Filmkritik: „Compulsion – Abgründe der menschlichen Seele“ (2017)

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COMPULSION – ABGRÜNDE DER MENSCHLICHEN SEELE

(COMPULSIÓN)

Story

 
 
 

Eine Ehefrau findet heraus, dass der eigene Gatte ein brutales Doppelleben führt.

 
 
 


 
 
 

COMPULSION – Kritik

 
 
 
ÁLEX DE LA IGLESIA, JAUME BALAGUERÓ und PACO PLAZA – alles namhafte Größen im spanischen Horror-Genre, die wegen herausragendem Gruselfutter auch außerhalb der Landesgrenzen Fans gefunden haben und auch gern mal Filme drehen, die sich nicht zwingend an Konventionen modernen Horrorkinos orientieren. Zu jener Gruppe einflussreicher Filmemacher gesellt sich nun ein weiterer ambitionierter Regisseur dessen Karriere man unbedingt im Auge behalten sollte. Der Grund hierfür: COMPULSION – ABGRÜNDE DER MENSCHLICHEN SEELE. Mit seinem nicht zimperlichen Spielfilmdebüt hat ÁNGEL GONZÁLEZ MARTÍNEZ gleich mal ins Schwarze getroffen und einen Geheimtipp gedreht, der auf den wenigen Festivals gut ankam, auf denen er bisher gezeigt wurde. So lobten Publikum wie Kritiker den wortkargen Inszenierungsstil und die dadurch resultierende Hochspannung mit der es der spanischen Indie-Produktion gelingt den Zuschauer in den Bann zu ziehen. Das können wir von FILMCHECKER bestätigen. Viel gesprochen wird in COMPULSION [Originaltitel: COMPULSIÓN) freilich nicht. Der Thriller lebt von seinen ungemütlichen Bildern und von der Ungewissheit seiner Hauptdarstellerin. Die bleibt – übrigens wie der Zuschauer – lang im Ungewissen darüber, was in COMPULSION wirklich im Argen liegt. ÁNGEL GONZÁLEZ MARTÍNEZ dreht an der Spannungsschraube und steuert auf ein ungemütliches Finale zu, in dem mal wieder der Geschlechterkampf zum Thema gemacht wird. Der kürzlich hier besprochene HOUNDS OF LOVE lässt grüßen.
 
 
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Die Filmheldin (MARINA ESTEVE) von COMPULSION hat schon seit längerer Zeit Albträume. Die sind nicht unbegründet, quält schon seit Tagen ein Verdacht, der die Beziehung der Eheleute ins Wanken bringt. Gatte Robert (PACO MANZANEDO) ist nämlich verdächtig viel unterwegs, kommt meist spät von der Arbeit und führt des Öfteren geheimnisvolle Telefonate, die Misstrauen schüren. Ist hier etwa ein Ehebrecher am Werk? Um das herauszufinden wird die Liebste zur Privatdetektivin und stellt dem Mann nach. Recherchen führen zu einem abgelegenen Haus, in dem schlimme Dinge passieren. Offenbar frönt Robert perversen Neigungen von denen niemand wissen darf. Kein guter Tag für die besorgte Ehefrau. Die erlebt einen der schlimmsten Tage ihres Lebens und zweifelt bald daran ihren Gatten je gekannt zu haben.
 
