Charakterisierung gelingt es dem Zuschauer kaum, zu irgendeinem der Protagonisten eine emotionale Verbindung aufzubauen. Das Gejammer ergreift selten und der Filmfreund dürfte mit kühler Distanz ganz schnell den erlösenden Abspann herbeisehnen. Immerhin kommt das Ende nach knapp 80 Minuten überraschend schnell und nicht so erhofft, wie man es vermutlich von einem derartigen Film erwartet hätte. Diskussionswürdig sollte COMPLICITY vermutlich mal werden, aber statt kontroversem Filmbeitrag bekommt der Zuschauer hier lediglich seichten Thrill geboten, der vermutlich für ein eher jugendliches Publikum inszeniert wurde. Ob COMPLICITY ein guter Film ist, lässt sich mit nur wenigen Worten sagen: NEIN, natürlich nicht. HARDINGS Teen-Thriller mag zwar großes Kino für die Kleinen sein, der bewanderte Horrorfan wird sich nach der Sichtung vermutlich kaum noch an COMPLICITY erinnern können. Da mag einem SEAN YOUNG (BLADE RUNNER) schon etwas sehr leid tun, die im Film die ungnädige Rolle der Vertrauenslehrerin ergattern konnte und mit ihrem Können hier vollkommen deplatziert wirkt.
 
 
 


 
 
 

COMPLICITY – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
COMPLICITY ist ein schweißtreibender Thriller voll Kontroversem Zündstoff für Kiddies auf dem Schulhof. Denn nur dort dürfte der Streifen die Aufmerksamkeit erhalten, die er vermutlich gar nicht verdient hätte. THE OSBOURNES-Regisseur C.B. HARDING liefert mit COMPLICITY Quatsch mit Soße ab, den man trotz vermeintlich ernster Thematik rein gar nicht ernst nehmen kann. Das Treiben ist unglaubwürdig, konstruiert und wirkt vollkommen an den Haaren herbeigezerrt, so dass man nicht verstehen will, wie COMPLICITY im Jahr 2013 für bestes Drehbuch und Kamera auf dem BOSTON INTERNATIONAL FILM FESTIVAL ausgezeichnet werden konnte.
 
 
 


 
 
 

COMPLICITY – Zensur

 
 
 
COMPLICITY ist nicht nur bezüglich Hauptfilm eine Lachnummer, auch Gewalt gibt es nicht zu sehen. Der Mord wird kurz und knapp abgehakt, danach wird ausschließlich gegeifert, gezickt und intrigiert. Das dürfte für Teens aufregend sein; den Horrorfan interessierts weniger. Null Blut, Splatter oder Gewalt dürfte der FSK eine 16er-Freigabe wert sein.
 
 
 
 


 
 
 

COMPLICITY – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Mit „Inside the Darkness“ hält der Filmfreund einen Film in den Händen, der sich vordergründig an ein jüngeres Kinopublikum richtet, und bei dem erfahrene Filmzuschauer wohl möglich das kalten Grausen packen dürfte. Denn mal abgesehen von der wirklich hochwertigen Inszenierung (der Film schaut optisch edel aus) verursacht hier nicht der unheimliche Score, oder das markerschütternde Setting für Gänsehaut, sondern die Handlungsbeweggründe und Interaktionen der handvoll Charaktere, die sich so dermaßen dumm verhalten, dass man als Mitt-30er eigentlich nur noch fassungslos mit dem Kopf schütteln kann und sich fragt, ob denn das Drehbuch abschließend auch so etwas wie eine Endkontrolle widerfährt, oder nicht. So wirklich ernst nehmen lässt sich Martin Guigui´s aktueller Filmbeitrag nicht gerade, denn neben pubertärem Shakespeare-Gequassel und aufdringlich aufgepeppter MTV-Ästhetik wird hier statt spannungsgeladenen Suspense der Extraklasse vordergründig Light-Thrill serviert, der merklich ohne Höhepunkte vor sich her plätschert.

 

Eine handvoll typisch amerikanischer Vorstadtkids rund um „Abby“, scheinen in ihrem kläglich tristen Eintagsleben wenig zu erleben, sodass sie bereits allein beim Schmöckern der Shakespeares Tragödie „Macbeth“ gehörig „geflasht“ sind, als die Lehrerin das Werk zusammen mit den Schülern im Unterricht bespricht. Grund dafür einen Abstecher zum Haus des Bestatters „Ely Vaughn“ zu unternehmen, über welches man munkelt, dass es darin wohl spuken soll.

