Filmreview: „Besessen – Der Teufel in Mir“ (2012)

Devil Seed (2012) - Filmplakat, Movie-Cover
 
 
 

Besessen – Der Teufel in Mir

Story

 
 
 
Das neue Uni-Semester steht vor der Tür und Alex beschließt zusammen mit ihren WG-Mitbewohnerinnen den letzten Ferientag mit einer trinkfreudigen Tour durch die Clubs der Stadt gebürtig zu feiern. Die Stimmung passt, der Alkohol fließt reichlich und weil die Freundinnen den wundervollen Abend unvergesslich gemütlich ausklingen lassen wollen, beschließen Alex und ihre beste Freundin Jessica sich bei einer mysteriösen Hellseherin die Zukunft voraussagen zu lassen. Ein fataler Fehler, denn irgendetwas Böses scheint während der Séance von Alex Besitz ergriffen zu haben, etwas das das Leben der jungen Frau grundlegend ändern wird …
 
 
 


 
 
 

Besessen – Kritik

 
 
 
Als vor fast 40 Jahren „William Friedkin“ mit seinem wegweisenden Schocker „Der Exorzist“ das weltweite Kinopublikum in Angst und Schrecken versetzte war ihm scheinbar nicht wirklich bewusst, dass er mit seiner filmischen Umsetzung des gleichnamigen Romans von „William Peter Blatty“ ein derart heikles und dennoch populäres Thema auffasste, dass diverse Filmstudios dazu bewegte, eine regelrechte Flut von ähnlich thematisierte Filmen zu produzieren. Leider hat es kaum einer dieser Filme geschafft, die zermürbende Atmosphäre jenes Klassikers erneut in derart drastisch-schockierende Bilder zu tauchen. Seltsamerweise ist Friedkins „Der Exorzist“ fast 40 Jahre nach seiner Entstehung kein bisschen gealtert, und die technisch gut getricksten Schocksequenzen sitzen auch heute noch Zuschauern auf der ganzen Welt merklich in den Gliedern. Welchen Einfluss Friedkins Meisterwerk auch heute noch auf die internationale Genre-Landschaft ausübt zeigt eindrucksvoll die aktuelle Horrorproduktion „Devil Seed“ (so der Original-Titel), die sich gänzlich fast allen kreativen Ideen eines Friedkin´schen „Exorzisten“ bedient und vermutlich besser mit „Der Exorzist – Teil 5“ hätte betitelt werden können. Nachwuchsregisseur „Greg A.Sager“ hat sich bei der Umsetzung seines ersten abendfüllenden Filmwerkes ausgiebig bei seinem ganz großen Vorbild aus dem Jahre 1973 bedient und die diversen Schlüsselszenen aus Selbigen unglaublich frech stibitzt und sie unverschämt freizügig in seinen eigenen kleinen Film einfügt. Penetrant fällt dies ins Gewicht als Hauptprotagonistin „Alex“ im altbekannten „Spiderwalk“ durch den Flur saust und in einer weiteren Szene schamlos und verstört auf den Boden uriniert.
 
Dennoch, man sollte dieses „Vergehen“ dem Nachwuchsregisseur „Greg A. Sager“ nicht zu sehr negativ ankreiden, denn sein „Devil Seed“ ist eigentlich gar nicht so trivial und dilettantisch, wie anfänglich gedacht. Trotz diverser offensichtlicher Parallelen zu „Der Exorzist“, „The Entity“ und sogar „Rosemarys Baby“ besitzt der Film seine ganz eigene Erzähl- und Bildsprache, die von Filmminute zu Filmminute verstörender, radikaler und düsterer zu werden scheint. Was anfänglich noch einen konventionellen und austauschbaren Teenie-Horrorfilm vermuten lässt, entwickelt sich spätestens ab Filmmitte zu einem recht unangenehmen und überraschend souverän erzählten Filmchen, dass sich zwar typischen „Besessenheits“-Klischees bedient, aber trotz alt bekannter Ideen dennoch spannend bis zum tobenden Finale unterhält. Im Rahmen seines minimalen Budgets schafft es Regisseur „Greg A. Sager“ wirklich hübsch-düstere Momente einzufangen, die durchaus zu gefallen wissen und gerade gegen Ende herrlich makaber und geschickt überzeugen können. Ungeschicktes technisches und dramaturgisches Verständnis darf man „Greg A.Sager“ daher nicht vorwerfen, denn „Devil Seed“ schafft es trotz aufdringlichen „B-Movie“-Status eine recht beunruhigend-bedrohliche Atmosphäre aufzubauen, sodass „Devil Seed“ bei weitem besser und „goutierbarer“ ist, als all die uninspirierenden Werke aus der Billig-Film-Schmiede „Asylum“. Die ideal und charmant besetzten Rollen der beiden Hauptcharaktere „Alex“ und „Jessica“ vervollständigen den eigentlich recht stimmigen Gesamteindruck dieser kleinen Indie-Filmproduktion und heben „Devil Seed“ über den Durchschnitt sonstiger billig heruntergekurbelten B-Movie-Ware.
 
