Filmkritik: „Dragged Across Concrete“ (2018)

dragged-across-concrete-2018-poster
 
 
 

DRAGGED ACROSS CONCRETE

Story

 
 
 

Im düsteren Thriller „Dragged Across Concrete“ wechseln zwei Cops die Seiten, um sich zu bereichern, doch dabei legen sie sich mit psychopathischen Verbrechern an und die Sache scheint kein gutes Ende nehmen zu können.

 
 
 


 
 
 

DRAGGED ACROSS CONCRETE – Kritik

 
 
 
S. Craig Zahler hat sich mit nur zwei Regie-Arbeiten schon zum absoluten Genre-Experten gemausert. Sein Debüt „Bone Tomahawk“ stellte eine Mischung aus Horror und Western dar und sein zweites Werk „Brawl in Cell Block 99“ dürfte kein Auge von Exploitations-Fans trocken gelassen haben. Die Erwartungen an „Dragged Across Concrete“ hätten kaum höher sein können. Eine enorm hohe Laufzeit, richtig gute Darsteller und eben Zahler als Regisseur. Was soll da großartig schiefgehen? Wer den Regisseur kennt und sich deshalb keinerlei falsche Erwartungen gestaltet, wird mit Sicherheit nicht enttäuscht sein, wobei Zahler sein Publikum auch hier wieder gnadenlos spalten wird.
 
 
dragged-across-concrete-2018-bild-1
 
 
Die Cops Brett und Anthony sind nicht gerade für ihre soften Methoden bekannt. Besonders Brett, der erfahrenere und ältere von Beiden, macht aus seinen skrupellosen Methoden keinen Hehl und geht gerade mit ausländischen Kriminellen nicht zimperlich um. Eines Tages reicht das aus für eine Suspendierung und weil Brett eine schwerkranke Frau hat, muss er an Geld herankommen. Also überredet er Anthony dazu, die Seiten zu wechseln. Schnell hat man sich einen Tipp eingeholt und observiert einen Verbrecher. Doch was anfangs nach einem Drogengeschäft aussieht, wird bald zu einem Banküberfall und mit den Kriminellen ist nicht zu spaßen, denn diese machen keine Gefangenen. Das liest sich nicht gerade besonders anspruchsvoll und eigentlich ist diese Story auch überhaupt nichts Besonderes. Hier gesellt sich Cop-Thriller zu Heist-Movie, aber wenn S. Craig Zahler das Drehbuch selbst schreibt, fällt die Handlung trotzdem anders aus. Auf die üblichen Konventionen wird überwiegend gepfiffen und so kann der Zuschauer sich niemals sicher sein, was als nächstes geschehen wird. So simpel die Geschichte im Kern auch sein mag, so treffsicher ist sie doch auch, wenn es um die Analyse des Weltgeschehens geht. Dieses Weltbild sieht nicht gerade rosig aus und geht eher in eine nihilistische Richtung. Themen wie Rassismus und Politik werden immer mal angesprochen, doch stets am Rande. Dies dominiert nicht das Geschehen, doch es ist vorhanden und verleiht dem Drehbuch so am Ende doch einen gewissen Anspruch.
 
 
dragged-across-concrete-2018-bild-4
 
 
Wirklich gut ist „Dragged Across Concrete“ aber am ehesten, weil er sich nicht an die üblichen Regeln hält. Nachdem Zahler ja bereits mit seinen beiden vorherigen Regie-Arbeiten gezeigt hat, dass er es gerne langsamer und länger hat, treibt er dieses Spiel mit „Dragged Across Concrete“ nun vollends auf die Spitze. 160 Minuten Laufzeit sind für einen Film dieser Art absolut nicht wenig und das erfordert schon gewisses Sitzfleisch vom Publikum. Zahler zelebriert die Langsamkeit, treibt seine Handlung gnadenlos schleppend voran. Die Kunst daran ist, dass er dabei trotzdem niemals langweilt. In der ersten Hälfte beschäftigt man sich am ehesten mit den beiden suspendierten Cops Brett und Anthony. Sie erhalten ihren Hintergrund und dieser muss gar nicht großartig ausgefeilt werden damit sie glaubwürdig wirken. Ihre Charaktere sind ambivalent. Eigentlich stellen sie nicht gerade die Guten dar und trotzdem kann man sie nachvollziehen, ja gewissermaßen sogar gutheißen, was sie da machen. Auch alle anderen Figuren werden nur am Rand charakterisiert und immer reicht das vollkommen aus. Es ist allerdings viel weniger das Zusammenspiel dieser verschiedenen Figuren, sondern noch viel mehr die Inszenierung von Zahler, die das alles so sehenswert macht.
 
 
dragged-across-concrete-2018-bild-3
 
 
Lange nimmt der Regisseur sich Zeit, zeigt auch die wohl eher unwichtigen Dinge, entwirft damit jedoch ein stimmiges und authentisches Bild des Lebens. Plötzlich eskaliert die Situation ohne große Vorwarnung und dann spielt auch Gewalt eine Rolle. Die Freigabe ab 16 Jahren mag täuschen, aber harmlos ist „Dragged Across Concrete“ ganz sicher nicht. Die Gewalt findet hier allerdings nur beiläufig und niemals ausufernd statt. Obwohl das Weltbild im Film düsterer Natur ist, gibt es trotzdem so eine Art Fairness. Manche Szenen lassen eine gewisse Trostlosigkeit spüren, andere hingegen besitzen mit ihrem leicht schwarzen Humor schon fast etwas Lockeres. Auf jeden Fall gesellen sich viele unterschiedliche Stimmungen zu einem homogenen Ganzen zusammen. Ein wenig Drama, etwas Thriller, eine minimale Portion Heist-Movie und am Ende auch ein ganz wenig Actionfilm. Von Spannung wird das Treiben dabei mit Sicherheit nicht dominiert, denn dafür sind die meisten Szenen zu unspektakulär. Erst im letzten Drittel geht es diesbezüglich etwas mehr zur Sache, doch auch zuvor fühlt man sich stets sehr gut unterhalten. Dafür sorgen neben den gut ausgearbeiteten Dialogen vor allen Dingen auch die starken Darsteller.
 
 
dragged-across-concrete-2018-bild-5
 
 
Vince Vaughn darf leider keine zweite Leistung wie in „Brawl in Cell Block 99“ von sich geben, doch nach wie vor macht er sich in den ernsten Rollen bestens und enttäuscht nicht. Besonders interessant ist es zudem Mel Gibson an seiner Seite zu sehen und vor allen Dingen ihn in einem Film von S. Craig Zahler zu sehen. Gibson, der sich von seinen Eskapaden mittlerweile ja ziemlich rehabilitiert hat, ist hier in einer mutigen Rolle zu sehen, weil sie seinem eigenen Weltbild wahrscheinlich gar nicht so unähnlich ist. Wer hier nun das emotionsstärkste Schauspiel erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein, aber auch so ist das sehr routiniert und packend gespielt. In kleineren Rollen gibt es Udo Kier, Thomas Kretschmann und eine starke Jennifer Carpenter zu sehen. Wirklich gut ist nebenbei auch Tory Kittles. Allgemein enttäuscht hier kein Darsteller und das Treiben ist zeitweise recht dialoglastig, obwohl im Endeffekt dann doch gar nicht so viel gesagt wird. „Dragged Across Concrete“ ist ein stiller Film, was auch das Fehlen von einem Score noch mal stark bestätigt. Bis auf ein paar Songs vom Soundtrack gibt es im gesamten Film keinerlei Musik zu hören. Das passt und rundet dieses eher spezielle Werk ideal ab.
 
 
dragged-across-concrete-2018-bild-2
 
 


 
 
 

DRAGGED ACROSS CONCRETE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
S. Craig Zahler macht so weiter, wie er aufgehört hat und geht seinen Weg konsequent weiter. Manche werden ihn dafür lieben, andere werden damit nichts mehr anfangen können. „Dragged Across Concrete“ ist die reine Langsamkeit. Die Geschichte hätte man in der Hälfte der Laufzeit erzählen können und selbst wenn das auf den ersten Blick gar nicht so viel Substanz besitzt, machen die Feinheiten doch eine ganze Menge aus. Das Drehbuch besitzt auf jeden Fall seine Portion Anspruch und dazu gesellt sich eine sehr interessante Besetzung, die einen ordentlichen Job abliefert. Die Inszenierung ist typisch für Zahler, langsam, teilweise entgegen der Erwartungen und dann wieder in Gewalt eskalierend. Doch „Dragged Across Concrete“ ist noch deutlich langsamer, als seine beiden Vorgänger. Nicht jeder wird damit etwas anfangen können und das ist auch gut so. Fakt bleibt jedoch, dass Zahler seinen Ruf als Genre-Experte weiter festigen können wird, denn mit so unkonventionellen, konsequenten Filmen bietet er etwas, womit heutzutage nicht mehr viele Filme dienen können: Überraschung!
 
 
 


 
 
 

DRAGGED ACROSS CONCRETE – Zensur

 
 
 
„Dragged Across Concrete“ hat im Vergleich zu den bisherigen Arbeiten von Regisseur S. Craig Zahler (der übrigens mit am Drehbuch „Puppet Master: Das tödlichste Reich“ schrieb) eine überraschend niedrige FSK-Freigabe erhalten. Zuletzt sorgten die Filme des Filmemachers gerade wegen der Zurschaustellung von Gewalt für Furore. Der neuste Streich ist da zurückhaltender. Deshalb gab es für den Streifen von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren in der ungeschnittenen Fassung.
 
 
 


 
 
 

DRAGGED ACROSS CONCRETE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
dragged-across-concrete-2018-bluray

(c) UNIVERSUM FILM

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dragged Across Concrete; USA 2018

Genre: Action, Drama, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 163 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Featurette: Elements of Crime – Part 1-3, Featurette: Moral Conflict Creating Cinema that Challenges, Trailer

Release-Termin: 20.08.2019

 

Hausu (Special Edition) [Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DRAGGED ACROSS CONCRETE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Abbildungen stammen von UNIVERSUM FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Brawl in Cell Block 99 (2017)
 
Killing Them Softly (2012)
 
Training Day (2001)
 
Dark Blue (2002)
 

Filmkritik: „The Manson Family Massacre“ (2019)

the-manson-family-massacre-2019-poster
 
 
 

THE MANSON FAMILY MASSACRE

(THE MASSACRE ON CIELO DRIVE)

Story

 
 
 

Eine Frau zieht in ein Haus ein, in dem die Mitglieder der berüchtigten Manson Family vor vielen Jahren ein Blutbad angerichtet haben. Alles gut und schön, würde die neue Mieterin nicht plötzlich von furchtbaren Träumen geplagt werden, in denen der Psychopath Charles Manson sein Unwesen treibt.

