Filmreview: „Mindscape“ (2013)

mindscape-2013
 
 
 

MINDSCAPE

Story

 
 
 
Anna (Taissa Farmiga) ist im Hungerstreik und John Washington muss analysieren warum. Er kann die Erinnerungen von Menschen lesen und soll die Erlebnisse der minderjährige Patientin scanen um herauszufinden, ob die 16-Jährige unter einem Trauma leitet oder eine Vollblut-Soziopathin ist …
 
 
 


 
 
 

MINDSCAPE – Kritik

 
 
 
Von gut situierten Mädchen wird im Öffentlich-Rechtlichen berichtet, von ungezogenen Gören liest man auf Filmchecker. Das personifizierte Böse im Körper eines unschuldig dreinschauenden Engels haben bereits unzählige Regisseure zum Thema ihrer Filme gemacht, wobei zu den wohl bekanntesten unter ihnen RICHARD DONNER gehört, der im Jahr 1976 mit dem Horrorfilm DAS OMEN die ganze Welt in Schrecken versetzte. Für drei Fortsetzungen und ein Remake hat der Furcht einflößende Stoff gereicht, der vermutlich nicht nur bei besorgten Eltern und selbsternannten Jugendschützern die Alarmglocken hat läuten lassen, weil im Film von einem Sechsjährigen erzählt wird, den alle für einen Nachkommen des Leibhaftigen halten. Nicht der Antichrist in Person, dafür ein Soziopath der ganz finsteren Sorte ist die 16-jährige ANNA (gespielt von TAISSA FARMIGA), die im Thriller MINDSCAPE mit allen Regeln der Kunst Menschen manipuliert und daran auch noch Gefallen findet. Der Spanier JORGE DORADO steckt hinter dem fiesen Ausflug in die Psyche einer gestörten Minderjährigen, der mit MINDSCAPE (international auch als ANNA vermarktet) seinen ersten Langfilm in die Kinos gebracht hat und mit einen wendungsreichen Hochglanz-Thriller überrascht, der besser ist, als es die magere Inhaltsangabe verspricht.
 
MINDSCAPE handelt von John Washington (MARK STRONG), der über eine besondere Gabe verfügt und in die Erinnerungen von Menschen eindringen kann, um Mordfälle lösen zu können. Leider erlitt er während einer der letzten Sitzungen einen Schlaganfall und hat zudem mit dem tragischen Selbstmord seiner Frau zu kämpfen. Damit er wieder auf die Beine kommt und nicht im Selbstmitleid zerfließt wird ihm der mysteriöse Fall der 16-jährigen Anna zugewiesen. Die lebt zusammen mit den wohlhabenden Eltern in einem riesigen Anwesen weit draußen auf dem Land und ist seit mehreren Tagen im Hungerstreik, weil die Eltern ihr Hausarrest verordnet haben. Ganz unbegründet ist deren Entscheidung jedoch nicht, vermutet Mutter Michelle (SASKIA REEVES), dass die eigene Tochter eine ernstzunehmende Gefahr für Andere darstellt, schließlich sind in der Vergangenheit seltsame Dinge passiert, in die Anna kurioserweise immer mit involviert gewesen ist. Erinnerungs-Detektiv John Washington wird beauftragt das Rätsel um den unschuldig dreinschauenden Teenager zu lösen. Er soll auf Anweisung seines Vorgesetzten Sebastian (BRIAN COX) herausfinden, ob die Mutter mit ihrer Vermutung richtig liegt und es sich bei der künstlerisch veranlagten Schülerin um eine unberechenbare Soziopathin handelt. Leider hat Washington nicht mit der Manipulationsgabe seiner kindlichen Patientin gerechnet. Die dreht ganz einfach den Spieß um und beginnt in Johns Erinnerungen zu stöbern.
 
