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Beiträge mit Schlagwort “Thriller 2016

Filmkritik: „Don’t Hang Up“ (2016)

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DON’T HANG UP

Story

 
 
 

Das Internet – schöne neue, aber unberechenbare Welt. Die zweifelhafte Freizeitbeschäftigung zweier Jugendlicher endet im Desaster. Die legen sich mit einem Psychopathen an, der mit den Heranwachsenden ein makaberes Spiel spielt.

 
 
 


 
 
 

DON’T HANG UP – Kritik

 
 
 
Jeder kennt es und jeder nutzt es. Seit das Internet auch von Privathaushalten genutzt werden kann (das war übrigens 1995) hat es sich in rasender Geschwindigkeit zu einem unverzichtbaren Informations- und Kommunikationsinstrument entwickelt, das beinahe alle Bereiche des täglichen Lebens beeinflusst. So ist das Internet heute fester Bestandteil des menschlichen Alltags geworden und bringt viele Vorteile mit sich. Man kann von der Couch aus Bankgeschäfte erledigen, einkaufen gehen oder sogar die große Liebe finden. Doch globale Kommunikationsmöglichkeiten und unbegrenzter Informationsaustausch haben auch Schattenseiten. Das Internet hat nicht nur Nutzen, es wird nämlich auch tagtäglich missbraucht. Ob Datenklau durch Virenprogramme oder digitales Mobbing in sozialen Netzwerken – wer sich aktiv durchs Internet bewegt, ist mittlerweile auch vielen Gefahren ausgesetzt und sollte stets wachsam sein.
 
 
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Genau jene Gefahren scheinen die beiden Freunde im folgenden Horrorthriller zu unterschätzen. Die leben sprichwörtlich ein Phänomen aus, das sich seit einigen Jahren zu einer regelrechten Plage im Internet entwickelt hat. Es ist der Drang nach Annerkennung und die Sucht nach Selbstinszenierung, die immer häufiger in sozialen Netzwerken ausgelebt wird. Beides wird den Teenagern Sam (GREGG SULKIN) und Brady (GARRETT CLAYTON) zum Verhängnis. Die haben nämlich einen Spaß daran ahnungslose Menschen mit Telefonstreichen hinters Licht zu führen. Als wäre diese Schandtat nicht schon makaber genug, laden sie die boshaften Scherze ins Internet und stellen damit ihre panischen Opfer öffentlich bloß. Doch einer der Leidtragenden findet das Hobby der zwei Scherzkekse gar nicht lustig. Er dreht den Spieß einfach um und erteilt den Teenagern eine Lektion. Der kennt aus unerklärbaren Gründen die Namen und Adressen der Anrufer und konfrontiert die Jungs mit pikanten Details aus dem Privatleben. Da ist verständlicherweise der Spaßofen aus, vor allem auch deshalb, weil sich plötzlich der Fernsehapparat anschaltet und Bradys Eltern gefesselt auf Stühlen zu sehen sind. Was folgt ist ein bitterböses Katz- und Mausspiel, das kaum Luft zum Verschnaufen bietet, denn der Schikanierte sinnt auf Rache – kompromisslos und blutig. Dank Internet übernimmt der das Steuer und versucht damit das Leben seiner Peiniger zu zerstören. Manchmal ist es eben besser, wenn man einfach mal die Internetleitung kappt, sich vor Hackerangriffen schützt und nicht zuviel in sozialen Netzwerken von sich Preis gibt.
 
 
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Wer Anderen eine Grube gräbt, fällt in der Regel selbst hinein. Nach Filmen wie UNKNOWN USER oder THE DEN wird der Zuschauer in DON’T HANG UP einmal mehr mit den unterschätzten Gefahren des Internets konfrontiert. Was hier zu sehen ist scheint zwar etwas sehr übertrieben, dürfte aber Zartbesaiteten einmal mehr zum bedachteren Umgang mit genanntem Medium ermahnen. Was lustig beginnt, wird leider schnell zum bitteren Ernst. Und das ist auch die Quintessenz dieses fiesen Psychothrillers, der einige makabere Überraschungen und Twiste zu bieten hat. In DON’T HANG UP wird nicht nur der Zuschauer manipuliert, auch die grünschnäbeligen Protagonisten werden heimtückisch an der Nase herumgeführt und dadurch gegeneinander ausgespielt. So zwingt der unbekannte Anrufer die Freunde dazu sich gegenseitig umzubringen. Anderenfalls müssen geliebte Menschen sterben. Das führt zum rücksichtslosen Schlagabtausch, der Freunde zu Rivalen macht. Handwerklich kann man nicht meckern. DON’T HANG UP wurde sauber inszeniert und versteht es zu fesseln. Die Regisseure DAMIEN MACÉ und ALEXIS WAJSBROT spielen gekonnt mit dem Spannungsbogen und lüften erst am Ende das Mysterium über den nach Rache dürstenden Anrufer. Dessen wahre Ambitionen haben einen triftigen Grund und ergeben erst kurz vor dem Abspann einen Sinn, wobei sich das Regie-Duo (Genre-typisch!) eine Tür fürs obligatorische Sequel offen hält. Nervenkitzel ist garantiert, denn der psychopathische Anrufer spielt nicht nur mit den Nerven der Zuschauer. Die Stimmung wird nach 20 Minuten unbequemer und verwandelt DON’T HANG UP in einen unangenehmen Filmalbtraum, der sowohl von den Helden als auch dem Zuschauer einiges abverlangt. Fans morbider Horrorthriller sollten deshalb einen Blick riskieren, denn trotz Spielfilmdebüt spielt dieser Psychothriller hinsichtlich Suspense in der Königsliga.
 
 
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DON’T HANG UP – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Bitterböses Terror-Psycho-Kino, das den Atem stocken lässt. Wenn ahnungslose Menschen im Horrorfilm schikaniert werden, hat das nicht selten zur Folge, dass die sich fürs Demütigen rächen wollen. Genau das passiert in DON’T HANG UP auf psychischem Wege, der zwei unsympathische Frauenhelden für ihre Schandtaten durch die Hölle gehen lässt. Da werden zur Strafe tödliche Spiele gespielt und allerhand Geheimnisse gelüftet, was dann doch so ziemlich abgebrüht – aber auch clever konstruiert – über die Mattscheibe flimmert. Großes Lob gilt hierbei den Regisseuren DAMIEN MACÉ und ALEXIS WAJSBROT. Die zeichneten bisher für die visuelle Effekte in großen Hollywood-Produktionen verantwortlich und feiern mit DON’T HANG UP ihr Regiedebüt im ersten Langfilm. Dabei entstanden ist gleich ein Volltreffer, der sich mit seiner zynisch-makaberen Art wohlwollend vom üblichen Einheitsbrei abzuheben versteht. Geboten wird Psychokitzel par excellence. Vom FILMCHECKER-Team gibt für diesen spannenden aber gleichzeitig auch heimtückischen Denkzettel eine Empfehlung.
 
 
 


 
 
 

DON’T HANG UP – Zensur

 
 
 
Die Gewaltakte in DON’T HANG UP halten sich in Grenzen. Es werden Messer in Körper gerammt und Kehlen durchgeschnitten. Das meiste passiert aber im Off. Demzufolge dürfte es DON’T HANG UP in Deutschland nicht schwer haben eine FSK16 zu erhalten.
 
 
 


 
 
 

DON’T HANG UP – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Bigscope Films | Don’t Hang Up Films | Wild Spark See)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Den (2013)
 
Unknown User (2014)
 
Ratter – Er weiß alles über dich (2015)
 
Girlhouse – Töte, was Du nicht kriegen kannst! (2014)
 
Gefällt mir (2014)
 
The Lesson (2016)


Filmkritik: „All I Need“ (2016)

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ALL I NEED

Story

 
 
 

Ein solider aber trotzdem spannender Psychothriller mit interessantem Erzählmechanismus: Die attraktive Chloe wacht gefesselt und geknebelt in einem Zimmer voller Frauenleichen auf. Doch die toten Körper sind noch das kleinere Übel. Weitaus rätselhafter ist, wer die Frauen umgebracht hat und was die verängstigte Chloe in dieses Zimmer gekommen ist.

 
 
 


 
 
 

ALL I NEED – Kritik

 
 
 
Was tun, wenn man im Bett eines dunklen Zimmers aufwacht neben dem sich ein Berg von Leichen stapelt? Genau diese Frage versucht der folgende Horrorthriller zu beantworten, der mal wieder von einem Regieneuling inszeniert wurde. DYLAN K. NARANG nennt sich der ambitionierte Newcomer, welcher zuvor mit dem Drehen von Kurzfilmen beschäftigt gewesen war und sich im Falle des Kreaturen-Gruslers DARK WAS THE NIGHT sogar auch schon als Produzent ausprobieren konnte. Mit Horror scheint sich der gute Mann demzufolge schon auszukennen, wie der erste Langfilm unter seiner Regie beweist. ALL I NEED nennt sich das Horrorstück, ist im Serienkiller-Genre beheimatet und macht von einem Zutatencocktail Gebrauch, der schon so machen Horrorfilm zum Erfolg verholfen hat. Spannung durch Klaustrophobie, Panik und Ausweglosigkeit lautet die Erfolgsformel, die auch ALL I NEED geschickt über Wasser hält. Geboten wird zwar nicht viel. Was aber zu sehen ist reicht trotzdem, um kurzweilig zu unterhalten. Demzufolge darf man an dieser Stelle auch mal applaudieren, denn dieser Film ist für ein Erstlingswerk durchaus brauchbar.
 