 
 
 


 
 
 

THE MANSON FAMILY MASSACRE – Kritik

 
 
 
Du hast mal wieder Lust Dir den Tag mit einem richtig miesen Film zu verderben? Dann haben wir hier die passende Empfehlung für Dich. THE MANSON FAMILY MASSACRE nennt sich ein Film, der mit einem Thema Neugierde wecken will, das seit einiger Zeit ziemlich häufig durch die Filmlandschaft geistert. Es sind die grausamen Taten der berüchtigten Manson Family. Hierbei handelte es sich um eine Gruppe junger Frauen und Männer um Charles Manson, die im Jahr 1969 mehrere Morde begingen. Darunter befand sich auch die hochschwangere Frau von Kultregisseur ROMAN POLANSKI, die mit mehreren Messerstichen kaltblütig ermordet wurde. Eine schockierende Tat, die offenbar immer noch deftig genug ist, um daraus Horrorstoff zu machen. So erschienen zuletzt mit WOLVES AT THE DOOR oder THE HAUNTING OF SHARON TATE zwei nicht unbedingt gelungene Horrorthriller, denen genau jene Taten genannter Manson Family zugrunde lagen.
 
 
the-manson-family-massacre-2019-bild-4
 
 
Dass das alles noch schlechter geht, beweist nun Regisseur ANDREW JAMES. Auch der greift die Manipulationsfähigkeiten des Charles Manson auf und taucht in die Vergangenheit des Psychopathen ein. Der nimmt sich Schlüsselmomente im grausamen Schaffen des Kriminellen vor und verknüpft diese mit einer fiktiven Geschichte, welche sich über zwanzig Jahre später abspielt. Klingt kompliziert und abgefahren – ist aber ziemlicher Blödsinn, den man zu Videohochzeiten nicht des Jugendschutzes wegen in den Giftschrank gesperrt hätte, sondern weil der Film so unfassbar schlecht ist. In Anbetracht genannten Regisseurs auch kein Wunder. ANDREW JAMES ist zwar fleißig im Drehbücherschreiben, Produzieren und Regieführen. Für das, was der Filmemacher aber bisher auf die Filmwelt losgelassen hatte, müsste er eigentlich einen Strafzettel erhalten. Die Liste seines Schaffens liest sich lang. Darauf befinden sich grandiose Perlen des Horrorkinos wie: AMITYVILLE ASYLUM, JURASSIC PREDATOR oder ROBERT – PUPPE DES TODES. Die ernüchternden Bewertungen auf IMDB sagen eigentlich alles.
 
 
the-manson-family-massacre-2019-bild-3
 
 
THE MANSON FAMILY MASSACRE spielt im Jahr 1992. Eine Sängerin zieht in genau jenes Haus ein, in dem die schwangere Sharon Tate und deren Freunde von den Anhängern des mysteriösen Manson-Kults 1969 ermordet wurden. Die will hier eigentlich an einem neuen Album arbeiten und ein paar Lieder schreiben. Doch aus der erhofften Ruhe wird nichts. Schon bald wird sie von schrecklichen Albträumen und Visionen geplagt. Darin die Hauptrolle: Psychopath Charles Manson. Der stiftet seinen Clan zu furchtbaren Taten an und entpuppt sich bald als der Teufel persönlich. Das macht Sängerin Margot Lavigne natürlich Angst. Die stöbert in der Vergangenheit der neuen Bleibe und deckt so Details auf, die äußerst beunruhigend sind.
 
 
the-manson-family-massacre-2019-bild-1
 
 
70 Minuten Leerlauf. THE MANSON FAMILY MASSACRE ist eine einfältige Low-Budget-Gurke, die einfach nur Zeit raubt. Wir sehen in zahlreichen Rückblenden, wie Charles Manson Anhänger manipuliert und Nichtanhänger terrorisiert. Dazwischen Momente, die über zwanzig Jahre später spielen und eine Musikerin in den Mittelpunkt rücken, die Nachforschung über den Verbrecher anstellt. Eine schleppende Tortur, zumal zuletzt genannte Szenen so ereignislos und langweilig über die Mattscheibe flimmern, dass man unbedingt die Fernbedienung parat halten sollte, um vorspulen zu können. Allein Schauspieler CIARON DAVIES rettet THE MANSON FAMILY MASSACRE vor der vollkommenen Belanglosigkeit. Im Film verkörpert er CHARLES MANSON und liefert gute Arbeit ab. Der geifert und schreit sich erschreckend bedrohlich durch die dünne Handlung, dass selbst dem Zuschauer ganz anders wird. Leider sind dessen Auftritte rar. Stattdessen übernehmen weniger ambitionierte Kollegen die Hauptarbeit und verursachen mit ihrer Talentlosigkeit Gänsehaut. Da schlüpfen Statisten in die Rollen der furchterregenden Manson Family und schlitzen sich beinahe schon gelangweilt durch die Körper ihrer Opfer. Das Ergebnis: eine ermüdende Schlachterei, die nicht mal ansatzweise eines Charles Manson gerecht werden kann. Zelluloidverschwendung!
 
 
the-manson-family-massacre-2019-bild-2
 
 


 
 
 

THE MANSON FAMILY MASSACRE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Willkommen zur Reihe: Filme, die die Welt nicht braucht! Wenn ein Regisseur ausschließlich Low-Budget-Käse dreht, den hierzulande bevorzugt Labels wie GREAT MOVIES, WHITE PEARL, MARITIM PICTURES oder PARAGON MOVIES veröffentlichen, sollte man gewarnt sein. In der Regel erscheinen nämlich dort Filme, die entweder trashig sind oder kein anderes Filmlabel freiwillig dem Horrorfan zumuten möchte. Blickt man auf die bisherige Filmografie von ANDREW JAMES befinden sich darunter viele Filme, die von erwähnten Filmlabels veröffentlicht wurden. Leider sind die genannten Filme des Regisseurs durch die Bank weg miserabel. Das trifft auch auf THE MANSON FAMILY MASSACRE zu. Das Poster ist vollkommen irreführend, der Film schaut trotz Millionenbudget billig aus und die Handlung hat weder Hand noch Fuß. Alles erweckt den Anschein, als wäre Filmemacher ANDREW JAMES unter Druck gewesen, seine viel zu lange Liste schlechter Filme weiter füllen zu müssen. Das Ergebnis ist furchtbar. Der Film hat trotz kurzer Laufzeit Längen, die schauspielerischen Leistungen sind eine Zumutung und das Drehbuch ist derart wirr, dass man sich fragt, was ANDREW JAMES intus hatte, als er den Quatsch zu Papier brachte. Der hat sich ein paar Momente aus dem Leben von Charles Manson gekrallt in denen er und seine Anhänger so richtig Böse waren. Darum wurde so etwas wie eine Handlung gepinselt. Das Ergebnis: Langeweile vor dem Herrn. Erst im Abspann wird es endlich mal interessant. Da werden die Originalgesichter jener Menschen gezeigt, die von Laien im Film verkörpert werden. Um den Wissensdurst des Publikums stillen zu können, erhält der Zuschauer einige Informationen zu den Verbrechern, die sich damals zur berüchtigten Manson-Sekte zusammengefunden haben. Ein netter Einfall, wäre da nicht die Tatsache, dass wohl die meisten Zuschauer von der Lehrstunde kaum etwas mitbekommen dürften. Entweder hat man THE MANSON FAMILY MASSACRE bereits nach wenigen Minuten abgeschalten oder man bekommt den Abspann erst gar nicht zu sehen, weil man der langweiligen Inszenierung wegen eingeschlafen ist.
 
 
 


 
 
 

THE MANSON FAMILY MASSACRE – Zensur

 
 
 
THE MANSON FAMILY MASSACRE hat ein paar Morde zu bieten. So bebildert der Film u.a. auch die schockierenden Morde rund um die Frau von Roman Polanski sowie deren Freunde. Das reduziert sich auf Morde mit mehreren Messersticken und Kills mit Schusswaffen. Hierzulande dürfte das alles eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE MANSON FAMILY MASSACRE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei 4Digital Media

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Helter Skelter – Nacht der langen Messer (1976)
 
Charlie Says (2018)
 
Last Shift (2014)
 
The Manson Family (2003)
 
Wolves at the Door (2016)
 
Der Kult – Die Toten kommen wieder (2016)
 

Filmkritik: „No Mercy“ (2019)

no-mercy-2019-poster
 
 
 

NO MERCY

Story

 
 
 
Als die Schwester von einer jungen Frau entführt wird, macht diese sich ihre Kenntnisse als Bodyguard zu Nutze und schwört den Kidnappern blutige Rache.

 
 
 


 
 
 

NO MERCY – Kritik

 
 
 
Aus Südkorea darf man ab und zu starke Genrekost erwarten. „No Mercy“ zählt leider nicht dazu. Die simple Geschichte wird leider etwas arg konstruiert erzählt und auch sonst bleibt dieses Werk hinter seinen Möglichkeiten zurück, selbst wenn daran längst nicht alles schlecht ist.
 
 
no-mercy-2019-bild-1
 
 
Inae arbeitet als Bodyguard und ist deshalb aus beruflichen Gründen nicht immer für ihre geistig behindere Schwester da. Eines Tages wird diese dann nach der Schule entführt. Was wie ein Streich von Mitschülerinnen aussieht, endet bei Gangstern und Zuhältern. Es dauert nicht lange bis Inae erste Namen herausfinden kann und von da an ist sie stets auf der Suche nach ihrer Schwester, die sich allerdings nie lange bei einem Entführer aufhält. Das größte Problem an der Geschichte ist wohl, dass sie enorm konstruiert wirkt. Was anfangs noch geradlinig erscheint, wird schon bald unnötig verschachtelt, aber an Glaubwürdigkeit gewinnt das Szenario deshalb noch lange nicht. Der Plot ist eigentlich sehr simpel und an sich handelt es sich einfach nur um eine Rache-Geschichte, doch in der zweiten Hälfte bekommt das noch sehr viel Hintergrund. Eigentlich ist das eine lobenswerte Herangehensweise, nur will das bei „No Mercy“ leider niemals so richtig auf den Punkt kommen und irgendwann ist man als Zuschauer dann davon genervt.
 