Es muss nicht immer aufgeblasenes Effekte-Kino sein, um spannende Geschichten erzählen zu können, die fesseln. MINDSCAPE-Regisseur JORGE DORADO, der früher mit Leuten wie PEDRO ALMODOVAR (SPRICH MIT IHR) und GUILLEMEREO DEL TORROR (THE DEVIL’S BACKBONE) zusammengearbeitet hat, erreicht mit seinem Erstling fast ähnliches Niveau stilvoller Eleganz, wie die genannten Regisseure von denen er einiges lernen konnte. In seinem Debüt dominieren düstere Braun- und Grautöne, die bereits erahnen lassen, welch unerfreuliche Richtung der Streifen einschlagen wird und die dem Streifen einen ganz individuellen Look verleihen, der nicht selten an teures Mainstream-Kino erinnert. Unheilvoll geht es in MINDSCAPE zu, was vor allem an der unterkühlten Darbietung von ANNA-Schauspielerin TAISSA FARMIGA liegen mag, die Zuschauer und dem beauftragten Erinnerungs-Detektiv nach nur wenigen Minuten zu verstehen gibt, wer hier am längeren Hebel sitzt. Während sich Psychologe John in den Kopf seiner unberechenbaren Patientin beamt und noch einmal einschneidende Erlebnisse aus Annas Leben durch die Mangel nimmt, wittert der Filmfan schon recht früh, dass seine minderjährige Patientin keines dieser schwer traumatisierten Unschuldslämmchen ist. Die manipuliert rasch die eigenen Erinnerungen, damit ihr Gegenüber in Annas Kopf die heile Welt zu sehen bekommt. Aber auch außerhalb der Gedankenwelt wird für Verwirrung gestiftet. Die gute Anna scheint ein geschicktes Händchen für das Legen falscher Fährten zu besitzen und John ein ausgeprägtes Talent Selbige zu wittern. Am Ende sitzt der gutgläubige Therapeut in der Falle und sein Leben rauscht den Bach hinunter. Mit unerwarteten Wendungen jongliert Macher JORGE DORADO übrigens sehr selbstsicher, denn im letzten Teil der Handlung geht es drunter und drüber. Der clever verschachtelte Erinnerungs-Battle mündet in einem ziemlich hinterlistigen Finale, in dem der obligatorische Plottwist selbstverständlich auch nicht fehlen darf. Gut angelegt sind die klug inszenierten 90 Minuten Thrill auf jeden Fall, denn mit seinem Erstling beweist DORADO, dass er den meisten Suspense-Experten in nichts nachsteht. Sein Debüt MINDSCAPE überzeugt durch hervorragende Schauspielleistung und gut geschriebenem Drehbuch. Dass MINDSCAPE ein kleiner Geheimtipp geworden ist, dürfte aber auch an Produzent JAUME COLLET-SERRA gelegen haben, der vermutlich genug Potenzial im Script gesehen hat, um den Film mitzufinanzieren. Der gebürtige Spanier ist nämlich Profi in Sachen Suspense und hat neben UNKNOWN IDENTITY (2011) auch den Psycho-Schocker ORPHAN – DAS WAISENKIND (2009) gedreht. Vergleicht man den Letzteren mit MINDSCAPE dürfte man mit Sicherheit so einige Parallelen entdecken.
 
 
 


 
 
 

MINDSCAPE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Willkommen in der schockierenden Gedankenwelt einer hinterlistigen 16-jährigen: MINDSCAPE ist ein fieser, wendungsreicher und clever geschriebener Hochspannungs-Thriller der Extraklasse, dem wir an dieser Stelle das Prädikat „Geheimtipp“ verleihen wollen. Der Spanier JORGE DORADO hat für sein Erstwerk mit TAISSA FARMIGA eine hervorragende Soziopathin gewinnen können, die auch ohne Blutvergießen reichlich Angst und Schrecken verbreitet. MARK STRONG als kahlköpfiger Erinnerungs-Detektiv ist zwar ebenso ambitioniert bei der Sache, kann jedoch seiner Schauspielkollegin (wie sein Charakter im Film) nicht das Handtuch reichen. Unterm Strich wird dem Fan verzwickter Supense-Thriller einen wirklich sehenswerten Genrefilm geboten, der mal wieder klarstellen möchte, dass sich selbst hinter der Fassade kindlicher Naivität das unberechenbar Böse verstecken kann.
 
 
 


 
 
 

MINDSCAPE – Zensur

 
 
 
In MINDSCAPE regiert Thrill und Suspense. Blut gibt es hier eigentlich gar nicht zu sehen, Gewalt ebenso wenig. Aufgrund des düsteren Inhalts wurde der Film von der FSK erst ab 16 Jahren freigegeben.
 
