Filmkritik: „The Haunting Of Sharon Tate“ (2019)

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THE HAUNTING OF SHARON TATE

Story

 
 
 

Die hochschwanger SHARON TATE wird von schrecklichen Träumen geplagt, in denen Sie den eigenen Tod kommen sieht. Alles nur Einbildung oder doch drohendes Unheil?

 
 
 


 
 
 

THE HAUNTING OF SHARON TATE – Kritik

 
 
 
Der Sommer 1969 schockierte ein ganzes Land. Am 9. August genannten Jahres zogen Mitglieder einer rassistischen Sekte los, um in den Hollywood Hills ein grausames Verbrechen auszuüben, das selbst heute noch Schauer verursacht. Im Fokus: Die damals hochschwangere Frau von Kult-Regisseur ROMAN POLANSKI. Sie galt zu ihrer Zeit als eine der schönsten Frauen der Welt und als Stilikone der Swinging Sixties. Leider wurde ihr der Erfolg zum Verhängnis. Zusammen mit einigen Freunden wurde sie von Anhängern der Hippie-Kommune MANSON FAMILY ermordet, die von Psychopath CHARLES MANSON gegründet und geleitet wurde. Kontroverser Stoff, der offenbar auch heute noch für so einige Regisseure von Interesse ist, um ihn kommerziell ausschlachten zu können. Zu einem dieser Filmemacher gehört DANIEL FARRANDS. Der war schon an so einigen Horrorfilm-Produktionen beteiligt und scheint ein großes Herz für Genre-Ware zu besitzen. So schrieb er nicht nur das Drehbuch zu HALLOWEEN 6 und HAVENHURST. Auch als Produzent bewies er den richtigen Riecher und finanzierte so Horrorfilme wie HAUS DER DÄMONEN oder AMITYVILLE – THE AWAKENING mit. Dass bei so viel Liebe zum Horror auch THE HAUNTING OF SHARON TATE jene Schiene bedient, verwundert wenig. Statt einen informativen Tatsachenbericht über die Manson Morde abzuliefern, werden eher niedere Instinkte befriedigt. Damit tritt man in die gleichen Fußstapfen, wie der ähnlich gelagerte WOLVES AT THE DOOR. Auch dort wurde der Kriminalfall für einen Horrorthriller missbraucht, um möglichst detailreich das Ableben der Opfer zeigen zu können. Das ist irgendwie den Opfern und Angehörigen pietätlos gegenüber.
 
 
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Die Frau von Regisseur ROMAN POLANSKI ist im neunten Monat schwanger. Leider befindet sich der Gatte bei Dreharbeiten in London, weshalb sich SHARON TATE (gespielt von HILARY DUFF) in das gemeinsam angemietete Haus über den Hügeln Hollywoods zurückgezogen hat und sich dort mit Freunden die Zeit vertreibt. Leider erlebt die attraktive Sharon bald den Horror auf Erden. Sie wird von schrecklichen Albträumen und Visionen geplagt, in denen sie den eigenen Tod und den der Freunde voraussieht. Als wäre das nicht schon schaurig genug, fühlt sich die junge Frau auch noch verfolgt. Ein Fremder dringt in das Anwesen ein und hinterlässt Tonaufnahmen mit satanistischen Versen. es Sharon da mit der Angst bekommt ist verständlich. Leider will niemand der Freunde Glauben schenken. Die führen die plötzlichen Panikattacken auf die Schwangerschaft zurück. Eine Fehlinterpretation – wie sich bald herausstellen wird. Da klopft es plötzlich an der Tür und einige Fremde meinen es nicht gut mit der aufgebrachten Feiergesellschaft.
 
 
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Mittlerweile muss man mit einer gesunden Skepsis an Filme herangehen, die Themen aufgreifen, welche sich tatsächlich ereignet haben. So auch bei THE HAUNTING OF SHARON TATE. Der Film suggeriert dem Publikum nämlich, dass Kult-Schauspielerin SHARON TATE vor ihrem Tod schreckliche Visionen vom eigenen Ableben durchlebt hat. Das ist dreiste Blendung am Zuschauer, denn die Schwester der Ermordeten beteuerte in Interviews, dass es derartige Vorhersehungen in keinster Weise gegeben haben soll. Doch bei dieser Falschaussage soll es nicht bleiben. Neben wüsten Verschwörungstheorien, die hier beinahe ungeniert ins Drehbuch geschrieben wurden, ist es vor allem auch Filmemacher ROMAN POLANSKI, der eine Menge einstecken muss. Der wird zwar von keinem Schauspieler im Film verkörpert, ist aber dennoch ziemlich oft Thema. So wird er als ignoranter Ehepartner im Film beschrieben, der sich einen Deut um seine Gattin schert und sich stattdessen mit anderen Frauen vergnügt. Das ist irgendwie unverschämt.
 
 
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Doch THE HAUNTING OF SHARON TATE vermittelt nicht nur ein falsches Bild von Vorfällen und Opfern. Der Streifen kann sich auch nicht entscheiden, was er denn nun eigentlich sein will. Regisseur, Drehbuchautor und Produzent DANIEL FARRANDS vermischt hier Tatsachenberichte mit Mystery und Horrorelementen. Das Resultat ist verwirrend. Da träumt Filmfigur SHARON TATE vom eigenen Tod und ist plötzlich ihren Peinigern einen Schritt voraus. Sie überwältigt die Täter und bringt sie mit ihren Freunden um die Ecke, nur um in der folgenden Szene plötzlich doch von der Polizei tot aus dem Vorgarten herausgetragen zu werden. Abschließende Wort über Schicksal und Vorhersehung geben keinen Aufschluss und lassen das Publikum ratlos vor der Glotze zurück. Da stellt sich zu Recht die Frage, was uns Initiator DANIEL FARRANDS mit seinem doch ziemlich einfältigen THE HAUNTING OF SHARON TATE sagen wollte. Weil ein Regie-Audiokommentar auf der Blu-ray und DVD-Veröffentlichung fehlt, dürfte man als Zuschauer wohl nur spekulieren können.
 
 


 
 
 

THE HAUNTING OF SHARON TATE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Zum 50. Jahrestag der Manson-Morde folgt ein weiterer Film über die Ereignisse, den man aber nicht ernst nehmen kann. Was dem Zuschauer hier vermittelt wird, ist haarsträubend. Unter dem Deckmantel eines schockierenden Kriminalfalls, der sich in den 1960er Jahren tatsächlich in Amerika abgespielt hat, wird hier Wahrheit mit Fiktion vermischt. Das Resultat ist ein Horrorthriller, der zum Ende hin äußerst wirr anmutet und auch noch ins Esoterische abdriftet. Einzig der bedrohliche Score von FANTOM in Kombination mit der soliden Kameraarbeit von CARLO RINALDI retten THE HAUNTING OF SHARON TATE vor dem völligen Untergang. Im Strudel aus totgefilmten Jump-Scares und komischen Handlungsverläufen tut dann auch Sängerin und Ex-Disney-Vorzeigesternchen HILARY DUFF leid. Nach kleiner Schauspielabstinenz meldet die sich mit einem kontroversen Horrorthriller zurück, der gerade wegen seiner reißerischen Zurschaustellung tatsächlich geschehener Ereignisse und unnötiger Falschaussagen von Kritikern und Publikum verrissen wurde. Duff verkörpert im Film die schwangere SHARON TATE und spielt die von Albträumen geplagte und paranoid werdende Frau Polanskis glaubhaft. Dennoch ein Kampf gegen Windmühlen. THE HAUNTING OF SHARON TATE ist unnötig und auch nicht sonderlich spannend. Ein paar Gewaltszenen gehen dann aber doch etwas zu weit – zumindest für die von der FSK attestierte Freigabe ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE HAUNTING OF SHARON TATE – Zensur

 
 
 
Wenn die Sektenmitglieder unzählige Male auf ihre Opfer einstecken, ist das doch schon sehr hart anzusehen. Da wundert es schon etwas, dass THE HAUNTING OF SHARON TATE hierzulande ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben wurde. Offenbar hatte die FSK einen guten Tag und ließ den Film passieren.
 
 
 


 
 
 

THE HAUNTING OF SHARON TATE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) UNIVERSUM FILM (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Haunting of Sharon Tate; USA 2019

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailershow, Trailer, Interviews

Release-Termin: 10.05.2019

 

The Haunting of Sharon Tate [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE HAUNTING OF SHARON TATE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei UNIVERSUM FILM )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wolves at the Door (2016)
 
The Manson Family (2003)
 
Once Upon a Time… in Hollywood (2019)
 
Helter Skelter – Die Nacht der langen Messer (1976)
 

Filmkritik: „Haus der Todsünden“ (1976)

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HAUS DER TODSÜNDEN

(HOUSE OF MORTAL SIN | THE CONFESSIONAL MURDERS)

Story

 
 
 

Jenny (Susan Penhaligon) ist jung, hübsch und verfügt über einen, nun ja, nicht gerade strengen Moralkodex. Nachdem sie ihren alten Freund Bernard trifft, der zwischenzeitlich zu Gott gefunden und sogar die Priesterweihe erhalten hat, denkt sie über Religion nach. Passt gut, verlässt sie doch gleich ihr Lover Terry. Jenny möchte bei Bernard beichten gehen. Leider hat der ältere Priester Meldrum (Anthony Sharp) Dienst. Er nimmt ihr die Beichte ab und dreht anschließend ordentlich am Rad. Eine schiere Besessenheit von der jungen Frau packt den Gottesmann. Erpressung mit Jennys auf Tonband aufgenommener Beichte ist da noch das harmloseste Vergehen, da der Pfarrer zu einem ausgewachsenen Slasher mutiert, dessen Mord-Arsenal immer einen Kirchenbezug hat. Giftige Hostien oder ein geschwungener Weihrauchkessel kommen zum irren Einsatz.

