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Filmkritik: „Kochendes Blut“ (1970)

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KOCHENDES BLUT

(EL COLECCIONISTA DE CADÁVERES | CAULDRON OF BLOOD)

Story

 
 
 

Ganz in der Tradition bekloppter Künstler im Gruselkino steht Franz Badulesco (Boris Karloff), der, lahm und blind, aus Skeletten wahrlich horrible Installationen baut. Was der kreative Wirre nicht weiß: Derzeit verarbeitet er die Überreste der Opfer seiner mörderischen Frau, die aus dem Jenseits schon wieder wenig Gutes plant. Ein junger Schreiberling kommt der Sache auf die Spur…

 
 
 


 
 
 

KOCHENDES BLUT – Kritik

 
 
 
Aus der Zeit, in der die Ur-Horror-Ikone Boris Karloff, inzwischen vom Alter sichtlich gebrechlich geworden und später bemitleidenswert auf einen Rollstuhl angewiesen, das Gnadenbrot in Filmen der AIP Studios oder mexikanischen Z-Film-Klitschen erwirtschaftete, stammt auch KOCHENDES BLUT. In der Alten Welt, Spanien genauer gesagt, entstanden und erst drei Jahre nach Drehschluss als Cash-In auf den Tod des Stars aus FRANKENSTEIN und zufällig auch des Regisseurs für den internationalen Markt veröffentlicht, ist dieser Euro-Horror-Ausflug durchaus ein paar Blicke wert. Erwähntes Produktionshaus AIP und die dort gefertigten Poe-Adaptionen aus der Hand Roger Cormans sollten vom unter spanischem Pseudonym werkelnden Regisseur Edward Mann wohl auch als Inspiration dienen. Die tatsächlich recht Poe-artige Story vom durchgedrehten Kunstschaffenden und dessen Verwendung einst lebenden Rohmaterials gibt es schon immer im Genrefilm. Ob bei Cormans DAS VERMÄCHTNIS DES PROFESSOR BONDI (1959), anschließend HG Lewis‘ COLOR ME BLOOD RED und THE GRUESOME TWOSOME, bis hin zum realen Horror aus den Hirnwindungen des mittlerweile offenbar geistesabwesenden Kadaver-Präparators Gunter von Hagens und seinen doch arg unethischen KÖRPERWELTEN-Reiseausstellungen. Das Faszinosum der Störung der Totenruhe im Namen der bildenden Kunst ist in der westlichen Welt ungebrochen. Unser hier vorliegender Reißer KOCHENDES BLUT atmet den eigentümlichen und unverwechselbaren Geist spanischen Horrorkinos, wie er später immer wieder bei den REITENDEN LEICHEN oder den zahllosen Zelluloid-Knallbonbons des legendären Paul Naschy gesucht und gefunden werden würde. Der hierbei nicht bestreitbare Mangel an stringentem Erzähltempo und -fluss und das permanente lustvolle Opfern inhaltlicher Logik auf dem Altar der Filmatmosphäre verzeiht der gewogene Fan des iberischen Schauerfilms seinen Idolen nur zu gerne, gehört dieses ungewohnte Stilmittel doch zum Gesamtbild wie die bebenden Dekolletés der vom Hammer-Kino beeinflussten Damen in Not. Auch Spaniens berühmt-berüchtigster Inszenator, Jess Franco, kann hier genannt werden. Lustigerweise steht hinter dem Vertrieb des Films das legendäre CANNON-Studio, später prägend für schweinische Actionware der Achtziger.
 
 
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KOCHENDES BLUT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
William „Boris Karloff“ Pratt. Einer der ersten großen Horror-Stars in den letzten Zügen seiner jahrzehntelangen Karriere. KOCHENDES BLUT ist B-Grusel eindeutig europäischen Charmes und macht sich zweifellos schmuck in den überquellenden DVD-Gewölben des Sammlers von Welt.
 
 
 


 
 
 

KOCHENDES BLUT – Zensur

 
 
 
Während die bisherigen VHS-Fassungen von KOCHENDES BLUT (englischer Titel: CAULDRON OF BLOOD) noch geschnitten waren, sieht das bei der nun erhältliche DVD schon wieder ganz anders aus. Diese besitzt war auch noch das alte FSK-Zeichen, ist aber 100& ungeschnitten. Sammler gruseliger Kuriositäten können demnach bedenkenlos zugreifen und die Lücken in der Horror-Sammlung schließen.
 
 
 


 
 
 

KOCHENDES BLUT – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Castle View Film (DVD KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: El Coleccionista de cadáveres; Großbritanien | Spanien 1970

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 1.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 1.0 Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,78:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe | FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Deutsche Kinoversion (87:49 Min.)

Veröffentlichung: 27.01.2017

 
 

Kochendes Blut [DVD] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei Castle View Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Color Me Blood Red (1965)
 
Das Vermächtnis des Prof. Bondi (1959)
 
Die Verfluchten – Der Untergang des Hauses Usher (1960)
 
Satanas – Das Schloß der blutigen Bestie (1964)
 


Filmkritik: „Der Kühlschrank“ (1991)

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DER KÜHLSCHRANK – EISKALT, MÖRDERISCH, GEFRÄSSIG!

(THE REFRIGERATOR)

Story

 
 
 
Im metropolen Moloch New York City an eine halbwegs annehmbare Bude zu kommen, raubt potentiellen Mietern seit bald hundert Jahren den letzten Nerv. Steve und Eileen Bateman, nicht verwandt oder verschwägert mit einem Patrick gleichen Nachnamens, geht das nicht viel anders und so kneifen die jung Verheirateten den Popo zusammen und übernehmen das ihnen angebotene Apartment mitsamt den im Mietvertrag aufgeführten Möbeln des Vorbesitzers. Ausgerechnet in der voluminösen Kühlmaschine in der Küche steckt das teuflische Häkchen am Wohnungsglück. Freund Kühlschrank will gefüttert werden. Bevorzugt Mieterfleisch. In Verbindung mit der kriselnden Beziehung der Batemans macht so ein kaltes Aggregat natürlich nur wenig Freude.
 
 
 


 
 
 

DER KÜHLSCHRANK – Kritik

 
 
 
Zwar als komödiantisch arrangierter Horrorfilm vermarktet, steckt hinter dem unabhängig auf die Beine gestellten Küchengeräts-Horror aus den frühen Neunzigern hier doch einiges mehr. Ja, durch die (damals wie heute) knallige Covergestaltung, die doch irrwitzige Thematik und das Herausstellen der überschaubaren Gore-Effekte scheint hier eine an die sympathisch-behämmerten Troma-Studios aus der New Yorker Nachbarschaft erinnernde Grusel-Klamaukiade vorzuliegen. Sogar an Frank Oz‘ Eighties-Remake von „Der kleine Horrorladen“ könnte man inhaltlich kurz denken. Beides nicht der Fall. Viel eher aber als bei den Herren Corman oder Kaufman, scheinen sich die Macher von DER KÜHLSCHRANK bei Andrzej Zulawskis POSSESSION umgeschaut zu haben. Auch bei diesem im geteilten Berlin angesiedelten Schizo-Meisterwerk ungemütlichen Horrors bricht der übernatürliche Wahnsinn wie eine satanische Kaltwetterfront über zwei längst nicht mehr im Leben stehende Eheleute herein. Spätestens, wenn der Fokus unseres Films hier vom oberflächlichen Thrill eines kannibalistischen Eiskastens zum aufreibenden Beziehungs-Zähneknirscher zwischen zwei stadt-amerikanischen Durchschnittsmenschen wechselt, ist das Element der Phantastik nur noch Werkzeug der Filmemacher. Ein Werkzeug, ihren lebensnahen Stoff ideenreich und genreartig aufzupeppen. Hier wird auch mit kurzen, heftigen Ausbrüchen zynischen Humors nicht gegeizt. Passt aber auch – denn schon bei Bergman und Fassbinder, zwei der großen Regie-Vorbilder in Sachen chirurgische Demontage von Lebensentwürfen, sitzen die Lacher oft an den bittersten und aufwühlendsten Stellen.
 
