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Filmkritik: „Dead Body“ (2017)

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DEAD BODY

Story

 
 
 

Neun Teenager feiern im Wald, wobei es für die meisten derer die wohl letzte Party werden wird, weil ein Killer ihnen nach dem Leben trachtet.

 
 
 


 
 
 

DEAD BODY – Kritik

 
 
 
Neues Horrorfutter für Slasher-Fans. Das Schlitzer-Genre hat sich in den letzten Jahren nicht gerade mit Ruhm bekleckert und ließ eher durch möglichst harte Tötungsmomente (LAID TO REST oder WOLF CREEK) von sich hören. Neuerungen? Fehlanzeige! Stattdessen fuhr man sich fest und zeigte Horror-Regisseur WES CRAVEN den Stinkefinger, der in den 1990ern mit dem Meta-Horror SCREAM – SCHREI! dem allmählich in die Jahre gekommenen Slasher-Genre neues Leben einhauchte und genanntem Filmgattung so ein Comeback ermöglichte. Leider sind seither auch schon wieder einige Jährchen ins Land verstrichen, ohne dass es aus der Slasher-Ecke nennenswerte Filme ins Kino geschafft haben, die sich in die Hirne der Zuschauer einbrennen konnten. Der folgende DEAD BODY macht da freilich keine Ausnahme, entpuppt sich aber als solide Regiearbeit, mit der Horrorfilm-Nerds durchaus zufrieden sein können. Regisseurin BOBBIN RAMSEY erfindet das Rad nicht neu. Dennoch hält die Newcomerin den Zuschauer mit verwirrenden Wendungen in Schach, damit möglichst lang die Identität des Filmkillers verborgen werden kann, der in solchen Filmen meist maskiert ahnungslose Menschen abschlachtet. Alles wie immer eben – aber immerhin besser als die üblichen Verdächtigen.
 
 
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In DEAD BODY geht es neun High-School-Absolventen an die Gedärme. Die treffen sich alle in einer idyllischen Waldhütte, um den Schulabschluss zu feiern. Für einige derer ist es nicht mehr lang, bis das Uni-Leben startet. Deswegen soll noch einmal die Sau herausgelassen werden, bevor der Ernst des Lebens beginnt. Damit die Party so richtig in Gang kommen kann, will man ein Spiel spielen. Das lautet DEAD BODY und stellt die Weichen für ein tödliches Katz-und-Mausspiel, das am Ende nur wenige überleben werden. Der Grund ist ganz einfach. Unter den Freunden befindet sich auch jemand, der es so gar nicht gut mit dem Rest der Bande meint. Er maskiert sein Gesicht und lebt Mordgelüste aus. Die bekommen auch bald die übrigen Teenager zu spüren, die bald ums Überleben bangen müssen. Einer nach dem anderen verliert auf grausame Weise sein Leben. Doch, wer unter den Freunden ist der Killer? Die Antwort darauf gibt es erst am Ende. Ansonsten hält sich DEAD BODY mit dem Erzählen seiner Geschichte am gängigen Aufbau von Slasher-Filmen.
 
 
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Blutige Morde: Check. Falsche Fährten und voreilige Verdächtigungen: Check. Ein Final-Girl, das den Killer am Ende in die Schranken weist: Check. Nein, DEAD BODY ist keinesfalls originell und will es offensichtlich auch gar nicht sein. Dennoch besitzt der Streifen Unterhaltungswert, weil es Regisseurin BOBBIN RAMSEY in der zweiten Filmhälfte gelingt so etwas wie Spannung aufzubauen. Dabei ganz förderlich: die lichtarme Kulisse in der erstaunlich professionell geschlachtet und geschrien wird. DEAD BODY schaut für Indie-Verhältnisse ganz ordentlich aus und macht Lust auf mehr, wobei zur Abwechslung auch die Schauspieler was können. Die verkörpern zwar auch hier austauschbare Stereotypen, haben aber offensichtlich schon einmal eine Schauspielschule von Innen gesehen. Das soll viel heißen, sieht man doch in solcher Art von Filmen nicht selten Statisten von der Straße, die sich für geringe Gagen mehr schlecht als recht um Kopf und Kragen kreischen. Dass für DEAD BODY ausgebildete Darsteller vor der Kamera standen, scheint übrigens kein Zufall zu sein. Filmemacherin BOBBIN RAMSEY ist nämlich Theater-Regisseurin und hat die Rollen ihres ersten Spielfilms mit Theaterschauspielern besetzt. Eine lobenswerte Geste, die mal wieder eindrucksvoll zeigt, dass selbst austauschbare Horrorfilme mit professionellen Darstellern manch sinnfreies Drehbuch vergessen lassen. Letzteres hat übrigens reichlich bei SCREAM kopiert. Das umfangreiche und nicht ungeschickte Verwirrspiel um die Identität des Killers gleicht in seiner Machart dem besagten Kult-Slasher aus der Feder des in den 1990ern viel gelobten KEVIN WILLIAMS. Demzufolge ein gefundenes Fressen für Slasher-Fans. Kann man mal gucken.
 
