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Beiträge mit Schlagwort “Thriller 2014

Filmkritik: „Where the Devil Dwells“ (2014)

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WHERE THE DEVIL DWELLS

Story

 
 
 
Der psychisch kranke Sohn (WALTER PEÑA) eines getöteten Serienmörders wird aus der Anstalt entlassen und darf einem geregelten Leben in den eigenen vier Wänden nachgehen – unter strenger Aufsicht und hohen Sicherheitsauflagen versteht sich. Leider passieren dort bald seltsame Dinge.

 
 
 


 
 
 

WHERE THE DEVIL DWELLS – Kritik

 
 
 
Was hätte das bloß für psychische Auswirkungen auf den Nachwuchs, wenn sich herausstellen würde, dass die Eltern unberechenbare Serienmörder wären und ahnungslose Menschen im Namen Satans abgeschlachtet hätten? Wenn es nach Regisseur MARC-ANDRE SAMSON geht, dann nähmen die finsteren Machenschaften der Eltern maßgeblichen Einfluss auf die psychologische Entwicklung und das Leben der Kinder, die im Erwachsenenalter erhebliche Schwierigkeiten bekommen, sich ohne Weiteres in die Gesellschaft einzugliedern. Just diese These bildetet das Fundament des Psychothrillers WHERE THE DEVIL DWELLS. Der wurde mit einem schmalen Budget von 50.000 US-Dollar gedreht und zeigt mal wieder, dass sich Horror nicht nur durch Mordszenen und Publikums-Erschrecken definiert. MARC-ANDRE SAMSON ist eigentlich bekannt für visuelle Effekte teurer Hollywoodproduktionen wie CABIN IN THE WOODS oder I AM LEGEND. Neuerdings dreht er aber auch selbst Filme – mit bedeutend weniger Budget. Dass das nicht zwangsläufig Schlechtes bedeuten muss, haben schon viele Indie-Produktionen gezeigt. Was zählt sind Ideen und Improvisationstalent. Über beides verfügt WHERE THE DEVIL DWELLS reichlich.
 
 
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In WHERE THE DEVIL DWELLS muss sich Protagonist Lenard Vasquez der Vergangenheit stellen. Er ist der Sohn des verstorbenen Serienkillers Oren „The Butcher“ Vasquez (DAVID O’HARA) und leidet an paranoider Schizophrenie. Nachdem er einen Mann fälschlicherweise als Satanisten bezichtigt und ihn körperlich angreift, wandert er in die Psychiatrie. Nach einiger Zeit wird er entlassen und soll die Reststrafe als Hausarrest in der eigenen Wohnung absitzen. Hierfür wird ihm vom diabolischen Sheriff Don Miller (SCOTT ANTHONY LEET) ein Sensor ans Bein geheftet, der es ihm verbietet, das Grundstück zu verlassen. Doch die Freude über die milde Haftstrafe währt nicht von langer Dauer. Satanistische Symbole pflastern bald den Eingangsbereich des Hauses und geopferte Tiere liegen vor der Tier. Zudem passieren allerhand schaurige Dinge, die sich Lenard nicht erklären kann. Spukt es im Haus oder ist hier jemand zu makabren Scherzen aufgelegt? Die seltsamen Ereignisse verunsichern den psychisch gebeutelten Helden zutiefst. Zunehmend fragt er sich, ob die Streiche nur seinem kranken Geist erscheinen oder tatsächlich passieren. Der Zuschauer wird’s erfahren.
 
 
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Was harmlos beginnt, wird immer verwirrender. Das ist Kern dieses psychologischen Horrorstücks, das sich dank gelegter Fährten und geschickt platzierter Anhaltspunkte ziemlich gekonnt in Manipulation übt. So verschwimmen schon bald die Grenzen von Fiktion und Realität. Üble Scherze, ist der Vater von den Toten auferstanden oder sind die Geschehnisse Manifestation eines kranken Kopfes? Die Antwort wird von Regisseur MARC-ANDRE SAMSON gut gehütet, der erst nach und nach lüftet, was er sich da im Drehbuch clever zusammengekritzelt hat. Das hält den Spannungsbogen konstant und fesselt einen vorm Bildschirm, zumal sein Macher das Verwirrspiel mit allerhand Wendungen und Twists gespickt hat, die sich gegen Ende sogar den Rang ablaufen. Bleibt zu erwähnen, dass man sich vom eher gemächlichen Einstieg nicht abschrecken lassen sollte. Gewinnt WHERE THE DEVIL DWELLS an Fahrt, ist er nicht mehr zu bremsen. Ein gutes Beispiel dafür, dass man auch mit kleinem Geld, interessante Horrorfilme drehen kann. Mehr davon!
 
 
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WHERE THE DEVIL DWELLS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kleines Budget, aber oho. Raffiniertes Psychospiel mit fiesen Wendungen und tatsächlich überraschender Auflösung. Man sollte sich nicht von den gemächlich erzählten ersten dreißig Minuten dieser gemeinen Charakterstudie abschrecken lassen. WHERE THE DEVIL DWELLS hat einige Asse im Ärmel. Im Film ist Figur Lenard Vasquez in einer Art eigenem Fegefeuer gefangen und wird jeden Tag aufs Neue daran erinnert, was für ein Monster der Vater doch war. Der war einer der bösartigsten Serienkiller des Landes und mit dem Satan im Bunde. Psychisch hat das Spuren beim Sohnemann hinterlassen, der nun mit Medikamenten versucht, das missratene Leben wieder in den Griff zu bekommen. Leider neigen die sich die Pillen bald dem Ende, was für allerhand Verwirrung bei Zuschauer und Filmheld sorgen wird. WHERE THE DEVIL DWELLS ist ein taktisch gut durchdachtes Verwirrspiel, das seine Trümpfe in den letzten zwanzig Minuten ausspielt. Dort überschlagen sich die Ereignisse und es kommt zum blutigen Showdown. Regisseur MARC-ANDRE SAMSON spielt hier ein makabres Psychospiel und überzeugt auf ganzer Linie. Da will man sich nicht vorstellen, was aus WHERE THE DEVIL DWELLS geworden wäre, wenn millionenschweres Budget zur Verfügung gestanden hätte und die Hauptrolle von Hollywoods A-Prominenz besetzt gewesen wäre. Vielleicht krallt sich die Traumfabrik die Remakerechte. Macher MARC-ANDRE SAMSON könnte da sicherlich vermitteln. Der war nämlich in der Abteilung „Visuelle Effekte“ an manchem Hollywood-Blockbuster beteiligt.
 
 
 


 
 
 

WHERE THE DEVIL DWELLS – Zensur

 
 
 
WHERE THE DEVIL DWELLS beginnt eigentlich recht harmlos. Erst im Finale geht es kräftig zur Sache. Da werden Hälse aufgeschnitten und von Schusswaffen Gebrauch gemacht. Mit viel Glück gibt es eine FSK16. Eine Erwachsenenfreigabe wäre aber realistischer.
 
 
 


 
 
 

WHERE THE DEVIL DWELLS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei Midnight Releasing)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Darling (2015)
 
Enter the Dangerous Mind (2013)
 
Hemorrhage (2012)
 
Simon Killer (2012)
 
Magic Magic (2013)
 
The Babadook (2014)
 

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Filmkritik: „Hidden in the Woods“ – Remake (2014)

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HIDDEN IN THE WOODS (REMAKE)

Story

 
 
 

Zwei Mädchen können sich zusammen mit ihrem kleinen Bruder aus den Fängen des tyrannischen Vaters befreien und begeben sich auf eine Reise voller Gefahren.

