Filmreview: „Discopath“ (2013)

Discopath-2013
 
 
 

DISCOPATH

Story

 
 
 
New York City im Jahre 1976. Immer dann, wenn Teenager Duane Lewis (Jeremie Earp-Lavergne) Disco hört, wird er zum Tier. Dann hat er sich nicht mehr unter Kontrolle und bringt Frauen bestialisch um die Ecke. Bald wittert die Polizei die Spur des unberechenbaren Killers, der nach Montreal flieht, um dort seine kleine Leidenschaft ungestört ausleben zu können …
 
 
 


 
 
 

DISCOPATH – Kritik

 
 
 
Schon einmal einen Film über einen Killer gesehen, der auf Disco-Gedudel steht und seine Opfer auf der Tanzfläche ins Jenseits befördert, ohne dass es jemand bemerkt? Von der filmischen Umsetzung einer derart makabren Szenerie hatte Nachwuchstalent RENAUD GAUTHIER schon immer geträumt, so dass er flink an einem Drehbuch zu einem Horrorfilm pinselte und das Projekt mit dem trashigen Namen DISCOPATH auf der französische Crowdfunding-Website TOUSCOPROD bewarb, wo es von anderen Filmbegeisterten mitfinanziert werden konnte. Das Geld schien bei Nutzern des Portals recht locker gesessen zu haben, so dass die knapp 200 000 Dollar Produktionskosten überraschend schnell zusammenkamen und sich GAUTHIER nach einer eigenen Web-Serie, Kurzfilmen und Musikvideos endlich den Traum vom ersten Langfilm erfüllen konnte. Retro geht es in DISCOPATH zu, denn der Film spielt nicht nur in den 70ern, er verbeugt sich auch ehrfürchtig vor den Horrorstreifen jener Zeit. Die Liebeserklärung richtet sich an die deftigen italienischen Giallo-Filme der späten 70er und das austauschbare Slasher-Kino der frühen 80er, als Horror-Streifen wie Argentos TENEBRE, Fulcis NEW YORK RIPPER und Lustigs MANIAC den Jugendschutzbeauftragten der FSK schlaflose Nächte bereitet haben.
 
Macher RENAUD GAUTHIER erzählt in DISCOPATH eine Geschichte, die so bescheuert ist, dass sich das schon wieder zum Kult deklarieren lässt, was sich da auf der Kinoleinwand abspielt. Hier geht es um den Teenager Duane Lewis (JEREMIE EARP-LAVERGNE), der als Kind miterleben musste, wie der Vater beim Musizieren an einem Stromschlag qualvoll verendet ist. Der Junge ist seitdem schwer traumatisiert und permanent dem Wahnsinn nahe, wenn Disco-Musik aus den Lautsprechern der Radios schallt. Bald hat Duane sich selbst nicht mehr unter Kontrolle und ermordet ein adrettes Mädchen, das ihn eigentlich nur zum Tanz in einen lokalen Club einladen wollte. Weil die Polizei recht zügig die Ermittlungen aufnimmt, flüchtet der Nachwuchskiller von New York City nach Montreal und findet dort eine Anstellung in einem Mädcheninternat, wo er getarnt als taubstummer Hausmeister Reparaturarbeiten erledigt. Doch auch in den 80ern scheint Disco nach wie vor zum Tanzen zu animieren, so dass Duance bald wieder in altes Schema verfällt und wahllos Frauen zu meucheln beginnt, sobald Disco-Klänge ertönen. Schnell mehren sich auch in Montreal die Mordfälle und die Polizei kommt dem introvertierten Psychopathen auf die Schliche. Doch der ist den Beamten stets einen Schritt voraus und scheint allmählich Freude an seinem neuen Hobby zu finden.
 
GAUTHIERS Erstling sollte man mit einem Augenzwinkern genießen. In einem Interview verriet der Regie-Neuling, dass der teils ironische Unterton von DISCOPATH anfänglich gar nicht so gewollt gewesen ist. DISCOPATH sollte eigentlich ein furchteinflößender und ernster Film werden. Die oftmals unfreiwillige Komik wurde jedoch erst am Schnittpult erkannt und in der Nachbearbeitung hervorgehoben, steht DISCOPATH aber dennoch ganz gut. Wenn Killer Duane nämlich Frauenköpfe auf Plattentellern spießt und rotieren lässt und wenn eine wilde Verfolgungsjagd vom Kiss-Hit I WAS MADE FOR LOVIN’ YOU begleitet wird, wirkt das so überzogen, dass man meinen könnte gerade eine Persiflage auf das schlitzfreudige 70/80er Horrorkino zu sehen. Schlecht ist das freilich nicht und macht vor allem deshalb Laune, weil GAUTHIER ein talentiertes Händchen für Trash auf hohem Niveau besitzt. Die vielen Gore-Effekte sind abwechslungsreich und werden vollkommen übertrieben zelebriert (da wird Vinyl in Frauenkörper gespießt); die technische Komponente überzeugt durch hervorragende Kameraarbeit und einige Farbspielereien, die man auch schon in Argentos früheren Werken zu sehen bekam, machen sogar Giallo-Fans glücklich. Die eigentliche Quintessenz des Films ist jedoch der Sound, der hier von BRUCE CAMERON mit viel Liebe zum Detail komponiert wurde und an all die großen Tanz-Hits jener Dekade erinnert. Neben neu geschriebenen Stücken wurden auch bekannte Melodien der Disco-Ära (wie KC AND THE SUNSHINE BAND – I’M YOUR BOOGIE MAN) für DISCOPATH wiederverwurstet, die vermutlich bei einigen Horrorfans älteren Semesters Erinnerungen an die eigene Jugend wecken dürften. Leider bleibt bei soviel Liebe zum Retro und übertriebenem Blutgematsche wie so oft inhaltlich einiges auf der Strecke. Eine Charakterisierung der Protagonisten gibt es nämlich nicht und die psychologische Erklärung für Duanes traumatische Reaktion ist mit das schwachsinnigste was der Filmfan bisher im Kino zu sehen bekommen hat. Das weibliche Kanonenfutter stolpert mal wieder vollkommen unbedacht durchs Bild, um in der nächsten Szene irgendwie um die Ecke gebracht zu werden und stümperhaftes Overacting gehört in DISCOPATH zur Tagesordnung. Die genannte Fehlschläge kann man GAUTHIER jedoch nicht verübeln, waren Overacting, mangelnde Charakterisierung und sinnbefreites Morden in den unzähligen Slasher-Gurken der 70er und 80er ohnehin gang und gäbe und haben das Slasher-Genre zu dem gemacht, was es heute ist: Gruselunterhaltung, auf die der Horrorfan nicht mehr verzichten möchte.
 
 
 


 
 
 

DISCOPATH – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
SATURDAY NIGHT FEVER war gestern, jetzt kommt der SATURDAY NIGHT KILLER. Weil dem Regie-Neuling RENAUD GAUTHIER als Kind so einige Disco-Klänge Gänsehaut bereitet haben, verarbeitet er jetzt mit DISCOPATH Kindheitserlebnisse. Antiheld und Killer Duane Lewis hat ähnliches erlebt und meuchelt sich ganz ungeniert und kreativ durch weibliches Fleisch. Gematscht wird reichlich und das nicht immer bierernst, denn DISCOPATH erheitert immer mal wieder mit subtiler Komik, die eigentlich von Macher RENAUD GAUTHIER anfangs gar nicht so gewollt gewesen ist. Der Streifen schöpft Unterhaltungswert aus der trashigen Art, wie er sich vor italienischen Giallo-Filmen und den trivialen Slasher-Schockern der 70er und 80er verbeugt. Da werden Morde blutig und überzogen zelebriert und das weibliche Kanonenfutter spielt auch gern mal mit den Reizen, bevor es in der nächsten Szene den Tod findet. Für Indie-Horror schaut GAUTHIERS Erstwerk einfach nur fantastisch aus und der nostalgische Disco-Soundtrack überzeugt durch Liebe zum Detail. Das FILMCHECKER-Team war angetan, denn DISCOPATH ist charmanter Retro-Trash bei dem Giallo- und Slasherfans ganz warm ums Herz werden dürfte.
 
