Filmkritik: „Das Engelsgesicht“ (1982)

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DAS ENGELSGESICHT

(THE BEAST WITHIN)

Story

 
 
 
Caroline und ihr Mann Eli haben, natürlich irgendwo in den amerikanischen Hinterlands, Mississippi, eine Autopanne. Eli wandert los und sucht eine Tanke. Ein Unglück kommt selten allein und so werden wir Zeuge des Überfalls einer verwilderten Waldmensch-Bestie. Ein rechter Hoden-Bigfoot offenbar, legt er sich die arme Caroline doch gleich sexuell aufs Tablett. Michael, der aus der Vergewaltigung durch den geilen Sasquatch hervorgegangene Junge, wächst den Umständen entsprechend normal auf. Seine Herkunft verschweigt man ihm verständlicherweise. Als Michael in die Klauen der Pubertät gerät, spürt er, dass da etwas nicht stimmt in ihm. Träume, in denen er – schwer symbolisch – einen Keller verbarrikadiert, aus dem ein Monster flüchten will, plagen ihn. Als er mit seinen Eltern in die Nähe der Ereignisse vor seiner Geburt reist, versucht er, seine Herkunft zu ergründen. Gleichzeitig will das innere Monster des Originaltitels raus aus seinem Gefängnis. Michael wird zum Amok-Untier und sucht eine Frau, an die er seine Saat und den Fluch des Hillbilly-Sexmonsters weitergeben kann.

 
 
 


 
 
 

DAS ENGELSGESICHT – Kritik

 
 
 
Da schleicht doch tatsächlich mal eine wahre Feinigkeit von Veröffentlichung auf uns zu! THE BEAST WITHIN ist ein bei Grusel-Wüterichen meiner Altersklasse sehr geschätzter Horror-Reißer. Der wehrlose Film ist, hier wie andernorts, über die Jahre vielfach zu schändlichen Bootleg-Unehren gekommen. Dabei hat er viel mehr zu bieten, als die zeitliche Nähe zu diversen berüchtigten Slasher-Titeln andeutet. Ein Drehbuch von Tom FRIGHT NIGHT Holland erweitert die Wahrnehmung dessen, was der jugendliche Internet-Kritiker von heute reflexhaft „Body Horror“ nennt. Diesmal geht es jedoch nicht nur um die Angst vorm körperlichen Verfall und schlussendlich vorm Tod. DAS ENGELSGESICHT zeigt, wie bereits das nicht zu vermeidende Mutieren des Menschen, physisch und psychisch, durch die Pubertät eine monströse Erfahrung sein kann. Das seit Franz Kafka bekannte Motiv der Verwandlung in ein menschengroßes Insekt funktioniert hier im Film als überspitzte Darstellung der zu erleidenden Pubertäts-Veränderungen. Zusammen mit Regisseur Philip Mora, dessen Werksverzeichnis auch mal ein bis zwei Bücher und Retrospektiven wert wäre, so gnadenlos vielseitig, wie der Kerl aktiv war, bringt Holland eine höchst eigensinnige Film-Vision zum Erstrahlen. DAS ENGELSGESICHT schnappt sich eine im Kern dem Bildungsroman – heute würde man coming-of-age-Story – verpflichtete Handlung und jagt sie durch einen Filter, der sich gleichzeitig aus amerikanischen Monsterfilmen der Fünfziger und Sechziger, zeitgenössischem Splatter-Horror und der Autoren-Intelligenz seiner Macher speist. Natürlich ist die Idee eines durchschnittlichen College-Jacken-Rüpels, dem durch Schändung seiner Gene ein gar blutrünstig´ Rieseninsekten-Dasein blüht, purer Trash-Mumpitz. Die am Rande angeschnittene Geschichte über das mörderische Vater-Monstrum und dessen Verknüpfung mit dem Städtchen, kommt leider nicht wirklich überzeugend zur Geltung. Ungeachtet dessen mühen sich Holland und Mora, die Leiden des jungen M. sichtbar zu machen. Sogar Mitgefühl in der armen Wurst wird im Zuschauer geweckt, da das Gefühl des Sich-nicht-Wohlfühlens in der eigene Haut wohl von jedem nachvollzogen werden kann. Mit dieser Manipulation seines Publikums hat auch David Cronenberg erfolgreich gearbeitet, dem DAS ENGELSGESICHT mit Sicherheit nicht fremd war, als er ein paar wenige Jahre später sein glibberiges Remake des Fifties-Schlocks DIE FLIEGE in Angriff nahm.
 