Mit „Devil Seed“ („The Devil in Me“ – eigentlicher Produktionsname) erlebt der Filmfreund zwar keinen innovativen und meisterhaft inszenierten Hochglanz-Schocker, sondern vielmehr den Versuch eines unbekannten Nachwuchsregisseurs auf dem weltweiten Filmmarkt erfolgreich Fuß zu fassen. Sein erster Indie-Spielfilm strotzt nur so vor unzähligen Zitaten aus Klassikern wie „The Entity“, „Der Exorzist“ und „Rosemarys Baby“ schafft es aber dennoch, trotz eingeschränkten Budgets, etwas eigenes und unterhaltsames zu zaubern. Dezente Spezialeffekte und ein minimalistisches Setting heben die Charaktere in den Mittelpunkt, denen der körperliche und geistige Zerfall der Hauptprotagonistin „Alex“ merklich psychisch zu schaffen macht, sodass der Zuschauer im Verlauf der Geschichte vermehrt das Gefühl hat, dass sich in „Devil Seed“ die Grenzen zwischen Horror und Drama vermischen. Leider kann das Potenzial der Ideenvielfalt des Regisseurs nicht vollends ausgebaut werden, da ihm hierbei ersichtlich das mangelnde Produktionsbudget einen gehörigen Strich durch die Rechnung macht. Schade eigentlich, denn einzig die dürftigen Make-up-Effekte im Finale trüben den eigentlich recht annehmbaren Gesamteindruck dieses kleinen ungeschliffenen Rohdiamanten. Man stelle sich vor, was Regisseur „Greg A. Sager“ mit 2-3 Millionen Dollar mehr Produktions-Investitionen hätte großartiges zaubern können. So bleibt ein kleines unabhängiges Filmchen über, dass ein wenig an Fahrt benötigt um in die Gänge zu kommen, aber trotz naiven Ideen-Klaus und das „Abhandeln“ diverser Filmzitate aus einschlägigen Genre-Klassikern den interessierten Horrorfreund fernab des Mainstreams munden könnte.
 
 
 


 
 
 

Besessen – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Kleines, unbedeutendes aber dafür charmant-naives B-Movie, dass man einfach liebhaben muss! Für Exorzisten-Fans uneingeschränkt empfehlenswert!
 
 
 


 
 
 

Besessen – Zensur

 
 
 
Anfänglich noch recht züchtig, gibt es im Finale einige derbe Splatter-Szenen. Ein Kopf wird u.a. zerrissen und eine Schulter angeknabbert. Dennoch, „Besessen“ mutiert zu keiner Minute zu einem Gut´s and Gore-Streifen, sodass dieser kleine Indie- Exorzistenstreifen in deutschen Gefilden ungeschnitten mit einer 16er-Freigabe abgesegnet wurde.
 
 
 


 
 
 

Besessen – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Besessen der Teufel in mir Bluray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Devil Seed; USA 2012

Genre: Horror/Thriller

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1080p/24, 1:1,85

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Bloopers (witzige Szenen vom Set – ca. 4 Minuten), Verlängerte und Geschnittene Szenen (ca. 19 Minuten), Trailer zum Film in deutsch und Englisch, diverse Trailer aus dem Hause „Sunfilm“ – alles Extras leider keine Untertitel

 
 