 
no-mercy-2019-bild-2
 
 
Im mittleren Teil besteht der Film aus viel zu vielen Rückblenden. Hier gibt es alle paar Sekunden eine neue Szene aus der Vergangenheit. Selbst wenn man damit einen Hintergrund erschafft, ist es zu viel des Guten und das aktuelle Geschehen wird immens ausgebremst. Besonders am Anfang und am Ende bemerkt man, dass es „No Mercy“ gut getan hätte, wenn er seine Story einfach geradlinig gelassen hätte. Über die Inszenierung kann man sich jedoch weniger beklagen. Die Optik ist auf jeden Fall gut und die Actionszenen wurden ebenfalls solide realisiert, selbst wenn die Kamera hier ab und zu etwas zu hektische Bilder entstehen lässt. Der Zuschauer darf sich auf eine Mischung aus etwas Thriller und etwas Action gefasst machen, denn beide Komponenten spielen eine Rolle. Die Kämpfe sind meist recht knackig und kurz gehalten, lassen aber tatsächlich etwas Spannung entstehen. Das liegt sicherlich auch mit daran, dass sich hier eine zierliche Frau durch eine harte Männerwelt kämpfen muss. Zwar ist das Anno 2019 keineswegs mehr originell, doch Si-young Lee, die wirklich eine gute Arbeit abliefert, wirkt nun echt dermaßen unerfahren im Kampf, dass man zwangsläufig etwas mit ihr mitfiebern muss.
 
 
no-mercy-2019-bild-4
 
 
Die kleine Portion Drama darf man dann getrost vergessen, denn selbst wenn bei „No Mercy“ emotionale Momente aufkommen sollen, so wirkt das einfach nicht besonders intensiv. Dafür sind die Charaktere dann leider auch zu belanglos. Während Inae eigentlich die einzige Identifikationsfigur für den Zuschauer ist, verkommt besonders die Männerwelt zum reinen Selbstzweck. Klar, die Welt ist ein böser Ort, aber in diesem Film sind einfach alle Männer böse und triebgesteuert. Im Endeffekt ist das eine Spur zu plakativ und bedauernswerterweise entfaltet sich auch die gewünschte Beziehung zwischen den Schwestern nie so richtig authentisch. Trotz dieser Mängel erweist sich „No Mercy“ als relativ kurzweilig. Er kommt schnell zur Sache und streut immer wieder kleine Actionszenen ein. An expliziter Gewalt wird zwar leider gespart und die Freigabe ab 18 Jahren wird wohl am ehesten aus den Selbstjustiz-Motiven entstanden sein, aber gänzlich harmlos ist das nun ebenfalls nicht. Alle Darsteller erledigen ihre Sache ganz passabel, nur der der meist elektronische Score verliert bei seinem Dauereinsatz irgendwann an Wirkung.
 
 
no-mercy-2019-bild-3
 
 


 
 
 

NO MERCY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
„No Mercy“ ist ein kleiner Actionhappen für zwischendurch, der absolut nichts Weltbewegendes darstellt, von Genrefans aber ruhig mal angetestet werden darf. Leider wird gerade die einfache Geschichte durch ihre unnötig konstruierte Erzählweise etwas kaputt gemacht. Dafür bekommt man eine passable Inszenierung, solide Darsteller und besonders Si-young Lee macht sich in der Hauptrolle doch sehr ordentlich. Die Figurenzeichnung ist deutlich zu plakativ und so richtig intensiv will das Geschehen auch nie werden, dennoch muss sich der Zuschauer nie zu sehr langweilen und bekommt ein paar flott gemachte Actionszenen zu sehen. Ein paar Rückblenden weniger wären schön gewesen, etwas mehr brachiale Gewalt ebenfalls, so dass sich positive, wie negative Aspekte im Endeffekt am ehesten die Waage halten!
 
 
 


 
 
 

NO MERCY – Zensur

 
 
 
Rachefilme und die FSK – das ist immer so eine Sache. Sobald sich Frauen in dieser Art Filmen rächen, ist es generell so, dass die Prüfbehörde damit keinen Spaß versteht und die Freigabe verweigert. Anders bei „No Mercy“. Der Film wurde ungeschnitten mit einem roten FSK-Flatschen freigegeben.
 
 
 


 
 
 

NO MERCY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
no-mercy-2019-bluray

(c) Busch Media Group (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: No Mercy; Südkorea 2019

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Koreanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 16.08.2019

 

No Mercy [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

NO MERCY – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Oldboy (2003)
 
Sympathy for Mr. Vengeance (2002)
 
Lady Vengeance (2005)
 
I Saw the Devil (2010)
 

Filmkritik: „The Intruder“ (2019)

the-intruder-2019-poster
 
 
 

THE INTRUDER

Story

 
 
 

Ein junges Ehepaar träumt von einem neuen Leben in den eigenen vier Wänden. Doch das Traumhaus entpuppt sich als Albtraum, weil der ehemalige Eigentümer ein Psychopath ist.

 
 
 


 
 
 

THE INTRUDER – Kritik

 
 
 
Nanu, hat man wieder die Remake-Presse angestellt? Zumindest könnte man das meinen, wenn man einen Titel wie THE INTRUDER liest. Schaut man sich nämlich ein wenig in den bekannten Filmdatenbanken OFDB und IMDB um, wird man schnell entdecken können, dass so einige Horrorklassiker gleiche Titelkreation tragen. Wir können aber beruhigen. THE INTRUDER aus dem Jahr 2019 ist keine Neuverfilmung eines bereits vorhandenen Films. Stattdessen wird Ideenraub betrieben. Bei genauerer Betrachtung ist dieser Hollywood-Schnellschuss nichts anderes, als eine weitere Kopie ähnlich thematisierter Filme wie FEAR – WENN LIEBE ANGST MACHT oder THE STEPFATHER von 1987. In beiden Filmen versteckte sich das personifizierte Böse hinter der Fassade vermeintlich netter Bürger. Genannte Klassiker boten immerhin effektiven Thrill für nervenstarke Zuschauer. Ob das auch für THE INTRUDER gilt?
 
 
the-intruder-2019-bild-2
 
 
Annie (MEAGAN GOOD) und Scott (MICHAEL EALY aus dem Remake von JACOB’S LADDER) sind ein junges Ehepaar mit Problemen. Gatte Scott nimmt es nämlich nicht immer genau mit der Treue, weshalb die beiden schon einiges versucht haben, um die Beziehung retten zu können. So soll der nächste Schritt die Gründung einer Familie sein. Dafür hat man sich ein schönes Anwesen in idyllischer Lage ausgesucht, das sich Scott einiges kosten lassen hat. Doch das Traumhaus entpuppt sich bald als Albtraum. Der ehemalige Besitzer kann offenbar nicht loslassen. Charlie Peck (DENNIS QUAID aus FREQUENCY und DIE REISE INS ICH) hat mehrere Jahre in dem Waldhaus gelebt und darin sogar seine Frau an den Krebs verloren. Demzufolge fällt der Abschied schwer. Doch das Verhalten des ehemaligen Besitzers nimmt bald seltsame Züge an. Tagein, tagaus verbringt er Zeit auf dem Grundstück und ignoriert dabei die Wünsche seiner Käufer. Die wollen hier endlich in Ruhe leben und bekommen es langsam mit der Angst zu tun, weil der alte Eigentümer auf die Privatsphäre der neuen Mieter pfeift. Was für ein schöner Start ins neue Leben.
 
 
the-intruder-2019-bild-5
 
 
Nicht alles, was von einem großen Studio in Arbeit gegeben wird, muss zwangsläufig auch im Kino landen. THE INTRUDER hat mehr als das dreifache seines mageren Budgets an den amerikanischen Kinokassen wieder einspielen können, ist aber bei genauerer Betrachtung ein Psychothriller auf TV-Niveau. Zwar hat der Streifen mit DENNIS QUAID ein bekanntes Gesicht Hollywoods in petto; unterm Strich ist THE INTRUDER aber glattpolierte Horrorunterhaltung von der Stange. Dabei gestaltet sich die vehemente Vorhersehbarkeit der Geschehnisse als eines der größten Probleme. Der Film macht kein großes Geheimnis um das Mysterium seines Plots. So ist bereits nach 15 Minuten klar, dass DENNIS QUAID als ehemaliger Hauseigentümer nicht der ist, der er zu sein scheint. Der mimt zwar einen netten Mann mittleren Alters, hat es aber faustdick hinter den Ohren. Er stellt den neuen Eigentümern nach, manipuliert seine Opfer und entpuppt sich bald als gerissener Psychopath, der so einige Leichen im Keller hat.
 
 
the-intruder-2019-bild-3
 
 
Alles gut und schön, wären da nicht knapp zwei Stunden Laufzeit, die gefüllt werden müssen. Weil das Geheimnis um den Bösewicht bereits zu früh gelüftet wird, macht es sich THE INTRUDER schwer mit dem Spannungsaufbau, denn was passieren wird, ist offensichtlich. Da wird künstlich Laufzeit generiert und die Handlung mit immer wieder gleichen Abläufen gefüllt. DENNIS QUAID kommt als ehemaliger Besitzer zu Besuch und nistet sich bei den neuen Eigentümern ein. Am nächsten Tag kommt er erneut und mäht den Rasen. Tag drei wieder mit DENNIS QUAID, der durch das Anwesen stromert, um nach dem Rechten zu sehen. Trotz mulmigen Gefühls, können sich die neuen Hausbesitzer nicht dazu durchringen die Polizei zu rufen. Auch dann nicht, als man es mit der Angst zu tun bekommt. Ziemlich doof und fern der Realität.
 
 
the-intruder-2019-bild-1
 
 
Nein, nein – THE INTRUDER ist keine Referenz in Sachen Psychopathen- und Stalker-Horror. Der Film kommt nie richtig in Fahrt und auch auf die fürs Genre obligatorischen Blutszenen muss man lang warten. Bei einem so halbherzigen Drehbuch voller Leerlauf und Logiklücken fragt man sich nicht zu Unrecht, was Schauspieler DENNIS QUAID bewegt haben muss, hier mitzuwirken. Wir schätzen mal, er hatte grade Zeit und die Gage hat gepasst. Der bekannte Darsteller wäre nicht der erste Hollywoodstar, der die Zeit zwischen Großproduktion nutzt, um sich sein Bankkonto mit wenig Aufwand aufzufüllen.
 
 
the-intruder-2019-bild-4
 
 


 
 
 

THE INTRUDER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Durchschnittlicher Stalker-Psychothriller auf TV-Niveau. Kaum zu glauben, dass THE INTRUDER im Kino lief. Die Handlung dieses Horrorthrillers ist so dünn, das selbst jeder POLIZEIRUF 110 dagegen oscarverdächtig erscheint. Schauspieler DENNIS QUAID will mal richtig böse sein und versucht sich als Psychopath. Leider hat er sich da aber wohl eines der schwächsten Drehbücher ausgesucht, die in Hollywood zuletzt gehandelt wurden. Die Handlung ist vorhersehbar, die Abläufe generisch und auch in Sachen Gewalt ist THE INTRUDER alles andere, als erbaulich. Voll der Zeiträuber. Gras beim Wachsen zuschauen ist spannender.
 