 
 
 


 
 
 

HAUS DER TODSÜNDEN – Kritik

 
 
 
Nicht erst im schleimigen Glanze der ständig aktuellen Skandale um sexuell ausgebeutete kleine Bübchen ist Kritik an der Katholischen Kirche angebracht. Der nach eigener Einschätzung heilige Moloch aus Rom ist seit zweitausend Jahren das finanzstärkste Unternehmen des Planeten und geht im Namen seines absoluten Machterhalts und der Deutungshoheit über einen Großteil der weltweit religiös engagierten Menschlein buchstäblich über Leichen. Politik, Dominanz, Krieg. Wenn es der Organisation nützt, werden auch ganz und gar nicht fromme Herrscher der weltlichen Fraktion gefördert. So weit, so brachial-banal. Kirchenkritische Filme gibt es ähm, Gottseidank, fast seit Anbeginn der Kinowirtschaft. Das Spektrum ist breit gefächert, reicht zum Beispiel von Luis Bunuels karriereumspannender Prügel für den Klerus über beinahe körperlich schmerzende Leinwand-Exzesse wie Pier Paolo Pasolinis „Salo – Die 120 Tage von Sodom“ (1975) oder Ken Russels „Die Teufel“, vier Jahre davor bis hin zu derben Quatsch-Komödien aus – eigentlich pervers – stramm katholischen Ländern wie Italien oder Spanien. Mit „Haus der Todsünden“ betritt 1975 niemand Geringeres als der Brite Pete Walker die Bühne des cinematischen Anprangerns kommerziell organisierter Religionen. …und das tut er auf seine ganz eigene Weise.
 
 
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Peter Walker, 1939 in Brighton geboren, ist während seiner Schaffenszeit, 1968 bis 1983, so etwas wie die Exploitation-Geheimwaffe des britischen B-Films. Zielsicher und einsetzbar an jedem Schauplatz. Kaum eine Sparte des grellen Bahnhofskinos, die nicht mit ätzenden Juwelen aus der Hand dieses boshaft-zynischen Regisseurs beschenkt worden wäre. Eindeutig britisch kommt sein Stil daher. Grundsätzlich. Deprimierende, graue Außenaufnahmen trister englischer Stadtpanoramen, seltsame, völlig in ihrer Zeitepoche verhaftete Figuren, von denen niemand wirklich komplett sympathisch gezeichnet ist und plötzliche Ausbrüche von über die Lächerlichkeit der menschlichen Tragödie spottender Brutalität zeichnen das Oeuvre Peters des Großen aus.
 
 
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In Pete Walkers an Höhepunkten nicht armer Filmografie leuchten herausragende Werke wie der fiese Vorstadt-Kannibalismus-Klassiker „Frightmare“ (1974) oder schräge Erotik-Trasher á la „The Four Dimensions of Greta“ (1972) und der hierzulande brillant betitelte „Der Porno-Graf vor Schweden“ (1969), harr, harr. Für seinen letzten Film, die 1983 erschiene Spaß-Horrorschau „Das Haus der langen Schatten“ versammelt er sogar die rüstige Gruselfilm-Altstar-Gang Vincent Price, Christopher Lee, Peter Cushing und John Carradine vor der Kamera. Seine größten Momente hat Pete Walker, wenn er mit dem Drehbuchautor David McGillivray zusammenarbeiten kann. Der ist auch nicht minder menschenfeindlich bei der Sache. Regisseur und Autor ergänzen sich derart kongenial, dass wahre Glücksfälle entstehen können. „Haus der Todsünden“ ist ein solcher Glücksfall. McGillivray bekommt als Ausgangsbasis eine Story aus der Feder Walkers vorgelegt und verwandelt die in ein Skript, bereit für Walkers Verfilmung. Da ist Gedankenübertragung in beide Richtungen am Werk – künstlerisch ideal. Im Bonusmaterial des nun erhältlichen Mediabooks aus dem Hause Wicked Vision findet sich ein Gespräch McGillivrays mit dem unverwüstlichen englischen Horror-Kenner Kim Newman.
 
 
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Die dem „Haus der Todsünden“ zu Grunde liegende Kurzgeschichte Walkers ist geprägt von persönlichen Eindrücken und entsprechend wütend geschrieben. Man kann den Groll des desillusionierten Katholiken im Regisseur deutlich herauslesen. Daher ist Susan Penhaligon – für Pete-Walker-Verhältnisse – in der Hauptrolle auch erstaunlich positiv angelegt. Anthony Sharps hervorragend gespielter Gaga-Priester ist eine regelrechte Verkörperung der Verlogenheit und Zielstrebigkeit von Mutter Kirche. Ein „der Zweck heiligt die Mittel“ personifiziert in der Gestalt eines einzelnen, Vernunft und Mitgefühl gleichermaßen unterdrückenden Würdenträgers im Auftrag des Herrn, dem aber die Realität längst zwischen den Fingern durchgeronnen ist. Der bereits erwähnte Berufswahnsinnige Ken Russell, dessen noch heute viel-zensierter „Die Teufel“ jedem englischsprachigen Film-Provokateur nach 1971 ein Vorbild gewesen sein muss, wirkt von Sharps Performance inspiriert. In seinem 1984 erschienen Schmier-Thriller „China Blue – Bei Tag und Nacht“ quält der verrückte Pfarrer Peter Shayne (Anthony Perkins, natürlich ebenso top wie over-the-top) seine Opfer zum Beispiel mit messerscharfen Dildos. Parallelen, auch im Spiel der beiden Anthonys, sind deutlich.
 
 


 
 
 

HAUS DER TODSÜNDEN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
„Haus der Todsünden“ ist ein späterer und ungewöhnlich persönlicher (man höre sich seinen Audiokommentar an) Film eines der wenigen noch lebenden Exploitation-Zauberer und natürlich ein toller zweiter Eintrag in die Pete-Walker-Collection, welche das Label Wicked Vision nun ins Leben gerufen hat. Ein Projekt, von dem man sich Komplettismus wünschen möchte. Zur makellosen Ausstattung der Mediabook-Veröffentlichung kommt die mutige und ungemein begrüßenswerte Entscheidung des Labels, die unvermeidliche deutsche Audiokommentar-Spur mal von anderen als den üblichen zweieinhalb Wichtigtuern des heimischen Marktes einsprechen zu lassen. Der gute Rolf Giesen war dazu schon eine Autorität auf dem Gebiet des Phantastischen Films als man für solcherlei Passionen hierzulande noch quasi-öffentlich für geistesgestört gehalten wurde. Herausragendes Mediabook.
 
 
 


 
 
 

HAUS DER TODSÜNDEN – Zensur

 
 
 
Die damaligen deutschsprachigen VHS-Veröffentlichungen vom Anbieter VMP waren ungekürzt. Eine dieser erhielt sogar in der ungeschnittenen Fassung eine FSK18. „Haus der Todsünden“ wurde 1984 von der BPjM indiziert. Erst im Jahre 2009 wurde die Indizierung aufgehoben. Das Label Wicked Vision hat den Streifen nun erneut im Mediabook veröffentlicht – erstmalig sogar auf DVD und Blu-ray. Die Veröffentlichung ist zwar ungeprüft, aber ebenso ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

HAUS DER TODSÜNDEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) WICKED VISION MEDIA (Mediabooks)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: House of Mortal Sin; Großbritannien 1976

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Mono), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.66:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 104 Min.

FSK: ungeschnittene, ungeprüfte Fassung

Verpackung: 3 verschiedene Mediabooks

Extras: 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Jonathan Rigby, Audiokommentar mit Regisseur Pete Walker und Jonathan Rigby, Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen, Dr. Gerd Naumann und Matthias Künnecke, Featurette: „Sheila Keith – Eine nette alte Frau?“, Interview mit Pete Walker, „House of Walker“: David McGillivray & Kim Newman über „Das Haus der Todsünden“, Bildergalerie, Originaltrailer

Release-Termin: 29.03.2019

 

Haus der Todsünden (Mediabook Cover A) auf AMAZON kaufen

Haus der Todsünden (Mediabook Cover B) auf AMAZON kaufen

Haus der Todsünden (Mediabook Cover C) auf AMAZON kaufen

 
 
Anbieter Wicked Vision feiert die HD-Premiere von „Haus der Todsünden“ mit drei Mediabooks und veröffentlicht den Streifen in der Pete-Walker-Collection Nr. 2. Jedes der Bücher besitzt ein anderes Cover-Motiv und ist streng limitiert. Darüber hinaus wurde die Veröffentlichung mit ausführlichem Bonusmaterial ausgestattet. Neben diversen Audiokommentaren, einem Interview mit Pete Walker sowie weiteren Featurettes liegt ein 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Jonathan Rigby bei. Natürlich ist diese Veröffentlichung von „Haus der Todsünden“ ungeschnitten. Sammler greifen schnell zu, denn lange wird es diese Mediabooks wegen der hohen Nachfrage nicht geben.

 
 
 


 
 
 

HAUS DER TODSÜNDEN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei WICKED VISION MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Teufel (1971)
 
China Blue – Bei Tag und Nacht (1984)
 
Killer Nun (1979)
 

Filmkritik: „Body at Brighton Rock“ (2019)

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BODY AT BRIGHTON ROCK

Story

 
 
 

Frau gegen Natur: Die Mitarbeiterin eines Nationalparks verläuft sich im Wald und muss eine ganze Nacht dort verweilen, bis Hilfe eintrifft. Da werden wenige Stunde zu einer gefühlten Ewigkeit, weil die Fantasie der Hauptdarstellerin boshafte Streiche spielt.

 
 
 


 
 
 

BODY AT BRIGHTON ROCK – Kritik

 
 
 
Es gibt Regeln, die gilt es zu befolgen – nicht nur im Horrorfilm. Eine derer erlernt man bereits im Kindesalter. Da wird immer wieder davon gepredigt, dass man bei Waldspaziergängen besser nicht vom Wegesrand abkommt, um sich nicht zu verlaufen. Eine wichtige Regel, die im Thriller BODY AT BRIGHTON ROCK missachtet wird. Die Strafe folgt auf dem Fuß. Für den cineastischen Denkzettel zeichnet ROXANNE BENJAMIN. Die scheint eine Leidenschaft für Horror-Anthologien zu besitzen, hatte sie bei jeder wichtigen Kurzgeschichtensammlung der letzten Jahre ihre Hände mit ihm Spiel, die im Horrorfilm-Bereich Erfolg verbuchen konnte. So drehte sie nicht nur Segmente für SOUTHBOUND und den ausschließlich von Frauen inszenierten XX. Auch als Produzentin verdiente sich die Filmemacherin und verhalf so Kult-Horror wie V/H/S und V/H/S 2 zu Ruhm. Mit BODY AT BRIGHTON ROCK muss sie nun unter Beweis stellen, dass sie auch mehr als Episoden für Horror-Anthologien kann. BODY AT BRIGHTON ROCK ist der erste Langfilm der Regisseurin und geht in eine andere Richtung. Statt grafischen Horror auf die Leinwand zu bringen, ergründet die Regisseurin menschliche Ängste. Deftige Schocks und grausame Gewalt haben Sendepause. Dafür wird es leise, zurückhaltend und psychologisch. Ob der Richtungswechsel eine gute Entscheidung war.
 