 
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Zwei Geschichten in einem Film: Chloe (CAITLIN STASY aus FEAR, INC. und EVIDENCE) erlebt den Albtraum ihres Lebens. Sie wacht ganz unerwartet in einem heruntergekommenen Zimmer auf und sucht nach Antworten. Hatte sie etwa einen Filmriss oder wurde sie vielleicht entführt? Letzter Verdacht verhärtet sich so ziemlich schnell, denn im gesamten Zimmer liegen Frauenkörper verteilt – einigen von ihnen leben, andere wiederum sind tot. Leider scheint eine Flucht unmöglich zu sein, denn vor der Tür dreht das Böse seine Runden. Ein vermummter Killer hat Lust zu töten. Der betritt regelmäßig das Zimmer und sucht sich Opfer aus, die er dann hinterlistig tötet. Währenddessen versucht Andrew (MARKUS TAYLOR) seiner Tochter ein besseres Leben zu bereiten. Er erhält einen mysteriösen Anruf von einem geheimnisvollen Fremden, der einen lukrativen Job anzubieten hat. Andrew soll Lieferungen an ausgewählten Adressen überbringen und nimmt das Angebot an. Eine verhängnisvolle Entscheidung, die das Leben des treu sorgenden Familienvaters verändern wird. Doch wohin führen beiden Geschichten? Die Auflösung folgt erst am Ende dieses Horrorthrillers.
 
 
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Wenn eine Geschichte knappe 80 Minuten füllen muss, die eigentlich auf einen Bierdeckel passt. In der Regel entstehen so cineastische Katastrophen. Überraschenderweise funktioniert genanntes Prinzip in ALL I NEED trotzdem ganz gut, weil Regisseur DYLAN K. NARANG das Glanzstück schafft, sein wortkarges Langfilmdebüt irgendwie spannend zu gestalten. Der Grund ist in der Erzählweise zu suchen. In diesem Thriller erhält man nur häppchenweise Informationen. Statt mit der Tür ins Haus zu fallen, wird lieber ein Mysterium um Ereignisse gewebt. Was liegt hier im Argen, warum stapelt ein Killer Frauenleichen und welche Lieferungen muss ein unschuldig dreinblickendes Familienoberhaupt an ominöse Kunden verteilen? Die Zusammenhänge ergeben erst am Ende plausiblen Sinn, denn erst dann münden zwei Parallelhandlungen in den obligatorischen Überraschungstwist, der aber nicht sonderlich schwer zu durchschauen ist. Auch wenn die Handlung von ALL I NEED rudimentär gehalten wurde, kann der Film überzeugen. Dafür sorgt die Serienkillerhandlung, die den Hauptteil von ALL I NEED einnimmt und eine ahnungslose Frau durch ein schlecht ausgeleuchtetes Szenario jagt, in dem es gilt zu überleben. Ein pumpender Beat sorgt zusätzlich für Adrenalin. Immer dann, wenn der Killer vor der Linse auftaucht und sich die Heldin in unterschiedliche Verstecke verkriecht wird es hektisch und das Nervenkostüm des Zuschauers strapaziert. Doch die Eingesperrte ist zäh und gibt nicht auf. Die zeigt dem Peiniger mit Cleverness die Stirn. Dank guter Ideen wird der Überlebenskampf so fairer. Wer’s aber von beiden lebend bis zum Abspann schafft, sei an dieser Stelle nicht verraten. Nur soviel: Mit makabren Einfällen geizt man keineswegs.
 
 
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ALL I NEED – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wortkarger Überlebenskampf auf engstem Raum. ALL I NEED ist so simpel gestrickt, dass man hier eigentlich einen Rohrkrepierer erwartet. Viel Handlung oder gar Dialog hat der Film nicht zu bieten. Trotzdem gelingt es Regie-Newcomer DYLAN K. NARANG eine permanente Stimmung des Unbehagens heraufzubeschwören. Wie er das schafft, ist nicht sonderlich clever, aber durchaus effektiv. Er hebt sich Antworten und Erklärungsversuche bis zum Schluss auf. Weil der Zuschauer wissen möchte, warum hier eine ahnungslose Frau von einem Killer terrorisiert wird, verhaart man bis zum Abspann vor der Glotze. Dank klaustrophobischer Stimmung, Dialogarmut und undurchsichtigem Katz- und Mausspiel bleibt Gezeigtes spannend und quält mit kaum Längen. Auch wenn ALL I NEED nichts sonderlich Neues zeigt, können Fans gemeiner Serienkiller-Streifen durchaus einen Blick riskieren. Dennoch warnen wir vor: Wer auf ultraharte Schauwerte wartet, ist hier an der falschen Adresse. Was geboten wird, ist eher gemeine Psychoware, statt knüppelharter Horrorstoff.
 
 
 


 
 
 

ALL I NEED – Zensur

 
 
 
ALL I NEED ist nicht sonderlich blutig. Unschuldige Frauen werden im Off ermordet. Der einzige brutale Moment reduziert sich auf eine Heugabelszene. Mit der sticht der Killer mehrmals in einen Lüftungsschacht, wo sich eine Protagonistin versteckt. Weiterhin wird eine Filmfigur erdrosselt. Hierzulande dürfte ALL I NEED FSK16-tauglich sein.
 
 
 


 
 
 

ALL I NEED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Girls and Corpses | Foggy Bottom Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bikini Girls on Ice (2009)
 
Pinup Dolls on Ice (2013)
 
See No Evil (2006)
 
See No Evil 2 (2014)
 


Filmkritik: „Cave“ (2016)

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CAVE

Story

 
 
 
Zwischenmenschliche Diskrepanzen mit Hindernissen: Drei Kriegsheimkehrer unternehmen gemeinsam eine Höhlenexpedition und erleben dabei Stunden des Grauens.

 
 
 


 
 
 

CAVE – Kritik

 
 
 
Wenn Protagonisten im Kino in Höhlen krabbeln, weiß der Horrorfilmfan mittlerweile, dass die meisten Expeditionen dieser Art im Chaos enden werden. Viel kann darin passieren, was nicht immer schön anzusehen ist. So haben Filme wie THE DESCENT oder THE CAVE gezeigt, dass sich tief unter der Erde auch gern mal das Böse vor allzu neugierigen Blicken versteckt. Doch es geht auch anders, wie der nun folgende Beitrag aus Norwegen beweist. Von bösartigen Monstern oder gar hungrigen Tieren ist hier nichts zu sehen. Die Bestie in CAVE heißt Mensch und ist heimtückischer als jede Kreatur aus der Hölle. Der zeigt sich hier mal wieder von seiner ganz ekligen Seite und offenbart mit schonungsloser Grausamkeit, wie unberechenbar er doch in der Regel doch ist. HENRIK MARTIN DAHLSBAKKEN hat den schweißtreibenden Überlebenstrip für die Ewigkeit festgehalten. Zu sehen gibt’s das, was oben genannte Horrorthriller ausgemacht haben. Das bedeutet: Kraxeleien durch enge Gänge mit Paranoia und allem drum und dran. Auf was man vergebens wartet sind zähnefletschende Monster. Doch die hat CAVE nicht zwingend nötig. Angst kann man auch anderweitig bewirken.
 
 
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Tief unter der Erde hört dich keiner schreien – auch am Handy nicht. In diesem Psychothriller machen sich drei Freunde auf dem Weg, um ein unerforschtes Höhlensystem auf eigene Faust zu erkunden. Man kennt sich vom Kriegseinsatz in Afghanistan und hat mal wieder Lust gemeinsam was zu unternehmen. Doch zwischenmenschliche Diskrepanzen trüben die Freude an der Expedition. Charlotte und Adrian sind nämlich seit der Rückkehr vom Kriegseinsatz ein Paar, was Viktor nicht sonderlich gut wegstecken kann. Der hat immer noch Gefühle für die Angebetete, unterdrückt aber das Herzklopfen zugunsten der Höhlenerkundung. Eine gute Entscheidung, wie sich bald herausstellen wird. Kaum wurde die Höhle betreten, wird von den Freunden viel abverlangt. Enge Gänge, Luftnot und Dunkelheit erschweren das Erforschen. Hinzu gesellen sich Stress, Angst und Paranoia. Als Adrian beim Krabbeln durchs Höhlensystem auch noch steckenbleibt und die Decke über ihn einstürzt, bricht Panik aus. Ob die drei Hobbyhöhlenforscher heil nach draußen finden werden?
 