 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Kritik

 
 
 
Nicht ein einziges Jahr vergeht, in dem mindestens ein Horrorfilm gedreht wird, der die Geister in zwei Lager teilt. Das passiert vor allem immer dann, wenn Filme entstehen, die einzig darauf abzielen, mit möglichst viel Gewalt und polarisierendem Inhalt maximalen Reibach zu machen. So geschehen auch im Falle des chilenischen EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD (internationaler Titel: HIDDEN IN THE WOODS), der 2012 aufgrund seiner recht kontroversen Thematik die Horrorfans gegeneinander aufbrachte. Sein Regisseur, PATRICIO VALLADARES, nutzte geschickt Stilmittel des Exploitationfilms der 1970er und eckte damit vor allem bei den Zensurbehörden an. Auch die deutsche FSK verstand angesichts der Erniedrigung, Demütigung und Vergewaltigung wehrloser Frauen keinen Spaß, was dazu führte, dass der krude Genre-Mix aus Kannibalismus, Rape-and-Revenge und Überlebens-Thriller hierzulande kräftig Federn lassen musste. Trotz der semi-professionellen Machart fand der chilenische Exploitationer trotzdem viele Fans. Zu denen rechnet sich wohl auch der amerikanische Schauspieler MICHAEL BIEHN, der laut der Filmzeitschrift FANGORIA bis dato noch nie einen so heftigen Film gesehen hatte. Wegen seines realen Hintergrunds (das Original beruht angeblich auf wahren Begebenheiten) nahm ihn Biehn nicht einmal als unnötig brutal oder sonst ausbeuterisch wahr. Die weltweit stattfindende Gewalt gegenüber Frauen und deren (sexuelle) Ausbeutung muss gestoppt werden, forderte er in Interviews. Noch immer sei es an der Tagesordnung, dass Frauen sexuell missbraucht würden.
 
 
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Warum er sich mit dieser Kontroverse anschließend nicht tiefgründig in Form eines glaubhaften Dramas beschäftigt hat, weiß wohl nur Biehn selbst. Stattdessen beauftragte er den chilenischen Regisseur PATRICIO VALLADARES, seinen EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD für den amerikanischen Filmmarkt neu zu interpretieren. Die Finanzierung des Streifens kam zwar vom hauseigenen Produktionsstudio, doch das perverse Endprodukt spottet jeglicher Beschreibung. Dem chilenischen Filmemacher PATRICIO VALLADARES gelang das Kunststück aus der ohnehin schon missratenen Vorlage ein noch schlechteres Remake zu inszenieren, das obendrein nur aus einer Aneinanderreihung fragwürdiger Szenen besteht. Das muss ihm erst mal jemand nachmachen.
 
 
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Die Neuverfilmung mit dem Titel HIDDEN IN THE WOODS beginnt für zwei heranwachsende Schwestern nebst kleinem Bruder nicht gerade rosig. Die Mutter ist früh gestorben, weshalb der Vater (MICHAEL BIEHN aus THE VICTIM, ALIENS – DIE RÜCKKEHR oder PSYCH: 9) die Kinder großzieht und sich regelmäßig an ihnen vergeht. Jahre nach den täglichen psychischen und physischen Attacken des Familienoberhaupts soll damit Schluss sein. Die Geschwister wollen sich der Polizei anvertrauen und die Behörden von den gesetzesfernen Machenschaften des Vaters unterrichten. Der missbraucht seine Kinder nicht nur regelmäßig, sondern handelt zudem mit größeren Mengen an Drogen. So wandert der Vormund nach einem blutigen Amoklauf sogar ins Gefängnis, ruft aber das Interesse seines Bruders auf den Plan. Der hat nun Sorge um seine Drogen, die der Inhaftierte bei sich zu Hause verstecken sollte. Ein fleißiges Familienunternehmen. Was folgt wird für die fliehenden Kinder kein Zuckerschlecken. Die sind nun nicht mehr nur auf der Flucht vor dem tyrannischen Vater, sondern müssen sich auch noch vor den Launen des psychopathischen Onkels in Sicherheit bringen, der seine Drogen zurückhaben möchte – koste es was es wolle.
 
 
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Von häuslicher Gewalt, gesetzesfremden Bürgern und einem ernstlich verschobenen Frauenbild. Das Remake zu HIDDEN IN THE WOODS bietet im Grunde viel Zündstoff, der aber durch die exploitationhafte Inszenierung an Schlagkraft verliert. Neben verrohter Sprache und ebensolcher Gewalt hat der Film eines der haarsträubendsten Drehbücher zu bieten, die man in den letzten Jahren zu sehen genötigt wurde. Darin passiert reichlich Willkürliches und Unglaubhaftes. Man schüttelt den Kopf in Fassungslosigkeit. Weil jeder Handlungsstrang ins Extreme abdriften muss, ist das was in HIDDEN IN THE WOODS geboten wird Gewalt-Fetischisierung pur. Der Film schert sich keinen Deut, tiefgründiger in die Seelen von Täter und Opfer zu blicken. Stattdessen zelebriert er Gewalt der Gewalt wegen und um Fans derberer Unterhaltung glücklich zu stimmen. Sonderlich glaubwürdig ist hier gar nichts. Quälend dumme Dialoge gesellen sich zu hündisch schlechten Schauspielleistungen, die aber zumindest das kaum vorhandene Niveau des Streifens noch einmal ganz trefflich unterstreichen. Damit bleibt die amerikanische Version zu HIDDEN IN THE WOODS weit hinter den Erwartungen jener Filmfans zurück, die daran geglaubt haben, dass mit größerem Budget mehr heftige und professionell inszenierte Gewalteffekte umgesetzt würden. Sicher, die Neuauflage bietet genaug brutales Material – zu genüge sogar. Leider verfehlen all die roh zelebrierten Abartigkeiten im Film die nötige Intensität, weil ihnen dieser gewisse semi-professionelle Schmuddel-Charakter fehlt, der manchen Brutalo-Moment im spanisch-sprachigen Original noch unangenehmer zur Geltung kommen ließ. Was bleibt ist ein leidlich spannender True-Crime-Thriller mit Hang zum Extremen, der zwar zahlreiche Gewaltakte abspult, aber den Fan des Groben doch unbeeindruckt vor der Glotze zurücklässt. Alles schon mal gesehen – und das sogar weitaus besser. Wir empfehlen: Abschalten.
 
 
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HIDDEN IN THE WOODS – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Ein Brutalo-Werk sondergleichen. HIDDEN IN THE WOODS ist die Neuverfilmung eines auch schon missratenen Films von 2012, dem das zweifelhafte Kunststück gelingt die miserablen Minus-Qualitäten der Vorlage noch in den Schatten zu stellen. Das Drehbuch ist eine lupenreine Schande, die Dialoge unter aller Kanone und die Schauspielleistungen mit viel gutem Willen als zweckmäßig zu betiteln. HIDDEN IN THE WOODS zielt ausschließlich darauf ab, einem bestimmten Publikum seinen Kick zu liefern. Zuschauer, denen im Genre gar nicht genug Frauen gequält, missbraucht und gefoltert werden können, werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen. Weil man aber mittlerweile so viele ähnlich gestrickte Streifen gesehen hat, berührt das Gezeigte keineswegs. Vor allem auch deswegen, weil sich die Figuren so unsinnig verhalten, dass man sich kaum mit ihnen identifizieren kann oder auch nur möchte. So wird Gewaltexzess an Gewaltexzess geklebt und mit reichlich milieugeschädigter Sprache unterstrichen. Betrachtet man die Liste aller inszenierten Remakes der letzten zehn Jahre, ist die Neuverfilmung von EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD die wohl erbärmlichste Neuinterpretation, die überhaupt das Licht der Zelluloid-Welt erblickt hat. Gott sei Dank hat die deutsche FSK wegen der vielen fragwürdigen Szenen einige Schnitte gefordert, so dass dem Zuschauer mehr Lebenszeit bleibt. In solchen Momenten zahlt sich die Arbeit der sonst so oft kritisierten Zensurbehörde endlich mal aus.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Zensur

 
 
 
Es werden Frauen missbraucht und wild um sich geschossen. Zudem kommt eine Kettensäge zum Einsatz. Was im Film gezeigt wird ist keineswegs für Kinder und Jugendliche geeignet. Das sah auch die FSK so. Die deutsche Fassung wurde zwar erst für Erwachsene freigegeben, ist aber um knapp drei Minuten geschnitten.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hidden in the Woods; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,78:1 (1080p) | 24 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Trailer

Veröffentlichung: 02.06.2016

 
 
 

Hidden in the Woods [Blu-ray] auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hidden in the Woods (2012)
 
I Spit on your Grave 2 (2013)
 
I’ll never die alone (2008)
 


Filmkritik: „Manhole – Bedrohung von unten“ (2014)

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MANHOLE – BEDROHUNG VON UNTEN

(MAEN – HOL | 맨홀)

Story

 
 
 

Ein Psychopath hat es sich in der Kanalisation gemütlich gemacht und fängt Menschen von der Straße weg, um im feuchten Zuhause etwas Gesellschaft zu haben.

