Filmreview: „Kristy – Lauf um dein Leben“ (2014)

Kristy-lauf-um-dein-leben-random-2014
 
 
 

KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN

Story

 
 
 
Studentin Justine Wells (Haley Bennett) ist allein auf dem Campus und erhält unangemeldeten Besuch von vier vermummten Gestalten, die der Hochschülerin nach dem Leben trachten wollen …
 
 
 


 
 
 

KRISTY – Kritik

 
 
 
Wann lernen Killer in Horrorfilmen endlich, dass man nicht mit (Hoch)Schülerinnen gemeinen Schabernack treibt, die intellektuell in einer ganz anderen Liga spielen. Seit jeher sind nämlich jene Protagonistinnen dafür prädestiniert, den immer gleichen Kampf gegen unzureichend intelligentes Pack aufzunehmen, dessen Ausgang ohnehin stets vorbestimmt ist. Auch Jahrzehnte nachdem der Slasher durch MARIO BAVA ins Leben gerufen wurde, haben sich die Regeln jenes Sub-Genres kaum verändert. Das meist „anständige“ Final Girl darf in derart Filmen nicht nur reichlich kreischen, sondern legt den Bösewichten am Ende eigentlich immer das Handwerk. Im Gegensatz zu JAMIE LEE CURTIES in HALLOWEEN (1978) ist so eine Racheakt heute natürlich wesentlich blutiger, schließlich erwartet der Horrorfan im Jahr 2014 von einer Heldin, dass die sich mit dem grobschlächtige Handwerk auskennt.
 
KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN (im Original auch als RANDOM bezeichnet) ist ein weiterer Streifen aus der Reihe „Ich komm dich zu Hause besuchen und befördere dich ins Jenseits“-Werke, die sich zur Zeit im Kino und auf dem Heimkinomarkt großer Beliebtheit erfreuen. Offensichtlich von aktuellen Horror-Erfolgen wie THE PURGE und YOU’RE NEXT inspiriert, darf sich hier eine taffe Einzelkämpferin gegen eine Truppe vermummter Irrer behaupten, die mal wieder nichts anderes zu tun haben, als ahnungslose Studentinnen möglichst gemeingefährlich zu terrorisieren. DONKEY PUNCH-Regisseur OLIVER BLACKBURN lässt nach längerer Regiepause wieder von sich hören und versucht mit konventionell gestrickter Horror-Ware den Einstieg zurück in die Filmwelt. Der ist ihm tatsächlich geglückt, denn nur selten gelingt Filmemachern der Sprung zurück ins Rampenlicht mit Low-Budget-Horror von der Stange. Es geht um die attraktive Justine, die leider nicht wie der Rest ihrer Freunde Thanksgiving zu Hause feiern kann, weil ihr das Geld für die Reise zu den Eltern fehlt. Daher beschließt sie sich eine schöne Zeit auf dem Campus zu bereiten, schließlich ist sie hier ja nicht ganz allein. Einige Sicherheitsbeamte und der Hausmeister sind vor Ort, damit sich die Studentin in den langen Fluren der Universität auch sicher fühlen kann. Weil KRISTY ein Horrorfilm ist dürfte klar sein, dass das nicht lang der Fall sein wird, denn an einer Tankstelle macht die strebsame Hochschülerin Bekanntschaft mit einer gar bedrohlichen Zeitgenossin, die scheinbar nicht alle Latte am Zaun zu haben scheint. Nach einer beängstigenden Verfolgungsjagd flüchtet Justine zurück auf den Campus, hat aber nicht mit der Hartnäckigkeit ihrer Verfolgerin gerechnet, die sich natürlich an die Fersen ihres Opfers heftet und nur eins will: Den Tod ihres ahnungslosen Opfers. Den wollen auch drei weitere Gestalten, die sich der Terrorsause anschließen und eine grausamen Jagd auf die verängstigte Studentin einläuten.
 
Wie es sich für einen Slasher nun mal gehört, verlaufen die Handlungsstränge nach bekanntem Schema. Täter und Opfer liefern sich eine unerbittliche Schlacht, die selbstverständlich nur einen Sieger kennt. Während zu Beginn die Fieslinge ganz klar im Vorteil liegen und noch mit Taktik versuchen der ahnungslosen Justine Angst einzujagen, haben selbige nicht mit der Klugheit ihrer Gegenspielerin gerechnet, die es leider gar nicht lustig findet, dass zig Unwissende im Verlauf der Hetzjagd ihr Leben lassen mussten. Sie stellt sich ihren Ängsten und bekämpft die maskierten Killer mit ihren eigenen Waffen. Die erhalten am Ende die wohlverdiente Strafe und der Zuschauer ist verblüfft darüber, was für ein kurzweiliges Filmvergnügen soeben über den Bildschirm geflimmert ist. Auch wenn OLIVER BLCKBURN das Genre mit seinem KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN freilich nicht revolutioniert hat, ist ihm doch ein zügig inszenierter Thriller gelungen, der trotz bekannter Klischees kaum Längen besitzt. Die bunte Mischung aus Slasher, Home-Invasion-Schocker und Terrorfilm verfügt über einen stetig steigenden Spannungsbogen, der von der Unwissenheit des Zuschauers zerrt. Der erfährt wie die Heldin des Films erst kurz vor dem Abspann von den Hintergründen der perfiden Jagd. Das Motiv sind Ritualmorde, die eng in Verbindung mit dem Internet stehen – einem weitläufigen Tummelplatz finsterer Gestalten, die dort ungehindert ihren perversen Phantasien nachgehen können ohne ertappt zu werden.
 
Mit KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN hat OLIVER BLACKBURN eine weitere Horror-Version des 90er-Hits KEVIN ALLEIN ZU HAUS gedreht, der natürlich auch den für Slasher-Streifen obligatorischen Mankos unterliegt. Opfer und Killer verhalten sich wie immer selten dämlich und Wutausbrüche erfahrener Filmfans dürften nicht ausbleiben, wenn Protagonistin Justine Dinge tut, die normal denkende Menschen wohl niemals in solche Situationen anstellen würden. Ebenso hirnriesig ist die Tatsache, dass die vier Täter partout über den Aufenthaltsort ihres Opfer bescheid wissen und sich auf dem riesigen Unigelände wie von Geisterhand von einem Ort zum nächsten bewegen können. Trotz zig Logikfehler ist jedoch weitaus ausschlaggebender, dass ein Horrorfilm unterhält und nicht langweilt. KRISTY ist schnörkellose Suspense-Unterhaltung ohne Längen und das ist die Hauptsache. Wer nach THE PURGE, THE STRANGERS und all den packenden Terror-Slashern in letzter Zeit immer noch nicht die Nase voll hat von ungebetenen Gästen, darf selbstverständlich gern in KRISTY mit um das Leben von Heldin Justine laufen. Zeitverschwendung ist dieser handwerklich hervorragend umgesetzt Horror-Trip mit Sicherheit nicht.

