Filmkritik: „Another Deadly Weekend“ (2015)

muck-2015-poster-another-deadly-weekend(1)
 
 
 

ANOTHER DEADLY WEEKEND

(MUCK)

Story

 
 
 
Die (im Grunde nicht vorhandene) Story: Eine Gruppe debil-nerviger, leicht bekleideter Spätjugendlicher verschlägt es ohne Erklärung vom Moor in ein einsam gelegenes Haus, in dem – warum auch immer – eine Horde Albinokiller auf sie wartet, die Lust zum Raufen hat.

 
 
 


 
 
 

ANOTHER DEADLY WEEKEND – Kritik

 
 
 
Horrorslasher dürfen sich einer eingeschworenen Fangemeinde erfreuen, die stetig nostalgisch danach giert, Zutaten zu entdecken, die das geliebte Genre ausmachen. ANOTHER DEADLY WEEKEND (Originaltitel: MUCK) enthält sie wohl alle. Angefangen bei blanken Brüsten über dumme Sprüche bis hin zur dumpfen Gewalt. Und trotzdem vermag hier – sollte man den Streifen tatsächlich ohne eine Form von Stimulanzien konsumieren – kein Detail wirklich zu zünden. Das ist irritierend, da der Look anfänglich stimmig scheint. Doch mit zunehmender Laufzeit wird an nahezu allen Fronten genervt.
 
 
another-deadly-weekend-bild-1
 
 
Ja, die Playmates haben eine Bekleidungsallergie und schöne Körper ( auch der sexy Hintern auf dem Cover ist keine Mogelpackung, da man ihn tatsächlich zu sehen bekommt), aber wenn der ohnehin zähe Handlungsfluss durch gefühlt 5-minütige Umziehszenen zusätzlich gedehnt wird, dürften wohl nur die Fans von Sexy Clips ihre Freude haben, die dann jedoch gleich den Sportkanal wählen könnten.
 
 
another-deadly-weekend-bild-2
 
 
Dialoge wie: Sie: „Fass mir nicht auf den Po, nur weil deine Freundin tot ist …“ Er: „Baby, ich darf das. Ich hab dir den Tag gerettet.“ Sie: Okay, jetzt hast Du gepunktet!“ durchbrechen spielend die Schmerzgrenze bis hin zur Penetranz. Dabei dürfen über Pensigrößen selbstverständlich ebenso „Späßchen“ gemacht werden, wie über bereits verstorbene Protagonisten, was zu 90 Prozent unlustig und unsympathisch wirkt. Den präsentierten Witz mit pubertär zu umschreiben, wäre eine Beleidigung aller tapfer Pubertierenden. Da einen sämtliche Beteiligten allerdings eh völlig kalt lassen, ist dies nicht weiter tragisch. Selten hat man den Opfern, die hier den Mund aufmachen, einen schnelleren Tod gewünscht. Aber auch das Metzeln der Dumpfbacken zieht sich, da hier die Palette von völliger Wehrlosigkeit bis hin zur unbegründeten Superkraftentwicklung reicht.
 
 
another-deadly-weekend-bild-3
 
 
Auch die Gewalt regiert wenig überzeugend, da das zigste stereotype Schlagen und Stechen mit Schaufel oder Spitzhacke eher ermüdet, als dass sie den Puls in die Höhe schnellen lässt. Manche Tode sieht man dagegen – wohl aus Budgetgründen – überhaupt nicht. Stattdessen fliegt den tapferen Damen und Herren der eine oder andere Liter Kunstblut ins Gesicht. Andere sind einfach nur bescheuert, wie ein sich im Off aufs Dach drehende Auto, welches laut Drehbuchtext ein Mädel unter sich begräbt.
 
 
another-deadly-weekend-bild-4
 
 
Mit ANOTHER DEADLY WEEKEND ist eine Chimäre entstanden, die das Kunststück fertig bringt, trotz einiger gelungener Bilder und typischer Genreanspielungen unsympathisch dröge zu wirken, obwohl man man sich tief im Inneren eigentlich wünscht, den Film trotzdem zu mögen. Wohl oft vergeblich, denn dafür ist die ganze Chose unterm Strich viel zu langweilig und frei von Charme. Ein offenes Ende ohne kleinste Cliffhangerqualitäten „krönt“ den Film, bei dem wohl nur die Mitwirkenden ihren Spaß gehabt haben dürften, als engagierte Zeitverschwendung. Ach ja, einer der weiß angemalten Albinos ist der horrorfortsetzungserprobte KANE HODDER (aus Filmen wie HATCHET, FREITAG DER 13. oder WISHMASTER), der in den Credits als „The world´s most prolific cinematic killer“ gewürdigt wird. Er ist dann auch tatsächlich der Einzige der oberkörperfreien Truppe, der auch überschminkt irgendwie bedrohlich wirkt. Mut zur Selbstironie beweist Regisseur Steve Walsh, der sich im Abspann mit den Worten: „Der Mann für den Hollywood nicht bereit ist“ beschreiben lässt. Eine Gemeinsamkeit, die der eine oder andere mit dem legendären Zentrum der Filmindustrie teilen dürfte.
 
 
 


 
 
 

ANOTHER DEADLY WEEKEND – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Nach dem fragwürdigen Genuss der quälend langen 98 Minuten von MUCK, so der verdammt ehrliche Originaltitel der anstrengenden Horrorgroteske, fragt man sich dann doch, an welche Zielgruppe sich der obendrein gnadenlos auf zwei weitere Fortsetzungen ausgelegte Film gerichtet hat. Wer sich nach sinnfreier Berieselung und getunten Brüsten, hohlen Sprüchen und spannungsfrei abgefilmten Gewalteinlagen innerhalb eines nicht vorhandenen Spannungsbogens sehnt, dürfte dem durchaus bemühten Angebot etwas abgewinnen können. Alle Anderen sollten aber eher zu irgendeinem der im Vorfeld der Blu-ray beworbenen Horrorfilme aus der BLOODY MOVIE COLLECTION greifen.
 
 
 


 
 
 

ANOTHER DEADLY WEEKEND – Zensur

 
 
 
Wirklich tolle Effekte gibt es in ANOTHER DEADLY WEEKEND (der im Übrigen nichts mit dem Horrorfilm DEADLY WEEKEND am Hut hat) nicht zu bewundern. Das wüste Hauen und Stechen wird jedoch relativ roh und heftig ohne CGI-Schnickschnack optisch aufbereitet. Einsamer Höhepunkt dürfte wohl das die Treppe Hinaufziehen eines der Opfer sein, indem man praktischerweise die noch im Bauch befindliche Axt nutzt.
 
 
 


 
 
 

ANOTHER DEADLY WEEKEND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
another-deadly-weekend-bluray

(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Muck; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 14.07.2016 (BD KeepCase)

 

Another Deadly Weekend [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

ANOTHER DEADLY WEEKEND – Trailer

 
 


 
 

Andy78

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei Tiberius Film

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bikini Girls on Ice (2009)
 
Slasher in the Woods (2013)
 
Bikini Island (1991)
 

Filmkritik: „Lost After Dark“ (2015)

Lost-after-Dark-2015
 
 
 

LOST AFTER DARK

Story

 
 
 
Teenager verirren sich in ein abgelegenes Landhaus und geraten dort an den letzten Überlebenden einer Kannibalensippe.
 
 
 


 
 
 

LOST AFTER DARK – Kritik

 
 
 
Egal wie einfallslos das Horrorgenre oft sein mag – Teenie-Slasher werden aus unerfindlichen Gründen immer gern gesehen. Seit das Teenager-in-Angst-Kino mit HALLOWEEN seinen Siegeszug antrat, in den 1980ern breitgetreten zum Kassenmagneten avancierte, ist es aus der Welt der Horrorfilme nicht mehr wegzudenken. Das hat sich auch 40 Jahre später nicht geändert. So lange gibt es dieses Subgenre bereits mindestens und trotz der ewig gleichen Handlungsverläufe sind Teenie-Slasher für Fans der derberen Filmunterhaltung unverzichtbar. Retro-Horror schimpft sich der Trend, der neuerdings im Horrorbereich Einzug hält und sich in seiner Machart vor filmischen Stilrichtungen verbeugt, die dem Horrorfilm von Heute den Weg geebnet haben. Ob Retro-Slasher, Neo-Giallo oder Oldschool-Splatter – die Rückbesinnung scheint eine gut gemeinte Geste zu sein, nimmt aber so langsam Überhand, weil immer mehr aktuelle Filme künstlich auf alt getrimmt werden.
 
