Filmkritik: „Amityville III“ (1982)

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AMITYVILLE III

(AMITYVILLE 3-D | AMITYVILLE 3: THE DEMON)

Story

 
 
 

Journalist John Baxter geht der durch die Vorfälle in Häusern wie dem Spuktempel von Amityville, Long Island ausgelöste Trend, wieder an Besessenheit und Dämonen zu glauben, ganz gewaltig auf die Nüsse. Er macht es sich zur Aufgabe, die zunehmend dreist grassierende Scharlatanerie im Umfeld dieser Phänomene aufzudecken. Über einen Makler bekommt er die Gelegenheit, den Kasten in Amityville käuflich zu erwerben. Nach und nach passieren auch John und den Menschen um ihn herum Dinge, die ihn an seinem unerschütterlichen Glauben an Logik und die aufgeklärte Moderne zweifeln lassen.

 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE III – Kritik

 
 
 
tatsächlichen Familie am Hacken. Da wollen die Macher des dritten Teils nicht in den lauernden Fettnapf treten und bringen eine Geschichte ins Kino, die weniger mit den direkten Erlebnissen ihrer unbedarften Figuren mit einem Haunted House, als an modernen Paranormal-Investigator-Hits wie den INSIDIOUS- oder CONJURING-Reihen verwandt ist. Wobei der skeptische Journalist Baxter nicht, wie etwa die Eheleute Warren, die Monetarisierung des Übersinnlichen im Hinterkopf hat. Er glaubt schlicht nicht dran oder will das zumindest nicht. Als er mit seinem Latein der Vernunft am Ende ist, lässt er seinen Freund Dr. West ins Haus, der sich tatsächlich als Erforscher des Okkulten und Übersinnlichkeits-Ermittler im Sinne der berühmten Warrens sieht.
 
 
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AMITYVILLE III haucht der Story um den Gruselschuppen im Bundesstaat neues Leben ein. Man spart sich, einfach nochmal nur leidende Durchschnittsmenschen gegen die Wand donnern zu lassen und verlagert den Fokus auf den zweifelnd beobachtenden Protagonisten. Sein Kampf gegen die Erschütterungen seiner Einstellungen macht ihn zum Leidensgenossen etwa der diversen innerlich und äußerlich gequälten Priester aus dem Orbit des DER-EXORZIST-Franchise. Eine Ebene, die dem Film sehr guttut. Der Unique Selling Point, wie wir topbezahlten Marketingprofis sagen, liegt bei Erscheinen in den 3D-Tricks, mit denen der Film seinen Zuschauern im Kino die horrortypischen Brocken um die Ohren fliegen lässt. Ja, Anfang der Achtziger ist’s mal wieder soweit und die Industrie entdeckt das Gimmick des plastischen Filmkonsums für sich.
 
 
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Damals lacht man eher über dieses Aufwärmen eines retrofuturistischen Gags aus den Fünfzigern. Keiner ahnt, dass sich im nächsten Jahrtausend mit der 3D-Verwurstung jedes noch so miesen Kinofilms dumm und dämlich verdient wird. Jedenfalls stützen sich die Produzenten des zweiten AMITYVILLE-Sequels so sehr auf ihre Idee, dass die es sogar in den amerikanischen Originaltitel – AMITYVILLE 3-D lautet der nämlich ganz plump – schafft. In kleinen Rollen sehen wir die später zur Prominenz aufsteigenden Neunziger-Schnecken Meg Ryan und Lori Loughlin. Frau Ryan immerhin lange Zeit Garantin für den Erfolg biederer Romantic Comedies, während die letztgenannte Schönheit jetzt im Knast schmort, was aber nix mit dem Film hier zu tun hat. Hier eiern die Mädels auf dem Dachboden mit einem Ouija-Brett herum. Das gibt natürlich Ärger.
 
 
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Regisseur Richard Fleischer, vierzig Jahre lang einer der grundsolidesten Handwerker der Hollywood-Geschichte, dessen Filmographie eine wahre Schatztruhe amerikanischen Unterhaltungskinos darstellt, erlaubt sich auch bei einem vergleichsweise weniger prestigestarken Projekt wie AMITYVILLE III keine groben Fehler. Der Rhythmus stimmt, Atmosphäre hat er auch, die Schocks sitzen wie angegossen und das Extra der Dreidimensionalität trägt zumindest im Kinosaal – zu einem gelungenen Gruselabend bei. Doch auch ohne die krampfhafte Konzentration auf die optischen Späße, mit denen seinerzeit sogar ein Teil von FREITAG DER 13. den ungeschlachten Eishockeyfreund Jason Vorhees seine Machete aufs Publikum niedersausen lässt, ist AMITYVILLE III ein ordentlicher Horrorfilm.