 
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So ist, da wiederholen wir uns gern, DAS ENGELSGESICHT keine Splatter-Nummernrevue. Keine Abfolge möglichst übersteigerter Hinrichtungsarten dämlicher Nebencharaktere. Nein, dieses Einmaleins des Früh-Achtziger-Slashers wird bei Philip Mora nicht aufgesagt. Die trotzdem beinharten und betont unappetitlichen Effekte sind gekonnt in die Stimmung des Films eingebettet, intensivieren sie sogar. Handwerklich hat man sich nämlich nicht lumpen lassen. F/X-Maitre Tom Burman, zuvor schon beim äußerst gelungenen Bergarbeiter-Horror BLUTIGER VALENTINSTAG tätig, zieht alle Register. Burman betreibt inzwischen schon seit Jahrzehnten eine der führenden Herstellerfirmen von Bühnenblut, Latex-Rohmasse und anderen Chemikalien für die Welt des Films.
 
 
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Welcher unglücklich verliebte Knabenfreund sich seinerzeit ungestraft den schwülstigen deutschen Titel aus den Fingern (oder anderswo) saugen durfte, ist im Staube der Geschichte aufgegangen. Jedenfalls lief der Film anno 1982 im Kino ungeschnitten, und sogar die Videokassette war frei von zensierenden Eingriffen. Das war 1985 einem anderen Jugendschutz-Eiferer dann doch zuviel der Demokratie und DAS ENGELSGESICHT war bis einschließlich 2010 weg vom Markt – offiziell. Als in Deutschland das Pay-TV seine Hochzeiten hatte, also nach Ende der Neunziger etwa, lief der Film sogar mal ohne entstellende Schnitte auf einem der damaligen Spielfilmkanäle. Immer, wenn ich solch einen absurden und eigentlich therapiebedürftigen Sachverhalt behördlicher Bevormundung schildere, wird mir leicht schwindlig. Auch nach Jahrzehnten des Schreibens über Filme noch. Puh!
Jetzt jedenfalls befinden wir uns im Jahr 2016 und THE BEAST WITHIN kommt in den Genuss einer Veröffentlichung durch Label-Menschen, die Filme lieben und etwas von deren optimaler Behandlung verstehen.
 
 
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DAS ENGELSGESICHT – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Die Handlung stimmt, Charakterentwicklung und Atmosphäre sind vorbildlich ausgearbeitet. Dazu schleimig-saftige Splatter-Fiesheiten und ein guter Schuss Trashiness. Philip Moras DAS ENGELSGESICHT füllt eine Lücke im Kanon des Genrefilms der so wichtigen achtziger Jahre. Für fortgeschrittene Horror-Maulwürfe ist das hier selbstverständlich eine Pflicht-Ausgrabung, Neulingen mit Sinn fürs Ungewöhnliche sei dieser Film ebenfalls empfohlen.
 
 
 


 
 
 

DAS ENGELSGESICHT – Zensur

 
 
 
DAS ENGELSGESICHT wurde bereits damals von WARNER für den Videomarkt ungeschnitten veröffentlicht – wurde aber wenig später indiziert. Das lag vor allem an einigen teils äußerst blutigen Szenen und den strengen Zensurauflagen, die während der 1980ern in Deutschland üblich waren. Für die TV-Auswertung wurden demnach einige Schnitte vorgenommen, damit der Film überhaupt im Fernsehen gezeigt werden konnte. Die Veröffentlichung von OFDB FILMWORKS im Medabook ist nun die erste legale digitale Veröffentlichung von DAS ENGELSGESICHT. Diese ist selbstverständlich ungeschnitten. Davor gab es den Streifen nur auf DVD von RABBIT. Bei dieser Veröffentlichung handelte es sich um eine illegale Veröffentlichung im Bootleg.
 