 
 


 
 
 

DISCOPATH – Zensur

 
 
 
In DISCOPATH werden Frauen enthauptet, Köpfe auf Plattenteller gespießt und Körperteile mit Schallplatten verschönert. Außerdem wird ein Sprung von einem Hochhaus inklusive Resultat gezeigt, sowie diverse Einstichwunden und Starkstromschläge. Das hat in Deutschland für eine KJ-Freigabe ausgereicht. Der Streifen ist hierzulande ungeschnitten erscheinen.
 
 
 


 
 
 

DISCOPATH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Discopathe; Kanada 2013

Genre: Horror, Drama, Krimi, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 31.10.2014

 

Discopath (Uncut) (Blu-Ray) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DISCOPATH – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Alexandre Ajas Maniac (2012)
 
Maniac (1980)
 
Henry: Portrait of a Serial Killer (1986)
 
Der New York Ripper (1982)

Filmreview: „Big Ass Spider“ (2013)

big_ass_spider-2013
 
 
 

BIG ASS SPIDER

Story

 
 
 
Kammerjäger Alex (Greg Grunberg) allein gegen eine Riesenspinne: Ein Experiment der Regierung ist mal wieder gehörig danebengegangen und aus einem harmlosen Arachnoid verwandelt sich ein gefräßiges Monster, dass ganz Los Angeles auf Trapp hält …
 
 
 


 
 
 

BIG ASS SPIDER – Kritik

 
 
 
Der verschollen geglaubte MIKE MENDEZ lässt die Spinnen los. Mitte der 90er war der damals gefeierte Nachwuchsregisseur ein kleiner Hoffnungsschimmer am Horrorhimmel und drehte mit MIKE MENDEZ KILLERS eine ziemlich ruppige Horrorsatire, die sich ganz unverfroren an Gewaltstreifen wie NATURAL BORN KILLERS und RESERVOIR DOGS verging. In Europa entstand ein regelrechter Hype um das kontroverse Stück Low-Budget-Kino, das sich binnen weniger Jahre zum Kultfilm des Genres entwickelte. Dem bis dato unbekannten MENDEZ eröffnete der Erfolg neue Möglichkeiten: 2000 entstand sein Zweitwerk mit dem Titel CONVENT, dem deutlich mehr Kohle zur Verfügung stand und das aber von Kritikern und Horrorfans mit eher gemischten Gefühlen aufgenommen wurde. Nach einer Horrordokumentation und dem lieblos heruntergekurbelten THE GRAVEDANCERS (2005) war plötzlich Schluss mit Filmemachen und es wurde verdächtig ruhig um den einst umjubelten Horrormacher. Nach fast acht Jahren Regieabstinenz gibt es endlich wieder etwas von MENDEZ zu sehen. Mit diesmal bedeutend mehr Geld in der Tasche und einigen bekannten TV- und Leinwandstars im Petto hat er einen Spinnenheuler auf Zelluloid gebannt, den man natürlich zu keiner Zeit ernst nehmen kann.
 
MENDEZ scheint eine Vorliebe für selbstironischen Trash zu besitzen. Bereits mit dem Splatterfest CONVENT bewies der Regisseur, dass er gern Horrorfilme dreht, die man lieber mit einem gehörigen Augenzwinkern genießen sollte. Ernst ist der neuste Abstecher ins Gruselmilieu keineswegs, denn auch wenn Spinnen bei den meisten Menschen vorwiegend Angst und Ekel hervorrufen, muss man bei MENDEZ über die langbeinigen Krabbeltiere vor allem eines: Lachen. BIG ASS SPIDER heißt das neuste Machwerk sinnbefreiter Komik für das er sogar einige namhafte Schauspieler gewinnen konnte. GREG GRUNBERG (HEROES – Die Serie) spielt hier den Kammerjäger Alex Mathis, der Haushalte von Ungeziefer und Parasiten befreit und nach einem gemeinen Spinnenbiss in die Notaufnahme eilt. Zufälligerweise wurde dort auch soeben eine Leiche eingeliefert aus deren Brustkorb eine Spinne kriecht, die wenig später die ganze Stadt in Aufruhr versetzt. Das, mit außerirdischer DNA in Berührung gekommene Krabbeltier, bekommt den Hals nicht voll und frisst sich durch Massen von Menschen. Stunden später ist das Vieh zu stattlicher Größe herangewachsen, krabbelt auf einen Wolkenkratzer um darin die Brut ablegen zu können. Spinnenflüsterer Alex findet das gar nicht gut, schnappt sich einen mexikanischen Wachmann und rettet am Ende selbstverständlich die Welt.
 
Seit Nonsens wie SHARKNADO selbst in renommierten Fachzeitschriften lobend Erwähnung finden, ist auch der Tierhorror wieder in aller Munde. Das Mülllabel ASYLUM hat gut vorgelegt und produziert seit Bestehen fleißig Horrorschund in dem Tiere die abstrusesten Dinge tun. Ob Hai mit zwei Köpfen oder Kampf zwischen Riesenschlange und Krokosaurier – das Schaffen dieser Filmwerkstatt ist der Inbegriff cineastischer Dummheit. BIG ASS SPIDER macht da keine Ausnahme. Das Ding strotzt nur so vor schlechten Dialogen, miserablen Handlungssträngen und kaum vorhandener Logik. Was den Streifen aber vom minderwertigen Quark aus den ASYLUM-Studios abhebt sind die hervorragend computeranimierten Spinnen-Effekte, die den Spaßfaktor erheblich steigern. BIG ASS SPIDER macht alles andere als einen billigen Eindruck, punktet mit lautem Munitionsgerassel und erheiternd trivialer Action, die sich natürlich pausenlos selbst auf die Schippe nimmt. Da feuert das Militär planlos den ganzen Film über mit Schusswaffen auf den aggressiven Arachnoid, obwohl im Film mehrfach erläutert wird, dass die Spinne unverwundbar ist. Zudem will sich dem Zuschauer nicht erschließen, wie es das Rieseninsekt letztendlich geschafft hat sich allein zu befruchten. Immerhin hat MIKE MENDEZ, wie andere Regisseure in letzter Zeit auch, an eine Hommage gedacht. Das mutierte Etwas hat sich für die Kinderstube ausgerechnet einen Wolkenkratzer im Zentrum von Los Angeles ausgesucht und krabbelt hinauf ins letzte Stockwerk, um darin den Nachwuchs ablegen zu können. Kult-Gorilla KING KONG hat in seiner Filmlaufbahn auch schon ne Menge ähnlicher Gebäude bestiegen. Leider hat das haarige Filmmonster bisher immer erst reichlich spät bemerkt, dass so ein bisschen Hauswandkletterei zu rein gar nichts führt. Auch wenn das Rad in BIG ASS SPIDER nun nicht gerade neu erfunden wird, bleibt dem Fan solcher Filme nix anderes übrig, als sich auch diesen Film in die Sammlung zu stellen. MENDEZ schafft es mit Situationskomik, guten Darstellern und Kurzweil zu überzeugen. Der haarsträubende Mix aus Science Fiction, Tierhorror und Komödie unterhält trotz inhaltlicher Leere ungemein – den hervorragend getricksten Spinnenmomenten sei Dank.
 