 
 


 
 
 

MINDSCAPE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Studiocanal

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mindscape; Frankreich, Spanien, USA 2013

Genre: Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interview mit Taissa Farmiga und Mark Strong, Making of, Geschnittene Szenen, Trailer, TV-Spots

Release-Termin: 20.11.2014

 

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MINDSCAPE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Inception (2010)
 
The Cell (2001)

Filmreview: „The Butterfly Room“ (2012)

butterfly room 2012
 
 
 

THE BUTTERFLY ROOM

Story

 
 
 
Die in die Jahre gekommene Ann (Barbara Steele) erlebt ihren zweiten Frühling. Kinder liebt sie über alles, vor allem dann, wenn diese mit der mysteriösen Dame viel Zeit verbringen. Doch hinter der Fassade der gutherzigen und spendablen Frau verbirgt sich das unberechenbare Böse …
 
 
 


 
 
 

THE BUTTERFLY ROOM – Kritik

 
 
 
Die Liebe einer Mutter stirbt nie. Das mag auch für Nachbarin Ann (BARBARA STEELE) gelten, die einfach derart viel Liebe zu vergeben hat, dass sie gleich für mehrere (ihr fremde) Kinder reicht. Doch die nette, alte Dame von nebenan hat auch ihre Problemchen, denn einen wirklich guten Draht zu ihrer eigenen, erwachsenen und übertrieben hysterischen Tochter Dorothy (HEATHER LANGENKAMP) scheint die gute Frau nicht zu haben. Umso erfreulicher, dass die allein erziehende Mutter Claudia (ERICA LEERHSEN) mit Tochter Julie (ELLERY SPRAYBERRY) in das gegenüberliegende Apartment einzieht. Schnell ist ein guter Kontakt zur neuen Nachbarin aufgebaut, so dass die kleine Julie hin und wieder Zeit mit der schrulligen Ann verbringen kann, wenn Mutter Claudia mal wieder etwas länger auf der Arbeit benötigt. Doch mit der älteren Dame scheint irgendwas im Argen zu liegen. Nachts dringen geheimnisvolle Geräusche aus ihrer Wohnung und Menschen verschwinden spurlos, die zuletzt mit der Rentnerin in Verbindung gestanden haben. Alles hat den Anschein, als wenn Anns mysteriöser Schmetterlingsraum ein Geheimnis wahrt zu dem Julie der Zutritt verboten wurde.
 
Der Giallo ist zurück. Das Subgenre des Thrillers wurde von Horror-Kultikone MARIO BAVA (BLUTIGE SEIDE) Mitte der 60er begründet und hat Dank DARIO ARGENTO und SERGIO MARTINO in den 70ern eine Blütezeit erlebt. Seit einigen Jahren versucht man den scheinbar vergessenen Vorläufer des amerikanischen Slasher-Films wieder aufleben zu lassen. Visuell sehr reizvolle und effizient inszenierte Streifen wie GIALLO (2009) oder MASKS (2011) brachten erneut spannendes Krimi-Feeling in die Wohnzimmer und verhalfen dem einst schmuddeligen Giallo zu neuem Glanz. Auch JONATHAN ZARANTONELLO ist ein großer Verfechter jener Filmgattung. Der wollte mit seinem THE BUTTERFLY ROOM nur zwei Dinge: Eine Hommage an den berüchtigten Giallo-Thriller der 70er mit all seinen Lieblingsdarstellern drehen und einen Film in die Kinos bringen, in dem eine Frau unschuldige Kinder gemeingefährlich um die Ecke meuchelt. Ersteres ist ihm zumindest auf jeden Fall eindrucksvoll gelungen. THE BUTTERFLY ROOM entpuppt sich als Klassentreffen der Altstars des Horrorgenres. Wir sehen BARBARA STEELE als bemitleidenswerte und skrupellose Alte, die bereits in Bavas Klassiker DIE STUNDE WENN DRACULA KOMMT (1960) zu sehen war und dort glänzen konnte. Die Darsteller-Riege wird ergänzt durch Scream Queen HEATHER LANGENKAMP, die es vor mehr als 30 Jahren mit Kinderschlächter Freddy Krueger (ROBER ENGLUND) aufnahm und sich im ersten NIGHTMARE ON ELM STREET um Kopf und Kragen schrie. Außerdem ließen es sich Regisseur JOE DANTE (GREMLINS) und CAMILLE KEATON (das Opfer aus dem Original I SPIT ON YOUR GRAVE) nicht nehmen, mal kurz durchs Bild zu huschen, damit die Klassikerfans unter den Filmzuschauern feuchte Höschen bekommen.
 
