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Filmkritik: „The Hatching“ (2014)

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THE HATCHING – DIE NATUR BEISST ZURÜCK

Story

 
 
 

In einer britischen Kleinstadt irgendwo im Hinterland häufigen sich mysteriöse Todesfälle. Menschen verschwinden spurlos und Leichenteile werden gefunden – nur was ist die Ursache?

 
 
 


 
 
 

THE HATCHING – Kritik

 
 
 
Was braucht man für einen Horrorfilm mit Krokodilen? Richtig: Hungrige Krokos, menschliche Opfer und musikalische Untermalung, die Angriffe und Fütterungsmomente – ähnlich wie in DER WEISSE HAI – möglicht ungemütlich unterstreichen. THE HATCHING hat im Grunde genommen all das und ist trotzdem weit entfernt von dem, was man sich unter einem gelungenen Genrefilm vorstellt. Als „Dark Comedy Horror“ wird der britische Indie-Streifen vom Produktionsstudio beworben, was leider nur bedingt zutrifft, denn sonderlich schwarzhumorig ist der Film keineswegs. Für eine Horrorkomödie sind erheiternde Momente rar gesät. Flimmern sie dann endlich mal über die Mattscheibe, reduzieren sie sich auf unbeholfenen Slapstick und nicht gerade erwähnenswertes Geblödel. Leider wollen die Spaßelemente nicht in den übrigen Film passen. Der nimmt sich für beworbene Horror-Comedy erstaunlich ernst. Doch das ist noch das kleinere Übel.
 
 
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In THE HATCHING geht einiges drunter und drüber. Im Mittelpunkt steht eine britische Kleinstadt irgendwo in der britischen Grafschaft Somerset, wo zufällig Dinge passieren, die man keineswegs hinterfragen sollte. Nach dem Tod des Vaters kehrt Tim Webber nach Hause zurück. Dort ist man über dessen Ankunft nicht sonderlich erfreut. Das ist auch kein Wunder, denn vor 15 Jahren hat sich genauer hier Tragisches ereignet, für das Tim verantwortlich gemacht wird. Als Kind hat er sich zusammen mit zwei Freunden aus dem Internat geschlichen und ist in den nahe gelegenen Zoo eingebrochen, um Krokodileier zu stehlen. Der Einbruch misslang und eines der Kids wurde vom Muttertier verschlungen. Jahre nach dem Vorfall findet der Ort erneut Erwähnung in Tageszeitungen und Nachrichten. Eine mysteriöse Mordserie erschüttert die Gegend. Frauen verschwinden spurlos und verstümmelte Leichen werden gefunden. Alles deutet darauf hin, dass in den Seen und Flüssen vor der Stadt ein Krokodil sein Unwesen treibt. Doch stimmen die Vermutungen oder hat das Verschwinden von Bewohnern andere Ursachen?
 
 
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Was hat Regisseur MICHAEL ANDERSON nur geritten, als er zusammen mit Autor NICK SQIRE am Drehbuch zu THE HATCHING gefeilt hat? Der versucht krampfhaft zwei Handlungsstränge in einem Film zu pressen, die dazu noch so unglaubwürdig sind, dass sich dem Zuschauer die Zehennägel biegen. So wird im späteren Verlauf klassischer Tierhorror von einem abstrusen Backwood-Slasher abgelöst, der zwar einen Hauch Kannibalencharme versprüht aber ratlose Gesichter zurücklässt. Was abgefahren klingt, funktioniert keineswegs, weil der Film mehr Fragen aufwirft, als Antworten zu geben. Selbstverständlich wird in den Gewässern vor dem Ort ein Reptil bei seinen Raubzügen gesehen. Doch wie konnte ein Krokodil fünfzehn Jahre unbemerkt im Dorfteich überleben und warum ging bisher niemand ernsthaft dem Verschwinden dutzender Frauen auf den Grund? Wer auf plausible Erklärungen wartet, wird enttäuscht. Stattdessen folgt THE HATCHING konsequent einer stumpfsinnigen Handlung, die bewusst skurril geschrieben wurde, weil die beiden Drehbuchautoren doch mit selbstironischer Comedy aufmuntern wollten. Leider muss sich auch der beste Drehbuchautor eingestehen, dass er den falschen Beruf gewählt hat, wenn er sein Ziel verfehlt. THE HATCHING ist nicht lustig, hält den Zuschauer für dumm und hat bis auf die letzten 15 Minuten kaum Unterhaltungswert. Demnach sollte man sich nicht vom reißerisch gestalteten Filmplakat blenden lassen. Das suggeriert einen fiesen Tier-Schocker in der Machart von LAKE PLACID. Nervenzehrende Szenen in denen Opfer vor hungrigen Tieren flüchten und dann doch gefressen werden, bilden in THE HATCHET die Ausnahme. Stattdessen ist man darum bemüht den Horrorfan mit peinlichen Gags zum Abschalten zu bewegen. Nur schade um die teils sympathischen Figuren, die von talentierten Darstellern verkörpert werden, die sich vor der Kamera zum Trottel machen. Die werden sich in einigen Jahren vermutlich dafür schämen, für diesen Horror-Quatsch unterschrieben zu haben.
 
 
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THE HATCHING – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
LAKE PLACID trifft auf INBRED. Zuerst das Positive: THE HATCHING ist kein Tier-Monster-Trash mit schlechten Effekten, wie er in den Abfallschmieden von THE ASYLUM und SYFY am Fließband hergestellt wird. Das Reptil in THE HATCHING wurde ganz passabel animiert und kommt fast ohne CGI aus, ist aber im Vergleich zum Krokodil auf dem Filmplakat um Welten kleiner. Mit einem Budget von 5.000.000 Dollar kann man auch eine ordentlichen Produktion erwarten, schließlich wurden schon besser Tier-Horror-Heuler mit weitaus weniger Kapital gedreht, die unterm Strich dann doch besser unterhalten haben, als der britische THE HATCHING. Regisseur MICHAEL ANDERSON hat hier eine schwarzhumorige Horrorkomödie gedreht, die ein großes Problem hat: die Gags zünden nicht. Statt sich auf gute Lacher zu konzentrieren, wurde die Filmhandlung mit abstrusen Wendungen zugemüllt, die Kopfschütteln verursachen werden. Zwei Geschichten zum Preis von einer lautet die Devise, denn THE HATCHING besteht quasi aus zwei Geschichten, die auf Zwang kombiniert werden mussten. Leider wirft der haarsträubende Mix aus Kroko-Horror und Backwood-Slasher eine Menge Fragen auf, die MICHAEL ANDERSON erst gar nicht versucht zu beantworten. Der Zuschauer wird demzufolge nicht sonderlich „amused“ über die vielen Plotlöcher sein und THE HATCHING wegen der stattlichen Anzahl an Logiklücken als zeitraubenden Blödsinn abstempeln.
 
 
 


 
 
 

THE HATCHING – Zensur

 
 
 
Wer von Reptilien zerfetzte Menschenkörper sehen möchte, wird von THE HATCHING enttäuscht werden. Immer dann, wenn das Krokodil zuschnappt blendet die Kamera weg. So gibt es kurz abgetrennte Gliedmaßen und einen abgetrennten Kopf zu sehen, die die Bewohner später aus dem See fischen. Sonderlich brutal ist THE HATCHING deswegen aber nicht. Trotz Serienkiller- und Kannibalen-Einschlag hat es für diesen Film in der ungeschnittenen Fassung eine FSK16 geben. Aufgrund einiger Trailer anderer Filme, ziert die erhältliche Blu-ray und DVD den roten FSK-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

THE HATCHING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Great Movies | Daredo | White Pearl Movies (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Hatching; Großbritannien 2014

Genre: Horror, Thriller, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 30.09.2016 (BD KeepCase)

 

The Hatching – Die Natur beißt zurück [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE HATCHING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Inbred (2011)
 
Die Fährte des Grauens (2007)
 
Rogue – Im falschen Revier (2007)
 
Black Water (2007)
 


Kritik: „Piranha II – Die Rache der Killerfische“ (1979)

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PIRANHA 2 – DIE RACHE DER KILLERFISCHE

(KILLER FISH)

Story

 
 
 
Im undurchdringlichen Regenwald des Amazonas baut ein Firmenkomplex Diamanten ab. Angeführt von einem ehemaligen Mitarbeiter der Firma plant eine amerikanische Profi-Diebesbande das große Ding. Mit geplanten Sprengungen in den Stollen will man den Konzern um das Schürfgut erleichtern. Was die Gangster nicht ahnen konnten: Die Population blutsaufender Monsterpiranhas ist in den Tümpeln um die Ausgrabung besonders unbotmäßig. Man könnte von absichtlichem Ansiedeln reden. Auch untereinander ist nicht alles im grünen Bereich. Ein schlechter Gangster, dem man blind trauen kann. Das große ins Gras (oder eher ins brasilianische Brackwasser) beißen beginnt. Grüne Hölle a-go-go.
 