 
 


 
 
 

BIG ASS SPIDER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
BIG ASS SPIDER ist eine willkommene Abwechslung zum üblichen Tier-Trash des Produktionsstudios ASYLUM, welcher den meisten Filmfans die Laune am Sichten von Tierhorrorfilmen mittlerweile vermiest hat. Der neuste Brüller von MIKE MENDEZ überrascht mit erstaunlich guten Effekten und jeder Menge sinnbefreiter Action, die immerhin soviel temporeichen Kurzweil bietet, dass dem Zuschauer kaum Zeit bleibt darüber nachzudenken, was ihm da gerade für Schwachsinn untergejubelt wird. Der Spinnenekel bleibt aus und die handvoll Gags machen Laune, so dass BIG ASS SPIDER auch von jenen Filmfans goutiert werden kann, die sonst mit Arachnophobie so ihre Probleme besitzen.
 
 
 


 
 
 

BIG ASS SPIDER – Zensur

 
 
 
BIG ASS SPIDER wurde in Deutschland ungeschnitten veröffentlicht und ist bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet. Viel Blut gibt es nicht gesehen, von daher ist die niedrige Freigabe gerechtfertigt.
 
 
 


 
 
 

BIG ASS SPIDER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Big Ass Spider; USA 2013

Genre: Horror, Science Fiction, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Orangene Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 03.01.2014

 
 
 

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BIG ASS SPIDER – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
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Filmreview: „666 – Paranormal Prison“ (2013)

666 - PARANORMAL PRISON
 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON

Story

 
 
 
Ein weiterer Wackelcam-Film: Ein Team des FBI soll den mysteriösen Vorkommnissen in einem verlassenen Gefängnis auf den Grund gehen und stößt bei den Ermittlungen auf das abgrundtief Böse …
 
 
 


 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON – Kritik

 
 
 
Manch deutsches Filmlabel weiß, wie man aus bierernsten Horrorfilmen wahrlich köstliche Komödien zaubert. Man nehme einfach hundsmiserabel zusammengeschusterten Found-Footage-Trash und spendiere ihm eine grottenschlechte Synchronisation mit Sprechern, die offenbar weder ihr Handwerk, noch die deutsche Sprache verstehen. Fertig ist der schnelle Spaß für Zwischendurch, der mit genügend Bier zum Hit auf jeder Filmglotzerfete wird. Die Pornoübersetzung hat 666 – PARANORMAL PRISON auch bitter nötig, denn im Originalton ist der Streifen das wohl Übelste, was das Filmjahr 2013 hervorgebracht hat. Es mag ja immer wieder Horrorfilme geben, die ihr eigentliches Ziel verfehlen und den Zuschauer ins Koma flimmern, statt ihn zu Tode zu ängstigen. In 666 – PARANORMAL PRISON erlebt der Zuschauer eine neue Dimension filmischen Grauens, denn hier steckt zwar der Geist im Film, fehlt dafür aber im Drehbuch. Das macht sich vor allem bei den trivial zusammengesponnenen Dialogen bemerkbar, die sich vornehmlich tief unter der Gürtellinie befinden und sich konstant auf dem Niveau pubertärer Halbwüchsiger bewegen.
 
 
“ Wie hast du es nur durch die Aufnahmeprüfung geschafft?“ – „Na mit Schwanz und Charisma“ – „Oh Mann, weißt du was du brauchst? – Du brauchst Jesus“
 
 
Eigentlich heißt 666 – PARANORMAL PRISON im Original 616 – PARANORMAL INCIDENT und ist die Quasi-Fortsetzung des bereits 2011 erschienenen PARANORMAL INCIDENT. In Sachen Dilettantismus ist der nachfolgende Teil dem Erstling ebenbürtig und darf als wohl ultimatives Schlaferlebnis im aktuellen Filmjahr gewertet werden. Umso dreister, dass man dem ohnehin schon desaströsen Vorgänger eine Fortsetzung folgen ließ, die für den internationalen Filmmarkt sogar noch unter anderem Namen vermarktet wurde. Ein Schelm, wer da Böses vermutet, schließlich hätte bei so einem katastrophal zusammengeklautem Vorgänger kein Horrorfan zum Sequel gegriffen. Weil in „Geist“-reichen Zeiten „verwackelte“ Kinoerfolge wie PARANORMAL ACTIVITY (2007) genug Zaster in die Kinokassen schwemmen, sind es vor allem die kleinen Indieproduktionen, die mit unzureichendem Know-How die Erfolgsrezeptur der Großen zu kopieren versuchen. Und gerade weil man für Found-Footage-Filme kein teures Equipment oder viel Budget benötigt, sprießen solche Werke wie die Pilze aus dem Boden. 666 – PARANORMAL PRISON ist auch so eine dieser Produktionen, die mit möglichst wenig Aufwand ganz viel Umsatz generieren möchten. Ganz zum Leidwesen des Filmfans, der sich aufgrund des reißerisch gestalteten Covers zum Kauf verleiten lässt und sich nach Sichtung schwarz ärgert, weil er für so einen Schwachsinn viel Geld ausgegeben hat. 666 – PARANORMAL PRISON wurde von DAVID CHIRCHIRILLO inszeniert, der bisher nicht weiter aufgefallen ist und auch noch nichts Nennenswertes geleistet hat. Weil man vermutlich in 666 – PARANORMAL PRISON kein großartiges Erfolgspotenzial gesehen hat, durfte der bisher unbekannte CHIRCHIRILLO gleich mal sein nichtvorhandenes Regiekönnen unter Beweis stellen und an seinem Spielfilmdebüt tüfteln. Wo hier der dreiste Ideenraub stattgefunden hat, ist schnell ergründet, denn 666 – PARANORMAL PRISON entpuppt sich als lächerliches Light-Duplikat des bereits 2011 entstandenen GRAVE ENCOUNTERS, der in Genrekreisen durchaus positiv aufgenommen wurde.
 