 
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Als frisch ausgebildete Mitarbeiterin des Nationalparks Brighton Rock hat man es nicht leicht. Man muss immer pünktlich auf der Arbeit erscheinen und stets höflich seinen Vorgesetzten gegenübertreten. Etwas, mit dem Wendy (KARINA FONTES) so ihre Probleme hat. Die hat zwar bisher wenig Erfahrung in ihrem Beruf sammeln können, will aber allen zeigen, dass sie auch anspruchsvolle Aufgaben bewältigen kann. Sie tauscht einfach den zugeteilten Aufgabenbereich mit einer Mitarbeiterin, sodass letztere in Ruhe mit einem Kollegen flirten kann. Eine Fehlentscheidung, wie sich bald herausstellen wird. Wendy muss nämlich in die Wälder, um dort ein paar Informationsblätter auszutauschen. Eigentlich eine nicht sonderlich schwere Arbeit, würde unsere Heldin nicht so leichtfertig mit ihren Arbeitsutensilien umgehen. Sie verliert nämlich schnell die Orientierung, weil sie ihre Parkkarte verloren hat. So läuft Wendy immer tiefer in den Park hinein und weiß bald nicht mehr wo sie ist. Da ist guter Rat teuer, zumal die junge Frau auch noch auf eine Leiche trifft, die hier wohl schon längere Zeit liegen muss. Gott sei Dank wurde ein Funkgerät eingepackt. Mit dem fordert sie Hilfe an. Die Sache hat nur einen Haken. Bis man die Position geordert hat und eintreffen wird, wird die Nacht hereingebrochen sein. Deshalb will man mit der Suche bis zum nächsten Morgen warten. Eine Tatsache, die von unserer unsicheren Hauptdarstellerin einiges abverlangt. Kaum sieht man die Hand vor Augen nicht, bekommt es Wendy mit der Angst zu tun. Offenbar ist die junge Dame nicht allein in den Wäldern. Da wird aus einem verängstigten Reh plötzlich eine mutige Kampfamazone. Respekt!
 
 
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Survival-Thriller mit Verwirrungstaktik. BODY AT BRIGHTON ROCK deklariert mal wieder Urängste zum Mittelpunkt. Da werden Themen wie Angst vor der Dunkelheit, Orientierungslosigkeit und Furcht vor dem Unbekannten in den Fokus gerückt, damit eine verzweifelte Protagonistin über sich hinauswachsen kann. Die erlebt hier die Lektion ihres Lebens und muss eine Nacht voller Terror überstehen, die immerhin den Mut der verschreckten Heldin fordert. Da lassen schaurigen Legenden die Fantasie durchgehen, welche davon berichten, dass es in der Gegend spuken soll. Aber auch Mutter Natur macht es der Heldin nicht leicht. Letztere sieht sich plötzlich mit einem Grizzly konfrontiert, der offenbar seit Tagen nichts mehr gefressen hat. Aber damit soll es nicht enden. Auch ein Fremder schleicht sich unerwartet an und entfacht eine Aura des Bösen. Was der hier mitten in der Wildnis im Schilde führt? Erfahrene Filmkenner haben da gleich den Klassiker BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE im Gedächtnis.
 
 
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BODY AT BRIGHTON ROCK versucht den Zuschauer an der Nase herumzuführen in dem er einfach verschiedene Genre-Rezepturen vereint. Da werden mehrere Richtungen eingeschlagen, die lang offen lassen, worauf der Film eigentlich hinauswill. Das Regie-Debüt von ROXANNE BENJAMIN lässt sich nicht unbedingt in eine Schublade stecken. Der Überlebensthriller streift Zombie-, Tier-Horror und Geisterstreifen, rückt aber am Ende erst mit der Sprache heraus, was sich hier nun wirklich ereignet. Das lässt den Film hervorstechen, weil er sich so souverän gegen Genre-Konventionen auflehnt. Demzufolge ist BODY AT BRIGHTON ROCK auch nichts fürs Massenpublikum. Der Streifen richtet sich eher an jene, die gern mutiges Indie-Kino sehen wollen, das sich weg von den Produktionen großer Studios bewegt. Dort wird viel zu oft das gedreht, was von der Allgemeinheit einfach verstanden und schnell konsumiert werden kann. Mit sowas gibt sich das Multitalent ROXANNE BENJAMIN nicht zufrieden. Die dreht und produziert das, was sie gern sehen möchte und nicht andere. So sollte es öfters sein.
 
 


 
 
 

BODY AT BRIGHTON ROCK – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Eine Geschichte, die seine Protagonistin dabei begleitet ihre Ängste zu überwinden. BODY AT BRIGHTON ROCK ist einer dieser Filme, die mit der Wahrnehmung seiner Figuren spielen. Was ist hier real und was spielt sich nur im Kopf der Charaktere ab. Mit genauer jener Frage hält sich dieser Survival-Thriller über Wasser für den sich Regisseurin ROXANNE BENJAMIN von den Büchern des CHRISTOPHER PIKE inspirieren ließ. BODY AT BRIGHTON ROCK erzählt nicht nur von einer mutigen Frau, die über sich hinauswächst, sondern verbeugt sich auch gleich mal von den glorreichen 1980ern. Allein das macht den Streifen schon sympathisch – auch, wenn am Ende so einige Fragen offen bleiben und die Hauptfigur doch etwas blass hinter der zugegebenermaßen interessant zusammengeflickten Geschichte bleibt.
 
 
 


 
 
 

BODY AT BRIGHTON ROCK – Zensur

 
 
 
BODY AT BRIGHTON ROCK hat kaum Gewaltmomente zu bieten. Man bekommt kurz eine Leiche zu sehen, die schon längere Zeit auf dem Waldboden liegt. Weiterhin fällt ein Mann von einem Felsen und ein Grizzly verwundet unsere Heldin am Fuß. BODY AT BRIGHTON ROCK dürfte ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

BODY AT BRIGHTON ROCK – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Magnet Releasing)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Desolation (2017)
 
Backcountry – Gnadenlose Wildnis (2014)
 
Girl in Woods (2016)
 
Borderline (2017)
 
The Ritual (2017)
 

Filmkritik: „St. Agatha“ (2018)

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ST. AGATHA

Story

 
 
 

Eine schwangere Frau erlebt in einem abgelegenen Kloster die Hölle auf Erden. Mit der hier lebenden Schwesternschaft ist nicht zu spaßen, denn wer hier Zuflucht sucht, hat nach ganz eigenen, grausamen Regeln zu leben.

 
 
 


 
 
 

ST. AGATHA – Kritik

 
 
 
Nonnen im Genre-Kino. Da schwant alteingesessenen Horrorfilmkennern Schlimmes. Dass nicht ohne Grund, sind doch christliche Ordensgemeinschaften im Horrorfilm eng mit so Themen wie Exorzismus, Besessenheit und Dämonologie verwachsen, die in der Vergangenheit beinahe schon inflationär im Genre verwendet wurden. Da erfreut es zu sehen, dass ausgerechnet DARREN LYNN BOUSMAN was anderes ausprobiert. Der ist eigentlich für härtere Filmkost bekannt und hat sich mit den Regiearbeiten zu SAW 2-4 ein Denkmal gesetzt. Wer die gesehen hat, weiß dass hier vor allem der Fokus auf möglichst perfide Gewalt lag. Von der distanziert sich der Regisseur nun mit ST. AGATHA. Eine Wende, die bereits in der Vorgängerarbeit ABATTOIR eingeschlagen wurde. Interessanterweise beweist Bousman auch darin Talent und versucht sich im Nonnen-Horror ST. AGATHA vermehrt in Sachen psychologischer Gewalt. Statt grafisch vor der Linse Gliedmaßen abzutrennen oder Körper zerschneiden zu lassen, versucht er im hier vorgestellten Genrefilm seine Opfer psychisch zu brechen. Damit tritt ST. AGATHA in ähnliche Fußstapfen, wie der kürzlich besprochene GHOSTLAND. Gar nicht mal so übel!
 
 
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Die Wege Gottes sind oft unergründlich. Das muss auch die attraktive Mary erfahren, die das Glück nicht gepachtet hat. Die hat unter tragischen Umständen den jüngeren Bruder verloren und trägt nun auch noch ein Kind im Leib, das so nicht geplant war. Eigentlich keine große Sache, wäre da nicht die Tatsache, dass der Kindesvater ein hinterlistiger Betrüger ist, der der werdenden Mutter rein gar nichts bieten kann. Für die Mittellose ein Grund sich in die Hände Gottes zu begeben. Sie erhält die Adresse eines abgelegenen Klosters, das alleinstehenden schwangeren Frauen Zuflucht bietet. Doch das Frauenhaus entpuppt sich bald als Vorhof zur Hölle. Hier führt Mutter Oberin (CAROLYN HENNESY) ein hartes Regime, das die gestrandeten Frauen vor Angst erzittern lässt. Wer den Regeln nicht folgt, wird bestraft – bitter und grausam. Ein großes Problem für die unwissende Mary. Die ahnt schnell, dass diese Schwesternschaft nicht ehrenhaft handelt. Deshalb gerät sie schnell in den Fokus der Obernonne, die ein talentiertes Händchen dafür hat, rebellische Neuankömmlinge zu brechen.
 