 
 
 


 
 
 

KRISTY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Alles beim Alten und doch irgendwie kurzweilig. DONKEY PUNCH-Regisseur OLIVER BLACKBURN hat Altbekanntes neu aufbereitet und unterhält trotz Logikbarrieren und Horror-Klischees ungemein. Die finstere Mischung aus Terrorfilm, Slasher und Home-Invasion-Schocker besitzt Tempo, was man bei vielen Indie-Horrorfilmen neueren Datums schmerzlich vermisst. Damit lässt sich nämlich manch Ungereimtheit im Drehbuch geschickt vertuscht, schließlich bleibt bei temporeich inszenierter Horror-Ware kaum Zeit, sich Gedanken über Filmfehler zu machen. Erstaunlicherweise wurde KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN so ziemlich unblutig umgesetzt, was nicht dem aktuellen Horror-Trend entspricht. Der Fokus liegt vermehrt auf Suspense und Terror, was dem Streifen jedoch sichtlich gut steht. Somit gehört KRISTY auf jedem Fall zu den besseren Vertretern der momentan immer noch lukrativen Horror-Welle, der es hätte auch gut und gern ins Kino schaffen können. Wer die Möglichkeit hat BLACKBURNS Slasher-Flick auf der großen Leinwand sehen zu können, sollte die Gelegenheit nutzen. Dort wird er vermutlich seine ganz Wirkung entfalten können, denn KRISTY ist ohne Zweifel ein spannungsgelandener Slasher für Fans von Schockern wie THE STRANGERS und THE PURGE.
 
 
 


 
 
 

KRISTY – Zensur

 
 
 
KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN ist nicht sonderlich brutal. Gegen Ende werden die Täter recht kreativ um die Ecke gebracht. Die Brutalität des Racheakts hält sich in Grenzen. Das sah auch die FSK so und hat KRISTY bereits für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben.
 
 
 


 
 
 

KRISTY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film / Sunfilm

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Random; USA 2014

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 07.08.2014

 

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KRISTY – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
The Aggression Scale (2011)
 
The Purge (2013)
 
Home Sweet Home (2013)
 

Filmreview: „The Night before Halloween“ (2013)

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MISCHIEF NIGHT – THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN

Story

 
 
 
Die blinde Emily ist allein zu Hause und erhält ungebetenen Besuch von einem maskierten Fremden, der statt leckerem Kuchen allerhand spitzes Mordwerkzeug mitgebracht hat …
 
 
 


 
 
 

THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Kritik

 
 
 
Wenn am 31. Oktober Halloween gefeiert wird, schlüpfen nicht nur freche Kinder und jung gebliebenen Erwachsene in möglichst schauerhafte Kostüme; auch bösartige Serienkiller und maskierte Psychopathen beginnen im Horrorfilm ihre grausamen Feldzüge mit Axt, Kettensäge und Machete. Das wohl bekannteste Exemplar wurde zweifelsohne 1979 von JOHN CARPENTER gedreht und hat mittlerweile sieben Fortsetzungen und zwei Neuverfilmungen nach sich gezogen. Der von CARPENTER geschaffene Kultschlitzer MICHAEL MEYERS hat der legendären HALLOWEEN-Reihe zu beachtlichem Ruhm verholfen und gehört neben Hockeymaskenträger JASON VOORHEES (FREITAG DER 13.) zu einer der ganz großen Ikonen des modernen Horrorfilms. Doch nicht nur das beliebte Halloween-Fest bietet sich immer wieder als Ausgangspunkt für bluttriefende Gruselstreifen an. In Amerika, Kanada und einigen Teilen Großbritanniens gehört die MISCHIEF NIGHT zu einer der beliebtesten Bräuche vorm Herbstfest der Druiden. An diesem Tag erhält ein jeder Bürger uneingeschränkte Narrenfreiheit und darf seinem Nachbarn einmal böse Streiche spielen, ohne dabei Konsequenzen tragen zu müssen. Die Tradition geht bis ins Jahr 1790 zurück und ist vor allem bei Teenagern und Kindern äußerst beliebt. Die hüllen nicht selten die Bäume der Nachbarn in Lagen von Toilettenpapier, sondern haben auch außerordentlich Spaß daran, die Fensterscheiben unliebsamer Mitmenschen mit Eiern zu bewerfen. Drehbuchschreiber und Regisseur RICHARD SCHENKMAN hat als Kind vermutlich so viel Freude an diesem unbändigen Treiben gehabt, dass er jene Tradition in der Nacht vor Halloween zum Mittelpunkt seines Filmes gemacht hat. SCHENKMAN dürfte eingefleischten Horrorzuschauern kein Unbekannter sein. Vor seinem aktuellen Home-Invasion-Thriller THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN (im Original: MISCHIEF NIGHT) hat er sich mit ABRAHAM LINCOLN VS. ZOMBIES (2012) mit der Thematik Horrorfilm vertraut gemacht und sogleich Gefallen am „bösen“ Genre gefunden. Eine gute Entscheidung, konnte er sich doch bisher nie wirklich zwischen herzergreifendem Dramen-Kitsch und kruden Action-Thrillern entscheiden. Nach seichtem Comedymist fürs amerikanische Fernsehen und der überdrehten Zombiegurke aus den zweifelhaften ASYLUM-Trashstudios, dürfte SCHENKMAN mit THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN in Genrekreisen weitaus ernster genommen werden, als es bisher der Fall gewesen ist. Sein neuster Streich ist nämlich bedeutend fieser, als das was er bisher gedreht hat und schlägt ernstere Töne an. In seiner Machart lässt sich THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN mit dem bereits 2008 entstandenen Thriller THE STRANGERS vergleichen, in dem sich Darstellerin LIV TAYLOR zusammen mit Schauspielpartner SCOTT SPEEDMAN gegen eine Gruppe maskierter Irrer zur Wehr setzen muss, die Freude daran haben, unwissende Menschen zu terrorisieren um sich anschließend kaltblütig abzuschlachten.
 
In THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN ist das so ähnlich und Heldin Emily Walton (NOELL COET) wird zu Haus von einem maskierten Bösewicht überrascht, der sich in einen gelben Regenmantel gekleidet hat und nun an MISCHIEF NIGHT so seine ganz eigene Methode besitzt, der nichts ahnenden Teenagerin gemeine und todbringende Streiche zu spielen. Damit das abgedroschene Thema vom boshaften Killer und dem unterlegenen Opfer nicht ganz überraschungsarm abgehandelt wird, hat SCHENKMAN seiner Protagonistin ein Handicap gegeben. Neun Jahre zuvor hat die in Folge eines Autounfalls nicht nur die Mutter, sondern auch ihr Augenlicht verloren und quält sich seither mit schwerem Asthma, Schuldgefühlen und Erinnerungslücken durchs Leben. Immerhin findet die Jugendliche Trost bei Vater David (DANIEL HUGH KELLY) und Schwarm Jimmy (IAN BAMBERG), der lieber durchs Fenster steigt um Emily zu besuchen, als wie jeder andere auch an der Haustür zu klingeln. Für Vater David steht die erste weibliche Verabredung seit Jahren bevor und das sorgsame Familienoberhaupt lässt die kesse Emily mit mulmigem Gefühl daheim zurück. Ganz so Unrecht hat er mit seiner Vorahnung nicht, denn kaum ist der Vater aus dem Haus, schleicht sich ein unwillkommener Eindringling in das riesige Anwesen und verfolgt die blinde Tochter auf Schritt und Tritt. Deren übrige Sinne schlagen bald Alarm und sie beginnt, sich gegen den bewaffnete Killer zur Wehr zu setzen.
 