 
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Kein sonderlich einfallsreicher Film – aber dafür ein spannender. Der Grund liegt mal wieder in den Gefahren, die in solchen Filmen bewusst als Mittel des Adrenalinkicks eingebaut werden. So erinnert CAVE in seiner Machart an den Streifen DIE HÖHLE – ÜBERLEBEN IST EIN INSTINKT, KEIN WAHL von 2014. Auch darin begaben sich neugierige Wanderer in eine dunkle Höhle und mussten bald feststellen, dass sie sich darin verlaufen haben. Um die Ausweglosigkeit authentischer wirken zu lassen, setzte man dort fürs ultimative Grauen den Found-Footage-Filmstil ein. Auf den wurde in CAVE ganz verzichtet, was den Thriller aber nicht unbedingt schlechter macht. Ganz im Gegenteil. Der norwegische Regisseur HENRIK MARTIN DAHLSBAKKEN lässt CAVE Dank versiertem Kameraumgang wie Hollywoodware aussehen und sorgt mancherorts sogar für Beklemmung und Atemnot beim Zuschauer. Klaustrophobieaffine Zuschauer bekommen einiges geboten, was den Puls schneller schlagen lässt. Von endlosen Tunneln bis hin zu Luftknappheit unter Wasser wird den Protagonisten einiges abverlangt. Die müssen sich bald vor sich selbst in Sicherheit bringen, denn in Extremsituationen kann sich manchmal auch ziemlich schnell das Hirn abschalten. Hektik und Schweiß in 80 Minuten. Eine Fortsetzung ist schon in der Mache.
 
 
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CAVE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Klaustrophobie fürs heimische Wohnzimmer, ohne dass man überhaupt die Couch verlassen muss. Der norwegische CAVE ist Überlebenskino wie es im Buche steht – schnörkellos, packend und furchteinflößend. Was unscheinbar beginnt, ebnet den Weg ins Chaos. Regisseur HENRIK MARTIN DAHLSBAKKEN weiß wie Spannung geht. Beinahe minütlich zieht er Daumenschrauben an und treibt seine drei Hauptdarsteller durch einen kompromisslosen Albtraum, der offenbar kein Ende finden will. Das Talent fürs Kino scheint dem Norweger in die Wiege gelegt worden zu sein. Der drehte mit gerade einmal acht Jahren den ersten Film und erhielt für seinen Langfilmdebüt DIE RÜCKKEHR von 2015 Auszeichnungen und Preise. Auch CAVE zeugt von Talent. Der Film schaut fantastisch aus und bewirkt mit simplen Mitteln Herzklopfen – fernab vom üblichen Horrorquatsch mit Monstern. Das macht diesen norwegischen Überlebensthriller zur Empfehlung – auch wenn das Ende dann mit seinem reißerischen Richtungswechsel und der angekündigten Fortsetzung etwas arg dick aufträgt und beinahe lächerlich erscheint.
 
 
 


 
 
 

CAVE – Zensur

 
 
 
CAVE ist kein Horrorfilm mit blutigem Gemetzel. Ein Charakter fällt unsanft aus großer Höhe und eine Leiche wird im Wasser entdeckt. Zudem wird ein Protagonist im Wasser ertränkt und einen Genickbruch gibt es ebenso zu sehen. Alles harmlos anzuschauen: FSK16.
 
 
 


 
 
 

CAVE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte Film für Grafiken liegen bei FilmBros)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beneath (2013)
 
Die Höhle – Überleben ist ein Instinkt, keine Wahl (2014)
 
The Underneath (2013)
 
The Descent (2005)
 
The Descent 2 – Die Jagd geht weiter (2009)
 
The Cave (2005)
 
Sanctum (2011)
 


Filmkritik: „Phobia“ (2016)

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PHOBIA

Story

 
 
 
Nach einem traumatischen Erlebnis entwickelt Künstlerin Mehak eine krachende Angststörung und traut sich bald nicht mehr aus dem Haus. Mit fatalen Folgen.

 
 
 


 
 
 

PHOBIA – Kritik

 
 
 
Mit PHOBIA hat es nach der Fortsetzung zum Zombie-Film THE DEAD nun bereits der zweite indische Horror-Thriller auf FILMCHECKER geschafft. Das dürfte bei den meisten Lesern für Skepsis sorgen, weht doch in den meisten Filmen aus Indien ein anderer Wind. Hier wird in der Regel geschmachtet und getanzt. Doch es geht auch anders, wie der nachfolgend besprochene Psycho-Thriller beweist. Statt Dauergesang und Folklore fürs indische Massenpublikum oder trendige Auslandsfans auf Zelluloid festzuhalten, schielt man hier lieber gen Westen und übt ernstes Psychohandwerk aus, von dem sich mancher westliche Filmschaffende eine Scheibe abschneiden könnte. Weit weg von Bollywood, Kitsch und Gloria geht es diesmal nicht um Liebe, Freundschaft, Familienbunde oder den immer währenden Kampf gegen das Böse. PHOBIA versucht es mit Thrill und Suspense, fernab von Klischees. Wer sich drauf einlässt wird entlohnt, denn trotz stolzer Laufzeit von knapp zwei Stunden kann der Streifen etwas ganz gut: Verwirren und Manipulieren. So psychologisch geschickt aufgebaute Angstfilme wie DER BABADOOK oder SENSORIA lassen grüßen.
 
 
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Eine Geschichte über Angst und Wahnsinn. Die muss eine erfolgreiche Künstlerin durchleben und droht daran zu zerbrechen. Mehak (RADHIKA APTE) ist schön, jung und dazu noch talentiert. Doch das wird ihr zum Verhängnis. Als sie nach einer Feier mit dem Taxi nach Hause gefahren wird, passiert das Unfassbare. Der Fahrer vergeht sich an der jungen Frau und hinterlässt tiefe emotionale Narben. Die Vergewaltigung löst bei Mehak eine Art der Agoraphobie aus, die es dem Opfer unmöglich macht aus dem Haus zu gehen. Deshalb zieht sie sich immer mehr in ihre eigene Welt zurück. Vom einstigen Glanz der selbstbewussten Schönheit ist bald kaum noch etwas zu verzeichnen. Gott sei Dank nimmt sich der beste Freund des Problems an. Shaan (SATYADEEP MISHRA) will helfen und bringt die verstörte Frau in die Wohnung eines Bekannten, wo die traumatisierte Mehak lernen soll die Phobie in Griff zu bekommen. Doch kaum dort eingezogen, fangen die Probleme erst richtig an. Seltsame Dinge passieren und ein geheimnisvolles Tagebuch lässt darauf schließen, dass in dieser Wohnung schlimme Ereignisse passiert sein müssen. Spukt es hier etwa? Die Suche nach Antworten wird bald zu Mehaks Lebensinhalt. Leider will niemand der einst erfolgreichen Künstlerin Glauben schenken. Die verfällt immer mehr dem Wahn und ebnet sich damit den Weg in eine persönliche Katastrophe.
 
 
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Wie ein furchtbares Verbrechen das Leben einer jungen Frau verändern kann. PHOBIA bebildert den psychischen Verfall seiner Hauptdarstellerin in schonungsloser Detailfreudigkeit und lässt die mit RADHIKA APTE hervorragend besetzte Sympathieträgerin sprichwörtlich durch die Hölle gehen. Doch damit nicht genug. Auch der Zuschauer wird gefordert und soll ähnliche Qualen durchleben wie die Heldin des Films, die sich bald sicher ist, dass sie nicht mehr Herrin ihrer eigenen Sinne ist. Regisseur PAVAN KIRPLANI macht hierfür von hinterlistigen Taschenspielertricks Gebrauch. Ist die Protagonistin wirklich dem Wahnsinn nahe oder gibt es für all die unerklärbaren Ereignisse doch plausible Erklärungen? Die Antwort darauf wird möglichst lang hinausgezögert und mündet in jenem obligatorischen Überraschungstwist, ohne den im Genrefilm offenbar gar nichts mehr geht. Die Auflösung lässt sich dennoch nicht so einfach durchschauen und macht bei genauerer Untersuchung durchaus Sinn. Bis dahin gibt es ein ganz exzellent verschachteltes Verwirrspiel zu sehen, das geschickt zwischen knallhartem Psychothriller, schaurigem Geister-Film und erschreckendem Psychogramm einer Traumatisierten pendelt. Demzufolge ist PHOBIA für all jene ein gefundenes Fressen, die gern in die Psyche fehlgeleiteter Helden schauen wollen. Der indische Psycho-Horror macht vieles richtig – auch wenn die Idee dahinter wegen vieler ähnliche gestrickter Filme in letzter Zeit (u.a. THE DISAPPOINTMENTS ROOM, DER BABADOOK, THE NOONDAY WITCH) allmählich seinen Reiz verliert. Trotzdem gibt eine überdurchschnittliche Bewertung und die Empfehlung vom FILMCHECKER.
 
 
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PHOBIA – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wenn die sicheren vier Wände zum Albtraum werden. PHOBIA ist ein psychologisches Verwirrspiel in der Machart von DER BABADOOK, das sich vor der westlichen Konkurrenz nicht verstecken muss. Trotz Produktion aus der Hindi-Filmindustrie sollte man sich nicht blenden lassen. Auch Indien kann ernst und ungemütlich. Hinter PHOBIA steckt ein cleverer und vor allem spannender Psychothriller, der mit seiner hervorragenden Hauptdarstellerin glänzt und in der zweiten Filmhälfte kontinuierlich die Spannungsschraube anzieht. Was belanglos beginnt, steigert sich nahezu minütlich zum Albtraum. Das sahen aber indische Kinogänger nicht ganz so. Den gelungenen Angstmacher wollte dort kaum jemand sehen. Trotzdem wurde PHOBIA von Presse und Kritikern gelobt. Das nahm Regisseur PAVAN KIRPLANI zum Anlass trotzdem eine Fortsetzung zu planen. Für Hauptdarstellerin RADHIKA APTE zumindest war der Dreh eine Erfahrung. Die hatte sich für die Dreharbeiten gut vorbereitet und mit Ärzten und Betroffenen gesprochen, um den geistigen und biologischen Aspekt einer Phobie besser verstehen zu können. Geholfen hat die Weiterbildung allemal. Ihre Leistungen im Film sind beachtlich und sollten demzufolge auch lobend hervorgehoben werden.
 
