Filmkritik: „The Final Level: Flucht aus Rancala – Spiel um dein Leben!“ (2019)

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THE FINAL LEVEL: FLUCHT AUS RANCALA – SPIEL UM DEIN LEBEN

(THE FINAL LEVEL: ESCAPING RANCALA)

Story

 
 
 
Drei (zufällig allesamt hübsche und gerne knapp bekleidete) Freundinnen wollen eine Arcade-Halle neu eröffnen und leiten, entdecken dabei aber die übernatürlichen Kräfte ihres mysteriösesten Dinosaurerspiels…

 
 
 


 
 
 

THE FINAL LEVEL – Kritik

 
 
Eine Review, deren Vorwort ich möglichst kurz halten kann: Denn man muss als Filmfan jeglicher Gengregattung schon unter einem Stein gelebt haben, um innerhalb der letzten 23 Jahre noch nicht über ein Werk der Mockbuster-Trashschmiede „The Asylum“ gestolpert zu sein, deren CGI-reichen B- bis Z-Movies die internationalen, gerne nämlich auch deutschen, Filmregale mit kuriosen Attraktivitäten füllen, die zwischen augenzwinkernder Trashunterhaltung und unerträglicher Langeweile schwanken. So bekommt jeder halbwegs im Genrebereich bewährte, oder industrieintern empfohlene Regisseur hier ein nettes Minibudget für seine möglichst an aktuelle Blockbuster angelehnten Trashwerke, die entweder dank pompös-übertriebener Cover vom nichtswissenden Filmfan gekauft werden, oder, in den letzten Jahren und mit steigendem Bekanntheitsgrad der Filmproduktionsgesellschaft wohl immer häufiger, gar dediziert vom Action und Kurzweil suchendem Asylum-Fan.
 
 
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Ein relativ aktuelles Beispiel dafür ist „The Final Level: Escaping Rancala“, der zeitgleich mit „Jumanji – The Next Level“ erschienen ist und von dem amerikanischen Regisseur, Schreiberling, Schauspieler und Produzent Canyon Prince in die Welt geschickt wurde, der sich als Regisseur vorher wohl mit mehreren Serienfolgen sowie dem durchaus gelobten Indiedrama „Hard Sun“ beweisen konnte. Erfrischend motiviert oder talentiert wirkt dieser Film hier aber deswegen noch lange nicht, was sich in 2,9 Punkten auf der imdb ausdrückt – blinder Hass versnobter, frustrierter Käufer die einen High-Budget „Jumanji“ erwartet haben, oder ein gerechtfertigtes Urteil? Finden wir es heraus:
 
 
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„10 years ago“, so informiert uns eine Texttafel, gehen zwei grottig gespielte, junge Geschwister in eine Arcade-Halle und witzeln noch herum „Don’t make me come get you!“, haha, doch zu dem Zeitpunkt ist „Jake“ natürlich längst durch das mysteriöse Spiel „Rancala“ aus der Realität gesogen worden, das zudem seinen Namen kannte. Das CGI stimmt auf die folgenden 85 Minuten Trash ein, das Intro fährt mit Retro Polygon Synthwave-Ästhetik, Datenwellen und Chiptunebeat auf, bevor wir 3 Mädels bei der Eröffnung ihrer „Retrowave Bar“ treffen, mit dem Konzept „Geek meets chic“ – natürlich genau die Location aus dem Intro, nur jetzt 10 Jahre später, inzwischen pleite, immer noch mit den selben Automaten ausgestattet. Auch wenn der Smalltalk erträglich bleibt und der Film sehr schnell zu Potte kommt, wird schnell offensichtlich dass die drei Hauptdarstellerinnen Emily Sweet, Jessica Chancellor und Tiana Tuttle alle eher für ihre Optik und Physik gecastet wurden, denn für ihr Talent. Da alle nicht spielen können, kommt zwischenzeitig durchaus sowas wie eine Chemie auf, trotzdem war es eher die Vorfreude auf das folgende Spektakel, die die ersten ~20 Minuten getragen hat.
 