 
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Der Meister blutiger Bilder ist zurück und kann auch überraschend anders. DARREN LYNN BOUSMAN bezeichnet ST. AGATHA selbst als Nunsploitation, was dahingehend aber nur bedingt richtig ist, weil der Film – bis auf eine kurze Einstellung – keinerlei Sex zeigt. Sein neuer Streich ist eine Mischung aus diversen Subgenres des Horrorkinos. So bedient sich der Regisseur von Elementen aus Sektenfilmen, Psychothrillern, Folterfilmen und reißerischen Frauengefängnis-Streifen. Letztere feierten vor allem in den 1970ern Dank so Exploitationkrachern wie ILSA – SHE WOLF OF THE SS oder DAS HAUS DER PEITSCHEN zweifelhafte Erfolge. Natürlich ist ST. AGATHA nicht annähernd aus deren Holz geschnitzt. CAROLYN HENNESY geht zwar als Mutter Oberin im Film mit aller Härte gegen ihre Schützlinge vor und kennt beim Bestrafen weder Gnade noch Erbarmen; Bousman verzichtet aber weitestgehend auf reißerisch zelebriertes Erniedrigen seiner hilflosen Oper und aktiviert stattdessen das Kopfkino des Zuschauers, in dem er nur kurz andeutet oder die grausamen Bestrafungsmethoden im Off abhandelt. Das funktioniert dahingehend ganz gut, weil so mehr Raum für subtile Angstmacherei bleibt. So wird gern mal in der Horror-Klischee-Kiste gekramt, um unheilvolle Stimmung zu erzeugen. Da poltert es ungewöhnlich laut im Obergeschoss, Türen und Treppen knarren und mysteriöses Flüstern erzeugt zusammen mit dem düsteren Set gern mal wohlige Schauer. Schnell entsteht so eine ungemütliche und angespannte Atmosphäre, die zusätzlich durch die Anwesenheit des Filmbösewichts verstärkt wird. Das bereichert den Horrorthriller ungemein.
 
 
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Leider ist nicht alles Gold, was glänzt. Der Nonnen-Grusler hat auch mit vielen Ungereimtheiten zu kämpfen. So bleiben am Ende viele Fragen offen. Woher kommen die geheimnisvollen Stimmen im Keller? Wer ist die Dame im Dachboden, die ständig für lautes Poltern sorgt? Und welche Rolle spielt ein zwielichtiger Priester, der von den Nonnen regelmäßig Geld erhält? Offenbar sind sich da zu viele Drehbuchschreiber in die Quere gekommen und haben den Überblick verloren. Vier Autoren sollen am Skript gearbeitet haben, was dahingehend grotesk anmutet, weil ST. AGATHA dann doch reichlich konventionell und nicht sonderlich tiefgründig abgehandelt wird. Vermutlich brauchte die Filmheldin einen Feinschliff. In Form von zwanghaft eingebundenen Rückblenden erhält die mehr Tiefgang. Darin wird erklärt, was Mary dazu getrieben hat sich in die Hände eines ominösen Klosters zu begeben und wie es zu der ungewollten Schwangerschaft gekommen ist. Weil die wahllos eingefügten Rückblenden gern mal den Spannungsbogen ausbremsen und nicht unbedingt wichtig für das Verständnis der Handlung sind, entpuppen sie sich schnell als Störfaktor in einem sonst gar nicht mal so üblen Horrorfilm. ST. AGATHA gehört daher neben den SAW-Filmen zu den besten Arbeiten, die Regisseur DARREN LYNN BOUSMAN bisher hervorgebracht hat. Mal schauen, wie es in Zukunft mit dem Filmemacher weitergehen wird.
 
 
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ST. AGATHA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Wenn Nonnen hinter düsteren Klosterwänden gequält, eingeschüchtert und gebrochen werden. Der neue Film von Regisseur DARREN LYNN BOUSMAN ist ein gemeines Stück Horrorkino, das vor allem von seiner beunruhigenden Atmosphäre lebt, die durch ein schauriges Set und einen skrupellosen Oberbösewicht bewirkt wird. ST. AGATHA erinnert stark an die Frauengefängnis-Streifen der 1970er, wo so polarisierende Filme wie ILSA – SHE WOLF OF THE SS oder DAS HAUS DER PEITSCHEN zweifelhafte Erfolge feierten. Darin wurden (meist weibliche) Gefangene von einem Oberschurken aus Freude misshandelt und erniedrigt. Das ist auch in ST. AGATHA Programm, nur mit dem Unterschied, dass Bousman dann doch etwas zurückhaltender die Bestie Mensch thematisiert. Der eher sonst für deftiges Gewaltkino bekannte Filmemacher geht es diesmal etwas subtiler an und setzt vermehrt auf düstere Kulissen und ungemütliche Stimmung. Die fürs Genre-Kino beliebten Schauwerte spielen hier eine untergeordnete Rolle. Stattdessen wird auf psychologische Gewalt gesetzt. Funktioniert ganz gut. ST. AGATHA ist ein stimmungstechnisch und handwerklich souverän inszenierter Thriller, der aber mit Drehbuchschwächen zu kämpfen hat. Wer daher nicht zu viel erwartet, dürfte unterm Strich kurzweilig unterhalten werden.
 
 
 


 
 
 

ST. AGATHA – Zensur

 
 
 
ST. AGATHA mach eher von psychischer Gewalt Gebrauch. Einige Gewaltszenen gibt es aber. So fällt eine der Filmfiguren in eine Bärenfalle, einer anderen wird die Zunge abgeschnitten. Weiterhin wird eine Protagonistin mit einer abgetrennten Nabelschnur (!) erdrosselt und andere sterben durch einen Rattengift-Cocktail. Hierzulande dürfte es für den Film eine FSK16 geben. SPLENDID FILM wird den Streifen im Mai 2019 in Deutschland veröffentlichen.
 
 
 


 
 
 

ST. AGATHA – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Uncork’d Entertainment | Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die unbarmherzigen Schwestern (2002)
 
The Nun (2018)
 
The Bad Man (2018)
 
Ghostland (2018)
 

Filmkritik: „Rust Creek“ (2018)

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RUST CREEK

Story

 
 
 

Eine Studentin gerät an widerwärtige Hillbillies, die so gar keine Manieren kennen und der jungen Frau nach dem Leben trachten.

 
 
 


 
 
 

RUST CREEK – Kritik

 
 
 
Schöne Landschaft, aber skrupellose Leute: In manchen ländlichen Gegenden der USA herrscht ein rauer Ton – zumindest, wenn es nach so einigen Filmschaffenden geht. Dort leben gern mal jene, die sich von der Regierung vergessen fühlen und deshalb ihre eigenen Gesetzen schaffen. Das ist kassenträchtiger Stoff, den man gern für Horrorfilme nutzt. Darin wird der Zuschauer bevorzugt in ärmere Gegenden Amerikas entführt, wo deren sozial und finanziell schwachen Einwohner es nicht selten gut mit durchreisenden Städtern meinen. Letzteren schwant in dieser Art von Filmen Böses. Die geraten in die Fänge kompromissloser Hillbillies und müssen am Ende ums Überleben kämpfen, während der Rest der Gemeinde stillschweigend zusieht und nichts nach Außen dringen lässt.
 
 
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Terror hinter der Fassade idyllischer Provinz ist ein Thema, mit dem sich auch der Thriller RUST CREEK beschäftigt. Der Streifen ist zwar kein lupenreiner Horrorfilm, was aber nicht bedeuten soll, dass der Film nicht minder unangenehm ist. Darin muss eine College-Studentin eine Lektion in Sachen Überleben machen. Die hat ein wichtiges Vorstellungsgespräch und macht sich auf den Weg nach Washington D.C., um dort den nächsten Karrieresprung abzusichern. Doch die Straßen auf dem Highway sind nicht frei, weshalb Sawyer (HERMIONE CORFIELD) beschließt eine Abkürzung über die Dörfer Kentuckys zu nehmen. Keine gute Idee, denn bald hat sie das Interesse zweier Provinzler auf sich gelenkt, die der Durchreisenden ungefragt auf die Pelle rücken. Die kann sich verletzt in die Wälder flüchten und muss nun einen Weg zurück in die Zivilisation finden. Leider sind ihre Verfolger ziemlich hartnäckig. Die verfolgen die Flüchtige und entfachen dadurch einen Strudel von Umständen, der das Nervenkostüm des Publikums beanspruchen wird.
 
 
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Auf den Spuren von BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE. RUST CREEK ist ein unabhängig produzierter Thriller, der wie ein weiterer Streifen der Marke Survival-Horror beginnt. In der Vergangenheit gab es da so einige unangenehme Vertreter im Heimkino zu sehen, in denen wehrlose Frauen von triebgesteuerten Alpha-Männern so lange missbraucht und erniedrigt wurden, bis ihnen die Sicherungen durchgebrannt sind. Ganz so krude geht Regisseurin JEN MCGOWAN mit seiner Filmheldin nicht ins Gericht. Die lenkt ihren Film dann doch ziemlich schnell in eine andere Richtung und macht es dabei Horror-Autor STEPHEN KING gleich. Letzterer ist dafür berüchtigt, dass er gern Geheimnisse verschlafener Kleinstädte ans Tageslicht bringt. Ein ähnliches Thema ist auch in RUST CREEK Programm. Statt explizite Gräueltaten vor der Kamera zu zelebrieren, will Filmemacherin JEN MCGOWAN dann lieber doch eher dunkle Machenschaften im amerikanischen Hinterland aufdecken. Die entfachen schnell eine Reihe von Umständen, welche am Ende den Bösewichten eine Lehre sein werden. Viel Backwood-Horror-Gematsche wird demnach nicht geboten. Wer’s deftig mag, wird mit diesem Film gar keinen Spaß haben.
 
 
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Starken Frauen, schwache Kerle. RUST CREEK wurde auf einschlägigen Festivals mit Preisen ausgezeichnet. Die sind nicht unberechtigt, denn der Thriller schafft es schnell den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Ein wesentlicher Grund hierfür sind die hervorragenden Darsteller. Für Indie-Verhältnisse agieren die beachtlich souverän vor der Kamera, wobei vor allem die widerlichen Fieslinge Erwähnung finden sollten, von denen eine Aura permanenter Bedrohlichkeit ausgeht. Filmemacherin JEN MCGOWAN hat mit RUST CREEK einen kleinen und zurückhaltenden Thriller inszeniert, der keine ausufernden Gewaltexzesse benötigt, um im Gespräch bleiben zu können. Stattdessen kleistern Plot-Wendungen, Schauspiel und natürlich eine clevere Story den Zuschauer mindestens genauso fest an die Glotze.
 