Die körperlichen Beeinträchtigungen seiner Protagonisten haben schon so manchem Horrorfilm aus der Patsche geholfen, denn mit so einem gemeinen Handicap lassen sich allerhand lustige Dinge veranstalten. Dank der blinden Emily wird aus dem austauschbaren Home-Invasion-Slasher ein spannendes Überlebensfilmchen, dass nicht nur unterhaltsam mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, sondern auch ganz hinterlistig mit der Sehbehinderung seiner Heldin spielt. Das fängt bereit mit der Bedienung des Handys an. Emily will den Notruf mittels Sprachwahl wählen, scheitert aber am Akkustand ihres mobilen Telefons, den sie nicht sehen kann. In einer weiteren Szene fällt der Protagonistin Geschirr auf den Küchenboden. Anfänglich kann sie den Scherbenhaufen glimpflich umgehen, während sie in einer hektischen Fluchtszene später direkt in das spitze Glas tritt. Der Killer bewegt sich geisterhaft durchs gesamte Haus und ist für den Zuschauer immer ersichtlich. Emily besitzt den Vorteil nicht und schleicht sich von Zimmer zu Zimmer ohne zu wissen, dass sie von der maskierten Gestalt auf Schritt und Tritt verfolgt und beobachtet wird. Am Ende flüchtet die erblindete Heldin aus dem abgelegenen Elternhaus orientierungslos in die Dunkelheit der Nacht und stolpert ganz ungewiss über die hinterlistige Blutspur und die erdolchten Opfer des unbekannten Killers. Mit makabren Schockmomenten wird in THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN nicht gegeizt und das nicht minder fiese Treiben wertet den eigentlich belanglosen Slasher ganz nebenbei positiv auf. Zudem hebt sich THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN nennenswert von üblicher Videoware ab. Der Film wurde professionell gedreht und entwickelt sogar ab und an so etwas wie richtiges Gruselfeeling mit Spannung. Vor allem den gut und sympathisch agierenden Darstellern ist es zu verdanken, dass THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN sehbar und erträglich bleibt. Emily wird zugänglich von NOELL COET verkörpert, die sich am Ende als mutige Rache-Queen entpuppt und das kurzweilige Katz-und-Mausspiel Dank motorisierten Gartengeräts in die tiefrote Körperflüssigkeit taucht. Einen Gastauftritt gibt es übrigens auch zu sehen. Schauspiellegende RICHARD RIEHLE gibt sich die Ehre mal kurz als ahnungsloser Helfender über die Landstraße zu düsen, um wenig später dem Killer in die Arme zu laufen. Der Amerikaner hat nämlich zuletzt gern mal in Horrorfilmen vorbeigeschaut. Nach HALLOWEEN 2 (2009), CHILLERAMA (2011) und TEXAS CHAINSAW 3D (2013) folgt nun ein Cameo in THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – den Horrorfan freut’s.
 
 
 


 
 
 

THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
THE STRANGERS meets THE PURGE – DIE SÄUBERUNG. Kleiner, aber feiner Psycho-Thriller mit gut platzierten Schock-und Gruseleffekten und überraschend hinterlistigen Wendungen. Nach eher bescheidenem Schaffen hat ABRAHAM LINCOLN VS. ZOMBIES-Regisseur RICHARD SCHENKMAN seinen ersten richtig guten Horrorfilm gedreht. Trotz altbekannter Story vom Mädchen, das zu Haus von einem Killer durch die Räumlichkeiten gejagt wird, schafft SCHENKMAN das Kunststück, dass THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN (oder MISCHIEF NIGHT, so der Originaltitel) niemals langweilig ist oder Leerlauf erhält. Wer das Home-Invasion-Genre mag, kann bedenkenlos zugreifen!
 
 
 


 
 
 

THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Zensur

 
 
 
Anfänglich dürfte es den Horrorfan wundern, warum THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN erstaunlich handzahm abgehandelt wird. Für einen Slasher gibt es erstaunlich wenige Opfer und auch die Meuchelszenen lassen lang auf sich warten. Am Ende jedoch erwacht THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN aus seinem Dornröschenschlaf, damit auch der Gorehound auf seine Kosten kommt. Viel gibt es zwar nicht zu sehen; für eine ungeschnittene FSK16 hat es dennoch gereicht. Trotz Jugendfreigabe besitzt das Heimkinomedium jedoch einen roten KJ-Flatschen. Die Ursache ist ein Trailer, der von der FSK nur für Erwachsene freigegeben wurde und sich auf die DVD/ Blu-ray befindet.
 
 
 


 
 
 

THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-Night-Before-Halloween-blu-ray

(c) Meteor Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mischief Night; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD 5.1, Englisch DTS-HD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min. (uncut)

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes-Feature, Originaltrailer, Deutscher Trailer, Trailershow

Release-Termin: 23.05.2014

 
 
 

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THE NIGHT BEFORE HALLOWEEN – Trailer

 
 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Crawl – Home Killing Home (2011)

Home Sweet Home (2013)

You´re Next (2011)

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Filmreview: „Crush – Gefährliches Verlangen“ (2013)

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CRUSH – GEFÄHRLICHES VERLANGEN

Story

 
 
 
Das Leben kann manchmal ganz schön grausam sein. Vor allem dann, wenn man sich unsterblich in den begehrtesten Typen der Highschool verknallt hat und man selbst als graues Mäuslein nicht gerade zu den Lieblingen der Schule gehört. Das bekommt auch Bess (CRYSTAL REED) zu spüren, die erst seit einiger Zeit in der Stadt lebt und noch nirgends Anschluß gefunden hat. Dennoch hat sie sich hoffnungslos in den gutausehenden Athleten Scott (LUCAS TILL) verschossen, der aber kein Interesse zeigt. Umso mehr beginnt Bess dem smarten Schönling nachzustellen, verfolgt ihn auf Schritt und Tritt, in der Hoffnung irgendwie seine Aufmerksamkeit gewinnen zu können. Der ist aber momentan mit sich selbst beschäftigt, strebt ein Sportstipendium an und hat zudem mit den Folgen eines Unfalls zu kämpfen. Als er sich dann auch noch mit der kessen Jules (SARAH BOLGER) einlässt, geraten Bess´ Gefühle außer Kontrolle …
 