 


 
 
 

DEAD BODY – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Keine Slasher-Granate, dafür aber solide Horrorunterhaltung für Leute, deren Herz für diese Art von Filmen schlägt. Man macht nichts falsch, wenn man sich DEAD BODY anschaut. Der Film kann nämlich deutlich mehr, als die üblichen Low-Budget-Gurken ähnlicher Machart. Was hier passiert und wie es ausgehen wird, ist im Grunde genommen bekannt. Wie Filmemacherin BOBBIN RAMSEY aber den bekannten Ablauf inszeniert hat, kann sich sehen lassen. Die verwirrt nämlich den Zuschauer mit immer neuen Verdächtigungen und lässt immer dann Protagonisten über die Klinge springen, wenn man sich doch sicher war, dass es sich bei jenen um den Killer handeln muss. Die Suche nach dem Bösewicht wird so zum nicht uninteressanten Horror-Krimi, der im Übrigen ein paar ziemlich zeigefreudige Morde besitzt. Genau das Passende für hungrige Slasher-Fans, die nicht genug von 1990er Teen-Horror bekommen können, der in jenem Jahrzehnt ein kleines Revival erlebt hat.
 
 
 


 
 
 

DEAD BODY – Zensur

 
 
 
Wie für einen Slasher üblich, gibt es auch in DEAD BODY einige Gewaltmomente zu sehen. Köpfe werden abgetrennt, mehrmals auf Körper eingeschlagen und ein Protagonist wird erdrosselt. Nicht immer hält die Kamera drauf. Dennoch werden viele Morde ziemlich lang im Off zelebriert, weshalb sie dann doch sehr hart anzuschauen sind. Hierzulande könnte DEAD BODY einen FSK16 erhalten. Dennoch sind die Entscheidungen der Zensurbehörde nicht immer leicht zu durchschauen. Es könnte mit etwas Pech auch eine Erwachsenenfreigabe mit rotem FSK-Flatschen werden.

 
 
 


 
 
 

DEAD BODY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Terror Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
And Then There Were None (2015)
 
Chill: The Killing Games (2013)
 
Alle Mörder sind schon da (1985)
 
Ab in die Ewigkeit (1981)
 
Die Horror-Party (1986)
 

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Filmkritik: „Talon Falls“ (2017)

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TALON FALLS

Story

 
 
 

Von dummen Teenagern und foltergeilen Bösewichten. In einer Geisterbahn in einem Vergnügungspark werden Menschen gefoltert, um Besucher zu schockieren. Das finden vier Jugendliche seltsam und wollen herausfinden, was wirklich dahintersteckt. Wie dämlich …

 
 
 


 
 
 

TALON FALLS – Kritik

 
 
 
Kennst Du einen, kennst Du alle. Der folgende Schocker macht es vielen Horrorfilmen gleich, die während der 2000ern entstanden sind. Dort herrschte im Heimkino ein raues Lüftchen, was vor allem durch brutale Gewaltkicks wie SAW, HOSTEL oder der französischen Terrorwelle begünstigt wurde. Weil auch unbekannte Filmemacher bekannt werden wollten, entstanden so viele grausame Ableger mit kleinem Budget, die es erst gar nicht ins Kino schafften und gleich auf dem Videomarkt veröffentlicht wurden. Zu einem derer gehört auch TALON FALLS – einer weiterer ach so krasser Horrortrip, der auf die niederen Instinkte des Filmfans abzielt. Leider kommt TALON FALLS mit Verspätung. Mittlerweile sind Folterfilme nämlich nicht mehr sehr lukrativ, weil sich die meisten Zuschauer daran sattgesehen haben. Das kümmert aber Regisseur JUSHUA SHREVE nicht. Der ist zwar noch relativ frisch im Filmbusiness, lässt aber reißerische Torture Porn-Zeiten wieder aufleben.
 
