Die neusten Horrorfilme getestet: Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme. ☣☣☣ Wir stellen Euch die besten Horrorfilme vor ☠☠☠.

Beiträge mit Schlagwort “Thriller 2018

Kritik: „Downrange – Die Zielscheibe bist du!“ (2017)

downrange-2017-poster
 
 
 

DOWNRANGE – DIE ZIELSCHEIBE BIST DU!

(DOWNRANGE)

Story

 
 
 

Dümmlicher Pseudo-Terror von der Stange. Eine Gruppe Freunde gerät im Hinterland an einen Sniper, der die Jugendlichen nacheinander mit seinem Gewehr in die ewigen Jagdgründe befördert.

 
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Kritik

 
 
 
Dumme Teenager müssen im Horrorfilm sterben. Eine Formel, die vor allem im Slasher-Genre zum guten Ton gehört. Doch nicht immer müssen es unkaputtbare Killer sein, die sich scheinbar rastlos an die Fersen ihrer aufgescheuchten Opfer heften und sie so lange verfolgen, bis sie sich ihrem Schicksal ergeben. Es geht auch anders und das sogar ohne sich die Finger schmutzig zu machen oder gar Kalorien verbrennen müssen, wie der Splatterfilm DOWNRANGE beweist. Darin hat es sich ein Scharfschütze in einem Baum gemütlich gemacht und wartet in Seelenruhe auf seine Opfer. Die kommen schon bald. Eine Gruppe Freunde düst durch das Jagdgebiet des Fremden und muss bald ums Überleben bangen. So schießt der Killer in die Räder des Fahrzeugs und zwingt die Jugendlichen zum Stranden. Nun ist guter Rat teuer, denn weder der Wagen lässt sich fortbewegen noch haben die Handys Empfang. Da stellt sich die Frage, wie man dem Schicksal entkommen kann. Den Teenagern zumindest scheint’s egal zu sein. Die scheißen auf Pläne und laufen lieber unüberlegt durch die Szenerie. Dass sie dafür mit dem Tod bestraft werden müssen, ist so klar wie Kloßbrühe. Für den Spannungsaufbau ist ein so trivialer Ablauf leider nicht sonderlich förderlich.
 
 
downrange-2017-bild-1
 
 
Was nur hat Filmemacher RYUHEI KITAMURA dazu getrieben, einen Film wie DOWNRANGE zu inszenieren? Der Regisseur ist fürs blutige Horrorfach bekannt und konnte sich in der Vergangenheit mit einigen sehr gelungenen Horrorstreifen einen Namen machen. So gehen auf dessen Konto der Asia-Splatter-Hit VERSUS, sowie die nicht minder deftige Schlachtplatten MIDNIGHT MEAT TRAIN und NO ONE LIVES. Das blutige Chaos wird auch im Sniper-Schocker DOWNRANGE beibehalten, der leider gar nicht mehr so unterhaltsam ist, wie die bisherigen Streifen des Filmemachers. Irgendwie steckt in diesem Film der Wurm, was in erster Linie daran liegt, dass die Charakterzeichnung unter aller Kanone ist. Nun gut, möchte man meinen, Charakterzeichnung ist im Horrorfach meist Nebensache. Wenn aber Protagonisten wie dumme Schafe vor dem Visier eines Schafschützen tanzen und dabei nicht einen klugen Gedanken fassen wollen, ist Schluss mit lustig. DOWNRANGE meint es nicht gut mit seinen Protagonisten, denn die handeln von Sinnen und befriedigen damit zumindest die Blutsucht des Zuschauers. Der bekommt in DOWNRANGE anständig gefilmte Morde zu sehen, die so zeigefreudig sind, dass der Streifen Probleme mit der FSK bekam. Der Sniper-Splatter erhielt nämlich anfangs von der Prüfbehörde keine Freigabe. Doch der Rechteinhaber ging gegen das Urteil in Berufung und hatte Erfolg. Ob dieser (finanzielle) Aufwand gerechtfertigt gewesen war, sollte an dieser Stelle jeder selbst entscheiden. DOWNRANGE ist nicht sonderlich helle und spult seine vorhersehbare und unspannende Geschichte nach Schema F ab. Das bedeutet: kreischen, winseln und sterben bis am Ende niemand mehr übrig ist. Die Charakterentwicklung ist oberflächlich, die Protagonisten sind unsympathisch und die zweckmäßigen Dialoge sind sogar noch dümmer, als die jeder gescripteten RTL2-Nachmittagssendung. Demzufolge raten wir, besser andere und gelungenere Sniper-Thriller in den Player schieben, denen es auch tatsächlich gelingt, den Puls des Publikums in die Höhe zu treiben. So schockierten zuletzt Filme wie KING OF THE HILL oder TOWER BLOCK. Zwei heftige Streifen, die das Nervenkostüm beanspruchen und dabei auch noch Kompromisse scheuen. Zartbesaitete Zuschauer sollten die aber besser meiden.
 
 
downrange-2017-bild-2
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Intellektueller Total-Reinfall! Dafür aber professioneller Splatter im Überfluss. Den bekommt man im Falle von DOWNRANGE ziemlich oft vor die Linse und das auch noch in technisch tadelloser Umsetzung. Brutalität steht hier vor Plausibilität, denn bis auf den Filmbösewicht handelt nahezu jede Figur dieses deftigen Splatterstreifens dämlich und unüberlegt. Feingeister werden daher an dieser Stelle vorgewarnt. Die selten dummen Handlungen aller Protagonisten gehen an die Substanz und machen wütend. Wer demzufolge leicht cholerisch veranlagt ist, sollte DOWNRANGE besser meiden. Das ist besser fürs Herz.
 
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Zensur

 
 
 
In DOWNRANGE – DIE ZIELSCHEIBE BIST DU (so der deutsche Titel) geht es nicht zimperlich zu. Köpfe werden überfahren, Augen ausgeschossen und Körper mit Kugeln durchsiebt. Die Gewaltexzesse sind so deftig, dass selbst die FSK keinen Spaß verstand und DOWNRANGE eigentlich ungeschnitten nicht freigeben wollte. Wer aber denkt, dass dieses Horrorthriller Federn lassen musste, wird überrascht sein. Offenbar hatte das Label SPLENDID FILM mehr Glück als gedacht. Nach einer Berufung, gabs von der FSK dann doch den Segen. DOWNRANGE steht ab sofort ungeschnitten mit rotem FSK-Sticker im Handel.
 