 
lost-after-dark-bild-3
 
 
Auch Neuling IAN KESSNER bringt Jugenderinnerungen zurück auf Kinoleinwände und Fernsehschirme. Er ist mit den Horrorstreifen der 1980er aufgewachsen und will nun Zuschauer jüngeren Semesters zu verstehen geben, dass früher im Horrorfilm alles besser war. Mit seinem ersten Langfilm LOST AFTER DARK hat er eine Hommage an die legendäre Ära der Teen-Slasher auf Film gebannt, die mit ihren bewusst auf alt getrimmten Bilderflut suggerieren will, dass man soeben einen Thriller aus jener Dekade zu sehen bekommt. Hier tragen nicht nur die Protagonisten die Namen bekannter Horrorschauspieler- und Regisseure der 80er; auch Kulisse, Ausstattung und Geschichtenaufbau sind zu konzipiert, dass man meinen könnte dieser Film wäre auch in den 1980ern entstanden. Das mag zwar aufrichtig und lobenswert sein. Genauer betrachtet ist LOST AFTER DARK gerade deshalb alles andere als sehenswert, weil sich Macher IAN KESSNER zu sehr darauf konzentriert, alles genauso aussehen zu lassen, wie in den Filmen des goldenen Slasher-Zeitalters.
 
 
lost-after-dark-bild-5
 
 
LOST AFTER DARK spielt im Jahr 1984 und der Frühlingsball an einer amerikanischen High School ist in vollem Gange. Für einige Teenager nicht ausreichend. Sie wollen ihre ganz eigene Party feiern, schließen den Schulbus kurz und machen sich auf zu einer Jagdhütte in den Wäldern. Leider geht dem Schulbus unterwegs das Benzin aus und guter Rat ist teuer. Da entdeckt man im Dunkel der Nacht ein verlassenes Farmhaus. Darin soll die Party weitergehen. Doch ein Psychopath ist gar nicht darüber erfreut, dass sich unangemeldeter Besuch in seiner Bleibe eingenistet hat. Einer nach dem anderen muss für den rücksichtlosen Lärm mit dem Leben bezahlen. Da bekommt Schulleiter Mr. Cunningham (!) davon Wind, dass einige Teenager ungefragt den Schulball verlassen. Zusammen mit einem Vater der Schülerinnen folgt er der Spur der Ausreißer.
 
 
lost-after-dark-bild-1
 
 
Neuerungen haben Sendepause und das ist das eigentliche Problem dieses Regiedebüts. LOST AFTER DARK handelt genau jene Regeln und Etappen ab, die man von dieser Art von Filmen erwartet. So werden jugendliche Protagonisten von Schauspielern verkörpert, die seit Jahren keine Schule mehr besucht haben. Die schlüpfen in die Rollen von Stereotypen, die selbstverständlich nacheinander von einem herzlosen Psychopathen nach allen Regeln des Slasher-Handwerks in den Filmhimmel transferiert werden. Spannung bleibt aus, weil sich Drehbuchautor und Regisseur IAN KESSNER keinen Deut darum kümmert, vom rechten Pfad austauschbarer Meuchelstreifen abzukommen. Den Horrorfilmfans tut er damit keinen Gefallen, denn wer schon einige Teen-Slasher gesehen hat, dürfte die rudimentäre Handlung vorausahnen können, ohne überhaupt eine Inhaltsangabe gelesen zu haben. Skurrilerweise hatte Kessner bereits indirekt Kontakt mit einer der ganz großen Slasher-Legenden. Im Jahr 1998 zeichnete er für den Nachdreh einiger Szenen zum Remake des Gruselklassikers CARNIVAL OF SOULS verantwortlich. Die Neuauflage wurde von keinem Geringerem als WES CRAVEN mitproduziert – jenem Altmeister, den Kessner auch in seinem Erstling zitiert. Leider liegen zwischen den Werken des bekannten Filmemachers und dem Retro-Horror LOST AFTER DARK Welten. Während Craven mit A NIGHTMARE ON ELM STREET einer ganzen Generation den Schlaf raubte, gelingt es dem beliebigen LOST AFTER DARK das Publikum in den Schlaf zu wiegen. Wie man Retro-Horror zeitgemäß an den Filmfan bringt, bewies Craven vor 20 Jahren. Mit SCREAM – SCHREI holte er ein ganzes Subgenre aus der Versenkung und verhalf dem tot geglaubten Slasher zu neuem Leben. Vermutlich hätte Kessners Horrorprojekt Früchte getragen, wenn er sich an der selbstironischen Slasher-Persiflage orientiert hätte. So aber ist der überflüssige LOST AFTER DARK nur jenen Liebhabern zu empfehlen, die trotz immer gleicher Handlungen, Dialoge und Klischees nicht genug von Slashern bekommen können. Der Rest dürfte trotz hausgemachter Tötungsarten ziemlich schnell die Minuten bis zum erlösenden Finale zählen.
 
 
lost-after-dark-bild-4
 
 


 
 
 

LOST AFTER DARK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine visuell bemerkenswerte Verbeugung vor den Slasher-Streifen der 80er Jahre. Leider ist dieser nett ausgestattete Teen-Slasher der alten Schule frei von eigenen Ideen – außer vielleicht der, dass die vermeintliche Scream-Queen und Heldin als erstes getötet wird. Trotz handgemachter Spezialeffekte und schmuddeligem Vintage-Look, der hin und wieder an zu oft abgespielte Filmrollen erinnert, besitzt LOST AFTER DARK nichts, was erwähnenswert wäre. In seinem Erzählstil bleibt er der nicht mehr ganz so frischen Slasher-Formel treu und zeigt dumme Teenager, die gerade wegen dieser unerträglichen Dummheit mit dem Tod bestraft werden müssen. Weil Macher IAN KESSNER jedoch zu verkrampft nach den erfolgreichsten Slaher-Streifen der 1980er schielt ohne seinem Film etwas Neues hinzuzufügen, entpuppt sich LOST AFTER DARK als schläfriger Ausflug in das berüchtigte Schlitzer-Filmmilieu und bleibt so austauschbar, wie die meisten Slasher seiner Zeit und viele neueren Datums.
 
 


 
 
 

LOST AFTER DARK – Zensur

 
 
 
Der Film bietet zwar handgemachte Tötungsarten – sonderlich raffiniert, extravagant oder brutal sind diese jedoch nicht. In ihrer Machart orientieren sie sich an die alten Freitag der 13.-Teilen. Für heutige Verhältnisse ist das kaum der Rede wert. LOST AFTER DARK ist hierzulande ungeschnitten mit KEINE JUGENDFREIGABE in den Handel gekommen.
 
 
 


 
 
 

LOST AFTER DARK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
lost-after-dark-bluray

(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Lost After Dark; Kanada 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 04.03.2016

 

Lost After Dark (Blu-Ray) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

LOST AFTER DARK – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken & Abbildungen liegen bei MAD DIMENSION)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Headless (2015)
 
Discopath (2013)
 
Hayride 2 (2015)
 
Varsity Blood (2014)
 
Bloody Homecoming (2013)
 

Filmkritik: „Rage – Midsummer’s Eve“ (2015)

rage-midsummers-eve-2014
 
 
 

RAGE: MIDSUMMER’S EVE

Story

 
 
 
Für RAGE – MIDSUMMER’S EVE geht es in finnische Wälder. Dort wollen sich’s einige Teenager in einem Sommerhaus mit Musik und Alkohol gemütlich machen. Leider erfahren die Kids bald am eigenen Leibe, dass ihre Hilfeschreie fernab der Zivilisation von niemandem gehört werden können. Eine sonderbare Kreatur treibt hier draußen ihr Unwesen. Sie verarbeitet schreiende Jugendliche zu Hackfleisch und geht mit taktischer Raffinesse vor, damit kein Opfer je wieder zurück in die Stadt findet.
 
