Filmkritik: „Manhole – Bedrohung von unten“ (2014)

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MANHOLE – BEDROHUNG VON UNTEN

(MAEN – HOL | 맨홀)

Story

 
 
 

Ein Psychopath hat es sich in der Kanalisation gemütlich gemacht und fängt Menschen von der Straße weg, um im feuchten Zuhause etwas Gesellschaft zu haben.

 
 
 


 
 
 

MANHOLE – Kritik

 
 
 
Wenn man an südkoreanische Horrorfilme denkt, hat man unweigerliche Streifen vor Augen, in denen tote Geistermädchen mit bleich-geschminkten Gesichtern für das oft fremdverschuldete Ableben grausame Rache nehmen wollen. Dass Südkorea jedoch auch anders kann, haben diverse Filmemacher bewiesen, die sich meist von westlichen Horror-Trends inspirieren ließen, um so mehr Abwechslung in das eher geistererprobte asiatische Genrekino bringen zu können. Dabei ganz weit vorn und international erfolgreich – ein harter Serienkiller-Thriller, der auch hierzulande von Horrorfans positiv aufgenommen wurde: I SAW THE DEVIL. Darin geriet ein psychopathischer Serienkiller an einen tapferen Geheimdienstagenten, der brachiale Vergeltung für den Mord an der Verlobten forderte. Auch der folgende Thriller ist im Serienkiller-Genre angesiedelt. In MANHOLE – BEDROHUNG VON UNTEN (Originaltitel: MAEN-HOL) fängt ein Psychopath Frauen von der Straße, und spielt mit ihnen grausame Spiele. Was aber im genannten I SAW THE DEVIL den Puls des Zuschauers erhöht hat, ist in MANHOLE kaum der Rede wert. Die Frage nach dem Grund ist schnell beantwortet: Der Thriller ist dumm und langweilig.
 
 
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In MANHOLE – BEDROHUNG VON UNTEN verschwinden seit einiger Zeit Menschen spurlos. Unter den Vermissten viele Frauen und Kinder. Ein gravierendes Problem, was die örtliche Polizei vor Herausforderungen stellt. Weil die keine Hinweise findet, nimmt ein Vater (CHOI DEOK-MOON) das Gesetzt selbst in die Hand. Er sucht nach der verschollenen Tochter und verirrt sich bei seiner Suche in die städtische Kanalisation, wo er einem schrecklichen Geheimnis auf die Schliche kommt. Hier unter lauert das personifizierte Böse. Ein Psychopath (JEONG KYEONG-HO) hat es sich in den unterirdischen Abwasserkanälen gemütlich gemacht und lauert mit Hilfe öffentlicher Überwachungskameras ahnungslosen Opfern auf, die er später in seinen feuchten Unterschlupf entführt. Auch die taubstumme Soo-jeong (KI SAAE-RON) geht dem Killer in die Falle. Die war eigentlich gerade auf dem Heimweg, findet sich aber bald in der Höhle des Löwen wieder. Aber Rettung ist auf dem Weg. Die große Schwester (JEONG YU-MI) macht sich Sorgen und beginnt nach dem Familienmitglied zu suchen. Leider ahnt sie nicht, dass der Weg in ein Labyrinth aus dunklen Schächten führt, aus dem es kein Entkommen gibt.
 
