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Beiträge mit Schlagwort “Thriller 2018

Filmkritik: „Rust Creek“ (2018)

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RUST CREEK

Story

 
 
 

Eine Studentin gerät an widerwärtige Hillbillies, die so gar keine Manieren kennen und der jungen Frau nach dem Leben trachten.

 
 
 


 
 
 

RUST CREEK – Kritik

 
 
 
Schöne Landschaft, aber skrupellose Leute: In manchen ländlichen Gegenden der USA herrscht ein rauer Ton – zumindest, wenn es nach so einigen Filmschaffenden geht. Dort leben gern mal jene, die sich von der Regierung vergessen fühlen und deshalb ihre eigenen Gesetzen schaffen. Das ist kassenträchtiger Stoff, den man gern für Horrorfilme nutzt. Darin wird der Zuschauer bevorzugt in ärmere Gegenden Amerikas entführt, wo deren sozial und finanziell schwachen Einwohnern es nicht selten gut mit durchreisenden Städtern meinen. Letzteren schwant in dieser Art von Filmen Böses. Die geraten in die Fänge kompromissloser Hillbillies und müssen am Ende ums Überleben kämpfen, während der Rest der Gemeinde stillschweigend zusieht und nichts nach Außen dringen lässt.
 
 
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Terror hinter der Fassade idyllischer Provinz ist ein Thema, mit dem sich auch der Thriller RUST CREEK beschäftigt. Der Streifen ist zwar kein lupenreiner Horrorfilm, was aber nicht bedeuten soll, dass der Film nicht minder unangenehm ist. Darin muss eine College-Studentin eine Lektion in Sachen Überleben machen. Die hat ein wichtiges Vorstellungsgespräch und macht sich auf den Weg nach Washington D.C., um dort den nächsten Karrieresprung abzusichern. Doch die Straßen auf dem Highway sind nicht frei, weshalb Sawyer (HERMIONE CORFIELD) beschließt eine Abkürzung über die Dörfer Kentuckys zu nehmen. Keine gute Idee, denn bald hat sie das Interesse zweier Provinzler auf sich gelenkt, die der Durchreisenden ungefragt auf die Pelle rücken. Die kann sich verletzt in die Wälder flüchten und muss nun einen Weg zurück in die Zivilisation finden. Leider sind ihre Verfolger ziemlich hartnäckig. Die verfolgen die Flüchtige und entfachen dadurch einen Strudel von Umständen, der das Nervenkostüm des Publikums beanspruchen wird.
 
 
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Auf den Spuren von BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE. RUST CREEK ist ein unabhängig produzierter Thriller, der wie ein weiterer Streifen der Marke Survival-Horror beginnt. In der Vergangenheit gab es da so einige unangenehme Vertreter im Heimkino zu sehen, in denen wehrlose Frauen von triebgesteuerten Alpha-Männern so lange missbraucht und erniedrigt wurden, bis ihnen die Sicherungen durchgebrannt sind. Ganz so krude geht Regisseurin JEN MCGOWAN mit seiner Filmheldin nicht ins Gericht. Die lenkt ihren Film dann doch ziemlich schnell in eine andere Richtung und macht es dabei Horror-Autor STEPHEN KING gleich. Letzterer ist dafür berüchtigt, dass er gern Geheimnisse verschlafener Kleinstädte ans Tageslicht bringt. Ein ähnliches Thema ist auch in RUST CREEK Programm. Statt explizite Gräueltaten vor der Kamera zu zelebrieren, will Filmemacherin JEN MCGOWAN dann lieber doch eher dunkle Machenschaften im amerikanischen Hinterland aufdecken. Die entfachen schnell eine Reihe von Umständen, welche am Ende den Bösewichten eine Lehre sein werden. Viel Backwood-Horror-Gematsche wird demnach nicht geboten. Wer’s deftig mag, wird mit diesem Film gar keinen Spaß haben.
 
 
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Starken Frauen, schwache Kerle. RUST CREEK wurde auf einschlägigen Festivals mit Preisen ausgezeichnet. Die sind nicht unberechtigt, denn der Thriller schafft es schnell den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Ein wesentlicher Grund hierfür sind die hervorragenden Darsteller. Für Indie-Verhältnisse agieren die beachtlich souverän vor der Kamera, wobei vor allem die widerlichen Fieslinge Erwähnung finden sollten, von denen eine Aura permanenter Bedrohlichkeit ausgeht. Filmemacherin JEN MCGOWAN hat mit RUST CREEK einen kleinen und zurückhaltenden Thriller inszeniert, der keine ausufernden Gewaltexzesse benötigt, um im Gespräch bleiben zu können. Stattdessen kleistern Plot-Wendungen, Schauspiel und natürlich eine clevere Story den Zuschauer mindestens genauso fest an die Glotze.
 
 
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RUST CREEK – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kleiner Indie-Thriller, der mindestens genauso viel Puls verursacht, wie die großen Produktionen aus Hollywood. RUST CREEK ist einer dieser unscheinbaren Thriller, denen zu Unrecht kaum Beachtung geschenkt werden, weil mit keinem bekannten Namen geworben werden kann. Das ist schade, denn gerade deswegen gehen den meisten Cineasten viele Filmperlen durch die Lappen. Zu einer dieser Überraschungen gehört RUST CREEK, der ziemlich konventionell als Survival-Horror im Schlage eines I SPIT ON YOUR GRAVE beginnt, aber dann doch die Kurve bekommt und in eine andere Richtung gelenkt wird. Zwar herrschen in diesem Thriller eher die leisen Töne – dennoch umschweift den Thriller die ganze Zeit über eine Aura merklicher Bedrohung. Thriller-Fans wird’s gefallen – vor allem auch deshalb, weil sich das psychologische Grauen schleichend den Weg durch die Handlung frisst. Spannend, wendungsreich und gut besetzt. Da sollte man mal einen Blick drauf werfen.
 
 
 


 
 
 

RUST CREEK – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt hat RUST CREEK nicht zu bieten. Ein spitzer Gegenstand wird in Bein und Bauch gestoßen, eine Nase wird gebrochen und ein Gewehr kommt auch zum Einsatz. Weiterhin gibt es Verbrennung am menschlichen Körper zu sehen. Hierzulande dürfte RUST CREEK dafür eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

RUST CREEK – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC FILMS | IFC MIDNIGHT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Keeping Room (2014)
 
Autumn Blood (2012)
 

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Filmkritik: „Elizabeth Harvest“ (2018)

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ELIZABETH HARVEST

Story

 
 
 
Die attraktive Elizabeth macht nach der Heirat eine furchtbare Entdeckung. Offenbar hält ihr Mann im Keller etwas verborgen, von dem sie nichts wissen darf.

 
 
 


 
 
 

ELIZABETH HARVEST – Kritik

 
 
 
Es war einmal ein Mann, den nannten alle Blaubart. Der fand keine Frau, weil sein blauer Bart so hässlich war. Nach langer Suche erbarmte sich die jüngste Tochter der Nachbarin. Die heiratete den älteren Herren und zog in dessen Haus. Als Blaubart für sechs Wochen verreisen musste, übergab er seiner Gattin das Schlüsselbund für alle Türen. Die durfte sich bis auf das Kellerzimmer frei im Anwesen bewegen. Doch die Neugier der Frau war zu groß. Kaum war der Ehemann aus dem Haus, schlich sich das Weib in den Keller und öffnete den verbotenen Raum. Darin fand sie die toten Körper aller bisherigen Ehefrauen ihres Mannes. Letzterer kam früher nach Hause und wollte auch die neue Frau aus Wut mit dem Tode bestrafen. Doch deren Brüder eilten herbei und töteten Blaubart. Gut für die Witwe: die erbte alle Besitztümer, heiratete neu und hatte ein gutes Leben.
 
 
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Seit mehreren Jahrhunderten ist das Märchen vom Blaubart fester Bestandteil der Literatur. Die schaurige Erzählung um den frauenmordenden Blaubart wurde mittlerweile für zahlreiche Werke adaptiert und weiterverarbeitet. So hörten auch die Gebrüder Grimm von der mündlichen Überlieferung des Blaubarts und nahmen die düstere Geschichte mit in die Sammlung ihrer Kinder- und Hausmärchen auf. Offenbar Lektüre, die Regisseur SEBASTIAN GUTIERREZ in der Kindheit ziemlich oft gelesen haben muss. Der venezolanischer Filmemacher erklärte nämlich in Interviews, dass ihn die Geschichte des blaubärtigen Mannes seit Kindertagen nicht mehr loslässt. Wohl einer der Gründe, warum seine mittlerweile bereits neunte Regiearbeit mit dem Titel ELIZABETH HARVEST Ähnlichkeiten zum französischen Märchen Blaubart aus dem späten 17. Jahrhundert besitzt.
 
 
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Darin geht es um die attraktive Elizabeth (bisher eher als Model bekannt: ABBEY LEE), die frisch vermählt mit in die Villa des reichen Wissenschaftlers Henry (CIARÁN HINDS) zieht, um dort ihren Verpflichtungen als Ehefrau nachzugehen. Dort wird die junge Schönheit erst einmal vom Gatten aufgeklärt. Sie darf im Haus tun und lassen, was sie will, soll aber die Finger von einem Zimmer im Keller lassen. Doch die Neugier bringt die Frischvermählte in Teufels Küche. Kaum ist der Ehemann aus dem Haus, geht Elizabeth auf Erkundungstour und verschafft sich Zutritt in den verbotenen Raum. Der entpuppt sich als Forschungslabor in dem sie sich selbst als Klon wiederfindet. Eine folgenreiche Entdeckung, die weite Kreise nach sich zieht. Als Ehemann Henry nämlich nach Hause kommt und vom Vertrauensbruch seine Frau erfährt, ist der Ehefrieden vorbei.
 