Während sich im besagten GRAVE ENCOUNTERS ein Filmteam durch eine spukende Psychiatrie kämpft, ist es in 666 – PARANORMAL PRISON eine Spezialeinheit des FBIs, die in ein leerstehendes Gefängnis gerufen wird, weil es dort nicht mit rechten Dingen zugehen soll. Man stößt auf eine seltsame Frau, die wenig später von einer (Para)Psychologin aus anfänglich unerklärlichen Gründen in einen Zelltrakt gesperrt wird. Eine gute Entscheidung, denn schnell stellt sich heraus, dass die ominöse Fremde gar nicht so hilflos ist, wie sie es anfänglich vortäuscht. In ihr steckt das Böse, das sich durch die Wände des Gebäudes frisst und bald für das Verschwinden und den Tod des gesamten Einsatzteams verantwortlich gemacht wird. Das abgedroschene Filmthema über Geister in verwaisten Gebäuden durchläuft dabei die gängigen Regeln üblicher Found-Footage-Ware. Das Geschehen wird wie gewohnt mit Hilfe verschiedener Kameratechniken protokolliert, die oftmals kaum erkennen lassen, was da im Film gerade passiert. Hierbei kommen sogar Brillen zum Einsatz, in welche Mikrokameras verbaut wurden. Vermutlich die wirklich einzige erwähnenswerte Idee im gesamten Film, erweist sich diese Methode gerade dann als recht effektiv, wenn der Zuschauer das Geschehen aus der Egoansicht miterleben darf. Da flitzen dann doch schon mal dunkle Gestalten auf die ahnungslosen Crewmitglieder zu, so dass sich der Genrefan in einer Art filmischem Egoshooter wähnen dürfte. Apropos Gestalten, hier hat man sich leidenschaftlich beim Original EVIL DEAD (1981) bedient. Denn nachdem die einzelnen Crew-Mitglieder nacheinander das Zeitliche gesegnet haben, wandeln sie als besessene Killerdämonen mit weißen Kontaktlinsen durch die Gänge des Gefängnisses. SAM RAIMI hat es 1981 vorgemacht, DAVID CHIRCHIRILLO 2013 kläglich kopiert. Ansonsten gibt es in 666 – PARANORMAL PRISON viel Füllstoff, damit der Streifen auf seine Filmzeit kommt. Wir erleben unwichtige Entdeckungstouren, die oft gar keinen Sinn ergeben, eine klaustrophobische Kulisse, die erst gar nicht genutzt wird um zu Erschrecken oder gar zu Gruseln und einen kaum vorhandener Spannungsbogen, der 666 – PARANORMAL PRISON zum wohl langweiligsten Wackelcam-Heuler der letzten Dekaden macht. Wem seinen Lebenszeit kostbar ist, sollte diesen Billigmist möglichst meiden, denn mit Filmen wie 666 – PARANORMAL PRISON versaut man sich nur die Freunde am Tag!
 
 
 


 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
Talentfreie Laiendarsteller, dreist geklaute Ideen, absolut furchtbare Synchronisation, austauschbare Handlung und eine nahezu nicht vorhandene Spannungskurve. In 666 – PARANORMAL PRISON gibt es kaum Positives, das Erwähnung finden könnte. Wer dennoch den Mut aufbringt, einen Ausflug in dieses Gefängnis zu wagen, sollte auf das Schlimmste vorbereitet sein – wir haben Euch gewarnt!
 
 
 


 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON – Zensur

 
 
 
In 666 – PARANORMAL PRISON gibt es am Ende etwas Splatter zu sehen. Aufgrund einiger zerstückelter Leichenteile wurde der Streifen hierzulande ab 18 Jahren freigegeben. Die deutsche Fassung ist mit KJ-Kennzeichnung ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 616: Paranormal Incident; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DD 2.0

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interview-Feature (ca. 9 Minuten, keine UT), Audiokommentar (keine UT), Filmtrailer (ca. 3 Minuten)

 
 
 

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666 – PARANORMAL PRISON – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: „Alpha Girls“ (2013)

Alpha Girls 2013
 
 
 

ALPHA GIRLS

Story

 
 
 
Vier Neuanwärterinnen der Studentenverbindung Alpha Beta erwecken mit Hilfe einer mysteriösen Beschwörungsbibel das abgrundtief Böse in einem Verbindungshaus …
 
 
 


 
 
 

ALPHA GIRLS – Kritik

 
 
 
Die meisten Horrorfilmfans kennen sie vermutlich aus amerikanischen Teenie-Filmen: Studentenverbindungen wie “Alpha Beta Gamma” oder “Delta Beta Theta”. Nicht selten geht´s hier drunter und drüber, wobei nach reichlich Alkohol und Sex auch ab und an mal ein irrer Schlitzer vorbeischaut, um mit allerhand spitzen Küchenutensilien ein Blutbad anzurichten. Filme wie BLACK CHRISTMAS (1974), THE HOUSE ON SORORITY ROW (1983) und PLEDGE NIGHT (1990) gehören zu den bekanntesten Vertreter innerhalb des Subgenres, wobei die beiden Erstgenannten im Jahr 2006 bzw. 2009 sogar in den Genuss von halbwegs lukrativen Remakes gekommen sind, die aber bei Weitem nicht den Beliebtheitsstatus ernten konnten, den die beiden Klassiker innehaben. Dass die Macher des Indie-Flicks ALPHA GIRLS eine Schwäche für Verbindungshäuser und vor allem nostalgische 70er und 80er Jahre Grusler hegen, dürfte nach Sichtung dieses Streifens auf der Hand liegen. Denn ALPHA GIRLS entpuppt sich bei genauer Betrachtung, als ganz charmante Verbeugung vor den vielen, in den 70ern und 80ern entstandenen Horrorstreifen (NIGHT OF THE DEMONS, CLASS OF NUKE ‚EM HIGH), die auch heute noch das Blut eines jeden Genrefilmfans in Wallung bringen. Ganz besonders hat es Regie-Duo TONY TROV und JOHNNY ZITO Altmeister DARIO ARGENTO angetan, dessen unerreichte Schauermär SUSPIRIA auf ganz eigene Weise in ALPHA GIRLS Tribut gezollt wird. So „regnet“ es hier nicht nur Mehlwürmer in die Haare der völlig überdreht agierenden Verbindungsmitglieder; auch die zumeist farbintensive Bildsprache ARGENTOS und seines Lehrmeisters MARIO BAVA haben die Regie-Neulinge ganz nebenbei selbstsicher in ihren ersten Langfilm einfließen lassen. Komplettiert wird das gesamte Machwerk mit herrlich altmodischem Synthesizer-Gedudel und schrillen neonfarbenen Schuluniformen, so dass das ganze Horrorstück mit alle seinem fast schon erheiterndem Overacting und der nur selten professionell wirkenden Inszenierung auch hätte aus den trashigen TROMA Studios stammen können.
 
Die Story von APLHA GIRLS liest sich, als wäre sie einer ganz anderen Zeit entsprungen. Morgan (FALON JOSLYN) tritt der „Alpha Beta“ Studentenverbindung bei und zieht in das Verbindungshaus. Neuankömmlinge gehören dort einer niederen Rangordnung an und müssen erst einmal beweisen, dass sie eines ALPHA-Mädchens würdig sind. So muss Morgan in ein viel zu enges Kellerloch ziehen, wo sie fortan zusammen mit ihren Mitstreiterinnen Cassidy (BEVERLY RIVERA), Juliette (NICOLE CINAGLIA) und April (KARA ZHANG) schlafen, wohnen und lernen soll. Nach anfänglichen Distanz schließen die vier Studentinnen Freundschaft und erkennen, dass die Schwesternschaft an strenge Traditionen geknüpft ist. So werden die Anwärterinnen nicht nur von der prallbusigen Hausherrin Veronica (NIKKI BELL) nach Strich und Faden gedemütigt, auch regelmäßige Rituale, die seit Gründung der traditionsbewussten Vereinigung mit Hilfe eines mysteriösen Buchs durchgeführt werden, machen einen Großteil des Verbindungslebens aus. Weil den vier Freundinnen die Gehässigkeiten Veronicas zuwider sind, stibitzen sie kurzerhand das sagenumwobene Beschwörungsrelikt und veranstalten damit gehörigen Unfug, ohne zu wissen, dass sie durch ihr selbstsüchtiges Handeln den Zorn finsterer Mächte entfachen.
 