 
 


 
 
 

PHOBIA – Zensur

 
 
 
PHOBIA hat kaum Schauwerte zu bieten, da der Film eher auf Psycho und Suspense aus ist. Ein Finger wird abgeschnitten, ein Messer dringt in Körper ein und mysteriöse Visionen machen der Hauptdarstellerin das Leben schwer. Sollte PHOBIA in Deutschland veröffentlicht werden, dürfte eine FSK16 sicher sein.
 
 
 


 
 
 

PHOBIA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte Film für Grafiken liegen bei Next Gen Films | Eros International)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Babadook (2014)
 
Kaun? (1999)
 
The Noonday Witch (20156
 
The House on Pine Street (2015)
 
Darling (2015)
 


Filmkritik: „Rupture“ (2016)

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RUPTURE – ÜBERWINDE DEINE ÄNGSTE

Story

 
 
 
Eine alleinerziehende Mutter (NOOMI RAPACE, die Heldin aus PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN und die echte Lisbeth Salander) muss sich in einem abgelegenen Lagerhaus ihrer Angst vor Spinnen stellen. Doch da ist sie nicht allein. Auch andere Menschen werden hier gefangen gehalten und mit ihren persönlichen Ängsten konfrontiert. Doch wozu das alles. Ein Mysterium, das es zu entschlüsseln gilt.
 
 
 


 
 
 

RUPTURE – Kritik

 
 
 
Eine Frau wird heimlich von einer geheimnisvollen Organisation in den eigenen vier Wänden überwacht, anschließend entführt und in einen modrigen Gebäudekomplex verschleppt, wo an ihr fragwürdige Untersuchungen vorgenommen werden. Nein, RUPTURE ist kein weiterer Beitrag zur perverserweise erfolgreichen Torture-Porn-Welle, deren wohl wichtigster Vertreter von Exploitation-Hobbyfachmann ELI ROTH vor über zehn Jahren gedreht wurde. Mit HOSTEL hat dieser Film nicht im Geringsten zu tun, auch wenn die Ausgangssituation geradezu prädestiniert dafür wäre, die Folterwerkzeuge zurück vor die Kamera zu holen. RUPTURE ist einem ganz anderen Filmgenre beheimatet und lässt auch keine seiner Protagonisten reißerisch über die Klinge springen. Der Film geht sogar noch weiter. Weder Tiere noch Menschen müssen in diesem Thriller ihr Leben lassen. Regisseur STEVEN SHAINBERG konfrontiert mit Ungewissheit und geht lieber dem Warum auf den Grund, statt zu quälen oder fürs gequält werden rächen zu lassen. So kann sich die Filmheldin von ihren Fesseln befreien, schlüpft in die Luftschächte ihres ungemütlichen Gefängnisses und versucht einen Weg nach Draußen zu finden. Für den Zuschauer bedeutet das adrenalinreiche Fluchtversuche durch nicht enden wollende Gänge – immer die Angst im Nacken, dass die filmische Identifikationsfigur von den Bösewichten entdeckt wird.
 
 
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RUPTURE ist äußerst spannend, weil das Geheimnis der Entführung gut bewahrt wird. STEVEN SHAINBERG versorgt den Zuschauer immer nur mit dem Nötigsten, verrät nie zuviel und liefert nur häppchenweise Gründe für die mysteriöse Entführung. Dazwischen wird die Flüchtende mit allerhand seltsamen Vorkommnissen konfrontiert, die sie bald an ihrem Verstand verzweifeln lassen. Vorangetrieben wird die Spannung nicht zuletzt durch ein permanent beklemmende Gefühl der Ausweglosigkeit. Flucht scheint unmöglich, Ausgänge sind gut abgesichert und Mitglieder der Organisation ständig präsent. Das macht das Entkommen nicht gerade leicht in einer Szenerie, die vor allem der raffinierten Ausleuchtung wegen für Unbehagen sorgt. RUPTURE glänzt nämlich mit besonderer Ästhetik, die Dank befremdlich wirkender Licht- und Farbexperimente hin und wieder an die Werke des italienischen Altmeisters DARIO ARGENTO oder gar dessen Vorbild MARIO BAVA erinnert. Das sorgt für Atmosphäre, wenngleich die in erster Linie dafür sorgt, dass dem Zuschauer der Herz in die Hose rutscht. Stellenweise ist das STEVEN SHAINBERG ganz gut gelungen.
 
 
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RUPTURE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Zeit, sich seinen Ängsten zu stellen. Ungemütliches Filmszenario, das aufgrund der bewusst lang hinausgezögerten Auflösung und der spärlich verstreuten Anhaltspunkte spannend bleibt. Nach der rabenschwarzen Liebeskomödie SECRETARY und dem Drama FELL – EINE LIEBESGESCHICHTE geht der US-amerikanische Regisseur STEVEN SHAINBERG ganz andere Wege. RUTPTURE hat weder mit Drama noch mit Komödie etwas am Hut. Der Film ist eher im düsteren Genre beheimatet und deswegen so interessant, weil er sich nicht zwingend an Konventionen orientiert. Keine Morde, kein Spuk und dennoch irgendwo im Horrorfilm beheimatet. Da sieht man sogar darüber hinweg, dass das Ende dann doch mit unbefriedigender Wendung auf Zwang weg will vom Happy End üblicher Genrefilme. Das wirkt etwas sehr aufgesetzt, macht RUPTURE aber nicht zwangsläufig schlecht. Wer jedenfalls erfrischende Genreware nötig hat, ist mit diesem Horrorthriller gut bedient.
 
 


 
 
 

RUPTURE – Zensur

 
 
 
Es gibt eine Leiche auf einer Barre mit fehlenden Augen zu sehen. Was mit ihr genau passiert ist, wird nicht gezeigt und lässt sich nur erahnen. Sieht man einmal von einigen fragwürdigen Experimenten an Menschen ab, gibt es bis auf den kurzen Einsatz mit einem Elektroschocker im Film keine Gewalt zu sehen. Hierzulande hat RUPTURE – ÜBERWINDE DEINE ÄNGSTE von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Ungeschnitten versteht sich. Der Film wird Ende Januar 2017 von SPLENDID FILM ins Heimkino gebracht.
 
 
 


 
 
 

RUPTURE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (limitiertes BD-Steelbook)

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(c) Splendid Film (limitiertes BD-Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rupture; USA 2016

Genre: Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.40:1 (1920 x 1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | limitiertes Steelbook

Extras: Trailer, Trailershow, Featurette, Interviews

Release-Termin: 20.01.2017

 

Rupture – Überwinde deine Ängste [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

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RUPTURE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen, Szenenbilder liegen bei Ambi Pictures | Tango Pictures | Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Martyrs (2008)
 
Grotesque (2009)
 
Hunger (2009)
 
Martyrs – Remake (2015)
 


Filmkritik: „Within“ (2016)

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WITHIN

(CRAWLSPACE)

Story

 
 
 
Eine Familie bezieht ein neues Haus, in dem es – Überraschung – nicht mit rechten Dingen zugeht. Da poltert es mal wieder aus nicht erklärlichen Gründen oder Möbel verschieben sich wie von Geisterhand. Spukt es hier etwa? Na, hoffentlich nicht.

 
 
 


 
 
 

WITHIN – Kritik

 
 
 
Es gibt ja immer mal wieder eingeschränkt kreative Produzenten, Regisseure oder Drehbuchautoren, die meinen, stets besonders einfallsreich sein zu müssen. Sie feilen auf Biegen und Brechen an Titelkreationen, damit am Ende ein möglichst ausgefallener Filmname möglichst viele neugierige Zuschauer ins Kino lockt. Ein durchaus cleverer Einfall, der aber die Mühe nicht wert ist, wenn er zu viel verrät. Genau das ist beim Horrorfilm WITHIN passiert. Hier entschlüsselt der Titel quasi das, worauf der Streifen abzielt. Dumm gelaufen, vor allem deshalb, weil Drehbuchautor GARY DAUBERMAN (von ihm kommen übrigens auch die Drehbücher zu den THE CONJURING-Ablegern ANNABELLE und ANNABELLE 2) vehement darum bemüht ist, die Auflösung zum Film möglichst lang hinauszuzögern. Hat man dann aber die ersten Filmminuten gesehen und zieht den Filmtitel für Erklärungsversuche heran, wird schnell klar, wohin die Reise gehen wird. Weil WITHIN von einem größeren Studio produziert wurde, kann es sich definitiv um keinen Anfängerfehler handeln. Da war wohl jemand einfach nur dumm und hat nicht mitgedacht.
 