 
 


 
 
 

DAS ENGELSGESICHT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB FILMWORKS – Mediabook A (auf 1000 Stück limitiert)

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(c) OFDB FILMWORKS – Mediabook B (auf 1000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Beast Within; USA 1982

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Linear PCM 2.0), Englisch (Linear PCM 2.0)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: 2 Mediabook-Auflagen jeweils limitiert & nummeriert auf 1.000 Exemplare

Extras: Audiokommentar von Ingo Strecker und Daniel Perée vom Wicked-Vision Magazin (deutsch), Intro mit Regisseur Philippe Mora, Within The Beast Within (ca. 33 Min.), Storyboarding „The Beast Within“ (ca. 14 Min.), Philippe and his Beasts: ausführliche Karriere-Featurette über den Regisseur, 2 Radio-Spots,
deutscher und englischer Trailer, Bildergalerie, Booklet mit einem Text von Thorsten Hanisch

Release-Termin: 21.09.2016

 

The Beast Within – Das Engelsgesicht – Mediabook Cover A [1 Bluray & 2 DVDs] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

The Beast Within – Das Engelsgesicht – Mediabook Cover B [1 Bluray & 2 DVDs] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 

DAS ENGELSGESICHT – Mediabook (Cover B)

 
 
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DAS ENGELSGESICHT – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und Abbildungen liegen bei OFDB FILMWORKS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Ding mit den 2 Köpfen (1972)
 
Howling III (1987)
 
American Werewolf (1981)
 

Filmreview: „Curse of Chucky“ (2013)

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CURSE OF CHUCKY

Story

 
 
 
Nica (Fiona Dourif) erhält per Kurier ein Päckchen mit grotesken Inhalt. Irgendjemand scheint sich einen Scherz zu erlauben und hat ihr eine seltsame Puppe zugeschickt. Der Erhalt des Pakets zieht dann auch schicksalshafte Ereignisse nach sich. Erst stirbt Nicas Mutter unter mysteriösen Umständen. Wenig später verhält sich Nichte Alice reichlich merkwürdig. Sie beginnt, mit dem vermeintlichen Good Guy aus Plastik zu plappern …
 
 
 


 
 
 

CURSE OF CHUCKY – Kritik

 
 
 
ACHTUNG: Kritik beinhaltet Spoiler!
 
 
 