Während ALPHA GIRLS mit einem satanistischen Ritual aus dem Jahre 1896 eingeläutet wird und sich das Gedärm des Opfers auf dem Boden verteilt, dürfte sich dem Filmfreund bei derart zweifelhafter Geschichtsaufarbeitung (seit wann tragen Studentinnen zu jener Zeit schon Nasenpiercings) vermutlich ganz arg die Nackenhaare sträuben. Mit historischen Fakten scheinen es die Regie-Neulinge nicht wirklich ernst nehmen zu wollen, was ALPHA GIRLS vielleicht auch gerade aufgrund dieser Prämisse so sympathisch erscheinen lässt. Der Streifen schaut nicht nur unweigerlich nach Independent aus, auch die gesamte Machart befindet sich auf teilweise amateurhaften Niveau, was für viele Horrorfans vermutlich Grund genug wäre, ALPHA GIRLS zu meiden. Trotzdem; das vorliegende Horrorstück punktet auf andere Ebene. So scheint sich das (textilfreie) Treiben nicht immer ganz ernst zu nehmen. Die Heldinnen treiben es mit ihrem gutgemeinten Overacting auf die Spitze und das Blut spitzt teilweise schon geradezu grotesk in die Gesichter der ausschließlich weiblichen Protagonisten. Hart wirkt das natürlich bei Weitem nicht einmal annähernd, wobei die wenigen Effekt-Szenen trotz magerem Produktionsstandart gar nicht mal so unansehnlich in Erscheinung treten. Die überdrehte Kombination aus Blut und nackter Haut besitzt definitiv Unterhaltungswert und lädt nicht nur einmal zum Schmunzeln ein. Überhaupt muss man TROV und ZITO für ihre erste Regie-Leistung loben, denn immerhin haben sie mit ihrem ALPHA GIRLS keinen Weiteren hohlen Quälfilm geschaffen und weitestgehend von unnützer Folterei und miesem Slasher-Gedöhns abgesehen. Die ideenreiche Rückbesinnung auf die Kultfilme der 70er und 80er Jahre steht dem vorliegenden ALPHA GIRLS erstaunlich gut, so dass der Rache/Dämonen/Okkult-Flick eine Menge Laune verbreitet. Das Potenzial hinter ALPHA GIRLS muss auch Pornolegende RON JEREMY erkannt haben, der gleich mal als Pfarrer durch den Film saust und der es sich mit Sicherheit hinter der Kamera nicht hat nehmen lassen, der ein oder anderen Schauspielerin mal kurz an den Hupen zu schrauben. Die Herren sind in ALPHA GIRL übrigens in der Minderheit, denn in diesem Film ist Frauenpower Programm. Dem männlichen Trash-Liebhaber dürfte das ganz gelegen kommen und so wird APLHA GIRLS mit einem kühlen Sixpack Bier zum erheiternden Partyfilm.
 
 
 


 
 
 

ALPHA GIRLS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wer beharrt schon auf Logik, wenn’s doch Titten und Blut zu sehen gibt? ALPHA GIRLS ist ein sexy B-Movie mit feschen Girls und ’ner Menge Blut, das trotz oder gerade wegen seiner unprofessionellen Schnitzer unglaublich charmant wirkt. Für Fans überdrehter TROMA-Hits definitiv eine Sichtung wert.
 
 
 


 
 
 

ALPHA GIRLS – Zensur

 
 
 
In ALPHA GIRLS wird zwar ab und an etwas roter Lebenssaft vergoßen, hart wirkt das aber nicht. Die derbste Szene wird gleich zu Beginn zelebriert. Dort wird der Magen einer Studentin aufgeschlitzt und deren Innereien purzeln zu Boden. Ansonsten geht´s hier recht züchtig einher, was durchaus mit einer FSK16 belohnt werden dürfte. Wir gehen aber davon aus, dass ALPHA GIRLS mit dem KEINE JUGENDFREIGABE-Aufdruck in den Handel kommen wird.
 
 
 


 
 
 

ALPHA GIRLS – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
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BAD MILO

Story

 
 
 
Duncan (Ken Marino) wird von Magenproblemen geplagt, die er auf seinen stressigen Job zurückführt. Doch die Ursache ist eine ganz andere: Eine Kreatur hat sich in seinem Darm eingenistet und kriecht nun hin und wieder aus seinem Anus, um denen zu schaden, die Duncan das Leben zur Hölle machen …
 
 
 


 
 
 

BAD MILO – Kritik

 
 
 
Man stelle sich vor, der freundliche E.T. besucht den kleinen Elliott auf der Erde, krabbelt in seinen Hintern und kriecht immer dann aus dessen Rektum, wenn er nach Hause telefonieren möchte. So oder ähnlich lässt sich die blutige Erwachsenenversion des kindgerechten Spielberg-Kulthits aus dem Jahre 1982 beschreiben, die nun unter dem Titel BAD MILO in die heimischen Wohnzimmer kommt. MILO-Schöpfer JACOB VAUGHAN hat sich zuletzt eher an schwerverdaulicher Kost erprobt und vorrangig an amerikanischen Independentfilmen mitgewirkt, bei denen es natürlich nichts zu lachen gab. Bis auf einige Kurzfilme umfasst VAUGHANS Vita nichts, was bis dato überhaupt von Interesse gewesen wäre. Umso erfreulicher, dass sein eigens geschriebenes Drehbuch einen Geldgeber fand, der den absurden Monsterspaß sogar noch in den Lichtspielhäusern auswerten lassen wollte. Bereits nach Veröffentlichung des vielversprechenden Trailers dürfte eingeschworenen Horrorfilmfans ein Stein vom Herzen gefallen sein. Denn in Zeiten sich ständig wiederholenden Einheitsbreis tut jede erfrischende Idee gut, um die nicht enden wollende Gier nach neuen Horrorfilmen befriedigen zu können. Mit BAD MILO kann man Drehbuchautor und Regisseur JACOB VAUGHAN nur danken, dass er seinen schrägen Einfall zu Papier gebracht hat, denn sonst hätten wir vermutlich nie einen waschechten Anal-Dämon auf die Filmleinwand bekommen.
 
Die Geschehnisse um MILO handeln von Duncan (KEN MARINO), der sich seit einiger Zeit mit schrecklichen Krämpfen plagt und davon ausgeht, dass sein stressiger Job ihm gehörig auf den Magen schlägt. Während sich Freundin Sarah (GILLIAN JACOBS) Nachwuchs wünscht, redet sich der leidgeplagte Duncan beim Psychiater seines Vertrauens den Stress von der Seele. Doch die Therapien scheinen keine Erfolge zu erzielen, denn die Magenschmerzen werden eher schlimmer. Bis zu jenem Tag, an dem Duncan einen Kobold aus dem Anus presst. Der macht sich sogleich an die Arbeit, all jene zu meucheln, die Duncan unter Druck setzen. Nach anfänglicher Verwirrung beginnen Duncan und sein Wurm, Freundschaft zu schließen. Das gelingt recht locker, bis Duncan erfährt, dass die bisher erfolglosen Nachwuchsbemühungen endlich von Erfolg gekrönt sind. Während die angehende Familie erste Planungen trifft, hat Arsch-Gnom MILO nur ein Ziel: das bevorstehende Elternglück zu verhindern.
 
