Filmkritik: „Monster Hunters – Die Alienjäger“ (2020)

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MONSTER HUNTERS – DIE ALIENJÄGER

(MONSTER HUNTERS)

Story

 
 
 
Ein Ufo mit gefangenen Verbrecher-Aliens stürzt auf unserer Erde ab. Zum Glück ist die U.S. Army darauf vorbereitet und hat eine Spezialtruppe für solche Fälle aufgestellt.

 
 
 


 
 
 

MONSTER HUNTERS – Kritik

 
 
Die Billigproduktions-Schmiede „The Asylum“ hat zwar auch mal ein paar eigene Filmideen parat, aber überwiegend verdient man dort sein Geld, in dem man Hollywood-Blockbuster kopiert – in super billig versteht sich. Eigentlich sollte dieses Jahr die Videospielverfilmung „Monster Hunter“ mit Milla Jovovich in die Kinos kommen, aber aufgrund von Corona hat sich das verzögert. „Monster Hunters“ ist die Mockbuster-Antwort von „The Asylum“ zu diesem Film. Und er steht für all das, was man dieser Filmgesellschaft vorwerfen kann.
 
 
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In der kalifornischen Wüste stürzt ein unbekanntes Flugobjekt ab. An Bord waren scheinbar ein paar bösartige Aliens, die sich nun durch die Gegend morden. Doch seit Roswell gibt es bei der U.S. Army die „Alien Defense Unit“, die darauf spezialisiert wurde gegen Außerirdische zu kämpfen. Leider hat die Truppe aber noch gar keine Übung darin. Was für ein Schrott an Story. Jedes Kind besitzt da deutlich mehr Fantasie und hätte eine beeindruckendere Geschichte über Außerirdische erzählen können. In „Monster Hunters“ geht es wirklich sehr ideenarm zur Sache und es geschieht fast gar nichts. Eigentlich funktioniert das nicht mal als Billigvariante zu „Monster Hunter“. Ob das hier nun Aliens oder Monster sind, spielt aber sowieso keine Rolle. Es werden nur ein paar obligatorische Zutaten abgespult und dann erscheint der Abspann.
 
 
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Unterhaltsam ist daran nun wirklich nichts. Es geht zuweilen dermaßen ruhig und ereignislos zur Sache, dass man fast vergisst, dass man hier gerade einen Film schaut. Wenn man dort auf Aliens im Wald trifft, ist das so entspannend gestaltet, dass jede private Paintball-Veranstaltung mehr Adrenalin fördern wird. Die Gegner machen es den Protagonisten auch sehr leicht und greifen natürlich nur dann an, wenn das Drehbuch einen Toten vorsieht. Hinzu kommt die Tatsache, dass sich das Muster einige Male wiederholt und man sich fast wie in einer Dauerschleife gefangen vorkommt. Bis es dann zum letzten Drittel geht. Hier entsteht sogar tatsächlich noch eine etwas andere Dynamik und das wäre vielleicht echt noch brauchbar gewesen, wenn da nicht diese grauenvollen Computereffekte wären. Die Aliens sehen absolut lustlos, unkreativ und langweilig aus, könnten so aber auch direkt aus einem Videospiel der N64 stammen. Wenn es große Ufos und verschiedene Laser-Schüsse zu sehen gibt, sieht das selbstredend nicht besser aus. Wenigstens sind ein paar kleine Splatter-Effekte von Hand gemacht. Sie kommen aber nicht oft vor und können auch nichts reißen. Die handwerkliche Arbeit ist wirklich unter aller Sau. Wäre die Optik nicht so hochauflösend, könnte man glatt denken, es mit einem Amateurfilm aus den 90ern zu tun zu haben.
 