 
 


 
 
 

RAGE – Kritik

 
 
 
Ein weiterer unabhängiger Horrorfilm einer ambitionierten Regisseurin, die für ihr bisheriges Schaffen bereits viel Lob und diverse Auszeichnungen erhalten hat. TII RICKS ist bisher noch nicht im Horror-Bereich aufgefallen. Die Tochter einer finnischen Mutter und eines amerikanischen Vaters wurde im deutschen Bad Hersfeld geboren, wuchs in Amerika auf, erkannte aber erst nach dem Umzug ins idyllische Finnland, dass sie ihre Passion „Horrorfilm“ zum Beruf machen wollte. Nach Arbeiten an unzähligen TV-Shows, Videoclips und Dokumentation war es dann soweit. Der leidenschaftliche Horrorfan ergriff die Möglichkeit und drehte den ersten Schauerstreifen für den RICKS sogar selbst das Drehbuch verfasste. Der ist nun fertig und soll mit reißerischem Titel für Aufmerksamkeit sorgen. RAGE: MIDSUMMER’S EVE nennt sich das abendfüllende Machwerk, für das sich die Regisseurin bei jenen Lieblingsfilmen Inspirationen holte, die in der Kindheit Eindruck hinterlassen haben. So zählen Kulthits wie HALLOWEEN, FREITAG DER 13. und A NIGHTMARE ON ELM STREET zu den Lieblingsfilmen und werden dementsprechend auch in RAGE: MIDSUMMER’S EVE zitiert.
 
 
rage-midsummers-eve-bild3
 
 
Viel zitiert, aber kaum an sich gedacht: in RAGE hagelt es Unmengen Danksagungen und Verweise an all jene Filmklassiker, die maßgeblich daran beteiligt gewesen sind, dass Regisseurin TII RICKS zum Horrorgenre gefunden hat. Nur leider sucht man zwischen Verbeugungen und Anspielungen an bekannte Slasher-Ware der 80er Eigenständigkeit und Originalität, um das Interesse all jener wecken zu können, die nahezu jeden wichtigen Horror-Schlitzer der letzten drei Jahrzehnte gesehen haben. Was in RAGE: MIDSUMMER’S EVE passiert, lässt sich demzufolge vorausahnen und hält kaum Neuerungen parat, weil man sich zu versteift auf das Abhandeln obligatorischer Slasher-Regeln konzentriert.
 
 
rage-midsummers-eve-bild2
 
 
Wenn junge Erwachsene zum Trinken tief in den Wald fahren, kann das in den meisten Fällen nur tödlich ausgehen – und so ist es auch. Für RAGE: MIDSUMMER’S EVE wurde tief in der Klischeekiste gegraben und all das zu Tage gebracht, was bereits seit den Anfängen des Schlitzer-Genres für Aufsehen gesorgt und in SCREAM selbstironisch persifliert wurde. Der Handyempfang ist plötzlich verschwunden, Teenager irren planlos durch die Kulisse und statt sich im Wald zu verstecken verbarrikadiert man sich lieber in einem Häuschen, um darin auf den Tod zu warten. Sonderlich klug ist RAGE: MIDSUMMER’S EVE nicht gestrickt auch wenn peinlich darauf geachtet wird, dass die Identität des Killers möglichst lang im Verborgenen bleibt. Die Kamera fängt wenig ein, so dass selbst weit nach dem Abspann unklar bleibt, was denn da eigentlich auf Beutezug geht. Ob eiskalter Killer, verlauster Waldmensch oder unheimliche Kreatur aus der Welt der Mythen und Legenden – was in RAGE durch Wald und Flur schleicht bleibt weitestgehend unerforscht.
 
 
rage-midsummers-eve-bild1
 
 
RAGE wirkt unfertig, denn wesentliche Fragen bleiben weitestgehend unbeantwortet. Das abrupte Ende legt der Vermutung nahe, als habe jemand 10 Minuten vor dem Abspann die Schere angesetzt und den Endkampf herausgeschnitten. Vermutlich benötigte Macherin TII RICKS noch Material für eine Fortsetzung, weshalb das Finale gestrafft werden musste – anders lässt sich der holprige und unfertige Schlussakt nicht erklären. Bleibt zu erwähnen, dass es in RAGE: MIDSUMMER’S EVE niemals dunkel wird. Der Film wurde während des finnischen Mittsommers gedreht – einer der wichtigsten Nationalfeiertage Finnlands, an dem die Sonne nicht untergeht. Dementsprechend konnte während der Produktion auf künstliche Beleuchtung verzichtet und das natürliche Licht der Sonne genutzt werden. Fluch und Segen zugleich, denn Gruselatmosphäre will an einem Tageslicht-Set natürlich nicht aufkommen. Unterm Strich ist RAGE: MIDSUMMER’S EVE keine Offenbahrung. Der Film ist eine Aneinanderreihung von bekannten Szenenverläufen, die man nun mittlerweile überhaben dürfte. Die schauspielerischen Leistungen sind kaum der Rede wert und quälende Vorhersehbarkeit wirkt sich negativ auf die Spannungskurve aus. Die ist kaum vorhanden, weil man bereits weiß was passiert, noch bevor es passiert. Keine guten Voraussetzungen, um als Horrorfans von der Horrorgemeinde ernst genommen zu werden. Von einem möglichen Sequel raten wir dringend ab!
 
 
 


 
 
 

RAGE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Mutiger Indie-Horror made in Finnland. Auch wenn in den letzte Jahren mit Filmen wie REC, SO FINSTER DIE NACHT und TROLLHUNTER einige äußerst nennenswerte Horrorfilme in Europa entstanden sind, werden selbstverständlich im europäischen Ausland auch die Filme gedreht, die man in Fankreisen auch als Rohrkrepierer betitelt. Die finnische Indie-Produktion RAGE: MIDSUMMER’S EVE ist so eine cineastische Katastrophe, die dem Horrorfan gar keinen Spaß bereiten möchte. Bei diesem Film handelt es sich um einen austauschbaren Slasher, der sich den ewig gleichen Regeln bedient, über die man sich schon in Horrorwerken wie SCREAM lustig gemacht hat. Die Schauspieler sind mau, die Geschichte bekannt und Splatter-Momente: Fehlanzeige! Stattdessen wirkt RAGE unfertig, holprig und benötigt auch recht lange um überhaupt in Fahrt zu kommen. Nach dem vor einiger Zeit hier besprochenen isländisch-finnischen Koproduktion FROST ergänzt RAGE die Reihe finnischer Horrorfilme, die man besser meiden sollte. Demzufolge wäre es ratsam sich nicht vom vielversprechenden Filmposter blenden zulassen. Das ist weit gruseliger als der Film selbst – Hände weg!
 
 
 


 
 
 

RAGE – Zensur

 
 
 
Die Gewalttaten werden im Off zelebriert oder der Zuschauer bekommt nur das Ergebnis zu sehen. Demzufolge wird RAGE: MIDSUMMER’S EVE hierzulande auch eine niedrige Altersfreigabe erhalten. Man darf mit einer FSK16 rechnen!
 
 
 


 
 
 

RAGE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

Alle Grafiken dieser Review stammen von der offiziellen Filmseite

 
 
 
Ähnche Filme:
 
GirlHouse (2014)
 
Warte bis es dunkel wird (2014)
 
Wrong Turn 6: Last Resort (2014)
 
See No Evil 2 (2014)
 

Filmkritik: „Varsity Blood“ (2014)

varsity-blood-2014
 
 
 

VARSITY BLOOD

Story

 
 
 
Ein Jahr nachdem eine alkoholisierte Cheerleaderin im Suff ihr Leben lassen musste, finden sich deren Freunde an Halloween zusammen, um sich erneut ins Koma zu saufen. Leider ist auch ein vermummter Killer mit von der Partie, der in Maskottchen-Uniform den hohlköpfigen Kids nach dem Leben trachtet …
 
 
 


 
 
 

VARSITY BLOOD – Kritik

 
 
 
Man muss schon eine unverblümte Leidenschaft für Slasher besitzen, um Gefallen an den immer gleichen Geschichten zu finden, die seit Slasher-Urgesteinen wie HALLOWEEN und FREITAG DER 13. bis zum Erbrechen im Kino wiederholt werden. Vielen Horrorfans hier in Deutschland scheint nicht bewusst zu sein, dass ein riesiger Markt für derart Filmware in Amerika existiert, der seit einigen Jahren zumeist durch semiprofessionellen Amateurquatsch und haarsträubende Low-Budget-Produktionen bestimmt wird. Gott sei Dank haben es bisher nur wenige dieser Rohrkrepierer nach Deutschland geschafft, so dass vielen Filmsammlern Enttäuschungen erspart geblieben sind, schließlich gibt niemand gern Geld für Abfall aus, den man auch umsonst im Abendprogramm der Privaten zu sehen bekommt. Trotz offener Augen bei der Filmauswahl, ist dem FILMCHECKER-Team dann doch mal wieder eines dieser unsäglich schlechten Slasher-Gurken aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten ins Netz gegangen. VARSITY BLOOD nennt sich das Glanzlicht minderbemittelter Videounterhaltung, vor dem wir nur ausdrücklich warnen können. JAKE HELGREN hat den cineastischen Schlamassel verbrochen, für den er vermutlich in der Hölle schmoren wird, weil er dem Zuschauer schlichtweg kostbare Lebenszeit stibitzt. Für jemanden, der eigentlich unterhalten möchte kein gutes Omen. Denn langweilt sich der Zuschauer bei der Sichtung eines Horrorfilms, hat der Regisseur sein Ziel offensichtlich verfehlt.
 