 
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Das hier soll Low-Budget sein? Der gerade einmal in zehn Tagen gedrehte COMPULSION schaut für Indie-Verhältnisse bemerkenswert professionell aus und wurde von der Produktionsfirma SCHOCK FILMS produziert, die Regisseur ÁNGEL GONZÁLEZ MARTÍNEZ zusammen mit JOSÉ PASTOR gegründet hat. Der erste Spielfilm aus genannter Produktionsschmiede hält sich nicht lang mit Nebensächlichkeiten oder gar Hintergründe auf. Stattdessen wird der Zuschauer gleich ins Geschehen geworfen und direkt mit dem Holzhammer konfrontiert. Lang gefackelt wird nicht. Ungemütliche Stimmung und Schockwirkung wird über ungeschönte Bilder transportiert, die wegen Dialogarmut gern mal an alte Stummfilme erinnern und den Zuschauer schnell da treffen, wo es besonders wehtut. Doch der raue visuelle Einschlag kommt nicht von ungefähr. Schenkt man Informationen im Internet Glauben, zählen koreanische Thriller und klassische Terrorfilme zu den Haupteinflüssen der Arbeit des spanischen Regie-Newcomers. Letztere haben definitiv Spuren hinterlassen, erinnert COMPULSION – ABGRÜNDE DER MENSCHLICHEN SEELE doch gern mal an das harte Exploitation-Kino der 1970er, in dem es weder Tabus noch Grenzen gab. Filmemacher ÁNGEL GONZÁLEZ MARTÍNEZ hat scheinbar viele Vertreter genannten Subgenres studiert. Mit einfachen Mitteln bewirkt er schnell eine Atmosphäre schonungslosen Unbehagens und zeigt mit fiesen Gewaltakten, dass er die raue Sprache genannter Filmgattung tadellos beherrscht. COMPULSION fordert nicht nur Figuren im Film psychisch. Auch dem Zuschauer gehen bald die Geschehnisse durch Mark und Bein. Das ist aufgrund des überschaubaren Budgets eine Glanzleistung vor der man seinen Hut ziehen sollte. Deshalb darf man gespannt darauf sein, was der Spanier in Zukunft fabrizieren wird. Im Horrorgenre zumindest fühlt sich ÁNGEL GONZÁLEZ MARTÍNEZ offensichtlich wohl. Weitere Horrorstreifen sind nämlich schon in Planung. Ob die dann auch das Nervenkostüm des Zuschauers überstrapazieren werden? Man kann es nur hoffen.
 
 
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COMPULSION – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Wenn der Gatte ein blutiges Doppelleben führt, wird es ultraspannend, kompromisslos und hart. COMPULSION – ABGRÜNDE DER MENSCHLICHEN SEELE ist ein kleines Horror-Juwel aus Spanien, der aus wenig viel macht. Mit überschaubaren Mitteln hat hier Regisseur ÁNGEL GONZÁLEZ MARTÍNEZ eine ungemütliche Geschichte verfilmt, die an schonungslose Exploitation-Kracher der 1970er erinnert. Trotz Spielfilmdebüt beweist der spanische Newcomer ein talentiertes Händchen für Spannungsbau und Schockwirkung. Grundvoraussetzung für Horror, der im Gedächtnis bleibt. COMPULSION ist ein Survival-Thriller, der vermutlich auch wegen seiner kurzen Laufzeit kaum Längen besitzt. Das Resultat kann sich sehen lassen. Der spanische Genre-Beitrag ist packend, hart und gut gespielt. Ob da jemand in die gleichen Fußstapfen treten wird, wie mach bekannter Filmemacher aus Frankreich? Einige derer haben in den 2000ern harte Terrorfilme gemacht und drehen seither erfolgreich Schocker für den amerikanischen Filmmarkt. Auch ÁNGEL GONZÁLEZ MARTÍNEZ besitzt gute Voraussetzungen, um bald mit mehr Geld krude Horrorfilme drehen zu können. Der nicht minder kontroverse COMPULSION ist zumindest schon mal ein überzeugender Anfang.
 
 
 


 
 
 

COMPULSION – Zensur

 
 
 
Die Gewaltmomente in CCOMPULSION – ABGRÜNDE DER MENSCHLICHEN SEELE sind verstörend. Dennoch wird häufig weggeblendet und man bekommt in späteren Einstellungen das Resultat der Gewaltausbrüche zu sehen. Höhepunkt ist zweifelsohne eine Szene in der ein Schwangerschaftstest in ein Auge gestochen wird. Hierzulande hat der gebotene Gewaltrausch für eine FSK16 ausgereicht. Die Veröffentlichung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

COMPULSION – Deutsche Blu-ray

 
 
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(c) M-Square Pictures | daredo (Soulfood)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Compulsión; Spanien 2017

Genre: Horror, Thriller, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 24.07.2020

 

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COMPULSION – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Schock Films | M-Square)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hounds of Love (2016)
 