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
downrange-bluray

(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Downrange; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Holländisch

Bild: 2,35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 25.05.2018

 

Downrange – Die Zielscheibe bist du! [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
El rey de la montaña – Unsichtbare Gefahr (2007)
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 
Happy Hunting (2017)
 
Carnage Park (2016)
 

Advertisements

Filmkritik: „Motorrad – The Last Ride“ (2017)

motorrad-the-last-ride-2017-poster
 
 
 

MOTORRAD – THE LAST RIDE

(MOTORRAD)

Story

 
 
 

Eine Gruppe Motorrad-Liebhaber bekommt es mit gewissenlosen Killern zu tun, die sich offenbar zum Hobby gemacht haben, andere Biker auszuradieren.

 
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Kritik

 
 
 
Horrorfilme sind immer eine sichere Bank, egal aus welchem Land sie stammen – insofern man sich an bestimmte Regeln hält. Eine davon ist auffallen, damit man sich von der grauen Masse abheben kann. So kann die Aufmerksamkeit durch taububrechende Inhalte oder schonungslose Brutalität auf sich gelenkt werden, wie der Filmbericht zu TRAUMA beweist. Darin vereinte man reichlich kontroversen Zündstoff, der für Gesprächsstoff gesorgt hat. Ohne den hätte man genannten Exploitationer wohl erst gar nicht wahrgenommen. Nicht minder reißerisch geht es im brasilianischen MOTORRAD vonstatten. Der Film bricht zwar keine Ekelrekorde, schockiert aber mit einer unbequemen Atmosphäre und den wohl abgebrühtesten Filmbösewichten der letzten Jahre. Die hetzten ihre Opfer in einer Art Bike-Movie solange durch die Gegend, bis ihnen das Benzin ausgeht und sie sich ihrem Schicksal unterwerfen müssen. Das ist grausam und brutal. Fans härterer Gangart kommt’s gelegen.
 
 
motorrad-the-last-ride-2017-bild-2(1)
 
 
In MOTORRAD treffen einige befreundete Motorradfahrer auf das ultimative Böse. Die wollten mit ihren Bikes eigentlich nur etwas durch die Gegend düsen und an einem See entspannen. Doch vier düstere Zeitgenossen heften sich an deren Fersen und wollen nichts Gutes. Sie verfolgen ihre Opfer und beginnen sie nacheinander auszuradieren. Dabei kennen sie weder Gnade noch Erbarmen und gehen beim Auslöschen unmenschlich vor. Aber was treibt die schwarz bekleideten Killer zu ihren brutalen Taten? Das fragen sich auch Hugo und Ricardo. Die beiden sind Brüder und stehen ebenfalls auf der Mordliste der rastlosen Verfolger. Sie stellen sich dem skrupellosen Quartett gegenüber und riskieren dabei ihr Leben. Ein blutiger Überlebenskampf, der definitiv nichts für zartbesaitete Zuschauer ist.
 
 
motorrad-the-last-ride-2017-bild-1(1)
 
 
Die Horror-Version von EASY RIDER. MOTORRAD ist ein durchgestylter Slasher, der vor allem durch seine wortkarge Inszenierung und einer gewöhnungsbedürftigen Farbgebung in Erinnerung bleibt. So wurden Farben reduziert, was dem Streifen beinahe schon Schwarz-Weiß-Film-Charakter verleiht. Die Entkräftigung der Farben als Stilmittel passt wie die Faust aufs Auge. So erhält MOTORRAD durch den Entzug von Farben fast schon dystopischen Charakter, der kaum Hoffnung auf Überleben oder Rettung zulässt, weil die anonymen Verfolger offenbar immer einen Schritt voraus sind. Da entwickelt sich schnell ein permanent ungutes Gefühl beim Zuschauer, der einen ungezügelten Hass gegenüber den Bösewichten entwickelt, denen es offenbar Freude bereitet ihre Opfer zu quälen. Was demzufolge als Roadtrip beginnt, gipfelt relativ zügig in einem ausweglosen Überlebenskampf, bei dem das Negerlein-Prinzip Verwendung findet. Das bedeutet, dass beide Parteien durch abwechslungsreiche Todesarten nacheinander ihr Leben lassen müssen. Bedauerlicherweise verzichtet Regisseur VICENTE AMORIM auf zufriedenstellende Antworten. Der macht ein Geheimnis um die Identität seiner sadistischen Killer, das auch nach dem Abspann gut gehütet bleibt. Eine etwas unbefriedigende Prämisse, mit der sich MOTORRAD wohl nicht nur Freunde machen wird, da es relativ unwahrscheinlich ist, dass dieser brasilianische Slasher eine Fortsetzung erhalten wird.
 
 
motorrad-the-last-ride-2017-bild-3(1)
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ungemütliche Motorrad-Hatz mit einigen Kills, die es in sich haben. MOTORRAD ist Horror made in Brazil, der die lange Reihe an Slasher-Filmen um einen weiteren Beitrag erweitert. Diesmal meuchelt nicht ein maskierter Irrer ahnungslose Teenager ab. In MOTTORRAD läuft das perfide Katz-und-Mausspiel auf heißen Rädern und unter brummenden Motorgeräuschen ab. Viel geredet wird nicht. Dafür eiskalt getötet. Eigentlich eine gute Sache, die Horrorfilmfans zufriedenstellen dürfte. Wäre da nicht das rätselhafte Ende, welches mehr Fragen aufwirft, als Antworten zu liefern. Wer darüber hinwegsehen kann, wird aber nicht enttäuscht. Der Bike-Horror MOTORRAD besitzt gut gefilmte Verfolgungsjagden, hektische Schnitte und eine ungewöhnliche Optik, die in Erinnerung bleibt. Zusammen mit dem hervorragenden Soundtrack darf man Regisseur VICENTE AMORIM für den etwas anderen Slasher beglückwünschen, der gern mal die krude Schlitzer-Atmosphäre einfängt, welche an die Slasher der späten 1970er und frühen 1980er erinnert. So bewegt sich der Filmemacher mit MOTORRAD Lichtjahre von dem weg, was er bisher inszeniert hat. Darunter anspruchsvolle Dramen mit Tiefgang. Manchmal muss man eben Veränderungen wagen. Anhand von MOTORRAD kann man erkennen, dass Mut Neues zu wagen durchaus Früchte tragen kann.
 