THE BUTTERFLY ROOM ist ein durchweg sehenswerter Genrebeitrag, was vor allem daran liegen mag, dass ZARANTONELLO dem Horrorfreund nicht die ewig gleiche Brühe vorsetzt, die er schon in zig anderen Möchtegern-Schockern gesehen hat. Sein dritter Spielfilm hat es wahrlich in sich und besinnt sich zu den Wurzeln des Horrors zurück, die das Genre einst zu erfolgreich gemacht haben. Mit überschaubarem Budget erzählt er eine puzzleartige und packende Geschichte, die nie zuviel verrät und mittels intelligent eingestreuter Zeitsprünge von der düsteren Vergangenheit eines betagten, vereinsamten und mordenden Mütterchens berichtet. Hierbei scheint STEELE als meuchelnde Oma perfekt gewählt. Sie agiert zwar ab und an (bewußt?) sonderbar und unbeholfen vor der Kamera, findet aber stets den Spagat zwischen ausgefuchstem Biest und gutherziger Übermutter, der man das eiskalte Killerspiel irgendwie gar nicht übel nehmen will. Im Gegensatz zu den üblichen Verdächtigen der bekannten Gallio-Ära hält sich ZARANTONELLO mit der Zurschaustellung von Grausamkeiten dezent zurück. Großmütterchen Ann schreitet zumeist im Affekt zur Tat und hat eine ganz eigene Methode zur „Müllbeseitigung“ für sich entwickelt, was man natürlich zu keiner Zeit hinterfragen sollte (ist ja schließlich auch ein Horrorfilm), scheint doch Ann im Film mit Bärenkräften gesegnet worden zu sein.
 
Auch wenn es sich bei THE BUTTERFLY ROOM um unverbrauchte Genreware mit viele Liebe zum Detail handelt, hinterlässt das etwas sehr überstützte und viel zu kurze Finale einen recht faden Nachgeschmack. Selbstverständlich arbeitet ZARANTONELLO daraufhin hinaus, dass das perfide Treiben der merkwürdigen Dame am Ende entdeckt wird. Was anfänglich noch nahezu akribisch durchgeplant zu vertuschen versucht wird, verliert am Ende an Wichtigkeit. Ann stapft unüberlegt in ein Fettnäpfchen nach dem anderen und stolpert so in ein Finale, das man fast schon als zwanghaft konstruiert und arg grobmotorisch bezeichnen könnte. Immerhin bleibt das Rätsel um Anns titelgebenden Schmetterlingsraum bis kurz vor Ende gut verschleiert, was auf jeden Fall knapp 90 fesselnde Minuten verspricht. Die sind definitiv gut angelegt, punktet THE BUTTERFLY ROOM doch mit einer unverbrauchten Thriller-Thematik, die zudem sogar auch noch intelligent umgesetzt wurde. Leider hat es bisher noch kein deutscher Verleih riskiert den absolut sehenswerten Streifen auszuwerten, was schon mehr als grotesk anmutet, wenn man sich die Schundwerke anschaut, die tagtäglich in den deutschen Handel gebracht werden. Sollte es dennoch soweit sein: Vormerken und anschauen, denn THE BUTTERFLY ROOM ist eine wirklich liebenswert-schrullige Verbeugung vor den ganz großen Giallo-Regisseuren der 70er Jahre.
 
 
 


 
 
 

THE BUTTERFLY ROOM – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Ein absoluter Leckerbissen für jeden Horrorfan. THE BUTTERFLY ROOM lässt den längst vergessenen, schmuddligen Giallo der 70er Jahre erneut aufleben und haucht ihm sogar noch frischen Wind ein. Selten hat man einen derart betagten Killer auf der Mattscheibe erlebt, der so ausgefuchst und raffiniert zur Tat schreitet, dass im Gegensatz dazu Genre-Kollegen wie Meyers, Voorhees und Co. in Rente gehen können. Regisseur JONATHAN ZARANTONELLO hat alles richtig gemacht und ein kleines Meisterwerk geschaffen, das den ganz großen Giallis der 70er in nichts nachsteht. Wenn nur andere soviel Herzblut in ihr Schaffen investieren würden, gäbe es schon längst nicht mehr so viele minderwertige Filme wie es aktuell der Fall ist. Von uns gibt es daher auch für THE BUTTERFLY ROOM fast volle Punktzahl und den Hinweis auf Horror-Pflichtprogramm!
 