 
 


 
 
 

THE INTRUDER – Zensur

 
 
 
THE INTRUDER ist kein Angstmacher. In Amerika erhielt der Streifen ein jugendfreundlichen PG-13. Das ist auch kein Wunder. Gewalt oder vulgäre Sprache wird nämlich kaum im Film eingesetzt. Erst im Finale bekommt man etwas davon zu sehen. Dann geht es – wenn wundert es – dem Bösewicht an den Kragen. Hierzulande dürfte THE INTRUDER eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE INTRUDER – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Sony Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
One Hour Photo (2002)
 
Stepfather (2009)
 
The Stepfather (1987)
 
The Stepfather 2 (1989)
 
Stepfather 3 – Vatertag (1992)
 
The Roommate (2011)
 

Filmkritik: „Beneath Us“ (2019)

beneath-us-2019-poster
 
 
 

BENEATH US

Story

 
 
 

Eine Geschichte vom bösen, weißen Mann, die gar nicht so weit hergeholt ist: Vier illegale Einwanderer geraten in die Fänge rassistischer, weißer Amerikaner.

 
 
 


 
 
 

BENEATH US – Kritik

 
 
 
In Zeiten in denen Themen wie Rechtspopulismus, Rassismus, Fremdenhass und illegale Immigration die Nachrichten dominieren, gibt es Menschen, die sich rigoros und mutig dagegenstellen und Kritik äußern. Genau jenes Kritisieren wird schon lange nicht mehr nur allein von jenen vorgenommen, die ihre Meinung in Form von Protesten auf der Straße verkünden wollen. Auch in Kunst, Film und Kultur tut sich was. Im Horrorfilm ebenso. Zuletzt legte sich diesbezüglich JORDAN PEELE ins Zeug. Mit dem Horrorthriller GET OUT feierte er nicht nur finanzielle Erfolge und bekam reichlich Lob von Zuschauern und Kritikern. In seinem Film prangerte er ebenso den Alltagsrassismus in den USA an, wo immer noch zwischen Weiß und Schwarz unterschieden wird. Ein Thema, das traurig macht und über das auch MAX PACHMAN sprechen will. Der lässt seiner Wut im Langfilmdebüt BENEATH US freien Lauf. Das Resultat ist nicht ganz ohne.
 
 
beneath-us-2019-bild-1
 
 
Wenn der amerikanische Traum zum Albtraum wird. Genau dieser Erfahrung muss auch der Mexikaner Alejandro machen, der von einem neuen Leben in den Vereinigten Staaten von Amerika träumt, aber sich hier illegal aufhält. Der schlägt sich als Tagelöhner über die Runden und benötigt dringend Geld, um auch Sohn und Frau über die amerikanische Grenze bringen zu können. Ein Problem, das bald für noch größere Probleme sorgt. Zusammen mit Bruder Memo und zwei weiteren Immigranten nimmt man einen Job auf dem Grundstück zweier vermögender Amerikaner an. Dort soll man ein kleines Gartenhaus auf Vordermann bringen, damit die Arbeitgeber das Grundstück mit allen darauf befindlichen Gebäuden rentabel verkaufen können. Klingt nach einem guten Job, zumal viel Geld für die Arbeiten versprochen wird. Doch die Sache hat einen Haken. Die vermeintlich netten Weißen sind Rassisten. Sie nutzen die Ahnungslosigkeit der mexikanischen Arbeiter aus, um sie nach getaner Arbeit unter dem Anwesen zu verscharren. Der doppeldeutige Filmtitel deutet es bereits an.
 
 
beneath-us-2019-bild-6
 
 
Sind illegale Immigranten eigentlich Menschen zweiter Klasse? Genau jene Frage stellt BENEATH US dem Zuschauer, der hier mit ansehen muss, wie zwei gutbürgerliche Weiße ihren Hass gegenüber illegalen Einwanderern im Film ausleben. Die demütigen nicht nur ihre Opfer, sondern spielen auch mit deren Angst von den Behörden gefasst zu werden, weil sich die Männer unangemeldet im Land aufhalten. So werden die mexikanischen Arbeiter wie Sklaven gehalten und sind den perfiden Spielen ihrer Arbeitgeber ausgeliefert. Letztere zeigen schon früh ihr wahres Gesicht. Freundlichkeit ist nur Fassade. Schnell offenbart sich Hass und die Sucht danach, genau jene Objekte des Hasses leiden zu sehen. Genrebedingt muss da natürlich Blut fließen. Da werden aus der Laune heraus Immigranten ermordet immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass nach den Opfern ohnehin niemand suchen wird. Das ist bitter und einer der Gründe, warum BENEATH US schnell unangenehme Ausmaße erreicht.
 
 
beneath-us-2019-bild-4
 
 
Damit tritt der Film in gleiche Fußstapfen, wie der 2010 gedrehte Horrorthriller UNDOCUMENTED. Auch darin gerieten illegale mexikanische Einwanderer in den Fokus patriotischer Amerikaner, die die USA von der sprichwörtlichen und aktuell auch von Donald Trump bezeichneten „Invasion“ mexikanischer Immigranten bewahren wollen. Dass der Kampf gegen Recht und Gesetz mit blutigen Mitteln ausgetragen werden muss, hinterlässt einen widerwärtigen Beigeschmack – scheint aber in Zeiten von Rechtsextremismus und Fremdenhass nicht weit hergeholt zu sein.
 
 
beneath-us-2019-bild-3
 
 
Leider gerät die brisante Einwanderungsthematik in beiden Filmen zugunsten der Zurschaustellung von Mord und Totschlag rasch ins Abseits. BENEATH US nutzt nämlich den Diskussionsstoff aus, um genau daraus einen Horrorfilm zu machen, der sich irgendwo im Subgenre des Folter- und Survival-Horrorfilms bewegt und dann doch eher die niederen Instinkte des Zuschauers stimulieren will. So müssen die Sympathieträger einen Weg voller Leiden und Demütigungen gehen, um sich am Ende an ihren Peinigern rächen zu können. Einfallsreich ist das freilich nicht und hat man in den letzten Jahren vor allem in den vielen Rape-and-Revenge-Filmen zu oft auf der Mattscheibe gehabt. Trotzdem funktioniert das Spiel zwischen Täter und Opfer immer noch ganz gut, was vor allem daran liegt, weil Regisseur MAX PACHMAN gute Figuren hat und konsequent zwischen Gut und Böse differenziert. Der konzentriert sich auf das Wesentliche und lässt kaum Leerlauf zu. Eh man sich versieht, flimmert schon der Abspann über den Fernsehapparat, wobei es sich der Filmemacher nicht nehmen lassen hat, am Ende noch einmal da zu treffen, wo es wirklich wehtut. Dort bekräftigt er die eigene Meinung über das Problem der illegalen Grenzüberschreitung und den Umgang mit genau jenen Menschen. Unrecht hat er da nicht.
 
 
beneath-us-2019-bild-2
 
 
Während wir Bilder von mexikanischen Tagelöhnern sehen, die sich offenbar illegal im Land aufhalten und nach Arbeit suchen, lauschen wir einem Radiointerview. Darin unterhalten sich zwei Männer. Einer derer erklärt überzeugt, dass illegale Immigranten quasi Staatseigentum wären und zu Zwangsarbeit gezwungen werden sollten, weil sie sich in einem Land aufhalten, in dem sie nicht sein dürften. Auf die Frage hin, ob das nicht Sklaverei wäre, wird die Frage in den Raum geworfen, was denn das Problem am Begriff Sklaverei wäre. Eine Einstellung, der vermutlich auch Jahre nach Ende der Rassentrennung immer noch in den Köpfen viele vaterlandsliebender, weißer Amerikaner umherspukt. Das ist in kosmopolitischen Zeiten wie der Heutigen erschreckend, zumal sich diese Denke nicht nur auf die Vereinigten Staaten reduziert. Rassismus ist weltweit ein Problem. Das können wir in einer multikulturellen Welt nicht hinnehmen. Lasst uns darüber sprechen!
 
 
beneath-us-2019-bild-5
 
 


 
 
 

BENEATH US – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Beunruhigender Rassismus-Horror, der aktueller ist denn je. Das Langfilmdebüt BENEATH US macht mal wieder die Bestien Mensch zum Thema und protokolliert in aller Schonungslosigkeit zu welchen Grausamkeiten der Mensch fähig ist. Herausgekommen ist ein Folter- und Survival-Horrorthriller, der zumindest innerhalb genannter Subgenres alles richtig macht. Folter, Quälen, Rächen – die Verläufe sind bekannt. Was den Film doch etwas spezieller Macht ist die Tatsache, dass Regisseur MAX PACHMAN brisante, politische Themen verwebt. BENEATH US prangert Themen wie Rassismus und Fremdenhass an. Allein vor diesem Hintergrund fühlt sich BENEATH US härter an, als die sonstigen Konsorten der Gattung Quäl- und Rachefilm.
 
 
 


 
 
 

BENEATH US – Zensur

 
 
 
BENEATH US hat einige Gewaltmomente zu bieten, die aber nicht sehr reißerisch in Szene gesetzt werden. Eine Säge schneidet sich in eine Hand, ein Messer wird mehrmals in einen Körper gerammt, ein Hund wird abgestochen und Gewehrmunition wird in Beine und Kopf gejagt. Weiterhin wird ein Kopf mit Absätzen eines Schuhs „bearbeitet“. Hierzulande dürfte der Film eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

BENEATH US – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Premiere Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Desierto – Tödliche Hetzjagd (2015)
 
Undocumentes (2010)
 
Territories (2010)
 

Filmkritik: „Dark Crimes“ (2016)

dark-crimes-2016-poster
 
 
 

DARK CRIMES

(TRUE CRIMES)

Story

 
 
 

Ein Ermittler kurz vor der Pensionierung nimmt sich einen Mordfall in der SM-Szene vor und gerät in einen Strudel aus Gewalt und Perversion, bei dem ein ominöser Autor seine Finger mit im Spiel hat.