Viel Neues gibt es in VARSITY BLOOD nicht zu sehen, denn hier ist alles wie gehabt und folgt den Konventionen üblicher Slasher-Filme, die einst legendäre Altmeister wie JOHN CARPENTER (HALLOWEEN) und SEAN S. CUNNINGHAM (FREITAG DER 13.) mit ihren Kultstreifen aufgriffen, kombiniert und perfektioniert haben. Perfekt ist in VARSITY BLOOD mal abgesehen von den Kurven der weiblichen Protagonistinnen leider gar nichts, denn auch wenn hier ein Projekt aus Liebe zum Genre ins Leben gerufen wurde, scheinen die Macher vermutlich noch nicht verstanden zu haben, auf was es bei Horrorfilmen in Jahr 2014 ankommt. Bereits vor einiger Zeit probierte sich Regisseur JAKE HELGREN an ähnlichem Stoff aus. Mit BLOODY HOMECOMING verbeugte er sich im Jahr 2012 ehrfürchtig vor den Slashern der 80er und zitierte diese mit vollblütiger Leidenschaft. Damals fungierte er jedoch nur als Drehbuchautor und Produzent. Scheinbar war ihm das zu wenig, so dass es ihm nach neuen Herausforderungen dürstete. Diese hat er wohl nun gefunden und gab sich die Ehre für seinen selbst gekritzelten Quatsch mit Soße direkt auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. Im Mittelpunkt stehen wie immer ein paar dumme Teenager, die nichts anderes im Hirn haben als Sex und Alkohol, dafür aber mit mächtig Holz vor der Hütte und gestählten Oberarmen überzeugen können. Es ist Halloween und was gibt es an diesem Tag aufregenderes, als mit den besten Freunden in eine Hütte im Nirgendwo einzusteigen, um sich dort unheimliche Geschichten bei Bier und Häppchen zu erzählen. Mit von der Partie ist auch das Maskottchen der Schule, das statt Footballmannschaft und Cheerleader anzufeuern lieber die Axt schwingt und die Kids zu Brei verarbeitet. Trotz Verbot von der Mutter schmuggelt sich auch Cheerleaderin Hannah Wallace (LEXI GIOVAGNOLI) unter die Partygäste, die selbstverständlich viel zu spät bemerkt, dass die Anzahl unsympathischer Schulkollegen rapide schwindet. Am Ende stehen sich Scream-Queen und der im Indianerkostüm verkleidete Killer gegenüber und der Showdown verliert sich in einem unerwarteten Storytwist, der jedoch alles andere als überraschend über die Mattscheibe flimmert.
 
Wenn Direct-to-DVD-Horror in die Regale kommt, sollte man mittlerweile Obacht walten lassen und sich vorher informieren, was dem Käufer angedreht wird. Das umfangreiche Angebot an monatlich erscheinenden Horrorfilmen ist kaum noch zu überblicken, so dass es immer schwieriger wird die Spreu vom Weizen zu trennen. Ein Blindkauf mit Folgen ist VARSITY BLOOD, der zwar all das beinhaltet, was einen Slasher ausmacht; jedoch auch das besitzt, was man in derart Meuchelfilmen eigentlich nicht sehen will: Langeweile. Macher JAKE HELGREN hat hier Statisten von der Straße aufgelesen und für sein narkotisierendes Kreischwerk besetzt, wobei es des Öfteren scheint, als würden die Schauspieler vom Teleprompter ablesen. Das dämpft nicht nur die Erwartungen, sondern macht den Spannungsbogen zunichte, der ohnehin mit der Lupe gesucht werden muss. In diesem Laienschultheater wird erstaunlich will gequasselt, was den Zuschauer angesichts der nicht vorhandenen Talente vor ungeahnte Herausforderungen stellt. VARSITY BLOOD entwickelt sich nämlich schnell zum Geduldsspiel, weil partout unmögliche Dialoge von schlecht agierenden Darstellern gesprochen werden. Hinzukommt, dass die eigentliche Geheimrezeptur eines jeden Schlitzerwerks lang auf sich warten lässt. Seit jeher sind Geschichte und Charakterentwicklung in Slashern nur Beiwerk. Weitaus wichtiger ist das Morden, das in den letzten Jahren erstaunlich rabiat vor der Kamera zelebriert wird. Im direkten Vergleich zu aktuellen Gewaltreferenzen wie CHROMESKULL – LAID TO REST 2 oder HATCHET 3 macht VARSITY BLOOD eine ernüchternde Kehrtwende und orientiert sich am altmodischen Teenager-in-Angst-Kino der 80er, wo zwar noch ohne Computer gematscht wurde, die Kills jedoch kurz und knackig gefeiert wurden. Demnach dürfte es dann wohl auch kaum überraschen, dass sich der Mörder klassischer Mordinstrumente bedient. Von Pfeil bis Heugabel ist all das dabei, was Hockeymasken-Killer JASON VOORHEES aus der beliebten FREITAG DER 13.-Reihe bereits mehrfach zweckentfremden konnte. Fans solcher Film wird das vermutlich freuen; Gorebauern eher weniger, denn die schauen aufgrund mangelnder Filmhärte dumm aus der Wäsche.
 
So schön sich das liest, so enttäuschender die Tatsache, dass VARSITY BLLOD teils ziemlich mies ausgeleuchtet wurde und sich viele der wenig kreativen Morde kaum erkennen lassen. Ob das nun auf technische Defizite zurückzuführen ist oder man darum bestrebt gewesen ist, bescheidene Spezialeffekte professioneller aussehen zu lassen sei einmal dahingestellt. Fakt ist, dass VARSITY BLOOD trotz Mordreigen mieses Horrorfutter ist, das nicht einmal den Mut beweist frische Ideen mit altbewährtem Konzept zu verbinden. Stattdessen wird zitiert und gestohlen als gebe es keinen Morgen mehr. Das uninspirierte Aneinanderreihen von Slasher-Klischees hat VARSITY BLOOD nicht gut getan, denn selten hat man einen Horrorfilm gesehen, der selbst Streifen aus der Trash-Werkstatt THE ASYLUM oscarverdächtig ausschauen lässt. Wir können nur empfehlen, um VARSITY BLOOD einen großen Bogen zu machen und hoffen, dass sich kein deutscher Labelmitarbeiter im Suff die Rechte an diesem dilettantischen Schwachsinn aufquasseln lässt. Sollte doch eine Scheibe erscheinen – Hände weg!
 
 
 


 
 
 

VARSITY BLOOD – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
VARSITY BLOOD ist ein Liebesgeständnis an die berühmten Slasher der 80er. Trotzdem, bei aller Liebe zum Genre – dieser Film ist noch schlechter, als Werke aus der Trash-Schmiede von THE ASYLUM. JAKE HELGREN hat mit seinem Regiedebüt VARSITY BLOOD einen einfallslosen Slasher alter Schule gedreht, über den jeder verlorene Satz Verschwendung ist. Wir können nur empfehlen einen großen Bogen um diesen Quatsch zu machen, denn VARSITY BLOOD dürfte ohne zu übertreiben einer der miesesten Schlitzer-Streifen sein, denn die Horrorwelt bis dato gesehen hat. Wer dennoch reichlich Ausdauer besitzt und dieses schlaffördernde Machwerk sehen möchte, sollte direkt bis zur 50. Filmminute springen, damit er sich unterirdisches Laienschultheater erspart. Viel Mord- und Totschlag gibt es jedoch nicht zu sehen, dafür ist es oftmals einfach zu dunkel um erkennen zu können, wie der Killer seinen Opfern nach dem Leben trachtet.
 
 
 


 
 
 

VARSITY BLOOD – Zensur

 
 
 
In Anbetracht dessen, was man in letzter Zeit an Gewalt in Horrorfilmen zu sehen bekommt, sind die Morde in VARSITY BLOOD Kinderfasching. Trotz, dass sich die Morde an den Slashern der 80er orientieren, wirkt das mordlustige Treiben nicht sonderlich brutal. Mit etwas Glück ist sogar eine FSK16 drin.
 