 
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Der günstig gedrehte Nachzügler handelt von vier jungen Amerikanern, die mal wieder nicht sonderlich helle sind. Die tun Dinge, die kein normalsterbliche Menschen machen würde und entscheiden während eines Camping Trips einen Umweg zu fahren. Man erfährt von einer interessanten Attraktion, die man gesehen haben muss. Dabei handelt es sich um eines dieser legendären Spukhäuser in Amerika, die während der Halloween-Zeit im ganzen Land zum Erschrecken einladen und von Privatpersonen betrieben werden. Eine solche Geisterbahn befindet sich in einem ominösen Vergnügungspark und den wollen sich auch unsere vier Freunde nicht entgehen lassen. Doch weil man zu neugierig ist, wird man dafür bestraft. Die dort gezeigten Grausamkeiten kommen den Darstellern dieses Films nämlich spanisch vor. Deshalb schnüffelt man durch die Keller der Attraktion und findet heraus, dass es sich bei den Opferszenen nicht um Statisten handelt, sondern dass dort echte Menschen gequält werden. Leider wird die Erkenntnis zum Verhängnis. Die Macher der Geisterbahn überwältigen die neugierigen Schnüffelnasen und sperren sie in Käfige. Was kommt, kann man sich ausmalen. Unsere vier Helden werden selbst zu Statisten, die bald selbst ums Überleben winseln werden. Leider denken die Besucher der Attraktion, dass das alles nur Spaß ist. Wie makaber.
 
 
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Man kann Regisseur JUSHUA SHREVE keine Talentlosigkeit vorwerfen. TALON FALLS schaut trotz Low-Budget-Herkunft nach etwas aus und sticht daher aus der Masse an ähnlich gestrickten Billigfilmen hervor. Der Mix aus HAUS DER 1000 Leichen und HOSTEL überzeugt durch atmosphärisches Folterset, stimmungsvollen Kamerafahrten und dreckigem Videolook. Zudem verfehlen die deftigen Folterszenen – vermutlich auch wegen der einfachen Machart – ihre schmerzhafte Wirkung zu keiner Minute. Was aber gar nicht gefallen will, ist das Schauspiel. Offenbar musste man wegen kleinem Budget Abstriche machen. Viel zu sagen haben die Darsteller nicht. Trotzdem ist offensichtlich, dass keiner derer je eine Schauspielschule von innen gesehen hat. Das stößt bitter auf und verleiht TALON FALLS Amateurfilmstatus, der immerhin ab Filmmitte an der Gewalt- und Temposchraube dreht. Horrorfans mit einer Vorliebe für Ekelhandwerk dürfte das freuen. Die werden durch eine kurzweilige Folterachterbahn gejagt in der reichlich geschrien und gestorben wird. Wer Substanz erwartet, ist hier jedoch falsch. Aufgrund des schmuddeligen Trailers war das aber abzusehen. Demzufolge richtet sich TALON FALLS eher an die, die Roths Folter-Hit HOSTEL als große Filmkunst betiteln. Nur jene werden mit diesem unsinnigen Gewaltrauch ihre Freude haben und sich nicht an genannten Mankos stören. Übrigens wurde der Film in einem bekannten amerikanischen Vergnügungspark gedreht. Der schimpft sich Talon Falls Screampark und befindet sich in Melber, Kentucky. Damit geht man gleichen Schritt wie andere Filme. Darunter so Gurken wie THE BATES HAUNTING oder HOUSES OF TERROR. Bei genauerer Betrachtung waren das eigentlich Werbefilme in Spielfilmlänge für unheimliche Freizeitparks, wo man Geld zahlen kann, um sich erschrecken lassen zu können.
 