 
 
 


 
 
 

MANHOLE – Kritik

 
 
 
Wenn man an südkoreanische Horrorfilme denkt, hat man unweigerliche Streifen vor Augen, in denen tote Geistermädchen mit bleich-geschminkten Gesichtern für das oft fremdverschuldete Ableben grausame Rache nehmen wollen. Dass Südkorea jedoch auch anders kann, haben diverse Filmemacher bewiesen, die sich meist von westlichen Horror-Trends inspirieren ließen, um so mehr Abwechslung in das eher geistererprobte asiatische Genrekino bringen zu können. Dabei ganz weit vorn und international erfolgreich – ein harter Serienkiller-Thriller, der auch hierzulande von Horrorfans positiv aufgenommen wurde: I SAW THE DEVIL. Darin geriet ein psychopathischer Serienkiller an einen tapferen Geheimdienstagenten, der brachiale Vergeltung für den Mord an der Verlobten forderte. Auch der folgende Thriller ist im Serienkiller-Genre angesiedelt. In MANHOLE – BEDROHUNG VON UNTEN (Originaltitel: MAEN-HOL) fängt ein Psychopath Frauen von der Straße, und spielt mit ihnen grausame Spiele. Was aber im genannten I SAW THE DEVIL den Puls des Zuschauers erhöht hat, ist in MANHOLE kaum der Rede wert. Die Frage nach dem Grund ist schnell beantwortet: Der Thriller ist dumm und langweilig.
 
 
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In MANHOLE – BEDROHUNG VON UNTEN verschwinden seit einiger Zeit Menschen spurlos. Unter den Vermissten viele Frauen und Kinder. Ein gravierendes Problem, was die örtliche Polizei vor Herausforderungen stellt. Weil die keine Hinweise findet, nimmt ein Vater (CHOI DEOK-MOON) das Gesetzt selbst in die Hand. Er sucht nach der verschollenen Tochter und verirrt sich bei seiner Suche in die städtische Kanalisation, wo er einem schrecklichen Geheimnis auf die Schliche kommt. Hier unter lauert das personifizierte Böse. Ein Psychopath (JEONG KYEONG-HO) hat es sich in den unterirdischen Abwasserkanälen gemütlich gemacht und lauert mit Hilfe öffentlicher Überwachungskameras ahnungslosen Opfern auf, die er später in seinen feuchten Unterschlupf entführt. Auch die taubstumme Soo-jeong (KI SAAE-RON) geht dem Killer in die Falle. Die war eigentlich gerade auf dem Heimweg, findet sich aber bald in der Höhle des Löwen wieder. Aber Rettung ist auf dem Weg. Die große Schwester (JEONG YU-MI) macht sich Sorgen und beginnt nach dem Familienmitglied zu suchen. Leider ahnt sie nicht, dass der Weg in ein Labyrinth aus dunklen Schächten führt, aus dem es kein Entkommen gibt.
 
 
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Wie man ein gutes Konzept am besten den Abfluss hinunterspült. Eigentlich besitzt MANHOLE alles, was man von einem reißerischen Horror-Thriller erwartet. So fehlt weder der geheimnisvolle Meuchler, noch schmuddelige Kulisse und schauriger Atmosphäre, die sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film zieht. Leider kommt wie so oft im Horrorfilm alles anders. Das von JAE-YOUNG SHIN inszenierte Regiedebüt hat ein Problem mit dem Erzählen einer Geschichte, denn permanente Dunkelheit und meterhohe Leichenberge allein machen aus einem einfallslosen Skript noch lange keinen guten Horrorschocker. In MANHOLE werden Menschen planlos durch eine Abwassertunnel gehetzt und treiben den Zuschauer mit nur selten nachvollziehbaren Handlungen in den Wahnsinn. Viel gesprochen wird nicht und Schicksale werden nur oberflächlich beleuchtet, was demzufolge dazu führt, dass es keine nennenswerte Charakterentwicklung gibt und die Figuren austauschbar bleiben. Mitfiebern wird da schwierig, zumal viel passiert, was keiner Logik entspricht. So schlüpft eine der Protagonistinnen zurück in die Kanalisation nachdem sie sich wieder in Freiheit befindet. Statt die Polizei zu benachrichtigen, eilt sie lieber den anderen Opfern zur Hilfe und verirrt sich erneut in einem Irrgarten aus Schächten und Gängen. So etwas ist selten dämlich.
 
 
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In MANHOLE – BEDROHUNG VON UNTEN bleibt die Spannung auf der Strecke. Zwischen dem Abhandeln von Horrorklischees (das Handy hat mal wieder keinen Empfang) und dem Abspielen immer gleicher Szenen wird Langeweile zum Launekiller. Das ist kein gutes Aushängeschild für einen Filmemacher, der in erster Linie mit angsteinflößendem Schaffen unterhalten möchte. Dennoch sollte man Erbarmen mit Regisseur JAE-YOUNG SHIN haben. Der hat mit MANHOLE das erste, eigene Drehbuch verfilmt und ist noch recht grün hinter den Ohren, was das Drehen von Filmen angeht. Zwar ist das Drehbuch mies und Gewalt gibt es nahezu kaum zu sehen, dafür punktet der Streifen auf visueller Ebene. Hektische Schnitte und ausgefallene Kamerawinkel sorgen für etwas Dynamik. Finstere Atmosphäre bewirkt unwohliges Magengefühl. Leider ist das auch schon das einzige, was hervorzuheben wäre – aber unterm Strich viel zu wenig. Wer sich nur die Perlen unter den asiatischen Genrefilmen herausfischt, sollte MANHOLE unbedingt von seiner Filmliste streichen. Das ist kein sehenswerter Streifen.
 
 
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MANHOLE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Schön gefilmter Horror-Thriller aus Südkorea, der trotz unwohliger Kulisse und unberechenbarem Babyface-Killer kaum der Rede wert ist. Letzterer hat mal wieder in der Kindheit Grausames ertragen müssen und dadurch psychischen Schaden erlitten, weshalb er sich nun eine neue Familie nach seinem Geschmack zusammenstellen möchte. Herr wirf Hirn vom Himmel, denn das sucht man hier vergebens. Täter wie Opfer verhalten sich selten dämlich und machen MANHOLE – BEDROHUNG VON UNTEN (OT: MAEN-HOL) zum Geduldsspiel. Wer Spannung braucht ist hier auf dem Holzweg. Vielmehr besteht der asiatische Genre-Streifen aus einer Aneinanderreihung immer gleicher Szenen und macht muntere Männer müde. Am besten meiden oder abschalten, denn die vergeudete Lebenszeit kann man anderweitig investieren.
 
 


 
 
 

MANHOLE – Zensur

 
 
 
Explizite Gewalt ist in MANHOLE – BEDROHUNG VON UNTEN Mangelware. Es gibt einen brennenden Körper zu sehen und einen Raum voller toter Menschen, die der Killer dort abgelegt hat, weil die Opfer nicht seinen Vorstellungen entsprachen. Weiterhin hängt ein Mädchen kopfüber in Folie eingewickelt von der Decke und ist dort qualvoll verendet. Ein anderes Opfer wird von einer Eisenstange mehrfach getroffen. Das Meiste passiert im Off oder wird nur angedeutet. Demzufolge ist MANHOLE FSK16-tauglich. Diese Freigabe hat der Streifen auch erhalten. MANHOLE – BEDROHUNG VON UNTEN ist derzeit auf NETFLIX zu sehen. Offenbar hat sich der Streaminganbieter die Rechte gekrallt.
 
 
 


 
 
 

MANHOLE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Shiver (2012)
 
Das Haus der Vergessenen (1991)
 
I Saw the Devil (2010)
 


Filmkritik: „Dealer – Trip in die Hölle“ (2014)

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DEALER – TRIP IN DIE HÖLLE

Story

 
 
 
Irgendwo in Paris: Nach vielen Jahren als Drogenhändler, Zuhälter und unangenehmer Zeitgenosse hat der blonde Dealer Dan (Dan Bronchinson) langsam keine Lust mehr auf das rohe Leben. Nur noch ein paar Tausend Euro fehlen ihm, um endlich seinen Traum zu verwirklichen. Er möchte mit seiner Tochter nach Australien zu fliegen und dem krummen Business ein für alle Mal den Rücken zu kehren. Die ungewöhnliche Anfrage seines besten Kunden kommt wie gerufen und scheint ein guter Weg zu sein schnell Geld verdienen zu können. Um das heikle Gut zu beschaffen, muss er sich in den gefährlichen Kreis von Kollege Delo (Bruno Henry) begeben. Doch Dans Tag gerät plötzlich aus den Fugen, als das prall gefüllte Kokainpaket verschwindet. Es folgen Stunden, die selbst den hartgesottenen Dealer vor große Herausforderungen stellen werden.