 


 
 
 

VARSITY BLOOD – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:

 
Slasher House (2012)
 
Scream – Schrei (1996)
 
Schream 2 (1997)
 
Scream 3 (2000)
 
Ich weiß was Du letzten Sommer getan hast (1997)
 
Blutiger Valentinstag (1981)
 
My Bloody Valentine 3D (2009)
 

Filmreview: „Bloody Homecoming“ (2013)

bloody homecoming
 
 
 

BLOODY HOMECOMING

Story

 
 
 
Drei Jahre ist es nun bereits her, dass der Sohn des Sheriffs in einem Städtchen irgendwo im Süden der USA bei einem Klassentreffen ums Leben gekommen ist. Seither hat das verschlafene Kaff von weiteren Feierlichkeiten abgesehen, führt aber nach Jahren der Trauer die beliebte Tradition nun fort. Während sich die Stadt in den Vorbereitungen befindet, schleicht ein irrer Killer in Feuerwehrkluft um die Häuser und zieht all jene Studenten blutig zur Rechenschaft, die einst bei dem schrecklichen Unfall dabei gewesen sind …
 
 
 


 
 
 

BLOODY HOMECOMING – Kritik

 
 
 
Die produktive Recyclingsmaschinerie läuft und läuft und findet kein Ende. Da werden beinahe regelmäßig die immer wieder gleichen Geschichten geschrieben, in denen einzig Namen und Handlungsorte ausgetauscht werden, damit die Zuschauer für die Duplikate der Duplikate auch weiterhin ordentlich Zaster löhnen. Der Filmfan verdrängt scheinbar die immer offensichtlicher werdenden Unkreativität der Filmemacher und nimmt zähneknirschend das Aufköcheln längst totgefilmter Horrorstoffe in Kauf, vorausgesetzt ihm wird als Ausgleich boshafte Gewalt in Reinform geboten. Als kleine Hommage an den beliebten Old-School-Slasher der 80er Jahre rechtfertigt Regisseur BRIAN C. WEED seinen gar müden BLOODY HOMECOMING, wobei derartige Erklärungsversuche beim alteingesessenen Horrorpublikum schon lange nicht mehr ziehen möchten. Es wäre tatsächlich an der Zeit, dem Zuschauer eine Art Widerrufsrecht einzuräumen, was die Rückzahlung des Kaufpreises garantiert, sollte der Fan nach Sichtung gänzlich unzufrieden sein. Eine Prämisse, die Filme wie BLOODY HOMECOMING erst gar nicht entstehen lassen dürfte, hat doch dieser nichts anderes zu bieten als gähnende Langeweile und eine fast schon beschämende Inszenierung irgendwo auf Amateurniveau.
 
In BLOODY HOMECOMING verwandelt sich ein kleines Städtchen zum Vorhof der Hölle. Dort meuchelt sich ein rächender Psychopath durch eine Gruppe Schüler einer High School, die gerade in den Vorbereitungen eines Homecoming-Festes stecken. In den USA zur gängigen Praxis geworden, wird dort alljährlich ein kleines Fest Ende September oder Anfang Oktober an Universitäten, High Schools und Colleges zelebriert, zu welchem ehemalige Schüler und Studenten geladen werden. Diese Feierlichkeit dient dem vorliegenden Slasher als Aufhänger für ein wahrlich ermüdendes Schlachtfest, dass verlogenerweise auf dem Filmposter mit dem Slogan „Come Home to Terror“ beworben wird. Wo sich in BLOODY HOMECOMING der Terror versteckt hält, dürfte vermutlich nie ergründet werden, denn WEEDS Debüt hat mit Terror soviel am Hut, wie Mozzarella mit hessischem Handkäs‘. Immerhin hat der Regiedebütant seine Hausaufgaben gemacht und ausreichend die diversen Schlitzerstreifen der 80er Jahre studiert. Demnach bekommt der Horrorfan hier einige Schlüsselszenen bekannter Vertreter seiner Gattung zu sehen, die jedoch kaum Charme versprühen, sondern vollkommen lieblos und unbedeutend abgehandelt werden. Ob nun Carpenters HALLOWEEN (1978), der kultige PROM NIGHT (1980) oder gar MY BLOODY VALENTINE (1981) – in BLOODY HOMECOMING wird alles schlecht wiederverwurstet was im Slasher-Genre Rang und Namen besitzt. Das unspektakuläre Treiben wird mit dem obligatorischen Einführungsmord eingeleuchtet und endet mit dem Lüften der Identität des Killers. Die Ereignisse dazwischen werden nach Schema F durchgehechelt und durch bedeutungslose Kills bereichert. Die Kids bekommen unheilverkündende Post zugestellt (Parallelen zu ICH WEISS WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST (1997) sind nicht von der Hand zu weisen) und werden wenig später von einem Killer in Feuerwehruniform in allen erdenklichen Variationen mittels Pfahl durchlöchert, was zumindest anfänglich noch halbwegs brauchbar abgehandelt wird. Das spitze Stück Holz gleitet durch Kopf, Brust und Auge; die vorhersehbaren Morde werden jedoch im weiteren Verlauf weitestgehend blutleer abgehakt, was vermutlich auf Budgetmangel zurückzuführen sein dürfte. Ansonsten hat man die Geschichte von BLOODY HOMECOMING leider schon zu oft präsentiert bekommen, als das sie überhaupt noch in irgendeiner Weise unterhalten würde. Da nutzt auch der begleitende Soundtrack wenig, der als gar beschämende Kopie des kultigen HALLOWEEN-Scores aus den Lautsprecherboxen der Heimkinoanlage schallt. Was bleibt ist ein langweiliger Horrorfilm, mit dem wohl schlecht besuchtesten High School-Ball in der Geschichte des Horrorfilms. Die kaum talentierten Schauspieler gehen einem mit ihrem unbeholfenen Agieren ganz schnell furchtbar auf den Zünder und ein seichter, nahezu lächerlicher Härtegrad ist in Zeiten gewaltgeiler Filme wie I SPIT ON YOUR GRAVE 2 (2013) und HUMAN CENTIPEDE 2 (2011) fast schon als schlechter Witz zu betiteln. Von daher sollte sich der Käufer auf seiner Kaufliste ganz dick notieren, dass er sich vom vorliegenden BLOODY HOMECOMING möglichst fern halten sollte, denn BLOODY ist in diesem Unding vermutlich nur die monatliche Periode der anwesenden Schauspielerinnen.
 
 
 


 
 
 

BLOODY HOMECOMING – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Im Rache-Thriller BLOODY HOMECOMING will so rein gar nix BLOODY sein. Da ist vermutlich Blutwurst auf einer Butterstulle blutiger. Wer sich selbst einen Gefallen tun möchte, sollte diesen als Old-School-Slasher getarnten Käse möglichst meiden.
 
 
 


 
 
 

BLOODY HOMECOMING – Zensur

 
 
 
BLOODY HOMECOMING ist ein typischer Slasher im Stile von MY BLOODY VALENTINE. Es gibt etwas Gekröse zu sehen, das aber in Verlauf der Handlung überraschenderweise sehr handzahm abgehandelt wird. Von daher ist BLOODY HOMECOMING hierzulande frei ab 18 Jahren ungeschnitten in den Handel gekommen.
 
 
 


 
 
 

BLOODY HOMECOMING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
bloody-homecoming-blu-ray

(c) EURO VIDEO / MIG

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bloody Homecoming; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD 5.1), Englisch (DTS 5.1), Deutsch Dolby Digital 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1.77:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Keine

Release-Termin: 05.11.2014

 

Bloody Homecoming – Come Home to Terror [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

BLOODY HOMECOMING – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
You’re Next (2011)

Alpha Girls (2013)

Bloody Bloody Bible Camp (2012)

Silent Night (2012)

Halloween (1978)

My Bloody Valentine (1981)

Ich weiss was du letzten Sommer getan hast (1997)

The House on Sorority Row (1983)

Black Christmas (1974)

Filmreview: „Slasher in the Woods“ (2013)

nobody-gets-out-alive2013
 
 
 

SLASHER IN THE WOODS

Story

 
 
 
Um der etwas kränklichen Jen die Vorzüge des Lebens erneut schmackhaft zu machen, unternimmt sie auf den Rat ihrer Eltern hin, einen gemütlichen Campingausflug hinaus in die Wälder. Einige Freunde sind schnell zusammengetrommelt und so begibt sich die Bande in eine vermeintlich feier- und sauffreudige Zeit ohne Eltern, Stress und Hektik. Doch was die Freunde nicht wissen: unlängst verlor ein Familienvater in jener Gegend seine einzige Tochter, die von einer Gruppe betrunkener und unachtsamer Kids beim Spielen auf offener Straße überfahren wurde. Nun, so erzählt die Legende, sinnt der gebrochene Mann auf blutgierige Rache und meuchelt jeden Jugendlichen über den Jordan, der sich in dem naheliegenden Wald verirrt hat. Anfänglich für eine bedeutungslose Erzählung gehalten, verschwindet auch schon der erste Teen auf unerklärliche Weise.
 