 
 
 


 
 
 

DARK CRIMES – Kritik

 
 
 
Wenn ein Film gute zwei Jahre lang im Giftschrank verweilt, bis er dann doch hervorgekramt wird, ist das selten ein gutes Zeichen. „Dark Crimes“ entstand schon 2016, wurde jedoch jetzt erst veröffentlicht und vor allen Dingen kann man hier natürlich mit einem Jim Carrey in einer ernsten Rolle werben. Bringen tut das allerdings alles nichts, denn man hat es mit einem sehr uninspirierten Werk zu tun.
 
 
dark-crimes-2016-bild-2
 
 
Der Ermittler Tadek muss im Archiv arbeiten, weil er in der Vergangenheit einen Fall ruiniert hat. Bald steht die Pensionierung an, doch Tadek will erhobenen Hauptes gehen und sichert sich einen neuen Fall, bei dem es um einen ermordeten Geschäftsmann geht, der sich in der SM-Szene bewegte. Seltsamerweise gibt es da den Autoren Kozlow, der in einem Buch den scheinbar identischen Mord beschrieben hat. Also ist sich Tadek sicher, dass Kozlow der Täter sein muss, doch so einfach ist die Sache dann natürlich nicht. Inspiriert wurde das Drehbuch wohl von wahren Begebenheiten, aber das ist nur eine Randnotiz und überhaupt nicht weiter wichtig. Die Story verlässt sich auf die Seh-Gewohnheiten des Krimizuschauers, bietet ein paar falsche Fährten und am Ende ist dann sowieso alles anders, als gedacht. So weit, so gut, nur dummerweise ist diese Geschichte völlig langweilig. Die Auflösung mag noch halbwegs schlüssig sein, wird jedoch keine „Aha“ und „Wow“ Stürme auslösen können. Schlimmer wiegt da schon die Tatsache, dass der Weg zur Auflösung sehr uninteressant gestaltet wurde und es wirklich keine Zutaten gibt, die es nicht schon wesentlich besser gegeben hat.
 
 
dark-crimes-2016-bild-4
 
 
Jim Carrey ist zwar als Grimassenschneider bekannt, aber er hat einige Male bewiesen, dass er auch die ernsten Rollen gut beherrscht. In „Dark Crimes“ kann er allerdings nicht überzeugen. Fast ohne sämtliche Mimik spielt er sich durch das langweilige Drehbuch und wirkt dabei ebenfalls gelangweilt. Wenn man den einstigen Spaßvogel hier so beobachtet, kann man schon den Eindruck gewinnen, dass er die Freude an der Schauspielerei verloren hat. Marton Csokas ist als Gegenspieler aber keineswegs besser. Seine arrogante Rolle lässt keinerlei Sympathien zu und Csokas vermittelt das mit seinem stets ekeligen Grinsen zwar eigentlich passend, jedoch genauso lustlos. Das Talent einer Charlotte Gainsbourg wird in einer Nebenrolle zusätzlich ziemlich verschenkt. Passend zu den bestenfalls passablen Darstellerleistungen gesellt sich eine Figurenzeichnung, die keinerlei eigene Identität besitzt. Die Charaktere langweilen, besitzen kaum Profil und sind einfach nur so da, ohne den Zuschauer jemals irgendwie berühren zu können.
 
 
dark-crimes-2016-bild-1
 
 
„Dark Crimes“ hat den Emotionen aber scheinbar sowieso abgeschworen. Man bekommt es mit einem gänzlich unterkühlten Film zu tun, der keinerlei Gefühl besitzt. Problematisch wird das gerade deshalb, weil man hier auch etwas Drama bieten will und das funktioniert so einfach nicht. Wenn es da diese farblosen Bilder zu sehen gibt, die von einem düsteren, sphärischen Score unterlegt werden, dann kommt eine Finsternis auf, die der Inszenierung leider gar nicht gewachsen ist. Regisseur Alexandros Avranas fällt nämlich überhaupt nichts ein, wie er die Zutaten packend servieren könnte. Oftmals wird einfach nur auf die Gesichter der gelangweilten Schauspieler gezoomt. Daraus kann nichts werden. Zudem mangelt es an Schauwerten, die Kulissen sind ebenfalls langweilig und man wird den Eindruck nie los, dass „Dark Crimes“ ganz schön billig ist. Ein bisschen nackte Haut, reißerisch verpackt, macht das auch nicht gerade unterhaltsamer. Mit einer Laufzeit von rund 90 Minuten ist das eigentlich nicht zu lang ausgefallen und dennoch macht sich schon bald Langeweile breit, die bis zum Schluss einfach nicht verschwinden will.
 
 
dark-crimes-2016-bild-3
 
 


 
 
 

DARK CRIMES – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
„Dark Crimes“ will viel, kann im Endeffekt aber kaum etwas bieten. Die Story besitzt ein paar solide Einfälle, ist aber so schrecklich uninteressant geschrieben, dass hier niemals Spannung aufkommen kann. Hinzu gesellen sich Darsteller, die zwar an sich nicht schlecht sind, aber trotzdem nie überzeugen können. Und Jim Carrey kann es auf jeden Fall viel besser. Abgerundet wird der schlechte Eindruck von einer langweiligen Inszenierung und einer Atmosphäre, die so wahnsinnig gerne abgrundtief düster wäre, es aber nie hinbekommt, dem Zuschauer dies zu vermitteln. Das Resultat ist am Ende schlichtweg langweilig!
 
 
 


 
 
 

DARK CRIMES – Zensur

 
 
 
„Dark Crimes“ – der übrigens im Original „True Crimes“ heißt – hat von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Hinzukommt, dass der Film in Deutschland ungeschnitten zu haben ist.
 
 
 


 
 
 

DARK CRIMES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
dark-crimes-2016-bluray

(c) Studio Hamburg (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: True Crimes; Großbritannien | USA | Polen 2016

Genre: Thriller, Drama, Krimis

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.77:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 14.06.2019

 

Dark Crimes [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DARK CRIMES – Trailer

 
 


 
 

Benjamin Falk

(Die Rechte für alle Grafiken liegen bei Studio Hamburg)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Zodiac – Die Spur des Killers (2007)
 
Hangman – The Killing Game (2017)
 
Schneemann (2017)
 

Filmkritik: „The Haunting Of Sharon Tate“ (2019)

haunting-of-sharon-tate-2019-poster
 
 
 

THE HAUNTING OF SHARON TATE

Story

 
 
 

Die hochschwanger SHARON TATE wird von schrecklichen Träumen geplagt, in denen Sie den eigenen Tod kommen sieht. Alles nur Einbildung oder doch drohendes Unheil?

 
 
 


 
 
 

THE HAUNTING OF SHARON TATE – Kritik

 
 
 
Der Sommer 1969 schockierte ein ganzes Land. Am 9. August genannten Jahres zogen Mitglieder einer rassistischen Sekte los, um in den Hollywood Hills ein grausames Verbrechen auszuüben, das selbst heute noch Schauer verursacht. Im Fokus: Die damals hochschwangere Frau von Kult-Regisseur ROMAN POLANSKI. Sie galt zu ihrer Zeit als eine der schönsten Frauen der Welt und als Stilikone der Swinging Sixties. Leider wurde ihr der Erfolg zum Verhängnis. Zusammen mit einigen Freunden wurde sie von Anhängern der Hippie-Kommune MANSON FAMILY ermordet, die von Psychopath CHARLES MANSON gegründet und geleitet wurde. Kontroverser Stoff, der offenbar auch heute noch für so einige Regisseure von Interesse ist, um ihn kommerziell ausschlachten zu können. Zu einem dieser Filmemacher gehört DANIEL FARRANDS. Der war schon an so einigen Horrorfilm-Produktionen beteiligt und scheint ein großes Herz für Genre-Ware zu besitzen. So schrieb er nicht nur das Drehbuch zu HALLOWEEN 6 und HAVENHURST. Auch als Produzent bewies er den richtigen Riecher und finanzierte so Horrorfilme wie HAUS DER DÄMONEN oder AMITYVILLE – THE AWAKENING mit. Dass bei so viel Liebe zum Horror auch THE HAUNTING OF SHARON TATE jene Schiene bedient, verwundert wenig. Statt einen informativen Tatsachenbericht über die Manson Morde abzuliefern, werden eher niedere Instinkte befriedigt. Damit tritt man in die gleichen Fußstapfen, wie der ähnlich gelagerte WOLVES AT THE DOOR. Auch dort wurde der Kriminalfall für einen Horrorthriller missbraucht, um möglichst detailreich das Ableben der Opfer zeigen zu können. Das ist irgendwie den Opfern und Angehörigen pietätlos gegenüber.
 
 
haunting-of-sharon-tate-2019-bild-3
 
 
Die Frau von Regisseur ROMAN POLANSKI ist im neunten Monat schwanger. Leider befindet sich der Gatte bei Dreharbeiten in London, weshalb sich SHARON TATE (gespielt von HILARY DUFF) in das gemeinsam angemietete Haus über den Hügeln Hollywoods zurückgezogen hat und sich dort mit Freunden die Zeit vertreibt. Leider erlebt die attraktive Sharon bald den Horror auf Erden. Sie wird von schrecklichen Albträumen und Visionen geplagt, in denen sie den eigenen Tod und den der Freunde voraussieht. Als wäre das nicht schon schaurig genug, fühlt sich die junge Frau auch noch verfolgt. Ein Fremder dringt in das Anwesen ein und hinterlässt Tonaufnahmen mit satanistischen Versen. es Sharon da mit der Angst bekommt ist verständlich. Leider will niemand der Freunde Glauben schenken. Die führen die plötzlichen Panikattacken auf die Schwangerschaft zurück. Eine Fehlinterpretation – wie sich bald herausstellen wird. Da klopft es plötzlich an der Tür und einige Fremde meinen es nicht gut mit der aufgebrachten Feiergesellschaft.
 
 
haunting-of-sharon-tate-2019-bild-2
 
 
Mittlerweile muss man mit einer gesunden Skepsis an Filme herangehen, die Themen aufgreifen, welche sich tatsächlich ereignet haben. So auch bei THE HAUNTING OF SHARON TATE. Der Film suggeriert dem Publikum nämlich, dass Kult-Schauspielerin SHARON TATE vor ihrem Tod schreckliche Visionen vom eigenen Ableben durchlebt hat. Das ist dreiste Blendung am Zuschauer, denn die Schwester der Ermordeten beteuerte in Interviews, dass es derartige Vorhersehungen in keinster Weise gegeben haben soll. Doch bei dieser Falschaussage soll es nicht bleiben. Neben wüsten Verschwörungstheorien, die hier beinahe ungeniert ins Drehbuch geschrieben wurden, ist es vor allem auch Filmemacher ROMAN POLANSKI, der eine Menge einstecken muss. Der wird zwar von keinem Schauspieler im Film verkörpert, ist aber dennoch ziemlich oft Thema. So wird er als ignoranter Ehepartner im Film beschrieben, der sich einen Deut um seine Gattin schert und sich stattdessen mit anderen Frauen vergnügt. Das ist irgendwie unverschämt.
 
 
haunting-of-sharon-tate-2019-bild-1
 
 
Doch THE HAUNTING OF SHARON TATE vermittelt nicht nur ein falsches Bild von Vorfällen und Opfern. Der Streifen kann sich auch nicht entscheiden, was er denn nun eigentlich sein will. Regisseur, Drehbuchautor und Produzent DANIEL FARRANDS vermischt hier Tatsachenberichte mit Mystery und Horrorelementen. Das Resultat ist verwirrend. Da träumt Filmfigur SHARON TATE vom eigenen Tod und ist plötzlich ihren Peinigern einen Schritt voraus. Sie überwältigt die Täter und bringt sie mit ihren Freunden um die Ecke, nur um in der folgenden Szene plötzlich doch von der Polizei tot aus dem Vorgarten herausgetragen zu werden. Abschließende Wort über Schicksal und Vorhersehung geben keinen Aufschluss und lassen das Publikum ratlos vor der Glotze zurück. Da stellt sich zu Recht die Frage, was uns Initiator DANIEL FARRANDS mit seinem doch ziemlich einfältigen THE HAUNTING OF SHARON TATE sagen wollte. Weil ein Regie-Audiokommentar auf der Blu-ray und DVD-Veröffentlichung fehlt, dürfte man als Zuschauer wohl nur spekulieren können.
 