 
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Mehr über die verstrickte Geschichte dieses ungewöhnlichen Science-Fiction-Horrors zu verraten, ist unfair dem Zuschauer gegenüber. Der Film ist nämlich voll mit unerwarteten Plotwendungen und komplexen Rückblenden, die die volle Aufmerksamkeit des Publikums beanspruchen. Letzteres wird im Falle von ELIZABETH HARVEST ganz schön gefordert. Die nicht lineare Erzählweise versucht nämlich den Zuschauer zu täuschen und stiftet für reichlich Verwirrung. Ein zweischneidiges Schwert, wie sich bald herausstellen wird. Zwar kann so der Spannungsbogen konstant gehalten werden; dennoch macht die Handlung mit fortschreitender Handlung immer weniger Sinn und driftet beinahe ins Surreale ab. Für viele Zuschauer etwas zu kompliziert. Die dürften den schwer einzuordnenden ELIZABETH HARVEST als Blödsinn abstempeln – wohl auch, weil der nicht immer schlüssig deutbare Mysteryplot auf Konventionen pfeift. Das hebt ELIZABETH HARVEST deutlich von den üblichen Verdächtigen ab und macht ihn für anspruchsvolle Cineasten zum Geheimtipp.
 
 
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ELIZABETH HARVEST – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein ungewöhnliches Filmerlebnis für das man wegen der fordernden Erzählweise ausgeschlafen sein sollte. ELIZABETH HARVEST beginnt konventionell und driftet aber so ziemlich schnell in eine unerwartete Richtung ab. Da wird das Publikum in zwei Lager gespalten. Wegen zu vieler Plotwendungen und übertriebener Geheimniskrämerei dürften die Einen schnell das Interesse am komplizierten Handlungsverlauf verlieren. Filmfans, die aber von Horrorfilmen einen gewissen Anspruch erwarten, werden umso mehr von ELIZABETH HARVEST begeistert sein. Das zu Recht. Regisseur SEBASTIAN GUTIERREZ liefert nämlich Genre-Ware ab, die sich in keine Schublade stecken lässt und sich so souverän vom Massenmarkt abheben kann. Hierbei trägt auch die hervorragende Kameraarbeit von CALE FINOT bei. Nahezu jede Kameraeinstellung und Kamerafahrt ist genau bedacht. Das beschert dem Film eine visuelle Eleganz und lässt den ästhetischen ELIZABETH HARVEST mindestens genauso makellos erscheinen, wie Hauptdarstellerin ABBEY LEE.
 
 
 


 
 
 

ELIZABETH HARVEST – Zensur

 
 
 
ELIZABETH HARVEST ist kein sonderlich brutaler Film. Das sah auch die FSK so. Diese hat den Film bereits für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben. Die erhältliche deutsche Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

ELIZABETH HARVEST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) CAPELIGHT PICTURES (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) CAPELIGHT PICTURES (limitiertes Mediabook mit Blu-ray und DVD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Elizabeth Harvest; USA 2018

Genre: Drama, Horror, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | limitiertes Mediabook | Steelbook

Extras: Trailer, Trailershow, Making-of | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet

Release-Termin: 25.01.2019

 

Elizabeth Harvest [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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ELIZABETH HARVEST – Mediabook

 
 
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ELIZABETH HARVEST – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei CAPELIGHT PICTURES)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rebecca (1940)
 
Ex Machina (2015)
 
Happy Deathday (2017)
 


Filmkritik: „The Cabin“ (2018)

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THE CABIN

(A NIGHT IN THE CABIN)

Story

 
 
 

Ein junges Paar fährt zu einer Hütte auf dem Land und muss feststellen, dass der Nachbar kein Engel auf Erden ist.


 
 
 


 
 
 

THE CABIN – Kritik

 
 
 
Ländliche Idylle kann trügerisch sein. Wer regelmäßig Horrorfilme schaut, dürfte mittlerweile erkannt haben, dass es sich das Böse gern auch dort gemütlich macht, wo man meinen würde, dass hier die Welt noch in Ordnung ist. Da werden schnell mal verschlafene Ortschaften, abgelegene Holzhütten oder naturbelassene Wälder zum Ort alles Übels gemacht in denen skrupellose Serienkiller, gemeingefährliche Dämonen oder gefräßige Monster ihr Unwesen treiben. Längst nicht mehr ist man auf dem Lande sicher, was auch der Horrorthriller THE CABIN einmal mehr bekräftigt. Der mahnt zu forsche Stadtmenschen davor, dass sich hinter der Fassade vermeintlich freundlicher Landmenschen auch das abgrundtief Böse verbergen kann.
 
 
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Genau jene Erfahrung müssen auch Rose (CAITLIN CROMMETT) und Harry (CRISTOPHER LEE PAGE) machen. So wirklich gut läuft deren Beziehung nicht. Längst hat man den Respekt voreinander verloren und die Liebesbindung steht vor dem Aus. Daran kann auch eine gemeinsame Reise zu einem Haus am See nichts mehr ändern, das Harry unbedingt besuchen möchte, weil er darin die Kindheit verbracht hat. Doch je näher man dem Ziel kommt, umso unentspannter wird die Liebste. Die hat hier draußen keinen Handyempfang und will eigentlich lieber wieder zurück in die Stadt. Daraus wird aber nichts, denn das Schicksal hat andere Pläne mit dem Paar. Kaum angekommen, trifft man auf den Nachbarn und gleichzeitig auch einzigen Bewohner des Orts. Der ist alles andere als freundlich, zeigt den Streithähnen aber, welchen Weg sie einschlagen müssen, um zum Haus der Eltern zu kommen. Doch der Friede hier ist nur von kurzer Dauer. Der Nachbar ist nämlich ein durchtriebener Schlingel und zersägt gern Menschen mit der Kettensäge. Schlecht für die unangemeldeten Besucher. Die stehen nämlich jetzt auf dessen Meuchelliste.
 
 
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Fieser Terrorstreifen vor friedlicher Naturkulisse. THE CABIN – Alternativtitel: A NIGHT IN THE CABIN – ist einer dieser Horrorfilme, der aus wenig das Maximum herauskitzelt. Die Handlung ist rudimentär und viel Budget stand wohl auch nicht zur Verfügung. Dennoch ist dieser Thriller weit besser, als es die bescheidene Bewertung in der Filmdatenbank der IMDB vermuten lässt. Der schwedische Regisseur JOHAN BODELL hat mit THE CABIN seinen ersten Langfilm gedreht, der sich auf das Wesentliche konzentriert. Die Geschichte ist schnell erzählt und man fällt auch gleich mit der Tür ins Haus. So vermittelt man dem Zuschauer ohne Umwege, wer hier der Bösewicht ist, damit THE CABIN mit seiner eigentlichen Aufgabe beginnen kann: die Nerven des Publikums zu strapazieren.
 
 
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Während sich die erste Hälfte mit dem Herlauf der Geschichte beschäftigt und die Figuren mit ihren Konflikten einführt, geht es nach der Halbzeit wesentlich unbequemer zugange. Dann nämlich entpuppt sich THE CABIN als hinterlistiges Katz- und Mausspiel bei dem die Opfer terrorisiert und verfolgt werden. Die schleichen sich durch die Dunkelheit und müssen dabei versuchen unentdeckt zu bleiben, nur mit dem Ziel: einen Weg zurück in die Zivilisation zu finden. Leider ist Hoffnung auf Hilfe vergebens: die nächste Stadt ist Meilen entfernt. Demzufolge muss man die Konfrontation mit dem Bösen suchen, was für so einige Adrenalinschübe sorgt.
 
 
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Überhaupt ist Atmosphäre der größte Pluspunkt von THE CABIN. Das beinahe schon wortkarge Szenario wird von zwei gut gewählten Schauspielern getragen, die auch was können. Die müssen im Verlauf der Geschehnisse erkennen, dass man den Kampf gegen einen Serienmörder nur dann gewinnen kann, wenn man Streitigkeiten beilegt. Ganz nebenbei findet man so sogar wieder zueinander – auch wenn Regisseur JOHAN BODELL am Ende dann doch andere Pläne mit seinen Filmfiguren hat. Unterm Strich ist THE CABIN nichts Großes. Trotz minimalistischer Kulisse und wenig überraschendem Drehbuch hält man hier aber einen düsteren Überlebensthriller in den Händen, der weitaus besser ist, als die vielen schnell und günstig produzierten Horrorfilme in letzter Zeit. Die Kameraarbeit ist hervorragend und Filmemacher JOHAN BODELL beweist ein gutes Gespür für Spannung und Schocks. Wer etwas Herzklopfen sucht ist mit THE CABIN demzufolge gut beraten. Zwar klein, aber oho.
 
 
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THE CABIN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Überraschend routiniert inszenierter Indie-Horror mit perfider Atmosphäre und einem gelungenen Spannungsbogen. Der schwedische Regisseur JOHAN BODELL hat die Dreharbeiten seines Erstlings gleich mal nach Schweden verlagert und das tut dem Horrorthriller so ziemlich gut. Die schwedische Kulisse ländlicher Tristesse verursacht mindestens genauso Unbehagen, wie die vermeintliche Idylle im amerikanischen Hinterland. Wieder einmal geraten Durchreisende an böse Hinterwäldler, die in der Abgeschiedenheit unmenschliche Dinge mit Menschen veranstalten. Statt wie sonst in solchen Filmen üblich, die Identität der Übeltäter erst am Ende zu lüften, verrät Regisseur JOHAN BODELL so ziemlich schnell, wer denn in THE CABIN der Böse ist. Da mögen erfahrene Filmkenner die Hände über den Kopf schlagen. Im Falle von THE CABIN hat man sich aber reichlich einfallen lassen, um die Spannung dennoch konstant halten zu können. THE CABIN ist überraschend kurzweilig und sieht auch noch hervorragend aus. Für ein Langfilmdebüt saubere Horrorfilm-Arbeit.
 