 
 


 
 
 

CRUSH – Kritik

 
 
 
Wahnsinnige Stalker sind in schlitzfreudigen Zeiten beinahe schon zu einer Randerscheinung, die man immer seltener auf der Leinwand zu sehen bekommt, geworden. Umso erfreulicher, dass Regisseur MALIK BADER sich des Subgenres angenommen hat und es so vor dem Aussterben bewahrt. Bereits ROBIN WILLIAMS bestach im Thriller ONE HOUR FOTO (2002) in seiner Rolle als bemitleidenswerter Psychopath Seymour Parrish und auch ANNIE WILKES versuchte 1990 in Kings Romanverfilmung MISERY auf ganz eigene Weise das Herz eines Romanautors für sich zu gewinnen. Der Film CRUSH macht dem rar gewordenen Stalkerfilm alle Ehre, handelt auch er von einer unscheinbaren Einzelgängerin, die vehement versucht, die Gunst eines von ihr angebeteten Schönlings zu gewinnen. Einen Originalitätspreis dürfte CRUSH mit seinem aufgewärmten Kaffee nicht gewinnen. Drehbuchautorin SONNY MALLHI hat bereits zuvor mit THE ROOMMATE (2011) einen thematisch gar nicht so unähnlichen Film zu Papier gebracht und leider auch dort schon alle guten Ideen verbraten. So unterhält CRUSH zwar ganz solide, dem Zuschauer wird jedoch nichts geboten, was er nicht auch schon in Filmen wie CAPTIVITY, SWIMFAN, OBSESSED und STALKER zu sehen bekam. Immerhin fungierte MALLHI bisher als Produzentin einschlägiger Gruseltrips. So gehen der Home-Invasion-Thriller THE STRANGERS und das glattpolierte Remake zu SHUTTER auf ihr Produzenten-Konto, was Kinofreunde zumindest auf technischer Ebene hellhörig machen dürfte.
 
Für welches Kinopublikum CRUSH gemacht wurde, ist bereits in den ersten Filmminuten offensichtlich. Hauptdarsteller LUCAS TILL streift in bescheidener Regelmäßigkeit leicht bekleidet von Set zu Set und präsentiert nicht nur einmal seinen trainierten Körper. Den vorwiegend weiblichen TWILIGHT-erprobten Zusehern dürfte das natürlich gefallen, hat der adrette Jungspund sogar noch halbwegs Ahnung vom Schauspielern und vermag selbst in den brenzligsten Situation Haltung zu bewahren. Ganz zum Leidwesen der im Film agierenden Protagonistinnen, die sich dem Charme des sympathischen Helden einfach nicht entziehen können und ihm reihenweise zu Füssen liegen. In CRUSH scheint irgendwie jeder in den knackigen Teenager verschossen und damit vollkommen unglücklich zu sein. Beinahe möchte man meinen, dass uns Regisseur MALIK BADER hier einen tragischen Liebesfilm unterschieben möchte, in dem sich die Helden verzweifelt an jeden Strohhalm klammern, in der Hoffnung das Objekt ihrer schlaflosen Nächte doch noch für sich zu gewinnen. Vor allem die fragile und introvertierte Bess hat es richtig erwischt. Die wird herrlich freakig von CRYSTAL REED verkörpert, die dem geheimnisvollen Charakter eine ganz eigene Note verleiht und die sonderbare Gestalt fast schon wieder liebenswert erscheinen lässt. Die verfolgt jeden Facebook-Kommentar ihre heimlichen Liebe und konstruiert abstruse Situationen, um mit Scott in irgendeiner Form in Kontakt treten zu können. Es werden Fotos manipuliert und Zeichnungen aus dem Müll des Angeschmachteten gefischt, wobei die endlose Liebe der stillen Verehrerin bald sehr ungewöhnliche Wendungen findet. Eigentlich hätte die triviale Geschichte einfach in einem schmalzigen Finale münden und mit der Zusammenführung der gegensätzlichen Protagonisten enden können. Wären da nicht einige „böse“ Szenen, die CRUSH wieder aus der Bedeutungslosigkeit reißen. Denn es dauert nicht lang, bis potenzielle Anwärterinnen kurzum in fiese Unfälle verwickelt werden und die unscheinbare Außenseiterin als Ursache in Erwägung gezogen wird. Hier schüttelt Drehbuchautorin SONNY MALLHI ihr vermutlich letztes Ass aus dem Ärmel und lässt die Geschichte in ein etwas sehr haarsträubendes Ende laufen. Ein sehr unbeholfener Twist holt die gnadenlos schlechten Filme eines M.NIGHT SHYAMALAN ins Gedächtnis, der ja bisher ein fast schon negativ talentiertes Händchen für spektakuläre Filmwendungen bewiesen hat. Auf gleicher Welle schwimmt CRUSH, der in den letzten Filmminuten an Fahrt gewinnt und sich trotz überraschende Plottwists in einem erheblich unspektakulären Finale verliert. Am Ende bleibt mit CRUSH ein Film, den man sozusagen als Junkfood bezeichnen könnte. Ein kurzweiliges Stück typisch amerikanischen Zelluloids, in dem jeder Hauptdarsteller mit unbeschreiblicher Schönheit gesegnet wurde und der zumindest für das jugendliche Zielpublikum einige kurzweilige Schock- und Gewaltakte zu bieten hat, damit sich das Mädchen im Kino an den Liebsten klammern kann. Ansonsten wird in CRUSH wenig Thrill, Suspense oder Tiefgang geboten, wobei einzig die schauspielerische Darbietung von Bess-Darstellerin CRYSTAL REED überhaupt nennenswerten Nachdruck verleiht.
 
 
 


 
 
 

CRUSH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
CRUSH ist ein kurzweilig inszenierter und wendungsreicher Suspense-Thriller, der für erhöhten Pulsschlag sorgen wird – zumindest, wenn man sich selbst zum angepeilten PG13-Zielpublikum rechnet. Für den erfahrenden Horrorfilmfan ist der seichte Film ein alter Hut und kaum der Rede wert. Bis auf die zugegebenermaßen geschickt konstruierten Wendungen bietet CRUSH keinen Mehrwert, der lohnen würde den Film ein weiteres Mal sehen zu wollen. Zudem mag die internationale Marketingriege des Films nicht ganz verstanden zu haben, welchen Sinn eigentlich ein Filmplakat besitzen sollte. Denn im Falle von CRUSH verrät das Cover einfach zu viel über den eigentlich überraschend gemeinten Twist der Story.
 
 
 


 
 
 

CRUSH – Zensur

 
 
 
Die deutsche Filmfassung wurde von der FSK bereits ab 16 Jahren freigegeben. Kein Wunder, denn bis auf das Ende gibt es hier kaum böse Szenen zu sehen. Somit ist CRUSH auch für empfindsame Gemüter geeignet.
 