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Zensur

 
 
 
MOTORRAD – THE LAST RIDE (so der deutsche Titel) hat einige boshafte Morde zu bieten. Eine Frau wird bei lebendigem Leibe verbrannt, ein Mann ertrinkt, ein anderer enthauptet und eine Machete kommt ebenfalls mehrfach zum Einsatz. Hierzulande hat der brasilianische Streifen eine ungeschnittene Freigabe für Erwachsene erhalten: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
motorrad-2017-bluray

(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Motorrad; Brasilien 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Portugiesisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Holländisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 27.04.2018

 

Motorrad – The Last Ride [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Turbo Kid (2015)
 
Von der bösen Art (2010)
 
The Mad Foxes: Feuer auf Rädern (1981)
 
Der Frosch (1973)
 


Filmkritik: „Keep Watching“ (2017)

keep-watching-2017-poster
 
 
 

KEEP WATCHING

Story

 
 
 

THE STRANGERS meets PLAY – TÖDLICHES SPIEL. Familie Mitchell wird im eigenen Haus von maskierten Fremden attackiert, die aber nicht am Geld der Hauseigentümer interessiert sind.

 
 
 


 
 
 

KEEP WATCHING – Kritik

 
 
 
Home-Invasion-Filme scheinen nach FUNNY GAMES immer noch eine sichere Bank zu sein. Die lassen sich nicht nur regelmäßig auf dem Videomarkt blicken. Auch im Lichtspielhaus lockt man damit Zuschauer vor die Leinwand, um das ahnungslose Publikum unvorbereitet schockieren zu können. Dennoch mag es ja immer noch Menschen geben, denen diese Filmgattung fremd ist. In jenen Streifen schleichen sich meist Einbrecher in fremde Wohnungen, um dort Schindluder treiben zu können. In der Regel ist man nicht an den Habseligkeiten der Eigentümer interessiert. Stattdessen empfindet man Freude am Quälen der verschüchterten Mieter, die ums Überleben kämpfen müssen. Perfide Spiele sind auch im Horrorthriller KEEP WATCHING (anfänglicher Arbeitstitel: HOME INVASION) Programm, der zur Abwechslung auf ein kommerzielles Publikum zugeschnitten wurde und daher zum großen Teil auf zu reißerische Folter- und Vergewaltigungsszenen verzichtet. Da schwindet vermutlich die Lust bei all jenen, die sonst härtere Filmware bevorzugen. Denen sei aber versichert, dass KEEP WATCHING dennoch lohnt, weil der Film mit psychologischem Terror und reichlich Hektik für ungemütliche Stimmung sorgt.
 
 
keep-watching-2017-bild-3
 
 
So handelt der Streifen von einer amerikanischen Familie, die ein Anwesen in einem idyllischen Vorort bezogen hat, um dort ein neues Leben zu beginnen. Die Mutter ist gestorben, weshalb der Vater eine neue Frau geheiratet und so den Unmut der beiden Kinder (darunter BELLA THORNE aus AMITYVILLE – THE AWAKENING) auf sich gelenkt hat. Die werden mit dem neuen Familienmitglied nicht sonderlich warm und provozieren so regelmäßig Konflikte. Doch die Familie muss bald enger zusammenrücken, denn man wird Teil eines grausamen Verbrechens, das Familienprobleme vergessen lässt. Kaum aus dem Urlaub zurück, verschaffen sich drei maskierte Männer Zutritt zum Haus und beginnen die Mitchells zu terrorisieren. Kurioserweise sieht alles so aus, als würde man mit den Opfern spielen. In der Tat hat man Pläne. Im Haus wurden unzählige Kameras versteckt, die den Überlebenskampf live im Internet übertragen sollen. Demzufolge muss das Publikum zufriedengestellt werden, was die Killer dazu veranlasst mit kranken Einfällen die eingeschüchterten Bewohner zu Tode zu ängstigen.
 
 
keep-watching-2017-bild-1
 
 
Straff inszeniert, aber irgendwie übertrieben. KEEP WATCHING erinnert in seiner Machart an den erfolgreichen THE STRANGERS, welcher im Jahr 2008 für schnellen Herzschlag sorgte. Auch darin drang eine Gruppe maskierter Psychopathen in das Haus ahnungsloser Menschen ein, um diese mit perfiden Spielen in den Tod zu treiben. Während man dort aber Spannung bewirkte, in dem man den Zuschauer ohne Antworten im Kinosessel zurückließ, fällt man bei KEEP WATCHING gleich zu Beginn mit der Tür ins Haus. Dort wird bereits in eingestreuten Nachrichtenbeiträgen erläutert, dass offenbar mehrere Menschen durch Unbekannte ermordet wurden, die das Leid der Opfer per Live-Stream Internetnutzern zur Verfügung stellten. Ein ungeschickter Schachzug, denn mit zu frühen Erklärungen nimmt man dem Film einen Teil seiner Spannung. Aber KEEP WATCHING hat ein Ass im Ärmel. Das nennt sich Terror mit Schockwirkung, was Regisseur SEAN CARTER dann doch ziemlich inflationär einsetzt, um den Zuschauer mit hinterlistigen Jump Scares aus dem Sessel zu treiben. KEEP WATCHING ist voll von lauten Schreckmomenten, die immerhin gekonnt in Szene gesetzt, aber dann doch etwas zu plakativ angewandt werden. Hinzukommt, dass der Streifen zu stark in den Konventionen des Horrorgenres verharrt und seine Figuren dementsprechend vorhersehbar handeln lässt. Diese verhalten sich gern mal unplausibel und dumm, was dann auch mit dem Tod bestraft wird. Doch auch die List der Übeltäter wirkt selten glaubhaft. Die scheinen mit übermenschlichen Kräften gesegnet zu sein und sind ihren Opfern immer ein Stück voraus. Zudem haben diese gefühlt tausende Kameras im Haus an den unmöglichsten Orten versteckt, was das Treiben dann doch etwas sehr übertrieben erscheinen lässt.
 