 
 


 
 
 

THE CABIN – Zensur

 
 
 
THE CABIN ist eher ein kleiner Psychothriller, der nur wenige Schauwerte zu bieten hat. Ein Kopf wird mit einer Schaufel eingeschlagen, ein Körper wird mit einer Kettensäge zerlegt und eine Heugabel kommt auch zum Einsatz. Klingt reißerisch – die meisten Grausamkeiten passieren aber im Off. Hierzulande dürfte THE CABIN ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE CABIN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei KW STUDIOS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Funny Games (1997)
 
Next Door – Manche Türen sollten nie geöffnet werden (2005)
 
House at the End of the Street (2012)
 
The Hamiltons (2006)
 
The Ones Below – Das Böse unter uns (2015)
 


Filmkritik: „[Cargo]“ (2018)

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[CARGO]

Story

 
 
 

Ein Geschäftsmann wurde in einen Container gesperrt und muss nun versuchen einen Weg aus dem Gefängnis zu finden.


 
 
 


 
 
 

[CARGO] – Kritik

 
 
 
Gute Menschen kommen in den Himmel, böse hingegen in einen Cargo-Container. In diesem Film bekommt es Mister Peterson mit der Angst zu tun. Der wacht eines Tages auf und findet sich im Inneren eines Frachtcontainers wieder. Die Türen sind verschlossen und der einzige Kontakt nach außen ist mittels Handy möglich. Das hat man dem älteren Herren mit ins ungemütliche Gefängnis gelegt, damit er eine Aufgabe erfüllen kann. So fordert ihn ein unbekannter Anrufer auf irgendwie zehn Millionen Dollar zu beschaffen. Schafft er es binnen 24 Stunden nicht das Geld aufzutreiben, stirbt erst die Ehefrau und anschließend er selbst. Eigentlich ein einfaches Unterfangen für den korrupten Geschäftsmann. Leider gestaltet sich die Beschaffung des Geldes schwieriger als erwartet. Da tickt die Zeit und das Leben von Herrn Peterson hängt am seidenen Faden.
 
 
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Von schlechten Menschen, die feststellen müssen, dass man Freundschaft nicht einfach mit Geld kaufen kann. Diese Erkenntnis muss auch unser garstiger Hauptdarsteller machen, der in [CARGO] eine Lektion lernen soll. Zwar ist Kontakt nach Außen möglich, doch irgendwie wollen vermeintliche Freunde nicht kooperativ sein. Das hat seinen Grund, wie sich im späteren Verlauf herausstellen wird. Unser Antiheld hat es sich nämlich durch seine selbstsüchtige Art mit den Leuten verscherzt, weshalb die nun einen Teufel daran tun, dem Herren zu helfen. [CARGO] ist ein ziemlich einfältiges Filmchen, bei dem das Setting eigentlich egal ist. Die Klaustrophobie und die Enge des Gefängnisses wird nicht für Panikmacherei ausgenutzt. Stattdessen bekommt der Zuschauer hier eine Art Hörspiel vor die Linse, in dem ein Mann knapp 80 Minuten mit einem Handy telefonierend durch einen Container läuft und irgendwie versuchen muss einen Weg aus dem dunklen Knast zu finden. Das ist ziemlich anstrengend – einerseits, weil man der gesamten Laufzeit über mehr oder weniger gehaltvollen Telefonaten lauschen muss. Andererseits ist das Schauspiel des Hauptdarstellers auch nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Der quält mit penetrantem Overaction durch die Handlung und erntet zu keinem Moment Sympathien.
 
 
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Fehlendes Mitgefühl für den Helden ist im Falle von [CARGO] das größte Problem. Regisseur JAMES DYLAN kümmert sich einen Deut um das Schicksal des eingesperrten Geschäftsmanns. Der wird gleich zu Beginn als Bösewicht entlarvt. Demzufolge stellt sich beim Zuschauer Gleichgültigkeit ein, was sich auch im Spannungsbogen bemerkbar macht. Der ist nahezu kaum vorhanden, weil weder Identifikationsmöglichkeiten vorhanden sind, noch Bindung zum Protagonisten aufgebaut werden kann. Das allein weckt Desinteresse am Fortgang der Geschichte, was die Sichtung von [CARGO] zum Geduldsspiel macht. Vielleicht wäre es hier besser gewesen, man hätte den Spielfilm in einem Kurzfilm verwandelt und das Ergebnis zum Segment einer Horror-Anthologie gemacht. Dort wäre die bitterböse Handlung von [CARGO] vermutlich besser untergekommen. In der vorliegenden Form ist dieser Thriller leider genauso raffgierig wie sein Hauptdarsteller, weil er nur ein Ziel verfolgt: irgendwie dem Zuschauer das Geld aus der Tasche ziehen, aber nichts sonderlich Brauchbares dafür zurückgeben.
 
 
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[CARGO] – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Düsterer Überlebensthriller mit belehrender Pointe. Dieser günstig gedrehte Möchtegern-Thriller ist weit weg von den Qualitäten ähnlich gestrickter Filme, wie BURIED, DETOUR oder SUBMERGED. [CARGO] ist Indie-Horror, den man nicht unbedingt im Player haben will – aber leider zu oft ungefragt aufgetischt bekommt. Die musikalische Untermalung ist nervtötend, das Schauspiel zweckmäßig und die semiprofessionelle Inszenierung verursacht bei erfahrenen Zuschauern Gänsehaut. [CARGO] ist das Debütwerk eines Newcomers – und das merkt man auch. Offenbar erhofft sich Regisseur JAMES DYLAN damit den Sprung ins Filmgeschäft. Problem: der Erstling ist ein Rohrkrepierer und ein langweiliger dazu obendrein. Warum versuchen sich Nachwuchsregisseure nicht mal an Geschichten aus, die man so noch nicht auf der Mattscheibe hatte. Im Zuge der Horrorfilm-Übersättigung ist das wohl auch der einzige Weg, um irgendwie im Gedächtnis bleiben zu können. [CARGO] dagegen ist so einfältig, wie die Dreistigkeit mit der er dem Zuschauer kostbare Lebenszeit rauben möchte. Wem daher die wenige freie Zeit wichtig ist, die ihm nach einem langen Arbeitstag überbleibt, sollte diese Schlaftablette besser meiden. Lebenszeit ist einfach zu kostbar für schlechte Horrorfilme.
 
 
 


 
 
 

[CARGO] – Zensur

 
 
 
[CARGO] hat eigentliche keine schlimmen Szenen zu bieten. Der Protagonist muss sich kurz mit einer Zange Zähne ziehen, um den Lösegeldbetrag herunterhandeln zu können. Das wars. Hierzulande dürfte eine FSK16 drin sein – insofern [CARGO] hierzulande überhaupt einen interessierten Rechteinhaber finden sollte.
 
 
 


 
 
 

[CARGO] – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Wild Eye Releasing)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Buried – Lebend begraben (1990)
 
Buried (2010)
 
Wrecked – Ohne jede Erinnerung (2010)
 
Detour – Gefährliche Umleitung (2013)
 
Monolith (2016)
 


Filmkritik: „The Clovehitch Killer“ (2018)

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THE CLOVEHITCH KILLER

(CLOVEHITCH)

Story

 
 
 

Minimalistisches Thriller-Drama mit grandiosen Darstellern: Ein Teenager kommt einem gesuchten Serienkiller auf die Schliche und bringt sich dabei mit seiner Freundin in Teufels Küche.

 
 
 


 
 
 

THE CLOVEHITCH KILLER – Kritik

 
 
 
Interessant, welche Erkenntnisse man bekommt, wenn man plötzlich im düsteren Genre dreht. Eigentlich dachte Regisseur DUNCAN SKILES, dass er im Comedy-Fach zuhause ist. Der drehte bisher eher erheiternden Filmspaß und dachte eigentlich, dass er sich damit wohl festgelegt habe. Doch dann entwickelte der Filmemacher eine Obsession für Serienmörder und ließ ein Drehbuch zu einem ungewöhnlichen Serienkillerfilm schreiben bei dem der Regisseur schnell merkte, dass er ein talentiertes Händchen für Spannung besitzt. So oder so ähnlich soll es laut DUNCAN SKILES zu den Arbeiten an THE CLOVEHITCH KILLER gekommen sein, der vor allem eines erhielt: überraschend viel Lob. Die positive Resonanz spornte das Multitalent an. Schenkt man Interviews Glauben, war der Regisseur selbst von den positiven Stimmen der Presse überrascht. Für ihn ein wesentlicher Grund in Zukunft mehr von diesen Thrillerstoffen auf die Leinwand zu bringen. Manch einer entdeckt erst spät verborgene Talente.
 