 
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Das sind jetzt viele Querverweise, die den einen oder anderen Leser vielleicht stutzig machen. Soll natürlich nicht sein. DER KÜHLSCHRANK ist eine nicht immer stilsichere aber von überzeugten Filmemachern in die Tat umgesetzte Mischung aus Genre-Trash und schauspieler-intensivem Independent-Kino mit genügend Hirnschmalz. Die Bilder der Weltmetropole vor Anbeginn der digitalen Gegenwart wirken heute fast schon exotisch und sind ein weiterer Grund, diesem jetzt fürs Heimkino veröffentlichten kleinen Film ein Zuhause im Regal zu bieten.
 
 
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DER KÜHLSCHRANK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Schräges Filmdokument einer kreativen Zeit im Umbruch. Manchmal Horror, manchmal Beziehungsdrama, hier und da sogar Ausbrüche in schrägen Indie-Film-Humor. DER KÜHLSCHRANK knallt zwischen die Stühle glatter Genrezuteilung und trägt ein „Ich bin kein Film für Jedermann“-Schild vor der Brust. Entdecken lohnt sich.
 
 


 
 
 

DER KÜHLSCHRANK – Zensur

 
 
 
Wie bereits im Kino, auf VHS und im Fernsehen ist DER KÜHLSCHRANK auch auf DVD ungeschnitten und bereits für Minderjährige zumutbar. Die erhältliche, digitale Heimkinoveröffentlichung ist frei an 16 Jahre.
 
 
 


 
 
 

DER KÜHLSCHRANK – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) MIG | Schröder Media (auf 1000 Stück limitierte DVD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Refrigerator; USA 1991

Genre: Trash, Horror, Komödie

Ton:Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,85:1 (anamorph | 16:9)

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer (1:38 Min.), Wendecover ohne FSK Logo

Release-Termin: 02.02.2017

 

Der Kühlschrank – Eiskalt, mörderisch, gefräßig! [DVD – Limited Edition] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

DER KÜHLSCHRANK – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei MIG | Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Pridyider (2012)
 
Angriff der Killertomaten (1978)
 
Die Rückkehr der Killertomaten (1988)
 


Filmkritik: „Casting des Todes“ (2015)

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CASTING DES TODES

(CASTING OF DEATH)

Story

 
 
 
Das Casting für eine sexy Cocktail-Show läuft aus dem Ruder, weil die Kamera Dinge aufzeichnet, die sich mit bloßem Auge nicht erkennen lassen.

 
 
 


 
 
 

CASTING DES TODES – Kritik

 
 
 
Seit den Anfängen von FILMCHECKER liegen nicht nur regelmäßig Blu-rays und Screener bekannter deutsche Filmunternehmen und Vertriebe mit Horrormaterial im Briefkasten, das wir in Form von umfangreichen Kritiken auf dem Blog vorstellen. Auch deutsche Nachwuchsfilmemacher und immer häufiger ambitionierte Regisseure aus dem Ausland senden selbstständig Ansichtsmaterialien zu, mit der Bitte darüber zu berichten. Leider können wir aus Zeitgründen nur wenige dieser Projekte berücksichtigen, da sich hinter vielen der teils in Eigenregie produzierten Genrefilme ohnehin nur semiprofessioneller Amateurquatsch verbirgt, der besser im Privatarchiv schlummern sollte, statt ihn deutschen Horrorfans zuzumuten. Dass es auch anders geht, beweist CASTING DES TODES – ein blutiger Kurzfilm aus Deutschland, der beinahe ungesehen blieb, weil dahinter eine weitere Selfmade-Produktion vermutet wurde. Gott sei Dank ist der Fünfzehnminüter dann doch im Player gelandet, sonst wäre wohl die Erkenntnis nie gekommen, dass auch im deutschen Untergrund gute Horrorfilme gedreht werden.
 
 
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Splatter, Spaß und viel nackte Haut – Zutaten, die Horrorfanherzen schneller schlagen lassen. Das war wohl auch Regisseur EZRA TSEGAYE bewusst, der CASTING DES TODES um jede Menge Schauwerte bereichert hat, die Liebhaber von Horrorware nun mal erwarten. Ein ungewöhnliches Casting bietet Stoff für amüsant-trashigen Filmirrsinn, in dem der Zuschauer – laut Aussage von Hauptdarstellerin MICAELA SCHÄFER – die brutalsten Nacktszenen zu sehen bekommt, die der selbsternannte Reality-Star bisher gedreht hat. Model, Moderatorin und Schauspielerin MICAELA SCHÄFER wird in diesem Kurzfilm von zwei erfolglosen Filmemachern zu einem Vorsprechen geladen, bei dem sie für einen neue TV-Show textilfrei Cocktails mixen soll. Doch die Crew ist nicht sonderlich am Können der künftigen Moderatorin interessiert. Das Zielpublikum soll in erster Linie mit optischen Reizen verwöhnt werden, was die Bewerberin natürlich versteht. Sie streift die Kleider ab und hält zwei schlagkräftige Talente in die Kamera. Weil CASTING DES TODES jedoch ein Horrorfilm ist, dürfte klar sein, dass die Geschehnisse eine unerwartet blutige Wendung nehmen werden. Der Kameramann entdeckt Unheimliches. Sein neues Arbeitsutensil filmt nicht das, was sich vor der Linse ereignet. Stattdessen hält es Mord und Totschlag auf Video fest – mit fatalen Folgen.
 
 
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Will man Aufmerksamkeit erregen, muss man polarisieren und provozieren. Das gelingt vor allem dann, wenn man Filmrollen mit C-Prominenz besetzt, über die regelmäßig in der Boulevardpresse berichtet wird. Im Falle des Kurzfilms CASTING DES TODES dürfte die Wahl auf TV-Phänomen MICAELA SCHÄFER das Beste gewesen sein, was dieser Indie-Produktion passieren konnte. Mit Schäfer als Zugpferd hat der Film nämlich reichlich Aufmerksamkeit ernten können und wurde sogar auf diversen Festivals mit Lob überschüttet. So auch auf der LOS ANGELES HORROR COMPETITION, wo die ehemalige GERMANY’S NEXT TOP MODEL-Teilnehmerin als beste Schauspielerin nominiert wurde – und sogar gewann. Das mag tatsächlich begabte Künstler zu Recht deprimieren; trotzdem muss man lobenswerterweise hinzufügend erwähnen, dass Schäfers Auftritt in CASTING DES TODES die bisher überzeugendste Leistung ist, die man von der gebürtigen Leipzigerin zu sehen bekommen hat. Die hat zwar im Film nicht viel zu sagen – dafür sprechen nackte Tatsachen für sich. Den männlichen Fan des Genres dürfte das freuen.
 