 
 
 


 
 
 

DEALER – Kritik

 
 
 
Wie auch bei menschlichen Begegnungen kommt es beim Film oft auf den ersten Eindruck an. Im Fall von Jean Luc Herbulots „Dealer“ reißt dieser erste Eindruck nicht nur die Aufmerksamkeit des Zuschauers mit Gewalt an sich. Er gibt auch ein halsbrecherisches Tempo vor, das der Film über die gesamte Laufzeit aufrecht erhalten kann. Mit einer Lauflänge von knapp 70 Minuten beschäftigt er sein Publikum nicht sonderlich lang, dafür kitzelt er aus jeder Minute das Maximum. Eine wild gefilmte, frenetisch geschnittene Einleitung wirft den Zuschauer förmlich in den Alltag des zwar ungemütlichen, aber dennoch charismatischen Filmhelden. Komplettiert mit obszönen Dialogen im Sperrfeuer, großen Texteinblendungen und Dans Erzählerstimme, stösst „Dealer“ schon in den ersten sechs Minuten vor den Kopf und stellt klar, was Sache ist. So zieht dieser fieberhafte Trip durch die Unterwelt an jedem gnadenlos vorbei, der nur eine Minute unaufmerksam ist.
 
 
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Nachdem in den ersten Filmminuten gefühlt die komplette Drogenszene abgehandelt wurde, schaltet „Dealer“ einen Gang herunter, was sich allerdings kaum bemerkbar macht. Noch immer ist der Tag des Hauptdarstellers und dessen darauf folgende Nacht eine Abfolge von flinken Schlägen in einer Kausalitätskette, die in ihrer stetigen Abwärtsbewegung dem Zuschauer kaum Zeit zum Atmen oder Nachdenken lässt. Während man Dan als ungemütlichen Zeitgenossen kennenlernt, wächst er dem Zuschauer wider Erwarten im Verlauf des Films ans Herz. Nach und nach kommt der müde, erschöpfte Kriminelle zum Vorschein, der von seiner Umgebung nicht nur genervt, sondern sichtlich krank ist.
 
 
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Apropos Umgebung. Regisseur Jean Luc Herbulot verwandelt die Stadt der Lichter in eine sprichwörtliche Drogenhölle, in der es vor Gewalt, Sex und Drogen nur so wimmelt. Mit profanem Dialog, schmutziger und stimmiger Kameraarbeit sowie fieberhaften Schnitttempo versetzt „Dealer“ den Zuschauer in eine instabile und äußerst gefährliche Welt, in der niemand sicher ist. Spätestens wenn der erste, skrupellose Mord über den Bildschirm flimmert, bewahrheitet sich eine von Dans vielen Überlebensweisheiten: „Du bist allein.“
 
 
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DEALER – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
In einem fieberhaften Tempo hat Jean Luc Herbulot einen rohen und skrupellosen Thriller inszeniert, der ebenso hektisch und chaotisch daherkommt wie das Leben seines Protagonisten. Auf der Jagd nach Freiheit und Unabhängigkeit begleiten wir den namengebenden Dealer auf einer brutalen Jagd durch den Untergrund von Paris. Ein gnadenloser, adrenalinreicher Thriller, der das Herz jedes Zuschauers schneller schlagen lässt. Zudem ist „Dealer“ nichts für schwache Nerven!
 
 
 


 
 
 

DEALER – Zensur

 
 
 
Dans Odysee punktet mit gepfefferten Gewaltspitzen. Der Bodycount ist zwar insgesamt gering, aber die wenigen Mord- und Folterszenen im Film sind ausgesprochen blutig und unangenehm inszeniert. Der Streifen hat in seiner ungeschnittenen Form keine Jugendfreigabe erhalten und besitzt den roten FSK-Sticker.
 
 
 


 
 
 

DEALER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) PIERROT LE FOU (limitiertes Blu-ray Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dealer; Frankreich 2014

Genre: Action, Drama, Krimi

Ton: Deutsch DTS HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 77 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | limitiertes Steelbook

Extras: Trailer, Interview mit Jean Luc Herbulot und Dan Bronchinson, Kurzfilme

Release-Termin: 06.11.2015

 

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DEALER – Trailer

 
 

 
 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei PIERROT LE FOU

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Crank (2006)
 
Crank: High Voltage (2009)
 
Colt 45 (2014)
 


Filmkritik: „Bait“ (2014)

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BAIT

(THE TAKING)

Story

 
 
 
Zwei strebsame Frauen, geraten in die Fänge eines gewissenlosen Kredithais, der mit den Damen ein krankes Spiel treibt. Doch die Freundinnen wissen sich zu wehren.
 
 
 


 
 
 

BAIT – Kritik

 
 
 
Unterschätze nie den Zorn wütender Frauen, denn der kann unberechenbar und tödlich sein. Im Horrorfilm scheint jene Weisheit für männliche Bösewichte auch Jahre nach I SPIT ON YOUR GRAVE und LAST HOUSE ON THE LEFT fremd zu sein, denn oftmals kommt denen die Einsicht zu spät, dass man Frauen weder betrügt, missbraucht oder hintergeht. Auch Regisseur DOMINIC BRUNT beschäftigt sich in seinem Rachethriller BAIT mit blutigem Geschlechterkampf und erzählt von Frauen, denen der Geduldsfaden reißt. Das passiert zur Freude des Zuschauers blutig und detailreich, steckt doch hinter BAIT nicht nur ein Regisseur, der Horrorfilme macht. In Interviews mit der Fachpresse erklärte Macher DOMINIC BRUNT, dass er eine unbeschreibliche Liebe zum Genre hegt. Die kam bereits im Backwood-Slasher INBRED zum Tragen, wo er kurzerhand in die Rolle eines Hinterwäldlers schlüpfte und Teenager abschlachtete. Mittlerweile steht Brunt jedoch nicht mehr nur als Schauspieler vor der Kamera (u.a. in der britischen Erfolgsserie EMMERSDALE). Seit einiger Zeit produziert und dreht er selbst. So stellte er mit dem Zombiestreifen BEFORE DAWN sein Regiedebüt auf die Beine, das von Fans und Presse leider nur durchwachsene Kritiken erntete. Ob BAIT gleiches Schicksal ereilen wird?
 
 
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Ähnlich wie im Erstling BEFORE DAWN erzählt auch Brunts zweiter Spielfilm von Monstern. Die entspringen diesmal jedoch nicht der Welt der Mythen, Märchen und Legenden, sondern sind irdischen Ursprungs. So regiert in einer von Arbeitslosigkeit geplagten englischen Kleinstadt der Terror. Ein schmieriger Kredithai namens Jeremy (unberechenbar widerlich: JONATHAN SLINGER) verbreitet im Ort Angst und Schrecken. Der führt Anwohner hinters Licht und bietet scheinbar lukrative Kredite an, fordert sie jedoch binnen weniger Tage zurück. Wer seine Rechnungen nicht zahlen kann hat ein Problem, denn der bekommt die Faust eines glatzköpfigen Handlangers zu spüren. Auch die Freundinnen Bex (VICTORIA SMURFIT) und Dawn (JOANNE MITCHELL aus WHITE SETTLERS) tappen in die Darlehnfalle. Die träumen von einem eigenen Tee- und Kuchengeschäft, bekommen jedoch kein Geld von der Bank. Kurzum leihen sie sich Geld bei Halsabschneider Jeremy, der bald sein wahres Gesicht zeigt. Er beginnt die Frauen zu terrorisieren, stellt unmenschliche Forderungen und demütigt seine Opfer. Doch die Freundinnen wissen sich zu wehren. Sie locken ihren Peiniger zu sich nach Haus und erteilen dem hinterlistigen Geldgeber eine Lektion.
 