 


 
 
 

TALON FALLS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Dreckig-blutiger Mix aus HOSTEL, TEXAS CHAINSAW MASSACRE und HAUS DER 1000 LEICHEN. Da muss wohl jemand eine Menge Terror- und Folterfilme geguckt haben. Parallelen zu vielen bekannten Filmen dieser Subgenres sind nicht von der Hand zu weisen, denn hier wird ausführlich zitiert und kopiert. Die simple Geschichte von TALON FALLS kann man in zwei Sätzen zusammenfassen, ist hier aber nicht sonderlich wichtig. Untalentierte wurden von der Straße aufgelesen und sollen nun in einem Horrorfilm ums Überleben winseln. Das Schauspiel ist haarsträubend und als eher zweckmäßig zu betiteln. Unterm Strich keine schlimme Angelegenheit, denn der Fokus liegt in TALON FALLS eher auf das Sterben. Wer das ausklammern kann, dürfte gut unterhalten werden. Zuschauer, die aber von hastig heruntergerasselten Billigproduktionen so langsam die Nase voll haben, sollten am besten schnell die nächste Kritik lesen. TALON FALLS ist nämlich eines dieser Machwerke, die man in erster Linien für den Videomarkt dreht, um rasch etwas Geld verdienen zu können. Nachhaltig ist Gebotenes nicht und dürfte wenige Tage nach Veröffentlichung schon wieder in den Wühltischen landen, weil sich niemand mehr dafür interessiert. TALON FALLS ist kein Horrorfilm für die Ewigkeit, sondern austauschbarer Horror-Trash, der aber wegen plakativer Gewalt dennoch sein Publikum finden wird.
 
 
 


 
 
 

TALON FALLS – Zensur

 
 
 
TALON FALLS hat einige schmerzhafte Szenen zu bieten. Der heftigste Part reduziert sich auf eine sehr lang zelebrierte Folterszene in der Ohren abgeschnitten und Zehennägel abgeschlagen werden werden. Sollte TALON FALLS veröffentlicht werden, kann man von einer Erwachsenenfreigabe ausgehen – vermutlich ungeschnitten mit rotem FSK-Flatschen.

 
 
 


 
 
 

TALON FALLS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von der Webseite zum Film.)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Darkroom – Das Folterzimmer (2013)
 
Hostel (2005)
 
Haus der 1000 Leichen (2003)
 
Slasher in the Woods (2013)
 
Deadly Weekend (2013)
 
Another Deadly Weekend (2015)
 


Filmkritik: „Inner Demon“ (2014)

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INNER DEMON

Story

 
 
 

Du musst nicht sterben, um in die Hölle zu gehen: Ein Psychopath – der wohl als Kind zu oft auf den Kopf gefallen ist und seither mit Vorliebe das Lied von Hänsel und Gretel trällert – entführt mit seiner Komplizin gern mal Kinder und Teenager, um sich an ihnen vergehen zu können. Leider haben sie sich mit der attraktiven Sam das falsche Opfer ausgesucht. Das Mädchen bereitet Probleme und nimmt den Kampf gegen das Psycho-Paar auf.

 
 
 


 
 
 

INNER DEMON – Kritik

 
 
 
Wenn Frauen Horrorfilme drehen. Das ist in Zeiten wie der unseren nichts Ungewöhnliches mehr. Schon lange gehen weibliche Filmemacher in ihren Streifen nicht weniger brutal vor, wie manch männlicher Filmkollege. Das gilt auch für Newcomerin URSULA DABROWSKY. Die Australierin versucht so Herrschaften wie ALEXANDRE AJA, ELI ROTH oder ROB ZOMBIE Konkurrenz zu machen und traut sich in ihren Filmen das zu zeigen, was im Horrorfilm mittlerweile nicht mehr fehlen darf: Gewalt. Zu sehen gibt es die im zweiten Spielfilm der Regisseurin zuhauf. Der nennt sich INNER DEMON und bildet den zweiten Teil einer Trilogie, die mit dem Psycho-Horror FAMILY DEMONS bereits 2009 begonnen wurde und sich einem Thema widmet, das sich immer noch großer Beliebtheit erfreut: Dämonen. Während der Vorgängerfilm jedoch noch hauptsächlich Horror auf psychologischem Wege in die Köpfe der Zuschauer transferiert hat, geht INNER DEMON eine andere Richtung. Der geizt nicht mit grausamer Zeigefreudigkeit und wandelt damit auf den Pfaden des französischen Extrem-Horrors, der in den 2000ern aufhorchen lies und deftige Genre-Hits wie MARTYRS, HIGH TENSION oder INSIDE ins Wohnzimmer brachte. In Interviews erklärte Filmemacherin URSULA DABROWSKY, dass die Liebe zum Horrorfilm durch den von TAKASHI SHIMIZU gedrehten THE GRUDGE ausgelöst wurde. Den sah die Australierin 2003 und war danach Feuer und Flamme. Vor allem die schaurige Geisterthematik des Gruselstreifens hinterließ Eindruck. Der muss wohl so bleibend gewesen sein, dass eine übernatürliche Note auch in die eigenen Filme eingebaut werden musste. Demzufolge besitzen auch die ersten beiden Filme der geplanten Dämonen-Trilogie ähnlichen Einschlag. Im Falle von INNER DEMON will es leider unterm Strich nicht so recht passen. Der komische Mix aus Backwood-Schocker, Überlebensthriller und Geisterfilm macht am Ende nicht sonderlich viel Sinn. Da war die Liebe zum Paranormalen wohl größer als rationaler Menschenverstand.
 