 
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Produzent, Drehbuchautor und Regisseur EZRA TSEGAYE erklärte im Interview, dass er schon immer ein Fan fantastischer Filme gewesen ist. So prägte der Science-Fiction-Klassiker FUTUREWORLD – DAS LAND VON ÜBERMORGEN nachhaltig, den er sich im stolzen Alter von fünf Jahren allein angesehen hat, ohne dass die Mutter davon wusste. Doch damit nicht genug. Auch die Mystery-Serie TWILIGHT ZONE und Horror-Klassiker, wie DIE KÖRPERFESSER KOMMEN oder ROSEMARIES BABY verstärkten die Leidenschaft zum Film. So folgten nach Comics für die Schülerzeitung und Kurz-Trickfilmen, erste Filmversuche mit einer Super-8-Kamera, in denen er Realfilm mit Comic-Elementen verknüpfte. Gleiche Kombination findet auch in CASTING DES TODES Verwendung. Tsegaye vermischt Zeichentrick mit Realfilm, zeigt abgenutztes Videomaterial, das man sonst oft in Found-Footage-Machwerken zu sehen bekommt und garniert das kurzweilige Trash-Gebräu mit Sex, Blut und Rock ’n‘ Roll. Dank abwechslungsreicher Kameraperspektiven, chaotischen Schnitten und frechem Filmsong aus der Feder von STEFAN DITTRICH (der übrigens nicht mehr aus dem Ohr geht) bleibt CASTING des TODES länger im Gedächtnis, als manch andere Amateur-Katastrophe aus den Hinterhofgaragen von ITTENBACH, SCHNAAS & Co. Bleibt zu erwähnen, dass diesem Kurzfilm aufgrund professioneller Machart kaum noch Amateurstatus anhaftet. Umso erfreulicher, dass EZRA TSEGAYE die Idee seinen Splatter-Kurztrips ausbauen und auf die große Leinwand bringen möchte. Mit DER TEUFEL IN MIR wird das Casting des Grauens fortgesetzt – größer, blutiger, besser. Dank Crowdfunding und spendablen Geldgebern soll das Projekt mit mehr Budget, internationalen Schauspielern und natürlich MICAELA SCHÄFER für den weltweiten Filmmarkt umgesetzt werden. Ob sich bereits Hollywood die Remake-Rechte gesichert hat? Man darf spekulieren.
 
 
 


 
 
 

CASTING DES TODES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Warum MICAELA SCHÄFER nach ihrem missratenen Auftritt in SEED 2 wieder vor die Linse darf? Ganz einfach, weil sie die neue (deutsche?) B-Movie-Ikone unserer Zeit ist. Zumindest behauptet das Produzent, Drehbuchautor und Regisseur EZRA TSEGAYE, der von der attraktiven aber auch provokanten Erscheinung der gebürtigen Leipzigerin so überzeugt gewesen ist, dass er sie für die Rolle einer naiven Castingteilnehmerin verpflichten lies. CASTING DES TODES lässt die 1980er und 90er wieder aufleben, denn die Trash-Komödie verbeugt sich mit makabren Humor und blutigen Momenten vor jenen Horror-Splatterfilme genannter Jahrzehnte. Für eine Amateur-Produktion ist Gebotenes beachtlich, denn der Low-Budget-Splatterulk hinterlässt einen guten Eindruck und schaut alles andere als billig aus. Gute Schauspieler (ja auch die Schäfer überzeugt), souveräne Inszenierung und ein Ohrwurm im Abspann garantieren 15 kurzweilige Minuten mit Appetit auf mehr. Trash-Fans sollten daher jetzt gut zuhören, denn CASTING DES TODES ist amüsant-trashiger Filmirrsinn mit hohem Fun-Faktor, der übrigens hier für kleines Geld gesehen werden kann, schließlich ist noch keine kaufbare Heimkinofassung auf physischem Medium erschienen.
 
 
 


 
 
 

CASTING DES TODES – Zensur

 
 
 
CASTING DES TODES (internationaler Titel CASTING OF DEATH) ist Splatter-Quatsch der ironischen Sorte. Die Gewaltmomente werden derart übertrieben dargestellt, dass der Kurzfilm problemlos eine FSK16 erhalten könnte.
 
 
 


 
 
 

CASTING DES TODES – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Botchco Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Staplerfahrer Klaus – Der erste Arbeitstag (2000)
 
Treevenge (2008)
 
Fist of Jesus (2012)
 


Kritik: „Piranha II – Die Rache der Killerfische“ (1979)

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PIRANHA 2 – DIE RACHE DER KILLERFISCHE

(KILLER FISH)

Story

 
 
 
Im undurchdringlichen Regenwald des Amazonas baut ein Firmenkomplex Diamanten ab. Angeführt von einem ehemaligen Mitarbeiter der Firma plant eine amerikanische Profi-Diebesbande das große Ding. Mit geplanten Sprengungen in den Stollen will man den Konzern um das Schürfgut erleichtern. Was die Gangster nicht ahnen konnten: Die Population blutsaufender Monsterpiranhas ist in den Tümpeln um die Ausgrabung besonders unbotmäßig. Man könnte von absichtlichem Ansiedeln reden. Auch untereinander ist nicht alles im grünen Bereich. Ein schlechter Gangster, dem man blind trauen kann. Das große ins Gras (oder eher ins brasilianische Brackwasser) beißen beginnt. Grüne Hölle a-go-go.
 
 
 


 
 
 

PIRANHA 2 – Kritik

 
 
 
Was für eine Besetzung! Die klassische Weltstar-Lüge des europäischen Genrefilms mal wieder. James Franciscus ist dabei. Einst auf der Warteliste zum A-Star, dann doch nur noch Bahnhofskino. Die bald zwei Jahrzehnte nach ihrem Selbstmord noch immer bemitleidenswerte Margaux Hemingway und Karen Black, deren Nimbus als eine der Größten des Seventies-Genrefilms nicht zuletzt von solchen Filmen wie dem hier zehrt. Und Colt Fucking Seavers in der Hauptrolle. Gewohnt braungebrannt, fleischig und schauspielerisch nuanciert wie ein Roggenbrot. Ähnlich wie der verstorbene Larry Hagman für seine Rolle des DALLAS-Drecksacks J.R. Ewing genießt Lee Majors in der Bundesrepublik den Status eines Fernseh-Säulenheiligen. Der entstammt Zeiten, da ein Großteil unserer Mitbürger mit maximal drei Programmen auskommen musste. Viele können auch heute, dreißig Jahre und viele kosmetische Operationen später gar nicht fassen, dass der COLT FÜR ALLE FÄLLE noch mehr gedreht hat, nein überhaupt drehen musste. Die Einverleibung als germanisches Trivial-Kulturgut ist am End´ dann doch nur eine Obskurität am Rande der Gesamtkarriere und so ist Majors in seiner amerikanischen Heimat einer anderen Wahrnehmung ausgesetzt. Der des gnadenlosen Ex-Serienstars nämlich, der kein Profitchen verschmäht und für bezahlte Kino- und Fernsehfilmauftritte jede noch so bittere Drehbuchgurke zu seinem Kampfgebiet erklärt. So konnten ihn seine Bewunderer in räudigen Flugzeugabsturz-Reißern anschmachten, wie sie in den Siebzigern bis frühen Achtzigern in Hollywood Trend waren und eben auch im vorliegenden PIRANHAS II – DIE RACHE DER KILLERFISCHE. Von dem war der klobige Starschauspieler so überzeugt, dass er gar Produktionskohle in diese unter verschiedenen Geldgeberländern aufgeteilte Quasi-Tierhorror-Sauerei fließen ließ. Um das gleich mal zu beantworten: Mit Joe Dantes zu Recht zum Genreklassiker avancierten PIRANHAS (1978) hat der Film nix zu tun. Diese Augenwischerei wollte mal wieder nur der deutsche Verleih – unter Verwendung eines der ältesten Exploitation-Tricks – seinem Publikum angedeihen lassen. Tatsächlich wurde Dantes Fischfilm erst kurz darauf, 1981, mit PIRANHA II – FLIEGENDE KILLER zur Fortsetzung gebracht. Regie bei diesem recht unterhaltsamen Rohrkrepierer führte das hier namentlich nicht erwähnte, vielleicht größte Arschloch der Hollywood-Gegenwart.
 