 
keep-watching-2017-bild-2
 
 
Immerhin mutiert KEEP WATCHING nicht zum Wackelchaos. Der Streifen macht zwar von Found-Footage-Elementen Gebrauch. Diese verursachen aber zur Abwechslung mal nicht Kopfschmerzen und Schwindel. So folgt der Zuschauer dem Treiben aus mehreren Kameras, die im Haus platziert wurden. Der ständige Wechsel zwischen den Blickwinkeln sorgt für Dynamik und macht KEEP WATCHING über weite Strecken spannend – auch, wenn der Film genrebedingt kaum Überraschungen zulässt, weil es hier wie in den meisten Home-Invasion-Schockern nur ums Terrorisieren und Rächen geht. Übrigens war KEEP WATCHING anfangs als Found-Footage-Streifen geplant. Der sollte bereits 2012 in die Kinos kommen. Weil zu jener Zeit aber die Beliebtheit des Found-Footage-Formats abebbte, entschied man sich zu einer kompletten Neuausrichtung. Eine gute Entscheidung wie wir finden, denn sieht man mal von einigen Klischees ab, handelt es sich bei KEEP WATCHING um solide Horrorunterhaltung, bei der man nichts falsch macht, wenn man sie mal in den Player schiebt. Ein gemeines Ende deutet darauf hin, dass man hier wohl am Aufbau eines Franchise interessiert ist. Demzufolge dürfte es nicht wundern, wenn in naher Zukunft Fortsetzungen für den Videomarkt produziert werden, in denen Menschen vor laufender Kamera durch die eigenen vier Wände gehetzt werden.
 
 


 
 
 

KEEP WATCHING – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein Horrorfilm aus Amerika, die zumindest im Entstehungsland nur an einem Abend – nämlich an Halloween 2017 – im Kino gezeigt und anschließend auf DVD und Blu-ray verramscht wurde? So etwas klingt verdächtig nach Video-Produktion. Da winken die meisten wohl dankend ab, weil diese Streifen in der Regel günstig produziert werden, um anschließend schnell Kasse damit machen zu können. Vorurteile müssen an dieser Stelle ausgeräumt werden. Der düstere Mix aus Home-Invasion und Terrorfilm ist solide inszeniert, sieht hochwertig aus und ist gar nicht mal so übel, wie anfangs vermutet. KEEP WATCHING überzeugt mit straffen Tempo, fiesen Schockmomenten und teils bedrohlicher Stimmung, die schon mal schnellen Puls verursacht. Ein garstiges Ende gibt es inklusive, welches sogar noch mit einer Fortsetzung liebäugelt. Aufgrund guter Voraussetzungen sieht man über so einige Logiklücken hinweg. KEEP WATCHING nimmt es nämlich mit Glaubwürdigkeit nicht immer so genau und verfängt sich des Öfteren in vorhersehbaren Horror-Klischees. Wer damit klarkommt, dem wird knapp anderthalb Stunden Kurzweil geboten.
 
 
 


 
 
 

KEEP WATCHING – Zensur

 
 
 
KEEP WATCHING ist keine Gewaltgranate. Einem Mann wird eine Tüte über den Kopf gezogen, sodass er erstickt. Einer anderen Figur wird eine Axt in den Rücken geschlagen. Des weiteren verbrennt ein Filmcharakter bei lebendigem Leib. Was hier sehr reißerisch aufgezählt wird, ist aber nicht sonderlich hart anzuschauen. Daher hat der Horrorthriller auch von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren in ungeschnittener Form erhalten.
 
 
 


 
 
 

KEEP WATCHING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
keep-watching-bluray

(c) SONY PICTURES ENTERTAINMENT

 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Keep Watching; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1, Russisch (Voice-Over) DD 5.1, Spanisch DD 5.1, Tschechisch DD 5.1, Ungarisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Arabisch, Bulgarisch, Chinesisch (traditionell), Französisch, Koreanisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Slowakisch, Spanisch, Türkisch, Tschechisch, Ungarisch

Bild: 1.78:1 | @23,976 Hz (16:9)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Keine

Release-Termin: 12.04.2018

 

Keep Watching [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

KEEP WATCHING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Filmplakat und Abbildungen liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Play – Tödliches Spiel (2014)
 
The Strangers (2008)
 
The Purge – Die Säuberung (2013)
 


Filmkritik: „First House on the Hill“ (2017)

first-house-on-the-hill-2017-poster-2
 
 
 

FIRST HOUSE ON THE HILL

(1ST HOUSE ON THE HILL)

Story

 
 
 

Wenn Tarotkarten den Tod bringen: Vier Freunde mieten ein Anwesen, um dort das Wochenende verbringen zu können. Was sie dort aber erwartet, werden sie ihr Lebtag nicht wieder vergessen. Nachdem man ein mysteriöses Tarotkartenspiel findet, geht das Sterben los.

 
 
 


 
 
 

FIRST HOUSE ON THE HILL – Kritik

 
 
 
Es gehört im Horror-Genre seit Jahren zum guten Ton, dass man sich vor Zeiten verbeugt, die das Genre maßgeblich geprägt und es zu dem gemacht haben, was es heute ist. Da werden gern mal bekannte Rezepturen aus Klassikern stibitzt und namhafte Regie-Legenden zitiert, mit denen man aufgewachsen ist und die man lieben gelernt hat. Der Horror-Thriller FIRST HOUSE ON THE HILL ist so ein Herzensprojekt eines Filmemachers, der das huldigt, was er am liebsten mag: den Giallo. Regisseur MATTEO SARADINI macht keinen Hehl daraus, dass er ein großer Verfechter genannter Filmgattung ist, die in den 1960ern durch MARIO BAVA begründet wurde und in den 1970ern ihren Höhepunkt hatte. In einem exklusiven Interview mit FILMCHECKER erklärte Regisseur MATTEO SARADINI, dass dieser in FIRST HOUSE ON THE HILL versucht zeitgenössischen Teenie-Slasher mit dem italienischen Giallo der 1970er zu verschmelzen. Dafür holte er sich bei bekannten Altmeistern kreativen Input. So standen für seinen interessanten Genre-Mix bekannte Kult-Gialli wie Bavas BLUTIGE SEIDE und IM BLUTRAUSCH DES SATANS Pate. Aber auch Argentos PROFONDO ROSSO oder Ercolis FRAUEN BIS ZUM WAHNSINN GEQUÄLT haben den Filmemacher maßgeblich beeinflusst. Angesichts der vielen Vorbilder macht das Resultat neugierig. Leider bleibt das ambitionierte Projekt hinter den Erwartungen zurück. Sein FIRST HOUSE ON THE HILL hat nämlich ein großes Spannungsproblem. Das ist dahingehend enttäuschend, weil der Filmemacher schon an diversen Horror-Produktionen aus dem Hause BLUMHOUSE beteiligt gewesen ist und vermutlich auch weiß, was Horrorfans wollen. So arbeitete er bereits an erfolgreichen Filmen wie GET OUT, VIRAL oder DER KULT. Spannende Hochglanzware, die kurzweilige Unterhaltung bot. Von der ist FIRST HOUSE ON THE HILL – man muss es leider sagen – weit entfernt. Bedauerlich.
 