A Good Marriage (2014)
 
Stepfather (2009)
 
The Stepfather (1987)
 
The Stepfather 2 (1989)
 

Filmreview: „The Last Days“ (2013)

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THE LAST DAYS

Story

 
 
 
In Barcelona ist das „The Panic“-Syndrom ausgebrochen. Eine Panikerkrankung, die durch die Asche eines Vulkans hervorgerufen wird und zum Tod führt, wenn man sich im Freien bewegt. Marc (Quim Gutiérrez) versucht sich einen Weg durch den Untergrund der Stadt zu bahnen, um seine schwangere Freundin Julia (Marta Etura) wiederzufinden …
 
 
 


 
 
 

THE LAST DAYS – Kritik

 
 
 
Spanien ist seit einigen Jahren immer wieder für eine Überraschung gut und entwickelt sich nach der erfolgreichen Terrorwelle aus Frankreich zum neuen Mekka eines selbstbewussten, europäischen Horrorfilms. Ob Found-Footage (APARTMENT 143), Kannibalen-Schocker (OMNíVOROS) oder subtiles Schauermärchen (DAS WAISENHAUS) – was neuerdings aus Spanien kommt, steht für Qualität und lehrt uns das Fürchten. Das hat auch Hollywood begriffen und kopiert fleißig, was im Land des Stierkampfs an den Kinokassen erfolgreich war (u.a. [REC]). Der neuste Clou aus Spanien heißt LOS ÚLTIMOS DÍAS und wurde für den internationalen Filmmarkt kurz und bündig in THE LAST DAYS umbenannt, was nicht ohne Grund an apokalyptische Szenarien gemahnt. Die spanischen Brüder DAVID und ÀLEX PASTOR stecken hinter dem Endzeitdrama und haben sich mit der Problematik bereits 2009 in CARRIERS beschäftigt. Dort standen einige Kids im Mittelpunkt der Geschehnisse, die während einer Pandemie ums nackte Überleben kämpfen mussten. Der, für den internationalen Markt produzierte Überlebens-Thriller war zwar handwerklich durchweg solide anzuschauen, kam aber bei vielen Kritikern und Filmfans nicht so gut weg, so dass man sich dann doch lieber wieder dazu entschloss, mit kleinem Budget in eigener Landessprache zu drehen. THE LAST DAYS ist der erste spanische Langfilm der Geschwister und handelt kurioserweise wieder vom Weltuntergang. Diesmal sind es weder Viren, Aliens oder Atomkriege, die für das Massensterben verantwortlich gemacht werden, sondern schlicht und einfach Mutter Natur, die aus unerklärlichen Gründen die Menschheit in die Knie zwingt.
 
Auf der gesamten Welt herrscht der Ausnahmezustand. Auch Barcelona ist von der Außenwelt abgeschnitten, die Wasserversorgung wurde gekappt und Elektrizität gibt es nicht. Grund hierfür ist ein Vulkanausbruch, dessen Asche bei den Menschen eine Art Panik auslöst und zum Tod führt, wenn sie ins Freie müssen. Fortan trauen sich die Bewohner nicht mehr auf die Straße und bewegen sich stattdessen in den Abwässerkanälen und U-Bahnschächten der Stadt zum gewünschten Ziel. Auch Programmierer Marc Delgado (QUIM GUETIÉRREZ) sitzt seit einer Ewigkeit auf der Arbeit fest und hat schon seit Wochen Freundin Julia (MARTA ETURA) nicht mehr gesehen. Die erwartet ein Kind von ihm und hat sich kurz vor dem Vorfall mit dem Liebsten gestritten. Als Marc davon Wind bekommt, dass sein Vorgesetzter ein Navigationssystem in seinem Rucksack versteckt hält, beschließen beide sich mittels GPRS-Ortungssystem einen Weg durch den Untergrund Barcelonas zu bahnen. Doch tief unter der Stadt herrscht das Recht des Stärkeren. Hier wartet eine Welt voller Chaos und Gefahren, was die Suche nach den Familienangehörigen erheblich erschwert.
 