 
 


 
 
 

SLASHER IN THE WOODS – Kritik

 
 
 
Wenn ein scheinbar unbekannter Film mit einem derb-reißerischen Plakat wirbt, rührt die Vermutung oftmals gar nicht so weit her, dass hinter derart vielversprechender Werbebotschaft auch ein derb-unterhaltsames Filmchen stecken muss. Hat man als Filmfreund jedoch ein geschultes Auge, so erkennt man schnell, dass es Unmengen an Filmen gibt, die ihre filmischen Defizite mittels ansprechender Filmcover versuchen zu vertuschen, um gierige Horrorfans dennoch zum Kauf ihrer hölzernen Filmkost zu bewegen. Auch der vorliegende SLASHER IN THE WOODS (der im Original NOBODY GETS OUT ALIVE heißt) ist einer jener Filme, der mit einem deftigen Cover wirbt, um von der vollkommen desaströsen Inszenierung der zu Grunde liegenden Geschichte gekonnt abzulenken. Kreative Eigenständigkeit sucht man hier vergebens. Stattdessen wird dem Filmfreund die gefühlt millionste Geschichte eines traumatisierten Irren geschildert, der einmal mehr die Jagdsaison auf eine handvoll ahnungsloser Teenager eröffnet hat. Auch wenn das formschöne Filmposter eine liebevolle Hommage an die diversen Slasher-Klassiker der schmuddeligen 70er und knall-poppigen 80er verspricht, so sind die diversen Zitate im Film eine wahrliche Beleidigung für all die Werke, die dieses Sub-Genre maßgeblich mitgeprägt haben. Kreative Eigenständigkeit wird in SLASHER IN THE WOODS konsequent klein geschrieben. Statt dem unlängst totgefilmten Teenager-in-Angst-Kino halbwegs neue Facetten einzuverleiben, verharrt der vorliegende Slasher-Aufgruss in einem zähen Gemisch aus zerfilmten Genre-Regeln und katastrophaler Einfallslosigkeit. Spannung kommt dabei selten auf und so darf sich der interessierte Horrorfilmfreund durch ein uninspiriertes und bedeutungsloses Filmchen quälen, das krampfhaft versucht in die Fußstapfen seiner großen Vorbilder zu schlüpfen.
 
Auch wenn Regie-Newcomers JASON CHRISTOPHER stets darum bestrebt ist, aus dem vermutlich kaum vorhandenen Budget das Maximum herauszuholen, so kann er dennoch nicht vertuschen, dass seinem Debüt der unweigerlich amateurhafte Grundton und die stümperhafte Ernsthaftigkeit mitnichten zugute kommt. Diverse Szenen bergen zwar eine gewisse, bedrohliche Stimmung, verlieren aber aufgrund der technischen Defizite und der laienhaften Darstellung einiger Protagonisten immens an Intensität. Einzig durch die erstaunlich rauen Gewaltspitzen dürfte der Film zumindest bei Gore-Liebhaber auf Zustimmung stoßen. Auch wenn einige Spezialeffekte (übrigens durchweg handmade) in ihrer Umsetzung als einfach durchschaubar zu betiteln sind, so verfehlen sie ihre widerwärtige Wirkung nur selten. SLASHER IN THE WOODS ist erstaunlich ruppig und ziemlich hart, so dass zartbesaitete Gemüter rasch die Nerven verlieren dürften. Zumindest in diesen Belangen ist JASON CHRISTOPHERS Erstlingswerk klassischen Vertretern seiner Gattung einiges voraus. Nur ob blut- und menschenverachtende Gewaltexzesse allein einen guten Film ausmachen, sollte jeder für sich selbst entscheiden.
 
 
 
Heute besorgen wir uns eine HD-Cam und drehen mit einigen Freunden geschwind einen überaus schlechten Horrorfilm. Dachte sich Newcomer JASON CHRISTOPHER und rief unweigerlich den unausgegorenen SLASHER IN THE WOODS ins Leben. Auch wenn einige befremdlich-kontrastreiche  Filterspielereien zu Gefallen wissen, so kann der erste Lang-Spielfilm des Nachwuchstalents kaum überzeugen. Die dilettantische Ernsthaftigkeit, welche die gesamte Inszenierung seines Slasher-Debakels durchzieht und die fast schon penetrant-peinliche Ideenlosigkeit seiner Geschichte brechen dem (ursprünglich betitelten) DOWN THE ROAD (so der eigentliche Arbeitstitel) gänzlich das Genick. Hinzukommt, dass die wenigen Schauspieler kaum Talent besitzen, halbwegs sympathisch und glaubhaft zu agieren. Immerhin sind ihre Weinkrämpfe und Winseleien durchaus zweckhaft, so dass die diversen wirklich deftigen Folterszenen hart anzuschauen sind. Da werden Beine abgesägt und Nägel in Schädeldecken geschlagen – der Gorehound unter den Horrorfilmfreunden dürfte sich hierbei gierig die Händen reiben. Trotzdem, die simplen, aber dennoch recht grafischen Gewaltspitzen machen noch lange keinen guten Horrorfilm aus. SLASHER IN THE WOODS ist abartiger Nonsens, der unter dem Deckmantel eines klassischen Slasher-Movies versucht, mit einer handvoll schlecht kopierter Szenen und stereotypen Figuren flink Kasse zu machen. Für Horrorfilmfans, die selbst bei Horrorfilmen einen gewissen Anspruch erwarten, ist dieser Genre-Beitrag eine absolute Zumutung.
 
 
 


 
 
 

SLASHER IN THE WOODS – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Unterbelichtete Slasher-Gurke, die trotz Amateuroptik, mit arg derben Szenen aufwartet – Braucht keiner!
 
 
 


 
 
 

SLASHER IN THE WOODS – Zensur

 
 
 
Aufgrund arg derber Szenen, kam SLASHER IN THE WOODS (OT: NOBODY GET OUT ALIVE) nicht ungeschnitten nach Deutschland. Die deutsche Fassung musste Federn lassen um eine FSK-Freigabe zu erhalten. Die KJ-Fassung ist geschnitten.
 
 
 


 
 
 

SLASHER IN THE WOODS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
slasher-in-the-woods-bluray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Down the Road / Nobody gets out alive; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,78:1 (1920×1080)

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK 18 (geschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer in Deutsch und Englisch, Trailershow bestehend aus sechs weiteren Filmen des Rechteinhabers

 
 
 
Leicht hatte es SLASHER IN THE WOODS nicht bei der FSK. Die verweigerte die Freigabe, so dass der Streifen durch den Rechteinhaber gestrafft werden musste. Uns lag zum Test die geschnittene Blu-ray-Fassung vor, bei der wenig Liebe zum Detail betrieben wurde. Der Hauptfilm startet direkt nach dem Einlegen der Scheibe, wobei die Bildqualität nicht immer den aktuellen HD-Standards entsprechen will. Das Bild ist teilweise extrem dunkel, so dass sich oftmals nicht alle Details erkennen lassen. Szenen bei Tageslicht wirken verwaschen und überstrahlt. Einige bewusst eingesetzte Unschärfen und schnelle Kameraschwenks sollen so etwas wie Authentizität bewirken, nerven aber. Zudem ist die Bildschärfe nicht immer optimal. Tonal sieht es da schon etwas besser aus. Nicht nur, dass die Synchronisation für einen derartigen Film überraschend annehmbar ausgefallen ist, auch die Boxen arbeiten hin und wieder sauber. So kommt der Subwoofer erstaunlich oft zum Einsatz, der Metal-Soundtrack bringt Dynamik ins Spiel. Die wenigen Schreckszenen sitzen gut. Flimmert dann nach rund 90 Minuten der Abspann über den Bildschirm, wird der Zuschauer direkt in ein Menü geleitet, dass aus einer Aneinanderreihung von Filmszenen besteht. Hier gibt es dann auch die Rubrik „Bonusmaterial“. Bei den Extras folgt SUNFILM/TIBERIUS FILM jedoch neuerdings einem strikten Sparkurs. Bis auf den Filmtrailer in Englisch und Deutsch findet der interessierte Filmfan gerade einmal sechs Trailer weitere Schocker aus dem Katalog des Publishers. Immerhin gibt es für den Hauptfilm deutsche Untertitel. Außerdem gibt es das obligatorische Wendecover ohne FSK-Flatschen. Das dürfte aber die wenigstens Filmfans interessieren, schließlich ist der Film ohnehin geschnitten.
 