 
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Tyler Burnside (CHARLIE PLUMMER) ist eigentlich ein ganz normaler Teenager. Der wächst als christlich erzogener Pfadfinder in einer amerikanischen Kleinstadt auf, die immer noch unter einer schrecklichen Mordserie zu leiden hat. Vor zehn Jahren hat hier der sogenannten Clovehitch-Killer mehrere Frauen bestialisch ermordet. Leider wurde der Täter nie gefasst, sodass auch Jahre nach den Ereignissen keine Ruhe im Ort einziehen will. Da findet Tyler ganz beiläufig eine Spur zu den Mordfällen. Während eines Dates mit der attraktiven Katti (MADISEN BEATY) entdeckt er ein grauenerregendes Foto im Auto seines Vaters. Da keimen schnell schrecklichen Gedanken auf. Ist etwa der eigene Vater ein Serienmörder? Ein Verdacht, der den Heranwachsenden dazu bewegt das Leben des Familienoberhaupts genauer zu ergründen. Was er wohl bei seinen Recherchen herausfinden wird?
 
 
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Irgendwie kommen soeben Déjà-vu-Gefühle auf. Einen ähnlichen Film haben wir erst kürzlich auf FILMCHECKER besprochen. In SUMMER OF 84 hatten auch Teenager böse Vorahnungen. Die waren der Meinung, dass der Nachbar ein gewissenloser Kindermörder ist, was die neugierigen Jungen dazu veranlasste dem vermeintlichen Killer nachzustellen, um Beweise zu sammeln. Eine ähnliche Richtung schlägt nun auch THE CLOVEHITCH KILLER ein, der aber bei genauerer Betrachtung nur noch wenig mit Horror am Hut hat. Ganz unaufgeregt erzählt Regisseur DUNCAN SKILES hier die tragische Geschichte einer Familie, deren Mitglieder meinen sich einander zu kennen. Dank ruhiger Inszenierung tun sich da Abgründe auf, die am Ende eine Tragödie zutage fördern, die traurig wie erlösend zugleich ist. THE CLOVEHITCH KILLER zieht seinen Reiz daraus, dass er nicht mit der Tür ins Haus fällt und den Zuschauer an der langen Leine zappeln lässt. Ist der fürsorgende Vater wirklich eine mordende Bestie oder steckt hinter den vielen Morden doch ein anderer Übeltäter? Regisseur DUNCAN SKILES lässt sich für die Beantwortung der Frage Zeit und konzentriert sich dabei vornehmlich auf seine wenigen Figuren, die genug Spielraum erhalten, um sich entwickeln zu können. Statt blutiger Effekthascherei wird die subtile Erforschung eines Mordfalls fokussiert, der bei genauerer Betrachtung mehr an einen Coming-of-Age-Film erinnert. Hier brilliert vor allem Hauptdarsteller CHARIE PLUMMER, der nicht nur glaubhaft einen verunsicherten Teenager verkörpert, der die Schwelle zum Erwachsenwerden betritt. Auch seine nicht minder begabte Schauspielkollegin MADISEN BEATY entpuppt sich als attraktiver Glücksgriff.
 
 
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Beide lösen nicht nur eine Mordserie. Sie finden im Film auch zusammen. Das hört sich für manch einen belanglos an, ist aber schauspielerisch, wie dramaturgisch eine runde Sache. Leider wird THE CLOVEHITCH KILLER Zuschauer in zwei Lager spalten. Der Titel suggeriert nämlich genau das, was er eigentlich nicht ist. Wer hier das wilde Schlachten eines Serienmörders auf der Mattscheibe verfolgen möchte, dürfte so ziemlich schnell enttäuscht werden. Der Film zeigt weder Morde noch Gewalt. Stattdessen wird beinahe schon naiv-zurückhaltende Detektivarbeit geleistet, die am Ende dann doch etwas sehr kitschig das Happy End einläutet. THE CLOVEHITCH KILLER ist ein Coming-of-Age-Drama mit Thriller-Elementen, das sich vor allem an ein anspruchsvolles Publikum richtet, dem Dialogarbeit und Charakterentwicklung wichtiger sind, als literweise Blut und unmenschliche Gewalt. Offenbar ein Grund, warum der Film auf einigen Festivals gefeiert wurde. Das Zusammenspiel aller Beteiligten ist lobenswert und auch handwerklich braucht sich THE CLOVEHITCH KILLER für einen Indie-Film nicht zu verstecken.
 
 
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THE CLOVEHITCH KILLER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Mehr bedächtig inszeniertes Coming-of-Age statt knüppelharter Horror- und unerträglicher Thrill. THE CLOVEHITCH KILLER ist die wohl bravste Killer-Hatz, die man seit Jahren zu sehen bekommen hat. Der Film handelt vom Leben in einer kleinen Stadt und einem schrecklichen Geheimnis, das seit Jahren unentdeckt im Verborgenem schlummert. Der eher für spaßigen Comedy-Ulk bekannte Regisseur DUNCAN SKILES taucht diesmal in dunkle Abgründe ab und hat dabei eine realistische Serienkiller-Geschichte auf Zelluloid gebannt, die so ziemlich authentisch umgesetzt wurde. Dabei dringt er in das friedliche Leben einer amerikanischen Kleinstadt ab und erklärt, dass das Böse manchmal hinter den Türen von scheinbar friedliebenden Menschen schlummern kann. THE CLOVEHITCH KILLER besitzt keinerlei grafische Gewaltmomente und auch die Figuren sind alles andere als klischeebelastet. Der Film will lieber Abgründe analysieren, statt sich in Blut zu suhlen. Das Resultat ist interessant und vor allem für jene befriedigend, die sich eher mit psychologischem Horror konfrontieren wollen, statt Splatter mit der Holzkeule serviert zu bekommen.
 
 
 


 
 
 

THE CLOVEHITCH KILLER – Zensur

 
 
 
Eine Frau wird gefesselt, ein Kopf wird gegen eine Wand geschlagen und ein Teenager wird bewusstlos geschlagen. Gewalt oder Morde gibt es im Film nicht zu sehen. Alle Morde werden nur angedeutet oder erwähnt – aber nicht gezeigt. Demzufolge dürfte THE CLOVEHITCH KILLER eine unproblematische FSK16 in der ungeschnittenen Fassung erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE CLOVEHITCH KILLER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC Midnight | IFC Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I Am Not a Serial Killer (2016)
 
Summer of 84 (2018)
 
Dämonisch (2001)
 
Mr. Brooks – Der Mörder in Dir (2001)
 


Filmkritik: „Mandy“ (2018)

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MANDY

Story

 
 
 

Brutaler Rache-Shit: NICOLAS CAGE vs. eine Bande Sektenmitglieder, die die Frau des Helden auf dem Gewissen haben.

 
 
 


 
 
 

MANDY – Kritik

 
 
 
Die Karriere des NICOLAS CAGE – ein ständiges Auf und Ab. Seine Performance als lebensmüder Alkoholiker in LEAVING LAS VEGAS brachte ihm 1996 den Oscar als bester Hauptdarsteller. Danach hätte es nicht besser laufen können für den Neffen des Regie-Legende FRANCIS FORD COPPOLA. Profitable Filmrollen brachten ihm den Ruf einer der am besten verdienenden männlichen Schauspieler Hollywoods ein. Doch das Schicksal hatte anderes mit dem erfolgsverwöhnten Amerikaner vor. Der Grund: Cage vergaß die gute Kinderstube und kam mit dem Finanzamt in Konflikt. Weil Kinofilme plötzlich floppten, er einen verschwenderischen Lebensstil hegte und die Einnahmen ausblieben, folgte erst der Ausverkauf und dann der Spott. Doch der Schauspieler ließ sich nicht beirren. Der fand im B-Movie-Markt Zuflucht und hat laut Interviews Zukunftspläne. Während einer Pressetour zum Film PRIMAL gab er in einer Presskonferenz zu verstehen, dass er in absehbarer Zukunft ausschließlich als Produzent und Regisseur tätig sein will. Da Cage Eigentümer der Produktionsfirma SATURN FILMS ist, scheint sein Vorhaben nicht abwegig zu sein. Demzufolge sollten Fans nehmen, was kommt. Schenkt man der Aussage des Schauspielers Glauben, will er zumindest noch drei bis vier weitere Jahre vor der Kamera stehen. Man darf gespannt sein, was kommen wird.
 
 
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Doch auch ohne Hollywood scheint NICOLAS CAGE immer noch gut im Geschäft zu sein. Der Darsteller besitzt eine große Fanbase, die den Egozentriker in den Himmel lobt, als wäre er der zweite Chuck Norris. Offenbar fährt Cage gut damit. Mittlerweile spülen nämlich auch wieder nennenswerte Filmangebote Geld in die Kasse, welche sogar Kritiker hellhörig werden lassen. Zu einer dieser Überraschungen gehört MANDY. Der wurde bereits auf einschlägigen Festivals mit Beifall überhäuft und erzählt die Geschichte vom Waldarbeiter Red (NICOLAS CAGE), der zusammen mit seiner Frau Mandy (ANDREA RISEBOROUGH) zurückgezogen in einer Waldhütte haust. Beide verbindet eine tragische Vergangenheit. Doch durch die Liebe scheint das Paar die Rückschläge vergessen zu haben. Leider gerät das Liebesglück ins Wanken. Bei einem Spaziergang begegnet Mandy dem Sektenführer Jeremiah (LINUS ROACHE) und stiehlt ihm das Herz. Der ist fortan über beide Ohren verschossen und hat nur noch ein Ziel: die Angebetete besitzen zu wollen. Zusammen mit seinen Anhängern macht er sich auf zur Hütte des Paars und entführt das Opfer der Begierde. Leider hat man nicht mit der Schlagfertigkeit des Ehegatten gerechnet. Dem gefällt so rein gar nicht, was man da mit der Liebsten veranstaltet hat und fordert Rache. Da rattert die Kettensäge und das Blut spritzt in Strömen. Ja, NICOLAS CAGE findet in diesem Film zu alter Größe zurück. Wer das nicht glaubt, muss MANDY sehen.
 
