Filmkritik: „Don’t be Afraid of the Dark“ (1973)

dont-be-afraid-of-the-dark-gate-of-darkness-poster
 
 
 

DON’T BE AFRAID OF THE DARK

Story

 
 
 
Alex (John Hutton) und Sally (Kim Darby) sind glücklich verheiratet. Doch als sie in das große alte Haus ziehen, welches Sally von ihrer verstorbenen Großmutter geerbt hat, nimmt ihr einst recht friedlicher Alltag eine düstere Wendung. In dem Haus finden die beiden einen zugeschlossenen dunklen Raum in dem sich ein zugemauerter Kamin befindet. Als Sally den Kamin schließlich öffnet, setzt sie damit böse Mächte frei. Seltsame kleine Kreaturen wollen sich ihrer Seele bemächtigen …
 
 
 


 
 
 

DON’T BE AFRAID OF THE DARK – Kritik

 
 
 
Es gibt einige alte Horrorfilme, an die sich heute kaum noch einer erinnert. Entweder, weil sie es veröffentlichungsmäßig nie über die Ära der VHS-Kassetten geschafft haben, oder, weil sie zwar gut sind, aber eben nicht sonderlich bedeutsam und über die Jahre hinweg sichtlich alterten. Der zu Beginn der 1970er entstandene Fernsehfilm DON’T BE AFRAID OF THE DARK (GATE OF DARKNESS, 1973) von Regisseur John Newland gehört zweifellos zu diesen Filmen. Newland, der zuvor schon für das Fernsehen arbeitete und den Thriller CRAWLSPACE (1972), sowie einige Folgen von ALFRED HITCHCOCK PRÄSENTIERT (1955-1962) inszenierte, drehte DON’T BE AFRAID OF THE DARK in Rekordzeit! Der komplette Film wurde aufgrund eines nahenden Autorenstreiks in nur zwei Wochen fertiggestellt. Damit zählt er zu einem der am schnellsten für das Fernsehen produzierten Filme aller Zeiten. Trotz des engen Zeitplans, ist aus DON’T BE AFRAID OF THE DARK ein ordentlicher Film geworden, der viel Wert darauf legt eine Gruselatmosphäre und Spannung aufzubauen. Bei heutigen Sehgewohnheiten mag einem der Streifen gerade deswegen vielleicht etwas altbacken vorkommen – bedenkt man, dass John Newlands Werk ein für kleines Geld inszenierter TV-Film aus den 70er-Jahren ist. Wer eine eher schnelle Erzählung mit vielen lauten Jump-Scares bevorzugt, sollte die Finger von DON’T BE AFRAID OF THE DARK lassen und eher zum von Guillermo del Toro produzierten Remake DON’T BE AFRAID OF THE DARK aus dem Jahre 2010 greifen, welches unter der Regie von Troy Nixey entstand und hierzulande leider direkt auf DVD und Blaustrahl-Scheibe veröffentlicht wurde. Del Toro selbst bezeichnete sich als großer Fan des Originals, seit er es damals zusammen mit seinem Bruder im Fernsehen gesehen hat. Schon seit vielen Jahren versuchte er eine Neuauflage auf die Beine zu stellen. 2010 war dann schließlich die Tat vollbracht. Doch leider vermisst man in der glattpolierten Neuverfilmung den ruhigen Spannungsaufbau und die Einfachheit des Originals. Letzteres konnte sich über die Jahre hinweg als kleiner Kultfilm unter Horrorfans etablieren. Weil die Veröffentlichung des Remakes zumindest im Entstehungsland sehr werbewirksam durchgeführt wurde, konnten so zumindest noch einige Zuschauer auf das Original aufmerksam gemacht werden.
 
 
 


 
 
 

DON’T BE AFRAID OF THE DARK – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
John Newlands Original DON’T BE AFRAID OF THE DARK, oder wie er hier in Deutschland heißt, GATE OF DARKNESS, ist ein kleiner aber feiner Gruselfilm mit einer nettes Atmosphäre, ruhiger Erzählweise und netten Creature-Effects. Fans dieser „alten Schinken“ dürften hier auf ihre Kosten kommen.
 
 
 


 
 
 

DON’T BE AFRAID OF THE DARK – Zensur

 
 
 
Sowohl das alte VCL-Tape als auch die DVD von Maritim Pictures enthalten die ungekürzte Fassung des Films. Die Altersfreigabe ab 16 Jahren entspricht den alten “Standards“ der FSK. Bei einer Neuprüfung würde GATE OF DARKNESS mit Sicherheit eine 12er-Freigabe erhalten.
 
 
 


 
 
 

DON’T BE AFRAID OF THE DARK – Deutsche DVD

 
 
 
dont-be-afraid-of-the-dark-gate-of-darkness-dvd

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Don’t Be Afraid of the Dark; USA 1973

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 71 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit alternativem Wendecover der alten dt. Videokassette

Extras: Trailershow

Release-Termin: 27.06.2014

 
 
 
Maritim Pictures hat den Film hierzulande unter seinem Originaltitel am 27. Juni 2014 (endlich) auf DVD veröffentlicht. Zuvor war GATE OF DARKNESS nur auf VHS-Kassette von VCL in Deutschland erhältlich. Leider ist die Bildqualität der DVD nur mäßig. Eine Restaurierung dieses Klassikers wäre sehr wünschenswert. Einziges Extra ist das Wendecover ohne FSK-Logo, welches das Motiv der alten deutschen Videokassette zeigt.
 