 
 


 
 
 

PIRANHA 2 – Kritik

 
 
 
Was für eine Besetzung! Die klassische Weltstar-Lüge des europäischen Genrefilms mal wieder. James Franciscus ist dabei. Einst auf der Warteliste zum A-Star, dann doch nur noch Bahnhofskino. Die bald zwei Jahrzehnte nach ihrem Selbstmord noch immer bemitleidenswerte Margaux Hemingway und Karen Black, deren Nimbus als eine der Größten des Seventies-Genrefilms nicht zuletzt von solchen Filmen wie dem hier zehrt. Und Colt Fucking Seavers in der Hauptrolle. Gewohnt braungebrannt, fleischig und schauspielerisch nuanciert wie ein Roggenbrot. Ähnlich wie der verstorbene Larry Hagman für seine Rolle des DALLAS-Drecksacks J.R. Ewing genießt Lee Majors in der Bundesrepublik den Status eines Fernseh-Säulenheiligen. Der entstammt Zeiten, da ein Großteil unserer Mitbürger mit maximal drei Programmen auskommen musste. Viele können auch heute, dreißig Jahre und viele kosmetische Operationen später gar nicht fassen, dass der COLT FÜR ALLE FÄLLE noch mehr gedreht hat, nein überhaupt drehen musste. Die Einverleibung als germanisches Trivial-Kulturgut ist am End´ dann doch nur eine Obskurität am Rande der Gesamtkarriere und so ist Majors in seiner amerikanischen Heimat einer anderen Wahrnehmung ausgesetzt. Der des gnadenlosen Ex-Serienstars nämlich, der kein Profitchen verschmäht und für bezahlte Kino- und Fernsehfilmauftritte jede noch so bittere Drehbuchgurke zu seinem Kampfgebiet erklärt. So konnten ihn seine Bewunderer in räudigen Flugzeugabsturz-Reißern anschmachten, wie sie in den Siebzigern bis frühen Achtzigern in Hollywood Trend waren und eben auch im vorliegenden PIRANHAS II – DIE RACHE DER KILLERFISCHE. Von dem war der klobige Starschauspieler so überzeugt, dass er gar Produktionskohle in diese unter verschiedenen Geldgeberländern aufgeteilte Quasi-Tierhorror-Sauerei fließen ließ. Um das gleich mal zu beantworten: Mit Joe Dantes zu Recht zum Genreklassiker avancierten PIRANHAS (1978) hat der Film nix zu tun. Diese Augenwischerei wollte mal wieder nur der deutsche Verleih – unter Verwendung eines der ältesten Exploitation-Tricks – seinem Publikum angedeihen lassen. Tatsächlich wurde Dantes Fischfilm erst kurz darauf, 1981, mit PIRANHA II – FLIEGENDE KILLER zur Fortsetzung gebracht. Regie bei diesem recht unterhaltsamen Rohrkrepierer führte das hier namentlich nicht erwähnte, vielleicht größte Arschloch der Hollywood-Gegenwart.
 
 
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Deutlich angenehmer ist das Personal hier. Auf dem Regiestuhl für die bösen Schuppenbiester saß echter Euro-Trash-Adel: Antonio Margheriti (1930-2002), vielen Mainstream-Fans bei Tarantinos INGLORIOUS BASTERDS erstmals vorgestellt und Freunden ruppiger VHS-Unterhaltung vergangener Großtage als Anthony M. Dawson wohl bekannt und wohlig geschätzt. Der Mann hat in so ziemlich jedem Genre der italienischen Ausbeutungs-Industrie nicht nur gearbeitet, nein sogar kleine Ferkel-Klassiker geschaffen. Ob Vietnam-Baller-Kopien wie JÄGER DER APOKALYPSE (1980) oder CONAN-Rip-Offs wie der herrliche EINER GEGEN DAS IMPERIUM (1983), ob klapprige Science-Fiction wie ORION 3000 – RAUMFAHRT DES GRAUENS (1965) oder zahlreiche Italo-Western unterschiedlicher Güteklassen, reaktionäre Söldnerfilme, sogar landestypischer Gore gehört mit ASPHALTKANNIBALEN (1980) in die herzerwärmende Vita dieses wunderbaren italienischen Entertainment-Fürsten. Auch PIRANHA II – DIE RACHE DER KILLERFISCHE weiß prächtig zu unterhalten. Dabei ist der Film nur sekundär ein „echter“ Tierhorror-Klopper. Maßgeblich haben wir es hier mit einem Abenteuerfilm zu tun. Eher sogar noch mit einem „Heist“-Movie, das sich nach dem genre-gewohnt orchestrierten Diamantenraub des Anfangs in eine Euro-typische Intrigen-Story verheddert, die es in ihre Hanebüchnerei manches Mal mit dem plakativ-verwurschtelsten Subgenre unseres Kontinents, dem Giallo höchstselbst, aufnehmen könnte. Störend wirkt das nicht. Ganz im Gegentum. Wer diese Machart von Film kennt und vermutlich auch schätzt, gibt nach einer Viertelstunde mit verschwitzten Khaki-Hemden, Einblicken in Karen Blacks schielende Erotik und den alles massakrierenden Meeresbewohnern ohnehin nix mehr auf Nickligkeiten wie Logik. Wer natürlich nur Filme schaut, in denen wahlweise ein Haus CGI-bespukt wird oder eine taffe Büchse von Perversen im Keller in Schleifen geschnitten wird, der wird nüscht mit der Scheibe hier anfangen können. Hoffentlich ist das bekannt. Hoffentlich. Wenn nicht: Hallo, zufällig Leser. PIRANHAS II – DIE RACHE DER KILLERFISCHE ist großer Spaß, jedoch weder Home-Invasion, noch Rape & Revenge, da niemand zu Hause ist im Dschungel und Fische nur selten menschliche Weibchen sexuell belästigen.
 
 
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PIRANHA 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wilder Videoabend-Hybrid aus europäisch wirkendem Gangster-Thriller, exotischem Abenteuerfilm und Tierhorror. Mit einer ganzen Galerie einstmals größerer Schauspieler besetzt und von einem Meister inszeniert, dessen IMDB-Seite auch den härtesten Hund in die Knie zwingen kann. Das Ganze macht leicht antiquierten Spaß.
 
 
 


 
 
 

PIRANHA 2 – Zensur

 
 
 
Im Kino, auf VHS und im TV noch zensiert, wurde der Film im DVD-Zeitalter endlich ungeschnitten veröffentlicht. PIRANHA II ist nun ungeschnitten frei ab 16 Jahren zu haben.
 