Schon 25 Jahre ist es nun bereits her, als TOM HOLLAND eine Ikone des modernen Horrorfilms in die Kinos brachte. CHILD’S PLAY avancierte, ähnlich wie HALLOWEEN mit Michael Myers, A NIGHTMARE ON ELM STREET mit Freddy Krueger und FREITAG DER 13. mit Jason Vorhees zu einem wichtigsten Gruselhits der 80er und in den nachfolgenden Jahren sogar vier weitere Fortsetzungen nach sich. Mit Killerpuppe CHUCKY war ein neuer Stern am Horror-Himmel aufgetaucht, der selbst 25 Jahre nach seinem Kinoeinstand immer noch zu den beliebtesten Film-Schlitzern des neuzeitlichen Horrorkinos gehört. DON MANCINI ist das kreative Genie hinter dem Killergnom. Der hat die erfolgreiche CHUCKY-Reihe einst ins Leben gerufen und sich sogar nicht die Freiheit nehmen lassen, mit SEED OF CHUCKY den 5. Teil der populären Gruselreihe im Jahre 2004 zu drehen. Erfolgreich war er jedoch mit seiner Regiearbeit nicht, denn CHUCKYS BABY (so der deutsche Titel) scheiterte nicht nur kräftig an den Kinokassen, sondern spaltete auch Fans wie Kritiker in zwei Lager. Vor allem dessen komödiantische Inszenierung war vielen Horrorfilmfreunden ein Dorn im Auge, wobei MANCINI und Produzent DAVID KIRSCHNER im Jahr 2008 verlauten ließen, mit einem Reboot den Wünschen der CHUCKY-Fans gerecht werden zu wollen. Die bösartige und unheimliche Aura des Plastik-Killers sollte in Form einer Neuverfilmung erneut in den Mittelpunkt des Franchises gerückt werden, was große Erwartungen unter Filmjüngern schüren sollte. Doch aus den erwähnten Remake-Plänen wurde nichts. Scheinbar glaubte Filmstudio UNIVERSAL an keinen weiteren Kinoerfolg der Reihe, so dass zwar ein weiteres Sequel unter dem Titel CURSE OF CHUCKY produziert, aber leider ohne Umwege direkt auf den Videomarkt gebracht wurde. Um die messerschwingende Gruselpuppe halbwegs glaubhaft agieren zu lassen, standen der Fortsetzung knausrigen acht Millionen Dollar Budget zur Verfügung – eine erschreckende Prämisse, wenn man bedenkt, dass der Original CHILD’S PLAY aus den 80er Jahren weitaus mehr Kosten verschlang. So stimmten die ersten Bilder in Form des Trailers Fans der Serie reichlich nüchtern. „… Zuviel Verwendung von CGI, Optik zu Japan-beeinflusst …“ hieß es in Filmforen und schmälerte die Vorfreude bei vielen Cineasten erheblich. All den Skeptikern sei an dieser Stelle versichert, dass CURSE OF CHUCKY langjährige Anhänger durchaus zufriedenstellen wird. Zwar erfindet Teil sechs das Rad nicht neu, bietet aber solide Horror-Unterhaltung für all jene, die einfach nicht genug von CHUCKYS Meuchelstreifzügen bekommen können.
 
CURSE OF CHUCKY knüpft direkt an den Vorgänger CHUCKYS BABY an, wobei nicht wirklich geklärt wird, wie CHUCKY plötzlich wieder zu seinem Arm gekommen ist, den er ja eigentlich am Ende des fünften Teils seinem Sohn Glen zugeschickt hatte. Zudem werfen die beiden Enden im aktuellen Sequel (unbedingt bis nach dem Abspann warten) weitere Fragen auf, was nahelegt, dass MANCINI einige Türchen für mögliche Sequels und Prequels offen lassen wollte, um die Fanbase mit weiteren Nachfolgern zu „beglücken“. Diesmal wird CHUCKY erst einmal direkt per Kurier in ein finsteres Herrenhaus geliefert, wo die querschnittsgelähmte Nica (FIONA DOURIF) zusammen mit ihrer besserwisserischen Mutter lebt. Die schottet ihr Kind nicht nur vor der Außenwelt ab, sondern nimmt ihr auch jegliche Freude am Leben. Gut, dass CHUCKY eingetroffen ist, denn der hat mit der garstigen Alten noch ein Hühnchen zu rupfen und lässt das kaltherzige Miststück erst einmal unbemerkt über die Klinge springen. Für die auf Hilfe angewiesene Nica ein schmerzlicher Verlust, muss sie doch nun mit ihrer geldgeilen und intriganten Schwester Barb (DANIELLE BISUTTI) und deren Famile um das Erbe der Mutter streiten. Die will das Haus natürlich verkaufen und scheut nicht davor, ihre behinderte Schwester skrupellos über den Tisch ziehen. Während der Familienfrieden allmählich zerfällt, schließt Nichte Alice (SUMMER H. HOWELL) mit der freundlichen Puppe CHUCKY Freundschaft, die ihr fortan vulgäre Lebensweisheiten (herrlich bissig – lang nicht mehr so gelacht) ins kindliche Ohr säuselt. Noch ahnt keiner der Anwesenden vom blutigen Vorhaben des berüchtigten Würgers CHARLES LEE RAY, dessen Seele sich seit 25 Jahren in der scheinbar friedlichen Gummipuppe versteckt hält und der so einige Rechnungen zu begleichen hat.
 