 
„Besessen – der Teufel in mir“ hat, wie bei „Sunfilm“ üblich, eine allein zweckmäßige Veröffentlichung spendiert bekommen. Für einen Low-Budget-Film wie diesen, ist das Bild erstaunlich farbenfroh und kontrastreich ausgefallen, der Ton durchaus annehmbar. „Sunfilm“ hat es sich sogar nicht nehmen lassen, den Titelbanner des Films einzudeutschen. Zudem ist die Synchronisation als ziemlich gelungen zu betiteln. Man spürt, dass die Synchronsprecher deutlich Spaß beim Sprechen ihrer Rollen gehabt haben müssen. Den hatten vermutlich auch die Schauspieler während der Dreharbeiten, denn unter der Zugabe „Bloopers“ darf sich der Zuschauer selbst ein Bild von den chaotischen Zuständen am Set machen. Ebenso haben es diverse verlängerte und geschnittene Szenen auf die Scheibe geschafft, wobei der Zuschauer einmal mehr, wie eigentlich immer bei „Sunfilm“, auf deutsche Untertitel beim Bonus unverständlicherweise verzichten muss. Auffällig ist, dass es sich recht kompliziert ins Hauptmenü wählen lässt, da der Film direkt beim Einlegen der Scheibe beginnt. Das Bonuspaket wird durch diverse Trailer des Publishers abgerundet und der Zuschauer darf sich einmal mehr über einen flatschenfreien Einleger freuen – „Sunfilm“ spendiert nämlich auch dem Film „Besessen“ ein Wendecover.
 
 

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Besessen – Trailer

 
 
 


 
 

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The Pact

Story

 
 
 
Nachdem Annie und ihre Schwester vom plötzlichen Tod ihrer sadistisch veranlagten Mutter erfahren zieht es die beiden Geschwister, trotz arger Bedenken, zurück in das mütterliche Anwesen, einem kleinen Haus am Rande der Stadt. Doch mit dem Eintreffen der jüngeren Schwester Annie geschehen plötzlich seltsame Dinge. Nicht nur, dass die Ärmste von einer unheimliche Präsens attackiert und durch das mütterliche Heim geschleudert wird, auch von ihrer älteren Schwester fehlt weit und breit jegliche Spur. Als Annie , nach diversen Albträumen und unerklärlichen Visionen allmählich nach Erklärungen für die seltsamen Vorkommnisse forscht, stößt sie auf die Spur eines Geistes, der zwangsläufig mit der verunsicherten Frau Kontakt aufnehmen möchte …
 
 
 


 
 
 

The Pact – Kritik

 
 
 
Nach den erfolgreichen Geister Indie-Hits „Paranormal Activity“ und „Insidious“ ist der Geister-Horror aus dem Kino und aus den weltweiten Videotheken nicht mehr wegzudenken! Demzufolge lockt derart munterer Genre-Stoff auch unzählige Filmneulinge dazu ihre ganz eigenen Filmvisionen und Ideen cineastisch möglichst kreativ umzusetzen. Oftmals unbrauchbar belanglos, manchmal aber auch überraschend unterhaltsam und innovativ. „The Pact“ des ambitionierten Nachwuchsregisseurs Nicholas McCarthy ist dabei eine Produktion, die die Fans des Fantastischen Films vermutlich in zwei Lager spalten dürfte. Dabei wird schnell deutlich, dass es sich bei McCarthy´s Spielfilmdebüt um einen recht sperrigen und sehr gemächlich erzählten Gruselfilm handelt, der nur am Rande des Thema „Spuk“ fokussiert und der eigentlich mehr Drama und Detektiv-Story ist, als waschechter Spukfilm. Zwar knarren hier ebenso Türen, kommt ein Medium zum Einsatz und Ouija-Bretter finden an Bedeutung, aber in Anbetracht der überraschenden Wendung am Ende des Films und vor allem des unplausiblen Abschlusses dürften sich aufgeschlossene Filmfreunde schon mehr als veräppelt und hintergangen fühlen. Unplausibel ist vermutlich die beste Umschreibung des titelgebenden „Pakts“ der eigentlich rein gar nichts mit dem eigentlichen Films zu tun hat. Eine logische Erklärung dessen fehlt nämlich im Film gänzlich und lässt den Zuschauer nur spekulieren, welchen Sinn der Titel mit dem fertigen Film überhaupt gemein hat.
 