 
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Deutlich angenehmer ist das Personal hier. Auf dem Regiestuhl für die bösen Schuppenbiester saß echter Euro-Trash-Adel: Antonio Margheriti (1930-2002), vielen Mainstream-Fans bei Tarantinos INGLORIOUS BASTERDS erstmals vorgestellt und Freunden ruppiger VHS-Unterhaltung vergangener Großtage als Anthony M. Dawson wohl bekannt und wohlig geschätzt. Der Mann hat in so ziemlich jedem Genre der italienischen Ausbeutungs-Industrie nicht nur gearbeitet, nein sogar kleine Ferkel-Klassiker geschaffen. Ob Vietnam-Baller-Kopien wie JÄGER DER APOKALYPSE (1980) oder CONAN-Rip-Offs wie der herrliche EINER GEGEN DAS IMPERIUM (1983), ob klapprige Science-Fiction wie ORION 3000 – RAUMFAHRT DES GRAUENS (1965) oder zahlreiche Italo-Western unterschiedlicher Güteklassen, reaktionäre Söldnerfilme, sogar landestypischer Gore gehört mit ASPHALTKANNIBALEN (1980) in die herzerwärmende Vita dieses wunderbaren italienischen Entertainment-Fürsten. Auch PIRANHA II – DIE RACHE DER KILLERFISCHE weiß prächtig zu unterhalten. Dabei ist der Film nur sekundär ein „echter“ Tierhorror-Klopper. Maßgeblich haben wir es hier mit einem Abenteuerfilm zu tun. Eher sogar noch mit einem „Heist“-Movie, das sich nach dem genre-gewohnt orchestrierten Diamantenraub des Anfangs in eine Euro-typische Intrigen-Story verheddert, die es in ihre Hanebüchnerei manches Mal mit dem plakativ-verwurschtelsten Subgenre unseres Kontinents, dem Giallo höchstselbst, aufnehmen könnte. Störend wirkt das nicht. Ganz im Gegentum. Wer diese Machart von Film kennt und vermutlich auch schätzt, gibt nach einer Viertelstunde mit verschwitzten Khaki-Hemden, Einblicken in Karen Blacks schielende Erotik und den alles massakrierenden Meeresbewohnern ohnehin nix mehr auf Nickligkeiten wie Logik. Wer natürlich nur Filme schaut, in denen wahlweise ein Haus CGI-bespukt wird oder eine taffe Büchse von Perversen im Keller in Schleifen geschnitten wird, der wird nüscht mit der Scheibe hier anfangen können. Hoffentlich ist das bekannt. Hoffentlich. Wenn nicht: Hallo, zufällig Leser. PIRANHAS II – DIE RACHE DER KILLERFISCHE ist großer Spaß, jedoch weder Home-Invasion, noch Rape & Revenge, da niemand zu Hause ist im Dschungel und Fische nur selten menschliche Weibchen sexuell belästigen.
 
 
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PIRANHA 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wilder Videoabend-Hybrid aus europäisch wirkendem Gangster-Thriller, exotischem Abenteuerfilm und Tierhorror. Mit einer ganzen Galerie einstmals größerer Schauspieler besetzt und von einem Meister inszeniert, dessen IMDB-Seite auch den härtesten Hund in die Knie zwingen kann. Das Ganze macht leicht antiquierten Spaß.
 
 
 


 
 
 

PIRANHA 2 – Zensur

 
 
 
Im Kino, auf VHS und im TV noch zensiert, wurde der Film im DVD-Zeitalter endlich ungeschnitten veröffentlicht. PIRANHA II ist nun ungeschnitten frei ab 16 Jahren zu haben.
 
 
 


 
 
 

PIRANHA 2 – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Edel Germany (Capitol Film)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Killer Fish; Brasilien | Großbritannien | Italien | USA 1979

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DD 1.0, Englisch DD 1.0

Untertitel: Keine

Bild: 1,33:1 (4:3)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: Erstauflage: 08.03.2013 (Savoy Film, Intergroove) | Zweitauflage: 23.10.2015 (Edel Germany, Capitol Film)

 

Piranhas II – Die Rache der Killerfische (DVD) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

PIRANHA 2 – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

Die Rechte für alle Grafiken liegen bei Edel Germany (Capitol Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Piranhaconda (2012)
 
Piranha 3D (2010)
 
Piranha 3D 2 (2012)
 
Piranha II – Fliegende Killer (1981)
 
Piranha Sharks (2014)
 
Piranhas (1978)
 


Filmkritik: „Der scharlachrote Henker “ (1965)

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DER SCHARLACHROTE HENKER

(SCARLETTO – SCHLOSS DES BLUTES)

Story

 
 
 
Ein lustig’ Grüppchen wuchtiger Sixties-Mannequins hat ein schaurig-schönes Spukschloß zur Location für ihr nächstes halberotisches Fotoshooting auserkoren und schleicht, gemeinsam mit dem zuständigen Magazinherausgeber, in das Gemäuer. Legenden ranken sich um das Schloß. Im Mittelalter soll hier der weiland wohnhafte Edelmann übergeschnappt sein und reihenweise Jungfrauen auf fiesen Foltergeräten zu Tode gequält haben. Der jetzt im Schlösschen lebende Nachkomme des Schänders von einst, ein Schauspieler (Mickey Hargitay) lässt die ungebetenen Gäste von seinen Bodyguards rauswerfen, entscheidet sich aber dann plötzlich um und markiert den charmanten Gastgeber. Was die betonfrisierten Wuchtbrummen nicht ahnen können: Der Nachkomme ist Ziel eines Fluchs, der ihn glauben lösst, sein eigener Urahn zu sein. Flugs setzt sich der gestählte Edelmann die scharlachrote Kapuze auf den kantigen Schädel und schnappt sich ein Mädel nach dem nächsten. Opis Ferkelkeller steht noch in voller Pracht.
 