 
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MANDY besteht aus zwei Filmhälften. In der ersten werden die Figuren eingeführt und der Herlauf erklärt. Die zweite beschäftigt sich mit dem Racheakt. Gerade für die erstgenannte sollte man ausgeschlafen sein, denn Regisseur PANOS COSMATOS nimmt sich viel Zeit mit dem Erzählen seiner Geschichte und pendelt dabei zwischen schläfrigen Dialogen, langsamen Kamerafahrten und surrealer Bilderflut. Wer sich eher im Mainstream-Kino zu Hause fühlt, wird da zu Recht überfordert werden, denn MANDY ist weit weg von dem, was NICOLAS CAGE in den Anfangsjahren gedreht hat. Hier wird Kunst mir Horror verknüpft, was nicht jedermanns Sache sein dürfte. Der Film geht in erster Linie unkonventionelle Wege und klammert sich bei der Inszenierung nicht unbedingt am aktuellen Horrorstandart. So wird die einstündige Exposition mit allerlei Soundexperimenten gefüllt. Hinzukommen kreative Farbspielereien, in denen vor allem die Signalfarbe Rot Verwendung findet, welche drohendes Unheil suggeriert und den Zuschauer auf den kommenden Amoklauf vorbereitet. Da werden schnell Erinnerungen an die Frühwerke des damals noch kreativen DARIO ARGENTO wach. Auch der spielte gern mal mit Farbfiltern und drückte damit Filmen wie SUSPIRIA oder INFERNO einen individuellen Stempel auf.
 
 
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Apropos Stil-Experimente und Kunst: Künstlerisches Beiwerk ist in MANDY auch zwingend nötig. Die überschaubare Geschichte gibt nämlich nicht viel her, in der Figuren Karikaturen gleichen und Ereignisse im Schneckentempo abgespult werden. Aber der Mix macht’s. MANDY ist gerade wegen seines visuellen Stils eine Bereicherung, weil – insofern man die Inhaltsangabe nicht gelesen hat – lang unklar bleibt, worauf Regisseur PANOS COSMATOS hinaus will. Der erschafft mit seiner ungewöhnlichen Inszenierung eine bizarre Traumwelt und holt den Zuschauer nach knapp 60 Minuten Laufzeit mit Paukenschlägen zurück in die Realität. Dann nämlich fährt Cage auf Hochtouren auf und scheint irgendwie Spaß daran zu haben, sich den Ballast der letzten Jahre von der Seele zu schreien. Mit Kettensäge und selbst geschmiedeter Axt bewaffnet, meuchelt der sich kompromisslos durch das Fleisch seiner skurrilen Gegner und definiert damit den neuen Rache-Standard im Kino. MANDY ist ein bizarres, blutiges und zugleich faszinierendes Splatter-Erlebnis mit Kult-Potenzial. Schön, dass Sie wieder da sind Herr Cage.
 
 
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MANDY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein Film so beinhart wie ein schlechter LSD-Trip. Dieser Streifen ist ein sehr spezieller Rachefilm, der beinahe zwanghaft darum bemüht ist, sich aus den engen Fesseln des Rache-Genres zu befreien. Regisseur PANOS COSMATOS nimmt mit seinem MANDY innerhalb des Revenge-Faches eine Sonderstellung ein, da er auf Konventionen pfeift. Hier läuft alles etwas anders ab, wie in den üblichen Rachefilmen. Statt NICOLAS CAGE zum neuen CHARLES BRONSEN zu küren, konzentriert sich der italienische Filmemacher eher auf Bilder, Ästhetik und Sound. MANDY ist anders, als das was man sonst so im Rache-Sektor zu sehen bekommt. Der Film ist mehr Kunst, statt Horror. Das bedeutet, dass von allerlei künstlerischen Stilmitteln Gebrauch gemacht wird, die den Streifen fast schon surreal erscheinen lassen. Das ist mal was anderes, macht aber das Folgen auch unnötig schwer, weil gerade in der ersten Filmhälfte ein Spannungsbogen vermisst wird. Hier wäre weniger mehr gewesen, zumal dem Streifen auch ein paar Handlungskürzungen gutgetan hätten. Immerhin geht es nach der Halbzeit deftig zu. Das bedeutet: rächen, schreien und sterben. Spätestens dann gerät jeder Gorebauer ins Schwärmen. Cage macht sich dabei ganz gut, weil sein absurdes Overacting den Film bereichert. MANDY macht trotz Startschwierigkeiten Spaß und wird daher von vielen Filmfans schon jetzt als einer der besten Rachestreifen gesehen, den man seit Jahren auf der großen Leinwand zu sehen bekommen hat. Dort sollte man ihn unbedingt sichten, denn erst im Kino entfaltet er durch seine besondere Ästhetik sein ganzes Potenzial.
 
 
 


 
 
 

MANDY – Zensur

 
 
 
Die zweite Filmhälfte von MANDY ist ziemlich deftig. Da wird munter drauflos gemordet und gerächt. Splatterfans wird das freuen, zumal sogar eine Kettensäge zum Einsatz kommt. Anbieter KOCH MEDIA hat sich die Rechte für die deutsche Auswertung gesichert und hat den Streifen mit einer ungeschnittenen FSK18-Freigabe in den Handel gebracht.
 
 
 


 
 
 

MANDY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Media Home Entertainment (Blu-ray im Keepcase)

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(c) Koch Media Home Entertainment (1 Blu-ray + 2 DVDs im Mediabook – Cover A)

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(c) Koch Media Home Entertainment (1 Blu-ray + 2 DVDs im Mediabook – Cover B)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mandy; USA 2018

Genre: Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 121 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar zum Film von Patrick Lohmeier (Bahnhofskino) (ca. 120 Minuten), Behind the Scenes (ca. 22 Minuten), Deleted Scenes (ca. 14 Minuten), Vier „One Shot“ Teaser (ca. 4 Minuten), Deutscher Trailer (ca. 2 Minuten), Englischer Trailer (ca. 2 Minuten) | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet mit einem Text zum Film von Stefan Jung sowie einer Einführung von Regisseur Panos Cosmatos , Dokumentation „Rewind This!“ (ca. 91 Minuten), Audiokommentar zu „Rewind This!“ mit Regisseur Josh Johnson, Produzentin Carolee Mitchell und Kameramann und Cutter Christopher Palmer (ca. 91 Minuten), Sundance Interview mit den Produzenten Lisa Whalen, Josh Waller, Daniel Noah und Elijah Wood und Spezialgäste Nicolas Cage, Vince Neil von der Band Mötley Crüe sowie Regisseur Panos Cosmatos (ca. 40 Minuten), Japanischer Trailer (ca. 2 Minuten), Trailer „Rewind This!“ (ca. 2 Minuten)

Release-Termin: 29.11.2018

 

Mandy [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Mandy [1 Blu-ray + 2 DVDs im Mediabook Cover A] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Mandy [1 Blu-ray + 2 DVDs im Mediabook Cover B] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

MANDY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei KOCH MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Death Wish (2018)
 
Ein Mann sieht rot (1974)
 
Death Sentence – Todesurteil (2007)
 
John Wick (2014)
 
The Equalizer (2014)
 
Revenge (2017)
 
The Punisher (2004)
 
Harry Brown (2009)
 


Filmkritik: „14 Cameras“ (2018)

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14 CAMERAS

Story

 
 
 

Ein perverser Rentner vermietet Wohnungen an ahnungslose Urlauber und beobachtet diese mithilfe von versteckten Kameras in intimen Momenten.

 
 
 


 
 
 

14 CAMERAS – Kritik

 
 
 
Die Wege mancher Produzenten, Produktionsfirmen und Drehbuchautoren sind unergründlich. Da muss auf Biegen und Brechen an Fortsetzungen gearbeitet werden, auf die eigentlich niemand gewartet hat. Ein solcher Fall ist der hier vorgestellte 14 CAMERAS, der das Sequel eines Psychothrillers ist, welcher vor einigen Jahren auf einschlägigen Festivals viel Lob ernten konnte. Darin machte es sich ein Mann älteren Semesters zum Hobby, ahnungslose Mieter mithilfe von versteckten Kameras zu beobachten. Was sich jedoch in 13 CAMERAS zu einem unangenehmen Psychotrip mauserte, ist nun in der Fortsetzung mit dem wenig einfallsreichen Titel 14 CAMERAS überflüssiger Blödsinn. Getreu der Formel für Fortsetzungen von allem etwas mehr bieten zu müssen, hakt der Nachfolger all das wenig gehaltvoll ab, mit dem der Vorgänger hervorstechen konnte. Da gibt es mehr Perversionen, Opfer und Nacktheit zu sehen. Doch nicht immer bedeutet mehr auch gut. 14 CAMERAS hat zwar mehr reißerische Szenen zu bieten, ist aber spannungstechnisch eine lahme Nummer. Damit steigt der Streifen in gleiche Fußstapfen, wie viele andere Fortsetzungen vor ihm.
 