 
first-house-on-the-hill-2017-bild-6
 
 
Die Geschichte von FIRST HOUSE ON THE HILL ist nicht sonderlich umfangreich. Es geht um vier junge Leute, die in einer prunkvollen Villa im amerikanischen Malibu das Wochenende verbringen wollen. Die Hauseigentümerin verhält sich zwar etwas seltsam bei der Übergabe der Schlüssel, aber das beunruhigt die Freunde nicht. Man will baggern und flirten, was bei der schüchternen Valerie nicht so gut ankommen will. Die wurde religiös erzogen und hat andere Dinge im Kopf, als Männer und Sex. Doch die Lust am anderen Geschlecht schwindet, als man im oberen Stockwerk eine übel zugerichtete Leiche findet. Was ist hier passiert? War es Selbstmord? Der Fund beunruhigt, doch Telefone funktionieren nicht, weil jemand die Handys unbrauchbar gemacht hat. Somit kann keine Hilfe gerufen werden, was die Freunde dazu veranlasst Ruhe zu bewahren und auf den Morgen zu warten. Währenddessen findet man mysteriöse Tarotkarten, die ausprobiert werden müssen. Ein fataler Fehler, denn kaum hat man Kontakt mit dunklen Mächten aufgenommen, geht es in der Villa drunter und drüber. Was folgt, ist ein Kampf um Leben und Tod, denn offenbar meint es das Schicksal nicht gut mit unseren Freunden. Ob man die Nacht heil überstehen wird?
 
 
first-house-on-the-hill-2017-bild-7
 
 
Was für ein Augenschmaus. FIRST HOUSE ON THE HILL schaut verdammt gut aus. Ausgefallene Kamerawinkel, schnelle Zooms, atmosphärische Kamerafahrten und jede Menge Farbspielereien sorgen für Stimmung. Hier hat jemand seine Hausaufgaben gemacht und italienische Giallis studiert, um deren Erfolgsrezeptur auch auf seinen Film übertragen zu können. Der Giallo FIRST HOUSE ON THE HILL macht den Vertretern dieser Gattung Film alle Ehre. Fast schon möge man meinen, dass Amerika den Giallo für sich wiederentdeckt hat und ihm ein kleines Revival spendiert. Doch so schnell wie die Euphorie gekommen ist, verschwindet sie auch schon wieder. Hinter schönen Bildern schlummert nämlich gähnende Leere. FIRST HOUSE ON THE HILL hat außer der atmosphärischen Bilderflut kaum etwas zu bieten, was wohl daran liegt, dass man sich beinahe krampfhaft am Zitieren festklammert. Das hat zur Folge, dass die Geschichte auf der Strecke bleibt. Die kommt hier kaum in Fahrt, was das Folgen der Handlung erschwert. Da werden Augenlider schnell schwer, weil Regisseur MATTEO SARADINI zu lange damit beschäftigt ist, seine Figuren und die rudimentäre Handlung einzuführen. Demzufolge dauert es lang, bis endlich etwas passiert und die ersten Morde geschehen. Die sind immerhin handgemacht und lassen in ihrer für heutige Verhältnisse bewusst dilettantischen Inszenierung kurz das italienische Horror-Kino der 1970er Revue passieren. Dennoch, bei soviel Herzblut tut es in der Seele weh FIRST HOUSE ON THE HILL als durchschnittlich bewerten zu müssen. Irgendwie ist dieser Neo-Giallo weder Fisch noch Fleisch, denn Gebotenes wirkt leider nur halbgar. Die Darsteller sind unsympathisch und deren Ableben macht gleichgültig. Kein gutes Aushängeschild für einen Horrorfilm. Allen Giallo-Fans wird das aber egal sein. Die werden vermutlich rasch in Erinnerungen schwelgen und FIRST HOUSE ON THE HILL zum neuen Kult-Giallo deklarieren. Demzufolge ist dieser Ausflug ins italienische Horror-Kino der 1970er nur jenen zu empfehlen, die mit so Namen wie DARIO ARGENTO, SERGIO MARTINO oder DUCCIO TESSARI etwas anfangen können. Fürs hochglanzverliebte Mainstream-Publikum hingegen ist FIRST HOUSE ON THE HILL vermutlich eher eine Fehlinvestition und Zeitverschwendung. Aber wie sagt man so schön: Jeder Film findet irgendwann schon seine Fans.
 
 
first-house-on-the-hill-2017-bild-9
 
 


 
 
 

FIRST HOUSE ON THE HILL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Visuell beeindruckende Hommage an die Spaghetti-Slashers der 1970er. Der gerade einmal in zehn Tagen und mit kaum Budget gedrehte Neo-Giallo entpuppt sich als ambitioniertes Projekt eines Italieners, der zweifelsohne ein großes Herz fürs Giallo-Kino besitzt. Alles sieht tatsächlich so aus, als wäre es in den 1970ern aus Italien exportiert worden. Das freut einerseits, doch FIRST HOUSE ON THE HILL ist ein sehr zähes Giallo-Erlebnis, weil er einfach zu lange benötigt, um endlich mal zum Punkt zu kommen. Einen richtigen Spannungsbogen gibt es nicht. Stattdessen hält sich der Streifen ausschließlich mit Zitaten und kunstvoll inszenierten Bildern über Wasser. Im Interview erklärte uns Regisseur MATTEO SARADINI, dass er die Geschichte zum Film zusammen mit Hauptdarsteller KRISTIAN MESSERE schrieb und sich für seine Thriller von so Größen wie BAVA, ERCOLI und ARGENTO inspirieren ließ. Zudem wurde das Projekt maßgeblich vom tschechischen New-Wave-Kino der späten 60er Jahre geprägt und Meister der Vintage-Music CARLO PODDIGHE hat mit alten Keyboards aus den 70ern und 80ern komponiert, um die Atmosphäre jener Zeit einfangen zu können. Das sind Zutaten, die jedem Giallo-Fan das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Auf visueller Ebene gelingt das dem Neo-Giallo zweifelsohne. Mit dem Drehbuch und den unsympathischen Darsteller tut sich FIRST HOUSE ON THE HILL aber keinen Gefallen. Die sind leider nicht das Gelbe vom Ei und schmälern den Sehgenuss. Schade!
 