 
 

Slasher in the Woods [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SLASHER IN THE WOODS – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
ChromeSkull: Laid to Rest 2 (2011)

The Orphan Killer (2011)

Rites of Spring (2011)

Carl (2012)

Hostel – Part III (2011)

If a Tree falls (2010)

Mask Maker – Meet your Maker / Maskerade (2010)

Scream 4 (2011)

One Way Trip 3D (2011)

 

 

Filmreview: „Inside the Darkness – Ruhe in Frieden“ (2011)

 

 

Mit „Inside the Darkness“ hält der Filmfreund einen Film in den Händen, der sich vordergründig an ein jüngeres Kinopublikum richtet, und bei dem erfahrene Filmzuschauer wohl möglich das kalten Grausen packen dürfte. Denn mal abgesehen von der wirklich hochwertigen Inszenierung (der Film schaut optisch edel aus) verursacht hier nicht der unheimliche Score, oder das markerschütternde Setting für Gänsehaut, sondern die Handlungsbeweggründe und Interaktionen der handvoll Charaktere, die sich so dermaßen dumm verhalten, dass man als Mitt-30er eigentlich nur noch fassungslos mit dem Kopf schütteln kann und sich fragt, ob denn das Drehbuch abschließend auch so etwas wie eine Endkontrolle widerfährt, oder nicht. So wirklich ernst nehmen lässt sich Martin Guigui´s aktueller Filmbeitrag nicht gerade, denn neben pubertärem Shakespeare-Gequassel und aufdringlich aufgepeppter MTV-Ästhetik wird hier statt spannungsgeladenen Suspense der Extraklasse vordergründig Light-Thrill serviert, der merklich ohne Höhepunkte vor sich her plätschert.

 

Eine handvoll typisch amerikanischer Vorstadtkids rund um „Abby“, scheinen in ihrem kläglich tristen Eintagsleben wenig zu erleben, sodass sie bereits allein beim Schmöckern der Shakespeares Tragödie „Macbeth“ gehörig „geflasht“ sind, als die Lehrerin das Werk zusammen mit den Schülern im Unterricht bespricht. Grund dafür einen Abstecher zum Haus des Bestatters „Ely Vaughn“ zu unternehmen, über welches man munkelt, dass es darin wohl spuken soll.

Natürlich sehen die vier Freunde sogleich das was sie sehen möchten: am Schlafzimmerfenster erblicken sie den Schatten des Hauseigentümers „Ely Vaughn“, der zusammen mit einem weiblichen Wesen im Arm, ein paar Pirouetten durch das Schlafgemach dreht. Dass Herr Vaughn auch ab und an „Bedürfnisse“ besitzen könnte, darauf schließt keiner der Jugendlichen, denn dass was er da im Arm hält, kann letztendlich eigentlich nur ein Geist sein. (äh klar, ja was auch sonst!!!)

Um ihre Erkenntnisse zu unterstreichen, brechen sie in der Haus des Bestatters ein und entdecken ein, von ihm gut behütetes und makaberes Geheimnis. Dass mit dem stadtbekannten Bestatter scheinbar irgendetwas nicht zu stimmen scheint, erfahren die Nachwuchseinbrecher am eigenen Leibe, als sie plötzlich vom Hauseigentümer himself, bei ihren ausgiebigen Erkundungstouren im Hause, überrascht werden und einer der Freunde auf bösartige Weise den Tod findet.

Die minderbemittelte Provinz-Polizei glaubt zuerst der Bande kein Wort, handelt es sich doch bei „Ely Vaughn“ um einen ehemals überaus erfolgreichen und beliebten Footballspieler (ein wirklich handfestes Argument!!!), sodass „Abby“ und ihre Freunde letztendlich das Gesetz allein in die Hand nehmen, um den Psychopathen zu entlarven.

 

Die kurze Inhaltsangabe beschreibt nur einen minimalen Teil der inhaltlich groben Drehbuch-Logikpatzer.

Demnach sollte man als Filmfreund von vornherein jeglichen Hang zu Logik und Verstand unterbinden. Einziger Lichtblick in diesem etwas ungaren Einheitsbrei aus Teenhorror und „Dawson´s Creek„-Verschnitt ist Dennis Quaid, der der Rolle des arg garstigen Psychopathen „Ely Vaughn“ zumindest ein/zwei interessante Facetten verleiht. Im Verlauf seines recht effektiv skizzierten Amoklaufes schafft er es ein merklich unwohles und bedrohliches Gefühl zu vermitteln, und mit seinen merklich zynischen und arg strengen Kommentaren gelingt es ihm, die übrigen Grünschnäbel vollends gegen die Wand zu spielen.

Dennoch, auch er kann letztendlich den Film nicht davor bewahren, dass dieser in seiner unkreativen Belanglosigkeit, zusammen im Fahrtwasser ähnlich gestrickter Horror-Light-Produktionen bedingungslos untergehen wird.

 

 

Inside the Darkness“ ist Diät-Filmkost, wie so oft.

Seichte Horrorunterhaltung ohne Tiefgang. Einzig die recht straffe Inszenierung, die zudem auch noch edel ausschaut, weiß zu überzeugen. „Inside the Darkness“ bietet trotz besprochener Schnitzer recht kurzweilige Unterhaltung und kommt überraschend schnell auf den Punkt. Leider Gottes ist die Story so ziemlich das Dümmste, was ich in letzter Zeit gesehen habe und die wenigen Jungschauspieler so dermaßen unbrauchbar, dass man als Filmfreund in jeder zweiten Filmszene gern zur Fernbedienung greifen und diese den Pappnasen gen Kopf schleudern würde. Anhänger bluttriefenden Gekrösels sei vorab an dieser Stelle vorgewarnt, denn dieser Film bietet nichts dergleichen. Da es sich bei „Inside the Darkness“ vordergründig um einen Film für ein eher jugendliches Publikum handelt, hält sich der Gewaltpegel auch im überschaubaren Rahmen dezent zurück. Bis auf eine Schussverletzung, einem Skelett und einen Tritt auf den Kopf wird hier nichts geboten, was Freunde der etwas blutigeren Unterhaltung zufriedenstellen könnte.

 

 

Fazit: 5/10 Punkte

 

Ein belangloser Film unter unzählig Vielen. Horror-Light meets „Dawson´s Creek„.

Erwachsenen Horrorfilmfreunden dürfte dieser Quark vermutlich bitter aufstoßen, dafür immerhin pubertären Filmfans gehörig munden.

 

Deutsche Fassung: ungeschnitten mit einer FSK16-Freigabe

 

Hellraiser80

 

 

 

Filmreview: „The Sleeper“ (2011)

 

Die Alpha Gamma Theta Studentenvereinigung feiert die Aufnahme zwei neuer Mitglieder. Dumm nur, dass ein recht kranker Psychopath die Feierlichkeit mit seinen nervigen Telefonterror stört und eine Studentin, nach der nächsten lustlos um die Ecke meuchelt.

 

 

Was es nicht alles so gibt.

Ich bin immer wieder erstaunt mit welch eifrigen Enthusiasmus sich selbsternannte Filmfans und talentfreie Möchtegern-Regisseure an die Umsetzung von scheinbar eigens niedergekritzelten Drehbüchern wagen. Waren Amateurfilme, noch vor einigen Jahren leicht als selbige zu erkennen, ist die Technik heute schon sogar soweit vorangeschritten, dass selbst absolute Filmlaien mit ordentlichem HD Film-Equipment und grundlegenden Editierungskenntnissen zumindest optisch halbwegs hochwertige Filme basteln können. Kein Wunder, dass derzeit der Heimkinomarkt regelrecht von überaus minderwertigen Produktionen überflutet wird.

The Sleeper“ scheint wohlmöglich auch derart „Fan-Ding“ zu sein. Und ganz ehrlich, ich hab mir diesen Quark leider nicht bis zur letzten Filmminute geben können.

Dabei scheinen die Filmmacher von „The Sleeper“ es ersichtlich einfach gehabt haben, ihren absolut sinnfreien Plot auf Zelluloid zu bannen.

Man nehme Daddys Urlaubs HD-Kamera, drehe mit ein paar angehenden Schauspielstudenten eine handvoll sinnfreier Mordszenen und füge sie letztendlich mit einer illegal erworbener Editierungssoftware aus dem Hause „Magix“ zusammen.

Um sich zumindest halbwegs in der Filmszene bekannt und vor allem beliebt zu machen, bewirbt man seinen miserabel heruntergekurbelten Dreck, als eine Hommage an den frühen Teenager-Slasherfilm der 80er Jahre, um den dreisten Diebstahl diverser Schlüsselszenen bekannter Slasherklassiker zu rechtfertigen.

Eigene Ideen besitzt „The Sleeper“ null – Kreative Umsetzung? Absolute Fehlanzeige!

Das Storygerippe erinnert unverkennbar an den Klassiker „House on Sorority Row“ (Gratis den gesamten Film hier sehen)  und das Geschehen ist derart hanebüchen und trivial , dass einem schon nach der Sichtung von nur wenigen Filmminuten der Fremdscham ins Gesicht steht.