 

Don’t Be Afraid of the Dark – Das Original auf DVD bei AMAZON ungeschnitten kaufen

Don’t be afraid of the Dark [Blu-ray] – Die Neuverfilmung auf AMAZON ungeschnitten kaufen

 
 
 


 
 
 

DON’T BE AFRAID OF THE DARK – Trailer

 
 
 


 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Gate – Die Unterirdischen (1987)
 
Ghoulies (1984)
 
Don’t be Afraid of the Dark (2010)

Filmreview: „Super 8“ (2011)

 

Die 80er, eine Filmepoche, die prägender war als jede andere.

Schaut man mal zurück, welche bedeutenden Filme in dieser Zeit entstanden sind und die selbst 30 Jahre später noch zig aktuelle Regisseure und Filme beeinflussen, so könnte man Bildbände mit Inhalt und Infos füllen.

Terminator“, „Tanz der Teufel“, „Mad Max“, „Aliens“, „Nightmare on Elm Street“, „E.T.“, „Poltergeist“, „Ghostbusters“, “Hellraiser”, “Gremlins”, „Indiana Jones“ um am Rande nur einige zu nennen.

Und genau in dieser Zeit spielt die aktuelle, von Spielberg produzierte, Produktion „Super 8“.

 

 

Joe und seine pubertären Freunde wollen einen Zombie – Amateurfilm für ein Filmfestival auf „Super 8“ Filmmaterial drehen, als sie plötzlich Zeuge eines schrecklichen Zugunglücks werden.

Als daraufhin die nah liegende Kleinstadt durch das US Militär evakuiert und abgeschirmt wird, ahnen die Kinder nichts Gutes und recherchieren auf eigene Faust weiter.

Nachdem die Kids das, während des Zugunglücks, von ihnen gefilmte Filmmaterial genauer begutachten, erkennen sie, dass sich etwas nicht-menschliches auf dem Zelluloid befindet.

 

 

 

Regisseur J.J. Abraham lobpreist, mit « Super 8 », seine eigene Kindheit und die Werke, die ihm während seine Jugend so stark fasziniert und beeindruckt haben. Dabei lässt Abrahams in seinem aktuellen Werk diverse Schlüsselmomente geliebter Filme einfliesen.

Spielbergs „E.T.“ (was für eine Ironie: Spielberg selbst hat den Film produziert) fehlt dabei ebenso wenig, wie der 80er Jahre Kinderpartyknaller „The Goonies“.

Aber auch Déjá Vu – Momente aus damaligen Produktionen, wie

Return of the living Dead 2“, „The Gate“ und „Die BMX Bande“ sind für geübte Filmkenner sofort ersichtlich.

Mit viel Liebe zum Detail, Gefühl und Herz füllt dabei Abrahams seine Hommage an das geliebte Kino der 80er. Gut auch, dass Abrahams den Spielberg-typischen Hollywood Kitsch wegstreicht und sich auf das Wesentliche konzentriert. Mir zumindest hat der Genre Crossover aus Komödie, Coming – of – Age – Drama und Science Fiction Movie sehr gut gefallen, obwohl der Film auch ohne dem „Sci-Fi-Part“ sicherlich hätte gut funktioniert.

Dennoch muss ich gestehen, dass der Trailer dem Zuschauer was völlig anderes vorgaukelt, als „Super 8“ letztendlich eigentlich sein will.

Kinogänger, die einen derben und actionreichen (laut Trailer!) Alien – Schocker erwarten sind bei „Super 8“ vollkommen falsch.

Das Werk lässt sich viel Zeit mit dem Charakterzeichnung und füllt nur bedingt die Handlung mit actionlastigen Szenen. (Anmerkung: die Zugunglückszene zu Beginn des Films war derartig heftig, dass ich direkt an die Kettenreaktion des Unfalls bei „Final Destionation 2“ denken musste). Das fremdartige Wesen wird erst kurz vor Ende in seiner vollkommenen CGI – Schönheit präsentiert und dürfte auch die Erwartungen der meisten Kinozuschauer NICHT erfüllen dürfen. Auch sollte man kein Gore- und Splattergemetzel erwarten. Immerhin handelt es sich bei „Super 8“ eher um einen Kinderfilm, wobei das Augenmerk deutlich auf Drama gerichtet ist.

Ungeduldige Kinozuschauer sollten sich dennoch auch nach Abspann gedulden.

Das fertige „Super 8“ – Filmfestival-Filmchen der Jugend-Clique wird demnach erst nach den ersten End-Credits in seiner vollkommenen Schönheit ausgestrahlt. Ein nettes Gimmick, wie ich finde. Schon lange nicht mehr so geschmunzelt. „Romero“ und seine Zombiereihe lassen grüßen. Kein Wunder grinsen dem Zuschauer in Joes Jugendzimmer bereits Filmplakate zu Carpenters „Halloween“ und Romero´s „Dawn of the Dead“ entgegen.

 

 

Fazit 8/10 Punkte

 

Super 8“ ist eine gelungene und liebeswerte Hommage an alle wichtigen Kinofilme der 80er.

Besser hätte man sich vor den Romeros, Spielbergs, Raimis und Carpenters der 80er nicht verbeugen können. Klasse – bisher Kino-Pflichtprogramm 2011!

 

Hellraiser80