 
 


 
 
 

THE BUTTERFLY ROOM – Zensur

 
 
 
Hierzulande konnte THE BUTTERFLY ROOM problemlos die FSK passieren. Da im Film nur wenige Grausamkeiten gezeigt werden, die zudem kaum blutig sind, wurde der Streifen ab 16 Jahren freigegben. Die Kaufhausversion ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE BUTTERFLY ROOM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the-butterfly-room-blu-ray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Butterfly Room; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0, Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min. (uncut)

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 10.06.2014

 
 
 

Butterfly Room – Vom Bösen besessen [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE BUTTERFLY ROOM – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sleep Tight (2011)
 
Das Kindermädchen (1990)
 
Fear – Wenn Liebe Angst macht (1996)
 
Stepfather (1987)
 
Stepfather (2009)
 

Filmreview: „Last Passenger“ (2013)

last-passenger-2013
 
 
 

LAST PASSENGER – ZUG INS UNGEWISSE

Story

 
 
 
Lewis Shaler (Dougray Scott) ist vielbeschäftigter Arzt und alleinerziehender Vater. Auf dem Weg nach Hause begibt er sich mit seinem kleinen Sohnemann in den letzten Zug nach London, wo er der schönen Fremden Lewis ( Kara Tointon) begegnet und sich ihr sofort verbunden fühlt. Doch die Liaison währt nicht lang. Als der Zug nicht wie erhofft am Zielbahnhof ankommt, die Notbremsen nicht zu funktionieren scheinen und weit und breit kein Zugbegleiter anzutreffen ist, schwant den wenigen Passagieren Übles. Ein irrer Selbstmörder hat die Kontrolle des Zugs übernommen und will unweigerlich mit Gefährt und Besatzung in den Tod rasen. Können die Reisenden ihrem Schicksal entkommen?
 
 
 


 
 
 

LAST PASSENGER – Kritik

 
 
 
Führt man sich einmal viele durchaus gelungene Horrorfilme der letzten Dekaden vor Augen, so fällt verblüffend oft auf, dass es sich hier um Genrebeiträge handelt, die von Jungregisseuren inszeniert wurden, die vorher wenige bis gar keine Regieerfahrungen vorweisen konnten. Gerade im Horrorbereich scheint der Trend allmählich weg vom kommerziellen Mainstream, hin zum günstig hergestellten Independentfilm zu gehen, wobei das natürlich nicht zwangsläufig negativ gewertet werden sollte. Auch der vorliegende LAST PASSENGER ist einer dieser einfallsreich umgesetzten Filmbeiträge, der ohne millionenschweres Budget auskommen musste und es trotzdem schafft, den Puls des ahnungslosen Zuschauer ordentlich in die Höhe zu treiben. Regisseur und Co-Drehbuchautor OMID NOOSHIN, der zuletzt auf dem Gebiet des Kurzfilms einige Regie-Erfahrungen sammeln konnte, inszeniert mit LAST PASSENGER seinen ersten abendfüllenden Spielfilm und beweist mit seiner minimalistisch erzählten Geschichte eindrucksvoll, dass es manchmal nur ein wenig Einfallsreichtums bedarf, einen schweißtreibenden und spannenden Schocker zu realisieren. Das sah vermutlich auch das britische Produktionshaus UK FILM COUNCIL (IRON LADY und MY WEEK WITH MARYLIN) so und fungierte als verlässlicher Geldgeber.
 
In LAST PASSENGER erlebt der Filmfreund die hilflosen Interaktionen einiger ahnungsloser Reisender, die vehement alles erdenklich Mögliche unternehmen, um einen außer Kontrolle geratenen Zug in ihre Gewalt zu bringen und das eigene Überleben zu sichern. Hierbei versucht Regisseur OMID NOOSHIN sein erschütterndes Szenario so glaubwürdig wie möglich zu zeichnen. Auch wenn die Verhaltensmuster der wenigen Fahrgäste zu Beginn noch den vermeintlich typischen Klischees des Genres unterliegen, so ändert sich das im Verlauf der Handlung, so dass LAST PASSENGER am Ende sogar gänzlich ohne Unsympathen auskommt. Das Verhalten der wenigen Fahrgäste erscheint vollkommen nachvollziehbar, ihre Verzweiflung wirkt stets authentisch, wobei sich der Zuschauer nicht nur einmal dabei ertappen dürfte, das Szenario selbst zu hinterfragen und dabei eine Antwort zu finden, wie er sich selbst in einer derart verzweifelten Situation verhalten würde. Auch wenn die zugrundeliegende Idee des Films nicht wirklich originell erscheint und die Charaktere ein wenig Zeit benötigen, um die zündenden, letztlich rettenden Gedanken in die Tat umzusetzen, so schafft es NOOSHIN mit einer Leichtigkeit, eine erschreckend klaustrophobische Atmosphäre zu erzeugen, die den Grundton der Geschichte vortrefflich zu unterstreichen weiß. Hier sorgt nicht die Enge der Zugabteile für ein beklemmendes Angstgefühl, sondern die Hilflosigkeit der Charaktere, die vorerst rein gar nichts unternehmen können, den Zug stoppen zu können. Wer gerade gegen Filmmitte einige der durchaus adrenalinfördernden Szenen kaum ertragen kann und nicht hinschauen mag, wenn die Fahrgäste versuchen von Außen die Abteile zu entkoppeln, dem sei an dieser Stelle vergewissert, dass der Film natürlich ein gutes Ende nimmt.
 