Aber nicht nur beim Filmtitel lässt Regisseur Nicholas McCarthy die Suggestionskraft der Filmzuschauers spielen, auch diverse Logiklöcher in der Handlung lassen sich mit (zugegeben einfachen, aber effektiven) Schocks und treffsicheren Gänsehautmomenten nicht wirklich gekonnt kaschieren. So fallen die Logik- und Plotlöcher mit fortlaufender Spiellaufzeit offensichtlicher ins Gewicht und gipfeln in einem Finale, dass unglaubwürdiger nicht hätte ausfallen können. Die abschließende, fast schon grotesk-surreal anmutende, Endsequenz wirkt absolut deplatziert und hinterlässt bereits unzählige neue Fragen beim Zuschauer, die natürlich nicht beantwortet, sondern die allein zur Spekulation in den Raum geworfen werden.
 
Trotzdem, wer sich auf diesen Film einlässt und sich mit dieser doppeldeutigen Erzählweise anfreunden kann, deren plausible Erklärungen allein nur in der Vorstellungskraft des Filmfreundes „erraten“ werden können, erlebt mit „The Pact“ einen recht schickes und höllisch unheimliches Mystery-Drama, dass den interessierten Filmfreund vermutlich so schnell nicht wieder loslassen wird. Das Häuschen der Mutter ist mit all den morbid-alten und geschmacklich fragwürdigen Tapeten wie für einen Film dieses Kalibers geschaffen. Zocker-freudige Filmfans, die sich noch gut an den 2. Teil der Videospielreihe „Silent Hill“ erinnern können, dürften sich zumindest was das altmodische schrullige Setting betrifft, direkt heimisch fühlen. Aufgrund des recht subtilen Untertons von „The Pact“ in Kombination mit dem sehr gelungenen Sounddesign (zumindest dann, wenn die Bedrohung in Erscheinung tritt) und der düster-unheimlichen Ausstattung sind minimale Parallelen zu einem „Silent Hill 2“-Game nicht von der Hand zu weisen.
 
Mit „The Pact“ erlebt der Filmfreund ein sehr wortkarges Grusel-Drama das nicht jedem Horrorfilmfreund munden dürfte. Puristen, die nach plausiblen Antworten dürsten, dürften bei diesem Debüt-Werk unbefriedigt den Kinosaal verlassen. Vielmehr lebt „The Pact“ von seiner wirklich morbiden und unheimlichen Atmosphäre und von den vielen Schlüsselszenen bekannter Genrewerke („Shutter“, „Silent Hill“, „The Inkeepers“, „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“, „The Entity“) welche Regisseur Nicholas McCarthy zwar dreist stibitzt, aber dennoch zu einem recht kreativ-sehenswerten Eigenem zusammenbastelt. „The Pact“ nährt von seinen sehr beängstigenden Bildern und Kamera-Spielereien (eine Flucht der Protagonistin wird in Zeitlupe erzählt), die zu Recht nur puristisch (wenn überhaupt) mit Musik unterlegt werden. Außerdem besitzt McCarthy´s Erstlingswerk viele starke dramaturgische Momente die wirklich zu gefallen wissen, allen voran die Szene in der ein blindes Medium den Schauplatz der Gegebenheiten untersucht und die Hauptprotagonistin mit ihrem rätselhaften Geplapper vollkommen verunsichert. Leider schaffen es die oftmals sehr simplen, aber dennoch sehr raffiniert eingesetzten Schockszenen nicht vom arg löchrigen Drehbuch abzulenken, denn immer dann wenn der Zuschauer nach Antworten der Gegebenheiten sucht, gerät das Drehbuch in Erklärungsnot. Das hinterlässt bei diesem, eigentlich sehr sehenswerten, Indie-Film einen überaus ungenießbaren Beigeschmack und macht „The Pact“ dadurch gerade mal zu üblicher Durchschnittsware. Schade!
 
 
 


 
 
 

The Pact – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Ein eigentlich guter Film mit einer ganz eigenen (Erzähl- und Bild)Sprache, der aber permanent in Erklärungsnot gerät und zu viele offene Fragen in den Raum wirft. Dennoch, für ein Debüt-Werk absolut passabel!
 
 
 


 
 
 

The Pact – Zensur

 
 
 
Die FSK 16er Freigabe in Deutschland ist ungeschnitten!
 
 
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The Pact – Trailer

 
 
 


 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
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