 
 


 
 
 

AMITYVILLE III – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Zweites Sequel des überraschend erfolgreichen Spukhaus-Hits von 1979, der sich vom Rezept der von Dämonen geknechteten Spießerfamilien wegbewegt und einen zweifelnden Journalisten in den Mittelpunkt rückt. So wirkt AMITYVILLE III gelegentlich wie ein Vorfahr von CONJURING und Co. Gute Entscheidung – guter Film.
 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE III – Zensur

 
 
 
Offenbar kam AMITYVILLE III nur geschnitten in die deutschen Kinos. Das änderte sich auch auf VHS und DVD nicht, obwohl der Spukklassiker frei ab 16 Jahren war. Erst 2009 brachte Anbieter EPIX den Horrorfilm uncut in Deutschland auf DVD heraus. Nun erschien der Streifen zum ersten Mal in Deutschland in HD. Die veröffentlichte Blu-ray-Fassung im Mediabook und KeepCase ist vollkommen ungeschnitten und ebenfalls frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE III – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover A – limitiert auf 333 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover B – limitiert auf 333 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover C – limitiert auf 111 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover D – limitiert auf 111 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover E – limitiert auf 111 Stück)

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(c) NSM Records (Mediabook – Cover F – limitiert auf 111 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Amityville III: The Demon; USA 1983

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: KeepCase: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Anaglyphe 3D-Version, Audiokommentar mit Stephen Jones & Kim Newman, Original Trailer, Filmographien, Bildergalerie | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet mit Text von Lars Dreyer-Winkelmann und den Film auf DVD

Veröffentlichung: Mediabook: 22.11.2019 | KeepCase: 30.10.2020

 
 
NSM hat 2019 sechs limitierte Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film veröffentlicht. Seit Oktober 2020 kann man AMITYVILLE III auch als deutsche Blu-ray im KeepCase erwerben. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ebenso ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 

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AMITYVILLE III – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Amityville: The Awakening (2017)
 
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The Axe Murders of Villisca (2016)
 
Amityville Horror (1979)
 
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Filmkritik: „Frank“ (2014)

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FRANK

Story

 
 
 
Der Hobbymusiker Jon (Domhnall Gleeson) stößt zufällig zur experimentellen Band Soronprfbs samt Frontmann Frank (Michael Fassbender) und gelangt inmitten des Bandgefüges an seine künstlerischen und zwischenmenschlichen Grenzen. Darüber hinaus beschäftigt ihn die Frage, warum Frank tagein, tagaus einen Pappmaché-Kopf trägt, so dass ihn selbst seine langjährigen Bandmitglieder noch nie ohne gesehen haben.
 
 
 


 
 
 

FRANK – Kritik

 
 
 
Der Ire Lenny Abrahamson hat sich für seinen vierten Langfilm das Leben des britischen Komikers und Musikers Chris Sievey (1955 – 2010) vorgenommen. Dieser schuf Anfang der 80er Jahre die Figur Frank Sidebottom, zu der ein überdimensionierter Pappmaché-Kopf gehörte. Als Sidebottom trat Sievey als Komiker und auch Sänger mit seiner Band auf und wurde damit sehr populär. Regisseur Abrahamson konzentriert sich in seinem Film jedoch ausschließlich auf Franks musikalisches Talent und verlegt die Handlung von den 80er Jahren in die Gegenwart.
Der junge Hobbymusiker Jon wird eines Tages Zeuge, wie ein Mann bei winterlichen Temperaturen ins nahegelegene Meer watet und sich offensichtlich umzubringen versucht. Wie sich herausstellt, ist es der Keyborder der Band Soronprfbs. Dieser Vorfall soll sich für Jon als Glücksfall erweisen, bekommt er doch so zufällig die Chance, als Ersatz für den suizidalen Musiker einzuspringen. Frontmann Frank, der stets einen riesigen Pappmaché-Kopf trägt, ist sogar so angetan von Jon, dass er ihn zum Bandmitglied macht und auch gleich mit zu den Proben des neuen Albums in einer abgelegenen Hütte irgendwo in Irland einlädt. Frank hat sehr eigenwillige Vorstellungen von der Musik, die er machen möchte. Diese setzt sich aus verschiedensten Alltagsgeräuschen und merkwürdigen Texten zusammen. Jon möchte die Musik der Band (u. a. Maggie Gyllenhaal) etwas massentauglicher machen und postet heimlich Ausschnitte der Proben im Internet. Dadurch erhält die Band so große Aufmerksamkeit, dass sie sogar auf einem Festival in Amerika auftreten soll. Doch der vermeintliche Erfolg treibt die Band immer weiter auseinander und stürzt Frank in eine große Krise.
 