 
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Mehr ahnungslose Opfer, mehr Überwachung und mehr Geschrei. Der Rentner mit den perversen Neigungen aus 13 CAMERAS ist zurück. Irgendwie hat der es geschafft die Ereignisse des ersten Teils zu vertuschen und setzt quasi das fort, was ihm im ersten Film so richtig Freude bereitet hat. Diesmal vermietet er in einem Internetportal eine Ferienwohnung an gutgläubige Urlauber, die statt in einem Hotel zu übernachten lieber in einem Apartment mit Pool die Ferien verbringen wollen. Was die Reisenden aber nicht wissen ist, dass sie beobachtet werden. In der Ferienwohnung sind nämlich Kameras versteckt, die intime Details auf Video bannen und live im Internet an zahlungsfähige Voyeure übertragen. Genau jene Wohnung hat sich eine Familie ausgesucht. Die zieht ein, ohne zu wissen, was sie darin erwartet. Wer nämlich dem alten Herren auf die Schliche kommt, muss sterben. Im Morden ist der betagte Psychopath alles andere als eingerostet. Ob ihm seine kranke Vorliebe am Ende zum Verhängnis wird? Wir zumindest werden an dieser Stelle nichts verraten.
 
 
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Hätte das denn wirklich sein müssen? 14 CAMERAS knüpft an den ersten Film an. Einige Jahre sind seit den Geschehnissen vergangen, die der Vorgänger relativ spannend in Szene gesetzt hat. Wir erinnern uns. Am Ende von 13 CAMERAS konnte der Filmbösewicht unsere Heldin überwältigen, noch bevor diese Hilfe rufen konnte. Diese muss nun im Sequel ihr trauriges Dasein in einem Gefängnis unter der Erde fristen und hat die Hoffnung auf Rettung schon längst aufgegeben. Immerhin bekommt sie regelmäßig Besuch von ihrem Peiniger, der sich mittlerweile um die Erziehung des Sohnes kümmert, den er seinem eingesperrten Opfer aus den Armen gerissen hat. Leider sind das aber auch schon die einzigen Neuerungen der Fortsetzung. Die spult im Grunde genommen die gleiche Handlung nur mit mehr Opfern ab, mit welcher bereits der Vorgänger erfolgreich war. Das bedeutet unterm Strich, dass der Zuschauer zu sehen bekommt, wie das Böse ahnungslose Menschen beobachtet und in deren Sachen schnüffelt, wenn diese gerade nicht zu Hause sind. Ja, es soll Leute geben, denen sowas gefällt.
 
 
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Leider will der aufgewärmte Kaffee diesmal nicht so richtig schmecken, denn die Handlung besteht aus einer Aneinanderreihung immer gleicher Szenen. Die Beobachteten werden beim Duschen, Quatschen und Liebemachen gefilmt, während der Bösewicht schniefend zuschaut. Dabei bleiben die Opfer stets unnahbar, oberflächlich und beliebig. Das hat zur Folge, dass deren Schicksal zu keiner Minute berührt, weil Identifikationsfiguren fehlen. Doch nicht nur mit den Figuren hat 14 CAMERAS so seine Probleme. Auch handlungstechnisch wird keine Thriller-Referenz geboten. Die Fortsetzung wirkt nämlich erzwungen, was sich an der konstruiert wirkenden und nur selten glaubhaften Geschichte bemerkbar macht. Psychopath Gerald (nachwievor ekelerregend verkörpert von NEVILLE ARCHAMBAULT) scheint vom Glück verfolgt. Der betritt fremde Privatsphäre und kann trotz betagtem Alter mit (meist jungen) Opfern tun und lassen, was er will. Hinzukommt, dass er das Privatleben fremder Menschen in Internetportalen öffentlich macht und dabei weder Gesetz noch Ge­set­zes­hü­ter fürchten muss. Mit Glaubwürdigkeit nimmt es 14 CAMERAS nicht sonderlich genau, was ihn damit von seinem Vorgänger weitestgehend unterscheidet. Letzterer fokussierte sich auf nur drei Protagonisten und entpuppte sich dank subtiler Bedrohung als fesselndes Katz-und-Maus-Spiel, das die simple Idee von scheinbar unsichtbaren Eindringlingen ins Absurdum trieb. Im Sequel werden hingegen zu viele Opfer in den Mittelpunkt gerückt, was der Übersicht schadet und den Spannungsbogen gefährdet. Manchmal bedarf es eben keiner Fortsetzung. Vor allem dann nicht, wenn bereits im Originalfilm alles gesagt wurde, was von Interesse war. Demzufolge sollten all jene diese Fortsetzung eher meiden, die bereits den sehenswerten Vorgänger gesehen haben. Das Sequel ist nämlich ein gemeiner Zeiträuber.
 
 


 
 
 

14 CAMERAS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Das Sequel zum Psychothriller 13 CAMERAS ist mal wieder ein gutes Beispiel dafür, dass nicht jeder Film unbedingt eine Fortsetzung benötigt. Im Falle von 14 CAMERAS wird das belanglose Abhandeln von Erfolgszutaten zum eigentlichen Problem. Die beiden Regisseure SETH FULLER und SCOTT HUSSION daddeln nämlich gelangweilt gleiche Rezeptur ab, mit der sich der Vorgängerfilm über Wasser halten konnte. So werden die Geschehnisse teilweise aus der Sicht von Überwachungskameras protokolliert und bringen so einen Hauch (nicht mehr ganz so frisches) Found-Footage-Feeling ins Wohnzimmer. Hinzukommt, dass die Fortsetzung zu viele Protagonisten in den Mittelpunkt rückt, was vor allem durch die oberflächliche Charakterisierung für Verwirrung stiftet und den Nervfaktor erhöht. Wirkliches Thriller-Feeling kommt da nur selten auf, zumal sich 14 CAMERAS schwer damit tut, überhaupt einen Spannungsbogen aufzubauen. Was anfangs als ekliger Voyeur-Thriller beginnt, streift dann gegen Ende plötzlich das Cybercrime-Fach nur um dann im Finale mit Survival-Horror abschließen zu können. Das hört sich nicht nur wirr an, sondern hat weder Hand noch Fuß, zumal der Streifen immer hektischer wird, je näher er seiner Zielgeraden entgegenfiebert. Immerhin bekommen Suspense-Fans am Ende etwas Herzklopfen. Ob das die lange Wartezeit aber rechtfertigt, sollte jeder Zuschauer selbst entscheiden. Hinter dem Sequel steckt der Macher vom ersten Teil. Den hatte damals VICTOR ZARCOFF zu Papier gebracht und auch gleich Regie geführt. Für die überflüssige Fortführung der Geschichte hat er zwar noch einmal das Drehbuch beigesteuert, nahm aber nicht noch einmal auf den Regiestuhl Platz. Vermutlich hatte der Filmemacher beim Schreiben des Skripts schon geahnt, dass sich die Idee vom voyeuristisch veranlagten Vermieter nicht ohne Blessuren fortführen lässt. Wir empfehlen daher all jenen, die von dieser Thriller-Filmserie noch nichts gehört haben besser den Vorgänger zu schauen. Wer diese aber schon kennt, kann den zweiten Teil bedenkenlos auslassen. Man verpasst nichts, wenn man die Fortsetzung nicht schaut – zumal man sich mit einem offenen Ende eine weitere Fortsetzung in Betracht zieht. Da stellt sich bei alteingesessenen Horror- und Thrillerfans die Frage zurecht nach dem Warum.
 
 
 


 
 
 

14 CAMERAS – Zensur

 
 
 
Eine Protagonistin schlägt unsanft mit dem Kopf auf. Weiterhin kommt ein Schrotgewehr zum Einsatz. Zudem wird ein Schädel mit einem Hammer eingeschlagen und der Filmbösewicht überfahren. Die Gewaltmomente sind so schnell geschnitten oder werden nur angedeutet, sodass 14 CAMERAS bedenkenlos eine FSK16 erhalten könnte.
 
 
 


 
 
 

14 CAMERAS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Gravitas Ventures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
13 Cameras (2015)
 
One Hour Photo (2002)
 
GirlHouse (2014)
 


Filmkritik: „Revenge“ (2017)

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REVENGE

Story

 
 
 

Eine emanzipierte Frau nimmt den Kampf gegen drei Männer auf, die es nicht gut mit der Femme fatale meinen.

 
 
 


 
 
 

REVENGE – Kritik

 
 
 
Frauen rächen erfolgreich – und das schon seit einigen Jahren. Seit einer der ganz großen Rape-and-Revenge-Klassikers der 1970er vor 40 Jahren neu verfilmt wurde, sind wütende Damen im Genrekino keine Seltenheit mehr. Die haben sich neben Geistern, Dämonen und Monstern einen festen Platz im Horrorfilm gesichert und sind seit dem kontroversen Erfolg von I SPIT ON YOUR GRAVE im Jahre 2010 vom Bilderschirm nicht mehr wegzudenken. Letzterer ließ die einst in Bahnhofskinos verbannten Schmuddelfilme neu aufleben und machte ultrabrutales Rächen ganz nebenbei salonfähig. Sachen gibt es, an die hätte man in den 1970ern nicht einmal gedacht. Doch mit dem Revival gewaltverherrlichender Rape-and-Revenge-Streifen wurde nicht nur eine neue Debatte über tabubrechende Gewalt im Genrefilm entfacht. Auch die Sucht nach immer mehr dieser frauenverachtenden Schlachtplatten musste befriedigt werden, was zur Folge hatte, dass profitgeile Produzenten das schnelle Geld witterten und im Akkord billigen Rache-Stoff filmen ließen. Das Ergebnis ist ernüchternd. Die meisten dieser Filme waren nämlich Flops, weil vor lauter Gewalt die Geschichten vernachlässigt wurden. So spulten viele dieser Gurken die ewig gleiche Handlung ab, ohne über den Tellerrand schauen zu wollen. Darin wurden Frauen gnadenlos gequält und misshandelt, um anschließend nicht minder brutal rächen zu können. Zumindest Hobbysadisten dürften da ihren Spaß gehabt haben.
 