 
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Dort hätte sich aber bestimmt nicht Tom Sizemore blicken lassen, wobei es schwer zu verstehen ist, weshalb er dies bei „Monster Hunters“ tut. Seine einstige Karriere scheint wohl endgültig vorbei zu sein. Dementsprechend lustlos agiert er auch, aber zumindest darf er überwiegend sitzen. Vielleicht sollte er mal etwas zusammen mit Steven Seagal drehen. Anthony Jensen ist hier der einzige, der halbwegs überzeugen kann. Im Gegensatz zum restlichen Spiel, wirkt er schon nahezu überambitioniert. Den Rest kann man wirklich vergessen. Das sind im besten Falle schlechte und im schlimmsten Falle peinliche Leistungen. Die alles andere als natürlich klingende, deutsche Synchronisation macht es nicht besser. Sympathien kommen hier keine auf, dafür darf man jedoch unfassbar blöden Dialogen zuhören. Was die Leute hier so von sich geben, ist kaum zu ertragen und macht oftmals keinerlei Sinn. Weil das alles dermaßen lieblos wirkt, wird sich aber selbst der Trashfan nicht daran erfreuen können. Guter Trash entsteht eben nicht von alleine, den muss man schon hinbekommen.
 
 
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MONSTER HUNTERS – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
„Monster Hunters“ ist mal wieder das Paradebeispiel, weshalb die Filme von „The Asylum“ einen solch schlechten Ruf haben. Die Handlung wirkt wie hingerotzt und besitzt keinerlei Seele, die „Action“ ist so lahm, dass sich selbst Schildkröten langweilen würden und die Darsteller kann man überwiegend auch vergessen. Nebenbei hagelt es dämliche Dialoge, es gibt die billigsten CGI-Aliens zu sehen, die selbst in Videospielen der 90er schon so aussahen und von Kreativität fehlt jegliche Spur. Dass das pure Langeweile bietet, braucht man wohl kaum extra zu erwähnen. Lediglich das letzte Drittel und ein passabler Anthony Jensen, sowie die unfreiwillige Komik sorgen noch für zwei Punkte. Man sollte trotzdem die Finger von diesem Produkt lassen!
 
 


 
 
 

MONSTER HUNTERS – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Monster Hunters – Die Alienjäger“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

MONSTER HUNTERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Monster Hunters; USA 2020

Genre: Thriller, Action, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 11.12.2020

 

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MONSTER HUNTERS – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Alien Predator (2018)
 
AVH: Alien vs. Hunter (2007)
 

Filmkritik: „Private Number“ (2014)

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PRIVATE NUMBER

Story

 
 
 
Ein erfolgreicher Autor wird von mysteriösen Anrufen aus dem Jenseits gequält, die ihm beinahe den Verstand rauben.
 
 
 


 
 
 

PRIVATE NUMBER – Kritik

 
 
 
Guten Zeiten sind für Hobbygeisterjäger angebrochen, denn nach der Slasher, Folter- und Found-Footage-Welle erlebt nun auch der Geisterfilm ein kleines Comeback. Der macht seit wenigen Jahren Kinosäle aber auch Wohnzimmer unsicher und hat mit THE CONJURING oder der erfolgreichen INSIDIOUS-Saga sogar brauchbare Vertreter jüngeren Datums hervorgebracht. Den Filmemachern sind beim Angstmachen kaum Grenzen gesetzt. Trotzdem gehen nur wenige den unkonventionellen Weg und versuchen sich an Geschichten fernab des Mainstreams. Nicht anders macht das LAZRAEL LISON. Der hat sein eigenes Drehbuch verfilmt und will mit altbekannter Gruselformel zartbesaiteten Zuschauer ein paar unheimliche Momente bescheren. Trotz handwerklich solider Umsetzung ist es nur beim Versuch geblieben. Der Gruselfaktor in PRIVATE NUMBER ist nämlich äußerst gering. Stattdessen wird seichter Mystery geboten, in dem ein erfolgreicher Autor mysteriösen Stimmen folgt und so ein schreckliches Geheimnis lüftet.
 
 
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Eigentlich hätte für Autor Michael Lane (HAL OZSAN) alles so gut laufen können. Nach dessen erfolgreichen Roman KNIGHT FIRE soll nun die Fortsetzung entstehen, doch leider wird die Arbeit von einer Schreibblockade gestört. Dass Gattin Katherine (NICHOLLE TOM) auch noch ihre biologische Uhr ablaufen sieht und ans Kinderkriegen denkt, setzt den Schriftsteller zusätzlich unter Druck. Da mehren sich plötzlich seltsame Anrufe, die nicht nur den Frieden stören, sondern das Paar vor unüberwindbare Probleme stellt. Michael scheint den Verstand zu verlieren, versucht er seinen Mitmenschen weismachen zu wollen, dass die Opfer eines Serienmörders mit ihm telefonisch Kontakt aufnehmen wollen. Weil ihm niemand glauben möchten, beginnt er selbst nach Antworten zu suchen, ohne zu wissen, dass er damit die Büchse der Pandora öffnet.
 