Das Bitten der CHUCKY-Fans wurde erhört. CURSE OF CHUCKY kommt erheblich düsterer und weniger komödiantisch als seine Vorgänger daher, wobei CHUCKY erfreulicherweise nicht auf seinen bitterbösen Humor verzichten muss. Er hat nach wie vor stets einen fiesen Spruch auf den Lippen, was die oftmals fast schon zu finstere Handlung aufzulockern versteht. Wie wichtig die Meinung der Fans für Regisseur und Schöpfer DON MANCINI sein muss, wird im neusten Teil deutlich. Denn CURSE OF CHUCKY versucht in fast schon übertriebenem Eifer nachzuholen, was bei den letzten Ablegern vollends aus den Augen verloren gegangen war: der Horror. Wir sehen ein gotisch angehauchtes Herrenhaus mit knarrenden Türen und einen von Spinnennetzen eingewebten Dachboden. Wirkliches CHILD’S PLAY-Feeling will da natürlich nicht im Geringsten entstehen, zumal die Szenerie unweigerlich Spukhausfilme der letzte Jahre ins Gedächtnis zurückkehren lässt. Dennoch funktioniert die Symbiose aus unheimlichen Schatten, dunklen Gängen und gewittrigem Wetter erstaunlich gut, was durchaus auch einige deftige Schocks garantiert. CHUCKY hat sich nämlich zu einem regelrechten Meister des Erschreckens entwickelt, der immer dann gruselige Dinge macht, wenn man sie am wenigsten erwartet. Leider macht sich das magere Kapital bei den Animationen der Puppe bemerkbar. Zwar ist MANCINI immer darum bemüht, CURSE OF CHUCKY so unheimlich und unvorhersehbar wie möglich erscheinen zu lassen; tritt die Puppe dann jedoch nach 45 Minuten in Aktion, könnte man UNIVERSAL für den aktuell fahrenden Geizkurs in den Allerwertesten treten. Das spiegelt sich vor allen in der steifen Mechanik des Puppenkörpers wieder. Bevorzugt sitzt und steht er, weil präzisere Bewegungen und Mimik vermutlich das Budget gesprengt hätten. Was ein wenig verwundert, ist die unerklärliche Wandlungsfähigkeit des quasselnden Schlitzers. Denn immer dann wenn sich CHUCKY vom Guten zum Bösewicht verwandelt, besitzt er einer unverkennbare Ähnlichkeit mit diversen Mangafiguren. Der Austausch der gewöhnlichen GOOD GUY-Puppe mit dem komplexeren Mechanik-CHUCKY ist in jenen Szenen offensichtlich. Zudem bleibt auch CHUCKY nicht vor CGI-Gemeinheiten befreit. Immerhin können digitale Effekte auch ihre Vorteile besitzen. So reflektieren die Gesichter der wenigen Protagonisten in Messerscheiden und Blutlachen, was nicht unwesentlich an alte Gialli aus der Feder ARGENTOS oder BAVAS erinnert. Zudem kommen die meisten der wenigen Splattereffekte nicht aus dem Computer, was ziemlich gelungen ausschaut. Hier werden Augen ausgestochen, Kiefer zermalmt und Köpfe abgesäbelt. Zimperlich geht es nicht vonstatten, so dass es etwas erstaunt, wie UNIVERSAL einen blauen FSK-Stempel für die ungeschnittene Filmversion erhalten konnte. Weitaus seichtere, unbekannte Filme wären vermutlich nicht so ungeschoren davon gekommen.
 