Dennoch, bis der erlösende Abspann über den Bildschirm flimmert, erlebt der Filmfreund Suspense-Unterhaltung aller erster Güte. Wer eine Vorliebe für kurzweilig-unterhaltsames Thriller-Kino hegt, ist mit LAST PASSENGER optimal beraten. Ein Thriller der zwar nicht ganz befreit von budgetbedingten Schnitzern ist; für ein Regie-Debüt jedoch erstaunlich souverän in Szene gesetzt wurde.
 
Von daher: Nächster Halt: LAST PASSENGER – wir wünschen eine gute Fahrt! .
 
 
 


 
 
 

LAST PASSENGER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Schweißtreibend inszenierter Suspense-Thriller für Nervenstarke. Ein Beitrag, der gerade für jene Genre-Fans interessant sein dürfte, die ein Faible für sauber inszenierte Filme hegen, deren Spannungsschraube von Minute zu Minute fester gezogen wird. Überraschend guter Indie-Beitrag!
 
 
 


 
 
 

LAST PASSENGER – Zensur

 
 
 
Der Film ist nicht brutal und zeigt kaum Grausamkeiten. Zwar sterben im Film auch Menschen, der FSK war der packende Zugentführungs-Thriller aber immerhin eine FSK12 wert und ist somit auch für Minderjährige geeignet.
 
 
 


 
 
 

LAST PASSENGER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
LAST PASSENGER Blu-ray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Last Passenger; Großbritannien 2013

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK 12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making Of, Featurette, Interviews, B-Roll, Visual Effects, Sound Design

Starttermin: 17.01.2014

 
 
 
LAST PASSENGER ist ein kleiner Indie, der mit wenig Budget auskommen musste und das merkt man auch. Vor allem beim Bild der Blu-ray aus dem Hause UNIVERSUM FILM macht sich das magere Kapital bemerkbar. Das Bild ist viel zu hell und schaut durchweg milchig und arg kontrastarm aus. Zudem sind die Farben verwaschen, was aber immerhin zum Charakter der altmodischen Wagon-Kulisse passt. Beim Ton schaut es da schon etwas besser aus. Die Stimmen sind stets klar zu verstehen und die klapprigen Umgebungsgeräusche des Zugabteils sorgen für eine angenehme Räumlichkeit. Kommt es dann ab Filmmitte zum Zusammenprall mit einem Auto scheint das Heimkino aus seinem Winterschlaf zu erwachen. Der anfänglich eher zurückhaltende und eher dialogreiche Thriller überrascht mit lautem Getose, das druckvoll aus den Boxen schallt. Zudem kommt in den wenigen Actionszenen der Subwoofer vermehr zum Einsatz. Vor allem die Explosion gegen Filmende überzeugt. Im wirklich hübsch animierten Hauptmenü findet der Zuschauer selbstverständlich eine kleine Anzahl an Extras. Die sind zwar recht übersichtlich ausgefallen, überzeugen aber durch Qualität. So gibt es ein Making of (ca. 3 Minuten), eine B-Roll (ca. 6 Minuten) und 13 Interviews mit diversen Beteiligten (ca. 30 Minuten) zu sehen. Weiterhin haben noch drei Features über die Kameraarbeit, die visuellen Effekte und das Sound Design (zusammen ca. 13 Minuten) den Weg auf die Blu-ray gefunden. Ein BD-Live-Zugang und der Trailer in Deutsch und Englisch runden das Extrapaket ab. Leider gibt es mal wieder keine deutschen Untertitel für die Boni, so dass die meisten Extras kaum zu gebrauchen sind. Dafür entschädigt eine umfangreiche Trailershow mit sechs weiteren Filmen aus dem Katalog des Anbieters. Wer sich immer noch nicht mit dem FSK-Flatschen anfreunden kann, darf den Einleger gern umdrehen, denn ein Wendecover liegt bei.
 
 
 

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LAST PASSENGER – Trailer

 
 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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