 
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Kein guter Tag für Teenager Sam Durelle (SARAH JEAVONS). Die passt daheim auf die kleine Schwester auf und bekommt plötzlich Besuch von einer unbekannten Frau zu unchristlicher Zeit. Die möchte gern mal telefonieren, weil das Auto in der Nähe einen Unfall hatte. Leider hinterlässt die Fremde aber keinen vertrauenswürdigen Eindruck. Berechtigt, denn zusammen mit ihrem Psycho-Freund Karl entführt sie gern Heranwachsende, um sich an ihnen vergehen zu können. Gleiches Schicksal muss jetzt auch Sam über sich ergehen lassen. Die wird in den Kofferraum der Täter verfrachtet, kann sich aber befreien und flüchtet in die Wälder. Leider geht das Opfer dort alles andere als vorsichtig vor und läuft zu einer klapprigen Hütte, in der sie auf Hilfe hofft. Weil INNER DEMON nun mal im Horrorgenre beheimatet ist, kann sich jeder ausmalen, um wessen Haus es sich hierbei handelt. Es ist die Behausung jener Übeltäter, die mit Teenagern gern mal böse Spiele spielen. Das muss auch die Filmheldin erkennen, die sich in letzter Minute in einen Kleiderschrank verstecken kann und dort die Hölle auf Erden erlebt.
 
 
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Aus dem Leben eines wenig cleveren Teenagers. INNER DEMON ist Low-Budget-Horror aus Australien, der beinahe übertrieben Horror-Klischees abhandelt und damit erfahrene Zuschauer zur Weißglut bringt. Von Fluchtmomenten in denen die Heldin mehrmals über die eigenen Beine fällt bis hin zu Handys, die ausgerechnet in wichtigen Momenten den Geist aufgeben müssen, gibt es allerhand Quatsch aus der Horrormottenkiste zu sehen, der bei alteingesessenen Liebhabern des Genres Kopfschütteln verursachen dürfte. Wirklich helle handelt hier niemand. Das gilt vor allem für die junge Hauptdarstellerin des Films. Die tritt bei ihrer Flucht vor bösen Menschen in jedes erdenkliche Fettnäpfchen, das ihr bis zur Zielgeraden in den Weg gestellt wurde und macht sich damit beim Zuschauer keine Freunde. Doch Filmemacherin URSULA DABROWSKY weiß Rat. Die hat mit INNER DEMON zwar nur beliebigen Fast-Food-Horror zu Papier gebracht, kennt aber die Ansprüche hungriger Genre-Fans. Den meisten von denen dürstet es nämlich weniger nach tiefgründigen Geschichten, sondern eher nach Blut und Gewalt. In diesen Belangen macht INNER DEMON eine gute Figur. So wurde die überschaubare Handlung um fiese Spezialeffekten bereichert, die wohl nicht bei jedem Moralapostel auf Zustimmung stoßen dürften. Da werden Köpfe zermatscht und Körper mit der Motorsäge zertrennt. Die Kamera fängt beinahe voyeuristisch ein und befriedigt so den Exploitation-Hunger vieler Zuschauer. Auch wenn Gewalt keine Lösung ist, bewirkt Drehbuchautorin und Regisseurin URSULA DABROWSKY mit gut gewürzter Gewaltsuppe schnell ein Gefühl des Unbehagens, das zusätzlich durch düstere Optik verstärkt wird. Da werden schnell Erinnerungen an das französische Extremkino der 2000er wach. Irgendwo dort dürften wohl auch die Wurzeln von INNER DEMON liegen. So sollen laut Aussage der Filmemacherin europäische Horror-Experten wie PASCAL LAUGIER, ALEXANDRE AJA, NEIL MARSHALL und JAMES WATKINS Inspiration geliefert haben. Im Vergleich zu den unbequemen Terrorausflügen genannter Regisseure ist INNER DEMON aber noch weit entfernt. Hier muss eine ambitionierte Filmschaffende wohl noch etwas üben.
 