 
 


 
 
 

PIRANHA 2 – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Edel Germany (Capitol Film)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Killer Fish; Brasilien | Großbritannien | Italien | USA 1979

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DD 1.0, Englisch DD 1.0

Untertitel: Keine

Bild: 1,33:1 (4:3)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: Erstauflage: 08.03.2013 (Savoy Film, Intergroove) | Zweitauflage: 23.10.2015 (Edel Germany, Capitol Film)

 

Piranhas II – Die Rache der Killerfische (DVD) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

PIRANHA 2 – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

Die Rechte für alle Grafiken liegen bei Edel Germany (Capitol Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Piranhaconda (2012)
 
Piranha 3D (2010)
 
Piranha 3D 2 (2012)
 
Piranha II – Fliegende Killer (1981)
 
Piranha Sharks (2014)
 
Piranhas (1978)
 


Filmkritik: „The Pack“ (2015)

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THE PACK

Story

 
 
 
Auch tierliebende Menschen sind nicht vor den Launen der Natur sicher. Im Horrorfilm THE PACK geht es einer verschuldeten Familie an den Kragen, die auf ihrer Farm von einem Rudel wilder Hunde attackiert wird. Man versucht zu entkommen, doch leider wird jeder Fluchtversuch von den tollwütigen Bestien unterbunden. Was folgt ist ein unerbittlicher Kampf zwischen Mensch und Tier, der am Ende nur einen Sieger kennt.
 
 
 


 
 
 

THE PACK – Kritik

 
 
 
Das Böse auf vier Pfoten – Home Invasion mal anders. Diesmal sind es keine Psychopathen, Serienkiller oder maskiere Teenager, die einer ahnungslosen Familie nichts Gutes wollen. In diesem Horror-Thriller warten wilde Hunde vor der Haustür verängstigter Bürger, die aus unerklärlichen Gründen nur eines im Sinn haben: knurren, töten und fressen. THE PACK ist Tier-Horror für (fast) die ganze Familie, der im Frühjahr 2015 auf dem Filmfestival in Cannes zum ersten Mal gezeigt wurde und hierzulande im Zuge des FANTASY FILMFESTES seine Deutschlandpremiere feierte. Leider ist der Terrorstreifen dort beim Publikum nicht sonderlich gut angekommen, was hauptsächlich am schläfrigen Inszenierungsstil von Regisseur NICK ROBERTSON gelegen hat, der in seinem Regiedebüt Spannung mit Tiefschlaf verwechselt. Keine guten Vorraussetzungen für einen Genrefilm, der eigentlich in erster Linie Angst einjagen und nicht zum Einschlafen verleiten soll. Umso mehr verärgert die Titelgebung. Die verwirrt nämlich den Zuschauer unnötig, weil sie suggeriert, dass es der Horrorfan hier mit einer unnötigen Neuauflage zu tun bekommt. Dem ist natürlich nicht der Fall. THE PACK hat nichts mit dem gleichnamigen Tier-Horror aus dem Jahre 1977 gemeint, der hierzulande als DIE MEUTE vermarktet wurde und mit ähnlicher Handlung Nervenkitzel bescheren konnte.
 
 
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Von Nervenkitzel ist im vorliegenden Horrorfilm keine Spur. Stattdessen wird die dünne Geschichte um selten nachvollziehbare Handlungenverläufe bereichert, die daran zweifeln lassen, dass die Macher das auch ernst meinen, was sie da auf Film gebannt haben. Warum in Gottes Namen verlässt man das Haus, wenn man weiß, dass draußen aggressive Killerhunde lauern? THE PACK ist ein Film der Fragen aufwirft. Nicht nur aggressive Köter haben aus unerklärlichen Gründen ihren Gehör- und Geruchssinn verloren. Auch mit den Protagonisten des Films scheint etwas nicht zu stimmen, handeln die zu keiner Zeit nachvollziehbar oder taktisch klug. So versucht man sich selbst in Gefahr zu bringen, um anschließend irgendwie gebissen oder attackiert zu werden. Nein, THE PACK ist kein sinnbefreiter Trash mit schlechten Effekten. Was da an Logikfehlern über die Mattscheibe flimmert, entspring tatsächlich dem Geist eines ambitionierten Drehbuchautors, der entweder noch nie einen Horrorfilm gesehen hat oder bewusst versucht Fans dieses Subgenres zu verärgern. Geglückt ist ihm Letzteres alle Mal, denn auch wenn Regisseur NICK ROBERTSON viele Ungereimtheiten mit immerhin atmosphärischer Optik und hektischen Schnitten zu überspielen versucht, gehört THE PACK zweifelsohne zu einem der dümmsten Tierhorrorfilme, die das Kinojahr 2015 hervorgebracht hat.
 
 
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Ein Grund mehr an dieser Stelle auf einen ähnlich gestrickten Horror-Thriller zu verweisen, der bereits 2010 unter der Regie des Amerikaners CARLOS BROOKS entstanden ist. In BURNING BRIGHT – TÖDLICHE GEFAHR lässt man einen Tiger auf einen Teenager und dessen autistischen Bruder los, die sich im Haus des Stiefvaters gegen die Attacken der hungrigen Kreatur zur Wehr setzen müssen. Entstanden ist ein packendes und zugleich schweißtreibendes Katz-und-Maus-Spiel, das beispielhaft zeigt, wie wichtig konsequenter Spannungsaufbau für einen Horrorfilm ist. Nach dem sucht man in THE PACK leider vergebens. Stattdessen tragen sich die teils behäbig in Szene gesetzten Ereignisse haargenau so ab, wie in bereits all den Tier-Schockern, die seit den 70ern Kinos und Wohnzimmer unsicher machen. Umso bedauerlicher, dass Regisseur NICK ROBERTSON und Drehbuchautor EVAN RANDALL GREEN viel Aufwand in die Charakterisierung ihrer Figuren (darunter ANNA LISE PHILLIPS aus HEADHUNT) investiert haben, denen in THE PACK eine angemessene Tiefe zuteil wird. Vergeudete Arbeit, hat doch dieser Horror-Schnarcher – mal abgesehen von dummen Ideen – nichts, was positiv im Gedächtnis haften bleibt. Enttäuschend!
 
 
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THE PACK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein Home-Invasion-Thriller der vierbeinigen Art, dem es vor allem an einem mangelt: Originalität und Logik. Wer auch beim Horrorfilm den Grips nicht ausstellen kann, der sollte THE PACK meiden. Hier verhalten sich nicht nur Killerhunde komisch; auch die Protagonisten stellen sich selten dämlich an. Während man anfänglich noch um eine angemessene Tiefe aller Figuren bemüht ist und die Spannung konstant zu steigern versucht, fällt das zuvor akribisch erdachte Handlungsgerüst wie ein Kartenhaus in sich zusammen, sobald die bösen Hunde vor der Haustür knurren. Die besitzen plötzlich weder Geruchs- noch Gehörsinn und springen wie Superdog durch Autoscheiben, um Menschen zu reißen. Aber auch die Opfer sind von Sinnen. So bleibt man nicht hinter schützenden Mauern und bemüht sich um Hilfe, sondern läuft nach draußen geradewegs ins Visier der Hunde. Kopfschütteln ist in THE PACK Programm, bekommt es der Zuschauer hier mit einem behäbig inszenierten Tier-Grusler zu tun, der kaum Überraschungen zu bieten hat und mit unglaubhaften Handlungsverläufen zugemüllt wurde. Wer glaubt hier geht es blutig zu irrt. Schauwerte sind Mangelware. Die reduzieren sich auf Nahaufnahmen von Hundemäulern und blutverschmierte Gesichter wehrloser Opfer, die im Todeskampf um Hilfe winseln. Letztendlich gehört THE PACK trotz stimmiger Optik zu den enttäuschendsten Tierhorrorfilmen, die man in Filmjahr 2015 zu sehen bekommen hat. Viel Potenzial war vorhanden, welches nicht ansatzweise ausgeschöpft wurde. Umso mehr sollte man noch einmal ähnliche gestrickte Filme Revue passieren lassen, die böse Hunde bedeutend besser und gruseliger in Szenen gesetzt haben: THE BREED, CUJO oder DIE MEUTE.
 