 
 


 
 
 

CRUSH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
crush-gefährliches-verlangen-bluray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Crush; USA 2013

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920×1080)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making Of, Trailer

Veröffentlichungs-Termin: 06.12.2013

 
 
 
Nach dem Einlegen der Blu-ray gibt es wie immer bei UNIVERSUM FILM die obligatorischen Pflichttrailer. So flimmern die Clips zu THE CALL – LEG NICHT AUF!, BYZANTIUM und der Psychothriller DAS PENTHOUSE über die Mattscheibe; hochauflösend und in Deutsch versteht sich. Danach flackert Licht in einem Standmenü, dass mit einigen Szenen des Films und melancholischer Musik unterlegt wurde. Startet man den Streifen (deutsche UT für den hauptfilm sind übrigens mit an Bord) so fällt auf, dass das Bild erstaunlich hochwertig ausgefallen ist. Die Farben leuchten in hellen Aufnahmen kräftig und der satte Kontrast gefällt. Zudem lassen sich viele kleine Details durch eine angenehme Schärfe erkennen. Auch beim Ton überzeugt CRUSH – GEFÄHRLICHES VERLANGEN. Die Filmmusik bewirkt eine hervorragende Räumlichkeit und auch die deutsche Synchronisation wurde mit professionellen Sprechern besetzt. Im Bonusbereich gibt es nichts Besonderes zu sehen. Neben dem deutschen Trailer (ca. 2 Minuten, HD) hat es noch ein knappes Making of (21 Minuten, HD) auf die Scheibe geschafft. Für Untertitel hat es aber hier nicht gereicht, so dass dieses Extra für Zuschauer, die der englischen Sprache nicht mächtig sind kaum von Nutzen sein dürfte. Ein BD-Live-Zugang (für welchen ein Internetzugang vorausgesetzt wird) und eine umfangreiche Trailershow bestehend aus sieben Clips kommender UNIVERSUM-Titel runden das Bonuspaket ab. Wer Hass gegenüber den FSK-Flatschen hegt, kann das Cover umdrehen, denn ein Wechselcover ist bei dieser Veröffentlichung mit an Bord.
 
 
 

Crush – Gefährliches Verlangen [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

CRUSH – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Misery (1990)

One Hour Foto (2002)

Swimfan (2002)

Obsessed (2009)

The Roommate (2011)

Captivity (2007)

Mr. Brooks – Der Mörder in Dir (2007)

Eine verhängnisvolle Affäre (1987)

Filmreview: „Crawl – Home Killing Home“ (2011)

crawl 2011
 
 
 

CRAWL – HOME KILLING HOME

Story

 
 
 
Ein mysteriöser und dazu ziemlich wortkarger Kroate (George Shevtsov) entpuppt sich als gerissener Auftragsmörder. Er wird von einem schleimigen Barbesitzer (Paul Holmes) beauftragt, einen zahlungsunwilligen Kunden zu beseitigen. Auf seinem Heimweg wird er in einen Unfall verwickelt, der einer beängstigenden Kettenreaktion auslöst, an deren Ende Kellnerin Marilyn Burns (Georgina Haig) um ihr Leben bangen muss.
 
 
 


 
 
 

CRAWL – Kritik

 
 
 
Home-Invasion-Thriller sind nicht erst seit THE STRANGERS, KIDNAPPED, etc. in aller Munde. Wer heutzutage einen derartigen Streifen produzieren möchte, sollte ihn mit allerlei Bösartigkeiten bestücken, denn nur so brennt sich das Werk auch längerfristig in die Hirne der hungrigen Horrormeute. Mit schön blutigen und psychisch nicht minder grenzüberschreitenden Szenen sollte ein jeder dieser Thriller den Nervenapparat des Fans gehörig strapazieren, damit der sich am Ende schweißgebadet und mit hochfrequenzigem Herzschlag zurück in den Kinosessel lehnen kann. Das kleine „Homevideo“ des Australiers PAUL CHINA gehört auch zu jener zwiespältigen Filmgattung und ist, welch Überraschung, ein weiterer Beitrag aus der Kategorie: „Debütstreifen“. CHINA, der für seinen Erstling nicht nur hinter der Kamera Platz genommen hat, sondern auch das Drehbuch quasi über Nacht zu Papier gebracht haben muss, scheint in seinem dunklen Kämmerlein nur unzureichend erkannt haben, was er da eigentlich zusammengekritzelt hat. Womöglich hat er sich die Vor- und Nachteile gängiger Heim-Invasionsfilme zu Gemüte geführt und kurzerhand die Vorteile von seiner To-Do-List gestrichen. Im Vergleich zu nennenswerten „Heim“-Schockern wie FUNNY GAMES und INSIDE zieht CRAWL erbarmungslos den Kürzeren, denn CHINA hat partout aus den Augen verloren, dass ein jeder guter Horrorfilm von der Geschichte und seinen Helden zehrt. CRAWL ist todlangweilig, seine Handlung inhaltsleer und minimalistisch. Durch langsame Kamerafahrten soll die nicht vorhandene Spannung gesteigert werden, kaum gesetzte Schnitte machen CRAWL zu einer eher einschläfernden Angelegenheit. Es will einfach nichts Aufregendes passieren.
 
Die banale Geschichte beginnt mit Bardame Marylin Burns (GEORGINA HAIG), die auf Bald-Ehegatte Travis wartet und schon länger auf einen Heiratsantrag hofft. Daraus wird leider nix, weil der unbedarfte Schönling von einem alternden Cowboy, gleichzeitig Auftragskiller (GEORGE SHEVTSOV) versehentlich über den Haufen gebrettert wurde. Der ominöse Fremde sucht nach Hilfe, kann aber in der Einöde nur ein beleuchtetes Haus entdecken. Doof nur, dass darin ausgerechnet die nichtsahnende Marylin lebt, die dem wortkargen Fremden sogleich als perfektes Aggressionsventil dient und das Katz-und-Maus-Spiel eröffnet wird. Selbiges ist natürlich kaum der Rede wert. Es wird weder gefoltert, noch gedemütigt, was in Zeiten ultra harten Torture Porns schon ziemlich altbacken wirkt. Das Mädchen flüchtet durch die Räumlichkeiten des Hauses, wobei der Widersacher ihr dicht auf den Fersen ist. Unterstrichen wird das lustlose Treiben von allerlei unheilvollen Streich-Akkorden, die auf prägnante und ziemlich ungewöhnliche Art die „bösen“ Szenen einläuten. Die sind zwar rar gesät, aber immerhin vorhanden. Es wird wild um sich geschossen, sogar ein Beil zweckentfremdet. Filmfreunde, die die Sichtung eines Films immer vom Trailer abhängig machen, werden verblüfft feststellen, dass der Clip ein wenig arg an A SERIOUS MAN (2009) erinnert. Das fertige Werk kann den im Trailer zitiertem Film der bekannten COEN-Brüder (TRUE GRIT, NO COUNTRY FOR OLD MEN) natürlich nicht im Entferntesten das Wasser reichen. Zwar besitzt auch CRAWL – HOME KILLING HOME (so das deutsche Titelverbrechen) skurrile Typen, bizarre Momente und verzweifelt cool gemeinte Sprüche. Die wirken jedoch in ihrer unfreiwilligen Komik aufgesetzt und wollen irgendwie nicht so recht in den Film passen. Vor allem die Figur des permanent koksenden und schmierigen Barbesitzers Slim Walding mag zwar mit PAUL HOLMES gut besetzt sein, die teils recht gut gewählten Schauspieler gehen aber in der geistlosen und ziemlich dialogarmen Szenarie vollkommen unter.
 