Zum 25. Jubiläum hat es CHUCKY erneut auf die Mattscheiben geschafft. In seiner speziellen, aber nicht minder liebenswerten unsympathischen Art, hat der FREDDY KRUEGER aus Plastik Horrorfanherzen im Sturm erobert. Um so erfreulicher, dass DON MANCINI zum Jahrestag noch einmal alle wichtigen Darsteller des Franchise zusammentrommeln konnte. Neben BRAD DOURIF und ALEX VINCENT bekommen wir auch noch einmal JENNIFER TILLY vor die Linse, die sich nicht davor scheuen mittels kleiner Storyabzweige Licht in die CHUCKY-Mythologie zu bringen. So erfährt der Zuschauer in einer Rückblende von der Vorgeschichte zum Original CHILD’S PLAY und TILLY verbindet in einem kleinen Gastauftritt CURSE OF CHUCKY mit BRIDE OF CHUCKY. Unterm Strich bleibt ein erstaunlich solides Sequel, dass weitaus besser geworden ist, als man hätte erwarten können. Die Geschichte lässt sich viel Zeit, ihre wenigen Figuren zu zeichnen. Ist das Gröbste abgehakt, geht es ab Filmmitte Schlag auf Schlag und der Antiheld darf das tun, was er wohl am Besten kann: Töten, Meucheln und Schlitzen.
 
 
 


 
 
 

CURSE OF CHUCKY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„..das Leben ist ein Dreck und du stirbst wie ein abgestochenes Schwein“ – CURSE OF CHUCKY ist kein Überflieger, sondern ein grundsolides Sequel, mit erstaunlichem Gruselfaktor und derbem Blutgehalt für eine Altersfreigabe ab 16. CHUCKY-Fans dürfen sich unbesorgt zurücklehnen und genießen, auch wenn der neuste Ableger nicht einmal annähernd die Raffinesse des kultigen 88er Originals erreicht.
 
 
 


 
 
 

CURSE OF CHUCKY – Zensur

 
 
 
Es ist etwas erstaunlich wie CURSE OF CHUCKY unbeschadet durch die FSK gekommen ist. Die Morde sind zwar knapp und knackig – dafür aber recht blutig. In Deutschland wurde der aktuelle Teil mit einer FSK16 abgesegnet – ungeschnitten versteht sich! Unverständlich; denn weitaus deftigere Filmchen werden nicht selten von der FSK nicht für Jugendliche freigegeben.
 
 
 


 
 
 

CURSE OF CHUCKY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Curse of Chucky; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS 5.1, Spanisch DTS 5.1, Italienisch DTS 5.1, Japanisch DTS 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Arabisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Hindi, Italienisch, Japanisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Unveröffentlichte Szenen, Gag Reel, Das Making Of von Curse of Chucky, Chucky wird zum Leben erweckt, Chuckys Vermächtnis, Storyboard Vergleich

 
 