 
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„Jede Straße hat ein unheimliches Haus und in einem dieser Häuser lebst Du!“. Jene beunruhigende Botschaft überbringt einer der Nachbarsjungen der neu hinzugezogenen Teenagerin Rebecca Howe (TEAGAN SIRSET), als die in der Garage mal wieder mysteriösen Geräuschen auf den Grund gehen will. Sie hat zusammen mit den Eltern ein schönes Anwesen in einer gepflegten Vorstadtsiedlung bezogen. Doch die Idylle ist trügerisch. Vor einigen Jahren hat sich hier Tragisches ereignet. Eine Familie kam im neuen Heim auf schreckliche Weise ums Leben. Seither machen die Nachbarn einen großen Bogen um das Haus. Spukt es hier etwa? Zumindest liegt der Verdacht nahe, denn seit dem Einzug passieren seltsame Dinge. Bilder fallen plötzlich von der Wand, Möbel werden verschoben, auf dem Dachboden rumpelt es und die Hauskatze wittert hinter den Wänden das Böse. Nach einigen Recherchen in alten Kisten der früheren Bewohner findet Rebecca eine Spur. Offensichtlich ist hier weit mehr im Busch als anfangs vermutet. Sie beginnt Ursachen zu erforschen und stößt auf ein Geheimnis, das allen bald das Blut in den Adern gefrieren lässt.
 
 
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WITHIN oder CRAWLSPACE – so wie der Film wohl anfangs heißen sollte und umbenannt wurde, weil die Auflösung dann zu offensichtlich gewesen wäre – ist leichte Thrillerunterhaltung mit ein paar unterwarteten Wendungen und dem obligatorischen Überraschungstwist. Letzterer ist im Horrorfilm mittlerweile so oft zu sehen, dass es fast schon überflüssig ist, ihn als raffiniertes Filmelement erwähnen zu müssen. Mit Spuk hat Gezeigtes natürlich wenig gemein. Die Bedrohung ist greifbar und die mysteriösen Ereignisse lassen sich rational erklären. So dürften geübte Zuschauer recht schnell erraten, worauf es hier hinauslaufen wird, obwohl lang suggeriert wird, dass WITHIN ein weiterer Spukstreifen ist. Das macht den Streifen vorhersehbar, weil Regisseur PHIL CLAYDON (LESBIAN VAMPIRE KILLERS) mit allerhand Klischees und bekannten Schreckmomenten arbeitet, um auf falsche Fährten zu locken. Leider hat man viele der Schockmomente und Handlungsabläufe so ähnlich bereits in vielen anderen Filmen gesehen, weshalb die Irreführung nur bedingt funktioniert. Hinzukommt, dass WITHIN dann doch so einige Zeit braucht, bis es wirklich mal interessant wird.
 
 
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So bleibt leider nur ein weiterer – immerhin glattgebügelter – Thriller fürs kommerzverwöhnte Mainstream-Publikum. Sonderlich viel Anspruch und Einfallsreichtum sollte man nicht erwarten, denn WITHIN will nicht die grauen Zellen fordern, sondern ausschließlich unterhalten. Wenn man den Kopf ausschaltet, funktioniert das im hektisch geschnittenen Finale sogar wirklich gut. Hier jedoch von einem außergewöhnlich guten oder gar intelligenten Thriller zu sprechen, wäre schlicht übertrieben.
 
 
 


 
 
 

WITHIN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wenn aus einer kleinen Idee viel Brimborium gemacht wird. WITHIN verläuft nach bekannten Mustern, und kommt nicht von gewohnten Bahnen ab. Eine Familie zieht in ein Haus, bemerkt mysteriöse Dinge, geht der Sache auf den Grund und bekämpft das Böse. Der Ablauf ist bekannt und hat man in vielen anderen Horrorthrillern so ähnlich gesehen. Relativ unverbraucht ist hier nur die Erklärung, welche sich dafür mehr oder weniger dreist bei Filmen wie DAS HAUS DER VERGESSENEN, THE BOY oder UNCERTAIN GUEST bedient. Drehbuchautor GARY DAUBERMAN hat viel Füllmaterial um einen Überraschungstwist geschrieben, der in WITHIN den eigentlichen Höhepunkt darstellen soll. Wer horrorfilmunerfahren ist, dürfte über den Twist verblüfft sein – alte Horrorhasen wittern die Fährte bereits nach wenigen Minuten. Trotz austauschbarer Handlung ist Hauptdarstellerin TEAGAN SIRSET immerhin hübsch anzusehen. Die hat in quasi jeder Szenen die Haare schön und steigt natürlich nach acht Stunden Nachtruhe perfekt geschminkt aus dem Bett. Die Dame muss am Ende gegen das personifizierte Böse kämpfen und purzelt dabei von einem Klischee ins nächste. Für Zwischendurch reicht das Gruseltheater. Sonderlich hohe Erwartungen sollte man aber nicht haben.
 
 
 


 
 
 

WITHIN – Zensur

 
 
 
Schlimme Szenen gibt es nicht zu sehen. Ein Hammer wird in einen Kopf geschlagen, einer anderen Person wird ein Kabel um den Hals gelegt und sie wird aufgehangen. Hierzulande wird es wohl eine FSK16 geben. Der Film soll Februar 2017 in Deutschland über WARNER BROS. erscheinen.
 
 
 


 
 
 

WITHIN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei WARNER BROS.)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Pact (2012)
 
Uncertain Guest – Du bist nicht allein (2004)
 
Das Haus der Vergessenen (1991)
 
The Boy (2015)


Filmkritik: „Recovery“ (2016)

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RECOVERY

Story

 
 
 
Auf der Suche nach ihrem gestohlenen Telefon verschlägt es Teenager Jessie samt Freunden (darunter SAMUEL LARSEN aus THE REMAINS) in ein Anwesen, in dem der Horror regiert. Was folgt ist eine Nacht unbeschreiblichen Terrors, den die jungen Leute ein Lebtag nicht wieder vergessen werden.

 
 
 


 
 
 

RECOVERY – Kritik

 
 
 
Was sind die Vorteile eines Handyvertrags? Ohne Frage: Neues Telefon. Doch die Freude kann schnell in Panik umschlagen, wenn das neue Smartphone verloren geht oder gestohlen wird. Zehntausende Handys werden Jahr für Jahr in Deutschland geklaut. Das ist für Betroffene nicht nur ärgerlich, sondern auch beunruhigend, schließlich befinden sich auf den meisten Telefonen private Inhalte, die in den falschen Händen so richtig Schaden anrichten können. Mit dieser Angst spielt auch der Horrorfilm RECOVERY, der einmal mehr anprangert, wie leichtfertig wir mit unseren privaten Daten umgehen. Ob Bilder in sozialen Netzwerken, Bankdaten auf dem Telefon oder freizügige Inhalte im internen Speicher des Handys – ist das Smartphone erst einmal geklaut, liegt das eigene Leben in der Hand fremder Menschen. Eine mehr als brisante Thematik, über die es lohnt länger darüber nachzudenken, auch wenn der Horrorthriller RECOVERY dann doch eher damit beschäftigt ist, die Nerven des Zuschauers mit Schocks zu strapazieren. Das zumindest kann er gut.
 
 
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Wenn das Handy plötzlich abhanden kommt. Eine Katastrophe die auch Teenager Jessie (KIRBY BLISS BLANTON – die Blonde aus THE GREEN INFERNO) durchleben muss. Sie erfährt am letzten Schultag an der High School, dass sie der Liebste betrügt und will auf einer angesagten Party zusammen mit der neuen Freundin Kim (RACHEL DIPILLO) den Schmerz in Alkohol ertränken. Dort angekommen, läuft nichts nach Plan. Der erste Kokain-Konsum bekommt der High-School-Absolventin gar nicht gut und von der neuen Freundin ist plötzlich weit und breit nichts mehr zu sehen. Hat die etwa das neue Telefon gestohlen, das Jessie einigen Stunden zuvor von den Eltern geschenkt bekommen hat? Weil die Teenagerin nichts von der neuen Freundin weiß, hat Bruder Miles (ALEX SHAFFER) eine Idee. Er ortet das gestohlene Telefon der Schwester mittels GPS und folgt dem Signal. Das führt zu einem Haus, dessen Bewohner offenbar ausgeflogen sind. Schnell ist ein Weg nach drinnen gefunden, der zu Ernüchterung führt. Die gesuchte Kim ist nicht anzutreffen. Stattdessen stößt man auf Überwachungskameras, die jede Bewegung im Haus festhalten. Was Horrorfans vermuten, wird bald Realität. Mit diesem Haus und seinen Eigentümern stimmt etwas nicht. Eine schaurige Einsicht, die den ungewünschten Gästen bald zum Verhängnis wird.
 