Mit seinen gerade einmal 73 Minuten Nettolaufzeit bietet CRAWL allen schlafgeplagten Leidgenossen eine gute Alternative zu herkömmlichen Pharmazeutika aus der Apotheke. Hier muss der Anwender nur einmal bezahlen und kann sich risikolos vor der Wohnzimmerglotze in den Tiefschlaf flimmern lassen – wann immer er möchte. Zwar gibt es hier einiges an farbintensiven Rot zu sehen; von nervenzerfetzendem Terror oder gar Spannung ist hier jedoch nichts zu verzeichnen. CRAWL ist ein ansprechend gefilmter Thriller, der den Zuschauer aber leider aufgrund seines Schneckentempos schnell zur Vorspultaste greifen lässt. Nach etwas über einer Stunde endet CRAWL genauso unspektakulär, wie er begonnen hat – Gott sei Dank!
 
 
 


 
 
 

CRAWL – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Langsames Tempo, unspektakuläre Handlung und null Identifikationsmöglichkeiten – Wer will denn so was sehen? Auch wenn der Name der Figur Marylin Burns witzigerweise als kleine Hommage an BLUTGERICHT IN TEXAS-Darstellerin MARY LYNN ANN BURNS gemeint ist (der Künstlername der kultigen Sally-Darstellerin schimpft sich nämlich ebenfalls MARYLIN BURNS), so ist CRAWL trotzdem ein langweiliges Debüt-Filmchen, auf das der Horrorfan getrost verzichten kann.
 
 
 


 
 
 

CRAWL – Zensur

 
 
 
Zwar bekommt der Zuschauer in CRAWL einige derbe Einschüsse zu sehen, viel Mord und Totschlag wird aber nich auf der Mattscheibe zelebriert. Die deutsche Fassung ist ungeschnitten und trägt das KEINE JUGENDFREIGABE-Siegel.
 
 
 


 
 
 

CRAWL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Crawl-Home-Killing-Home-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Crawl; Australien 2011

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Rote Amaray mit Wechselcover

Extras: Trailer, Teaser

 
 
 
Was für eine Name für eine deutsche Heimkinofassung: CRAWL–HOME KILLING HOME. Rechteinhaber EUROVIDEO haut mit dieser Titelneuschöpfung mächtig auf die Kacke und verschleiert so die diversen Unzulänglichkeiten in der Inszenierung des Thrillers. Immerhin schaut die Präsentation des Streifens wirklich gut aus. Die Blu-ray wurde in eine tiefrote Amaray gesteckt und entpuppt sich im Sammlerregal als waschechter Hingucker. Zudem hat der Anbieter an ein Wendecover gedacht. Das wird wie üblich ohne FSK-Flatschen ausgeliefert und erfreut das Sammlerherz. Legt man die Disc in den Player betreibt EUROVIDEO erstmal mit zwei Trailern aus dem hauseigenen Fundus Eigenwerbung. Danach wird der Zuschauer in ein animiertes Hauptmenü gelotst, das mit Szenen aus dem Film untermalt wurde. Interessant dürfte hier vermutlich der Bonusbereich sein. Doch leider verbergen sich hinter dem Menüpunkt „Extras“ lediglich Trailer und Teaser zum Film, was einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt, hätte der Zuschauer dann doch gern gewusst, warum Regisseur PAUL CHINA von teils gewöhnungsbedürftigen Stilmitteln Gebraucht gemacht hat. Der Hauptfilm selbst wird in würdiger Qualität geboten. Ironischerweise ist der HD-Transfer besser geraten, als der durchwachsene Film. Die Schärfe ist gut und der Kontrast gelungen. Hinzukommt, dass man sich bei der Synchronisation erstaunlich Mühe gegeben hat. Für diesen eher lauen Streifen hätte man vermutlich alles erwartet, nur keine professionelle Übersetzung. Hier hat man jedoch Sorgfalt walten lassen und erfahrene Sprecher engagiert, so dass tonal alles im grünen Bereich bleibt. Vor allem die etwas außergewöhnliche, musikalische Untermalung donnert satt aus den Boxen, weshalb man bei aufgedrehter Anlage das ein oder andere Mal herrlich zusammenzucken dürfte. Wer auf Untertitel angewiesen ist, kann sich freuen. Trotz spärlicher Ausstattung haben es die immerhin auf die Blu-ray geschafft, was heutzutage keine Selbstverständlichkeit ist. Vor allem kleine Label verzichten hin und wieder auf diese wichtige Ausstattung, so dass vor allem hörbehinderte Filmzuschauer so rein gar nichts mit diesen Veröffentlichungen anzufangen wissen. Unterm Strich wird dem Filmfreund mit der Blu-ray zu CRAWL-HOME KILLING HOME eine technisch anständige Scheibe geboten, die ruhig etwas mehr Bonus vertragen hätte können. Ob eine so mager ausgestattete Blu-ray direkt am Erstveröffentlichungstag gekauft werden muss, sollte jeder Filmfreund selbst entscheiden.
 
 
 

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CRAWL – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Home Sweet Home (2013)

The Aggression Scale (2012)

In their Skin (2012)

Kidnapped (2010)

The Strangers (2008)

Funny Games (1997)

Funny Games – Remake (2007)

Filmreview: „Home Sweet Home“ (2013)

home-sweet-home-2013
 
 
 

HOME SWEET HOME

Story

 
 
 
Frank und Sarah sind ein glückliches Paar. Nach einer durchzechten Partynacht zieht es die beiden zurück in die heimischen vier Wände, wo sie jedoch bald feststellen müssen, dass dort irgendetwas nicht zu stimmen scheint. Die Erklärung offenbart sich schnell. Ein Killer hat sich Zugang zur Wohnung verschafft und beginnt nun ein erbarmungsloses Spiel mit dem jungen Paar zu spielen. Jegliche Fluchtwege sind verbarrikadiert, ein Entkommen scheint unmöglich …
 
 
 


 
 
 

HOME SWEET HOME – Kritik

 
 