Es muss nicht immer der Zombievirus sein, der nach einer vom Mensch verursachten Umweltkatastrophe die halbe Menschheit dezimiert. Warum soll nicht einfach mal Mutter Natur gnadenlos zuschlagen, um der vermeintlich überlegenen Menschheit ihre Macht zu demonstrieren. In THE LAST DAYS werden keine Hintergründe beleuchtet. Über die Suche nach Antworten und den Ursachen der Katastrophe wird in diesem Streifen keine Zeit verschwendet. Stattdessen konzentriert sich das Regieduo ausschließlich auf seine Protagonisten, die in derart schwierigen Zeiten immer noch soviel Solidarität beweisen, um ihr gemeinsames Ziel sicher erreichen zu können. Aus Gegnern werden kurzerhand Verbündete und der von Stress geplagte Marc kooperiert gemeinsam mit seinem erfolgsorientierten Chef Enrique (JOSÉ CORONADO), der seinen Angestellten zuvor noch mit ausreichend Überstunden unter Druck gesetzt hat. Auf ihrer Reise bewegen sie sich durch verlassene Einkaufscenter und verwüstete Kirchen, kämpfen mit Bären und stoßen auf Überlebende, die aus Hunger heraus sogar zu Mördern werden. Für rund fünf Millionen Euro Produktionskosten hat man bei THE LAST DAYS erheblich oft in die Trickkiste gegriffen, um eine stetige Untergangsstimmung bewirken zu können. Die diversen Computereffekte machen dabei einen hervorragenden Eindruck, so dass das was man dann letztendlich an Endzeitfeeling auf der Leinwand präsentiert bekommt, sich freilich nicht vor den üblichen Verdächtigen aus Hollywood verstecken braucht. Es wird vorwiegend mit erdig-düsteren Farbtönen gearbeitet, die sich durch das verfallene und scheinbar Menschen leere Barcelona fressen. Das dreckig-farblose Setting unterstreicht das postapokalyptische Szenario perfekt und lässt sogar hin und wieder subtiles Gruselfeeling aufkommen. Dennoch handelt es sich bei THE LAST DAYS um keinen Vertreter innerhalb des Horrorgenres. Das macht sich auch beim Gewaltpegel bemerkbar. Auf blutgeiles Massengemetzel wird fast gänzlich verzichtet, was ja in Zeiten der Virus infizierten Zombies schon nahezu unmöglich scheint. Kommt dann doch einmal Gewalt ins Spiel, ist sie weniger expliziter Natur, sondern resultiert einzig aus Verzweiflung vor dem Hungertod heraus.
 
THE LAST DAYS entpuppt sich unterm Strich als dramenlastiger Überlebens-Thriller, der den Zuschauer rund 100 Minuten packend unterhält und bis auf wenige Momente ganz auf Action und Gewaltexzesse verzichtet. Das Schicksal von Protagonist Marc wird im Verlauf des Films in mehreren Rückblenden geschildert, was dem Charakter mehr Menschlichkeit verleiht. Damit auch die weiblichen Zuschauer am Ende ruhigen Gewissens das Kino verlassen können, orientiert sich das Finale an den gängigen Kitsch-Klischees der amerikanischen Traumfabrik. Wenn sich in den letzten Sekunden das Pärchen verliebt in die Arme schließt, sich saftiges Grün hoffnungsvoll durch Berge tumber Betonklötzer frisst und die Natur den Neuanfang der Spezies einläutet, bleibt kein Auge trocken. Das wirkt zwar im Vergleich zum Rest des Films etwas arg dick aufgetragen; das zuckersüße Happy End dürfte aber den mainstreamverwöhnten Filmfan nicht weiter stören, auch wenn bei derart disneyesken Bildern eine unfreiwillige Komik nicht von der Hand zu weisen ist.
 