 
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Ein Film mit wahrem Hintergrund: BAIT wurde von kontroversen Artikeln aus der internationalen Presse inspiriert in denen von unseriösen Kreditgeber berichtet wurde, die mit der finanziellen Not ahnungsloser Menschen grausames Schindluder getrieben haben. Doch die bittere Botschaft des Films lässt sich nicht ausschließlich auf ausgewählte Zeitungsberichte übertragen, sondern ist aktueller denn je. In einer Zeit in der Englands Bürger mit den Folgen der Inflation zu kämpfen haben, fällt es Millionen Briten immer schwerer, ihren gewohnten Lebensstandard zu halten. So frisst sich die drastisch gestiegene Inflationsrate und die Anhebung der Mehrwertsteuer besonders in die Einkommen der Geringverdiener. Viele Bürger, die einen Vollzeitjob suchen, finden nur Teilzeitstellen, weil nach schwerer Rezession die Wirtschaftserholung in Großbritannien weitgehend ausgeblieben ist. Zudem werden Haushalte durch hohe Schulden für Hauskauf und Konsum belastet, die sich in den fetten Jahren vor der Krise angesammelt haben. Die Folgen sind fatal, denn Wirtschaftsflaute und Bankenbeben haben einer Nischenbranche die Türen geöffnet, weil Banken keine Kredite mehr gewähren möchten. So bringt das blühende Geschäft mit den Geldproblemen immer neue Anbieter auf dem britischen Markt hervor, die für Darlehn horrende Zinsen fordern – darunter viele schwarze Schafe.
 
 
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THE TAKING – so wir THE BAIT anfangs eigentlich heißen sollte – treibt das Thema Finanzkrise auf die Spitze und taucht die Problematik in sattes Rot. Regisseur DOMINIC BRUNT stößt seine zwei Hauptcharaktere immer weiter in die Verzweiflung und lässt sie in einem unerbittlichen Showdown Amok laufen, der verstörend und brutal zugleich ist. Kompliment gilt dabei Schauspieler JONATHAN SLINGER, der den Bösewicht in Perfektion verkörpert. Der ist zwar anfangs vertrauenserweckend und freundlich, offenbart sich dem Publikum aber schon bald als das Böse in Menschengestalt. BAIT ist eine Geschichte über die Schrecken des modernen Kapitalismus und lässt keinesfalls kalt. Aufgrund der äußerst brutalen Inszenierung richtet sich der Streifen aber dann doch an jene, die mit reißerisch dargestellten Gewaltszenen keine Probleme besitzen. Übrigens: Knet-Splatter gibt es nach dem Abspann zu sehen. Der für seine Claymation-Kurzfilme bekannte LEE HARDCASTLE spinnt den Film durch Einsatz witziger Todesszenen weiter. Fans des kreativen Knet-Künstlers wird das freuen, denn dessen morbider Humor sorgt für einige Lacher.
 
 


 
 
 

BAIT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Unangenehm, brutal und verstörend: BAIT ist eine schockierende Geschichte über die Schrecken des modernen Kapitalismus, wie sie brisanter nicht sein könnte. Erneut rückt Regisseur DOMINIC BRUNT unberechenbare Monster in den Mittelpunkt – diesmal sind es jedoch keine Zombies, sondern das personifizierte Böse in Menschengestalt. Aufgrund des zermürbenden und bedrohlichen Erzählstils gehört BAIT zu jenen Filmen, die man nicht nebenbei sieht. Dieser Streifen ist harter Tobak, der sich vor allem an ein Publikum richtet, das mit Gewalt im Kino keine Probleme besitzt. Gerade weil Macher DOMINIC BRUNT Gesellschaftskritik mit harten, zweifelhaften Gewalteskapaden vermischt, liegt BAIT äußerst schwer im Magen. Dennoch meinen wir: sehenswert!
 
 


 
 
 

BAIT – Zensur

 
 
 
In BAIT geht es nicht zimperlich zu. Menschen werden gedemütigt und zusammengeschlagen. Im Finale wird ein Kopf mit einem Waschbecken zertrümmert und Gegenstände in Körper gebohrt. Hierzulande dürfte der Film vermutlich mit einer Freigabe für Erwachsene erscheinen. Da auf sehr grafische Weise Selbstjustiz ausgeübt wird, könnte es aber auch sein, dass BAIT keine Freigabe von der FSK erhalten wird.
 
 


 
 
 

BAIT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bound to Vengeance (2015)
 
Evangeline (2013)
 
Girls against Boys (2012)
 
Big Driver (2014)
 
Autumn Blood – Zeit der Rache (2013)
 


Kritik: „Alléluia – Ein mörderisches Paar“ (2014)

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ALLÉLUIA – EIN MÖRDERISCHES PAAR

Story

 
 
 
Für Gloria (Lola Duenas) hat das Leben nicht viel zu bieten. Sie lebt allein mit ihrer Tochter und hat ein überschaubares soziales Umfeld. Auch in ihrem Arbeitsalltag geschieht wenig, denn Gloria arbeitet im Leichenschauhaus eines Krankenhauses. Ein zaghafter Vorstoß im Online-Dating bringt sie mit dem schicken Weiberheld Michel (Laurent Lucas) zusammen. Die Beiden verbringen eine hitzige Nacht miteinander, doch kurz danach offenbaren sich Michels wahre Intentionen, die über den Liebesakt hinaus und bis in den kriminellen Bereich gehen. Fasziniert vom mysteriösen Mann schließt Gloria sich ihm an und begibt sich als seine Komplizin auf einen steinigen Weg aus Betrug, Besessenheit und einer instabilen Liebesbeziehung.
 
 
 


 
 
 

ALLÉLUIA – Kritik

 
 
 
Im vergangenen Jahr war der Belgier Fabrice du Welz fleißig. Neben „Alléluia“ übernahm er das Steuer des Polizei-Thrillers „Colt 45“, der von dieser beunruhigenden Romanze kaum weiter entfernt sein könnte. Grob basierend auf der wirklichen Geschichte der Lonely Hearts Killers, die in den späten 40ern zwanzig Menschen ermordet haben, erzählt er die Geschichte von zwei stark geschädigten Seelen, die entgegen jeder Wahrscheinlichkeit genau das finden, was sie suchen.
 
 
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Wie auch in normalen, nicht-mörderischen Beziehungen, sind die Dinge für Gloria und Michel nicht ganz so einfach, wie sie zu Beginn scheinen. Mit der Vereinigung der beiden gestörten Menschen zeichnet sich das Rezept für ein unheilbares Desaster ab, unter dem die Opfer des Killer-Paares leiden werden. Der raubeinige, düstere Stil, den du Welz bereits in „Colt 45“ zur Schau stellte, funktioniert in „Alléluia“ noch besser. An Stelle eines flinken, actionlastigen Cop-Thrillers präsentiert er hier einen Blick in zwei Köpfe, in die man lieber nicht gesehen hätte. Als Wurzel für die Gräueltaten seiner Protagonisten beschränkt er sich nicht auf Sadismus oder die morbide Lust am Töten, sondern auf ein kompliziertes und äußerst flüchtiges Verhältnis zwischen Gloria und Michel. Für jeden der beiden erhalten wir einen Blick in eine düstere Vergangenheit, was den Charakteren die nötige Tiefe verleiht, um den Film wirklich interessant zu machen.
 
 
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„Alléluia“ ist ein Film, der so unangenehm und schwer verdaulich ist, wie man es von einem psychologischen und sexuellen Thriller erwarten kann. Die Hauptdarsteller Lola Duenas und Laurent Lucas laufen zu einer Hochform auf und üben trotz der abstoßenden Natur ihrer Charaktere eine gewisse Faszination auf den Zuschauer aus. Mit ihrer Hilfe untersucht Fabrice du Welz die schlimmstmöglichen Konsequenzen, die eine Liebe zwischen zwei Menschen haben kann.
 
 
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ALLÉLUIA – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Fies, schmutzig und beklemmend – NATURAL BORN KILLERS in ernst. „Alléluia“ ist ein schockierender Albtraum aus Sex und Gewalt in dem der Belgier Fabrice du Welz einmal mehr zeigt, was er kann. Mit sicherer Hand führt er seine Schauspieler und strickt einen spannenden, schmutzigen Psycho-Thriller, der den seelischen Abstieg seines Paares in grausamen Details festhält. „Alléluia“ ist ein Geheimtipp für Freunde des unkommerziellen Kinos – sehenswert!
 