 
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Wie man ein gutes Konzept am besten den Abfluss hinunterspült. Eigentlich besitzt MANHOLE alles, was man von einem reißerischen Horror-Thriller erwartet. So fehlt weder der geheimnisvolle Meuchler, noch schmuddelige Kulisse und schauriger Atmosphäre, die sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film zieht. Leider kommt wie so oft im Horrorfilm alles anders. Das von JAE-YOUNG SHIN inszenierte Regiedebüt hat ein Problem mit dem Erzählen einer Geschichte, denn permanente Dunkelheit und meterhohe Leichenberge allein machen aus einem einfallslosen Skript noch lange keinen guten Horrorschocker. In MANHOLE werden Menschen planlos durch eine Abwassertunnel gehetzt und treiben den Zuschauer mit nur selten nachvollziehbaren Handlungen in den Wahnsinn. Viel gesprochen wird nicht und Schicksale werden nur oberflächlich beleuchtet, was demzufolge dazu führt, dass es keine nennenswerte Charakterentwicklung gibt und die Figuren austauschbar bleiben. Mitfiebern wird da schwierig, zumal viel passiert, was keiner Logik entspricht. So schlüpft eine der Protagonistinnen zurück in die Kanalisation nachdem sie sich wieder in Freiheit befindet. Statt die Polizei zu benachrichtigen, eilt sie lieber den anderen Opfern zur Hilfe und verirrt sich erneut in einem Irrgarten aus Schächten und Gängen. So etwas ist selten dämlich.
 
 
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In MANHOLE – BEDROHUNG VON UNTEN bleibt die Spannung auf der Strecke. Zwischen dem Abhandeln von Horrorklischees (das Handy hat mal wieder keinen Empfang) und dem Abspielen immer gleicher Szenen wird Langeweile zum Launekiller. Das ist kein gutes Aushängeschild für einen Filmemacher, der in erster Linie mit angsteinflößendem Schaffen unterhalten möchte. Dennoch sollte man Erbarmen mit Regisseur JAE-YOUNG SHIN haben. Der hat mit MANHOLE das erste, eigene Drehbuch verfilmt und ist noch recht grün hinter den Ohren, was das Drehen von Filmen angeht. Zwar ist das Drehbuch mies und Gewalt gibt es nahezu kaum zu sehen, dafür punktet der Streifen auf visueller Ebene. Hektische Schnitte und ausgefallene Kamerawinkel sorgen für etwas Dynamik. Finstere Atmosphäre bewirkt unwohliges Magengefühl. Leider ist das auch schon das einzige, was hervorzuheben wäre – aber unterm Strich viel zu wenig. Wer sich nur die Perlen unter den asiatischen Genrefilmen herausfischt, sollte MANHOLE unbedingt von seiner Filmliste streichen. Das ist kein sehenswerter Streifen.
 
 
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MANHOLE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Schön gefilmter Horror-Thriller aus Südkorea, der trotz unwohliger Kulisse und unberechenbarem Babyface-Killer kaum der Rede wert ist. Letzterer hat mal wieder in der Kindheit Grausames ertragen müssen und dadurch psychischen Schaden erlitten, weshalb er sich nun eine neue Familie nach seinem Geschmack zusammenstellen möchte. Herr wirf Hirn vom Himmel, denn das sucht man hier vergebens. Täter wie Opfer verhalten sich selten dämlich und machen MANHOLE – BEDROHUNG VON UNTEN (OT: MAEN-HOL) zum Geduldsspiel. Wer Spannung braucht ist hier auf dem Holzweg. Vielmehr besteht der asiatische Genre-Streifen aus einer Aneinanderreihung immer gleicher Szenen und macht muntere Männer müde. Am besten meiden oder abschalten, denn die vergeudete Lebenszeit kann man anderweitig investieren.
 
 


 
 
 

MANHOLE – Zensur

 
 
 
Explizite Gewalt ist in MANHOLE – BEDROHUNG VON UNTEN Mangelware. Es gibt einen brennenden Körper zu sehen und einen Raum voller toter Menschen, die der Killer dort abgelegt hat, weil die Opfer nicht seinen Vorstellungen entsprachen. Weiterhin hängt ein Mädchen kopfüber in Folie eingewickelt von der Decke und ist dort qualvoll verendet. Ein anderes Opfer wird von einer Eisenstange mehrfach getroffen. Das Meiste passiert im Off oder wird nur angedeutet. Demzufolge ist MANHOLE FSK16-tauglich. Diese Freigabe hat der Streifen auch erhalten. MANHOLE – BEDROHUNG VON UNTEN ist derzeit auf NETFLIX zu sehen. Offenbar hat sich der Streaminganbieter die Rechte gekrallt.
 