Natürlich sehen die vier Freunde sogleich das was sie sehen möchten: am Schlafzimmerfenster erblicken sie den Schatten des Hauseigentümers „Ely Vaughn“, der zusammen mit einem weiblichen Wesen im Arm, ein paar Pirouetten durch das Schlafgemach dreht. Dass Herr Vaughn auch ab und an „Bedürfnisse“ besitzen könnte, darauf schließt keiner der Jugendlichen, denn dass was er da im Arm hält, kann letztendlich eigentlich nur ein Geist sein. (äh klar, ja was auch sonst!!!)

Um ihre Erkenntnisse zu unterstreichen, brechen sie in der Haus des Bestatters ein und entdecken ein, von ihm gut behütetes und makaberes Geheimnis. Dass mit dem stadtbekannten Bestatter scheinbar irgendetwas nicht zu stimmen scheint, erfahren die Nachwuchseinbrecher am eigenen Leibe, als sie plötzlich vom Hauseigentümer himself, bei ihren ausgiebigen Erkundungstouren im Hause, überrascht werden und einer der Freunde auf bösartige Weise den Tod findet.

Die minderbemittelte Provinz-Polizei glaubt zuerst der Bande kein Wort, handelt es sich doch bei „Ely Vaughn“ um einen ehemals überaus erfolgreichen und beliebten Footballspieler (ein wirklich handfestes Argument!!!), sodass „Abby“ und ihre Freunde letztendlich das Gesetz allein in die Hand nehmen, um den Psychopathen zu entlarven.

 

Die kurze Inhaltsangabe beschreibt nur einen minimalen Teil der inhaltlich groben Drehbuch-Logikpatzer.

Demnach sollte man als Filmfreund von vornherein jeglichen Hang zu Logik und Verstand unterbinden. Einziger Lichtblick in diesem etwas ungaren Einheitsbrei aus Teenhorror und „Dawson´s Creek„-Verschnitt ist Dennis Quaid, der der Rolle des arg garstigen Psychopathen „Ely Vaughn“ zumindest ein/zwei interessante Facetten verleiht. Im Verlauf seines recht effektiv skizzierten Amoklaufes schafft er es ein merklich unwohles und bedrohliches Gefühl zu vermitteln, und mit seinen merklich zynischen und arg strengen Kommentaren gelingt es ihm, die übrigen Grünschnäbel vollends gegen die Wand zu spielen.

Dennoch, auch er kann letztendlich den Film nicht davor bewahren, dass dieser in seiner unkreativen Belanglosigkeit, zusammen im Fahrtwasser ähnlich gestrickter Horror-Light-Produktionen bedingungslos untergehen wird.

 

 

Inside the Darkness“ ist Diät-Filmkost, wie so oft.

Seichte Horrorunterhaltung ohne Tiefgang. Einzig die recht straffe Inszenierung, die zudem auch noch edel ausschaut, weiß zu überzeugen. „Inside the Darkness“ bietet trotz besprochener Schnitzer recht kurzweilige Unterhaltung und kommt überraschend schnell auf den Punkt. Leider Gottes ist die Story so ziemlich das Dümmste, was ich in letzter Zeit gesehen habe und die wenigen Jungschauspieler so dermaßen unbrauchbar, dass man als Filmfreund in jeder zweiten Filmszene gern zur Fernbedienung greifen und diese den Pappnasen gen Kopf schleudern würde. Anhänger bluttriefenden Gekrösels sei vorab an dieser Stelle vorgewarnt, denn dieser Film bietet nichts dergleichen. Da es sich bei „Inside the Darkness“ vordergründig um einen Film für ein eher jugendliches Publikum handelt, hält sich der Gewaltpegel auch im überschaubaren Rahmen dezent zurück. Bis auf eine Schussverletzung, einem Skelett und einen Tritt auf den Kopf wird hier nichts geboten, was Freunde der etwas blutigeren Unterhaltung zufriedenstellen könnte.

 

 

Fazit: 5/10 Punkte

 

Ein belangloser Film unter unzählig Vielen. Horror-Light meets „Dawson´s Creek„.

Erwachsenen Horrorfilmfreunden dürfte dieser Quark vermutlich bitter aufstoßen, dafür immerhin pubertären Filmfans gehörig munden.

 

Deutsche Fassung: ungeschnitten mit einer FSK16-Freigabe

 

Hellraiser80