In BAD MILO bekommt der Begriff des Arschkriechers eine vollkommen andere Gewichtung. Wir erleben eine Kreatur als Manifestation des Unterbewusstseins eines Mannes, der für seinen Alltagsfrust keine Ventil findet. Während MILO in erstaunlicher Regelmäßigkeit aus dem Hintern seines Wirts herauskriecht und wenig später natürlich auch wieder hinein möchte, gelingt es Regisseur JACOB VAUGHAN mit erstaunlich sicherem Händchen, der skurrilen Kreatur so etwas wie sympathische Züge mitzugeben. Obwohl MILO erstaunlich oft im blutroten Saft wuseln darf und dabei die Zähne zeigt, ist es vor allem gegen Ende ein schier kitschig wirkendes Finale, das nicht selten an Filme der familienfreundlichen Traumfabrik DISNEY erinnert und BAD MILO dadurch umso liebenswerter macht. Die eigentlich triviale Geschichte verliert schnell an Bedeutung. Highlight des Filmes sind die Auftritt des wandelnden Darmgeschwürs, die selbstverständlich so rein gar nicht kindgerecht auf der Leinwand zelebriert werden. Es wird mit allerlei (Fäkal-)Situationskomik um sich geworfen und natürlich auch selbstironisch gesplattert, was dem filmhungrigen Horrorfan so einige Schmunzler abringen dürfte. JACOB VAUGHAN scheint die einschlägigen Monster-Komödien (BASKET CASE, ELMER, GHOULIES) der goldenen 80er ausreichend studiert zu haben, denn BAD MILO wirkt nicht nur wie ein Film aus jener Zeit; auch das raffinierte Creature Design (übrigens alles handgemacht) pendelt irgendwo zwischen Faszination und Ekel und wirkt beinahe wie eine Symbiose aus Spielbergs E.T. und Dantes GREMLINS. Die riesigen Kulleraugen des Titelhelden lassen schnell vergessen, dass die Geschichte einigen Leerlauf besitzt und vermutlich besser eine einstündige Episode der MASTERS OF HORROR-Serie geworden wäre. Die Tatsache, dass da ein Regisseur versucht hat mit viel Wortwitz und erfrischenden Ideen gegen den aktuellen Zombie-, Folter- und Wackelkamera-Strom zu schwimmen, macht aus BAD MILO eine wunderbare Angelegenheit. Bei derart unbekümmerter, gagreicher und selbstironischer Inszenierung ist eine Fortsetzung natürlich unbedingt erwünscht, denn mit MILO ist definitiv ein neuer Star am Horrorhimmel geboren!
 
 
 


 
 
 

BAD MILO – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Grandioser Monsterspaß, den man gesehen haben sollte. Wer ein Faible für Monsterkomödien (GREMLINS, GHOULIES, ELMER, BASKET CASE) der 80er hegt, sollte unbedingt einen Blick riskieren. Trotz vollkommen bescheuerter Idee funktioniert BAD MILO erstaunlich gut. Die simplen aber nicht minder sehenswerten Puppeneffekte werten die dünne Handlung beachtlich auf und einige böse Szenen gibt es auch noch zu bestaunen – auch wenn man die natürlich nicht wirklich ernst nehmen möchte.
 
 
 


 
 
 

BAD MILO – Zensur

 
 
BAD MILO ist eine Horrorkomödie und keine Schlachtplatte. Zwar darf MILO ab und an mit seinen spitzen Zähnen an Menschenfleisch knabbern; wirklich brutal ist das aber nicht. Aufgrund des humoristischen Untertons darf man auf eine ungeschnittene FSK16-Freigabe hoffen.
 
 
 


 
 
 

BAD MILO – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hell Baby(2013)

Gremlins – Kleine Monster (1984)

E.T. – Der Außerirdische (1982)

Elmer (1988)

Basket Case – Der unheimliche Zwilling (1982)

Filmreview: „Piranhaconda“ (2012)

PIRANHACONDA
 
 
 

PIRANHACONDA

Story

 
 
 
Auf Hawaii macht ein riesenhaftes Reptilienmonster Jagd auf Menschen. Halb Anaconda, halb Piranha begegnet dem Vieh ein Filmteam, das sich zusammen mit einem Wissenschaftler und einer Bande Terroristen der Piranhaconda in den Weg stellt und den Kampf gegen die Kreatur aufnimmt …
 
 
 


 
 
 

PIRANHACONDA – Kritik

 
 
 
Es gibt guten Trash und es gibt schlechten Trash. Es gibt Filme, die unterhalten und es gibt reichlich viel Müll, der am besten dort landet, wo man ihn gänzlich unkompliziert beseitigen kann: die Schrottpresse. Produktionsstudios wie ASYLUM und der SYFY CHANNEL haben bewiesen, dass sich selbst mit ultra-miesem Schund eine Menge Kohle scheffeln lässt und es da draußen sogar noch Filmfreunde mit zu viel Kohle gibt, die die Herstellung dieses Abfalls mit dem Kauf der DVDs und Blu-rays ankurbeln. Das hochintellektuelle „Meisterwerk“ PIRANHACONDA ist einer dieser Filme, dessen Daseinsberechtigung vermutlich nie ergründet wird. Dieses Unding aus der Werkstatt ROGER CORMANS (in den 50ern und 60ern sowas wie das Rückgrat amerikanischer Schundfilmindustrie und später Ausbilder großer Regisseure) gehört in die Reihe minderbemittelter Filme, die extra für den amerikanischen Pay-TV-Sender SYFY inszeniert wurden und später ihren Weg auf Heimkinomedien fanden. Man muss schon eine unbeschreibliche Leidenschaft für die berüchtigten Werke des seltsamerweise doch beliebten TV-Senders besitzen, um die hauseigenen Filme überhaupt ertragen, wenn nicht sogar genießen zu können. Schlechte Effekte, stümperhafte TV-Dramaturgie und untalentierte Darsteller prägen seit jeher das Bild der Produktionen des Kanals. Auch PIRANHACONDA macht da selbstverständlich keine Ausnahme. Die Fortsetzung des nicht weniger beknackten SHARKTOPUS (2010) ist vollgestopft mit unwichtigen Protagonisten und hundsmiserablen Effekten. Zudem „glänzt“ der Hirnshit mit kaum erkennbarem Unterhaltungswert, mit dem Otto-Normal-Filmfan ohnehin vermutlich kaum etwas anzufangen versteht.
 
Wir erleben ein Filmteam, dem mitten im Dreh zum zweiten Teil der beliebten Horror-Reihe „Head Chopper“ der Geldfluss gekappt wird. Nun ist guter Rat teuer. Die Crew tritt den Heimweg an und wird unterwegs von einer Gruppe raffgieriger Terroristen gekidnappt, die nun vom Filmstudio Lösegeld einfordern wollen. Das Drehteam wird kurzum in eine alte Fabrikhalle verschleppt, wo bereits ein Forscher festgehalten wird, der aus einem riesigen Nest einer unbekannten Spezies ein Ei gestohlen hat. Dass das der PIRANHACONDA-Mutter rein gar nicht gefällt, versteht sich sich von selbst. Die macht sich auf die Suche nach der gestohlenen Leibesfrucht und verschlingt dabei jeden, der sich ihr in den Weg stellt.
 