Der wahrlich „fesselnden“ Storyaufbau, dieses uninspirierenden Machwerks,  gestaltet sich wie folgt:

Der Killer ruft im Haus der Studentenverbindung an, stöhnt etwas sinnfreies in das Telefon und holt sich wenige Filmminuten später das belästigte Opfer. Danach kurzer Smalltalk unter den Studenten und der Anrufer ruft erneut in der Verbindung an, belästigt das nächste Opfer und killt es wenige Minuten später. Nach 60 quälenden Filmminuten ruft der kichernde Psychopath immer noch im Wohnheim der Studenten an und ermordet daraufhin die nächste ahnungslose Studentin.

Da kann man als Filmfan letztendlich eigentlich recht froh sein, dass dem vermeintlichen  Nachwuchsregisseur, nach einer geschlagenen Stunde die Opfer ausgehen, denn die Darstellung der Handlungsszenen wiederholen sich bis zum Erbrechen und gestalten sich als absolut spannungsfrei, dumm und einschläfernd.

Sogar so einschläfernd, dass ich bereits noch vor Filmende narkotisiert auf meinem Filmsessel vor mich dahingeschlummert bin.

Vermutlich war Regisseur Justin Russell dieser ungewollte Nebeneffekt bewusst, denn eine gewisse Zweideutigkeit seines Filmtitels lässt sich nicht von der Hand weisen.

Wie auch immer, „The Sleeper“ ist definitiv kein sehenswerter Film. Mich verwundert es warum man dreist Schlüsselszenen aus bekannten Slashermovies stibitzen muss und sich nicht einmal die Arbeit macht, diese dann zumindest denn aktuellen Sehgewohnheiten anzupassen und mit einigen eignen, kreativen und vor allem neuen Ideen auszubauen.

Gerade weil diverse Szenen recht plakativ kopiert wurden, und definitiv nicht mehr den heutigen Sehgewohnheiten entsprechen, macht sich bereits nach wenigen Filmminuten Langeweile breit.

Hommage hin oder her. Vermutlich hätte „The Sleeper“, neben all den hohlen Teenagerfilmen der 80er Jahre, in dieser Darstellungsform vor 20 Jahren bestens funktioniert. Die arg erheuchelte Oldschool-Umsetzung gestaltet sich leider, trotz aktueller Produktion, aus heutiger Sicht als unnatürlich angestaubt. Einzig einige recht nette und vor allem handgemachte Splatter-Effekte und das schon recht unfreiwillig komische Gewinsel und Gestöhne des Psychopathen haben, trotz aller Kritik, ihren ganz eigenen naiven Charme, dürften aber aufgrund der Fülle an dumm-nerviger „Handlungsszenen„, die bis zum Erbrechen wiederholt und ausgereizt werden, ersichtlich schnell an Bedeutung verlieren und kaum Beachtung finden.

 

 

 

Fazit 2,5/10

 

Ne, das war nix.

Wer sich ehrfürchtig vor den ganz großen Teenagerhorrorklassikern der 80er verbeugen möchte, sollte zumindest den Spagat zwischen Neuem und Alten finden.

The Sleeper“ kopiert dreist diverse Filmszenen unzähliger Klassiker, fügt aber keinen eigenen Ideen dazu. Das ist nicht sehenswert, dass ist frech!

 

FSK Prognose: mit etwas Glück ungeschnitten – keine JugendfreigabeDeutschlandstart bisher noch unbekannt.

 

Hellraiser80

Filmreview: „Scream 4“ (2011)

 

Vor 15 Jahren erschuf Regisseur Wes Craven den Auftakt einer Horrorreihe, die den eigentlich totgesagten Horrorfilm, wieder zu neuem Leben verhelfen sollte.

Sein Slasher „Scream“ reanimierte 1996 das „Teenager in Angst –Kino“ der späten 70er und der frühen 80er, welches mit „Halloween“, „Freitag der 13.“ und „Nightmare on Elm Street“ Mitte der 80er Jahre seinen Höhepunkt erreicht hatte.

Nachdem 1998 „Scream 2“ und im Jahr 2000 „Scream 3“ folgten, galt die Trilogie um die Hauptprotagonistin Sidney Prescott, welche sich in allen 3 Teilen gegen diverse Serienkiller in Ghostface – Kostümen zur Wehr setzte, als abgeschlossen.

Da im Verlauf der folgenden 10 Jahre das sogenannte „Remake“ – Syndrom Hollywood heimsuchte und nahtlos jede halbwegs berühmte „Horrorikone/serie“ der 70er und 80er Jahre neuverfilmt wurde, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch eine Neuverfilmung des beliebten „Scream – Franchise“ auf der Remakeliste Hollywoods stand.

Gott sei Dank verschonte man die Fans mit einem Neuverfilmung und entschied sich letztendlich gegen das „Scream“ – Remake und führte die Reihe mit einem Sequel fort.

 

Nach mehreren Jahren kehrt, die nun erwachsene Autorin Sidney Prescott (Neve Campbell) aufgrund einer Lesereise in das kleine Städtchen Woodsboro zurück.

Ihre damaligen traumatischen Erlebnisse hat sie erfolgreich in einem Roman verarbeitet.

Kaum in Woodsboro angekommen frischt sie wieder die Kontakte zu alten Bekannten auf und muss unerfreut und wortlos das Jubiläum der damaligen „Woodsboro – Morde“ hinnehmen.

Doch kaum an die vertraute Umgebung gewöhnt, beginnen die Morde von neuem.

Wieder hat es ein Killer im schwarzen Gewand und Geistermaske auf Sidneys Leben und das ihrer Freunde abgesehen.

 

Was erwartet uns vom nunmehr 4. Teil der Horrorserie „Scream“?

Sagen wir so, ein vertrautes Treffen alter Bekannter.

Schnell fühlt man sich im sympathischen und riesigen „Scream“ – Universum heimisch.

Ob Sidney (Neve Campbell), ob Reporterin Gale (Courteney Cox) oder Sheriff Dewey (David Arquette) – schön wieder bekannte, wenn auch merklich gealterte, Gesichter wieder zu sehen.

Schön auch, dass sich Regisseur Wes Craven und Drehbuchautor Kevin Williams nicht an den aktuellen Folter, Gore und Splatterstreifen der aktuellen Dekade bedienen. „Scream 4“ bleibt wahrlich schön schrullig oldschool, was vor allem damaligen „Scream“-Fans gefallen dürfte.

Egal ob Morde, Charakterzeichnung oder Erzählstruktur. Es gibt nichts was alteingesessenen Horrornerds nicht auch schon von damaligen „Scream“- Teilen her kennen.

Dennoch, das Einhalten von gewohnten „Scream“ -Strukturen und Mustern dürfte vor allem der nachgerückten Kinogeneration übel aufstoßen. Zu wenig Action, zu weniger Terror, zu wenig Blut und Gewalt, zu oft wiederholte Szenenabläufe (Ghostface im Schrank – springt hervor und sticht zu, Ghostface auf der Treppe – springt hervor und sticht zu, Ghostface vor dem Auto – springt hervor und sticht zu etc.pp). Ich glaube Kids von heute dürften Filme wie „Scream“ weniger beeindrucken, als uns Kids in den 90ern.

Vielleicht lag darin auch der Grund, warum „Scream 4“ nicht wirklich den Erfolg an den Kinokassen einspielte, den man letztendlich gern erwartet hätte. Ghostface und Co. wirken neben dem ganzen “Transformers”, “Avatars” und “Final Destinations” 3D-Schnick Schnack schon recht altbacken, was letztendlich nichts schlechtes bedeuten muss. Aber, ich für meinen Teil, bin der Meinung, das mit „Scream 4“ das Thema Sidney und Ghostface seinen Zenit erreicht hat und ausgereizt ist.

Zu oft hatte ich das Gefühl, alles schon einmal gesehen zu haben.

Hoffentlich belässt es Hollywood bei diesem abschließenden 4. Teil.

Bis auf das wirklich geniale Filmintro und die letztendliche Auflösung der Story am Ende konnte ich nichts wirklich frisches, neues entdecken. Vielleicht hat man sich im Laufe der Jahre von „Scream“ auch einfach nur satt gesehen.

 

Fazit 7/10 Punkte

 

Vertrautes Wiedersehen mit alten Bekannten, einem coolen Intro und einem genialen Finale.

Aber sich ständig wiederholenden Hetzjagden, die man bereits aus unzähligen „Slasher“ -Filmen her kennt und in den vorherigen 3 „Scream“ – Teilen bereits zu Genüge gesehen hat. Hoffentlich findet Sidney jetzt endlich ihren verdienten„Frieden“ – ich würde es ihr gönnen!

 

Hellraiser80