 
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In der Arcadehalle geht das gesamte Licht aus und nur Rancala geht an, Jake ist noch immer als Player 1 eingeloggt, der Synthiesoundtrack startet. Relativ aus dem Nichts fangen jetzt alle noch an ein paar Shots Whisky zu kippen, bevor sie auch auf den dicken Knopf drücken und sich durch After Effects in eine andere Welt teleportieren lassen – die natürlich direkt am Strand startet, inklusive Outfitwechsel und Nahaufnahmen feuchter Décolletés. Ein einzelner, ungelenk am Strand zappelnder CGI-Hai lässt Genrefans nun direkt wohlig warm ums Herz werden, während Protagonistinnen sowie Zuschauer per Einblendung darüber informiert werden, dass wir uns in „Level 1“ befinden. Ein Mann im gelben Regenanzug rennt panisch vor etwas weg und informiert unsere ausnahmelos hübsche, junge und halbnackte Gruppe über die Spielregeln, „Jumanji“ scheint in der Filmwelt nämlich nicht zu existieren: Hier die Holokarte, da der magische Rucksack, verschiedene Teile der Karte haben verchiedene Gebiete, jedes einen Boss, besiegt den Endboss und holt eucht Jake, Feierabend. Ungefähr so komplex bleibt es im weiteren Verlauf dann auch, was den Film allerdings nicht davon abhält, in absolut nichtssagenden Dialogen auf dem Weg der Mission repetitiv durchzukauen, welche marginal geplante, simple Aufgabe unsere Heldinnen als nächstes zu bewältigen haben. Zeit für Backstories, Charaktertiefe oder generell anspruchvolles Writing wäre hier gegeben, Dialog dreht sich aber wirklich ausschließlich im Kreis sowie um die gleichen zwei Themen.
 
 
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Aber ich schweife ab, denn der auf dem Backcover der Blu-ray angeteuerte Sharknado, der unvermittelt mit seiner PS1-Animation in diesen Film kracht, stellt als erster Boss tatsächlich das Trash- und Kurzweiligkeits-Highlight dar, wird aber auch ähnlich absurd schnell abgefrühstückt, wie er aufgetaucht ist. Dafür, dass laut des Regenanzugtypen alles auf der Insel versucht, einen umzubringen, wird nun relativ plump und wenig taktisch Station nach Station abgelaufen, bis es zur Konfrontation kommt. Wären diese stets so durchgeknallt kreativ, wie der per Explosionsleuchtkugel eliminierte Sharknado zu Beginn, könnte man gar von einem erfrischend spaßigem Film sprechen, doch leider bleibt bis auf die teils malerische Umgebung und die teils immerhin halbwegs sinnvollen Outfits der Hauptdarstellerinnen alles beim gleichen von Level zu Level. Und so bestehen die Konfrontationen, sei es gegen einen fetten Neckbeard mit Rangeroutfit und Laserknarre oder tausendmal in genau diesem Design gesehene, nie genauer erklärte Kultisten/bad guys, stets aus wirklich langweilig und schlecht choreographierten Nahkämpfen mit nervigen Leuchteffekten und dem immer gleichen Sound, die weder lustig noch brutal oder spannend sind.
 
 
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Ein unerwarteter Kill erklärt recht amüsant die „Jeder hat 3 Leben-Regel“, auch gibt es später in den „Dark Woods“ ein punktuell überraschend atmosphärisches Setdesign und wirkliche Langeweile will zwischen ansprechenden Umgebungsaufnahmen, Kills mit Wilhelm-Scream und schlecht getricksten Speed-Upgrades mit Unschärfe und peinlichem Videospieleffekt auch nicht aufkommen – doch unironisch, also auch nur als nicht zu belächelnde, sondern schlichtweg unterhaltsame Kost, passt hier nur ziemlich wenig.
 