 
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Den Namen DARRELL WHEAT sollte man sich merken. Das ist der Regisseur dieses durchaus spannenden Horrorthrillers, der hin und wieder an WES CRAVENS zu Unrecht verschmähten DAS HAUS DER VERGESSENEN erinnert. Dessen Erstling verläuft nämlich nach ähnlichem Muster wie das von Craven geschriebene Schauermärchen und führt junge Menschen unwissend in das Haus einer gestörten Familie, die hinter verschlossenen Türen unchristliche Dinge veranstaltet. Für einen ersten Spielfilm beweist Regisseur DARRELL WHEAT ein talentiertes Händchen für Schocks, Wendungen und Atmosphäre. Lang bleibt ungewiss, was den Jugendlichem blühen wird, Wheat lässt sich reichlich Zeit mit dem Horror. Erst in der letzten halben Stunde wird es ernst und die naiven Filmhelden werden Teil eines grimmigen Home-Invasion-Thrillers, in dessen Mittelpunkt sich ein Haus befindet, das für die jungen Eindringlinge zum Gefängnis wird. Natürlich wird hier reichlich überzogen. So wirken die Helden durchweg sympathisch. Dennoch wird von ihnen nicht viel abverlangt. Die verhalten sich horrorfilmtypisch und gehen wenig taktisch vor, um den (entstellten) Familienmitgliedern durch die Lappen zu gehen. Aber auch den Letztgenannten will man nichts Gutes. Deren Ambitionen sind dann doch weit hergeholt und haben mit der Realität nur wenig am Hut. RECOVERY ist eben auch nur ein weiterer Horrorfilm.
 
 
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Trotzdem will man mit diesem Horrorthriller nicht zu hart ins Gericht gehen. Was den Film nämlich aus der Masse an schlechten Horrorstreifen hervorstechen lässt, ist der durchdachte Spannungsbogen, der kurzweiliges Herzklopfen verursacht. Nach einem zähen Einstieg in dem Figuren eingeführt werden, zieht Filmemacher DARRELL WHEAT minütlich seine Daumenschrauben an und jagt Helden wie Zuschauer durch ein spartanisch eingerichtetes Haus, in dem es viel Boshaftes zu entdecken gibt. Erst nach und nach kommen die Eindringlinge drauf, was von hinter den dicken Mauern nicht nach außen dringen darf. Dabei geht es fürs Horrorgenre überraschend züchtig zugange. Horror muss sich eben nicht immer zwangläufig durch Gewalt und Blut definieren. Hier wird eher mit Spannung gearbeitet. Das steht dem Streifen gut und macht Lust auf weitere Arbeiten des Nachwuchsregisseurs.
 
 
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RECOVERY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Spannender Home-Invasion-Schocker mit gesellschaftskritischer Note, die aber schnell verfliegt, weil sich RECOVERY dann doch eher mit Schocks und Horror beschäftigt. Für einen Debütfilm ist dieser Horrorthriller sauber – und vor allem spannend – inszeniert. Aufgrund der vielen schlechten Horrorfilme in jüngster Zeit, kann man das schon als regelrechte Wohltat bezeichnen. RECOVERY definiert den Begriff „Familie“ neu und sorgt so für 80 kurzweilige Minuten, die bis zum Abspann fesseln. Macher DARRELL WHEAT scheint genug Horrorfilme studiert zu haben. Er weiß, wie man erzählen muss, um fesseln können. RECOVERY ist ein kleiner Film, der hinsichtlich Spannungsaufbau vielen großen Produktionen überlegen ist. Das muss dem noch unerfahren Wheat erst mal jemand nachmachen!
 
 
 


 
 
 

RECOVERY – Zensur

 
 
 
Sonderlich viel Blut fließt in RECOVERY nicht. Zu Beginn setzt sich eine Protagonistin mit einem Gegenstand zur Wehr und zertrümmert den Unterkiefer eines Bösewichts. Weiterhin gibt es Messerstiche zu sehen und eine Hiebwaffe wird in einen Rücken geschlagen. RECOVERY dürfte problemlos eine FSK16 erhalten. Der Streifen wird im Februar 2017 von I-ON / SPLENDID FILM veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

RECOVERY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei I-ON / SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Den (2014)
 
GirlHouse (2014)
 
Don’t Breathe (2016)
 
Tigerhouse (2015)
 


Filmkritik: „Jack Goes Home“ (2016)

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JACK GOES HOME

Story

 
 
 
Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters begibt sich Jack auf eine Reise zurück in die Vergangenheit und entdeckt furchtbare Dinge, die ihm seine Eltern nicht ohne Grunde über Jahre verschwiegen hatten.

 
 
 


 
 
 

JACK GOES HOME – Kritik

 
 
 
Jede Familie hat ein Geheimnis, von dem besser niemand erfahren sollte. Im Horrorfilm ist eine solche Tatsache mittlerweile keine Seltenheit mehr – hier schlummert das Grauen oft hinter Türen braver Bürger, die dann alles andere als friedliebend sind. Kein Horrorfilm im herkömmlichen Sinne, aber nicht minder unangenehm ist der unabhängig gedrehte Psychothriller JACK GOES HOME. Der beweist einmal mehr, dass Indie-Filme oft die besseren Filme sind, weil sich deren Macher nicht zwingend an Konventionen halten müssen. Hinter dem Streifen steckt Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur THOMAS DEKKER. Der erklärte in Interviews, dass ihm die Inspiration zum Film kam, nachdem der eigene Vater nach elf Jahren mit Alzheimer verstarb. Kurz vor dessen Tod nahm sich der Filmemacher ein Jahr Auszeit und kehrte nach Hause zurück, wo er bei der Pflege des Vaters behilflich war. Während dieser Zeit wurde er mit Erlebnissen aus seiner Kindheit konfrontiert, die ihn erschütterten und nachdenklich stimmten. Aus diesen Erfahrungen resultierte die Idee zum Psychothriller JACK GOES HOME, dessen Drehbuch Dekker nach eigener Aussage in gerade einmal drei Wochen fertigstellen konnte. Beachtlich!
 
 
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Eigentlich hat Jack (RORY CULKIN) alles im Leben erreicht, was man sich nur wünschen kann. Die Freundin erwartet ein Kind und auch im Job läuft alles nach Plan. Doch ein Schicksalsschlag soll das bis dato geregelte Leben aus den Bahnen werfen. Bei einem Unfall verunglückt der Vater tödlich, was Jack dazu bewegt, in die Heimatstadt zurückzukehren, um der Mutter (LYN SHAYE, bekannt aus Horrorfilmen wie ABATTOIR, BIG ASS SPIDER und INSIDIOUS 3) beizustehen. Doch die Ankunft verläuft nicht wie erhofft. Weder Mutter noch Sohn befinden sich im Trauerprozess. Irgendetwas scheint die Emotionen zu blockieren, was eine Reihe von mysteriösen Ereignissen entfacht. So findet der Sohnemann auf dem Dachboden einen alten Kassettenrecorder, in dem Tonbandaufzeichnungen schlummern, die offenbar für ihn bestimmt sind. Darauf versucht der verstorbene Vater dem verwirrten Teenager etwas mitzuteilen, das seit Jahren gut behütet hinter verschlossenen Türen bewahrt wurde. Aber auch die Mutter verhält sich plötzlich eigenartig. Die zerkleinert nachts rohes Fleisch in der Küche und verhält sich reichlich distanziert zum eigenen Kind. Was hat das alles zu bedeuten? Die Antwort darauf entfacht einen Strudel furchteinflössender Ereignisse.
 
 
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Mit JACK GOES HOME zeigt Filmemacher THOMAS DEKKER eindrucksvoll, dass er mehr kann, als nur smart in die Kamera zu lächeln. Der trat bisher in erster Linie als Schauspieler in Erscheinung und war in Genrefilmen wie dem A NIGHTMARE ON ELM STREET-Remake, LAID TO REST 2 oder ENTER THE DANGEROUS MIND zu sehen. Mit JACK GOES HOME beweist er nach dem Drama WHORE zum zweiten Mal sein Regietalent und wagt sich diesmal an psychologischen Horror, der sich mit verletzten Seelen und kranken Köpfen auseinandersetzt. Hierbei gelingt es dem Newcomer geradezu genial, das psychologische Chaos und die emotionale Verwüstung eines jungen Mannes in unschöne Bilder zu verpacken, nachdem der mit seiner verdrängten Vergangenheit konfrontiert wird. Das wird am Ende selbst den Zuschauer fordern, der sich aufgrund des plötzlichen Richtungswandels reichlich unwohl fühlen dürfte. Die Aufdeckung der Familientragödie geht einher mit dem psychologischen Abstieg des Filmhelden. Lange im Unterbewusstsein manifestierte Erlebnisse kommen plötzlich wieder zutage und treiben die Hauptfigur ins psychische Desaster. Jack kann allmählich nicht mehr unterscheiden, was wirklich passiert oder nur Macht der Gedanken ist. Die Folge ist schleichender Wahnsinn, der nicht nur ihm an die Substanz geht.
 