 
 


 
 
 

FIRST HOUSE ON THE HILL – Zensur

 
 
 
FIRST HOUSE ON THE HILL ist nicht sonderlich brutal. Die Morde werden sehr übertrieben und künstlich zelebriert. Das ist aber so gewollt, um den Eindruck zu erwecken, dass es sich hier um einen Giallo aus den Spätsiebzigern handelt. Sollte der Streifen eine deutsche Auswertung erhalten, dürfte problemlos eine FSK16 möglich sein. Wer den Film auf der großen Leinwand sehen möchte, kann ihn im April 2018 auf dem OBSCURA FILMFESTIVAL sehen. Dort wird er in einer vom Regisseur überarbeiteten Fassung aufgeführt werden. Inwieweit diese sich von jener Filmversion unterscheidet, die uns zur Besprechung vorlag, können wir leider nicht sagen.
 
 
 


 
 
 

FIRST HOUSE ON THE HILL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Nocturnal Eye Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Francesca (2015)
 
Tulpa – Dämonen der Begierde (2012)
 
Der Tod weint rote Tränen (2013)
 
Amer (2009)
 


Filmkritik: „Art of Revenge“ (2017)

art-of-revenge-poster
 
 
 

ART OF REVENGE – MEIN KÖRPER GEHÖRT MIR

(M.F.A.)

Story

 
 
 

Eine schüchterne Studentin wird Opfer sexueller Gewalt auf dem Campus und sieht plötzlich rot.

 
 
 


 
 
 

ART OF REVENGE – Kritik

 
 
 
Rape-and-Revenge-Filme haben keinen guten Ruf. Seit mit DIE JUNGFRAUENQUELLE einer der ersten Filme dieser Art über Leinwände flimmerte, sind diese Streifen vor allem Zensurbehörden ein Dorn im Auge. Ganz unbegründet ist das strenge Vorgehen gegen diese Filme nicht. Meist wollen die nämlich mit expliziten Inhalten niedere Instinkte befriedigen und setzen in erster Linie auf menschenverachtende Gewalt, die sich nicht selten an der Grenze des Ertragbaren bewegt. Die Folge: Beschlagnahmungen, Indizierungen oder Verstümmelungen. Doch nicht immer müssen sich solche Machwerke zwingend im Blut oder grafischen Gemeinheiten suhlen. THE ART OF REVENGE (im Original M.F.A.) beweist, dass Rape’n’Revenge auch zahmer funktioniert. Regisseurin NATALIA LEITE nimmt sich hier einer Thematik an, wie sie aktueller nicht sein könnte. So häufen sich an amerikanischen Colleges die Fälle sexueller Gewalt. Meist sind die Opfer mit ihren Problemen allein, denn immer mehr Bildungseinrichtungen versuchen die Vorfälle zu vertuschen. Grund darüber zu sprechen. Leider nutzt ART OF REVANGE die brisante Thematik nicht für ernstzunehmende Kritik. Stattdessen übernimmt sie nur Alibifunktion, um Mord und Totschlag zelebrieren zu können. Bedauerlich!
 
 
art-of-revenge-bild-1
 
 
Die Kunststudentin Noelle hat es nicht leicht an der Uni. Ihr Professor und die Studenten in ihrem Kurs halten so gar nichts von ihren Kunstarbeiten, was die schüchterne Studierende in Selbstzweifel flüchten lässt. Doch Uni und das Pauken werden bald zum kleineren Übel. Ein Kommilitone lädt die zurückhaltende Studentin zu einer Party ein, wo Grausames passiert. Sie wird vergewaltigt und mit ihrem Problem alleingelassen. Das lässt Noelle in ein tiefes Loch fallen. Dennoch will sie den Peiniger zu Rede stellen. Beim Streit kommt es zu einem folgenschweren Unfall, der die traumatisierte Studentin wachrüttelt. Offenbar gibt es keinen anderen Ausweg bösen Jungs die Augen zu öffnen, als diese mit Mord zu bestrafen. Da kommt es ihr gerade recht, als sie davon erfährt, dass Vergewaltigungen am Campus offenbar keine Seltenheit sind. Sie schmiedet einen Plan und wird zum Rächer all jener, denen es ähnlich ergangen ist wie ihr.
 
 
art-of-revenge-bild-3
 
 
Löst Mord Probleme und bringt Töten Genugtuung? ART OF REVENGE ist keiner dieser brutalen Rachefilme, die sich seit dem Remake von I SPIT ON YOUR GRAVE offenbar immer noch großer Beleibtheit erfreuen. Gewalt wird hier zurückgefahren. Dennoch ist das Prinzip des Films ein Ähnliches – auch wenn sich ART OF REVENGE vehement dagegen wehrt in die gleiche Schublade gesteckt zu werden, wie die meisten Rape-and-Revenge-Schocker neueren Datums. Hier wird ebenfalls vergewaltigt und anschließend gerächt – wenngleich auf einem höheren Anspruch, als so Brutalowerke wie SAVAGED oder LAST HOUSE ON THE LEFT. Leider versucht Regisseurin NATALIA LEITE aber erst gar nicht die kontroverse Thematik ihres Thriller-Dramas ernsthaft zu analysieren. Essenzielle Fragen und Probleme der Opfer werden nur angerissen. Stattdessen liegt der Fokus ausschließlich auf Vergeltung, die natürlich – wer hätte es geahnt – irgendwann Konsequenzen fordert. Das ist bedauerlich, weil der Film ein brisantes Thema anreißt, das Zündstoff bietet über den es lohnt gesprochen zu werden. Zudem hat man mit der Tochter von CLINT EASTWOOD auch noch eine talentierte Schauspielerin an Bord, die zweifelsohne zu höherem berufen ist, als mordend durch Filme zu sausen. Zwar verleiht die ihrer Rolle Tiefe und durchlebt im Verlauf eine glaubhafte Metamorphose vom Mauerblümchen zur Femme fatale. Dennoch liegt ihre Hauptaufgabe darin zum unberechenbaren und sogar hinterlistigen Todesengel zu werden, der weder Gnade noch Erbarmen kennt. So ist ART OF REVENGE ein zweischneidiges Schwert und dürfte es schwer haben ein Publikum zu finden. Für Feingeister wird das Thema „Vergewaltigung“ nämlich zu simpel, löchrig und oberflächlich behandelt. Fans dieser Filmgattung fehlen Schauwerte und die Kaltschnäuzigkeit mit denen sich Rape-and-Revenge-Thriller einen zweifelhaften Ruhm erarbeiten konnten.
 