 


 
 
 

THE PACK – Zensur

 
 
 
Jene Szenen in denen Menschen vor der Kamera von Hunden zerfetzt werden sind so hektisch und konfus geschnitten, dass man kaum etwas erkennen kann. So bekommt man teils nur knurrende Hundemäuler und blutverschmierte Gesichter von Opfern zu sehen, die um ihr Leben winseln. Ein geschickter Schachzug, um den teuren Einsatz von Spezialeffekten umgehen zu können. Weil die Morde von Tieren ausgeht, dürfte THE PACK von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Prüfbehörde bei Tier-Horrorfilmen immer sehr gnädig Freigaben verteilt hat.
 
 


 
 
 

THE PACK – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cujo (1983)
 
Wolf Town (2010)
 
The Breed (2006)
 
Die Meute (1977)
 
Der Tod kommt auf vier Pfoten (1993)
 
Rottweiler (2004)
 
Killerhunde (1976)
 
Man’s Best Friend (1993)
 


Filmkritik: „Dark was the Night“ (2014)

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DARK WAS THE NIGHT – DIE WURZELN DES BÖSEN

Story

 
 
 
Etwas Böses terrorisiert die keine Stadt Maiden Woods. Zerfetzte Körper werden gefunden und seltsame Dinge geschehen. Sheriff Paul Shields (KEVIN DURAND) will den Bewohnern die Angst nehmen und geht den mysteriösen Ereignissen auf den Grund.
 
 
 


 
 
 

DARK WAS THE NIGHT – Kritik

 
 
 
Monsterfilme sind auch nicht mehr das, was sie mal waren – und das ist auch gut so. Seit einiger Zeit sind ambitionierte Filmemacher daher bestrebt, dummen Monsterstreifen so etwas wie Anspruch einzuhauchen. Entstanden sind so herausragende Horrordramen wie SPRING oder LATE PHASES, die auf eindrucksvolle Weise zeigten, dass sich Kreaturen-Horror nicht zwangsläufig in eine Schublade packen lässt. Auch BAD MILO– und STATIC-Produzent JACK HELLER versucht mit seinem DARK WAS THE NIGHT Tiefe in die Materie der Monsterheuler zu bringen. Statt Augenmerk auf Böses zu richten, sind ihm seine Figuren wichtig. Die haben in erster Linie mit Schicksalsschlägen und inneren Dämonen zu kämpfen – gefräßige Monster haben zu warten.
 
 
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KEVIN DURAND spielt den sensiblen Sheriff Paul Shields, der entgegen dem stereotypen Bild des Helden auch einmal weinen darf und sogar Angst kennt. Er hat kein einfaches Los gezogen und befindet sich nach dem tragischen Unfalltod des Sohnemanns in einer Lebenskrise. Das Familieleben leidet darunter, denn der Zweitgeborene hat erkannt, dass sich die Eltern nach dem Ableben des Bruders voneinander entfernt haben. Als plötzlich Dinge im Ort geschehen, muss der Sheriff aus seiner Lethargie erwachen. Er soll dem Mysterium auf den Grund gehen, denn die Bewohner seiner Stadt Maiden Woods vermuten, dass etwas Böses aus den Wäldern gekommen ist und nichts Gutes im Schilde führt. Für den rational denkenden Gesetzeshüter eine Herausforderung. Der muss sich nämlich bald eingestehen, dass es auf der Welt Dinge gibt, die sich nicht so einfach erklären lassen.
 
 
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Deprimierende Familientragödie mit Monstern: eigentlich macht Regisseur JACK HELLER fast alles richtig. DARK WAS THE NIGHT besitzt Tiefgang, authentische Protagonisten, unwohlige Atmosphäre und einen ständig wachsenden Spannungsbogen. Auch räumt man Publikum und Figuren genügend Zeit ein, damit sich Charaktere entwickeln und Zuschauer mit den Geschehnissen vertraut machen können. Was trotzdem übel aufstößt ist die Tatsache, dass das Monster nicht vor die Linse darf. Das tritt den blutigen Rachefeldzug gegen die Menschheit bereits im Prolog an – in voller Pracht wird es nur für wenige Sekunden im Finale gezeigt. Filmemacher JACK HELLER übertreibt das Spiel mit der Andeutung. Das Monster scheint allgegenwärtig zu sein und dennoch bekommt der Zuschauer nur dunkle Schatten zu sehen oder vernimmt unheilverkündendes Stampfen. Warum das so ist, wird im Endkampf klar. Ein rigoroser Sparkurs zwang die Produktion in die Knie. Um wirtschaften zu können, musste der Filmbösewicht am Rechner geboren werden – leider mehr schlecht als recht. Die Animationen wirken unglaubhaft und das Wesen derart künstlich, das es nicht in die Szenerie passen will. Dass da das Gänsehautgefühl in den Keller saust und aufgebaute Illusionen zu Staub verpuffen, ist nur die logische Konsequenz. Da kann auch der rabenschwarze Schlussgag nichts reißen, der die Tür für eine mögliche Fortsetzung offen hält. DARK WAS THE NIGHT ist eine Enttäuschung und das trotz Tiefgang. Wer demzufolge in Monsterstreifen fressgierige Bestien sehen will, sollte sich fern halten – dieser Film macht’s eher subtil.
 
 
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DARK WAS THE NIGHT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Monster-Grusler alter Schule. Bei diesem Indiestück handelt es sich in erster Linie um ein deprimierendes Drama, das sich als Monsterfilm tarnt. Statt blutige Fressorgien oder hektische Hetzjagden zu zelebrieren, geht es Regisseur JACK HELLER ruhiger an und beschäftigt sich in erster Linie mit seinen Protagonisten, die mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen haben. Dennoch; was hätte DARK WAS THE NIGHT – DIE WURZELN DES BÖSEN für ein großartiger Film werden können – wenn mehr Geld zur Verfügung gestanden hätte! In diesem Monsterfilm steckt zwar Hirn; weil Budget knapp war musste man wohl improvisieren und auf subtile Weise Gänsehaut heraufbeschwören. DARK WAS THE NIGHT ist ein Monsterfilm ohne Monster. Nicht, dass es nicht da wäre. Ganz im Gegenteil, die Filmkreatur ist allgegenwärtig. Dennoch wird sie erst am Ende für wenige Sekunden gezeigt wohl, weil man keine Dollars für ausuferndes Creature-Design übrig hatte. Mit den miserablen CGI-Effekten verpuffen auch die Illusionen, die Regisseur JACK HELLER zuvor mit viel Liebe für Oldschool-Horror aufgebaut hat. Übrigens: dieser Film ist nichts für die Liebhaber hektisch geschnittener Hochglanzfilme aus der Mache eines Michael Bay. DARK WAS THE NIGHT ist langsam erzählte Gruselware, die den Anspruch bewahrt. Zuschauer, die nichts mit Horror der alten Schule anfangen können, dürften gelangweilt abschalten.
 
 


 
 
 

DARK WAS THE NIGHT – Zensur

 
 
 
Sonderlich zeigefreudig ist DARK WAS THE NIGHT – DIE WURZELN DES BÖSEN nicht. Die meisten Gewaltmomente passieren im Off. Zudem setzt der Streifen vordergründig auf subtilen Horror. Hierzulande hat es dafür eine FSK16 gegeben.
 