 
 


 
 
 

THE LAST DAYS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ist Spanien das neue Mekka des phantastischen Films? Wenn man die diversen inländischen Genreproduktionen der letzten Zeit näher betrachtet, könnte man meinen, dass das Land am Mittelmeer dem erfolgsverwöhnten Hollywood die Stirn bieten möchte. Im direkten Vergleich zum sonst so schachsinnigen Mainstream-Schund aus Übersee schneidet THE LAST DAYS gar nicht mal so übel ab. Nach dem eher durchschnittlichen CARRIERS beweisen die PASTOR-Brüder, dass man bedeutend frischere und sehenswerte Filme machen kann, wenn man sich nicht zwingend an den Vorgaben geldgeiler US-Produzenten orientieren muss. THE LAST DAYS ist ein packender Überlebens-Thriller mit sympathischen Helden und spannender Inszenierung. Da schaut man am Ende doch etwas verdutzt aus der Wäsche, dass das sogar alles ohne großartiges Blutvergießen gelingt. Wozu braucht man EMMERICH, BAY und Co., wenn man doch weiß, dass es auch spanische Filmemacher drauf haben? Gut gemacht, mehr davon!
 
 
 


 
 
 

THE LAST DAYS – Zensur

 
 
 
THE LAST DAYS verzichtet fast gänzlich auf Gewalt, so dass der Streifen hierzulande ungeschnitten ab 12 Jahren in den deutschen Handel gekommen ist.
 
 
 


 
 
 

THE LAST DAYS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-Last-Days-Blu-ray

(c) Capelight Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Los Últimos días; Spanien 2013

Genre: Abenteuer, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 102 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making of, Entfallene Szenen, Virale Clips, Kinotrailer

Release-Termin: 02.05.2014

 
 
 

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THE LAST DAYS – Trailer

 
 
 


 
 

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Filmreview: „Sleep Tight“ (2011)

Sleep Tight (2011) Filmposter - Filmreview auf Filmcheck
 
 
 

Sleep Tight – Story

 
 
 
Cesár ist schon ein seltsamer Kauz. Tagsüber arbeitet er als vertrauensvoller Hausmeister und Pförtner in einem noblen Mehrfamilienhaus und steht stets jedem Besucher und Hausbewohner bei Fragen und Nöten hilfreich zur Seite. Doch des nachts zeigt er sein wahres Gesicht. Er schleicht sich unbemerkt in die Wohnungen der Mieter und treibt unverschämten und unterschwelligen Psychoterror mit den ahnungslosen Wohnungsbesitzern. Der Drang andere leiden zu sehen treibt ihn dazu, dass er eines Abends in die Wohnung der jungen Clara einbricht. Versteckt unter dem Bett wartet er bis die Unwissende eingeschlafen ist und narkotisiert sie mit einem Betäubungsmittel, um sicherzugehen, dass die junge Frau nicht merkt, wie er sich an ihr vergeht und ihre Wohnung manipuliert. Doch eines Tages bringt sie ihren neuen Freund mit in die eigenen vier Wände, ganz zur Überraschung von Cesár, der auf derart Zwischenfall rein gar nicht vorbereitet scheint und erneut unter ihrem Bett darauf wartet, bis die junge Frau eingeschlafen ist …
 
 
 


 
 
 

Sleep Tight – Kritik

 
 
 
Spanien scheint, neben Frankreich, so langsam das Mekka für überaus interessante Horrorfilmkost zu werden. Nach glattgeschliffenen Juwelen wie „Kidnapped“, der „[Rec]“-Reihe und dem hübsch düsteren Thriller „Julias Eyes“ dreht sich die spanische Genre-Maschinerie weiter produktiv im Kreise und wirft demnächst mit „Sleep Tight“ den nächsten genialen Horrorstreifen in die weltweiten Kinosäle.
 
Der horrorerprobte Jaume Balagueró, der zuletzt bereits mit den ersten beiden „[Rec]“-Teilen, sowie den Horrorthrillern „Darkness“ und „Fragile“ auf sich aufmerksam machte, hat sich diesmal wahrlich selbst übertroffen. Neben dem Zombieschocker „[Rec]“ ist sein aktuelles Werk „Sleep Tight“ das bisher Beste, was der Regisseur in seiner bisherigen Filmlaufbahn realisiert hat. Ich untertreibe nicht, würde ich behaupten, dass „Sleep Tight“ stellenweise sogar besser ist, als alle amerikanischen Thrillerproduktionen der letzten drei Jahre zusammen. „Mientras duermes“, so im Original ist kein gewöhnlicher Horrorfilm, vielmehr eine Mischung aus Thriller und zynischem Drama. Denn bis zur Filmhälfte scheint nicht nur Hauptdarsteller Cesár allerlei Schabernack mit den Hausbewohnern zu treiben, auch Regisseur Jaume Balagueró schafft es virtuos dem Zuschauer auf der Nase umherzutanzen.
 