 
art-of-revenge-bild-2
 
 


 
 
 

ART OF REVENGE – Fazit

 
 
 

6 Punkte Final

 
 
 
Kein tiefgründiges Meisterwerk, das wachrüttelt, sondern ein souverän inszenierter Selbstjustizthriller mit einer grandiosen FRANCESCA EASTWOOD, die weitaus bessere Filme verdient hat. Papa CLINT EASTWOOD dreht seit Jahren bemerkenswerte Kinohits, die sogar Oscars abstauben. Da tritt der Nachwuchs ein großes Erbe an. Leider ist ART OF REVANGE weit weg von dem, was sich vermutlich der Vater für seine Kinder gewünscht hätte. Der Streifen reißt zwar brisante Thematik an, über die unbedingt gesprochen und aufgeklärt werden muss. Was hier aber gezeigt wird, hat mit einer ernsthaften Auseinandersetzung über die Vergewaltigungsprobleme an amerikanischen Bildungseinrichtungen nur wenig am Hut. Der Film suggeriert dem Zuschauer, dass man sexuelle Gewalt an Frauen nur mit Gewalt oder Mord vergelten kann. Das ist leider der falsche Weg für einen Streifen, der sich mit Händen und Füßen dagegen wehrt, auf gleiche Ebene mit so derben Vergeltungsschockern wie I SPIT ON YOUR GRAVE gestellt zu werden.
 
 
 


 
 
 

ART OF REVENGE – Zensur

 
 
 
ART OF REVENGE ist für diese Art von Filmen sehr zurückhaltend. Die Gewaltszenen werden nur kurz angedeutet. Ein Mann fällt von einem Geländer auf den Boden, ein weiteres Opfer wird mit einem Hammer bearbeitet und ein Peiniger wird mit Drogen um die Ecke gebracht. Hierzulande gab es für den etwas anderen Rachefilm eine FSK16 in ungeschnittener Fassung.
 
 
 


 
 
 

ART OF REVENGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
art-of-revenge-bluray

(c) Meteor Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: M.F.A.; USA 2017

Genre: Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 23.02.2018

 

Art of Revenge – Mein Körper gehört mir [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

ART OF REVENGE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Meteor Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I Spit on Your Grave 3 (2015)
 
Girls against Boys (2012)
 
Rache – Bound to Vengeance (2015)
 
Autumn Blood (2013)
 


Filmkritik: „Inside“ (2016)

inside-remake-2017-poster
 
 
 

INSIDE

(INSIDE – REMAKE)

Story

 
 
 
Ein spanisches Remake des französischen Horrorfilms INSIDE: So schnell steigt die hochschwangere Sarah Clarke (RACHEL NICHOLS) nicht wieder in ein Auto. Nach einem Autounfall verliert die nämlich nicht nur ihr Gehör. Auch der Gatte stirbt unter tragischen Umständen am Unfallort und lässt die Mutter allein mit dem ungeborenen Nachwuchs zurück. Keine leichte Situation für Sarah, die das gemeinsame Haus verkaufen und es sich trotz Kummer an Heiligabend allein Zuhause gemütlich machen möchte. Da klopft es plötzlich an der Tür. Eine Dame bittet um Einlass, weil sie eine Autopanne hat. Nun benötigt sie ein Telefon, um einen Anruf tätigen zu können. Doch die junge Mutter hat kein gutes Gefühl. Sie weist die Unbekannte ab und lenkt somit den Zorn der Hilfesuchenden auf sich. Natürlich wird schnell klar, dass der unerwartete Besuch andere Gründe hat. Die Frau will das ungeborene Kind der ahnungslosen Mutter und verschafft sich Zutritt zum Haus. Was folgt ist kein Kaffeekränzchen. Die beiden Damen liefern sich ein unerbittliches Kopf- an Kopfrennen, das nur einen Sieger kennt. Mutterglück geht eben über Grenzen hinaus. Ein hektischer Adrenalinkick! Trotz „Made in Spain“ diesmal Schrecken in englischer Sprache! Verkauft sich international besser.

 
 
 


 
 
 

INSIDE – Kritik

 
 
 
Es gibt Filme, die darf man einfach nicht neu drehen, weil man sonst den Zorn von Horrorfans auf sich lenkt. So stehen bestimmte Horrorklassiker auf der Liste geschützter Lieblingsfilme, deren Neuinterpretationen bereits im Vorfeld verrissen werden noch bevor überhaupt ein Drehbuchschreiber am Schreibtisch gesessen hat. Doch nicht nur alter Kult-Horror wird von Anhängern verehrt und verteidigt. Auch viele neuere Produktionen stehen mittlerweile unter Schutz und Vergehen wird nicht selten mit Hetze bestraft. So geschehen mit der amerikanisierten Neuinterpretation des französischen Extrem-Schockers MARTYRS. Die Vorlage gilt als einer der größten Errungenschaften modernen Horrorkinos und hat mittlerweile eine riesige Fanbase aufgebaut, die sich über den gesamten Globus verteilt. Deren Empörung war natürlich groß, als im Internet die Nachricht von einem Remake die Runde machte. Letzteres wurde veröffentlicht und von Zuschauern und Kritikern nicht unbedingt mit Lob überhäuft. Demzufolge verschwand es so schnell wie es gekommen war wieder in der Versenkung. Berechtigt!
 
 
inside-remake-2017-bild-4
 
 
Gleiches Schicksal dürfte auch dem hier besprochenen INSIDE ereilen. Auch bei diesem Horrorthriller handelt es sich um die Neuverfilmung eines Beitrags genannten Extremkinos aus Frankreich, welches in den 2000ern aufgrund fragwürdiger Gewaltausbrüche für Furore gesorgt hat. Leider dürfte die Kontroverse nicht wiederholt werden, denn das INSIDE-Remake sieht zwar makellos aus, besitzt aber nicht einmal annähernd den Zündstoff, den einst der von JULIEN MAURY und ALEXANDRE BUSTILLO inszenierte Home-Invasion-Stoff unter dem Titel À L’INTÉRIEUR geliefert hat. Das mutet seltsam an, hat doch diesmal auf dem Regiestuhl jemand Platz genommen, der sich eigentlich mit Terror in den eigenen vier Wänden auskennt. Der Spanier MIGUEL ÁNGEL VIVAS drehte vor einigen Jahren mit KIDNAPPED einen nicht minder reißerischen Vertreter der Gattung Home-Invasion-Horror. Auch dort wurden alle Register klassischer Exploitation gezogen, um den Zuschauer schockieren zu können. Da fragt man sich doch glatt, was im Falle von INSIDE schiefgelaufen ist. Das Remake ist trotz Horror-Fachmann eine Enttäuschung und dürfte die Vita des talentierten Filmemachers nicht unbedingt bereichern. Shit happens manchmal!
 