 
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Die Requisiten sehen meistens aus wie aus dem Halloweenfest eines Vergnügungsparks, Trash-Highlight ist definitiv die grauenhafte Performance von Taylor Behrens, der als König ganz furchtbar gequält versucht seinen Catchphrase „Because I am the king!“ möglichst laut in die Kamera zu brüllen und dabei von den Darstellern ähnlich verdutzte Reaktionen erntet, wie vom Zuschauer. Nach dieser amüsanten Performance folgt nur leider der Tiefpunkt des Films, da eine genau jetzt etablierte Gefangene nun noch in einer ewigen Dialogszene, die wirklich nicht enden möchte, viel zu spät versucht eine Backstory und Erklärung zu liefern, die wirklich niemanden interessiert. Das überstanden, wird man nun immerhin mit einer netten 2,5D-Actionszene „belohnt“, die das Beat-em-up/Brawler-Genre annehmbar adaptiert und an eine schlechtere Version von Kung Fury erinnert – Standardkost der 2000er auf Youtube, hier das Finale des Films. Trotz Mortal Kombat-Anspielung bleibt es dabei natürlich erneut harmlos und unblutig, eine weitere viel zu lange Dialogsszene mit Backstory und ein paar CGI-Flammen, dann werden sowohl Charaktere und Zuschauer wieder in die normale Welt entlassen, nicht ohne kurz vor den Credits aber noch ein sehr merkwürdig spezifisches und unausgereiftes Konzept zu präsentieren, für das man sich noch ein letztes Mal verwundert an den Kopf fassen kann.
 
 
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Was bleibt zu dieser Fließband-Asylum-Standardproduktion noch groß zu sagen? Es gibt schlechtere sowie bessere Werke der Jungs und Mädels, ich habe mich schon deutlich schlimmer gelangweilt, – wenn auch selten so sehr, wie bei der endlosen Erklärbärszene im dritten Akt – aber auch schon deutlich besser unterhalten gefühlt. Der Cast ist hübsch aber wahlweise untalentiert oder nie gefördert, die Entscheidungen sind teils merkwürdig und abstrus, in einer Welt von 6-Headed-Shark-Attacks etc. aber nicht weiter der Rede wert. Weder für den reinen Trash, noch die Action und Kurzweil, noch den groben „Parodie“ bzw. „Kopie“-Gehalt zum Original, noch für die Erotik oder Obskurität kann ich „The Final Level“ wirklich empfehlen, aber Asylum-Sammler oder Trash-Fans haben sicherlich schon deutlich anstrengendere, beleidigendere und langweiligere Filme ertragen müssen. Hübsch beleuchtete Aufnahmen der farbenfrohen Arcade-Halle vertrösteten dabei mehr, würde der Film nicht größtenteils in nichtssagenden Wäldern und an generischen Stränden spielen.
 
 


 
 
 

THE FINAL LEVEL – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Hirnloser Low-Budget-Jumanji-Abklatsch mit etwas Eyecandy und ein paar amüsant wilden Ideen. Unterdurchschnittlich, aber nicht weiter enervierend.
 
 


 
 
 

THE FINAL LEVEL – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „The Final Level: Flucht aus Rancala – Spiel um dein Leben!“ wurde von der FSK in der ungeschnittenen Fassung mit einer FSK16 freigegeben. Trash-Filmfans und Liebhaber von The-Asylum-Gurken können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

THE FINAL LEVEL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Final Level: Escaping Rancala; USA 2019

Genre: Action, Trash, Abenteuer, Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 22.05.2020

 

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THE FINAL LEVEL – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sharknado – Genug gesagt! (2013)
 
Stay Alive (2006)
 
2-Headed Shark Attack (2012)
 
6-Headed Shark Attack (2018)
 

Filmkritik: „Bullets of Justice“ (2019)

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BULLETS OF JUSTICE

Story

 
 
 

In der Zukunft regiert eine Kreuzung aus Mensch und Schwein die Welt. Nur noch wenige Menschen sind übrig, um sich gegen diese Wesen zur Wehr zu setzen.