 


 
 
 

THE HAUNTING OF SHARON TATE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Zum 50. Jahrestag der Manson-Morde folgt ein weiterer Film über die Ereignisse, den man aber nicht ernst nehmen kann. Was dem Zuschauer hier vermittelt wird, ist haarsträubend. Unter dem Deckmantel eines schockierenden Kriminalfalls, der sich in den 1960er Jahren tatsächlich in Amerika abgespielt hat, wird hier Wahrheit mit Fiktion vermischt. Das Resultat ist ein Horrorthriller, der zum Ende hin äußerst wirr anmutet und auch noch ins Esoterische abdriftet. Einzig der bedrohliche Score von FANTOM in Kombination mit der soliden Kameraarbeit von CARLO RINALDI retten THE HAUNTING OF SHARON TATE vor dem völligen Untergang. Im Strudel aus totgefilmten Jump-Scares und komischen Handlungsverläufen tut dann auch Sängerin und Ex-Disney-Vorzeigesternchen HILARY DUFF leid. Nach kleiner Schauspielabstinenz meldet die sich mit einem kontroversen Horrorthriller zurück, der gerade wegen seiner reißerischen Zurschaustellung tatsächlich geschehener Ereignisse und unnötiger Falschaussagen von Kritikern und Publikum verrissen wurde. Duff verkörpert im Film die schwangere SHARON TATE und spielt die von Albträumen geplagte und paranoid werdende Frau Polanskis glaubhaft. Dennoch ein Kampf gegen Windmühlen. THE HAUNTING OF SHARON TATE ist unnötig und auch nicht sonderlich spannend. Ein paar Gewaltszenen gehen dann aber doch etwas zu weit – zumindest für die von der FSK attestierte Freigabe ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE HAUNTING OF SHARON TATE – Zensur

 
 
 
Wenn die Sektenmitglieder unzählige Male auf ihre Opfer einstecken, ist das doch schon sehr hart anzusehen. Da wundert es schon etwas, dass THE HAUNTING OF SHARON TATE hierzulande ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben wurde. Offenbar hatte die FSK einen guten Tag und ließ den Film passieren.
 
 
 


 
 
 

THE HAUNTING OF SHARON TATE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
haunting-of-sharon-tate-2019-bluray

(c) UNIVERSUM FILM (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Haunting of Sharon Tate; USA 2019

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailershow, Trailer, Interviews

Release-Termin: 10.05.2019

 

The Haunting of Sharon Tate [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE HAUNTING OF SHARON TATE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei UNIVERSUM FILM )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wolves at the Door (2016)
 
The Manson Family (2003)
 
Once Upon a Time… in Hollywood (2019)
 
Helter Skelter – Die Nacht der langen Messer (1976)
 

Filmkritik: „Haus der Todsünden“ (1976)

haus-der-todsuenden-1976-poster
 
 
 

HAUS DER TODSÜNDEN

(HOUSE OF MORTAL SIN | THE CONFESSIONAL MURDERS)

Story

 
 
 

Jenny (Susan Penhaligon) ist jung, hübsch und verfügt über einen, nun ja, nicht gerade strengen Moralkodex. Nachdem sie ihren alten Freund Bernard trifft, der zwischenzeitlich zu Gott gefunden und sogar die Priesterweihe erhalten hat, denkt sie über Religion nach. Passt gut, verlässt sie doch gleich ihr Lover Terry. Jenny möchte bei Bernard beichten gehen. Leider hat der ältere Priester Meldrum (Anthony Sharp) Dienst. Er nimmt ihr die Beichte ab und dreht anschließend ordentlich am Rad. Eine schiere Besessenheit von der jungen Frau packt den Gottesmann. Erpressung mit Jennys auf Tonband aufgenommener Beichte ist da noch das harmloseste Vergehen, da der Pfarrer zu einem ausgewachsenen Slasher mutiert, dessen Mord-Arsenal immer einen Kirchenbezug hat. Giftige Hostien oder ein geschwungener Weihrauchkessel kommen zum irren Einsatz.

 
 
 


 
 
 

HAUS DER TODSÜNDEN – Kritik

 
 
 
Nicht erst im schleimigen Glanze der ständig aktuellen Skandale um sexuell ausgebeutete kleine Bübchen ist Kritik an der Katholischen Kirche angebracht. Der nach eigener Einschätzung heilige Moloch aus Rom ist seit zweitausend Jahren das finanzstärkste Unternehmen des Planeten und geht im Namen seines absoluten Machterhalts und der Deutungshoheit über einen Großteil der weltweit religiös engagierten Menschlein buchstäblich über Leichen. Politik, Dominanz, Krieg. Wenn es der Organisation nützt, werden auch ganz und gar nicht fromme Herrscher der weltlichen Fraktion gefördert. So weit, so brachial-banal. Kirchenkritische Filme gibt es ähm, Gottseidank, fast seit Anbeginn der Kinowirtschaft. Das Spektrum ist breit gefächert, reicht zum Beispiel von Luis Bunuels karriereumspannender Prügel für den Klerus über beinahe körperlich schmerzende Leinwand-Exzesse wie Pier Paolo Pasolinis „Salo – Die 120 Tage von Sodom“ (1975) oder Ken Russels „Die Teufel“, vier Jahre davor bis hin zu derben Quatsch-Komödien aus – eigentlich pervers – stramm katholischen Ländern wie Italien oder Spanien. Mit „Haus der Todsünden“ betritt 1975 niemand Geringeres als der Brite Pete Walker die Bühne des cinematischen Anprangerns kommerziell organisierter Religionen. …und das tut er auf seine ganz eigene Weise.
 
 
haus-der-todsuenden-1976-bild-3
 
 
Peter Walker, 1939 in Brighton geboren, ist während seiner Schaffenszeit, 1968 bis 1983, so etwas wie die Exploitation-Geheimwaffe des britischen B-Films. Zielsicher und einsetzbar an jedem Schauplatz. Kaum eine Sparte des grellen Bahnhofskinos, die nicht mit ätzenden Juwelen aus der Hand dieses boshaft-zynischen Regisseurs beschenkt worden wäre. Eindeutig britisch kommt sein Stil daher. Grundsätzlich. Deprimierende, graue Außenaufnahmen trister englischer Stadtpanoramen, seltsame, völlig in ihrer Zeitepoche verhaftete Figuren, von denen niemand wirklich komplett sympathisch gezeichnet ist und plötzliche Ausbrüche von über die Lächerlichkeit der menschlichen Tragödie spottender Brutalität zeichnen das Oeuvre Peters des Großen aus.
 
 
haus-der-todsuenden-1976-bild-2
 
 
In Pete Walkers an Höhepunkten nicht armer Filmografie leuchten herausragende Werke wie der fiese Vorstadt-Kannibalismus-Klassiker „Frightmare“ (1974) oder schräge Erotik-Trasher á la „The Four Dimensions of Greta“ (1972) und der hierzulande brillant betitelte „Der Porno-Graf vor Schweden“ (1969), harr, harr. Für seinen letzten Film, die 1983 erschiene Spaß-Horrorschau „Das Haus der langen Schatten“ versammelt er sogar die rüstige Gruselfilm-Altstar-Gang Vincent Price, Christopher Lee, Peter Cushing und John Carradine vor der Kamera. Seine größten Momente hat Pete Walker, wenn er mit dem Drehbuchautor David McGillivray zusammenarbeiten kann. Der ist auch nicht minder menschenfeindlich bei der Sache. Regisseur und Autor ergänzen sich derart kongenial, dass wahre Glücksfälle entstehen können. „Haus der Todsünden“ ist ein solcher Glücksfall. McGillivray bekommt als Ausgangsbasis eine Story aus der Feder Walkers vorgelegt und verwandelt die in ein Skript, bereit für Walkers Verfilmung. Da ist Gedankenübertragung in beide Richtungen am Werk – künstlerisch ideal. Im Bonusmaterial des nun erhältlichen Mediabooks aus dem Hause Wicked Vision findet sich ein Gespräch McGillivrays mit dem unverwüstlichen englischen Horror-Kenner Kim Newman.
 
 
haus-der-todsuenden-1976-bild-1
 
 
Die dem „Haus der Todsünden“ zu Grunde liegende Kurzgeschichte Walkers ist geprägt von persönlichen Eindrücken und entsprechend wütend geschrieben. Man kann den Groll des desillusionierten Katholiken im Regisseur deutlich herauslesen. Daher ist Susan Penhaligon – für Pete-Walker-Verhältnisse – in der Hauptrolle auch erstaunlich positiv angelegt. Anthony Sharps hervorragend gespielter Gaga-Priester ist eine regelrechte Verkörperung der Verlogenheit und Zielstrebigkeit von Mutter Kirche. Ein „der Zweck heiligt die Mittel“ personifiziert in der Gestalt eines einzelnen, Vernunft und Mitgefühl gleichermaßen unterdrückenden Würdenträgers im Auftrag des Herrn, dem aber die Realität längst zwischen den Fingern durchgeronnen ist. Der bereits erwähnte Berufswahnsinnige Ken Russell, dessen noch heute viel-zensierter „Die Teufel“ jedem englischsprachigen Film-Provokateur nach 1971 ein Vorbild gewesen sein muss, wirkt von Sharps Performance inspiriert. In seinem 1984 erschienen Schmier-Thriller „China Blue – Bei Tag und Nacht“ quält der verrückte Pfarrer Peter Shayne (Anthony Perkins, natürlich ebenso top wie over-the-top) seine Opfer zum Beispiel mit messerscharfen Dildos. Parallelen, auch im Spiel der beiden Anthonys, sind deutlich.
 