 
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RUST CREEK – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kleiner Indie-Thriller, der mindestens genauso viel Puls verursacht, wie die großen Produktionen aus Hollywood. RUST CREEK ist einer dieser unscheinbaren Thriller, denen zu Unrecht kaum Beachtung geschenkt wird, weil mit keinem bekannten Namen geworben werden kann. Das ist schade, denn gerade deswegen gehen den meisten Cineasten viele Filmperlen durch die Lappen. Zu einer dieser Überraschungen gehört RUST CREEK, der ziemlich konventionell als Survival-Horror im Schlage eines I SPIT ON YOUR GRAVE beginnt, aber dann doch die Kurve bekommt und in eine andere Richtung gelenkt wird. Zwar herrschen in diesem Thriller eher die leisen Töne – dennoch umschweift den Thriller die ganze Zeit über eine Aura merklicher Bedrohung. Thriller-Fans wird’s gefallen – vor allem auch deshalb, weil sich das psychologische Grauen schleichend den Weg durch die Handlung frisst. Spannend, wendungsreich und gut besetzt. Da sollte man mal einen Blick drauf werfen.
 
 
 


 
 
 

RUST CREEK – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt hat RUST CREEK nicht zu bieten. Ein spitzer Gegenstand wird in Bein und Bauch gestoßen, eine Nase wird gebrochen und ein Gewehr kommt auch zum Einsatz. Weiterhin gibt es Verbrennung am menschlichen Körper zu sehen. Hierzulande dürfte RUST CREEK dafür eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

RUST CREEK – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC FILMS | IFC MIDNIGHT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Keeping Room (2014)
 
Autumn Blood (2012)
 

Filmkritik: „Elizabeth Harvest“ (2018)

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ELIZABETH HARVEST

Story

 
 
 
Die attraktive Elizabeth macht nach der Heirat eine furchtbare Entdeckung. Offenbar hält ihr Mann im Keller etwas verborgen, von dem sie nichts wissen darf.

 
 
 


 
 
 

ELIZABETH HARVEST – Kritik

 
 
 
Es war einmal ein Mann, den nannten alle Blaubart. Der fand keine Frau, weil sein blauer Bart so hässlich war. Nach langer Suche erbarmte sich die jüngste Tochter der Nachbarin. Die heiratete den älteren Herren und zog in dessen Haus. Als Blaubart für sechs Wochen verreisen musste, übergab er seiner Gattin das Schlüsselbund für alle Türen. Die durfte sich bis auf das Kellerzimmer frei im Anwesen bewegen. Doch die Neugier der Frau war zu groß. Kaum war der Ehemann aus dem Haus, schlich sich das Weib in den Keller und öffnete den verbotenen Raum. Darin fand sie die toten Körper aller bisherigen Ehefrauen ihres Mannes. Letzterer kam früher nach Hause und wollte auch die neue Frau aus Wut mit dem Tode bestrafen. Doch deren Brüder eilten herbei und töteten Blaubart. Gut für die Witwe: die erbte alle Besitztümer, heiratete neu und hatte ein gutes Leben.
 
 
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Seit mehreren Jahrhunderten ist das Märchen vom Blaubart fester Bestandteil der Literatur. Die schaurige Erzählung um den frauenmordenden Blaubart wurde mittlerweile für zahlreiche Werke adaptiert und weiterverarbeitet. So hörten auch die Gebrüder Grimm von der mündlichen Überlieferung des Blaubarts und nahmen die düstere Geschichte mit in die Sammlung ihrer Kinder- und Hausmärchen auf. Offenbar Lektüre, die Regisseur SEBASTIAN GUTIERREZ in der Kindheit ziemlich oft gelesen haben muss. Der venezolanischer Filmemacher erklärte nämlich in Interviews, dass ihn die Geschichte des blaubärtigen Mannes seit Kindertagen nicht mehr loslässt. Wohl einer der Gründe, warum seine mittlerweile bereits neunte Regiearbeit mit dem Titel ELIZABETH HARVEST Ähnlichkeiten zum französischen Märchen Blaubart aus dem späten 17. Jahrhundert besitzt.
 
 
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Darin geht es um die attraktive Elizabeth (bisher eher als Model bekannt: ABBEY LEE), die frisch vermählt mit in die Villa des reichen Wissenschaftlers Henry (CIARÁN HINDS) zieht, um dort ihren Verpflichtungen als Ehefrau nachzugehen. Dort wird die junge Schönheit erst einmal vom Gatten aufgeklärt. Sie darf im Haus tun und lassen, was sie will, soll aber die Finger von einem Zimmer im Keller lassen. Doch die Neugier bringt die Frischvermählte in Teufels Küche. Kaum ist der Ehemann aus dem Haus, geht Elizabeth auf Erkundungstour und verschafft sich Zutritt in den verbotenen Raum. Der entpuppt sich als Forschungslabor in dem sie sich selbst als Klon wiederfindet. Eine folgenreiche Entdeckung, die weite Kreise nach sich zieht. Als Ehemann Henry nämlich nach Hause kommt und vom Vertrauensbruch seine Frau erfährt, ist der Ehefrieden vorbei.
 
 
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Mehr über die verstrickte Geschichte dieses ungewöhnlichen Science-Fiction-Horrors zu verraten, ist unfair dem Zuschauer gegenüber. Der Film ist nämlich voll mit unerwarteten Plotwendungen und komplexen Rückblenden, die die volle Aufmerksamkeit des Publikums beanspruchen. Letzteres wird im Falle von ELIZABETH HARVEST ganz schön gefordert. Die nicht lineare Erzählweise versucht nämlich den Zuschauer zu täuschen und stiftet für reichlich Verwirrung. Ein zweischneidiges Schwert, wie sich bald herausstellen wird. Zwar kann so der Spannungsbogen konstant gehalten werden; dennoch macht die Handlung mit fortschreitender Handlung immer weniger Sinn und driftet beinahe ins Surreale ab. Für viele Zuschauer etwas zu kompliziert. Die dürften den schwer einzuordnenden ELIZABETH HARVEST als Blödsinn abstempeln – wohl auch, weil der nicht immer schlüssig deutbare Mysteryplot auf Konventionen pfeift. Das hebt ELIZABETH HARVEST deutlich von den üblichen Verdächtigen ab und macht ihn für anspruchsvolle Cineasten zum Geheimtipp.
 
 
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ELIZABETH HARVEST – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein ungewöhnliches Filmerlebnis für das man wegen der fordernden Erzählweise ausgeschlafen sein sollte. ELIZABETH HARVEST beginnt konventionell und driftet aber so ziemlich schnell in eine unerwartete Richtung ab. Da wird das Publikum in zwei Lager gespalten. Wegen zu vieler Plotwendungen und übertriebener Geheimniskrämerei dürften die Einen schnell das Interesse am komplizierten Handlungsverlauf verlieren. Filmfans, die aber von Horrorfilmen einen gewissen Anspruch erwarten, werden umso mehr von ELIZABETH HARVEST begeistert sein. Das zu Recht. Regisseur SEBASTIAN GUTIERREZ liefert nämlich Genre-Ware ab, die sich in keine Schublade stecken lässt und sich so souverän vom Massenmarkt abheben kann. Hierbei trägt auch die hervorragende Kameraarbeit von CALE FINOT bei. Nahezu jede Kameraeinstellung und Kamerafahrt ist genau bedacht. Das beschert dem Film eine visuelle Eleganz und lässt den ästhetischen ELIZABETH HARVEST mindestens genauso makellos erscheinen, wie Hauptdarstellerin ABBEY LEE.
 
 
 


 
 
 

ELIZABETH HARVEST – Zensur

 
 
 
ELIZABETH HARVEST ist kein sonderlich brutaler Film. Das sah auch die FSK so. Diese hat den Film bereits für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben. Die erhältliche deutsche Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

ELIZABETH HARVEST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) CAPELIGHT PICTURES (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) CAPELIGHT PICTURES (limitiertes Mediabook mit Blu-ray und DVD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Elizabeth Harvest; USA 2018

Genre: Drama, Horror, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | limitiertes Mediabook | Steelbook

Extras: Trailer, Trailershow, Making-of | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet

Release-Termin: 25.01.2019

 

Elizabeth Harvest [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Elizabeth Harvest [Blu-ray + DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ELIZABETH HARVEST – Mediabook

 
 
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ELIZABETH HARVEST – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei CAPELIGHT PICTURES)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rebecca (1940)
 
Ex Machina (2015)
 
Happy Deathday (2017)
 

Filmkritik: „The Cabin“ (2018)

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THE CABIN

(A NIGHT IN THE CABIN)

Story

 
 
 

Ein junges Paar fährt zu einer Hütte auf dem Land und muss feststellen, dass der Nachbar kein Engel auf Erden ist.


 
 
 


 
 
 

THE CABIN – Kritik

 
 
 
Ländliche Idylle kann trügerisch sein. Wer regelmäßig Horrorfilme schaut, dürfte mittlerweile erkannt haben, dass es sich das Böse gern auch dort gemütlich macht, wo man meinen würde, dass hier die Welt noch in Ordnung ist. Da werden schnell mal verschlafene Ortschaften, abgelegene Holzhütten oder naturbelassene Wälder zum Ort alles Übels gemacht in denen skrupellose Serienkiller, gemeingefährliche Dämonen oder gefräßige Monster ihr Unwesen treiben. Längst nicht mehr ist man auf dem Lande sicher, was auch der Horrorthriller THE CABIN einmal mehr bekräftigt. Der mahnt zu forsche Stadtmenschen davor, dass sich hinter der Fassade vermeintlich freundlicher Landmenschen auch das abgrundtief Böse verbergen kann.
 