 
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INNER DEMON – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Kompromisslos und blutig. Unbequemer Filmalbtraum der an das Exploitationkino der 1970er und die französische Horrorwelle erinnert, welche während der 2000er Jahre wütete. Hier haben es zwei schmierige Zeitgenossen auf wehrlose Kinder abgesehen, mit denen sie zu Hause furchtbare Dinge veranstalten. Dabei scheint das Böse hier im Streifen Dejá-vu-Momente auszulösen. Mit ihrer ungepflegten und ruppigen Art könnten die skrupellosen Gestalten des Films nämlich auch aus einem Horrorschocker des gern mal polarisierenden ROB ZOMBIE entsprungen sein. INNER DEMON ist nichts Großes. Hierbei handelt es sich um Low-Budget-Ware mit Gewalt und vielen (unnötigen) Horrorklischees. Wirklich interessant wird es erst in den letzten zwanzig Minuten. Dann nämlich verlässt der Mix aus Terror-Streifen und Backwood-Slasher bekannte Pfade und schlägt andere Richtung ein, um eine Brücke zum doppeldeutigen Titel schlagen zu können. Kann man sich mal ansehen. Muss man aber nicht.
 
 
 


 
 
 

INNER DEMON – Zensur

 
 
 
Ein Körper wird zersägt, eine Wunde wird in Großaufnahme provisorisch genäht und ein Kopf wird auf brutale Weise eingeschlagen. Letztere Szene ist sehr hart anzuschauen und dürfte für Probleme sorgen. Es könnte gut sein, dass diese Szene geschnitten werden muss, damit INNER DEMON hierzulande eine Freigabe erhält. Keine Jugendfreigabe – insofern der Film hier veröffentlicht wird.
 
 
 


 
 
 

INNER DEMON – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Bilder / Szenenbilder: Sean King)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mum & Dad (2008)
 
Cassidy Way (2016)
 
Jack Ketchums Evil (2007)
 


Filmkritik: „Paranormal Transmission“ (2015)

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PARANORMAL TRANSMISSION – BOTSCHAFT AUS DER HÖLLE

(TRACE)

Story

 
 
 
Einige Mittzwanziger rufen die Geister und werden sie nicht mehr los. Ein Dämon heftet sich an ihre Fersen und holt sie nacheinander in die Welt der Toten.
 
 
 


 
 
 

PARANORMAL TRANSMISSION – Kritik

 
 
 
EVP (auch als Electronic Voice Phenomenona betitelt) schimpft sich eine Art der Kommunikation, mit der man Kontakt zur Geisterwelt aufnehmen kann. Dabei handelt es sich um Aufnahmen von Stimmen und Geräuschen, die das menschliche Ohr nicht hören kann. Meist werden diese Signale erst nach dem Abhören der Aufnahmen erkannt. Dank moderner Technik können daraus Stimmen und Botschaften gefiltert werden, von denen Parapsychologen glauben, dass sie der Welt der Geister zuzuordnen sind. Bereits im Jahr 2005 brachte man das beunruhigende Phänomen auf die große Leinwand. In WHITE NOISE experimentierte MICHAEL KEATON mit dieser unheimlichen Methode des Kommunizierens und erhielt von seiner toten Frau mysteriöse Nachrichten aus dem Jenseits. Leider wurde ihm schnell klar, dass auch böse Geister gern plaudern wollen und sah sich mit einer Bedrohung konfrontiert, die ihm am Ende das Leben kostete. Ganz ähnlich läuft es auch in TRANCE ab – schnell für den Videomarkt gedrehter Spuk-Blödsinn, der nicht der Rede wert ist, weil er vorhersehbare Gruselklischees spannungsarm aneinanderreiht.
 