 
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Von gleicher Formel macht nun auch der Horrorthriller REVENGE Gebrauch. Der Titel ist hier Programm, im Vergelten liegt quasi das Hauptaugenmerk dieser französischen Produktion. Überraschenderweise ist dieser Rape-and-Revenge-Thriller einer der besseren. Der Grund ist ganz einfach. REVENGE ist trotz einfachem Ablauf einfach gnadenlos spannend und hetzt eine Frau durch karge Wüstenlandschaften, die nur ein Ziel kennt: Töten. Im Mittelpunkt steht die attraktive Jennifer. Die weiß um ihre Reize Bescheid, doch diesmal werden sie ihr zum Verhängnis. Die junge Dame führt eigentlich eine Affäre mit einem verheirateten und steinreichen Firmeninhaber. Doch nach einigen Drinks vernebelt sie mit ihren Verführungskünsten nicht nur den Liebhaber selbst, sondern auch dessen Angestellte. Die verwandeln sich flink zu eroberungsgeilen Primaten und sind plötzlich gar nicht mehr so freundlich. Das Ende vom Lied: einer der Mitarbeiter hat seinen Trieb nicht mehr unter Kontrolle und vergewaltigt das Objekt seiner Begierde. Da ist die Stimmung im Keller. Verständlich, dass die traumatisierte Jennifer nur noch nach Hause möchte und einen Schlussstrich unter dieses Kapitel ziehen will. Doch Liebhaber Richard finden den Stimmungswandel gar nicht schön. Der hat Angst, dass das Techtelmechtel auffliegt und die Ehe ins Wanken gerät. Deshalb stoßen die drei Männer die Unruhestifterin von einer Klippe und hoffen, dass sie möglichst qualvoll stirbt. Doch Jennifer überlebt. Die rauft sich zusammen und läutet einen erbarmungslosen Rachefeldzug ein, für den sie die guten Manieren abgelegen wird.
 
 
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Frauenpower im wahrsten Sinne des Wortes. Nach RAW sorgt eine weitere französische Newcomerin mit einem Regiedebüt für Furore. CORALIE FARGAST macht in REVENGE Nägel mit Köpfen und zeigt mit kompromissloser Härte, dass sie genauso blutig kann wie ihre männlichen Regie-Kollegen. Dabei lässt sich im Zuge der #metoo-Debatte eine emanzipierte Kämpferin auf den Zuschauer los, die sich zu Recht von Männer nichts sagen lässt. REVENGE färbt die Leinwand blutrot und unterscheidet sich hierbei von den üblichen Konsorten. Während der Film zu Beginn noch eine gewisse Ernsthaftigkeit besitzt und bedrohliche Atmosphäre heraufbeschwört, wendet sich das Blatt aber schnell. Da verliert sich der böse Ton plötzlich in einem übertriebenen Gewaltrausch, den man dann doch nicht mehr ernst nehmen kann. Beinahe möge man meinen hier eine Persiflage auf das Rape-and-Revenge-Genre zu sehen, denn mit fortlaufender Spielzeit gleicht REVENGE mit seinem ausuferndem Gore- und Splatterfeuerwerk einem Comic für Erwachsene? Da wird die Handlung zur Nebensache, weil durchgestylte Bilder, irre Kamerafahrten und überzeichnete Gewaltszenen plötzlich das Ruder übernehmen. Ein gewisser Unterhaltungswert lässt sich da nicht von der Hand weisen, zumal REVENGE davon Abstand hält seine Figuren mit sadistischen Einfällen der Sensationsgeilheit des Zuschauers wegen zu quälen. Anders als in den I-SPIT-ON-YOU-GRAVE-Filmen verzichtet Regisseurin CORALIE FARGAST auf das minutenlange Foltern seiner Protagonisten. Zudem fehlt der obligatorische Vergewaltigungs-Part. Stattdessen wird das Publikum mit hektischen Verfolgungsjagden bei Laune gehalten, die mit teils makabren Spezialeffekten garniert wurden. Frankreich beweist nach der erfolgreichen Terror-Welle in den 2000ern, dass man immer noch weiß, wie man das gewalterprobte Publikum zufriedenstellen muss. REVENGE hat es geschafft trotz einfacher Rezeptur sogar Kritiker zu überzeugen. Das ist schon bemerkenswert.
 
 
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REVENGE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Der wohl blutigste Beitrag in der #metoo-Debatte. REVENGE ist eigentlich nur ein weiterer Rape-and-Revenge-Thriller, der niedere Instinkte befriedigen soll. Eigentlich! Was den Film aber von der Konkurrenz unterscheidet, ist seine schrille Machart, die den Film aus der Masse hervorstechen lässt. Glaubwürdigkeit und Logik sind hier fehl am Platz. Zudem steht auch das Martyrium der Filmheldin nicht im Mittelpunkt, die in solchen Film eigentlich durch die Hölle geht. Die Hölle hat die Hauptfigur in REVENGE schnell aus den Augen verloren. Die verwandelt sich stattdessen in einen weiblichen ARNOLD SCHWARZENEGGER und ballert, schlitzt und schlägt um sich herum, als gäbe es keinen Morgen mehr. Dabei wird das Treiben in derart überzogener Gewalt ersoffen, dass sich manch Filmfan das Lachen nicht verkneifen kann. REVENGE ist trotz ernster Thematik irgendwie cool. So sollte Rape’n Revenge am besten immer aussehen.
 
 
 


 
 
 

REVENGE – Zensur

 
 
 
REVENGE geizt nicht mit Schauwerten. Hier gibt es allerhand blutige Gemeinheiten zu sehen. Diese haben den Film eine Erwachsenenfreigabe beschert. Hierzulande erhielt der Film von der FSK den roten Freigabesticker. Das sogar in der ungeschnittenen Fassung. Das verwundert, zumal die Prüfbehörde sonst mit Selbstjustiz-Schockern nicht so gnädig ist.
 
 
 


 
 
 

REVENGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Media Home Entertainment (Blu-ray im Keepcase)

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(c) Koch Media Home Entertainment (Blu-ray im Steelbook)

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(c) Koch Media Home Entertainment (Blu-ray + DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Revenge; Frankreich 2017

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 113 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Steelbook | Mediabook

Extras: Bildergalerie, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Booklet

Release-Termin: 23.08.2018

 

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Revenge [Blu-ray im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

REVENGE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei KOCH MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Savaged (2013)
 
Art of Revenge (2017)
 
I Spit on Your Grave 3 (2015)
 


Kritik: „Downrange – Die Zielscheibe bist du!“ (2017)

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DOWNRANGE – DIE ZIELSCHEIBE BIST DU!

(DOWNRANGE)

Story

 
 
 

Dümmlicher Pseudo-Terror von der Stange. Eine Gruppe Freunde gerät im Hinterland an einen Sniper, der die Jugendlichen nacheinander mit seinem Gewehr in die ewigen Jagdgründe befördert.

 
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Kritik

 
 
 
Dumme Teenager müssen im Horrorfilm sterben. Eine Formel, die vor allem im Slasher-Genre zum guten Ton gehört. Doch nicht immer müssen es unkaputtbare Killer sein, die sich scheinbar rastlos an die Fersen ihrer aufgescheuchten Opfer heften und sie so lange verfolgen, bis sie sich ihrem Schicksal ergeben. Es geht auch anders und das sogar ohne sich die Finger schmutzig zu machen oder gar Kalorien verbrennen müssen, wie der Splatterfilm DOWNRANGE beweist. Darin hat es sich ein Scharfschütze in einem Baum gemütlich gemacht und wartet in Seelenruhe auf seine Opfer. Die kommen schon bald. Eine Gruppe Freunde düst durch das Jagdgebiet des Fremden und muss bald ums Überleben bangen. So schießt der Killer in die Räder des Fahrzeugs und zwingt die Jugendlichen zum Stranden. Nun ist guter Rat teuer, denn weder der Wagen lässt sich fortbewegen noch haben die Handys Empfang. Da stellt sich die Frage, wie man dem Schicksal entkommen kann. Den Teenagern zumindest scheint’s egal zu sein. Die scheißen auf Pläne und laufen lieber unüberlegt durch die Szenerie. Dass sie dafür mit dem Tod bestraft werden müssen, ist so klar wie Kloßbrühe. Für den Spannungsaufbau ist ein so trivialer Ablauf leider nicht sonderlich förderlich.
 