 
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Warum in Gottes Namen können Geister im Horrorfilm eigentlich nie Tacheles reden? Statt am Telefon eindeutige Hinweise zu geben, müssen Kontaktpersonen aus der Welt der Lebenden stets aufmerksam nachforschen, um das meist tragische Ablebenden jener Geister ans Tageslicht zu bringen von denen sie penetrant geärgert werden. PRIVATE NUMBER reiht sich ohne Probleme in jene Reihe Filme ein, in denen das Gruselkonzept zugunsten akribischer Detektivarbeit weichen muss. So folgt der Rätselthriller ähnlichem Handlungsstrang, wie so viele ähnlich gestrickte Pseudo-Grusler der letzten Jahre. Während die meisten jedoch mit gut platzierten Schreckmomenten für kurzes Herzklopfen sorgen können, macht sich in PRIVATE NUMBER schnell Langeweile breit. Regisseur LAZRAEL LISON konzentriert sich zu versteift auf den nervlichen Abstieg seines Filmhelden und fokussiert dabei zu detailliert den Bruch einer einst glücklichen Beziehung, dass die Gruselmomente etwas zu kurz kommen. Immerhin gewinnt der Streifen kurz vor der Ziellinie etwas an Fahrt und versucht mit überraschender Wendung zu verblüffen. Erfahrene Zuschauer wittern jedoch schnell die Fährte, denn sonderlich geistreich ist die Auflösung des Spuks leider nicht. So bleibt ein beliebiger Mysterfilm mit guten Darstellern und vorhersehbarer Geschichte, der schnell sein Dasein in den Wühltischen bekannter Elektrofachmärkte fristen wird.
 
 
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PRIVATE NUMBER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Wendungsreicher Mysterythriller mit überraschendem Ende für Zuschauer, die gern mitraten wollen. Im Falle von PRIVATE NUMBER wollte Macher LAZRAEL LISON vermutlich schnell noch im Zuge erfolgreicher Geisterfilme Kasse machen, bevor der Trend wieder am Abklingen ist. PRIVATE NUMBER ist trotz überraschender Auflösung einer dieser Gruselfilme, von denen man irgendwie schon zu viele gesehen hat. Der Zuschauer folgt einem verworrenen Rätselplot, der kaum Gruselmomente zu bieten hat. Gänsehaut bleibt aus und die Spannung hält sich auch in Grenzen. Stattdessen liegt der Fokus auf ereignisreiche Detektivarbeit, damit die Ursachen von Spuk und Geistererscheinungen aufgedeckt werden können. Handwerklich ist PRIVATE NUMBER durchaus solide inszeniert und die Schauspieler agieren ordentlich. Dennoch fehlen dem Streifen Drive und die für das Genre obligatorischen (Er)Schreckmomente. Wer eine Leidenschaft für seichte Mysteryfilme besitzt könnte sich durchaus unterhalten fühlen. Dennoch werden auch diejenigen PRIVATE NUMBER schnell vergessen haben, denn Höhepunkte bleiben aus. Ob das letztendlich einen guten Film ausmacht, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Wir meinen: lieber den thematisch ähnlichen ECHOES – STIMMEN AUS DER ZWISCHENWELT anschauen. Dort stimmt wenigstens das Verhältnis zwischen Grusel- und Rätselanteil.
 
 


 
 
 

PRIVATE NUMBER – Zensur

 
 
 
Wie es sich für Mysteryfilme gehört, gibt es nicht sonderlich viel Gewalt zu sehen. Bis auf einige Polizeifotos hingerichteter Menschen und einer Traumsequenz in der Held und Küche in Flammen stehen, sucht man nach brutalen Momenten im Film vergebens. Hierzulande wird PRIVATE NUMBER ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 


 
 
 

PRIVATE NUMBER – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Echoes (2014)
 
The Last House on Cemetery Lane (2015)
 
Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)