 
 


 
 
 

MANHOLE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Shiver (2012)
 
Das Haus der Vergessenen (1991)
 
I Saw the Devil (2010)
 

Filmkritik: „Verjährung“ (2013)

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VERJÄHRUNG

(MONG-TA-JOO / MONTAGE)

Story

 
 
 
15 Jahre nach der Entführung und dem Tod ihrer Tochter ist Ha-Kyung (Jeong-hwa Eom) noch immer ein nervliches Wrack, das jeden Tag gegen Trauer und Zorn kämpft. Der Besuch des Kommissars Cheong-Ho verschlimmert die Situation. Er teilt ihr mit, dass die Verjährungsfrist des ungeklärten Verbrechens in wenigen Tagen abläuft und eine Strafverfolgung somit ausgeschlossen ist. Während Ha-Kyung die Jagd nach dem Täter in die eigene Hand nimmt und der besiegte Cheong-Ho seinen Job an den Nagel hängt, ereignet sich eine neue Entführung, die dem eben verjährten Fall verdächtig ähnlich sieht. Gemeinsam versuchen die Ermittler, die verzweifelte Mutter und der ehemalige Kommissar, den cleveren Verbrecher kein zweites Mal ungestraft davonkommen zu lassen.

 
 
 


 
 
 

VERJÄHRUNG – Kritik

 
 
 
Im alphabetisch sortierten Regal nimmt der koreanische „Verjährung“ seinen Platz ganz in der Nähe von Larsson-Verfilmungen à la „Verblendung“ oder „Verdammnis“ ein. Auf den ersten Blick besteht der asiatische Krimi sogar aus den selben Elementen. Ein längst verjährtes Verbrechen, an das sich höchstens die Beteiligten erinnern. Das traumatisierte Opfer, der verbissene Ermittler, der mysteriöse Täter. Was der koreanische Autor und Regisseur Geun-Seop Jeong in seinem Erstlingswerk abliefert, entfernt sich jedoch schnell von den Klischees, die von den skandinavischen Vorbildern definiert wurden. Sein Drehbuch reicht weitaus tiefer als das klassische Gut gegen Böse oder das Aufarbeiten von uralten Rachefantasien. Die Definitionen von Tätern und Opfern verschwimmen im Laufe des Films mehr und mehr, was ihn meilenweit vor die Krimis eines Jussi Adler-Olsen stellt. Jeong versteht, was einen guten Krimi ausmacht und spannt über zwei Stunden und mehrere Zeitebenen eine komplexe und unvorhersehbare Geschichte, die den Zuschauer bis zur letzten Minute und dem ausgezeichneten Finale im Dunkeln lässt.
 
 
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VERJÄHRUNG – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Wirklich gute und spannende Krimis sind im heutigen Klima zwischen der Massenware im deutschen Fernsehen und den müden Romanadaptionen der skandinavischen Bestseller nicht leicht zu finden. Aus Korea erreicht uns mit „Verjährung“ eine erfrischende und willkommene Ausnahme, die den kreativen Kopf hinter ihr zu einem neuen Talent macht, das man im Auge behalten sollte.
 
 
 


 
 
 

VERJÄHRUNG – Zensur

 
 
 
Sein respektables Maß an Spannung erreicht der Film ohne nennenswerte Gewalt und ausschließlich mit emotionalen Schlägen. In Deutschland ist der Film ab 12 Jahren freigegeben, was absolut vernünftig ist.
 
 
 


 
 
 

VERJÄHRUNG – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Edel:Motion / Edel Germany

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mong-ta-joo; Südkorea 2013

Genre: Action, Thriller

Ton: Deutsch DTS HD MA 5.1, Koreanisch DTS HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 116 Min.

FSK: FSK 12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Making Of

Release-Termin: 01.05.2015

 

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VERJÄHRUNG – Trailer

 
 


 
 
 

Timo Löhndorf

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Ähnche Filme:
 
Confession of Murder (2012)
 
Voice of a Murderer (2007)
 
No Mercy (1986)