 


 
 
 

HAUS DER TODSÜNDEN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
„Haus der Todsünden“ ist ein späterer und ungewöhnlich persönlicher (man höre sich seinen Audiokommentar an) Film eines der wenigen noch lebenden Exploitation-Zauberer und natürlich ein toller zweiter Eintrag in die Pete-Walker-Collection, welche das Label Wicked Vision nun ins Leben gerufen hat. Ein Projekt, von dem man sich Komplettismus wünschen möchte. Zur makellosen Ausstattung der Mediabook-Veröffentlichung kommt die mutige und ungemein begrüßenswerte Entscheidung des Labels, die unvermeidliche deutsche Audiokommentar-Spur mal von anderen als den üblichen zweieinhalb Wichtigtuern des heimischen Marktes einsprechen zu lassen. Der gute Rolf Giesen war dazu schon eine Autorität auf dem Gebiet des Phantastischen Films als man für solcherlei Passionen hierzulande noch quasi-öffentlich für geistesgestört gehalten wurde. Herausragendes Mediabook.
 
 
 


 
 
 

HAUS DER TODSÜNDEN – Zensur

 
 
 
Die damaligen deutschsprachigen VHS-Veröffentlichungen vom Anbieter VMP waren ungekürzt. Eine dieser erhielt sogar in der ungeschnittenen Fassung eine FSK18. „Haus der Todsünden“ wurde 1984 von der BPjM indiziert. Erst im Jahre 2009 wurde die Indizierung aufgehoben. Das Label Wicked Vision hat den Streifen nun erneut im Mediabook veröffentlicht – erstmalig sogar auf DVD und Blu-ray. Die Veröffentlichung ist zwar ungeprüft, aber ebenso ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

HAUS DER TODSÜNDEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
wicked-vision-haus-der-todsuenden

(c) WICKED VISION MEDIA (Mediabooks)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: House of Mortal Sin; Großbritannien 1976

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Mono), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.66:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 104 Min.

FSK: ungeschnittene, ungeprüfte Fassung

Verpackung: 3 verschiedene Mediabooks

Extras: 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Jonathan Rigby, Audiokommentar mit Regisseur Pete Walker und Jonathan Rigby, Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen, Dr. Gerd Naumann und Matthias Künnecke, Featurette: „Sheila Keith – Eine nette alte Frau?“, Interview mit Pete Walker, „House of Walker“: David McGillivray & Kim Newman über „Das Haus der Todsünden“, Bildergalerie, Originaltrailer

Release-Termin: 29.03.2019

 

Haus der Todsünden (Mediabook Cover A) auf AMAZON kaufen

Haus der Todsünden (Mediabook Cover B) auf AMAZON kaufen

Haus der Todsünden (Mediabook Cover C) auf AMAZON kaufen

 
 
Anbieter Wicked Vision feiert die HD-Premiere von „Haus der Todsünden“ mit drei Mediabooks und veröffentlicht den Streifen in der Pete-Walker-Collection Nr. 2. Jedes der Bücher besitzt ein anderes Cover-Motiv und ist streng limitiert. Darüber hinaus wurde die Veröffentlichung mit ausführlichem Bonusmaterial ausgestattet. Neben diversen Audiokommentaren, einem Interview mit Pete Walker sowie weiteren Featurettes liegt ein 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Jonathan Rigby bei. Natürlich ist diese Veröffentlichung von „Haus der Todsünden“ ungeschnitten. Sammler greifen schnell zu, denn lange wird es diese Mediabooks wegen der hohen Nachfrage nicht geben.

 
 
 


 
 
 

HAUS DER TODSÜNDEN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei WICKED VISION MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Teufel (1971)
 
China Blue – Bei Tag und Nacht (1984)
 
Killer Nun (1979)
 

Filmkritik: „Body at Brighton Rock“ (2019)

body-at-brighton-rock-2019-poster
 
 
 

BODY AT BRIGHTON ROCK

Story

 
 
 

Frau gegen Natur: Die Mitarbeiterin eines Nationalparks verläuft sich im Wald und muss eine ganze Nacht dort verweilen, bis Hilfe eintrifft. Da werden wenige Stunde zu einer gefühlten Ewigkeit, weil die Fantasie der Hauptdarstellerin boshafte Streiche spielt.

 
 
 


 
 
 

BODY AT BRIGHTON ROCK – Kritik

 
 
 
Es gibt Regeln, die gilt es zu befolgen – nicht nur im Horrorfilm. Eine derer erlernt man bereits im Kindesalter. Da wird immer wieder davon gepredigt, dass man bei Waldspaziergängen besser nicht vom Wegesrand abkommt, um sich nicht zu verlaufen. Eine wichtige Regel, die im Thriller BODY AT BRIGHTON ROCK missachtet wird. Die Strafe folgt auf dem Fuß. Für den cineastischen Denkzettel zeichnet ROXANNE BENJAMIN. Die scheint eine Leidenschaft für Horror-Anthologien zu besitzen, hatte sie bei jeder wichtigen Kurzgeschichtensammlung der letzten Jahre ihre Hände mit ihm Spiel, die im Horrorfilm-Bereich Erfolg verbuchen konnte. So drehte sie nicht nur Segmente für SOUTHBOUND und den ausschließlich von Frauen inszenierten XX. Auch als Produzentin verdiente sich die Filmemacherin und verhalf so Kult-Horror wie V/H/S und V/H/S 2 zu Ruhm. Mit BODY AT BRIGHTON ROCK muss sie nun unter Beweis stellen, dass sie auch mehr als Episoden für Horror-Anthologien kann. BODY AT BRIGHTON ROCK ist der erste Langfilm der Regisseurin und geht in eine andere Richtung. Statt grafischen Horror auf die Leinwand zu bringen, ergründet die Regisseurin menschliche Ängste. Deftige Schocks und grausame Gewalt haben Sendepause. Dafür wird es leise, zurückhaltend und psychologisch. Ob der Richtungswechsel eine gute Entscheidung war.
 
 
body-at-brighton-rock-2019-bild-3
 
 
Als frisch ausgebildete Mitarbeiterin des Nationalparks Brighton Rock hat man es nicht leicht. Man muss immer pünktlich auf der Arbeit erscheinen und stets höflich seinen Vorgesetzten gegenübertreten. Etwas, mit dem Wendy (KARINA FONTES) so ihre Probleme hat. Die hat zwar bisher wenig Erfahrung in ihrem Beruf sammeln können, will aber allen zeigen, dass sie auch anspruchsvolle Aufgaben bewältigen kann. Sie tauscht einfach den zugeteilten Aufgabenbereich mit einer Mitarbeiterin, sodass letztere in Ruhe mit einem Kollegen flirten kann. Eine Fehlentscheidung, wie sich bald herausstellen wird. Wendy muss nämlich in die Wälder, um dort ein paar Informationsblätter auszutauschen. Eigentlich eine nicht sonderlich schwere Arbeit, würde unsere Heldin nicht so leichtfertig mit ihren Arbeitsutensilien umgehen. Sie verliert nämlich schnell die Orientierung, weil sie ihre Parkkarte verloren hat. So läuft Wendy immer tiefer in den Park hinein und weiß bald nicht mehr wo sie ist. Da ist guter Rat teuer, zumal die junge Frau auch noch auf eine Leiche trifft, die hier wohl schon längere Zeit liegen muss. Gott sei Dank wurde ein Funkgerät eingepackt. Mit dem fordert sie Hilfe an. Die Sache hat nur einen Haken. Bis man die Position geordert hat und eintreffen wird, wird die Nacht hereingebrochen sein. Deshalb will man mit der Suche bis zum nächsten Morgen warten. Eine Tatsache, die von unserer unsicheren Hauptdarstellerin einiges abverlangt. Kaum sieht man die Hand vor Augen nicht, bekommt es Wendy mit der Angst zu tun. Offenbar ist die junge Dame nicht allein in den Wäldern. Da wird aus einem verängstigten Reh plötzlich eine mutige Kampfamazone. Respekt!
 
 
body-at-brighton-rock-2019-bild-2
 
 
Survival-Thriller mit Verwirrungstaktik. BODY AT BRIGHTON ROCK deklariert mal wieder Urängste zum Mittelpunkt. Da werden Themen wie Angst vor der Dunkelheit, Orientierungslosigkeit und Furcht vor dem Unbekannten in den Fokus gerückt, damit eine verzweifelte Protagonistin über sich hinauswachsen kann. Die erlebt hier die Lektion ihres Lebens und muss eine Nacht voller Terror überstehen, die immerhin den Mut der verschreckten Heldin fordert. Da lassen schaurigen Legenden die Fantasie durchgehen, welche davon berichten, dass es in der Gegend spuken soll. Aber auch Mutter Natur macht es der Heldin nicht leicht. Letztere sieht sich plötzlich mit einem Grizzly konfrontiert, der offenbar seit Tagen nichts mehr gefressen hat. Aber damit soll es nicht enden. Auch ein Fremder schleicht sich unerwartet an und entfacht eine Aura des Bösen. Was der hier mitten in der Wildnis im Schilde führt? Erfahrene Filmkenner haben da gleich den Klassiker BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE im Gedächtnis.
 
 
body-at-brighton-rock-2019-bild-1
 
 
BODY AT BRIGHTON ROCK versucht den Zuschauer an der Nase herumzuführen in dem er einfach verschiedene Genre-Rezepturen vereint. Da werden mehrere Richtungen eingeschlagen, die lang offen lassen, worauf der Film eigentlich hinauswill. Das Regie-Debüt von ROXANNE BENJAMIN lässt sich nicht unbedingt in eine Schublade stecken. Der Überlebensthriller streift Zombie-, Tier-Horror und Geisterstreifen, rückt aber am Ende erst mit der Sprache heraus, was sich hier nun wirklich ereignet. Das lässt den Film hervorstechen, weil er sich so souverän gegen Genre-Konventionen auflehnt. Demzufolge ist BODY AT BRIGHTON ROCK auch nichts fürs Massenpublikum. Der Streifen richtet sich eher an jene, die gern mutiges Indie-Kino sehen wollen, das sich weg von den Produktionen großer Studios bewegt. Dort wird viel zu oft das gedreht, was von der Allgemeinheit einfach verstanden und schnell konsumiert werden kann. Mit sowas gibt sich das Multitalent ROXANNE BENJAMIN nicht zufrieden. Die dreht und produziert das, was sie gern sehen möchte und nicht andere. So sollte es öfters sein.
 
 


 
 
 

BODY AT BRIGHTON ROCK – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Eine Geschichte, die seine Protagonistin dabei begleitet ihre Ängste zu überwinden. BODY AT BRIGHTON ROCK ist einer dieser Filme, die mit der Wahrnehmung seiner Figuren spielen. Was ist hier real und was spielt sich nur im Kopf der Charaktere ab. Mit genauer jener Frage hält sich dieser Survival-Thriller über Wasser für den sich Regisseurin ROXANNE BENJAMIN von den Büchern des CHRISTOPHER PIKE inspirieren ließ. BODY AT BRIGHTON ROCK erzählt nicht nur von einer mutigen Frau, die über sich hinauswächst, sondern verbeugt sich auch gleich mal von den glorreichen 1980ern. Allein das macht den Streifen schon sympathisch – auch, wenn am Ende so einige Fragen offen bleiben und die Hauptfigur doch etwas blass hinter der zugegebenermaßen interessant zusammengeflickten Geschichte bleibt.
 