 
Horrorfilme aus Frankreich sind inzwischen häufig Garanten für deftigen Schlachthaus-Stil. Nach Beispielen wie HIGH TENSION, MARTYRS, INSIDE und FRONTIER(S) steht Gekröse aus dem benachbarten Ausland nach wie vor für astrein-derbes Splatter-Vergnügen, auch wenn der Erfolg solch „böser“ Produktionen in den letzten Jahren merklich abnehmen musste. Auch Regisseur DAVID MORLET ist einer derer, der sich zu jener jungen Garde mutiger Filmemacher zählen darf, der es eindrucksvoll gelang, den unlängst vergessenen europäischen Horrorfilm zurück in die Lichtspielhäuser der Welt zu transferieren. Sein düsteres Weltuntergangszenario MUTANTS aus dem Jahre 2009 dürfte dem interessierten Horrorfilmfan noch merklich in Erinnerung sein und gehört zu einem der wenigen noch sehenswerten französischen Beiträge. Nun wandelt der Regieneuling auf internationalen Pfaden, was kaum verwundert, wenn man sich die steilen Karrieren seiner ebenso erfolgreichen Landsgenossen betrachtet. Ob ALEXANDRE AJA, XAVIER GENS oder PASCAL LAUGIER; für sie alle bot der moderne, französische Horrorfilm das Sprungbrett ins lukrative Hollywood, wo ihnen die Möglichkeit geboten wurde, ihr cineastisches Talent mittels hoch budgetierten Hochglanzstreifen breitem Publikum zugänglich zu machen.
 
HOME SWEET HOME von DAVID MORLET betritt die just besprochenen internationalen Pfade. Der Home-Invasion-Thriller ist sein englischsprachiger Einstand. Vom klassischen Heim-Terrorfilm Marke FUNNY GAMES (MICHAEL HANEKE), und KIDNAPPED (MIGUEL ANGEL VIVAS) inspiriert, verbrennt er hier ein durchaus beängstigendes Slasher-Feuerwerk, dass zwar bei Weitem nicht die brutale Intensität eines INSIDE (ALEXANDRE BUSTILLO, JULIEN MAURY) erreicht, aber doch für 80 Minuten schweißtreibende Schocker-Unterhaltung sorgt. Die Umschreibung „Schocker“ kommt HOME SWEET HOME dabei ganz gelegen, denn nach all den ultra-brutalen Folterwerken der Vergangenheit holt Regisseur MORLET die traditionellen Zutaten des einst so berüchtigten Horrorkinos zurück auf die große Leinwand. Schreckhaften Gemütern sei mit dieser Kritik an Herz gelegt, dass HOME SWEET HOME in Bezug auf treffsichere Schocks ein ganz schön fieses Filmchen ist, das den Horrorfilmfreund nicht nur einmal ziemlich gemein zusammenzucken lässt. Auch wenn einige dieser Momente erheblich vorhersehbar erscheinen, verfehlen sie ihre Wirkung nur sehr selten. Anders als in klassischen Home-Invasion-Thrillern beginnt HOME SWEET HOME nicht damit, die potenziellen Opfer ausführlich zu charakterisieren. Die ersten 15 Minuten sind gänzlich dem identitätslosen Psychopathen gewidmet, der sich Zutritt zu einem ihm unbekannten Haus verschafft, die Räumlichkeiten studiert und mögliche Fluchtwege versperrt. Danach bereitet er sich auf sein Verbrechen vor, kleidet sich in seine „Arbeitsuniform“ und versteckt sein Gesicht hinter einer perfiden Maskierung. Erst nachdem er seine Vorbereitungen getroffen und sich ein Versteck im Anwesen gesichert hat, werden die potenziellen Opfer eingeführt, die bald realisieren müssen, dass es kein Entkommen aus dem vermeintlich sicheren Heim gibt.
 
HOME SWEET HOME ist ein Paradebeispiel, wie finsterer, gemeiner Horror auszuschauen hat. Auch wenn die Geschichte im Grunde genommen kaum Neues zu bieten hat, durchlebt der Zuschauer zusammen mit den beiden Opfern ein wahres Martyrium, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Ungewöhnlicherweise hält sich MORLET gesittet mit dem Abhandeln obligatorischer Schauwerte zurück, was ein wenig verwundert, wenn man sich den Horror-Mainstream vor Augen führt, der aktuell erfolgreich über die internationalen Leinwände flimmert. Die Taten des unbekannten Killers werden zwar angedeutet, jedoch im Off zelebriert, so dass der Zuschauer oftmals nur das Ergebnis der kranken Handlungen zu Gesicht bekommt. Dem vorliegenden HOME SWEET HOME schadet diese Prämisse jedoch keineswegs, wirkt der Film gerade aufgrund seiner durchweg wortkargen und sachlich protokollierten Inszenierung erstaunlich hart und lässt natürlich gegen Ende noch soviel Lebenssaft fließen, dass zumindest der Gorehound zufriedengestellt werden kann. Leider trüben einige altbackene Klischees wie so oft den durchweg positiven Gesamteindruck. So mag man als Zuschauer schon wieder rein gar nicht verstehen wollen, warum der Handyempfang ausgerechnet in solchen Situationen wie diesen auszufallen beginnt und die Protagonisten teilweise vollkommen unüberlegt handeln. Zudem wirkt die letztendliche Auflösung des gesamten Spuks etwas arg reißerisch und ziemlich makaber, was aber dennoch kein Grund sein sollte, HOME SWEET HOME zu verschmähen.
 
DAVID MORLETS englischsprachiges Debüt ist erstaunlich kompromissloser Erwachsenen-Horror, der souverän inszeniert wurde und teilweise schon deutlich professioneller und polierter daherkommt, als sein Erstlingswerk MUTANTS. Der Genre-Freund darf sich überraschen lassen, was MORLET als nächstes aus dem Hut zaubern wird. Dass er ein sicheres Händchen in der Umsetzung spannender Schocker besitzt, beweist er mit HOME SWEET HOME eindrucksvoll. Der Film ist zwar kein Meisterwerk, hebt sich im Vergleich zu all den austauschbaren Filmchen der letzten Zeit aber allemal positiv ab.
 
 
 


 
 
 

Home Sweet Home – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Schockintensiver Home-Invasion-Thriller für nervenstarke Filmfreunde. DAVID MORLETS englischsprachiges Debüt ist ein ziemlich schmerzhafter Horrorfilm geworden, der den Vergleich zu ähnlich gestrickter Terrorware nicht scheuen braucht.
 
 
 


 
 
 

HOME SWEET HOME – Zensur

 
 
 
Zwar sind die hier bebilderten Gewaltszenen durchaus hart anzuschauen. Dennoch schwenkt die Kamera wohlwollend in den entscheidenden Momenten weg, so dass dem Zuschauer allzu grausame Szenen erspart bleiben, was aber nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass der Film dadurch weniger schroff wirkt. Es gibt immer noch genügend Gewaltakte, was begründet, warum der Film in seiner ungeschnittenen Fassung seitens der FSK mit der KJ-Kennzeichnung eingestuft wurde.
 