 
inside-remake-2017-bild-3
 
 
Vermutlich wäre der spanische INSIDE ein passabler Vertreter des Genres geworden, wenn es da nicht schon die Vorlage gegeben hätte, die letztendlich bereits alles gesagt hat, was es zu sagen gibt. Viele Neuerungen gibt es im Remake nämlich nicht zu sehen, denn der Film erzählt gleichen Stoff wie das Original und weicht dabei nur wenig vom rechten Weg ab. Das macht die Neuauflage irgendwie überflüssig, die zudem auch hinsichtlich Gewalt einen Rückzieher macht mit der sich immerhin der französische INSIDE von 2007 in die Herzen von Horrorfans schlitzen konnte. Statt Blutkeule probiert sich der spanische Regisseur MIGUEL ÁNGEL VIVAS in Sachen Suspense und Thrill aus. Demzufolge ist das Katz- und Mausspiel weitaus hektischer geraten, als anfangs vermutet – scheitert aber an Ideenarmut und den katastrophalen Entscheidungen seiner Figuren. Was dem Zuschauer hier zugemutet wird, ist jenseits von Gut und Böse. Selten hat man einen Horrorfilm zu Gesicht bekommen, in dem die Dummheit seiner Protagonisten einen ganzen Film zerstört. Rationales Denken ist hier Fehl am Platz. Egal, ob Nachbar, Angehörige oder die Polizei – niemand denkt hier über Konsequenzen für unüberlegtes Handeln nach. So fliegen alle Figuren wie Motten ins Licht und geraten somit in die Fänge einer schwarzen Witwe, die mit den naiven Opfern kurzen Prozess macht. Die Auszeichnung für den im wahrsten Sinne des Wortes „dümmsten Film“ der letzten Jahre geht somit zweifelsohne an den englischsprachigen INSIDE. Spanien 12 Punkte – Herzlichen Glückwunsch!
 
 
inside-remake-2017-bild-2
 
 
Unterm Strich steigt die Neuinterpretation des Splatter-Hits INSIDE in die gleichen Fußstapfen, wie die meisten Neuverfilmungen beliebter Horrorfilme. Der Streifen macht zwar handwerklich und atmosphärisch einiges her, bestätigt aber Zweifler darin, dass lieber neue Filminhalte fürs Lichtspielhaus inszeniert werden sollten, statt kalten Kaffee immer neu aufzuwärmen. Der spanische INSIDE verdeutlicht einmal mehr, dass Neuinterpretationen nur dann Sinn machen, wenn man sie auch wirklich neu und auf eigene Weise interpretiert. Das kann passieren, wenn Klassiker einfach nicht mehr heutigen Sehgewohnheiten entsprechen und man angestaubte Botschaften in neue, moderne Zeiten transferieren möchte. Demzufolge bleibt fraglich, was Filmemacher MIGUEL ÁNGEL VIVAS denn mit seinem INSIDE bezwecken wollte? Letztendlich lag es wohl bestimmt wieder am amerikanischen Zuschauer. Bekanntermaßen bevorzugt der englischsprachige Produktionen, weil er bei internationalen Filmen zu bequem ist deren Untertitel zu lesen. Manchmal ist eben nur Original legal. Immerhin geht’s diesmal glücklich aus. Die Neuauflage von INSIDE verfügt nämlich über ein Happy End in dem sich die schwangere Filmheldin mit Hilfe einer Geburts-Metapher selbst ins Leben zurückkämpft. Das dürfte dem Mainstream-verwöhnten Allesschauer in Amerika gefallen. Wir Europäer hier brauchen die rosarote Brille nicht, denn uns genügt das grimmige, bitterböse und rohe Original aus Frankreich. Das Leben ist eben nicht immer nur Ponyhof.
 
 
inside-remake-2017-bild-1
 
 


 
 
 

INSIDE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein Versuch Schockwirkung auch ohne Blutkeile zu bewirken. Der englischsprachige INSIDE aus Spanien wäre vermutlich kein übles Remake geworden, wenn sich einerseits die Figuren gescheit verhalten hätten und sich Regisseur MIGUEL ÁNGEL VIVAS etwas weiter von der Vorlage entfernt hätte. Bis auf eine Verfolgungsjagd am Ende und dem guten Ausgang der Geschehnisse sind die Verläufe nahezu identisch zum französischen INSIDE von 2007. Nur bei der Gewalt wird ein Gang heruntergeschalten. Somit taugt der Film nur für jene, die sich bisher noch nicht an das französische Original herangetraut haben, weil es ihnen einfach zu brutal gewesen ist. Dennoch ist auch diese Neuverfilmung überflüssig, weil der Sinn dahinter nicht schlüssig ist. Aber in Zeiten schnell verdienten Geldes sind Gründe eher Nebensache. Vermutlich geht es ohnehin nur um Geldschneiderei. Das nächste (unnötige) Remake wartet wahrscheinlich bereits auf seine Veröffentlichung. Somit kann man den spanischen INSIDE sehen, abhaken und wieder vergessen. Wir meinen: Offensichtliche Budget- und für Horrorfans definitiv Zeitverschwendung.
 
 
 


 
 
 

INSIDE – Zensur

 
 
 
Das spanische Remake hält sich in Sachen Gewalt zurück. Einige kurze Gemeinheiten gibt es dennoch zu sehen. So kommt eine Spiegelscherbe zum Einsatz, die in einen Hals gestochen wird. Weiterhin greift man auf gutes altes Mordhandwerk zurück: dem Küchenmesser. Anders wie der Originalfilm aus Frankreich, dürfte es der spanische INSIDE bei der FSK einfacher haben. Man darf auf eine Freigabe ab 16 Jahren hoffen.
 
 
 


 
 
 

INSIDE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Nostromo Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
À l’intérieur (2007)
 
The Clinic (2010)
 
Das Wiegenlied vom Tod (2016)
 
Schlaraffenhaus (2011)