 
 


 
 
 

DER SCHARLACHROTE HENKER – Kritik

 
 
 
Was für ein Film! Bei seiner Veröffentlichung zu VHS-Zeiten noch unter SCARLETTO – SCHLOSS DES BLUTES firmierend, lenkt der neue Titel unsere Aufmerksamkeit völlig zurecht auf die Hauptfigur. Was als lockere comedia all’italiana beginnt und sich zur gotischen Schlossbesichtigung wandelt, endet in einer übergeschnappten Revue trashigen Grand Guignol Theaters, für das selbstverständlich mal wieder der alte Marquis De Sade als Inspirationsquelle herhalten muss. Mit großem Spaß triezt der rote Henkersknecht die Fotomodelle in seinem Perverso-Keller und lässt kein Auge trocken. Durch die ungebremste Schwachsinnigkeit dieser Szenen scheppern die Sadismen des Folteronkels derart krachend ins Unernste, dass DER SCHARLACHROTE HENKER beim besten Willen nicht mehr mit dem Prädikat „beängstigender Horrorfilm“ versehen werden kann. Tut dem Filmspaß aber trotzdem keinen Abbruch.
 
 
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Mickey Hargitay, echter Vorname Miklos, war Bodybuilder professionellen Formats. Mit seiner Einwanderung in die USA bereits wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg war der Ungar so etwas wie der Vorreiter europäischer Kraftsportler, die in den Jahrzehnten danach versuchten, im Land der ungbrenzten Möglichkeiten Fuß zu fassen und ihr Geld in der Unterhaltungsbranche zu machen. Bekanntester Name hier natürlich Arnold Schwarzenegger, der den 2006 im zufriedenstellenden Alter von achtzig Jahren verstorbenen Hargitay in Interviews als eines seiner Vorbilder bezeichnete. In einem Biopic über La Mansfield anno 1980 spielte Ahnuld gar den Mickey.Vor den Dreharbeiten zu DER SCHARLACHROTE HENKER musste der Muskelmann gerade die Scheidung von Jayne Mansfield über sich ergehen lassen. Mit der kurvenreichen Marilyn Monroe-Epigonin hatte Hargitay in einem pinkfarbenen Barbie-Alptraum von Palast, samt herzförmigem Swimming Pool, gelebt und gerne mal vor laufender Kamera wahnsinnig lachend seine Gattin über den Kopf gestemmt wie eine Hantel aus Chiffon und Möpsen. Persönliche Differenzen gabs auch in den Sechzigern schon in Hollywood und so war Jayne auch schon nur noch des Pumpers Exfrau, als sie sich bei einem Autounfall die Rübe abriss. Die Trauer beutelte den osteuropäischen Kraftprotz trotzdem ganz gehörig. Ich schweife ab. Zur Drehzeit des HENKERS blutete Maitre Hargitay der Geldbeutel und der Hass auf das Weibsvolk brodelte tüchtig. Nur so ist zu erklären, was der Mann über die Laufzeit für ein Feuerwerlk des Overactings abliefert. Grimassieren, Brüllen und nicht nur an der Streckbank generelles tierisch auf die Kacke hauen. Beim abendlichen Drehschluss dürfte der Mann jedes Mal mit Elefantenbetäubungspfeilen niedergestreckt worden sein. Herrlich!
 
 
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Hinter dem pornotauglichen Regisseurs-Kriegsnamen MAX HUNTER steckt der Italiener MASSIMO PUPILLO (DAS FOLTERHAUS DER LADY MORGAN; DJANGO TÖTET LEISE), der mit DER SCHARLACHROTE HENKER einen Spaghetti-Gothic-Knaller der Kategorie G wie Gnadenlos abgeliefert hat. Hier passt alles. Die erotisch gemeinten und doch züchtigen Modelle (damals sah man generell zwei Jahrzehnte älter aus), die wunderbare Gruselatmosphäre des alten Schlags auf Schloß Sudelstein, die genretypische Kameraarbeit, die herrliche Primitivität der Effekte (diese monströse Spinne allein!) und natürlich das unbarmherzige Chargieren des Hauptdarstellers Sir Lord Mickey Hargitay, Esquire. MASSIMO PUPILLO genießt zur Belohnung noch immer sein Leben. Er ist sechsundachtzig.
 
 
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DER SCHARLACHROTE HENKER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Sleaziger Hundert-Prozent-Trash aus der Pastaküche der lange Jahre verrücktesten Filmwirtschaft Europas. DER SCHARLACHROTE HENKER kommt ein bisschen daher wie die eindeutig italienische Variante der Filme von HERSCHELL GORDON LEWIS – mit deutlich weniger Kunstblut. Ein Vergnügen für Liebhaber und Kenner von B-Film-Italien und bekloppt-schmieriger Sexploitation.
 
 
 


 
 
 

DER SCHARLACHROTE HENKER – Zensur

 
 
 
Von DER SCHARLACHROTE HENKER existieren zwei verschiedene Schnittfassungen: eine für den US-Markt und einmal eine für Europa. Der Anbieter OSTALGICA hat sich getraut erstmals eine restaurierte Komplettversion des Streifens zu veröffentlichen. Diese wurde ungeschnitten auf DVD gepresst und ist frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

DER SCHARLACHROTE HENKER – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Ostalgica

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Il Boia scarlatto; Italien / USA 1965

Genre: Klassiker, Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 2.0 Mono), Italienisch (Dolby Digital 2.0 Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover und Schuber

Extras: Deutscher Originaltrailer, US Trailer, 2 Bildergalerien, Programmtipps, geschnittene Szenen, VHS Szenen, Super-8 Fassung, deutscher und englischer Vorspann, französischer Trailer, gekürzte frühere DVD Fassung, Booklet

Release-Termin: 26.06.2015

 

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DER SCHARLACHROTE HENKER – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Ostalgica.

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Die Schlangengrube und das Pendel (1967)

Baron Blood (1972)

Das Ungeheuer auf Schloss Bantry (1960)


Filmkritik: „Kill, Granny, Kill!“ (2014)

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KILL, GRANNY, KILL!

Story

 
 
 
KILL, GRANNY, KILL erzählt die Geschichte einer Killer-Oma, die im Keller ihres Hauses blutigen Hobbys nachgeht und sichtlich Spaß daran hat diese auszuleben.
 
 
 


 
 
 

KILL, GRANNY, KILL! – Kritik

 
 
 
KILL, GRANNY, KILL ist eine dieser semiprofessionellen Videoproduktionen, die wohl zu Hochzeiten der Videokassette Kultstatus genossen hätte, weil das Machwerk so abgrundtief schlecht ist, dass der Videoquatsch sogar ein paar Schmunzler entlocken kann. Sichtlich an die frühen Erfolge der Trash-Schmiede TROMA angelehnt, haben sich hier ein Paar Fans des finsteren Genres zusammengetan und einen hölzernen Film gemacht, der erfahrene Horrorzuschauer vermutlich an den belgischen Splatter-Streifen RABID GRANNIES auf schlombiesfilmbesprechungen.net zurückerinnern lässt. Der fand ebenfalls bei TROMA ein adäquates Zuhause und hämmerte sich vor allem durch schwarzen Humor und heftige Gewaltmomente ins Gedächtnis. In KILL, GRANNY, KILL sind es jedoch nicht diabolische Großmütter, die ihre Gäste verspeisen. Hier entpuppt sich eine Alte (DONNA SWENSEN) als nächster Leatherface und bringt Menschen mit dem Beil um die Ecke, damit die ermordeten Opfer hinterm Haus gehäutet und filettiert werden können. Das bekommt auch die sexhungrige Abby Daniels (ALICIA M. CLARK) zu spüren. Die landet nach einem kurzen Bewerbungsgespräch im Kochtopf der Rentnerin, weil sie sich als neue Haushälterin partout nicht an die Hausordnung ihrer Arbeitgeberin halten möchte.
 