 
 


 
 
 

DARK WAS THE NIGHT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dark was the Night; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Keine Extras

Release-Termin: 07.04.2016

 

Dark was the Night [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DARK WAS THE NIGHT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshots liegen bei: Eurovideo Medien)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Indigenous (2014)
 
Feed the Gods (2014)
 
Exists (2014)
 
Leprechaun: Origins (2014)
 


Filmkritik: „King Cobra“ (1999)

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KING COBRA

Story

 
 
 
Als eine bei einem missglückten Experiment eine genmanipulierte Riesenschlange, halb Kobra, halb Klapperschlange, aus dem Versuchslabor entkommt, geschehen in einer ruhigen Kleinstadt bald grauenvolle Morde. Die Behörden dort stehen vor einem Rätsel. Es liegt an einer Polizistin, einem Arzt und zwei Schlangenexperten das Biest zu fangen und zu töten …
 
 
 


 
 
 

KING COBRA – Kritik

 
 
 
Mit KING COBRA, oder, wie er damals auf VHS auch genannt wurde, KILLER KOBRA, hat es ein weiterer fast in Vergessenheit geratener Tier-Horrorfilm auf DVD geschafft. Veröffentlicht wurde er im Jahre 1999, ganze zwei Jahre nach dem Luis Llosas ANACONDA (1997), in welchem unter anderem Jennifer Lopez und Ice Cube mitspielten, einen finanziellen Erfolg am Boxoffice verzeichnen konnte. Doch KING COBRA ist einer der wenigen Fälle, in denen die Macher ausnahmsweise Mal nicht von einem „größeren Bruder“ abgucken wollten. Genauer gesagt, arbeiteten die zwei Regisseure David und Scott Hillenbrand schon vor dem Release von ANACONDA an dem Konzept zu KILLER KOBRA. Da sich jedoch produktionstechnischen Schwierigkeiten ergaben, mussten die zwei Brüder ihr Projekt um einige Jahre verschieben.
 
Mit ein wenig Hintergrundwissen kann man dem Film vielleicht noch ein wenig mehr abgewinnen. Natürlich ist KING COBRA ein relativ unspektakulärer und klischeebehafteter Tier-Horrorfilm mit einer Schlange. Doch da hat es in jüngster Zeit weitaus schlechtere Beispiele gegeben. Man denke nur an Filme wie PIRANHACONDA (2012) oder ANACONDA 4: TRAIL OF BLOOD (2009). KING COBRA muss ein Projekt gewesen sein, dass David und Scott Hillenbrand aus Liebe zum Genre unbedingt umsetzten wollten. Weshalb hätten sie sonst Jahre lang an dem Film arbeiten sollen? Neben der Regie übernahmen die beiden auch noch die Arbeit der Drehbuchautoren und schrieben das Skript selbst. Sie co-produzierten das Projekt und David Hillenbrand komponierte den Soundtrack, wenn auch unter dem Pseudonym David Berrel. Außerdem gab sich Scott Hillenbrand die Ehre und hatte einen Cameoauftritt – wie sein Bruder, auch unter einem Pseudonym. Der Film selbst ist nicht allzu spannend und die Story bietet keinerlei Überraschungen. So lässt ein verrückter Wissenschaftler versehentlich eine Schlange entkommen, die wenig später Teenager in einem Wald verfolgt und tötet. Selbstverständlich dürfen die obligatorischen Helden nicht fehlen werden, von denen einer natürlich eine Polizistin und der andere ein Arzt ist. Auch das Stadtfest, welches der Bürgermeister selbstverständlich nicht absagen will gehört dazu – ganz so, wie man es eben von Tier-Horrorstreifen seit jeher gewohnt ist. KING COBRA ist ein so klassischer Tier-Horrorfilm, dass er innerhalb seines Genres sehr durch Klischees belastet wird. So können die Szenenverläufe bereits im Voraus erahnt werden – im Falle von KING COBRA ist das immerhin eine unterhaltsame Prämisse. Apropos unterhaltsam: Die unterhaltsamste Figur im ganzen Film dürfte wohl Pat Moritas Charakter Hashimoto sein. Morita, den die Meisten wohl als Miyagi aus KARATE KID (1984) kennen dürften, spielt hier einen Wissenschaftler, der Schlangen untersucht und sich regelmäßig das Gift der Kobra spritzt um immun gegen Bisse und das Schlangengift zu sein.
 
Doch um den Film nicht gänzlich schlechtreden zu wollen, sollten auch fairerweise die positiven Aspekte angesprochen werden, wobei einer ganz besonders hervorzuheben wäre: Der Film benutzt kein CGI! Wenngleich die 90er-Jahre das Jahrzehnt waren in denen Hollywood seinen Fetisch für CGI-Effekte entdeckte, war es gleichzeitig das Jahrzehnt, in denen Filmemacher noch wussten wie man damit umzugehen hat und das CGI nur ein Werkzeug ist, welches man gezielt einsetzen sollte. JURASSIC PARK (1993) hat es durch eine perfekte Symbiose von praktischen Effekten und CGI vorgemacht, ehe es George Lucas und Co. gegen die Wand fuhren. Doch auch in den 90ern gab es immer noch Leute die rein auf praktische Effekte setzten. Genau dies macht KING COBRA wieder zu einem sehenswerten Film, denn die große Riesenschlange ist zu 100% handgemacht. Verantwortlich dafür war ein weiteres Gespann von Brüdern: Die „Chiodo Brothers“, oder um genauer zu sein: Stephen, Charles und Edward Chiodo, die jedem Horrorfan ein Begriff sein sollten. Die drei waren unter anderem für die Creature-Effects in CRITTERS – SIE SIND DA! (1986) und CRITTERS 2 – SIE KEHREN ZURÜCK (1988) verantwortlich. Für letzteren wurden sie sogar für den Saturn Award 1990 nominiert. Ihr bekanntestes Werkt dürfte wohl der kultige und äußerst unterhaltsame KILLER KLOWNS FROM OUTER SPACE (1988) sein, den sie selbst produzierten und für den sie sogar das Drehbuch schrieben. Außerdem führte Stephen Chiodo hier persönlich Regie. Die Schlange, die sie für KING COBRA gebaut haben sieht super aus und wirkt wesentlich eindrucksvoller als die meisten computeranimierten Monster von heute. Diesbezüglich unterstreicht der Film noch mal, wie wichtig doch praktische Effekte gegenüber CGI sind.
 
 
 


 
 
 

KING COBRA – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
KING COBRA ist ein eher durchschnittlicher aber dennoch solider Tier-Horrorfilm, der durch seine praktischen Effekte einige Schauwerte zu bieten hat.
 
 
 


 
 
 

KING COBRA – Zensur

 
 
 
Alle in Deutschland erhältlichen Fassungen sind ungekürzt. So auch die aktuelle DVD-Auswertung von EDEL GERMANY, die unter dem Originaltitel KING COBRA auf DVD ausgewertet wurde.
 
 
 


 
 
 

KING COBRA – Deutsche DVD

 
 
 
king-cobra-1999-dvd

(c) Edel Germany

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: King Cobra; USA 1999

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Französisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 30.05.2014

 
 
 
Am 22. Februar 2000 veröffentlichten BMG Video und UFA den Film auf VHS-Kassette unter dem Titel KILLER KOBRA. Seit dem 30. Mai 2014 ist der Streifen auch auf DVD erhältlich. EDEL GERMANY veröffentlichte den Film hierzulande unter seinem Originaltitel KING COBRA. Dadurch besteht nun Verwechslungsgefahr, da der 1981 veröffentlichte Tier-Horrorfilm JAWS OF SATAN von Bob Claver hierzulande auch den Titel KING KOBRA trägt – das „C“ in „Cobra“ macht den Unterschied.
 