 
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Genau jene Erfahrung müssen auch Rose (CAITLIN CROMMETT) und Harry (CRISTOPHER LEE PAGE) machen. So wirklich gut läuft deren Beziehung nicht. Längst hat man den Respekt voreinander verloren und die Liebesbindung steht vor dem Aus. Daran kann auch eine gemeinsame Reise zu einem Haus am See nichts mehr ändern, das Harry unbedingt besuchen möchte, weil er darin die Kindheit verbracht hat. Doch je näher man dem Ziel kommt, umso unentspannter wird die Liebste. Die hat hier draußen keinen Handyempfang und will eigentlich lieber wieder zurück in die Stadt. Daraus wird aber nichts, denn das Schicksal hat andere Pläne mit dem Paar. Kaum angekommen, trifft man auf den Nachbarn und gleichzeitig auch einzigen Bewohner des Orts. Der ist alles andere als freundlich, zeigt den Streithähnen aber, welchen Weg sie einschlagen müssen, um zum Haus der Eltern zu kommen. Doch der Friede hier ist nur von kurzer Dauer. Der Nachbar ist nämlich ein durchtriebener Schlingel und zersägt gern Menschen mit der Kettensäge. Schlecht für die unangemeldeten Besucher. Die stehen nämlich jetzt auf dessen Meuchelliste.
 
 
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Fieser Terrorstreifen vor friedlicher Naturkulisse. THE CABIN – Alternativtitel: A NIGHT IN THE CABIN – ist einer dieser Horrorfilme, der aus wenig das Maximum herauskitzelt. Die Handlung ist rudimentär und viel Budget stand wohl auch nicht zur Verfügung. Dennoch ist dieser Thriller weit besser, als es die bescheidene Bewertung in der Filmdatenbank der IMDB vermuten lässt. Der schwedische Regisseur JOHAN BODELL hat mit THE CABIN seinen ersten Langfilm gedreht, der sich auf das Wesentliche konzentriert. Die Geschichte ist schnell erzählt und man fällt auch gleich mit der Tür ins Haus. So vermittelt man dem Zuschauer ohne Umwege, wer hier der Bösewicht ist, damit THE CABIN mit seiner eigentlichen Aufgabe beginnen kann: die Nerven des Publikums zu strapazieren.
 
 
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Während sich die erste Hälfte mit dem Herlauf der Geschichte beschäftigt und die Figuren mit ihren Konflikten einführt, geht es nach der Halbzeit wesentlich unbequemer zugange. Dann nämlich entpuppt sich THE CABIN als hinterlistiges Katz- und Mausspiel bei dem die Opfer terrorisiert und verfolgt werden. Die schleichen sich durch die Dunkelheit und müssen dabei versuchen unentdeckt zu bleiben, nur mit dem Ziel: einen Weg zurück in die Zivilisation zu finden. Leider ist Hoffnung auf Hilfe vergebens: die nächste Stadt ist Meilen entfernt. Demzufolge muss man die Konfrontation mit dem Bösen suchen, was für so einige Adrenalinschübe sorgt.
 
 
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Überhaupt ist Atmosphäre der größte Pluspunkt von THE CABIN. Das beinahe schon wortkarge Szenario wird von zwei gut gewählten Schauspielern getragen, die auch was können. Die müssen im Verlauf der Geschehnisse erkennen, dass man den Kampf gegen einen Serienmörder nur dann gewinnen kann, wenn man Streitigkeiten beilegt. Ganz nebenbei findet man so sogar wieder zueinander – auch wenn Regisseur JOHAN BODELL am Ende dann doch andere Pläne mit seinen Filmfiguren hat. Unterm Strich ist THE CABIN nichts Großes. Trotz minimalistischer Kulisse und wenig überraschendem Drehbuch hält man hier aber einen düsteren Überlebensthriller in den Händen, der weitaus besser ist, als die vielen schnell und günstig produzierten Horrorfilme in letzter Zeit. Die Kameraarbeit ist hervorragend und Filmemacher JOHAN BODELL beweist ein gutes Gespür für Spannung und Schocks. Wer etwas Herzklopfen sucht ist mit THE CABIN demzufolge gut beraten. Zwar klein, aber oho.
 
 
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THE CABIN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Überraschend routiniert inszenierter Indie-Horror mit perfider Atmosphäre und einem gelungenen Spannungsbogen. Der schwedische Regisseur JOHAN BODELL hat die Dreharbeiten seines Erstlings gleich mal nach Schweden verlagert und das tut dem Horrorthriller so ziemlich gut. Die schwedische Kulisse ländlicher Tristesse verursacht mindestens genauso Unbehagen, wie die vermeintliche Idylle im amerikanischen Hinterland. Wieder einmal geraten Durchreisende an böse Hinterwäldler, die in der Abgeschiedenheit unmenschliche Dinge mit Menschen veranstalten. Statt wie sonst in solchen Filmen üblich, die Identität der Übeltäter erst am Ende zu lüften, verrät Regisseur JOHAN BODELL so ziemlich schnell, wer denn in THE CABIN der Böse ist. Da mögen erfahrene Filmkenner die Hände über den Kopf schlagen. Im Falle von THE CABIN hat man sich aber reichlich einfallen lassen, um die Spannung dennoch konstant halten zu können. THE CABIN ist überraschend kurzweilig und sieht auch noch hervorragend aus. Für ein Langfilmdebüt saubere Horrorfilm-Arbeit.
 
 
 


 
 
 

THE CABIN – Zensur

 
 
 
THE CABIN ist eher ein kleiner Psychothriller, der nur wenige Schauwerte zu bieten hat. Ein Kopf wird mit einer Schaufel eingeschlagen, ein Körper wird mit einer Kettensäge zerlegt und eine Heugabel kommt auch zum Einsatz. Klingt reißerisch – die meisten Grausamkeiten passieren aber im Off. Hierzulande dürfte THE CABIN ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE CABIN – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei KW STUDIOS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Funny Games (1997)
 
Next Door – Manche Türen sollten nie geöffnet werden (2005)
 
House at the End of the Street (2012)
 
The Hamiltons (2006)
 
The Ones Below – Das Böse unter uns (2015)
 

Filmkritik: „[Cargo]“ (2018)

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[CARGO]

Story

 
 
 

Ein Geschäftsmann wurde in einen Container gesperrt und muss nun versuchen einen Weg aus dem Gefängnis zu finden.


 
 
 


 
 
 

[CARGO] – Kritik

 
 
 
Gute Menschen kommen in den Himmel, böse hingegen in einen Cargo-Container. In diesem Film bekommt es Mister Peterson mit der Angst zu tun. Der wacht eines Tages auf und findet sich im Inneren eines Frachtcontainers wieder. Die Türen sind verschlossen und der einzige Kontakt nach außen ist mittels Handy möglich. Das hat man dem älteren Herren mit ins ungemütliche Gefängnis gelegt, damit er eine Aufgabe erfüllen kann. So fordert ihn ein unbekannter Anrufer auf irgendwie zehn Millionen Dollar zu beschaffen. Schafft er es binnen 24 Stunden nicht das Geld aufzutreiben, stirbt erst die Ehefrau und anschließend er selbst. Eigentlich ein einfaches Unterfangen für den korrupten Geschäftsmann. Leider gestaltet sich die Beschaffung des Geldes schwieriger als erwartet. Da tickt die Zeit und das Leben von Herrn Peterson hängt am seidenen Faden.
 
 
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Von schlechten Menschen, die feststellen müssen, dass man Freundschaft nicht einfach mit Geld kaufen kann. Diese Erkenntnis muss auch unser garstiger Hauptdarsteller machen, der in [CARGO] eine Lektion lernen soll. Zwar ist Kontakt nach Außen möglich, doch irgendwie wollen vermeintliche Freunde nicht kooperativ sein. Das hat seinen Grund, wie sich im späteren Verlauf herausstellen wird. Unser Antiheld hat es sich nämlich durch seine selbstsüchtige Art mit den Leuten verscherzt, weshalb die nun einen Teufel daran tun, dem Herren zu helfen. [CARGO] ist ein ziemlich einfältiges Filmchen, bei dem das Setting eigentlich egal ist. Die Klaustrophobie und die Enge des Gefängnisses wird nicht für Panikmacherei ausgenutzt. Stattdessen bekommt der Zuschauer hier eine Art Hörspiel vor die Linse, in dem ein Mann knapp 80 Minuten mit einem Handy telefonierend durch einen Container läuft und irgendwie versuchen muss einen Weg aus dem dunklen Knast zu finden. Das ist ziemlich anstrengend – einerseits, weil man der gesamten Laufzeit über mehr oder weniger gehaltvollen Telefonaten lauschen muss. Andererseits ist das Schauspiel des Hauptdarstellers auch nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Der quält mit penetrantem Overaction durch die Handlung und erntet zu keinem Moment Sympathien.
 
 
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Fehlendes Mitgefühl für den Helden ist im Falle von [CARGO] das größte Problem. Regisseur JAMES DYLAN kümmert sich einen Deut um das Schicksal des eingesperrten Geschäftsmanns. Der wird gleich zu Beginn als Bösewicht entlarvt. Demzufolge stellt sich beim Zuschauer Gleichgültigkeit ein, was sich auch im Spannungsbogen bemerkbar macht. Der ist nahezu kaum vorhanden, weil weder Identifikationsmöglichkeiten vorhanden sind, noch Bindung zum Protagonisten aufgebaut werden kann. Das allein weckt Desinteresse am Fortgang der Geschichte, was die Sichtung von [CARGO] zum Geduldsspiel macht. Vielleicht wäre es hier besser gewesen, man hätte den Spielfilm in einem Kurzfilm verwandelt und das Ergebnis zum Segment einer Horror-Anthologie gemacht. Dort wäre die bitterböse Handlung von [CARGO] vermutlich besser untergekommen. In der vorliegenden Form ist dieser Thriller leider genauso raffgierig wie sein Hauptdarsteller, weil er nur ein Ziel verfolgt: irgendwie dem Zuschauer das Geld aus der Tasche ziehen, aber nichts sonderlich Brauchbares dafür zurückgeben.
 