 
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Darin haben Mittzwanziger einen Mordsgaudi mit EVP und nehmen dummerweise planlos Kontakt mit den Toten auf. Leider ist der Gesprächspartner aus dem Jenseits keiner von den guten Seelen. Statt freundlicher Begrüßung spricht ein Dämon eine Totenliste auf Band und erklärt, in welcher Reihenfolge die Freunde bald sterben werden. Was anfänglich noch als makabrer Scherz gehalten wird, entpuppt sich als ernstzunehmende Bedrohung. Nacheinander segnen die Kumpel das Zeitliche. Die, die noch am Leben sind, versuchen dem Bösen zu entkommen. Doch der unberechenbare Dämon hat kein Erbarmen. Der setzt seine Mordgier fort und klärt den Zuschauer auf, dass es besser wäre nicht unachtsam mit EVP zu experimentieren.
 
 
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PARANORMAL TRANSMISSION – der im Original eigentlich TRACE heißt – hat nichts, was man eigentlich von Gruselfilmen erwarten würde. Der Film ist weder beängstigend oder schaurig. Zudem mangelt es dem Streifen an Nervenkitzel, Atmosphäre und einer unheimlichen Geschichte, die den Zuschauer in den Bann ziehen könnte. Was bleibt ist triviale Genre-Unterhaltung auf TV-Niveau, die nicht einmal Lebenssaft für jene zeigt, die sich am blutigen Horror-Handwerk erfreuen können. All das sind keine guten Voraussetzungen, um dem Publikum den Schlaf zu rauben. Auch wenn sich Macher RYAN BROOKHART bisher im Hintergrund an so manch günstiger Horror-Produktion beteiligt hat (u.a. PUPET MASTER X: AXIS RISING), muss er in Sachen Horror noch viele Erfahrungen sammeln. So gehört PARANORMAL TRANSMISSION zu jener Sorte Gruselfilm, die nicht einmal ansatzweise gruselig sind. Unterm Strich erweist sich dieser fade Gruselgähner als enttäuschendes Regiedebüt eines ambitionierten Regisseurs, der mit seinem ersten Spielfilm großes Angstkino inszenieren wollte. Das hat leider nicht geklappt, denn statt Gänsehaut zu bescheren, dürfte dem Zuschauer nach nur wenigen Minuten bereits die Augen schwer werden. Das ist kein gutes Zeugnis für einen Regisseur, der mit Drehen von Horrorfilmen Geld verdienen möchte.
 
 
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PARANORMAL TRANSMISSION – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
08/15-Gruselmurks von der Stange mit teils miesen Spezialeffekten. PARANORMAL TRANSMISSION (Originaltitel: TRACE) ist ein Schauerstreifen, der nicht einmal ansatzweise schaurig ist. Zudem gibt es weder Schreckmomente oder atmosphärische Bilder zu sehen, die man eigentlich von Spukfilmen erwarten würde. Regisseur RYAN BROOKHART hat mit seinem Filmdebüt eindeutig das Ziel verfehlt und spannungsarmen Billig-Horror inszeniert, der keine Höhepunkte zu bieten hat. Originelle Ideen sind Fehlanzeige, ein gutes Drehbuch ebenso. Letzteres hat der Regisseur gleich selbst geschrieben und darin Klischee an Klischee gereiht, die den Film derart vorhersehbar gestalten, dass schnell das Interesse an der ohnehin langweiligen Geschichte verloren geht. Was in diesem überflüssigen Gruselfilm passiert hat man einfach zu oft gesehen. Wir meinen: PARANORMAL TRANSMISSION ist eine Schlafnummer – daher unbedingt meiden.
 
 


 
 
 

PARANORMAL TRANSMISSION – Zensur

 
 
 
PARANORMAL TRANSMISSION bzw. TRACE ist ein harmloser Horrorfilm, der keine Schauwerte zu bieten hat. Die meisten Morde passieren im Off. Demzufolge hat dieser Film in Deutschland eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Wegen einigen Trailern anderer Filme im Bonusmaterial der Blu-ray / DVD befindet sich auf der Heimkinoveröffentlichung von PARANORMAL TRANSMISSION ein roter FSK-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

PARANORMAL TRANSMISSION – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Trace; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Heimkinoveröffentlichung wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Originaltrailer

Release-Termin: 04.10.2016

 

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PARANORMAL TRANSMISSION – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot: MARITIM PICTURES)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
White Noise (2005)
 
White Noise 2: The Light (2007)