 

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KING COBRA – Trailer

 
 
 

 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Piranhaconda (2012)

Anaconda (1997)
 
Rattled – Angriff der Klapperschlangen (1996)
 
Python – Lautlos kommt der Tod (2000)


Filmreview: „Wer – Das Biest in Dir“ (2013)

Wer-2013
 
 
 

WER – DAS BIEST IN DIR

Story

 
 
 
Mann oder Bestie: Verteidigerin Kate Moore (A.J. Cook) steht vor dem Fall ihres Lebens. Sie gerät an einen Angeklagten, der für zwei brutale Morde verantwortlich gemacht wird. Nun will sie dessen Unschuld beweisen. Doof nur, dass sich der Beschuldigte vor ihren Augen zu einem Werwolf verwandelt …
 
 
 


 
 
 

WER – Kritik

 
 
 
Werwolffilme sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Seit nunmehr 100 Jahren geistert der Mannwolf durch die Filmlandschaft und hat sich bisher auf ganz unterschiedliche Weise auf der Leinwand präsentiert. Ob als brutale Bestie in THE HOWLING (1981), Sprüche klopfender Chaot in TEENWOLF (1985) oder verletzliche Kreatur im Horrordrama GINGER SNAPS (2000) – seit der von den UNIVERSAL STUDIOS produzierte WOLFSMENSCH im Jahre 1941 Aufsehen erregte und Geld in die Kinokassen brachte, sind Werwolf-Schocker aus den Lichtspielhäusern nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile ist die Liste der Werwolfheuler lang geworden. Klein ist dagegen die Anzahl derer, die es lohnt überhaupt gesehen zu werden, denn unter all den mehr oder weniger erfolgreichen Streifen innerhalb des Lykanthropen-Genres befindet sich auch ne Menge Quatsch. Ein etwas ruppiger Vertreter dieser Sparte ist WER, der nun den Weg in die Händlerregal findet. Regisseur WILLIAM BRENT BELL zeichnet verantwortlich und hatte vermutlich keine Lust mehr auf seicht-weichgespülten Kiddi-Kram, der sich seit TWILIGHT, INSIDIOUS und PARANORMAL ACTIVITY großer Beliebtheit erfreut. Für WER werden die Gewaltregler erneut auf Maximum gedreht, schließlich sind Horrorfilme im 21. Jahrhundert nicht mehr ausschließlich dazu da um Angst einzujagen. Wichtig ist vor allem verrohende Gewalt, die möglichst sadistisch vor der Kamera zelebriert wird, damit sich dem Zuschauer ganz schnell der Magen umdreht.
 
In Frankreich lebt man neuerdings gefährlich. Eine mörderische Bestie treibt dort ihr Unwesen. Deren unstillbaren Blutdurst bekommt eine ahnungslose Familie zu spüren, die gerade in einem der ländlichen Vororte von Paris Urlaub macht. Ehefrau Claire (STEPHANIE LEMELIN) überlebt schwer verletzt und schildert den Polizisten, dass die grausame Tat durch Menschenhand verursacht wurde. Schnell ist ein Verdächtiger gefunden. Der fällt anhand der verlotterten Optik direkt ins Beuteraster der Beamten und soll nun von Verteidigerin Kate Moore vertreten werden. Die Anwältin ist fest von der Unschuld des wortkargen Riesen überzeugt, wird jedoch bald eines Besseren belehrt. Bei einigen Untersuchungen gerät der Mann in Rage und verwandelt sich in eine unaufhaltsame Kreatur, die bald nicht mehr unter Kontrolle zu bringen ist und blind vor Wut jeden zerreist, der sich ihr in den Weg stellt. Der Mythos über Werwölfe scheint sich zu bewahrheiten, doch niemand weiß, wie man das Monster aufhalten kann. Für Kate Grund genug dem Wesen auf Schritt und Tritt zu folgen, schließlich spürt sie, dass zwischen ihr und dem Werwolf eine Verbindung besteht.
 
WILLIAM BRENT BELL ist wieder da. Mit seinem DEVIL INSIDE (2012) hat er sich zuletzt selbst ein Denkmal gesetzt und einen der miesesten Mainstram-Wackelkamera-Streifen gedreht, die man bis dato auf der Leinwand bewundern durfte. Trotzdem konnte sich der kostengünstige Wackeltrip gut an den Kinokassen behaupten, so dass BRENT BELL nun weitere Horrorfilme machen kann. Weil die Machart von DEVIL INSIDE gut funktioniert hat, geht es auch gleich mit der Shaky Cam weiter, denn WER ist im gleichen Subgenre beheimatet, wie die miese Teufelsaustreibung aus dem Jahre 2012. Die Geschichte wird hierbei in Form einer hektisch geschnittenen Reality-Doku geschildert. Um möglichst authentisch zu wirken bekommt der Zuschauer Unmengen News-Schnipsel fiktiver Nachrichtensender vorgesetzt, wobei die aus den meisten Found Footage Filmen bekannte Perspektive aus Sicht der Überwachungskamera selbstverständlich auch mit an Bord ist. Mittlerweile ist man es ja gewohnt, dass Charaktere in Wackelkamera-Streifen grundsätzlich blass bleiben, schließlich konzentrieren sich die meisten dieser Filme auf das plakative Erschrecken nach gängiger Methodik, was nicht selten durch das unkontrollierbare Wackeln der Kamera getoppt wird. Auch WER bedient sich den ewig gleichen Found Footage Regeln und versorgt den Zuschauer mit teils unerträglicher Kameraführung, die zwar immer nah an der Heldin bleibt aber den Zuschauer zur Weißglut treibt, weil der Kameramann kein ruhiges Händchen findet. Unbeholfene Schocks bestätigen die Tatsache, dass sich das Wackelfilm-Genre auf einem absteigenden Ast befindet, denn wirklich unvorhersehbar ist keiner von denen, weil man sich einfach an den ewig gleichen Schreckmomenten sattgesehen hat. Eigentlich bietet WER nichts Neues, wäre da nicht der deftige Härtegrad, der zumindest das Interesse der Splatter-Fraktion auf den Plan rufen dürfte. Regisseur WILLIAM BRENT BELL schöpft aus den Vollen und grenzt sich mit seinem Schlachtfest ganz selbstbewusst von den bisherigen Vertretern dieser Filmgattung ab. WER dürfte mit Sicherheit der bisher brutalste Found Footage Schocker sein, schließlich werden hier ganz ungeniert Körper vor der Kamera zerfetzt. CGI zeigt sich in WER von der besten Seite, denn das meiste Gematsche kommt aus dem Computer, fügt sich hervorragend in das Wackelgeschehen ein und hinterlässt einen durchweg positiven Gesamteindruck. Zudem verschönern diverse Computereffekte ganz gezielt die obligatorische Verwandlungsszene, die zu jedem Werwolffilm gehört, wie das Salz in die Suppe. Das Effekte-Team hat in diesem Falle lobenswerte Arbeit geleistet und eine gelungene Blutwurstplatte zusammengestellt, an der sich kommende Filme dieser Art messen müssen. Auch wenn WER mit Sicherheit kein Brüller ist; die derben, temporeichen und hektisch geschnittenen Gewaltexzesse haben Autor und Regisseur WILLIAM BRENT BELL den Hintern gerettet.
 
 
 


 
 
 

WER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
A NEW AMERICAN WEREWOLF IN PARIS – Der mit Abstand brutalste Found Footage Film in der Geschichte des Wackelkamera-Genres. Eigentlich ist WER ein Werwolfstreifen wie jeder andere auch, wären da nicht die ziemlich realistisch umgesetzten und krude inszenierten Gewaltmomente, die das Herz eines jeden Splatterfans schneller schlagen lassen dürften. Zwar benötigt WER ein wenig um an Fahrt zu gewinnen; legt der Wolfmann dann jedoch los, geht es Schlag auf Schlag. Mit WER hat DEVIL INSIDE-Macher WILLIAM BRENT BELL doch noch bewiesen, dass er halbwegs unterhaltsame Horrortrips machen kann. Da kann man nur hoffen, dass der Regisseur nun das ohnehin schon gebeutelte Found Footage Genre ruhen lässt und nicht noch einen Film dieser Art zu drehen beginnt.
 
 
 


 
 
 

WER – Zensur

 
 
 
WER ist ziemlich brutal. Es werden Menschen in Stücke gerissen, Kiefer auseinandergefetzt, Augäpfel angeritzt und Menschen wie Papier durch die Luft gewirbelt. Das hat für einen roten KJ-Sticker ausgereicht, sogar für eine ungekürzte Fassung.
 