 
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JACK GOES HOME ist Kopf-Horror, der erstaunlich gut funktioniert. Regisseur THOMAS DEKKER schafft Verwirrung zu stiften. JACK GOES HOME ist einer dieser Indie-Filme, die sich nicht so einfach durchschauen lassen. Der Film pendelt scheinbar unentschlossen zwischen Drama, Mystery- und Psychothriller und baut dabei eine äußerst beklemmende Atmosphäre auf. Doch die Unentschlossenheit ist gewollt, denn der Mix der Genres wird dazu benötigt, um das konfuse Seelenheil von Filmheld Jack zu unterstreichen. Was ist hier des Pudels Kern und was hat es mit den mysteriösen Geschehnissen auf sich, die sich seit der Heimkehr des emotional unterkühlten Sohnes ereignen? Die Antwort gibt’s häppchenweise. So lassen verstörende Puzzleteile schnell erahnen, dass hier weit mehr im Argen liegt, als anfänglich vermutet. Das hält den Spannungspegel konstant oben und fesselt. Ein flaues Gefühl in Magengegend gibt’s obendrein dazu. Neben der beachtlichen Regiearbeit und dem überraschend unkonventionellen Drehbuch von THOMAS DEKKER sollten an dieser Stelle auch die Leistungen von Hauptdarsteller RORY CULKIN (übrigens einer der kleinen Brüder von Ex-Kinderstar MACAULAY CULKIN) nicht unerwähnt bleiben. Gäbe es im Horrorfilm auch so etwas wie einen Oscar für herausragende Schauspielleistungen, wäre ihm der Preis dafür sicherlich gewiss. Der liefert – so nebenbei – die bis dato beste Schauspielarbeit in seiner Vita ab und entpuppt sich als bemerkenswert talentierter Charakterdarsteller mit Mut zu Extremen. Demzufolge sollte man sich diesen kleinen Indie-Psychotrip nicht entgehen lassen, an dem übrigens UWE BOLL mitgewirkt haben soll. Schenkt man den Informationen im Abspann Glauben, soll er hier als Produzent beteiligt gewesen sein. Das hätte man Herrn Boll gar nicht zugetraut, ist doch JACK GOES HOME so ganz anders als das, was der kontroverse Filmemacher selbst so auf die Beine gestellt hat.
 
 
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JACK GOES HOME – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Wenn aus einer erschütternden Familientragödie blanker Horror wird. JACK GOES HOME ist ein verstörender Filmalbtraum, der noch lange nachwirkt. Diese unabhängig verwirklichte Produktion ist Kopf-Horror wie er im Buche steht und den man so nicht alle Tage zu sehen bekommt. Der Indie-Streifen vermischt Thriller, Mystery- und Horror-Elemente virtuos und schockt mit einem überraschenden Twist, der ein ungutes Gefühl in der Magengegend hinterlässt. THOMAS DEKKER hat hier ein verstörendes und gleichzeitig kontroverses Psychodrama über die Suche nach der eigenen Identität geschaffen, das Dank herausragender Schauspielleistungen niemanden kalt lässt. Für Zuschauer, die eine Vorliebe für unkonventionelle Nischenfilme mit Tiefgang besitzen, ist dieses Kunststück des Indie-Genre-Kinos absolutes Pflichtprogramm.
 
 
 


 
 
 

JACK GOES HOME – Zensur

 
 
 
Blut oder gar Gewalt gibt es in JACK GOES HOME kaum zu sehen. Der Filmheld schneidet sich in einer Vision selbst die Kehle durch. Zudem wird ein Hund im Off ermordet. Hierzulande gibt es für dieses psychologische Genre-Drama wohl eher eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

JACK GOES HOME – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Poster aus dieser Review liegen bei Yale Productions)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Enter the Dangerous Mind (2013)
 
Hemorrhage (2012)
 
Simon Killer (2012)
 
Alexandre Aja´s Maniac (2012)
 
Magic Magic (2013)
 
The House on Pine Street (2015)
 
A beautiful Mind (2001)
 
Fight Club (1999)
 


Filmkritik: „The Good Neighbor“ (2016)

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THE GOOD NEIGHBOR

(THE WAITING)

Story

 
 
 
Zwei Teenager (darunter KEIR GILCHRIST aus IT FOLLOWS und DARK SUMMER) haben ein perfides Experiment vor, das sie berühmt machen soll. Sie wollen den seltsamen Rentner von nebenan glauben lassen, dass es in seinem Haus spukt und filmen seine Reaktionen. Leider nimmt der makabre Streich bald erschreckende Ausmaße an.

 
 
 


 
 
 

THE GOOD NEIGHBOR – Kritik

 
 
 
Kaum eine Filmgattung hat in den letzten Jahren so polarisiert, wie das Found-Footage-Genre. Durch THE BLAIR WITCH PROJECT und PARANORMAL ACTIVITY erst richtig populär geworden, hat man seither mit dieser Art des filmischen Erzählens reichlich Schindluder getrieben. Gefühlt jede zweite Horrorproduktion der letzten zehn Jahre kam in Found-Footage-Aufmachung und pseudo-verwackelten Filmaufnahmen daher. Das hatte zur Folge, dass bald keiner mehr diese Streifen sehen wollte. Trotz Vorbehalte sollte man aber dem folgenden Film eine Chance geben. Der macht zwar indirekt auch vom Found-Footage-Stil Gebrauch, ist aber zur Abwechslung sehenswert, weil er die Zutaten genannter Filmrichtung zu seinem Vorteil versteht einzusetzen. THE GOOD NEIGHBOR nennt sich der Thriller von Regieneuling KASRA FARAHINI, der es endlich wieder schafft, dass verwackelte Handyaufnahmen und triste Überwachungskameras flaues Bauchgefühl verursachen. So hat das Regiedebüt ein raffiniertes Drehbuch zu bieten, das den Zuschauer auf falsche Fährten führt und am Ende mit kompromissloser Härte vor den Kopf stößt. Da läuft es einem definitiv eiskalt den Rücken herunter – versprochen!
 
 
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Im Film mit dem doppeldeutigen Titel haben zwei Schüler etwas Perfides vor, um in den sozialen Netzwerken berühmt zu werden. Sie brechen beim mürrischen Nachbar ein und bespicken die Wohnung mit Überwachungskameras. Warum sie das machen, erklären sie dem Zuschauer selbst. Sie wollen einen Film drehen und darin ein ahnungsloses Opfer solange Spuk vorgaukeln, bis es fest davon überzeugt ist, dass es in den eigenen vier Wänden spukt. Leider haben sich die Teenager ein äußerst zähes Opfer ausgesucht, das sich von den inszenierten Spukaktivitäten nur wenig beeindruckt zeigt. So äußert Mr. Grainey weder Unbehagen, noch bittet er Polizei und Angehörige um Hilfe. Das macht die dreisten Beobachter stutzig, zumal der Rentner von den falschen paranormalen Ereignissen derart genervt zu sein scheint, dass er auch schon mal die Axt aus der Garage holt und Türen einschlägt. Doch der unechte Spuk wird bald zur Nebensache. Der eigenbrötlerische Alte verbringt nachts viel Zeit im Keller. Das macht die beiden Freunde neugierig. Leider haben sie dort keine Überwachungskamera angebracht und können daher nur spekulieren, was das Testobjekt darin treibt. Ob der alleinstehende Nachbar unterm Haus etwas Verborgen hält, von dem niemand etwas erfahren darf? Die Antwort darauf gibt’s kurz vorm Abspann.
 
 
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Man muss schon seinen Hut ziehen vor dem, was KASRA FARAHINI mit dem Filmdebüt THE GOOD NEIGHBOR da auf die Leinwand gebracht hat. Das ist kein Film den man mal so nebenbei schaut. Dieser Film schockiert und das vor allem wegen seinem unerwarteten Ausgang. So wird dem Zuschauer gleich zu Beginn klargemacht, dass die Ereignisse hier tragisch ausgehen werden. THE GOOD NEIGHBOR beginnt mit einer Gerichtverhandlung, in der Zeugen befragt werden. Was vorgefallen ist, bleibt vorerst ungeklärt. Das steigert die Spannung und macht neugierig, zumal der noch unerfahrene Regisseur ein talentiertes Händchen für extravagante Erzählweise an den Tag legt. Der Film wechselt nämlich im späteren Verlauf zwischen Gerichtsverhandlung und gefundenem Filmmaterial. Letzteres wurde von der Spurensicherung ausgewertet und rekonstruiert die Taten der noch jungen Filmhelden. Die halten während ihres Experiments nicht nur den Tagesablauf ihres Opfers digital fest, sondern filmen sich bei ihren makabren Streichen selbst. Das hat man zwar schon in vielen Found-Footage-Streifen auf ähnliche Weise ertragen müssen, stört aber in THE GOOD NEIGHBOR keineswegs. Trotz Found-Footage ist dieser fiese Film eine runde Sache. Das liegt einerseits an den lobenswerten Leistungen der Darsteller. Hier wäre vor allem JAMES CAAN (das Opfer von KATHY BATES in MISERY) zu nennen, der als unnahbarer Rentner eine beachtliche Performance abliefert und am Ende sogar als zermürbte Kreatur an seine Grenzen geht. Andererseits überzeugt der Handlungsaufbau und die Art, wie Macher KASRA FARAHINI für schnellen Herzschlag sorgt. Er verrät nämlich nie zuviel, versorgt den Zuschauer immer nur mit Häppchen und schlägt am Ende mit gnadenloser Härte zu. Das irritiert nicht nur die naiven Streichspieler, sondern auch den Zuschauer. Schade nur, dass man so gut durchdachte Found-Footage-Geschichten leider viel zu selten zu sehen bekommt.
 