 
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B wie billig und T wie Trash. Wirklich ernstnehmen kann man dieses überflüssige Sammelsurium peinlicher Albernheiten keineswegs. Einerseits sind Schauspiel, Inszenierung und Effekte jenseits von Gut und Böse. Andererseits nimmt sich der Film selbst auf die Schippe, so dass die unzureichende Technik kaum ins Gewicht fällt. Trotzdem sollte man schon eine gewissen Leidenschaft für diese Art von Filmen mitbringen, denn das kommerzverwöhnte Horrorpublikum wird mit einem günstige gemachten Amateurfilm wie KILL, GRANNY, KILL wohl kaum etwas anzufangen wissen. Die Geschichte des Films ist so abgenutzt, wie die Videobänder jener Zeit und ein Drehbuch war offensichtlich nicht von Nöten, da die rudimentäre Handlung auf einem Bierdeckel Platz gefunden hat. Immerhin wird die Gewaltfraktion mit knappen Goreeinlagen zufriedengestellt. Die dürfte sich am ungeschliffenen Look und den technischen Defiziten ohnehin kaum stören, sorgt Regisseur JACOB ENNIS für genug Blut und Baumarkteffekte, damit es jenen Horrorfans nicht langweilig wird.
 
 
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Auch wenn mit schmerzhafter Kastration, blutiger Enthauptung und etwas Sex gelockt wird bleibt am Ende die Erkenntnis, dass KILL, GRANNY, KILL einfach dreißig Jahre zu spät über die heimischen TV-Apparate flimmert. Der Funke will trotz Retro-Gefühl nicht überspringen, was wohl in erster Linie daran liegen mag, dass mittlerweile selbst im No-Budget-Sektor Besseres geboten wird. Hier haben in letzter Zeit viele ambitionierte Filmschaffende bewiesen, dass man auch mit wenig Kapital sehenswertes Kinofutter entstehen lassen kann. Vergleicht man die hier vorgestellte Horrorkomödie mit vielen dieser liebevollen Horrorproduktionen bleibt das Gefühl nicht aus, dass man das Budget für diesen Film wohl hätte auch die Toilette hinabspülen können. Trotz aller Liebe zum Horrorfilm: KILL, GRANNY, KILL kann absolut gar nichts. Einfältiger und dilettantischer Schlamassel – unterirdisch und schwachsinnig.
 
 
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KILL, GRANNY, KILL! – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Wenn Oma das Töten nicht lassen kann – KILL, GRANNY, KILL ist eine etwas andere Interpretation des beliebten TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Leatherface wurde hier gegen eine gebrechliche Alte ausgetauscht, die dem Killer-Kollegen in Sachen Brutalität versucht das Wasser reichen. Mit viel schwarzem Humor und Mut zur Albernheit bringt sie all jene um die Ecke, die ihr vors Hackebeil kommen und schneidet ihnen das Fleisch von den Knochen, damit der Kühlschrank mit Vorräten gefüllt werden kann. Trotz netter Gewaltmomente ist KILL, GRANNY, KILL nur eine lieblose Hommage an längst vergessene VHS-Glanzjahre, die schludrig und unprofessionell auf Film gebannt wurde. Charme sucht man vergebens und die halbherzige Inszenierung dürfte wohl eher zum schnellen Abschalten dieses Amateur-Blödsinns bewegen. Das Schauspiel ist erbärmlich, das Drehbuch hirnrissig und die musikalische Untermalung nicht immer passend. In Anbetracht dessen, dass es viele Indie-Regisseure gibt, die viele Herzblut in ihre No-Budget-Streifen investieren ist das, was dem Horrorfan in KILL, GRANNY, KILL zugemutet wird schon als Dreistigkeit vor dem Herrn zu betiteln. Wer Großmütter und Hausfrauen bei ihrer täglich blutigen Arbeit begleiten möchte, sollte dann doch lieber Streifen wie FLESH EATING MOTHERS oder RABID GRANNIES aus dem Filmregal holen und in den Player legen. Die sind zwar auch nicht sonderlich perfekt, bringen aber jenes Videogefühl auf die Mattscheibe zurück, an das sich Filmfans älteren Semesters noch gut erinnern dürften. Übrigens sollte man sich am Ende den Spaß machen und die Namen im Abspann zählen. Es scheint doch sehr kurios, wie viele Menschen an KILL, GRANNY, KILL beteilt gewesen sein sollen.
 
 


 
 
 

KILL, GRANNY, KILL! – Zensur

 
 
 
Ein abgeschnittener Penis, eine blutige Enthauptung, ein etwas anderer Luftröhrenschnitt und ein paar kleine Beilhiebe dürften der Horrorkomödie in Deutschland den roten FSK-Flatschen einbringen. Der Film ist trotz Splattereinlagen nicht sonderlich hart ausgefallen und dürfte hierzulande in ungeschnittener Form erscheinen – keine Jugendfreigabe!
 
 


 
 
 

KILL, GRANNY, KILL! – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rabid Grannies (1988)
 
Flesh Eating Mothers (1988)
 
Texas Chainsaw Massacre (1974)


Filmkritk: „Gnome Alone“ (2014)

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GNOME ALONE – GARTENZWERG DES GRAUENS

Story

 
 
 
Teilzeitkassiererin und Collegestudentin Zoe hat das Herz am rechten Fleck. Als eine obdachlose Frau von einem betrunkenen Autofahrer überfahren wird, ist sie sofort zur Stelle. Leider ahnt die menschelnde Lebensretterin nicht, dass ihr Einsatz Konsequenzen hat. Die sterbende Alte belegt das Mädchen mit einem sonderbaren Fluch. Wenn immer Zoe in Gefahr ist oder ihr Menschen Böses wollen, eilt ein Kobold zur Hilfe und nimmt Rache an ihren Peinigern.

 
 
 


 
 
 

GNOME ALONE – Kritik

 
 
Als Filmkritiker ist man vor keiner Horrorfilmgurke sicher, schließlich weiß man vorab nie, ob der zu besprechende Streifen was taugt oder nicht. In einem Genre, das sich scheinbar nur noch aus Fortsetzungen, Duplikaten und Prequels zusammensetzt, ist es mittlerweile ziemlich schwer geworden die guten Filme zu finden, weil Schundproduktionen wie GNOME ALONE – GARTENZWERG DES GRAUENS dem Fan das Hirn vernebeln. Wie unschwer am Filmplakat zu erkennen ist, hat man sich für diesen cineastischen Schnellschuss von der legendären LEPRECHAUN-Reihe inspirieren lassen und versucht nun eine Art Kopie des kultigen Killergnoms in die internationalen Heimkinos zu bringen, um die Gunst enttäuschter Horrorfans für sich gewinnen zu können. Denen wurde im vergangenen Jahr mit LEPRECHAUN: ORIGINS ein Neueinfang der nunmehr siebenteiligen Zwergen-Saga versprochen. Der wurde selbstverständlich pünktlich zu Halloween in die Wohnzimmer gebracht – nur ohne WARWICK DAVIS in der Hauptrolle, der in allen LEPRECHAUN-Filmen den garstigen Kobold verkörperte.
 