 
 


 
 
 

ALLÉLUIA – Zensur

 
 
 
Seine Härte erlangt „Alléluia“ primär über die beklemmende Atmosphäre, die den Film durchweg beherrscht. Trotzdem enthält der Film einige Gewaltspitzen, die allerdings nicht durch übertriebenes Vergießen von Kunstblut wirken. Stattdessen hält Fabrice du Welz die Kamera in seinen Tötungsszenen gnadenlos auf Opfer und Täter, was ihnen einen besonders rohen Charakter verleiht. Eine Freigabe ab 16 hat der Film von der FSK erhalten – ungeschnitten!
 
 
 


 
 
 

ALLÉLUIA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
ALLELUIA-bluray

(c) Pierrot Le Fou

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Alléluia; Deutschland / Frankreich 2014

Genre: Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Making of, Kurzfilm, Deleted Scenes

Release-Termin: 16.10.2015

 

Alleluia [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ALLÉLUIA – Trailer

 
 

 
 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei PIERROT LE FOU

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Natural Born Killers (1994)
 
Vinyan (2008)
 
Unter Kontrolle (2008)
 


Filmkritik: „Kruel“ (2015)

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KRUEL

Story

 
 
 
Der wohl schlechteste Stalker-Thriller, der je gedreht wurde: Babysitter Jo (KIERNEY NELSON) gerät ins Visier eines gestörten Verehrers, der die hübsche Mittzwanzigerin als neue Gattin auserkoren hat.
 
 
 


 
 
 

KRUEL – Kritik

 
 
 
„Es gibt drei wichtige Regeln beim Filmemachen: Du sollst nicht langweilen, du sollst nicht langweilen und du sollst nicht langweilen!“ (BILLY WILDER – Regisseur von DAS VERFLIXTE 7. JAHR und MANCHE MÖGEN’S HEISS).
 
 
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Jene weisen Worte gelten nicht nur für teure Blockbuster, sondern auch für kleine Indie-Produktionen, die eigentlich immer mit magerem Budget zu kämpfen haben. Der Thriller KRUEL gehört zur Kategorie schnell fertiggestellter Low-Budget-Movies, die seit Jahren in beachtlicher Regelmäßigkeit in den Handel gebracht werden oder im Abendprogramm privater TV-Sender Premiere feiern. Im Falle des genannten Horrorstreifens hat Regisseur ROBERT HENDERSON jedoch all das falsch gemacht, was man beim Filmdrehen falsch machen kann. In seinem Debütstück verwechselte er versehentlich (?) das Unterhalten mit dem Langweilen und fabrizierte so den wohl schläfrigsten Horrorfilm, den das Filmjahr 2015 bis dato hervorgebracht hat. Knapp 100 Minuten Lebenszeit werden dem Zuschauer hier auf heimtückische Weise geraubt, denn obwohl mit Thrill, Schocks und fiesem Clown auf dem Filmplakat gelockt wird, sucht man danach in KRUEL vergebens.
 
 
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Ein exzentrischer Eisverkäufer (J.T. CHINN) mit furchterregender Maskierung bereitet zwar heranwachsenden Kindern im Film schlaflose Nächte; beim volljährigen Publikum bezweckt er genau das Gegenteil. Der hat es auf Babysitter Jo O’Hare (KIERNEY NELSON) abgesehen und entwickelt eine Obsession für die ahnungslose Frau, deren Beziehungsleben gerade Achterbahn fährt. Freund Ben hat sie nach Strich und Faden betrogen. Nun bittet er um Vergebung und hält die Liebste von der Arbeit ab. Die erlebt die Hölle auf Erden, als plötzlich einer ihrer Schützlinge nicht mehr auffindbar ist. Schnell fällt der Verdacht auf den ominösen Eisverkäufer Willie. Weil die Arbeit der Polizei zu keinem Ergebnis führt, nimmt das zerstrittene Pärchen das Gesetz selbst in die Hand – ohne zu ahnen, dass sich der Verdächtigte als gewissenloser Psychopath entpuppt, der nicht vor Mord zurückschreckt.
 
 
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Ich bin nur ein Filmfan – holt mich hier raus. Als FILMCHECKER hat man über die Jahre genug filmischen Unfug ertragen müssen und dennoch stößt immer wieder die Erkenntnis vor dem Kopf, dass man sogar für missratenen Filmabfall noch Geld bezahlen soll. KRUEL wird zwar als Psycho-Horror angepriesen, erweckt dann aber doch eher denn Eindruck, als habe man es hier mit einem Film zu tun, der fürs Fernsehen produziert wurde. Statt mit bluttriefendem Horror wird der Zuschauer mit Beziehungsproblemen gequält, die dem Film die kaum vorhandene Spannung nehmen. Nur langsam gewinnt KRUEL an Fahrt und streift erst in den letzten Minuten das Thrillerfach. Bis dahin wird die ereignislose Handlung von untalentierten Schauspielern vorangetrieben, die auswendig gelernt Texte stumpfsinnig in die Kamera quasseln. Immerhin erweist sich Hauptdarstellerin KIERNEY NELSON als Glücksgriff. Sie verkörpert die authentisch wirkende Heldin Jo mit reichlich Herzblut und ist der einzige Lichtblick in diesem überflüssigen Genre-Fiasko. Dass sie das erste Mal vor der Kamera steht und mit KRUEL quasi ihr Schauspieldebüt feiert, ist ihr zu keiner Minute anzumerken. Sie agiert selbstbewusst und sicher vor der Kamera, als hätte sie ihr Lebtag nichts anderes gemacht. Umso ernüchternder die Einsicht, dass sie ihr erwähnenswertes Talent für einen Psycho-Gähner wie KRUEL verschwenden musste. Dieses Machwerk wird zu keinem Zeitpunkt der vollmundigen Bezeichnung „Psychothriller“ gerecht und dürfte als wohl langweiligster Stalker-Streifen in die Geschichte des Horrorfilms eingehen.
 
 


 
 
 

KRUEL – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Lust auf bösen Clown-Horror? Dann sollte man KRUEL unbedingt meiden, denn auch wenn hier eine schelmische Clownvisage vom Filmplakat lächelt, hat dieser Psychothriller keinen Spaßmacher zu bieten. KRUEL ist vornehmlich im Stalker-Genre beheimatet. Hier entwickelt ein psychisch gestörter Eismann eine äußerst nervtötende Obsession für eine attraktive Babysitterin. Schnell wird Schminke und Eis gegen spitzes Mordwerkzeug ausgetauscht, das aber kaum zum Einsatz kommt. Stattdessen fokussiert Regisseur ROBERT HENDERSON die gescheiterte Beziehung zweier Mittzwanziger und hält sich damit zu lang auf. Dass zwischen langen Beziehungsgesprächen packender Suspense zu kurz kommt, dürfte nur logisch sein. Einmal das Ziel aus den Augen verloren, verirrt sich KRUEL in einem ereignislosen Handlungsverlauf, der bis zum Finale mit genug Längen zu kämpfen hat, so dass man schnell das Interesse verlieren dürfte. Von fiesen Wendungen, Schockmomenten oder gar heftigem Herzklopfen ist keine Spur. Stattdessen gehört KRUEL zu jener Art Filmen, die für Fans des Genres kaum Unterhaltungswert bieten. KRUEL ist Verschwendung von Filmmaterial. Langweilig, bedeutungslos und handlungsarm – unbedingt meiden!
 
 


 
 
 

KRUEL – Zensur

 
 
 
Würde es am Ende keinen Kehlenschnitt zu sehen geben, wäre der Film vermutlich bereits für Jugendliche ab 12 Jahren geeignet. In Sachen Gewalt hält sie KRUEL dezent zurück. Demzufolge dürfte dieser Film für Fans etwas härterer Filmgattung nicht sonderlich interessant sein. Trotzdem wird er in Deutschland eine FSK16 erhalten – insofern man ihn hierzulande veröffentlicht wird.
 