 
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[CARGO] – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Düsterer Überlebensthriller mit belehrender Pointe. Dieser günstig gedrehte Möchtegern-Thriller ist weit weg von den Qualitäten ähnlich gestrickter Filme, wie BURIED, DETOUR oder SUBMERGED. [CARGO] ist Indie-Horror, den man nicht unbedingt im Player haben will – aber leider zu oft ungefragt aufgetischt bekommt. Die musikalische Untermalung ist nervtötend, das Schauspiel zweckmäßig und die semiprofessionelle Inszenierung verursacht bei erfahrenen Zuschauern Gänsehaut. [CARGO] ist das Debütwerk eines Newcomers – und das merkt man auch. Offenbar erhofft sich Regisseur JAMES DYLAN damit den Sprung ins Filmgeschäft. Problem: der Erstling ist ein Rohrkrepierer und ein langweiliger dazu obendrein. Warum versuchen sich Nachwuchsregisseure nicht mal an Geschichten aus, die man so noch nicht auf der Mattscheibe hatte. Im Zuge der Horrorfilm-Übersättigung ist das wohl auch der einzige Weg, um irgendwie im Gedächtnis bleiben zu können. [CARGO] dagegen ist so einfältig, wie die Dreistigkeit mit der er dem Zuschauer kostbare Lebenszeit rauben möchte. Wem daher die wenige freie Zeit wichtig ist, die ihm nach einem langen Arbeitstag überbleibt, sollte diese Schlaftablette besser meiden. Lebenszeit ist einfach zu kostbar für schlechte Horrorfilme.
 
 
 


 
 
 

[CARGO] – Zensur

 
 
 
[CARGO] hat eigentliche keine schlimmen Szenen zu bieten. Der Protagonist muss sich kurz mit einer Zange Zähne ziehen, um den Lösegeldbetrag herunterhandeln zu können. Das wars. Hierzulande dürfte eine FSK16 drin sein – insofern [CARGO] hierzulande überhaupt einen interessierten Rechteinhaber finden sollte.
 
 
 


 
 
 

[CARGO] – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Wild Eye Releasing)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Buried – Lebend begraben (1990)
 
Buried (2010)
 
Wrecked – Ohne jede Erinnerung (2010)
 
Detour – Gefährliche Umleitung (2013)
 
Monolith (2016)
 

Filmkritik: „The Clovehitch Killer“ (2018)

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THE CLOVEHITCH KILLER

(CLOVEHITCH)

Story

 
 
 

Minimalistisches Thriller-Drama mit grandiosen Darstellern: Ein Teenager kommt einem gesuchten Serienkiller auf die Schliche und bringt sich dabei mit seiner Freundin in Teufels Küche.

 
 
 


 
 
 

THE CLOVEHITCH KILLER – Kritik

 
 
 
Interessant, welche Erkenntnisse man bekommt, wenn man plötzlich im düsteren Genre dreht. Eigentlich dachte Regisseur DUNCAN SKILES, dass er im Comedy-Fach zuhause ist. Der drehte bisher eher erheiternden Filmspaß und dachte eigentlich, dass er sich damit wohl festgelegt habe. Doch dann entwickelte der Filmemacher eine Obsession für Serienmörder und ließ ein Drehbuch zu einem ungewöhnlichen Serienkillerfilm schreiben bei dem der Regisseur schnell merkte, dass er ein talentiertes Händchen für Spannung besitzt. So oder so ähnlich soll es laut DUNCAN SKILES zu den Arbeiten an THE CLOVEHITCH KILLER gekommen sein, der vor allem eines erhielt: überraschend viel Lob. Die positive Resonanz spornte das Multitalent an. Schenkt man Interviews Glauben, war der Regisseur selbst von den positiven Stimmen der Presse überrascht. Für ihn ein wesentlicher Grund in Zukunft mehr von diesen Thrillerstoffen auf die Leinwand zu bringen. Manch einer entdeckt erst spät verborgene Talente.
 
 
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Tyler Burnside (CHARLIE PLUMMER) ist eigentlich ein ganz normaler Teenager. Der wächst als christlich erzogener Pfadfinder in einer amerikanischen Kleinstadt auf, die immer noch unter einer schrecklichen Mordserie zu leiden hat. Vor zehn Jahren hat hier der sogenannten Clovehitch-Killer mehrere Frauen bestialisch ermordet. Leider wurde der Täter nie gefasst, sodass auch Jahre nach den Ereignissen keine Ruhe im Ort einziehen will. Da findet Tyler ganz beiläufig eine Spur zu den Mordfällen. Während eines Dates mit der attraktiven Katti (MADISEN BEATY) entdeckt er ein grauenerregendes Foto im Auto seines Vaters. Da keimen schnell schrecklichen Gedanken auf. Ist etwa der eigene Vater ein Serienmörder? Ein Verdacht, der den Heranwachsenden dazu bewegt das Leben des Familienoberhaupts genauer zu ergründen. Was er wohl bei seinen Recherchen herausfinden wird?
 
 
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Irgendwie kommen soeben Déjà-vu-Gefühle auf. Einen ähnlichen Film haben wir erst kürzlich auf FILMCHECKER besprochen. In SUMMER OF 84 hatten auch Teenager böse Vorahnungen. Die waren der Meinung, dass der Nachbar ein gewissenloser Kindermörder ist, was die neugierigen Jungen dazu veranlasste dem vermeintlichen Killer nachzustellen, um Beweise zu sammeln. Eine ähnliche Richtung schlägt nun auch THE CLOVEHITCH KILLER ein, der aber bei genauerer Betrachtung nur noch wenig mit Horror am Hut hat. Ganz unaufgeregt erzählt Regisseur DUNCAN SKILES hier die tragische Geschichte einer Familie, deren Mitglieder meinen sich einander zu kennen. Dank ruhiger Inszenierung tun sich da Abgründe auf, die am Ende eine Tragödie zutage fördern, die traurig wie erlösend zugleich ist. THE CLOVEHITCH KILLER zieht seinen Reiz daraus, dass er nicht mit der Tür ins Haus fällt und den Zuschauer an der langen Leine zappeln lässt. Ist der fürsorgende Vater wirklich eine mordende Bestie oder steckt hinter den vielen Morden doch ein anderer Übeltäter? Regisseur DUNCAN SKILES lässt sich für die Beantwortung der Frage Zeit und konzentriert sich dabei vornehmlich auf seine wenigen Figuren, die genug Spielraum erhalten, um sich entwickeln zu können. Statt blutiger Effekthascherei wird die subtile Erforschung eines Mordfalls fokussiert, der bei genauerer Betrachtung mehr an einen Coming-of-Age-Film erinnert. Hier brilliert vor allem Hauptdarsteller CHARIE PLUMMER, der nicht nur glaubhaft einen verunsicherten Teenager verkörpert, der die Schwelle zum Erwachsenwerden betritt. Auch seine nicht minder begabte Schauspielkollegin MADISEN BEATY entpuppt sich als attraktiver Glücksgriff.
 
 
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Beide lösen nicht nur eine Mordserie. Sie finden im Film auch zusammen. Das hört sich für manch einen belanglos an, ist aber schauspielerisch, wie dramaturgisch eine runde Sache. Leider wird THE CLOVEHITCH KILLER Zuschauer in zwei Lager spalten. Der Titel suggeriert nämlich genau das, was er eigentlich nicht ist. Wer hier das wilde Schlachten eines Serienmörders auf der Mattscheibe verfolgen möchte, dürfte so ziemlich schnell enttäuscht werden. Der Film zeigt weder Morde noch Gewalt. Stattdessen wird beinahe schon naiv-zurückhaltende Detektivarbeit geleistet, die am Ende dann doch etwas sehr kitschig das Happy End einläutet. THE CLOVEHITCH KILLER ist ein Coming-of-Age-Drama mit Thriller-Elementen, das sich vor allem an ein anspruchsvolles Publikum richtet, dem Dialogarbeit und Charakterentwicklung wichtiger sind, als literweise Blut und unmenschliche Gewalt. Offenbar ein Grund, warum der Film auf einigen Festivals gefeiert wurde. Das Zusammenspiel aller Beteiligten ist lobenswert und auch handwerklich braucht sich THE CLOVEHITCH KILLER für einen Indie-Film nicht zu verstecken.
 
 
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THE CLOVEHITCH KILLER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Mehr bedächtig inszeniertes Coming-of-Age statt knüppelharter Horror- und unerträglicher Thrill. THE CLOVEHITCH KILLER ist die wohl bravste Killer-Hatz, die man seit Jahren zu sehen bekommen hat. Der Film handelt vom Leben in einer kleinen Stadt und einem schrecklichen Geheimnis, das seit Jahren unentdeckt im Verborgenem schlummert. Der eher für spaßigen Comedy-Ulk bekannte Regisseur DUNCAN SKILES taucht diesmal in dunkle Abgründe ab und hat dabei eine realistische Serienkiller-Geschichte auf Zelluloid gebannt, die so ziemlich authentisch umgesetzt wurde. Dabei dringt er in das friedliche Leben einer amerikanischen Kleinstadt ab und erklärt, dass das Böse manchmal hinter den Türen von scheinbar friedliebenden Menschen schlummern kann. THE CLOVEHITCH KILLER besitzt keinerlei grafische Gewaltmomente und auch die Figuren sind alles andere als klischeebelastet. Der Film will lieber Abgründe analysieren, statt sich in Blut zu suhlen. Das Resultat ist interessant und vor allem für jene befriedigend, die sich eher mit psychologischem Horror konfrontieren wollen, statt Splatter mit der Holzkeule serviert zu bekommen.
 
 
 


 
 
 

THE CLOVEHITCH KILLER – Zensur

 
 
 
Eine Frau wird gefesselt, ein Kopf wird gegen eine Wand geschlagen und ein Teenager wird bewusstlos geschlagen. Gewalt oder Morde gibt es im Film nicht zu sehen. Alle Morde werden nur angedeutet oder erwähnt – aber nicht gezeigt. Demzufolge dürfte THE CLOVEHITCH KILLER eine unproblematische FSK16 in der ungeschnittenen Fassung erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE CLOVEHITCH KILLER – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC Midnight | IFC Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I Am Not a Serial Killer (2016)
 
Summer of 84 (2018)
 
Dämonisch (2001)
 
Mr. Brooks – Der Mörder in Dir (2001)
 

Filmkritik: „Mandy“ (2018)

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MANDY

Story

 
 
 

Brutaler Rache-Shit: NICOLAS CAGE vs. eine Bande Sektenmitglieder, die die Frau des Helden auf dem Gewissen haben.