 
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„Frank“ ist ein seltsamer Film, zu dem wohl nur die Wenigsten Zugang finden dürften. Die 95 Minuten Filmdauer ziehen sich wie Kaugummi, was zum einen an der befremdlichen Story liegt und zum anderen an den unzugänglichen Charakteren, deren Handlungen nur selten nachvollziehbar sind. Drehbuchschreiber Jon Ronson (der vor Jahrzehnten selbst einige Zeit in Chris Sieveys Band am Keyboard spielte) hat aus seinen Erfahrungen ein Drehbuch gemacht, für dessen Hauptrolle er beim Schreiben eigentlich Johnny Depp als Frank im Hinterkopf hatte. Dennoch hat man sich schlussendlich für den Deutsch-Iren Michael Fassbender entschieden, von dem aber über 90% der gesamten Laufzeit nur der Körper zu sehen ist. Demzufolge musste sich Fassbender voll und ganz auf seine Gestik und Stimme konzentrieren, um Frank glaubhaft darstellen zu können.
 
 
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Worum es aber genau geht oder warum Abrahamson dies für cineastisch wertvoll hielt, wird nicht wirklich klar. „Frank“ besteht aus einer willkürlich wirkenden Abfolge von Bandauftritten, Übungssessions, wirren Gesprächen, künstlich wirkender Dramatik und einer allgegenwärtigen Ziellosigkeit. Die Musik der Band – wenn man das seltsame Geschrammel denn so bezeichnen möchte – wäre bestenfalls experimentell zu nennen, realistischer wäre wohl aber unmelodisch bis nervtötend. Die Texte sind völliger Irrsinn und die Melodien, die teils auch mit einem Theremin (Big Bang Theory-Fans werden wissen, was das ist) erzeugt werden, klingen einfach nur grauenhaft.
 
 
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Lauscht man nicht gerade den atonalen Musikeinlagen mit hochgradig verquasten Songtexten, kann man sich das seltsame Gebaren der Bandmitglieder anschauen. Man läuft hierhin und dorthin, streitet sich, probt die merkwürdige Musik, versucht sich an normalen Gesprächen (und scheitert) oder starrt gedankenverloren in der Szenerie umher. Der Spannungsbogen, den Regisseur Abrahamson hier eventuell straffzuziehen versucht, hängt schlapp und lustlos am Boden und findet nicht zu seiner eigentlichen Form zurück. Nach endlosen Proben in der Abgeschiedenheit von Irlands Wäldern geht es zurück in die Zivilisation, wo das fragile Bandgefüge endgültig auseinanderbricht. Nun ist auch Jon mit seinem Latein am Ende. Er treibt Titelfigur Frank an den Rand des Nervenzusammenbruchs, woraufhin dieser buchstäblich seinen Kopf verliert und verschwindet. Was folgt ist musikalisches Geklimper sowie verwirrte und verirrte Dialoge. Danach ist „Frank“ – muss man leider sagen – Gott sei Dank vorbei.
 
 


 
 
 

FRANK – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
„Frank“ ist ein Film, dessen Aussage sich nicht erschließt und der keinerlei Sinnhaftigkeit erkennen lässt, warum dieser Film überhaupt gedreht wurde. Selbst Liebhaber seltsamer Filme, die sich gerne abseits jeglicher Mainstreampfade bewegen, dürften mit „Frank“ kaum etwas anfangen können. Man weiß einfach nicht, was das Ganze überhaupt soll. Darüber hinaus ist der Film so sperrig und schräg inszeniert, dass man selbst bei aller experimentellen Gleichmut kaum einen Zugang zu den Gedankenwelten des Regisseurs oder der Protagonisten findet. Somit lohnt sich hier auch nicht die Mehrausgabe für die Blu-ray. An Bild und Ton ist nichts auszusetzen, qualitativ sind hier aber auch keine optischen oder akustischen Höhenflüge zu verzeichnen. Vielmehr stellt man sich die grundlegende Frage, warum man sich einen Film wie „Frank“ überhaupt ansehen sollte. Die Antwort darauf bleibt der Film schuldig. Viel gewagt, aber leider wenig gewonnen. So werden es leider nicht mehr als zwei von zehn Pappmaché-Köpfen, die nur das Tüpfelchen auf dem I der Skurrilität sind.
 
 


 
 
 

FRANK – Zensur

 
 
 
„Frank“ hat von der FSK eine Freigabe ab 12 Jahren erhalten. Die erhältliche Heimkinofassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

FRANK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Weltkino

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Frank; Großbritannien | Irland 2014

Genre: Drama, Komödien, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Interviews mit Cast & Crew, Behind the Scenes

Release-Termin: 30.10.2015

 

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FRANK – Trailer

 
 


 
 

MissVega

(Mehr Kritiken von MISSVEGA gibt es hier zu lesen)

Die Rechte aller Grafiken liegen bei SONY PICTURES HOME ENTERTAINMENT

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Frank Sidebottom’s Fantastic Shed Show (1992)