Man nehme einige prallbusige Penthouse-Ischen, mit den besten Jahren deutlich im Rückspiegel, werfe sie in eine aufs Nötigste und auch sonst beschränkte sowie vollkommen austauschbare Handlung. Dazu einige selbsternannte CGI-Experten, die mit nicht zeitgemäßem Equipment an den dümmsten Effekten der Filmgeschichte basteln. Fertig ist PIRANHACONDA, ein weiterer unbrauchbarer Beitrag aus der Reihe: „Filme, die man möglichst im Händlerregal verstauben lassen sollte“. Das hat vermutlich auch der ehemalige Actionstar MICHAEL MADSEN (RESERVOIR DOGS, KILL BILL) bemerkt, der mit erschreckender Lustlosigkeit agiert und scheinbar viel zu spät erkannt hat, dass der belanglose Trash-Murks ganz schöner Blödsinn ist. Eine Million Dollar soll PIRANHACONDA gekostet haben. Ein Hohn für Produktionen, die mit kleinem Budget sogar noch richtig sehenswerte Streifen werden konnten. Vor allem eine enttäuschende Prämisse, wenn man liest, wer da eigentlich auf dem Regiestuhl platz genommen hat. B-Movie Legende JIM WYNORSKI hat in seinem Dasein als Filmemacher zwar auch schon viel unnötigen Nonsens hervorgebracht, konnte aber immerhin mit Filmen wie dem herrlich nostalgischen ASTRAL FACTOR (1992) beweisen, dass „Low-Budget“ nicht immer nur billig, hohl und dumm bedeuten muss. Spannung sucht der Zuschauer in PIRANHACONDA übrigens vergebens, ernstzunehmendes Schauspiel: Fehlanzeige. Die wenigen Protagonisten stolpern mehr schlecht als recht durch die unspektakuläre Handlung und werden im Verlauf der Handlung von einem mutierten Schlangending mit messerscharfen Piranha-Zähnen verspeist. Dabei gestalten sich die Angriffe der monströsen Kreatur so unaufregend wie nur möglich und wiederholen sich in gleicher Abfolge bis zum Erbrechen. Die Riesenschlange kommt, das vollbusige Opfer schreit und wird wenig später mit nur einem Haps den Schlund hinabgewürgt. Was bleibt ist eine pixelreiche Blutwolke, die neben einem abgefressenen Bein und einem verspeisten Oberkörper die einzigen nennenswerten Splatter-Effekte in diesem ungenießbaren Trash-Aufgruß darstellt. Damit der fade PIRANHACONDA für (männliche) Liebhaber des Genres noch halbwegs erträglich bleibt gibt es hier nicht nur eine Schlange zu sehen, sondern zwei. Zudem lenken die zig Brust-OPs der hohlbirnrigen Schrapnelle von der eigentlich beschämend trivialen Geschichte ab. Was bleibt ist ein wirklich schlechtes B-Movie ohne gute Ideen oder wenigstens halbwegs Anspruch, das nur hartgesottenen Trash-Fans empfohlen sei. Der Rest wird an der schrecklichen Inszenierung kaum Freude finden.
 
 
 


 
 
 

PIRANHACONDA – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
PIRANHACONDA ist ein schlechtes B-Movie, das mit einer Million Dollar Herstellungskosten kaum noch als Billigproduktion bezeichnet werden kann. Hier gibt es all das, für was Produktionen des berüchtigten SYFY-Senders bekannt sind: schlechte Effekte, minderwertige Geschichten und untalentierte Schauspieler. PIRANHACONDA macht absolut keinen Spaß und ist eindeutig nur für Fans mieser Filme genießbar!
 
 
 


 
 
 

PIRANHACONDA – Zensur

 
 
 
Sonderlich grausam ist PIRANHACONDA nicht, so dass der Film hierzulande ungeschnitten veröffentlicht wurde. PIRANHACONDA ist freigegeben ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

PIRANHACONDA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Piranhaconda; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer in Deutsch und Englisch, Trailershow, Inro der Hauptdarstellerin (2 Minuten, deutsch), Audiokommentar des Regisseurs (keine UT), Feature über den Youtube-Channel der Hauptprotagonistin (2 Minuten, keine UT)

 
 
 
Die Blu-ray aus dem Hause SUNFILM besticht mit einem satten Bild. Leuchtende Farben und ein satter Kontrast wissen zu gefallen. Die Schärfe ist für einen derartigen Film als zufrieden stellend zu bezeichnen, auch wenn sie ein Tick hätte besser ausfallen können. Auch der Ton wurde gut abgemischt. Die Dialoge sind klar zu verstehen und die Dschungelkulisse bietet hin und wieder nette Effekte aus den hinteren Lautsprechern. Leider wird der Subwoofer zu wenig genutzt. Der kommt leider erst gegen Ende zum Einsatz. Extras gibt es natürlich auch. Den Anfang macht ein kurzes Intro mit Hauptdarstellerin YASMIN YEGANER (rund 2 Minuten, Darstellerin spricht Deutsch). Zudem gibt es eine Fotogalerie und das Feature „Desperate Actress“ indem Schauspielerin YASMIN YEGANER ihren eignen Youtube-Channel (ca. 2 Minuten) vorstellt. Ein unwichtiges Extra, das nichts mit dem eigentlichen Film zu tun hat. Deutsche Untertitel sucht man hier vergebens. Die fehlen übrigens auch beim Audiokommentar, in welchem der Regisseur des Films über die Produktion plaudert. Den Abschluss macht eine Trailershow mit weiteren Filmen des hiesigen Pubslishers. Zudem haben es auch der Originaltrailer in Deutsch und Englisch auf die Scheibe geschafft. Ein Wendecover gibt es, wie von SUNFILM üblich, ebenso.

 
 

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PIRANHACONDA – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Piranha 3DD (2012)

Hypothermia – The Coldest Prey (2010)

Bait (2012)

Beneath (2013)

Der weiße Hai (1975)

Piranha 3D (2010)

Piranha (1978)

Filmreview: „Battle of the Damned“ (2013)

battle-of-the-damned
 
 
 

BATTLE OF THE DAMNED

Story

 
 
 
DOLPH LUNDGREN ein weiteres Mal in der Rolle seines Lebens: als wortkarger Einzelkämpfer Max Gatling ballert er sich durch unzählige Horden blutgeiler Zombies, um die Tochter eines reichen Geschäftsmannes ausfindig machen zu können. Die Stadt wurde von einem todbringenden Virus heimgesucht, der abermals aus einer Forschungseinrichtung entkommen konnte und die Bevölkerung nun kurzerhand in wandelnde Untote verwandelt. Schnell trifft er auf eine Gruppe Überlebender, unter denen auch das gesuchte Mädchen gehört. Doch wie zu den abgesperrten Zugängen der Stadt gelangen, ohne von den Millionen durch die Strassen tobenden Kreaturen infiziert zu werden? Das Problem ist rasch gelöst, denn es dauert nicht lang, bis die Gruppe auf einen Trupp skurriler Roboter trifft, die sich ihren Weg dadurch bahnen, indem sie sich durch das untote Fleisch der rastlosen Monster metzeln …
 
 
 


 
 
 

BATTLE OF THE DAMNED – Kritik

 
 
 
Die Action-Stars der 80er sind wieder schwer im Kommen. Vermutlich hätte keiner der unlängst in die Jahre gekommenen „Idole“ unserer Kindheit je daran gedacht, einen derart zweiten Frühling erleben zu dürfen, wie es aktuell der Fall scheint. Seit dem grandios selbstironischen Zusammentreffen längst vergessener B-Movie-Schauspieler der 80er Jahre im Kino-Hit THE EXPENDABLES erleben jene einst so gefeierten Superstars ein echtes Comeback und können sich vermutlich aktuell über eine mangelnde Auftragslage nicht beschweren. Neben JEAN-CLAUDE VAN DAMME und MICKEY ROURKE gehört auch DOLPH LUNDGREN zu einer ganzen Reihe einst weltweit erfolgreicher Action-Helden, die aber schnell auch die Schattenseite des Erfolges kennenlernen mussten und tiefer fielen, als sie letztendlich gefeiert wurden. LUNDGREN, durch Rollen in ROCKY 4, THE PUNISHER und UNIVERSAL SOLDIER international bekannt geworden, avancierte schnell zu einem der gefragtesten Action-Schauspieler Hollywoods und katapultierte sich mit seiner wortkargen Coolness rasch in die Riege der international beliebtesten Action-Darsteller.
 