 
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Was nur hat Filmemacher RYUHEI KITAMURA dazu getrieben, einen Film wie DOWNRANGE zu inszenieren? Der Regisseur ist fürs blutige Horrorfach bekannt und konnte sich in der Vergangenheit mit einigen sehr gelungenen Horrorstreifen einen Namen machen. So gehen auf dessen Konto der Asia-Splatter-Hit VERSUS, sowie die nicht minder deftige Schlachtplatten MIDNIGHT MEAT TRAIN und NO ONE LIVES. Das blutige Chaos wird auch im Sniper-Schocker DOWNRANGE beibehalten, der leider gar nicht mehr so unterhaltsam ist, wie die bisherigen Streifen des Filmemachers. Irgendwie steckt in diesem Film der Wurm, was in erster Linie daran liegt, dass die Charakterzeichnung unter aller Kanone ist. Nun gut, möchte man meinen, Charakterzeichnung ist im Horrorfach meist Nebensache. Wenn aber Protagonisten wie dumme Schafe vor dem Visier eines Schafschützen tanzen und dabei nicht einen klugen Gedanken fassen wollen, ist Schluss mit lustig. DOWNRANGE meint es nicht gut mit seinen Protagonisten, denn die handeln von Sinnen und befriedigen damit zumindest die Blutsucht des Zuschauers. Der bekommt in DOWNRANGE anständig gefilmte Morde zu sehen, die so zeigefreudig sind, dass der Streifen Probleme mit der FSK bekam. Der Sniper-Splatter erhielt nämlich anfangs von der Prüfbehörde keine Freigabe. Doch der Rechteinhaber ging gegen das Urteil in Berufung und hatte Erfolg. Ob dieser (finanzielle) Aufwand gerechtfertigt gewesen war, sollte an dieser Stelle jeder selbst entscheiden. DOWNRANGE ist nicht sonderlich helle und spult seine vorhersehbare und unspannende Geschichte nach Schema F ab. Das bedeutet: kreischen, winseln und sterben bis am Ende niemand mehr übrig ist. Die Charakterentwicklung ist oberflächlich, die Protagonisten sind unsympathisch und die zweckmäßigen Dialoge sind sogar noch dümmer, als die jeder gescripteten RTL2-Nachmittagssendung. Demzufolge raten wir, besser andere und gelungenere Sniper-Thriller in den Player schieben, denen es auch tatsächlich gelingt, den Puls des Publikums in die Höhe zu treiben. So schockierten zuletzt Filme wie KING OF THE HILL oder TOWER BLOCK. Zwei heftige Streifen, die das Nervenkostüm beanspruchen und dabei auch noch Kompromisse scheuen. Zartbesaitete Zuschauer sollten die aber besser meiden.
 
 
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DOWNRANGE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Intellektueller Total-Reinfall! Dafür aber professioneller Splatter im Überfluss. Den bekommt man im Falle von DOWNRANGE ziemlich oft vor die Linse und das auch noch in technisch tadelloser Umsetzung. Brutalität steht hier vor Plausibilität, denn bis auf den Filmbösewicht handelt nahezu jede Figur dieses deftigen Splatterstreifens dämlich und unüberlegt. Feingeister werden daher an dieser Stelle vorgewarnt. Die selten dummen Handlungen aller Protagonisten gehen an die Substanz und machen wütend. Wer demzufolge leicht cholerisch veranlagt ist, sollte DOWNRANGE besser meiden. Das ist besser fürs Herz.
 
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Zensur

 
 
 
In DOWNRANGE – DIE ZIELSCHEIBE BIST DU (so der deutsche Titel) geht es nicht zimperlich zu. Köpfe werden überfahren, Augen ausgeschossen und Körper mit Kugeln durchsiebt. Die Gewaltexzesse sind so deftig, dass selbst die FSK keinen Spaß verstand und DOWNRANGE eigentlich ungeschnitten nicht freigeben wollte. Wer aber denkt, dass dieses Horrorthriller Federn lassen musste, wird überrascht sein. Offenbar hatte das Label SPLENDID FILM mehr Glück als gedacht. Nach einer Berufung, gabs von der FSK dann doch den Segen. DOWNRANGE steht ab sofort ungeschnitten mit rotem FSK-Sticker im Handel.
 
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Downrange; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Holländisch

Bild: 2,35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 25.05.2018

 

Downrange – Die Zielscheibe bist du! [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
El rey de la montaña – Unsichtbare Gefahr (2007)
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 
Happy Hunting (2017)
 
Carnage Park (2016)
 


Filmkritik: „Motorrad – The Last Ride“ (2017)

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MOTORRAD – THE LAST RIDE

(MOTORRAD)

Story

 
 
 

Eine Gruppe Motorrad-Liebhaber bekommt es mit gewissenlosen Killern zu tun, die sich offenbar zum Hobby gemacht haben, andere Biker auszuradieren.

 
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Kritik

 
 
 
Horrorfilme sind immer eine sichere Bank, egal aus welchem Land sie stammen – insofern man sich an bestimmte Regeln hält. Eine davon ist auffallen, damit man sich von der grauen Masse abheben kann. So kann die Aufmerksamkeit durch taububrechende Inhalte oder schonungslose Brutalität auf sich gelenkt werden, wie der Filmbericht zu TRAUMA beweist. Darin vereinte man reichlich kontroversen Zündstoff, der für Gesprächsstoff gesorgt hat. Ohne den hätte man genannten Exploitationer wohl erst gar nicht wahrgenommen. Nicht minder reißerisch geht es im brasilianischen MOTORRAD vonstatten. Der Film bricht zwar keine Ekelrekorde, schockiert aber mit einer unbequemen Atmosphäre und den wohl abgebrühtesten Filmbösewichten der letzten Jahre. Die hetzten ihre Opfer in einer Art Bike-Movie solange durch die Gegend, bis ihnen das Benzin ausgeht und sie sich ihrem Schicksal unterwerfen müssen. Das ist grausam und brutal. Fans härterer Gangart kommt’s gelegen.
 
 
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In MOTORRAD treffen einige befreundete Motorradfahrer auf das ultimative Böse. Die wollten mit ihren Bikes eigentlich nur etwas durch die Gegend düsen und an einem See entspannen. Doch vier düstere Zeitgenossen heften sich an deren Fersen und wollen nichts Gutes. Sie verfolgen ihre Opfer und beginnen sie nacheinander auszuradieren. Dabei kennen sie weder Gnade noch Erbarmen und gehen beim Auslöschen unmenschlich vor. Aber was treibt die schwarz bekleideten Killer zu ihren brutalen Taten? Das fragen sich auch Hugo und Ricardo. Die beiden sind Brüder und stehen ebenfalls auf der Mordliste der rastlosen Verfolger. Sie stellen sich dem skrupellosen Quartett gegenüber und riskieren dabei ihr Leben. Ein blutiger Überlebenskampf, der definitiv nichts für zartbesaitete Zuschauer ist.
 
 
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Die Horror-Version von EASY RIDER. MOTORRAD ist ein durchgestylter Slasher, der vor allem durch seine wortkarge Inszenierung und einer gewöhnungsbedürftigen Farbgebung in Erinnerung bleibt. So wurden Farben reduziert, was dem Streifen beinahe schon Schwarz-Weiß-Film-Charakter verleiht. Die Entkräftigung der Farben als Stilmittel passt wie die Faust aufs Auge. So erhält MOTORRAD durch den Entzug von Farben fast schon dystopischen Charakter, der kaum Hoffnung auf Überleben oder Rettung zulässt, weil die anonymen Verfolger offenbar immer einen Schritt voraus sind. Da entwickelt sich schnell ein permanent ungutes Gefühl beim Zuschauer, der einen ungezügelten Hass gegenüber den Bösewichten entwickelt, denen es offenbar Freude bereitet ihre Opfer zu quälen. Was demzufolge als Roadtrip beginnt, gipfelt relativ zügig in einem ausweglosen Überlebenskampf, bei dem das Negerlein-Prinzip Verwendung findet. Das bedeutet, dass beide Parteien durch abwechslungsreiche Todesarten nacheinander ihr Leben lassen müssen. Bedauerlicherweise verzichtet Regisseur VICENTE AMORIM auf zufriedenstellende Antworten. Der macht ein Geheimnis um die Identität seiner sadistischen Killer, das auch nach dem Abspann gut gehütet bleibt. Eine etwas unbefriedigende Prämisse, mit der sich MOTORRAD wohl nicht nur Freunde machen wird, da es relativ unwahrscheinlich ist, dass dieser brasilianische Slasher eine Fortsetzung erhalten wird.
 
 
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MOTORRAD – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ungemütliche Motorrad-Hatz mit einigen Kills, die es in sich haben. MOTORRAD ist Horror made in Brazil, der die lange Reihe an Slasher-Filmen um einen weiteren Beitrag erweitert. Diesmal meuchelt nicht ein maskierter Irrer ahnungslose Teenager ab. In MOTTORRAD läuft das perfide Katz-und-Mausspiel auf heißen Rädern und unter brummenden Motorgeräuschen ab. Viel geredet wird nicht. Dafür eiskalt getötet. Eigentlich eine gute Sache, die Horrorfilmfans zufriedenstellen dürfte. Wäre da nicht das rätselhafte Ende, welches mehr Fragen aufwirft, als Antworten zu liefern. Wer darüber hinwegsehen kann, wird aber nicht enttäuscht. Der Bike-Horror MOTORRAD besitzt gut gefilmte Verfolgungsjagden, hektische Schnitte und eine ungewöhnliche Optik, die in Erinnerung bleibt. Zusammen mit dem hervorragenden Soundtrack darf man Regisseur VICENTE AMORIM für den etwas anderen Slasher beglückwünschen, der gern mal die krude Schlitzer-Atmosphäre einfängt, welche an die Slasher der späten 1970er und frühen 1980er erinnert. So bewegt sich der Filmemacher mit MOTORRAD Lichtjahre von dem weg, was er bisher inszeniert hat. Darunter anspruchsvolle Dramen mit Tiefgang. Manchmal muss man eben Veränderungen wagen. Anhand von MOTORRAD kann man erkennen, dass Mut Neues zu wagen durchaus Früchte tragen kann.
 
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Zensur

 
 
 
MOTORRAD – THE LAST RIDE (so der deutsche Titel) hat einige boshafte Morde zu bieten. Eine Frau wird bei lebendigem Leibe verbrannt, ein Mann ertrinkt, ein anderer enthauptet und eine Machete kommt ebenfalls mehrfach zum Einsatz. Hierzulande hat der brasilianische Streifen eine ungeschnittene Freigabe für Erwachsene erhalten: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Motorrad; Brasilien 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Portugiesisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Holländisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 27.04.2018

 

Motorrad – The Last Ride [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Turbo Kid (2015)
 
Von der bösen Art (2010)
 
The Mad Foxes: Feuer auf Rädern (1981)
 
Der Frosch (1973)