 
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THE GOOD NEIGHBOR – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Spannend, unkonventionell, verstörend und schockierend. Wenn ein Dummejungenstreich zur Katastrophe führt, weil die Gier nach medialer Aufmerksamkeit jugendliche Sinne vernebelt. THE GOOD NEIGHBOR (der anfangs eigentlich THE WAITING heißen sollte) hat es ganz schön in sich. Der Film beginnt harmlos, hat es aber faustdick hinter den Ohren. Wer jetzt aber glaubt, dass der Streifen trotz schockierendem Ausgang irgendwo im Horrorgenre beheimatet ist, der irrt. THE GOOD NEIGHBOR ist alles andere als das. Trotz Thriller-Elemente verbirgt sich hinter dem Debütstück eher ein deprimierendes Drama über Verlust und seine Folgen, das trotz Schockwirkung niemanden kalt lässt. Wem es demnach nach clever erzähltem Indie-Kino dürstet, sollte sich diesen Mix aus Gerichtssaal-Drama und Mysterythriller keineswegs entgegen lassen. Von uns gibt es für diesen undurchsichtigen Found-Footage-Beitrag eine selten gute Bewertung – vor allem auch deshalb, weil der Streifen nach dem Abspann auch mal die Gehirnzellen rotieren lässt und zum Nachdenken anregt. In Zeiten, in denen offenbar nur noch hirnfreier Zelluloid-Schrott fürs Kino produziert wird, soll das schon etwas heißen.
 
 
 


 
 
 

THE GOOD NEIGHBOR – Zensur

 
 
 
THE GOOD NEIGHBOR hat nur eine harte Szene zu bieten. Hierbei handelt es sich um einen Kopfschuss. Mehr grausames Material hat der Streifen nicht zu bieten. Demzufolge gibt es von der FSK auch problemlos den blauen Freigabe-Flatschen: FSK16.
 
 
 


 
 
 

THE GOOD NEIGHBOR – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Don’t Breathe (2016)
 
House at the End of the Street (2012)
 
The Harvest (2013)


Filmkritik: „Happy Birthday“ (2016)

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HAPPY BIRTHDAY

Story

 
 
 
Eine Geburtstagsfeier wird zum Albtraum: Die besten Freunde Tommy (RILEY LITMAN) und Brady (MATT BUSH aus dem Splatter-Trash PIRANHA 3DD) machen sich auf zum Feiern nach Mexiko. Was sie aber dort erwartet, werden sie so schnell nicht wieder vergessen.

 
 
 


 
 
 

HAPPY BIRTHDAY – Kritik

 
 
 
Stell dir vor, du hast Geburtstag und alles läuft schief. Das ist eigentlich Stoff für leichte Filme mit Schenkelklopf-Garantie. Doch es geht auch anders. Im Horrorthriller von CASEY TEBO zum Beispiel avanciert die Geburtstagsfete zum Albtraum und verirrt sich fast ohne Lacher irgendwo dorthin, wo ELI ROTH in den 2000ern den Begriff Torture Porn salonfähig gemacht hat. HANGOVER meets HOSTEL – so ähnlich lässt sich in knappen Worten umschreiben, was dem Zuschauer in HAPPY BIRTDAY vorgesetzt wird. Das klingt durchaus vielversprechend, wenn man denn gern mal im Kino den Kopf ausschalten möchte. Leider dürfte einem der Film schnell einen Dämpfer verpassen, denn während die erste Hälfte von HAPPY BIRTHDAY durchaus Laune verbreitet, schwächelt der Film auf der Zielgeraden wegen eines zu früh gelüfteten Plottwists. So etwas betitelt man üblicherweise als Anfängerfehler. Und in der Tat: Regisseur CASEY TEBO hat nach diversen Musik-Specials fürs Fernsehen und als langjähriger Konzertfilmer von AEROSMITH mit HAPPY BIRTHDAY seinen ersten richtigen Spielfilm gemacht. Der besitzt durchaus Unterhaltungswert und überrascht mit fiesen Einfällen. Da will man auch nicht zu hart mit seiner bitterbösen Geburtstagssause ins Gericht gehen. Man hat da schon Schlechteres auf der Leinwand gehabt.
 
 
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Im Film zieht es zwei beste Kumpel (MATT BUSH und RILEY LITMAN) nach Mexiko, die dort die Sau raus lassen wollen. Brad soll auf anderen Gedanken kommen, dann ausgerechnet am Jahrestag wurde der Mittzwanziger von seiner Freundin betrogen. Wenige Meter von der amerikanischen Grenze entfernt, sucht man in einem kleinen mexikanischen Kaff Spaß. Den bekommt man anfangs auch. So lassen trinkreiche Drogenorgien, illegale Hahnenkämpfe und leicht bekleidete Mädchen echte Sorgen vergessen. Doch die Party gerät bald aus den Fugen – hier in Mexiko ticken die Uhren etwas anders. Schnell geraten die Freunde ins Visier des Kleinganoven El Gato. Der weiß wie man aus wohlhabenden jungen US-Amerikanern schnelles Geld erpressen kann und hat mit den Kumpels so seine Pläne. Die finden sich bald gefesselt in Betten wieder und werden von zwei Schönheiten alles andere als zimperlich behandelt. Wetten, dass zuvor kleinlaute Männer wie verängstigte Kinder winseln können, wenn das letzte Stündlein geschlagen hat?
 
 
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Man muss kein Filmexperte sein, um zu erkennen, vor wem sich Macher CASEY TEBO hier ehrfürchtig verbeugt. Mit coolen Sprüchen und durchgestylter Optik erinnert HAPPY BIRTHDAY ganz gern mal an die Filme von Regielegende QUENTIN TARANTINO. Leider erreicht der Streifen zu keinem Zeitpunkt die stilistische Extravaganz und wortgewandte Coolness, die das Oeuvre des gefeierten Filmemachers ausmachen. HAPPY BIRTHDAY mangelt es im platten Nacheifern nicht nur an Originalität. Dem Horrorthriller fehlt es zudem an Konsequenz und Orientierung, denn irgendwo zwischen HOSTEL und HANGOVER bleibt unschlüssig, in welche Schublade man denn nun HAPPY BIRTHDAY hineinstecken soll. Für einen Folterfilm werden zu wenige Schauwerte geboten. Von amerikanischem Sex- und Fäkalhumor ist ebenfalls kaum etwas zu verzeichnen. Stattdessen sucht HAPPY BIRTHDAY – trotz Oberflächlichkeiten und glattgebügelter Bilder – krampfhaft nach Sinn, der mal wieder im unverzichtbaren Plottwist zu finden ist. Der kommt zugegebenermaßen überraschend und lässt die Kinnladen herunterklappen. Leider macht Regisseur und Drehbuchschreiber CASEY TEBO einen Fehler: Er wiederholt den gleichen Twist wenige Minuten später noch einmal. Das wirkt aufgezwungen und vorhersehbar. Offensichtlich hat der Spielfilm-Newcomer nicht mit der Intelligenz des Zuschauers gerechnet. Der lässt sich leider kein zweites Mal auf ähnliche Weise hinters Licht führen lässt und wird den missglückten Doppeltwist als überflüssig abstempeln. Letztendlich ist HAPPY BIRTHDAY weder Fisch noch Fleisch. Die Figuren sind unsympathisch und ab der Halbzeit tut sich der Film schwer mit dem Fortgang der Handlung. Dafür entschädigt ein Wiedersehen mit AEROSMITH-Frontmann STEVEN TYLER. Dem hat Regisseur CASEY TEBO seine Karriere als Musikfilmer zu verdanken. Klar, dass da ein amüsanter Cameo-Auftritt im ersten Spielfilm nicht fehlen durfte.
 
 
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HAPPY BIRTHDAY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein mexikanischer Geburtstagstrip der besonders makabren Sorte. HAPPY BIRTHDAY beginnt stark und baut danach ab. Der Grund ist die fehlende Richtung, denn irgendwie konnte sich Regisseur CASEY TEBO mit seinem Tarantino-Light-Trasher nicht so recht entscheiden, wohin die Reise gehen soll. Ein paar angedeutete Folterversuche hier, etwas oberflächlicher Ami-Klamauk da – der obendrein nicht mal sonderlich lustig ist. Irgendwo dazwischen skurrile Typen, die einem aber ziemlich schnell auf den Zünder gehen. Da kann man nur hoffen, dass Macher CASEY TEBO irgendwann mal auf jenen Meister trifft, von dem er sich hat offensichtlich inspirieren lassen. Vermutlich könnte QUENTIN TARANTINO dem amerikanischen Newcomer so einige Kniffe beibringen, damit der irgendwann auch mal ähnliche Qualität auf die Leinwand bringen kann, wie man sie vom Vorbild gewohnt ist.
 
 
 


 
 
 

HAPPY BIRTHDAY – Zensur

 
 
 
Der auf dem FANTASY FILMFEST 2016 gezeigte Horrorthriller hat nicht viel zu bieten. Auch wenn HAPPY BIRTHDAY in die Richtung HOSTEL geht, ist der Film keinesfalls in Sachen Brutalität mit dem Folterstreifen gleichzusetzen. Auf zwei Charaktere wird eingeschossen. Der Rest wird nur angedeutet. Eine FSK16 ist durchaus annehmbar, denn Schauwerte gibt es nahezu keine.
 
 
 


 
 
 

HAPPY BIRTHDAY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Darko Entertainment | Arclight Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hostel (2005)
 
The Prank – Der Streich (2013)
 
Scare Campaign (2016)
 
Girls against Boys (2012)