 
Einmal mehr erhält der Filmfreund mit einer Blu-ray aus dem Hause UNIVERSAL eine Scheibe, die für den gesamten europäischen Markt gefertigt wurde. Ein wirkliches Blu-ray-Menü gibt es daher nicht. Stattdessen muss sich der Filmfreund mal wieder durch seltsame Menübuttons klicken, die kaum erahnen lassen was sich denn nun eigentlich dahinter verbirgt. Auch wenn das schlichte Hauptmenü mit einem Standbild CHUCKYS für ein derart wichtiges Horror-Franchise etwas sehr lieblos ausgefallen ist, dürfen sich Technikfanatiker auf einer technische adäquate Umsetzung freuen. Das Transfer ist unglaublich detailreich und scharf, ein hervorragend plastisches und dreidimensional wirkendes HD-Bild weiß zu gefallen. Bildrauschen und natürliche Körnung sind nicht zu entdecken und der Schwarzwert ist durchweg als angenehm kräftig zu betiteln. Auch auf tonaler Ebene macht CURSE OF CHUCKY eine blendende Figur. Nicht nur, dass dem CHUCKY-Fan eine hervorragende deutsche Synchronisation spendiert wurde; auch die deutsche DTS 5.1-Abmischung darf als solide betrachtet werden. Das meiste spielt sich in glasklarer Qualität im Frontbereich ab und kleine Effekte sind hin und wieder aus den Rears zu vernehmen. Durch den Glöckchen-Score entsteht zudem eine angenehme Räumlichkeit, die in den Schocksequenzen mittels brachialen Subwoofer-Einsatz herrlich zusammenzucken lassen. Wer jedoch beim Ton das Maximum erleben möchte, sollte zur Originalsprache Wechseln, denn die englische Tonspur kommt weitaus natürlicher daher. Wer CHUCKY übrigens auch einmal Japanisch quasseln hören möchte, hat die Möglichkeit CURSE OF CHUCKY neben Deutsch und Englisch auch in Französisch, Italienisch, Japanisch und Spanisch zusehen – optionale Untertitel inklusive. Die Extras sind klein, aber fein, wobei hier offensichtlich ins Gewicht fällt, dass alle Beteiligten derart viel Spaß bei der Produktion des Titels hatten, dass man sich in den kurzen Features gegenseitig mit allerhand Lob überschüttet. Neben sechs unveröffentlichte Szenen (ca. 6 Minuten) gibt es noch vier Storyboard-Vergleiche (ca. 25 Minuten). Weiterhin haben es die Dokumentationen „Mit Puppen spielen: Das Making-of von CURSE OF CHUCKY“ (ca. 16 Minuten), „Lebendige Puppe: CHUCKY wird zum Leben erweckt“ (ca. 9 Minuten) und „Voodoo-Puppe: CHUCKYS Vermächtnis“ (ca. 7 Minuten) auf die Blu-ray geschafft. Hier gibt es viele Szenen aus den übrigen Teilen zu sehen und ein kurzes Effekt-Feature erklärt, dass die Spezialeffekte fast alle handgemacht sind. Abgeschlossen werden die Extras mit einem Gag-Reel (ca. 2 Minuten) mit Pannen vom Dreh. Der nette Filmtrailer des neusten Ableger hat uns UNIVERSAL unterschlagen. Dafür gibt es aber das obligatorische Wendecover ohne FSK-Flatschen für alle Puristen. Betrachtet man die bisherigen deutschen (!) Veröffentlichungen der Reihe, darf man getrost behaupten, dass die Blu-ray von CURSE OF CHUCKY bisher die umfangreichste in Sachen Boni darstellt. Zudem besitzen alle Extras deutsche Untertitel und liegen in hoher Auflösung vor.
 
 
 

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CURSE OF CHUCKY – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Chucky – Die Mörderpuppe (1988)

Chucky 2 (1990)

Chucky 3 (1991)

Chucky und seine Braut (1998)

Chuckys Baby (2004)

Filmreview: „Fright Night“ (2011)

 

 

Die 80er Jahren sind nach wie vor, zumindest für mich, der Inbegriff des modernen Horrorfilms. Bedenkt man welche Horrorikonen in dieser Dekade das Licht der Zelluloidwelt erblickten, und die sogar heute noch in regelmäßigen Abständen über die Kinoleinwand flattern, meucheln und erschrecken, so darf man vor dem Einfallsreichtum der damaligen Drehbuchautoren und Regisseuren als geneigter Filmliebhaber nur ehrwürdig seinen Hut ziehen. Und genau aus jener kreativen Filmepoche stammt auch die Vorlage des, derzeit im Kino recht unerfolgreich anlaufenden, „Fright Night“(2011).

Es ist mir immer wieder ein Rätsel aus welche Intensionen heraus das heutige Hollywood wahllos und gierig nach irgendwelchen Vorlagen (un)populärer 80er Jahre Horrorfilmkost krallt und diese neu verfilmen muss? Vor bereits ca. 10 Jahren hat das noch mehr oder weniger gut funktioniert – man denke an die recht hübschen Remakes zu „The Texas Chainsaw Massacre“, oder „The Ring“. Aber nachdem nun, Jahre später, eine Neuinterpretation nach der Nächsten gnadenlos an den Kinokassen und bei der Fanbase durchfällt, müsste Hollywood doch so langsam darüber nachdenken, dass es an der Zeit wäre, über das Ausbeuten anderer lohnenswerter Filmstoffe zu denken.

Nun ja, diesmal hat es eben „Eine rabenschwarze Nacht“ (1985) in die Remake-Schrottpresse geschafft, eine recht zynischen Vampirkomödie aus den 80ern, die gerade gegen Ende hin mit recht erfinderischen und höchst beeindruckenden Spezialeffekten trumpfen konnte und die sogar wenig später eine Fortsetzung nach sich zog.