 
 
 


 
 
 

MANDY – Kritik

 
 
 
Die Karriere des NICOLAS CAGE – ein ständiges Auf und Ab. Seine Performance als lebensmüder Alkoholiker in LEAVING LAS VEGAS brachte ihm 1996 den Oscar als bester Hauptdarsteller. Danach hätte es nicht besser laufen können für den Neffen des Regie-Legende FRANCIS FORD COPPOLA. Profitable Filmrollen brachten ihm den Ruf einer der am besten verdienenden männlichen Schauspieler Hollywoods ein. Doch das Schicksal hatte anderes mit dem erfolgsverwöhnten Amerikaner vor. Der Grund: Cage vergaß die gute Kinderstube und kam mit dem Finanzamt in Konflikt. Weil Kinofilme plötzlich floppten, er einen verschwenderischen Lebensstil hegte und die Einnahmen ausblieben, folgte erst der Ausverkauf und dann der Spott. Doch der Schauspieler ließ sich nicht beirren. Der fand im B-Movie-Markt Zuflucht und hat laut Interviews Zukunftspläne. Während einer Pressetour zum Film PRIMAL gab er in einer Presskonferenz zu verstehen, dass er in absehbarer Zukunft ausschließlich als Produzent und Regisseur tätig sein will. Da Cage Eigentümer der Produktionsfirma SATURN FILMS ist, scheint sein Vorhaben nicht abwegig zu sein. Demzufolge sollten Fans nehmen, was kommt. Schenkt man der Aussage des Schauspielers Glauben, will er zumindest noch drei bis vier weitere Jahre vor der Kamera stehen. Man darf gespannt sein, was kommen wird.
 
 
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Doch auch ohne Hollywood scheint NICOLAS CAGE immer noch gut im Geschäft zu sein. Der Darsteller besitzt eine große Fanbase, die den Egozentriker in den Himmel lobt, als wäre er der zweite Chuck Norris. Offenbar fährt Cage gut damit. Mittlerweile spülen nämlich auch wieder nennenswerte Filmangebote Geld in die Kasse, welche sogar Kritiker hellhörig werden lassen. Zu einer dieser Überraschungen gehört MANDY. Der wurde bereits auf einschlägigen Festivals mit Beifall überhäuft und erzählt die Geschichte vom Waldarbeiter Red (NICOLAS CAGE), der zusammen mit seiner Frau Mandy (ANDREA RISEBOROUGH) zurückgezogen in einer Waldhütte haust. Beide verbindet eine tragische Vergangenheit. Doch durch die Liebe scheint das Paar die Rückschläge vergessen zu haben. Leider gerät das Liebesglück ins Wanken. Bei einem Spaziergang begegnet Mandy dem Sektenführer Jeremiah (LINUS ROACHE) und stiehlt ihm das Herz. Der ist fortan über beide Ohren verschossen und hat nur noch ein Ziel: die Angebetete besitzen zu wollen. Zusammen mit seinen Anhängern macht er sich auf zur Hütte des Paars und entführt das Opfer der Begierde. Leider hat man nicht mit der Schlagfertigkeit des Ehegatten gerechnet. Dem gefällt so rein gar nicht, was man da mit der Liebsten veranstaltet hat und fordert Rache. Da rattert die Kettensäge und das Blut spritzt in Strömen. Ja, NICOLAS CAGE findet in diesem Film zu alter Größe zurück. Wer das nicht glaubt, muss MANDY sehen.
 
 
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MANDY besteht aus zwei Filmhälften. In der ersten werden die Figuren eingeführt und der Herlauf erklärt. Die zweite beschäftigt sich mit dem Racheakt. Gerade für die erstgenannte sollte man ausgeschlafen sein, denn Regisseur PANOS COSMATOS nimmt sich viel Zeit mit dem Erzählen seiner Geschichte und pendelt dabei zwischen schläfrigen Dialogen, langsamen Kamerafahrten und surrealer Bilderflut. Wer sich eher im Mainstream-Kino zu Hause fühlt, wird da zu Recht überfordert werden, denn MANDY ist weit weg von dem, was NICOLAS CAGE in den Anfangsjahren gedreht hat. Hier wird Kunst mir Horror verknüpft, was nicht jedermanns Sache sein dürfte. Der Film geht in erster Linie unkonventionelle Wege und klammert sich bei der Inszenierung nicht unbedingt am aktuellen Horrorstandart. So wird die einstündige Exposition mit allerlei Soundexperimenten gefüllt. Hinzukommen kreative Farbspielereien, in denen vor allem die Signalfarbe Rot Verwendung findet, welche drohendes Unheil suggeriert und den Zuschauer auf den kommenden Amoklauf vorbereitet. Da werden schnell Erinnerungen an die Frühwerke des damals noch kreativen DARIO ARGENTO wach. Auch der spielte gern mal mit Farbfiltern und drückte damit Filmen wie SUSPIRIA oder INFERNO einen individuellen Stempel auf.
 
 
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Apropos Stil-Experimente und Kunst: Künstlerisches Beiwerk ist in MANDY auch zwingend nötig. Die überschaubare Geschichte gibt nämlich nicht viel her, in der Figuren Karikaturen gleichen und Ereignisse im Schneckentempo abgespult werden. Aber der Mix macht’s. MANDY ist gerade wegen seines visuellen Stils eine Bereicherung, weil – insofern man die Inhaltsangabe nicht gelesen hat – lang unklar bleibt, worauf Regisseur PANOS COSMATOS hinaus will. Der erschafft mit seiner ungewöhnlichen Inszenierung eine bizarre Traumwelt und holt den Zuschauer nach knapp 60 Minuten Laufzeit mit Paukenschlägen zurück in die Realität. Dann nämlich fährt Cage auf Hochtouren auf und scheint irgendwie Spaß daran zu haben, sich den Ballast der letzten Jahre von der Seele zu schreien. Mit Kettensäge und selbst geschmiedeter Axt bewaffnet, meuchelt der sich kompromisslos durch das Fleisch seiner skurrilen Gegner und definiert damit den neuen Rache-Standard im Kino. MANDY ist ein bizarres, blutiges und zugleich faszinierendes Splatter-Erlebnis mit Kult-Potenzial. Schön, dass Sie wieder da sind Herr Cage.
 
 
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MANDY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein Film so beinhart wie ein schlechter LSD-Trip. Dieser Streifen ist ein sehr spezieller Rachefilm, der beinahe zwanghaft darum bemüht ist, sich aus den engen Fesseln des Rache-Genres zu befreien. Regisseur PANOS COSMATOS nimmt mit seinem MANDY innerhalb des Revenge-Faches eine Sonderstellung ein, da er auf Konventionen pfeift. Hier läuft alles etwas anders ab, wie in den üblichen Rachefilmen. Statt NICOLAS CAGE zum neuen CHARLES BRONSEN zu küren, konzentriert sich der italienische Filmemacher eher auf Bilder, Ästhetik und Sound. MANDY ist anders, als das was man sonst so im Rache-Sektor zu sehen bekommt. Der Film ist mehr Kunst, statt Horror. Das bedeutet, dass von allerlei künstlerischen Stilmitteln Gebrauch gemacht wird, die den Streifen fast schon surreal erscheinen lassen. Das ist mal was anderes, macht aber das Folgen auch unnötig schwer, weil gerade in der ersten Filmhälfte ein Spannungsbogen vermisst wird. Hier wäre weniger mehr gewesen, zumal dem Streifen auch ein paar Handlungskürzungen gutgetan hätten. Immerhin geht es nach der Halbzeit deftig zu. Das bedeutet: rächen, schreien und sterben. Spätestens dann gerät jeder Gorebauer ins Schwärmen. Cage macht sich dabei ganz gut, weil sein absurdes Overacting den Film bereichert. MANDY macht trotz Startschwierigkeiten Spaß und wird daher von vielen Filmfans schon jetzt als einer der besten Rachestreifen gesehen, den man seit Jahren auf der großen Leinwand zu sehen bekommen hat. Dort sollte man ihn unbedingt sichten, denn erst im Kino entfaltet er durch seine besondere Ästhetik sein ganzes Potenzial.
 
 
 


 
 
 

MANDY – Zensur

 
 
 
Die zweite Filmhälfte von MANDY ist ziemlich deftig. Da wird munter drauflos gemordet und gerächt. Splatterfans wird das freuen, zumal sogar eine Kettensäge zum Einsatz kommt. Anbieter KOCH MEDIA hat sich die Rechte für die deutsche Auswertung gesichert und hat den Streifen mit einer ungeschnittenen FSK18-Freigabe in den Handel gebracht.
 
 
 


 
 
 

MANDY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Media Home Entertainment (Blu-ray im Keepcase)

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(c) Koch Media Home Entertainment (1 Blu-ray + 2 DVDs im Mediabook – Cover A)

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(c) Koch Media Home Entertainment (1 Blu-ray + 2 DVDs im Mediabook – Cover B)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mandy; USA 2018

Genre: Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 121 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar zum Film von Patrick Lohmeier (Bahnhofskino) (ca. 120 Minuten), Behind the Scenes (ca. 22 Minuten), Deleted Scenes (ca. 14 Minuten), Vier „One Shot“ Teaser (ca. 4 Minuten), Deutscher Trailer (ca. 2 Minuten), Englischer Trailer (ca. 2 Minuten) | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet mit einem Text zum Film von Stefan Jung sowie einer Einführung von Regisseur Panos Cosmatos , Dokumentation „Rewind This!“ (ca. 91 Minuten), Audiokommentar zu „Rewind This!“ mit Regisseur Josh Johnson, Produzentin Carolee Mitchell und Kameramann und Cutter Christopher Palmer (ca. 91 Minuten), Sundance Interview mit den Produzenten Lisa Whalen, Josh Waller, Daniel Noah und Elijah Wood und Spezialgäste Nicolas Cage, Vince Neil von der Band Mötley Crüe sowie Regisseur Panos Cosmatos (ca. 40 Minuten), Japanischer Trailer (ca. 2 Minuten), Trailer „Rewind This!“ (ca. 2 Minuten)

Release-Termin: 29.11.2018

 

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MANDY – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei KOCH MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Death Wish (2018)
 
Ein Mann sieht rot (1974)
 
Death Sentence – Todesurteil (2007)
 
John Wick (2014)
 
The Equalizer (2014)
 
Revenge (2017)
 
The Punisher (2004)
 
Harry Brown (2009)