 


 
 
 

KRUEL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Girlhouse (2014)
 
Home Invasion (2012)
 
Devil May Call (2013)
 
Crush – Gefährliches Verlangen (2013)
 


Filmkritik: „The Badger Game“ (2014)

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THE BADGER GAME

Story

 
 
 
Kidnapping mit Hindernissen: Opfer Liam (SAM BOXLEITNER) will nicht mit seinen maskierten Erpressern kooperieren, denn die wollen von ihm Bares. Das führt letztendlich dazu, dass die chaotische Entführung für Täter und Opfer im Desaster endet.
 
 
 


 
 
 

THE BADGER GAME – Kritik

 
 
 
Komödie, Thriller, Folterstreifen oder Drama – zu welcher Gattung Film gehört THE BADGER GAME eigentlich? Bleiben wir einfach dabei, dass dieses schwarzhumorige Stück Independent-Kino von allem etwas beinhaltet, denn in eine Schublade stecken lässt sich der neue Streifen von THOMAS ZAMBECK und JOSHUA WAGNER (Drehbuchautor von MIMESIS – NIGHT OF THE LIVING DEAD) leider nicht. Als „sexy/bloody/violent/comedic thriller“ wurde das Projekt in einer Crowdfunding-Kampagne auf der Internetplattform KICKSTARTER beworben, wo das Regie-DUO 15.000 Dollar von hilfsbereiten Fans sammelte, damit der Film fertiggestellt werden konnte. Überhaupt scheint sich Crowdfunding in den letzten Jahren zu einem rentablen Sprungbrett für ambitionierte Nachwuchsfilmemacher entwickelt zu haben. Denn nur mit Hilfe dieser neuen Finanzierungsmethode konnten mutige (Horror)Filme entstehen, die ohne die Unterstützung spendabler Filmliebhaber wohl nie das Licht der Zelluloidwelt erblickt hätten.
 
 
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Man sollte nie die Rache betrogener Frauen unterschätzen, denn die kann grausam und unberechenbar sein. Mit selbiger hat der gutbetuchte Werbefachmann Liam nicht gerechnet. Der wechselt attraktive Frauen wie Hemden, obwohl die treusorgende Ehegattin zu Haus auf ihn wartet. Auch Alex (AUGIE DUKE aus SPRING) ist eine der vielen Schönheiten im Leben des Womanizers, die aus allen Wolken fällt, als plötzlich von der Ehefrau die Rede ist. Grund genug Rachepläne zu schmieden. Zusammen mit Bruder Kip (PATRICK CRONEN) sowie den beiden Freundinnen Shelly (JILLIAN LEIGH) und Jane (SASHA HIGGINS) schmiedet die Betrogene einen teuflischen Plan. Eine Entführung soll dem triebgesteuerten Casanova einen Denkzettel verpassen. Man will Lösegeld erpressen und dem Macho die Leviten lesen. Kooperiert Liam nicht, soll die Ehefrau vom Doppelleben ihres Mannes erfahren. Leider verlaufen die Dinge anders als erwartet, denn dem Entführten sind die Forderungen egal. Als der dann auch noch aus seinem Gefängnis flieht und ein Fremder von den Plänen der Freunde erfährt, gerät die gut durchdachte Racheaktion außer Kontrolle.
 
 
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Tiermasken im Trailer und auf dem Cover legen die Vermutung nahe, dass hier Home-Invasion-Horror à la YOU’RE NEXT über die Mattscheibe flimmern wird. All jene, die von THE BADGER GAME grausame Metzelmomente erwarten, werden an dieser Stelle vorgewarnt, denn dieser Streifen hat mit jener Art von Filmen nichts gemein. THE BADGAR GAME ist ein zynisches Indie-Erlebnis mit unerwarteten Wendungen und weitaus makabrem Finale. Hier wird das bluttriefende Konzept gängiger Torturwerke über Bord geworfen. Obwohl die Protagonisten des Films immer wieder zum Folterwerkzeug greifen, bleibt unangenehmes Quälen aus. THE BADGER GAME beginnt wie jeder beliebige Folterstreifen. Dennoch distanzieren sich die Macher THOMAS ZAMBECK und JOSHUA WAGNER zügig vom sadistischen Treiben jenes polarisierenden Subgenres. Ihnen war es wichtig die dunkle Seite ihrer Figuren zutage zu fördern. Denn anders als man es anfangs erwarten würde, zeigen die vermeintlich sympathischen Entführer im späteren Verlauf, dass sie nicht weniger gewissenlos sind, als ihr hinterlistiges Opfer. Schauspielerisch ist das gebotene Kammerstück (die Haupthandlung spielt sich in einem dunklen Keller ab) für Low-Budget-Verhältnisse ganz ordentlich. Die Akteure zeigen zur Abwechslung, dass sie was können. In Filmen mit wenig Kapital ist das nicht die Regel. Vor allem im Horrorfilm fließt ein Großteil des wenigen Budgets in handgemachte Spezialeffekte, so dass nicht selten Laiendarsteller engagiert werden müssen, weil sonst das Geld nicht mehr ausreichen würde.
 
 
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THE BADGER GAME zeigt – wenn auch auf schwarzhumorige Weise – wie weit Menschen gehen, wenn schnelles Bargeld lockt. So läuft eine gut durchgeplante Entführung schnell aus dem Ruder und gute Freunde werden zu erbitterten Feinden. Der Zuschauer fungiert als Beobachter und erkennt schnell, dass diese Entführung im Chaos enden wird, handelt es sich doch bei den Tätern nicht um die hellsten Kerzen auf der Torte. Ein Missgeschick jagt das nächste und jeder der Beteiligten erhält am Ende die gerecht Strafe. Spätestens dann darf gelacht werden, ist doch Schadenfreude nun mal die schönste Freude. Trotz Humor und guter Ideen sollte nicht unerwähnt bleiben, dass THE BADGER GAME seine Längen hat. Eine straffere Inszenierung hätte durchaus Wunder bewirkt und das gemeinsame Machwerk der beiden Freunde und Regisseure THOMAS ZAMBECK und JOSHUA WAGNER unterhaltsamer gemacht. So ist THE BADGER GAME trotz Herzblut zwar ein solider Thriller; lang wird man sich an diesem durchwachsenen Genre-Mix nicht erinnern können. Denn dazu ist der Entführungsstreifen einfach zu weit davon entfernt ein guter Film zu sein.
 
 
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THE BADGER GAME – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Der etwas andere Folterfilm: zynischer Entführungsthriller mit makabrem Ende. THE BADGER GAME beginnt wie jeder andere Folterfilm, schlägt aber schnell eine ganz andere Richtung ein. Die beiden Regisseure THOMAS ZAMBECK und JOSHUA WAGNER überraschen mit bitterbösen Wendungen und sorgen dank schwarzem Humor für schadenfrohe Schmunzler. Leider hat THE BADGER GAME mit erheblichen Längen zu kämpfen. Vielleicht wäre es gut gewesen, wenn die beiden Regisseure noch einmal das eigene Drehbuch überflogen und einige Dialoge gestrafft hätten. Vor allem im Mittelteil zieht sich die Handlung wie Kaugummi, so dass man die Vorspultaste der Fernbedienung griffbereit halten sollte. Trotz mutigem Richtungswechsel – lang bleibt dieser Film nicht im Gedächtnis. Schade!
 
 


 
 
 

THE BADGER GAME – Zensur

 
 
 
Auch wenn THE BADGER GAME wie üblicher Folterbrei beginnt, die bebilderten Grausamkeiten halten sich in Grenzen. Ein Schädel wird im Off zerschmettert und ein Gesicht wird mittels Gartengerät „verschönert“. Außerdem wird eine Protagonistin erstickt. Hierzulande wird der Film eine FSK16 erhalten.
 
 


 
 
 

THE BADGER GAME – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Simple Plan (1998)
 
Blood Simple – Eine mörderische Nacht (1984)
 


Kritik: „Entitled – Ein fast perfektes Opfer“ (2011)

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ENTITLED – EIN FAST PERFEKTES OPFER

Story

 
 
 
Paul (Kevin Zegers) hat die Schnauze voll. Zwei Jahre sind seit seinem Abschluss ins Land gezogen und noch immer wohnt er mangels Einkommen bei seinen Eltern. Als ob die Schmach für den jungen Mann nicht genug wäre, reicht das Gehalt des Vaters langsam nicht mehr für die Medikamente seiner kranken Mutter. Am Ende der Vernunft fasst Paul den Entschluss, die Sprösslinge von drei gut betuchten Geschäftsmännern auf einen unfreiwilligen Urlaub einzuladen und sich diesen von den drei Vätern bezahlen zu lassen. Mit unter der Decke stecken die beiden Komplizen Jenna (Tatiana Maslany) und Dean (Devon Bostick) die ihrerseits ein Hähnchen mit den verwöhnten Klassenfeinden zu rupfen haben. Es beginnt ein Entführungs-Thriller, der seinem Publikum neben gelegentlichen Wendungen auch den einen oder anderen moralischen Denkansatz liefert.
 