 
 


 
 
 

WER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
wer-blu-ray

(c) Ascot Elite Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Wer; USA 2013

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 – @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK18 – Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover, Erstauflage im Schuber

Extras: Featurette, Bonus-Clip: „Stunt to Finish“, Interviews, Originaltrailer, Trailershow, Programmhinweise fürs Kino

Release-Termin: 14.10.2014

 

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WER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
V/H/S 2 – Super VHS (2013)
 
Das Tier (1981)
 
American Werewolf (1981)
 
American Werewolf in Paris (1997)
 


Filmreview: „Big Ass Spider“ (2013)

big_ass_spider-2013
 
 
 

BIG ASS SPIDER

Story

 
 
 
Kammerjäger Alex (Greg Grunberg) allein gegen eine Riesenspinne: Ein Experiment der Regierung ist mal wieder gehörig danebengegangen und aus einem harmlosen Arachnoid verwandelt sich ein gefräßiges Monster, dass ganz Los Angeles auf Trapp hält …
 
 
 


 
 
 

BIG ASS SPIDER – Kritik

 
 
 
Der verschollen geglaubte MIKE MENDEZ lässt die Spinnen los. Mitte der 90er war der damals gefeierte Nachwuchsregisseur ein kleiner Hoffnungsschimmer am Horrorhimmel und drehte mit MIKE MENDEZ KILLERS eine ziemlich ruppige Horrorsatire, die sich ganz unverfroren an Gewaltstreifen wie NATURAL BORN KILLERS und RESERVOIR DOGS verging. In Europa entstand ein regelrechter Hype um das kontroverse Stück Low-Budget-Kino, das sich binnen weniger Jahre zum Kultfilm des Genres entwickelte. Dem bis dato unbekannten MENDEZ eröffnete der Erfolg neue Möglichkeiten: 2000 entstand sein Zweitwerk mit dem Titel CONVENT, dem deutlich mehr Kohle zur Verfügung stand und das aber von Kritikern und Horrorfans mit eher gemischten Gefühlen aufgenommen wurde. Nach einer Horrordokumentation und dem lieblos heruntergekurbelten THE GRAVEDANCERS (2005) war plötzlich Schluss mit Filmemachen und es wurde verdächtig ruhig um den einst umjubelten Horrormacher. Nach fast acht Jahren Regieabstinenz gibt es endlich wieder etwas von MENDEZ zu sehen. Mit diesmal bedeutend mehr Geld in der Tasche und einigen bekannten TV- und Leinwandstars im Petto hat er einen Spinnenheuler auf Zelluloid gebannt, den man natürlich zu keiner Zeit ernst nehmen kann.
 
MENDEZ scheint eine Vorliebe für selbstironischen Trash zu besitzen. Bereits mit dem Splatterfest CONVENT bewies der Regisseur, dass er gern Horrorfilme dreht, die man lieber mit einem gehörigen Augenzwinkern genießen sollte. Ernst ist der neuste Abstecher ins Gruselmilieu keineswegs, denn auch wenn Spinnen bei den meisten Menschen vorwiegend Angst und Ekel hervorrufen, muss man bei MENDEZ über die langbeinigen Krabbeltiere vor allem eines: Lachen. BIG ASS SPIDER heißt das neuste Machwerk sinnbefreiter Komik für das er sogar einige namhafte Schauspieler gewinnen konnte. GREG GRUNBERG (HEROES – Die Serie) spielt hier den Kammerjäger Alex Mathis, der Haushalte von Ungeziefer und Parasiten befreit und nach einem gemeinen Spinnenbiss in die Notaufnahme eilt. Zufälligerweise wurde dort auch soeben eine Leiche eingeliefert aus deren Brustkorb eine Spinne kriecht, die wenig später die ganze Stadt in Aufruhr versetzt. Das, mit außerirdischer DNA in Berührung gekommene Krabbeltier, bekommt den Hals nicht voll und frisst sich durch Massen von Menschen. Stunden später ist das Vieh zu stattlicher Größe herangewachsen, krabbelt auf einen Wolkenkratzer um darin die Brut ablegen zu können. Spinnenflüsterer Alex findet das gar nicht gut, schnappt sich einen mexikanischen Wachmann und rettet am Ende selbstverständlich die Welt.
 
Seit Nonsens wie SHARKNADO selbst in renommierten Fachzeitschriften lobend Erwähnung finden, ist auch der Tierhorror wieder in aller Munde. Das Mülllabel ASYLUM hat gut vorgelegt und produziert seit Bestehen fleißig Horrorschund in dem Tiere die abstrusesten Dinge tun. Ob Hai mit zwei Köpfen oder Kampf zwischen Riesenschlange und Krokosaurier – das Schaffen dieser Filmwerkstatt ist der Inbegriff cineastischer Dummheit. BIG ASS SPIDER macht da keine Ausnahme. Das Ding strotzt nur so vor schlechten Dialogen, miserablen Handlungssträngen und kaum vorhandener Logik. Was den Streifen aber vom minderwertigen Quark aus den ASYLUM-Studios abhebt sind die hervorragend computeranimierten Spinnen-Effekte, die den Spaßfaktor erheblich steigern. BIG ASS SPIDER macht alles andere als einen billigen Eindruck, punktet mit lautem Munitionsgerassel und erheiternd trivialer Action, die sich natürlich pausenlos selbst auf die Schippe nimmt. Da feuert das Militär planlos den ganzen Film über mit Schusswaffen auf den aggressiven Arachnoid, obwohl im Film mehrfach erläutert wird, dass die Spinne unverwundbar ist. Zudem will sich dem Zuschauer nicht erschließen, wie es das Rieseninsekt letztendlich geschafft hat sich allein zu befruchten. Immerhin hat MIKE MENDEZ, wie andere Regisseure in letzter Zeit auch, an eine Hommage gedacht. Das mutierte Etwas hat sich für die Kinderstube ausgerechnet einen Wolkenkratzer im Zentrum von Los Angeles ausgesucht und krabbelt hinauf ins letzte Stockwerk, um darin den Nachwuchs ablegen zu können. Kult-Gorilla KING KONG hat in seiner Filmlaufbahn auch schon ne Menge ähnlicher Gebäude bestiegen. Leider hat das haarige Filmmonster bisher immer erst reichlich spät bemerkt, dass so ein bisschen Hauswandkletterei zu rein gar nichts führt. Auch wenn das Rad in BIG ASS SPIDER nun nicht gerade neu erfunden wird, bleibt dem Fan solcher Filme nix anderes übrig, als sich auch diesen Film in die Sammlung zu stellen. MENDEZ schafft es mit Situationskomik, guten Darstellern und Kurzweil zu überzeugen. Der haarsträubende Mix aus Science Fiction, Tierhorror und Komödie unterhält trotz inhaltlicher Leere ungemein – den hervorragend getricksten Spinnenmomenten sei Dank.
 
 
 


 
 
 

BIG ASS SPIDER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
BIG ASS SPIDER ist eine willkommene Abwechslung zum üblichen Tier-Trash des Produktionsstudios ASYLUM, welcher den meisten Filmfans die Laune am Sichten von Tierhorrorfilmen mittlerweile vermiest hat. Der neuste Brüller von MIKE MENDEZ überrascht mit erstaunlich guten Effekten und jeder Menge sinnbefreiter Action, die immerhin soviel temporeichen Kurzweil bietet, dass dem Zuschauer kaum Zeit bleibt darüber nachzudenken, was ihm da gerade für Schwachsinn untergejubelt wird. Der Spinnenekel bleibt aus und die handvoll Gags machen Laune, so dass BIG ASS SPIDER auch von jenen Filmfans goutiert werden kann, die sonst mit Arachnophobie so ihre Probleme besitzen.
 
 
 


 
 
 

BIG ASS SPIDER – Zensur

 
 
 
BIG ASS SPIDER wurde in Deutschland ungeschnitten veröffentlicht und ist bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet. Viel Blut gibt es nicht gesehen, von daher ist die niedrige Freigabe gerechtfertigt.
 