 
 


 
 
 

BODY AT BRIGHTON ROCK – Zensur

 
 
 
BODY AT BRIGHTON ROCK hat kaum Gewaltmomente zu bieten. Man bekommt kurz eine Leiche zu sehen, die schon längere Zeit auf dem Waldboden liegt. Weiterhin fällt ein Mann von einem Felsen und ein Grizzly verwundet unsere Heldin am Fuß. BODY AT BRIGHTON ROCK dürfte ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

BODY AT BRIGHTON ROCK – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Magnet Releasing)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Desolation (2017)
 
Backcountry – Gnadenlose Wildnis (2014)
 
Girl in Woods (2016)
 
Borderline (2017)
 
The Ritual (2017)
 

Filmkritik: „St. Agatha“ (2018)

st-agatha-2018-poster
 
 
 

ST. AGATHA

Story

 
 
 

Eine schwangere Frau erlebt in einem abgelegenen Kloster die Hölle auf Erden. Mit der hier lebenden Schwesternschaft ist nicht zu spaßen, denn wer hier Zuflucht sucht, hat nach ganz eigenen, grausamen Regeln zu leben.

 
 
 


 
 
 

ST. AGATHA – Kritik

 
 
 
Nonnen im Genre-Kino. Da schwant alteingesessenen Horrorfilmkennern Schlimmes. Dass nicht ohne Grund, sind doch christliche Ordensgemeinschaften im Horrorfilm eng mit so Themen wie Exorzismus, Besessenheit und Dämonologie verwachsen, die in der Vergangenheit beinahe schon inflationär im Genre verwendet wurden. Da erfreut es zu sehen, dass ausgerechnet DARREN LYNN BOUSMAN was anderes ausprobiert. Der ist eigentlich für härtere Filmkost bekannt und hat sich mit den Regiearbeiten zu SAW 2-4 ein Denkmal gesetzt. Wer die gesehen hat, weiß dass hier vor allem der Fokus auf möglichst perfide Gewalt lag. Von der distanziert sich der Regisseur nun mit ST. AGATHA. Eine Wende, die bereits in der Vorgängerarbeit ABATTOIR eingeschlagen wurde. Interessanterweise beweist Bousman auch darin Talent und versucht sich im Nonnen-Horror ST. AGATHA vermehrt in Sachen psychologischer Gewalt. Statt grafisch vor der Linse Gliedmaßen abzutrennen oder Körper zerschneiden zu lassen, versucht er im hier vorgestellten Genrefilm seine Opfer psychisch zu brechen. Damit tritt ST. AGATHA in ähnliche Fußstapfen, wie der kürzlich besprochene GHOSTLAND. Gar nicht mal so übel!
 
 
st-agatha-2018-bild-4
 
 
Die Wege Gottes sind oft unergründlich. Das muss auch die attraktive Mary erfahren, die das Glück nicht gepachtet hat. Die hat unter tragischen Umständen den jüngeren Bruder verloren und trägt nun auch noch ein Kind im Leib, das so nicht geplant war. Eigentlich keine große Sache, wäre da nicht die Tatsache, dass der Kindesvater ein hinterlistiger Betrüger ist, der der werdenden Mutter rein gar nichts bieten kann. Für die Mittellose ein Grund sich in die Hände Gottes zu begeben. Sie erhält die Adresse eines abgelegenen Klosters, das alleinstehenden schwangeren Frauen Zuflucht bietet. Doch das Frauenhaus entpuppt sich bald als Vorhof zur Hölle. Hier führt Mutter Oberin (CAROLYN HENNESY) ein hartes Regime, das die gestrandeten Frauen vor Angst erzittern lässt. Wer den Regeln nicht folgt, wird bestraft – bitter und grausam. Ein großes Problem für die unwissende Mary. Die ahnt schnell, dass diese Schwesternschaft nicht ehrenhaft handelt. Deshalb gerät sie schnell in den Fokus der Obernonne, die ein talentiertes Händchen dafür hat, rebellische Neuankömmlinge zu brechen.
 
 
st-agatha-2018-bild-3
 
 
Der Meister blutiger Bilder ist zurück und kann auch überraschend anders. DARREN LYNN BOUSMAN bezeichnet ST. AGATHA selbst als Nunsploitation, was dahingehend aber nur bedingt richtig ist, weil der Film – bis auf eine kurze Einstellung – keinerlei Sex zeigt. Sein neuer Streich ist eine Mischung aus diversen Subgenres des Horrorkinos. So bedient sich der Regisseur von Elementen aus Sektenfilmen, Psychothrillern, Folterfilmen und reißerischen Frauengefängnis-Streifen. Letztere feierten vor allem in den 1970ern Dank so Exploitationkrachern wie ILSA – SHE WOLF OF THE SS oder DAS HAUS DER PEITSCHEN zweifelhafte Erfolge. Natürlich ist ST. AGATHA nicht annähernd aus deren Holz geschnitzt. CAROLYN HENNESY geht zwar als Mutter Oberin im Film mit aller Härte gegen ihre Schützlinge vor und kennt beim Bestrafen weder Gnade noch Erbarmen; Bousman verzichtet aber weitestgehend auf reißerisch zelebriertes Erniedrigen seiner hilflosen Oper und aktiviert stattdessen das Kopfkino des Zuschauers, in dem er nur kurz andeutet oder die grausamen Bestrafungsmethoden im Off abhandelt. Das funktioniert dahingehend ganz gut, weil so mehr Raum für subtile Angstmacherei bleibt. So wird gern mal in der Horror-Klischee-Kiste gekramt, um unheilvolle Stimmung zu erzeugen. Da poltert es ungewöhnlich laut im Obergeschoss, Türen und Treppen knarren und mysteriöses Flüstern erzeugt zusammen mit dem düsteren Set gern mal wohlige Schauer. Schnell entsteht so eine ungemütliche und angespannte Atmosphäre, die zusätzlich durch die Anwesenheit des Filmbösewichts verstärkt wird. Das bereichert den Horrorthriller ungemein.
 
 
st-agatha-2018-bild-1
 
 
Leider ist nicht alles Gold, was glänzt. Der Nonnen-Grusler hat auch mit vielen Ungereimtheiten zu kämpfen. So bleiben am Ende viele Fragen offen. Woher kommen die geheimnisvollen Stimmen im Keller? Wer ist die Dame im Dachboden, die ständig für lautes Poltern sorgt? Und welche Rolle spielt ein zwielichtiger Priester, der von den Nonnen regelmäßig Geld erhält? Offenbar sind sich da zu viele Drehbuchschreiber in die Quere gekommen und haben den Überblick verloren. Vier Autoren sollen am Skript gearbeitet haben, was dahingehend grotesk anmutet, weil ST. AGATHA dann doch reichlich konventionell und nicht sonderlich tiefgründig abgehandelt wird. Vermutlich brauchte die Filmheldin einen Feinschliff. In Form von zwanghaft eingebundenen Rückblenden erhält die mehr Tiefgang. Darin wird erklärt, was Mary dazu getrieben hat sich in die Hände eines ominösen Klosters zu begeben und wie es zu der ungewollten Schwangerschaft gekommen ist. Weil die wahllos eingefügten Rückblenden gern mal den Spannungsbogen ausbremsen und nicht unbedingt wichtig für das Verständnis der Handlung sind, entpuppen sie sich schnell als Störfaktor in einem sonst gar nicht mal so üblen Horrorfilm. ST. AGATHA gehört daher neben den SAW-Filmen zu den besten Arbeiten, die Regisseur DARREN LYNN BOUSMAN bisher hervorgebracht hat. Mal schauen, wie es in Zukunft mit dem Filmemacher weitergehen wird.
 
 
st-agatha-2018-bild-2
 
 


 
 
 

ST. AGATHA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Wenn Nonnen hinter düsteren Klosterwänden gequält, eingeschüchtert und gebrochen werden. Der neue Film von Regisseur DARREN LYNN BOUSMAN ist ein gemeines Stück Horrorkino, das vor allem von seiner beunruhigenden Atmosphäre lebt, die durch ein schauriges Set und einen skrupellosen Oberbösewicht bewirkt wird. ST. AGATHA erinnert stark an die Frauengefängnis-Streifen der 1970er, wo so polarisierende Filme wie ILSA – SHE WOLF OF THE SS oder DAS HAUS DER PEITSCHEN zweifelhafte Erfolge feierten. Darin wurden (meist weibliche) Gefangene von einem Oberschurken aus Freude misshandelt und erniedrigt. Das ist auch in ST. AGATHA Programm, nur mit dem Unterschied, dass Bousman dann doch etwas zurückhaltender die Bestie Mensch thematisiert. Der eher sonst für deftiges Gewaltkino bekannte Filmemacher geht es diesmal etwas subtiler an und setzt vermehrt auf düstere Kulissen und ungemütliche Stimmung. Die fürs Genre-Kino beliebten Schauwerte spielen hier eine untergeordnete Rolle. Stattdessen wird auf psychologische Gewalt gesetzt. Funktioniert ganz gut. ST. AGATHA ist ein stimmungstechnisch und handwerklich souverän inszenierter Thriller, der aber mit Drehbuchschwächen zu kämpfen hat. Wer daher nicht zu viel erwartet, dürfte unterm Strich kurzweilig unterhalten werden.
 
 
 


 
 
 

ST. AGATHA – Zensur

 
 
 
ST. AGATHA mach eher von psychischer Gewalt Gebrauch. Einige Gewaltszenen gibt es aber. So fällt eine der Filmfiguren in eine Bärenfalle, einer anderen wird die Zunge abgeschnitten. Weiterhin wird eine Protagonistin mit einer abgetrennten Nabelschnur (!) erdrosselt und andere sterben durch einen Rattengift-Cocktail. Hierzulande hat es für den Film eine FSK16 geben. Wegen höher eingestuftem Bonusmaterial befindet sich aber auf der deutschen DVD- und Blu-ray-Veröffentlichung ein roter FSK-Sticker.
 
 
 


 
 
 

ST. AGATHA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
st-agatha-bluray

(c) I-ON NEW MEDIA (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: St. Agatha; USA 2018

Genre: Horror, Thriller, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Wegen Bonus ist die Blu-ray: keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 31.05.2019

 

St. Agatha [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ST. AGATHA – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Packshot + Grafiken liegen bei I-On New Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die unbarmherzigen Schwestern (2002)
 
The Nun (2018)
 
The Bad Man (2018)
 
Ghostland (2018)