Chucky“ –Erfinder Tom Holland lieferte das Drehbuch für diesen Horrorspass und nahm höchstpersönlich auf dem Regiestuhl platz. Kurzweilige, spannenden Unterhaltung und typisch-charmantes und naiv-ungekünsteltes 80er Lebensgefühl machten diese Komödie schnell zu einem Klassiker des Genres.

Eine wahrlich einflussreiche und bedeutende Vorlage, die sich die Neuinterpretation da ausgesucht hat und an der sie sich nun messen muss.

Und natürlich scheitert „Fright Night“ (2011) gänzlich in allen Belangen. Zu austauschbar, zu seelenlos, zu unbedeutend. 30 Millionen Dollar soll der Schinken gekostet haben – 30 Millionen Dollar, die man dem Film in keiner Sekunde ansieht und die scheinbar ausschließlich auf das Bankkonto Farrells geflossen sein müssen.

Dabei darf man dem arg glattpolierten und an das heutige MTV-Publikum orientierte Geschehen aus der Sicht des Looser´s Charley (Anton Yelchin) beiwohnen, der glaubt, dass sein neuer Nachbar Jerry ( Colin Farrell) ein blutgieriger Vampir sei.

Man könnte meinen Farrell sei völlig unterfordert in seiner Rolle als bösartiger Vampir gewesen, denn außer etwas homoerotisches „Oben-Ohne Posing“ und etwas „Finster-drein-Schauen“ gibt seine Rolle laut Drehbuch offensichtlich nichts weiter her. Ein Rolle, die einzig als Masturbationsvorlage pubertärer 16jährigen/er im Gedächtnis haften bleiben dürfte – mehr Aufmerksamkeit hat Farrells Darstellung als Obervampir leider Gottes nicht verdient. Der Vergleich zur enorm charismatischen Ausstrahlung des Obervampirs Jerry (Chris Sarandon) aus dem OriginalFright Night“ mit Farrells aalglatt-gebügelten Verkörperung in der Neuverfilmung ist allein schon grotesk anmaßend genug und ist dürfte definitiv eine Beleidigung Chris Sarandon, dem Obervampir des Originals, zugegen darstellen.

Einziger Lichtpunkt in dieser recht unbrauchbaren Hochglanz-Gurke sind die recht witzigen Spezialeffekte. Standen im Original noch Liebe zum Detail und Handmade-Goreeffekte auf der Tages-Drehordnung, so glänzt das Remake mit einigen formschönen CGI-Verwandlungen, die trotz allen Lobes dennoch sehr durchwachsen ausfallen. Von grandios (Verwandlung Charley´s Freundin Amy) bist fremdschäm-peinlich (Farrells Verwandlung zum „Quadratkopf“) wurden munter Millionen Dollar für die CGI-Crew verbraten.

Somit ist „Fright Night“ (2011) eine Neuinterpretation, die wieder einmal vollkommen überflüssig ist, und die nicht einmal annähernd dem schrägen und kultigen Originals gerecht wird. So unbedeutend und lapidar wie dieses Remake erschienen ist, dürfte es auch schnell wieder in die hintersten Regalen der Videotheken verschwinden. Ein Film, über den sich in den kommenden Jahrzehnten kaum jemand erinnern wird und auf den die Welt nun wahrlich nicht gewartet hat. Seltsamerweise hat „Fright Night“ (2011) nicht einmal die Aufmerksamkeit des amerikanischen „PG13“- MTV Publikums erhalten, für welche der Film letztendlich vordergründig produziert wurde. Wenn das kein Omen ist!

 

 

Fazit 6/10 Punkte

 

Ein versemmeltes Remake, wie  so oft in letzter Zeit.

Fright Night“ (2011) kann nicht einmal ansatzweise dem Original „Eine rabenschwarze Nacht“ (1985) das Wasser reichen, punkte aber dennoch mit einigen netten Effekten und kurweiliger 08/15-Unterhaltung.

 

Hellraiser80