 
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Letztendlich entwickelte sich LEPRECHAUN: ORIGINS zu einer einzigen Enttäuschung von der auch GNOME ALONE nicht allzu weit entfernt ist, hat doch das hier Gebotene den Gehalt eines Baustellenklos am Ende der Arbeitswoche. Video-Trash ohne Niveau, plumpe Späße, peinliche Dialoge und schlechte Effekte. In GNOME ALONE bekommt man all das zu sehen, was man in Horrorfilmen eigentlich gar nicht mehr sehen will, wobei vor allem die schlechten schauspielerischen Leistungen das Fass zum Überlaufen bringen. Die sind nahezu kaum vorhanden und werfen die Frage auf, ob die hier zusammengeschusterte Lachnummer einfach nur unfreiwillig komisch ist oder sich selbst versucht auf die Schippe zu nehmen. Wir vermuten jedoch Ersteres, denn auch wenn VERNE TROYER die zynischen Wortspielchen eines LEPRECHAUNS unbeholfen kopiert – zünden wollen die gemeinen Sprüche des Kobolds keineswegs, weil TROYER (man mag es kaum glauben) nun mal kein talentierter Schauspieler ist.
 
 
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Eigentlich sollte der Rohrkrepierer anfänglich LEGEND heißen. Scheinbar war der Name zu beliebig, weshalb man mal wieder am Filmnamen gefeilt und die Titelkreation verschlimmbessert hat. Dass der neue Titel weitaus unsinniger klingt und eher an Kinderunterhaltung erinnert, ist aufgrund der desaströsen Machart ohnehin kaum von Gewichtung, schließlich ist dem Regie-Duo TIMOTHY WOODWARD JR. und JOHN MICHAEL ELFERS das Kunststück gelungen ist, den wohl erbärmlichsten Zwergen-Horror auf Zelluloid zu bannen, den die Filmwelt bis dato gesehen hat. Die musikalische Untermalung passt zu keiner Zeit, die Bluteffekte sind zwar handgemacht befinden sich aber auf Amateurlevel und Spannung – ja die sucht man hier mit der Lupe. Selten hat ein Film dem Zuschauer so heimtückisch Lebenszeit geraubt. GNOME ALONE entpuppt sich als filmischer Unfall, der den Zuschauer aus unerklärlichen Gründen am Abschalten hindert. Der dürfte leider vergebens auf richtige gute Momente warten, denn GNOME ALONE ist schlichtweg übelriechender Trash, der diesmal wirklich in den Mülleimer gehört.
 
 
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GNOME ALONE – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Ist das Trash oder kann das weg? GNOME ALONE – GARTENZWERG DES GRAUENS sollte möglichst gemieden werden, denn selbst Liebhaber charmanter Trash-Gurken werden sich mit dieser Videoproduktion keinen Gefallen tun. In diesem Film dominieren schlechte Schauspieler, die zur Abwechslung wirklich nichts können, miese Effekte und grottiges Zwergen-Make-up, für das angeblich zwei Stunden pro Tag benötigt wurde, um den kleinwüchsigen VERNE TROYER in einen mordenden Killergnom verwandeln zu können. GNOME ALONE ist eine einzige (unfreiwillige) Lachnummer und Welten von jener Vorlage entfernt, die die beiden Regisseure TIMOTHY WOODWARD JR. und JOHN MICHAEL ELFERS vehement versuchen zu kopieren: LEPRECHAUN. Man sollte sich im Übrigen nicht vom Filmplakat blenden lassen. Das Gechöpft auf dem Poster schaut mehr nach NOSFERATU aus als jene Kreatur, die man letztendlich im Film zu sehen bekommt. Daher: Im Händlerregal liegen lassen, denn das erspart Unmut, Zeit und Geld!
 
 
 


 
 
 

GNOME ALONE – Zensur

 
 
 
In GNOME ALONE – GARTENZWERG DES GRAUENS gibt es einige Splattermomente zu sehen, deren Qualitäten sich jedoch auf Amateurniveau befinden. Blut fließt hin und wieder, so dass es in Deutschland dafür den roten FSK-Flatschen gab: Keine Jugendfreigabe. Hierzulande wird es übrigens vorerst nur eine DVD-Auswertung geben. Eine Blu-ray ist nicht geplant.
 
 
 


 
 
 

GNOME ALONE – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Eurovideo | Primal Screen Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Gnome Alone; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Keine

Bild: 2,35:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Keine

Release-Termin: 15.01.2016

 

Gnome Alone – Gartenzwerg des Grauens (DVD) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

GNOME ALONE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

(Rechte für alle Grafiken liegen bei Primal Screen Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Leprechaun (1993)

Leprechaun 2 (1994)

Leprechaun – Tödliches Spiel in Vegas (1995)

Space Platoon (1997)

Leprechaun 5 – In the Hood (2000)

Leprechaun 6 – Back 2 tha Hood (2003)

Leprechaun: Origins (2014)

Katzenauge (1985)

Troll (1986)

Troll 2 (1990)


Filmreview: „Bait 3D – Haie im Supermarkt“ (2012)

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BAIT 3D – HAIE IM SUPERMARKT

Story

 
 
 
Was für ein Zufall: Eine riesige Tsunami-Welle überschwemmt eine australische Großstadt und bringt die Besucher eines Supermarktes in eine ausweglose Situation. Nicht nur, dass die Kunden sich mit einigen Kleinkriminellen auseinandersetzen müssen; auch ein Tigerhai wurde mit an Land gespült und macht sich nun in den Räumlichkeiten des Supermarktes an die Arbeit, den unnachgiebigen Hunger nach Menschenfleisch zu stillen. Auch Mädchenschwarm Josh hat allen Grund zur Sorge, denn genau jener Hai hat vor genau einem Jahr einem ihm nahestehenden Menschen auf den Grund des Meeres gezerrt. Was folgt, ist für die Besucher des Einkaufszentrums ein schweißtreibender Kampf um Leben und Tod.
 
 
 


 
 
 

BAIT 3D – Kritik

 
 
 
Die dreidimensionale Filmschmiede ist auch im Jahr 2014 nicht totzukriegen und produziert fleißig ein Filmchen nach dem anderen. Ganz zum Leidwesen des interessierten Filmfreundes, der so langsam den Überblick über die Veröffentlichungen verliert und nicht mehr Spreu vom Weizen trennen kann. Schon lange ist der 3D-Gimmik kein Garant mehr für sehenswertes Kino. Denn es ist schon lange keine Seltenheit mehr, dass profitgierige Filmlabel ihre desaströsen 2D-Werke in lukratives 3D nachkonvertieren, um zumindest auf Nummer sicher gehen zu können, das die Produktionskosten an den Kinokassen wieder eingespielt werden. Vermutlich sind einige der Filmemacher von der miserablen filmischen Qualitäten der eigenen Werke überzeugt, so dass sie mit dem beliebten 3D-Effekt von den inhaltlichen Drehbuch-Schwächen und den unfähigen darstellerischen Leistungen ablenken möchten. Der Filmfreund ist hierbei oftmals der Leidtragende, dem zwar halbwegs passable 3D-Effekte garantiert werden, dennoch miserable Filmware untergejubelt wird. Als krönender Höhepunkt dieser dreisten Maschinerie sei der unterbemittelte 3D-Film SHARK NIGHT 3D aus dem Jahr 2011 genannt. Zwar wurde diese Haifisch-Gurke nicht mittels 3D-Technik nachkonvertiert und punktet mit Real 3D; dennoch handelt es sich hierbei um einen vollkommen desaströsen Filmbeitrag, der trotz der dreidimensionalen Effekte nichts zu bieten hat, was überhaupt Mehrwert verspricht, um den Zuschauer bei Laune halten zu können. Wer nun jedoch glaubt SHARK NIGHT 3D sei bereits der trauriger Tiefpunkt des 3D-Genres gewesen, der irrt. Denn der thematisch ähnlich gestrickte Horrorfilm BAIT 3D toppt die katastrophale, inhaltliche Leere eines SHARK NIGHT 3D um Längen.