 
 


 
 
 

ENTITLED – Kritik

 
 
 
Über die Jahre betraten viele kriminelle Protagonisten die Filmbühne, die meisten davon mit ihrer eigenen Rechtfertigung für ihre Taten. Im Fall von Paul Dynan und seines Masterplans ist die Rechtfertigung eine, die zur Zeit in vielen Köpfen der westlichen Welt ihre Runden dreht. Frisch und voller Energie hat der intelligente und fleißige junge Mann die Uni verlassen, nur um festzustellen, dass die Wirtschaft keinen Platz für ihn bietet, der seinen Ambitionen gerecht wird. Während er ein Vorstellungsgespräch nach dem anderen führt, rackert sein Vater sich in Spätschichten den Allerwertesten ab, doch all das reicht nicht einmal, um die medizinische Versorgung eines kranken Familienmitglieds zu sichern, geschweige denn ein Leben zu führen, das den Arbeitsaufwand entschädigt. Also verschiebt der ehrgeizige Paul seinen Fokus und seinen Intellekt auf eine nicht ganz legale Alternative, um an das so wichtige Cash zu kommen.
 
 
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Die soziale und wirtschaftliche Kulisse, vor der sich „Entitled“ abspielt, ist also nicht nur brandaktuell, sondern auch glaubwürdig. Ebenso glaubwürdig ist die Entwicklung der meisten Konflikte im Film, die sich nicht nur zwischen Geisel und Entführer, sondern gelegentlich auch innerhalb der kriminellen Bande und sogar zwischen den drei Vätern abspielen. Die Twists des Films sowie eine Handvoll Überraschungen zum Ende halten derweil souverän die Spannung aufrecht. Die größte Überraschung des Films bleibt jedoch die Verankerung seiner Story in einem glaubhaften, realitätsnahen Hintergrund. Aber wie der Protagonist, der im Lauf des Films oft Sympathie-Punkte gewinnen und wieder verlieren wird, predigt, muss man die Regeln brechen, wenn das Befolgen nicht mehr genügt. Oder?
 
 
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ENTITLED – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Der Titel des Films fasst seinen Kern treffend zusammen. Was steht wem zu? Wer verdient Gutes, wer verdient Schlechtes? Der Film lässt mehrere Charaktere mit verschiedenen Philosophien und Ansichten aufeinandertreffen und zieht nebenher einen spannenden, soliden und kurzweiligen Thriller auf, über den man sich sogar nach Ablauf des Abspanns noch unterhalten kann.
 
 
 


 
 
 

ENTITLED – Zensur

 
 
 
Von der FSK hat „Entitled“ in seiner unzensierten Fassung das blaue Qualitätssiegel und damit eine Freigabe ab 16 erhalten. Der Film ist zwar nicht überaus brutal oder blutrünstig, die wenigen Gewalteinlagen schlagen jedoch auf Grund ihrer Rohheit und des Verhaltens mancher Charaktere stark ein. Die höhere Einstufung ist auf einige Trailer zurückzuführen, die aus Werbezwecken ebenso auf der Heimkinoveröffentlichung zu finden sind.
 
 
 


 
 
 

ENTITLED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Entitled; Kanada 2011

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: Film: FSK 16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray aufgrund einiger Trailer: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Behind the Scenes, alternatives Ende

Release-Termin: 19.05.2015

 

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ENTITLED – Trailer

 
 

 
 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Maritim Pictures

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
VANish (2015)


Filmkritik: „Colt 45“ (2014)

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COLT 45

Story

 
 
 
Der junge Polizist Vincent (Ymanol Perset) ist zwar erst 22 Jahre alt, aber bei den Dezernaten der belgischen Polizei extrem begehrt. Obwohl die Kollegen der Abteilungen Schwerverbrechen und Bandenkriminalität sich um den Jungspund reißen, beharrt Vincent auf seinen Dienst im polizeilichen Waffenlager, wo er mit dem Reparieren und Warten der Ausrüstung seine Erfüllung findet. Als er im Rahmen eines Schießwettbewerbs sämtliche Rekorde bricht und sein Talent der Welt präsentiert, gewinnt sein Leben über Nacht an Dynamik. Nicht nur Vincents Kollegen wollen ihn abwerben, auch der geheimnisvolle Milo (Joey Starr) hat ein Auge auf ihn geworfen. In einem Haifischbecken aus Vorgesetzten, Kollegen und mysteriösen dritten Parteien versucht der sichtlich überforderte Vincent, eine Reihe an tödlichen Raubüberfällen aufzuklären, während die Einschläge immer näher kommen.
 
 
 


 
 
 

COLT 45 – Kritik

 
 
 
In den letzten Jahren hat sich das belgische Arbeitstier Fabrice Du Welz mit einigen Werken Zutritt zur Weltbühne verschafft, darunter auch „Alleluia“, der auf Filmfestivals (unter Anderem in Hamburg) gezeigt wurde. Das Material, das er in „Colt 45“ umsetzt, ist weit vom bizarren Beziehungsdrama eines „Alleluia“ entfernt. Mit dem Schritt in die Welt der belgischen Gendarmerie spannt er ein komplexes Netz aus Korruption, Verbrechen und natürlich Gewalt.
 
 
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Im Mittelpunkt steht Vincent, die stille Hauptfigur, die gegen ihren Willen in einen Strudel aus Schuld, Reue und Verantwortung gezogen wird. Der steinige Weg des Protagonisten ist es, der den Film abrundet und ihm das nötige Gegengewicht zur Action gibt. Denn in erster Linie ist „Colt 45“ ein knallharter, blutiger Krimi mit einer Atmosphäre wie im Pulverfass. Du Welz zeigt sich als ökonomischer Filmemacher, der keine Zeit verschwendet und seine Geschichte in nur gut 80 Minuten erzählen kann. In Anbetracht der gradlinigen und simplen Handlung eine ausgezeichnete Wahl. Das rasante Tempo des Films und die respektabel gefilmten Actionsequenzen funktionieren außerdem wunderbar, um nähere Blicke auf den Handlungsablauf und die dazugehörigen Löcher in Logik und Plausibilität zu verhindern.
 
 
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COLT 45 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Training Day auf Belgisch! Knallharte Cop-Action – blutig und rasant. Dennoch, die Logikfüchse im Publikum werden den Raum nach „Colt 45“ mit einem berechtigten Kopfkratzen verlassen. Über eine besonders clevere und revolutionäre Story verfügt der Polizeithriller definitiv nicht. Dafür hat Fabrice Du Welz es geschafft, ihn mit einem sympathischen Hauptcharakter, kurzweiligen Actionszenen und einer explosiven, gefährlichen Stimmung anzureichern. Fans von schneller, halbwegs kluger Action können bedenkenlos zugreifen, denn „Colt 45“ ist schön, schnell und schmutzig.
 
 
 


 
 
 

COLT 45 – Zensur

 
 
 
Das Aufeinandertreffen von korrupten Cops, ehrlichen Polizisten und rücksichtslosen Gangstern wird in „Colt 45“ durchaus blutig dargestellt. Zwar ist das Gezeigte hart anzusehen, erreicht aber zu keiner Zeit Extreme. Die FSK hat den Film aber ab 16 Jahren freigegeben und das sogar in der ungeschnittenen Fassung.
 
 
 


 
 
 

COLT 45 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot Le Fou

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Colt 45; Belgien / Frankreich 2014

Genre: Action, Drama, Krimi

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Making-of, Featurettes

Release-Termin: 16.10.2015

 

Colt 45 [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

COLT 45 – Trailer

 
 

 
 
 

Timo Löhndorf

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Ähnliche Filme:
 
Alléluia (2014)
 
Training Day (2001)
 
Brooklyn’s Finest (2009)