 
 


 
 
 

HOME SWEET HOME – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Home-Sweet-Home-2013-Blu-ray-Cover
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Home Sweet Home; Frankreich/Kanada 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Detscher Trailer, Trailershow mit zehn Trailern aus dem Katalog des Anbieters (alle in dt. Sprache)

 
 
 
Anbieter MAD DIMENSION erweitert die Reihe an Horrorveröffentlichungen um HOME SWEET HOME, wobei für den Filmfreund erfreulich sein dürfte, dass es der Film ungeschnitten durch die FSK geschafft hat. Die optische Präsentation des Einlegers orientiert sich an der Gestaltung der übrigen Titel des Hauses und macht sich zusammen mit dem edlen, schwarzen Keep Case hervorragend im Sammlerregal. Nach dem Einlegen der Blu-ray geht es direkt in ein Hauptmenü. Das ist zwar nicht wirklich schön, erfüllt aber seinen Zweck. Neben einer deutschen Tonspur hat der Zuschauer die Möglichkeit den Streifen auch in Englisch zu sehen. Bei der deutschen Synchronisation wird man jedoch schnell feststellen, dass hier etwas wenig Herzblut investiert wurde, denn die Übersetzung ist etwas unglücklich ausgefallen. Zwar sind hier keine Laien am Werk, trotzdem mag man partout nicht das Gefühl loswerden wollen, dass die Sychronstimmen irgendwie nicht wirklich zu den Darstellern passen möchten. Da im Film ohnehin kaum gesprochen wird und die Sprecher ihre Arbeit dennoch gut meistern, ist dieses kleine Manko aber zu verschmerzen. Tonal gibt es an der DTS-HD MA 5.1-Abmischung nichts zu meckern und auch beim Bild wird dem Horrorfan ein hochwertiger Transfer geboten. Das Bild überzeugt durch gute Schärfe und die vorwiegend erdigen und farblos-düsteren Bilder unterstreichen die arg unangenehme Atmosphäre des grausigen Geschehens optimal. Bei den Extras ist jedoch mal wieder Flaute. Mangelnde Extras gehören vermutlich bei Veröffentlichungen aus dem Hause MAD DIMENSION zum Standard, denn auch die bisherigen Blu-rays des Anbieters besaßen bisher kaum Bonusmaterial. Bis auf den Trailer in deutscher Sprache und eine Trailershow mit zehn Werbefilmchen weiterer Streifen von MAD DIMENSION hat es nichts Nennenswertes auf die Scheibe geschafft. Im Falle von HOME SWEET HOME ist das etwas schade, da es sich schließlich hier um einen Streifen der neuen, jungen französischen Horrorgarde handelt, die mit HIGH TENSION, MARTYRS und MUTANTS den etwas deftigeren Horror zurück in die europäischen Lichtspielhäuser gebracht hat. Auch wenn es noch nicht einmal optionale Untertitel für gehörlose Zuschauer (und die, die sich gern Filme im Original anschauen) gibt, mildert immerhin ein Wechselcover ohne FSK-Flatschen den Ärger des Filmfreundes.
 
 
 

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HOME SWEET HOME – Trailer

 
 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
The Aggression Scale (2012)

In their Skin (2012)

Kidnapped (2010)

The Strangers (2008)

Funny Games (1997)

Funny Games – Remake (2007)

Filmreview: „F“ (2010)

 

Bei „F“ (also der Note „6“ in den Britischen Schulen) handelt es sich um einen aktuellen Kandidaten des „Fantasy Filmfest 2011“.

Der Thriller, der bereits schon seit geraumer Zeit im Ausland auf DVD/Blu-ray erhältlich ist, wird nun auch im Rahmen des „Fantasy Filmfest“ in Deutschland zu sehen sein.

Eine nachfolgende deutsche Heimkinoauswertung ist für Herbst 2011 angepeilt.

 

 

Der Lehrer Robert Anderson, der nach einer Abmahnung der Schulbehörde den Glauben an sich und das Schulsystem verloren hat und seinen Kummer im Alkohol ertränkt, versucht die Beziehung zwischen ihm und seiner Tochter zu retten.

Eines Abends, während Andersons Tochter in der Schule nachsitzen muss, stürmen zwei mit Kapuzensweatshirts bekleidete Jugendliche das Gebäude und terrorisieren die wenigen noch anwesenden Angestellten und Lehrer auf grausame und blutige Weise.

In panischer Angst, das seinem Kind etwas zustoßen könnte, eilt Anderson seiner Tochter zu Hilfe und muss sich dem mordlustigen Duo stellen.

 

 

Nach gut einem Jahr Verspätung dürfen nun auch deutsche Zuschauer in den Genuss dieser kleinen fiesen Genreproduktion kommen.

Dabei bedient sich „F“ spürbar bei diverse Horrorklassikern.

Schon allein der sehr superbe Soundtrack erinnert stark an das Werk „Suspiria“ der italienischen Genregröße Dario Argento.

Da die mordenden Jugendlichen durch raffinierte Licht/Schatten-Spielereien gekonnt nicht personalisiert werden, verstärkt sich beim Zuschauer der enorm hilf- und auswegslose Eindruck der „Machtlosigkeit“ überhaupt irgendwas gegen diese Brut unternehmen zu können.

Dabei beginnt „F“ als düsteres Lehrerdrama, das in seiner arg sterilen Optik und seiner extrem zermürbten Hauptdarstellern im Verlauf der Handlung zu einem kleinen Slasher – Film umfunktioniert wird.

Freunde des harten Horrorfilms dürften hierbei jedoch weniger auf ihre Kosten kommen, da sich „F“ mit optischen Gemeinheiten eher zurückhält. Leider empfand ich gerade diesen Mix aus Drama, Selbstjustizthriller und diversen Horrorelementen als recht unpassend.

Da zu Beginn des Films der „Vater-Tochter“ Konflikt ausführlichst geschildert und ausgewalzt wird empfand ich die Killer-Szenen zwischen den persönlichen Diskrepanzen der Charakter untereinander als arg störend. Ich glaube „F“ hätte eben so gut ohne die „Killergang“ dafür mit mehr Drama funktioniert, ebenso aber auch als Horrorfilm ohne Drama dafür aber mit mehr „Killerbande“.

Dennoch, trotz aller Kritik ist die Darstellung des anonymen Killerduos als wirklich einmalig zu bezeichnen. Gerade dadurch, dass die Identität und die Motivation der Mörder nie wirklich aufgelöst wird, erinnert „F“ in seiner hilflosen Grausamkeit sehr an aktuelle Produktionen wie „Eden Lake“, oder „The Strangers“.

 

Fazit 6/10 Punkte

 

Was denn nun? Horrorfilm, Selbstjustizthriller, Lehrerdrama. Bitte entscheiden Sie sich JETZT. Gute Ansätze, aber recht wirrer Mix, ohne großartig-ausgewalztes Blutvergießen, aber einer wirklich fiesen Jugend-Killerbande.

Hellraiser80