Die Ernüchterung beginnt schon wenige Minuten nach Filmstart. Denn nachdem eine riesige Tsunami-Welle einen Haifisch (!) aus den Weiten des Meeres in ein städtisches Einkaufszentrum gespült hat und dieser ein munteres Katz-und-Maus-Spiel mit den Überlebenden des Markes veranstaltet, mag man nicht verstehen, was dem Zuschauer hier an Schwachsinn verkauft wird. Physikalische Gesetze lässt BAIT 3D außer Acht, denn unabhängig von der unglaublichen Ausgangssituation gibt es im Film selbst ein dutzend Ungereimtheiten über deren dilettantisch vorgeheuchelte Glaubwürdigkeit man als Filmfreund nur mit dem Kopf schütteln kann. Da parkt ein Auto in der Tiefgarage – darin zwei Protagonisten, deren IQ niedriger zu sein scheint als die Raumtemperatur des Kinosaales. Als nun das Wasser beginnt in der Parkanlage zu steigen scheren sich die beiden Intelligenzbestien einen Deut darum das Auto zu verlassen. Stattdessen verharren die beiden im Fahrzeug bis es gänzlich vom kühlen Nass umschlossen ist und warten darauf das irgendwas passiert. Unverständlicherweise scheint dies eine gänzlich gute Idee zu sein. Denn im Inneren des Wagens bleibt es kuschelig warm und vor allem schön trocken (!). Und so dürfen die beiden dem Hai interessiert dabei zuschauen, wie selbiger einige erkundungsfreudige Streifzüge um das Auto und durch die Tiefgarage macht. Vermutlich wären die diversen auffällig-groben Schnitzer in der Logik halbwegs verschmerzbar gewesen, würde sich BAIT 3D nicht derart bierernst nehmen. Stattdessen rasselt Regisseur Kimble Rendall die Geschichte routiniert und trocken nach typischen 10-kleine-Negerlein-Konzept herunter und lässt dabei jeglichen Trash-Charme missen. Selbst von unfreiwilliger Komik ist in BAIT 3D kaum etwas zu spüren, was hauptsächlich daran liegen mag, dass Rendalls Haifisch-Thriller zumindest auf technischer Ebene vollends zu überzeugen weiß. Das Setting ist ansprechend. Die kontrastreichen und stylischen Bonbon-Farben zu Beginn des Filmes erinnern unweigerlich an aktuelle Musikvideos, die auf bekannten Musiksendern rauf und runter gespielt werden. Dennoch, trotz hohem technischen Standard will BAIT 3D einfach nicht zünden. Die für Haifisch-Thriller typischen Suspense-Momente bleiben aus – so wirkliche Spannung will zu keiner Minute eintreten. Dabei gibt sich Regisseur Kimble Rendall alle Mühe den Haifisch so bösartig und kaltblütig wie möglich in Aktion treten zu lassen. Er zerfetzt Unterleiber, zerkaut Gliedmaßen und frisst sich regelrecht durch das F/X-Arsenal der Spezialeffekte-Crew. Überhaupt gib sich BAIT 3D überraschend zeigefreudig und erstaunlich blutrünstig. Da treiben abgetrennte Köpfe auf hellblauen Ozeanblau und Hände werden abgesägt, um das Tier auf falsche Fährten locken zu können. Zimperlich gibt sich BAIT 3D zu keiner Minute, was den Streifen zumindest in dieser Hinsicht von den üblichen Vertretern dieses Subgenres positiv abhebt und was vor allem die Splatter-Fans unter den Horrorfilmfreunden zufriedenstellen dürfte.
 
 


 
 
 

BAIT 3D – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
BAIT 3D – HAIE IM SUPERMARKT ist eine intellektuelle Katastrophe. Nichteinmal zwei Kästen Bier würden diesen Film erträglich machen. BAIT 3D – HAIE IM SUPERMARKT ist eine einzige Enttäuschung. Die Produktion befindet sich auf einem technisch hohen Standard und doch vermasselt Regisseur Kimble Rendall (CUT auf dem Jahr 2000 mit Kylie Minogue in einer Nebenrolle) den Versuch, dem Tierhorror-Genres neue Facetten zu verleihen. Das Drehbuch zu BAIT 3D wirkt von Anfang bis Ende unfertig, die wahllosen Segmente des Films beliebig zusammengezimmert. Als Zuschauer hat man nicht nur einmal das zwanghafte Gefühl, als hätten die Autoren einige Ideen gesammelt, diese für gut befunden und wahllos in die Handlung geworfen. Da nützt es letztendlich auch nichts, wenn diese Horrorproduktion zumindest was den Gewaltpegel betrifft auf aktueller Horrorwelle mitschwimmt. Dennoch, eine handvoll gut getrickster Splatter-F/X und hübsch gefilmter Kamerafahrten machen noch lange keinen guten Horrorfilm aus. Und so ersäuft BAIT 3D in einem halbgaren Aufguss aus altbekannten Genre-Regeln, aufdringlicher Unlogik und Protagonisten, deren Handlungsbeweggründe dem normalgeistigen Zuschauer nicht einleuchten wollen.
 
 
 


 
 
 

BAIT 3D – Zensur

 
 
 
Im Film selbst fließt gehörig Blut und Körperteile werden zeigefreudig zerfressen, wobei die Kamera immer nah am Geschehen ist und die Grausamkeiten genaustens dokumentiert. Die ungeschnittene, deutsche Version wurde von der FSK bereits ab 16 Jahren freigegeben, was aufgrund der ziemlich harten Splattereffekte schon doch sehr erstaunt.
 
 
 


 
 
 

BAIT 3D – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film

 
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(c) Universum Film (Neuauflage im „2-Movies-Pack mit SHARK NIGHT

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bait; Australien 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making of, Interview mit Xavier Samuel, Interview mit Sharni Vinson, Interview mit Phoebe Tonkin, Interview mit Alex Russel, Interview mit Lincoln Lewis, Interview mit Cariba Heine, Interview mit Martin Sacks, Interview mit Adrian Pang, Interview mit Alice Parkinson, Interview mit Qi Yu Wu, Interview mit Kimble Rendall, 3D Trailer

Release-Termin: Erstveröffentlichung: 19.07.2013 / Zweitveröffentlichung im 2-Movie-Pack: 14.11.2014

 

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BAIT 3D – Trailer

 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
Ähnliche Filme:
 
 
Piranha 3DD (2012)

Shark Night 3D (2011)

2-Headed Shark Attack (2012)

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