Anfänglich noch als wehmütiges Opfer und bemitleidenswerte Kreatur betrachtet, entwickelt sich Cesár im Verlauf der Handlung zu einem wahrhaftig bösartigen und skrupellosen Psychopathen, der allein nur dadurch Befriedigung und Bestätigung seiner selbst findet, indem er das Leben anderer zerstört. Hauptdarsteller Luis Tosar ist als wirrer Schizzo einfach trefflich gewählt, verkörpert er gerade in seiner Darstellung als Cesár ein überaus mysteriösen Misch-Masch zwischen sympathischen Chaoten, dem man, aufgrund diverser Misserfolge im Leben, einfach nur tröstend in die Arme nehmen möchte und unberechenbaren und ausgemerzten Psycho. Der Wandel zwischen liebenswerten Chaoten zum emotionslosen Soziopathen, vollzieht sich unerwartet ab Filmmitte. Nachdem Clara ihren neuen Freund mit nach Hause bringt und Cesár erneut unter dem Bett auf die junge Frau wartet, gerät sein makabres Spiel aufzufliegen. Diese Szene ist mit Abstand das überhaupt genialste, was ich in letzter Zeit gesehen habe, da die Umsetzung dieser Schlüsselszene so überaus geschickt und schweißtreibend konstruiert wurde, dass selbst ich als erfahrener Filmseher gefühlten 300er Puls hatte. Der Begriff „Suspense“ dürfte nach Sichtung dieser Szene eine neuen Bedeutung finden und Parallelen zu den frühren früheren Werken eines Alfred Hitchcock sind unverkennbar. Da sich „Sleep Tight“ vorwiegend an Freunde spannender Thrillerunterhaltung richtet, dürften Splatterfreunde leider mit einem recht unbefriedigten Gefühl das Kino verlassen. Cesár´s Vorgehen andere Menschen ins Verderben zu reißen sind vordergründig subtiler Natur, und interessierte Filmfreunde sollten hier keine Gewaltspitzen, ähnlich die eines „Martyrs“, erwarten. Zum Ende hin fließt zwar etwas roter Lebenssaft, der aber nicht explizit und reißerisch gefeiert wird, sonder nur den hilflosen und beklemmenden Grundton des Filmes unterstreicht.
 
 
 
 
Regisseur Jaume Balagueró ist mit seinem „Sleep Tight“ ein wirklich beachtlicher Horrorthriller gelungen, der seinesgleichen suchen dürfte. Die Idee einen kranken Psychopathen zu schaffen, der sich in unser aller Intimstes einnistet ist zwar nicht neu, die Umsetzung des Geschehens gestaltet sich aber beim Zuschauer als überaus bedrohlich. Gerade zartbesaitete Gemütern dürften nach Sichtung ein arg unangenehmes und bedrückendes Gefühl in der Magengrube verspüren, wenn sie den Kinosaal verlassen und darauf hoffen, dass sie in ihrem scheinbar „sicheren“ Heim niemanden unter dem Bett vorfinden werden
 
 
 


 
 
 

Sleep Tight – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Nach genialer Horrorfilmwelle aus Frankreich folgt nun die aus Spanien. Wo Frankreich mit direkter Holzhammertaktik überzeugen möchte, sind Horrorwerke auf Spanien vorwiegend subtiler Natur. Nach Sichtung von „Sleep Tight“ dürfte jedem klar sein, dass ein amerikanisches Remake nicht lange auf sich warten lassen wird.
 
 
 


 
 
 

Sleep Tight – Zensur

 
 
 

Der Film wurde ungeschnitten bereits ab 16 Jahren freigegeben.

 
 

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Sleep Tight – Trailer

 
 
 


 

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