Nach den ganz großen Kino-Hits der 80er Jahre blieben Mitte der 90er die Erfolge aus, sodass LUNGREN daraufhin bevorzugt in billig produzierten B-Movies zu sehen war, die nicht selten durch eine katastrophal schlechte Inszenierung auf sich aufmerksam machten und rasch in den hintersten Regalen der Videotheken verschwanden. Auch der Versuch sich als Regisseur zu etablieren blieb weitestgehend unbeholfen. Seine Werke wurden, wenn überhaupt, direkt auf DVD und Blu-ray veröffentlicht und stießen nur in wenigen Fällen auf Zustimmung beim Publikum. Umso erfreulicher, dass auch LUNDGREN durch seine Rolle als psychisch labilen Söldner GUNNAR JENSEN in THE EXPENDABLES erneut den Weg auf internationale Kinoleinwände gefunden hat und nun auch einer neuen Generation von Zuschauern beweisen kann, dass triviales aber dennoch traditionelles Baller-Handwerk der 80er noch längst nicht ausgedient hat.
 
Der nun vorliegende BATTLE OF THE DAMNED ist einer dieser „Lückenfüller“, denn der Schauspieler vermutlich allein des Profits wegen angenommen haben muss, um sich bis zu seinem dritten EXPENDABLES-Leinwandauftritt sein Lohn und Brot verdienen zu können. Wie in den unzähligen Filmen seiner Karriere wird auch in BATTLE OF THE DAMNED großer Wert auf eine möglichst kostengünstige Inszenierung gelegt und so erstaunt es, dass LUNDGREN trotz aktuell wachsenden Kino-Beliebtheitstatus erneut eine klischeebehaftete Heldenrolle in einem kleinen, unscheinbaren B-Movie angenommen hat. Immerhin, und das unterscheidet BATTLE OF THE DAMNED durchaus von den unzähligen uninspirierenden Werken seiner bisherigen Filmografie, macht sein aktueller Auftritt durchaus Laune, denn trotz reichlich dummer Ballerszenen gibt es hier sogar so etwas wie wirkliche Spannung zu verzeichnen, auf die man ja in seinen bisherigen Filmen zugunsten reichhaltig sinnbefreiter Kampf- und Gewalteinlagen verzichtet hatte.
 
BATTLE OF THE DAMNED ist vermutlich der erste LUNDGREN-Film, der sich als waschechter Horrorfilm bezeichnen darf, denn hier wird flink das aktuell zu beliebte WALKING DEAD-Zombiethema aufgegriffen und mit reichlich abgedrehten Ideen garniert. In gewisser Hinsicht lässt sich behaupten, dass sein aktueller Film durchaus versucht, mit einer gewissen Prise Ironie dem unlängst totgefilmten Untoten-Genre frische Facetten zu verleihen. Während BATTLE OF THE DAMNED zu Beginn noch auf das traditionelle Zombie-Thema setzt und einer Gruppe Überlebender bei ihrer gefährlichen Flucht vor Horden tollwütiger Zombies beiwohnt, nehmen die Geschehnisse ab Filmmitte gänzlich skurrile Ausmaße an. Denn während die wenigen Überlebenden nach und nach zugunsten des vordiktierten Blutzolls ins Jenseits befördert werden, stoßen die noch lebenden Protagonisten alsbald auf einen Hilfstrupp Roboter (Disneys WALL-E lässt grüßen), der natürlich auf ganz eigene Weise versucht, dem akuten Zombie-Problem Herr zu werden. Natürlich ist das alles vollkommen überzogen, herrlich trashig anzusehen und vollkommen bescheuert. Dennoch, und das muss man dem Film hoch anrechnen, wurde das alles technisch derart selbstsicher in Szene gesetzt, dass im Gegensatz zu BATTLE OF THE DAMNED mancher konventioneller Mainstreamfilm durchaus alt gegen ausschaut.
 
 
 
Wer noch immer nicht genug von tollwütig hetzenden Untoten hat, darf in BATTLE OF THE DAMNED einmal mehr einer wehrlosen Gruppe Menschen bei ihrem tagtäglichen Kampf gegen Horden Zombies begleiten. Wie eh und je zelebriert Hauptdarsteller DOLPH LUNDGREN auch in seinem neuesten Streifen die altbekannte ihm zugewiesene Paraderolle vom unnahbaren, wortkargen Fremden, der statt taktisch zu denken, lieber die Probleme mit Faust und Kugelhagel versucht zu lösen. Sicher darf man bei virusinfizierten Robotern, tobenden asiatischen Zombies und Geballere nonstop keine wirklich tiefgründig durchdachte Handlung erwarten, trotzdem weiß die teilweise vollkommen überzogene und trashig wirkende Inszenierung vortrefflich zu unterhalten. WALKING DEAD war gestern, jetzt kommt der generalüberholte WALKING DEAD 2.0 – Stimmig gefilmt und technisch durchweg überzeugend, dürften vor allem Freunde mit einer Leidenschaft für günstig produzierte B-Movies gefallen an BATTLE OF THE DAMNED finden. Da fragt man sich als Filmfreund, warum LUNDGREN nicht eigentlich vor seinem aktuellen Comeback mit derart witzigen Filmchen überraschen konnte und stattdessen immer nur die Gurken unter den Drehbüchern ergattert hat.
 
 
 


 
 
 

BATTLE OF THE DAMNED – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Disneys WALL-E meets THE WALKING DEAD – Stark unterhaltsame Zombie-Hatz mit reichlich Balleraction und einem zwar alten, aber nicht weniger coolen DOPLH LUNDGREN.
 
 
 


 
 
 

BATTLE OF THE DAMNED – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung hat eine KEINE JUGENDFREIGABE-Kennzeichnung erhalten. Zwar wird hier durchaus deftig geballert und gesplattert, aber das ist alles derart schnell geschnitten, dass der Film nicht sonderlich hart wirkt.
 
 
 


 
 
 

BATTLE OF THE DAMNED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Battle of the Damned; Singapur, USA / 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer in Deutsch und Englisch, Trailershow mit fünf weiteren Filmen aus dem Programm des Labels

 
 
 
Für die Auswertung der Trash-Granate hat sich das Label SUNFILM/TIBERIUS FILM die Rechte sichern können und wertet BATTLE OF THE DAMNED nun auch in hiesigen Gefilden auf DVD und Blu-ray aus. Die Veröffentlichung hat einen Wermutstropfen: Extras sucht man hier vergebens. Bis auf den Trailer haben sich gerade einmal fünf Trailer anderer Titel auf die Blu-ray geschmuggelt. Für eine so sehenswerte Zombiegurke ziemlich enttäuschend. Selbst auf der parallel zur Blu-ray erhältlichen 3D-Blu-ray (hochgerechnet) des Films lassen sich keine zusätzlichen Informationen zum Trash-Werk finden. Wir meinen, dass ist einfach zu wenig. Immerhin ist das Bild alle erste Sahne. Tolle Schärfe, super Kontrast, fetziger HD-Effekt. Tonal wummert es gehörig, so dass hier Besitzer einer Heimkinoanlage definitiv auf ihre Kosten kommen werden. Wer auf sinnbefreite Actionfilme steht, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren, zumal die erhältliche Scheibe technisch auf jeden Fall überzeugen kann. Wer deutsche Untertitel für den Film benötigt, kann diese über das schlicht animierte Menü auswählen. Gegner des hässlichen FSK-Flatschens dürfen sich über ein Wechselcover freuen.
 
 

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BATTLE OF THE DAMNED – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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