 
 


 
 
 

BIG ASS SPIDER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
big-ass-spider-blu-ray

(c) Splendid Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Big Ass Spider; USA 2013

Genre: Horror, Science Fiction, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Orangene Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 03.01.2014

 
 
 

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BIG ASS SPIDER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Arac Attack – Angriff der achtbeinigen Monster (2002)
 
Spiders (2000)
 
Spiders 2 (2001)
 
Camel Spiders – Angriff der Monsterspinnen (2011)
 
Arachnophobia (1990)
 


Filmreview: „Raptor Ranch“ (2013)

raptor-ranch-2013
 
 
 

RAPTOR RANCH

Story

 
 
 
Auf der RAPTOR RANCH gehen merkwürdige Dinge vor sich. Dort führt Dr. Cane (Jack Gould) ominöse Experimente durch. Er züchtet prähistorische Raptoren, die von Durchreisenden versehentlich aus ihren Käfigen befreit werden. Dass das kein gutes Ende nehmen wird, liegt auf der Hand …
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Kritik

 
 
 
Seit die Dinos aus JURASSIC PARK 3 im Jahr 2001 das letzte Mal die Lichtspielhäuser heimgesucht haben, ist der Hype um die gefräßigen Urzeitbewohner schneller abgeebbt, als erwartet. Zwar bekommt man die prähistorischen Monster ab und an im Bildungsfernsehen der Öffentlich Rechtlichen zu Gesicht, im Genre haben sie sich jedoch rar gemacht, was für die Regiedebütanten DAN BISHOP und MICHAEL BEBERASHVILI Grund genug gewesen sein dürfte, ihren RAPTOR RANCH auf die Filmfans loszulassen. Die versuchen mit ihrem Dino-Quatsch eine unterversorgte Lücke im Horrorfilm zu schließen und knüpfen nahtlos dort an, wo Streifen wie PTERODACTYL – URSCHREI DER GEWALT (2005) oder RAPTOR (2001) kläglich gescheitert sind: unterhaltsamer Dino-Murks. Trotz TRASH-Prädikat entstand diesmal nichts unter der Fuchtel der gefürchteten ASYLUM-Müllschmiede, die ja berüchtigt dafür ist, geistlosen Hirnshit in Gold zu verwandeln. Bei RAPTOR RANCH handelt es sich um eine kleine Independent-Produktion, die sich nur selten ernst nimmt und es tatsächlich schafft, ausreichend Spaß zu bereiten. Ein Teil dessen ist der arg überzogenen Situationskomik zu schulden. Die sorgt nicht selten dafür, dass man meinen könnte mit RAPTOR RANCH eine sinnentleerte Parodie auf die beliebte JURASSIC PARK-Reihe aus SPIELBERGS Dreamwork-Fabrik in den Händen zu halten. Der dürfte sich vermutlich durch derart abgefahrenen Klamauk ganz schön veräppelt fühlen, denn nach Gehalt sucht man in diesem selbstironischen Splatter-Quatsch vergebens.
 
Wie es in amerikanischen Filmen stets der Fall ist, geht natürlich Durchreisenden irgendwo mitten in der Einöde Texas entweder das Benzin aus oder das Gefährt kommt unter beißendem Motorqualm abrupt zum Erliegen. So auch einigen Protagonisten, die sich mit Panne und ohne Sprit zu einer Tankstelle retten können, an der es kurioserweise weder Hilfe noch Benzin gibt. Die gehört einem schleimigen Widerling, der nicht nur als Tankwart arbeitet, sondern auch ein Restaurant betreibt. In dem arbeitet Kellnerin Abbi Whitecloud (eine desinteressierte und gesichtslose JANA MASHONEE) die Schulden ihrer verstorbenen Mutter ab und bringt die Gestrandeten zu einer nahe liegenden Ranch, wo Dr. Cane (JACK GOULD) komische Experimente durchführt. Davon weiß aber der unwillkommene Besuch natürlich nichts und befreit unachtsamerweise einige Dinosaurier, die nun gierig lospirschen, um sich die knurrenden Mägen zu füllen.
 
Man nehme eine handvoll skurriler Gestalten, die so unwirklich agieren, dass man meinen könnte sie wären einem Comic entsprungen, werfe sie mit nicht mehr zeitgemäßen Monstereffekten in einen Topf und würze das Ganze mit reichlich Blut und allerhand dummen Sprüchen. Fertig ist RAPTOR RANCH, ein Film der keinen Hehl daraus macht, dass er eigentlich total bescheuert ist. Die Geschichte ist hier nur notdürftiges Flickwerk und die bescheidenen Effekte befinden sich irgendwo auf Playstation 1-Niveau. Immerhin, wird trotz großzügigen Einsatzes durchwachsener CGI auch auf altbewährte Puppenanimatronik zurückgegriffen. Die schaut teilweise sogar besser aus, als das Pixelgewitter aus dem Computer, kann aber auch nicht kaschieren, dass RAPTOR RANCH nach den ersten grandios bescheuerten 45 Minuten erheblich die Puste ausgeht. Nachdem die gefährlichen Fleischfresser aus ihren Zellen entkommen konnten, verharrt der Dino-Brüller nämlich unspektakulär auf der Stelle. Das Chaos bricht aus und die Helden sehen sich leidlich darum bemüht, um ihr Überleben zu kämpfen. Immerhin haben sie während des Überlebenskampfes nicht ihren Humor verloren, denn statt gegruselt darf gelacht werden. Es wird reichlich ge-overacted, sinnbefreit gehandelt und wirr in der Gegend umhergerannt. Wir sehen, wie verschiedengroße Raptoren den Helden nach dem Leben trachten, wild in die Kamera geifern und sich die Protagonisten in den gierigen Schlund hinabwürgen. Das mag zwar anfänglich noch durchaus unterhaltsam sein; die Rezeptur wird jedoch bis zum Erbrechen wiederholt, dass schnell der Spaßofen aus ist und das permanente Rennen, Verstecken, Schreien und Gieren ganz schön auf den Zünder geht. Am Ende bleibt eine mittelprächtige Monster-Gurke, die ihr Potenzial eindeutig verschenkt hat. Was anfänglich hervorragend funktioniert, wird ab Filmmitte mangels Ideen fast schon zwanghaft wiederholt, damit man halbwegs Filmlänge erreicht. Schade eigentlich, denn wirklich guten Urzeit-Trash hätte dem Genre durchaus mal wieder gut getan. So sei RAPTOR RANCH einzig nur den Zuschauern empfohlen, die ein Faible für schlechten Geschmack besitzen, denn die dürften mit diesem Billig-Streifen trotz qualitativer Mängel eindeutig ihren Spaß haben.
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
RAPTOR RANCH punktet mit hohem Spaß-Faktor und einer herrlich selbstironischen Inszenierung, die man natürlich zu keiner Zeit ernst nehmen kann. Der Splatter-Quatsch gefällt durch schräge Typen, liebenswert grottige Effekte und natürlich viel Kunstblut und einer Menge Körperteile aus Plastik. Monster-Trash wie er im Buche steht, der nicht nur Liebhabern bewusst schlecht gemachter Filme gefallen dürfte. Auch Besitzer einer Heimkinoanlage geraten bei so viel “dinoströsem” Schnaufen und Stampfen vor Freude in Entzückung.
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Zensur

 
 
 
RAPTOR RANCH ist eine Dino-Splatter-Komödie. Da man die übertriebenen Grausamkeiten zu keiner Zeit ernst nehmen kann und hier die Gewalt von Tieren ausgeht, dürfte RAPTOR RANCH in der ungeschnittenen Filmfassung schon für Kids ab 16 Jahren geeignet sein.
 
 
 


 
 
 

RAPTOR RANCH – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Raptor (2001)
 
Carnosaurus (1993)
 
Carnosaurus 2 – Attack of the Raptors (1995)
 
Jurassic Park (1993)