 
 
 


 
 
 

BULLETS OF JUSTICE – Kritik

 
 
 
Trash kann eine schöne Sache sein – Einfach abschalten und sich von Schwachsinn berieseln lassen. Das funktioniert aber leider nicht immer. Wenn Trash dermaßen doof ist, dass er eher peinlich wirkt, als amüsant, dann wird es schwer mit dem Genuss. Und leider gehört „Bullets of Justice“ genau zu dieser Marke, dem peinlichen Trash.
 
 
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Im dritten Weltkrieg wurden Schweine mit Menschen gekreuzt, um daraus den Supersoldaten zu erschaffen. Dies ist gelungen, doch viele Jahre später hat diese Rasse namens „Muzzles“ die komplette Kontrolle übernommen. Der Mensch steht auf ihrem Speiseplan und es ist nicht mehr viel übrig von der Menschheit. Eine Gruppe Überlebender hält sich in einem Atombunker versteckt. Unter ihnen befindet sich auch Rob Justice, ein Kopfgeldjäger und scheinbar die letzte Hoffnung für die Menschheit. Er soll das Mutterschwein finden und damit alle retten.
 
 
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Die Ausgangssituation klingt schon mal wahnsinnig bekloppt, doch daraus hätte man echt etwas machen können. Hier und da lässt sich auch mal eine kleine Idee finden, die recht kreativ wirkt, doch ein Großteil des Drehbuches ist wirklich einfach nur dumm. Die Einfälle wirken so doof, dass sie ihren Zweck verfehlen. Ein Mädel mit einem Schnäuzer, seltsame Visionen mit einem männlichen Model, Kreaturen, die ihren Arsch am Kopf haben und dann passenderweise „Asshole“ heißen. Solche Ideen machen keinen Spaß, weil sie gänzlich willkürlich eingebaut wurden und überhaupt keinen Zweck verfolgen. Guter Trash lässt sich nicht einfach so erschaffen – Da muss schon Herzblut erkennbar sein. „Bullets of Justice“ lässt solches spürbar vermissen und bietet am Ende noch einen Twist, der dermaßen an den Haaren herbeigezogen ist, dass es weh tun möchte. Allgemein gelingt es dem Werk nicht ansatzweise eine einigermaßen funktionierende Dramaturgie aufzubauen. Hier will einfach nichts funktionieren.
 
 
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Dass mit Danny Trejo geworben wird, sollte klar machen, wie verzweifelt man versuchen musste, irgendwelche Interessenten zu finden, denn Trejo ist eine echte Mogelpackung. Er hat vielleicht zwei Minuten Screen-Time und diese dann auch noch in einer völlig belanglosen Rolle. Abgeschossen wird der Vogel aber erst durch Timur Turisbekov in der Hauptrolle. Er stellt eine Totalkatastrophe dar, besitzt null Charisma und leiert seine Rolle dermaßen lustlos herunter, dass einem als Zuschauer jegliche Freude vergeht. Doch auch alle anderen Darsteller sind überhaupt nicht gut. Lediglich Doroteya Toleva als Frau mit Schnäuzer ist noch einigermaßen erträglich. Hinzu gesellt sich die Tatsache, dass „Bullets of Justice“ nicht mal im O-Ton gut anhörbar ist, weil hier oftmals ein doch recht schlechtes Englisch gesprochen wird. An eine Figurenzeichnung ist übrigens nicht zu denken. Die Charaktere sind qualvoll belanglos und bleiben stets langweilig. Zwar hat man hier versucht eine Art der Coolness zu entwickeln, doch dieser Versuch ist grandios gescheitert.
 
 
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Wenn man nun gute Punkte an „Bullets of Justice“ finden möchte, dann wird man am ehesten in der handwerklichen Umsetzung fündig, was noch lange nicht heißt, dass der Film gut gemacht wurde. Regisseurin Valeri Milev kennt man vielleicht durch „Wrong Turn 6“, aber ansonsten wohl auch eher nicht. Es gibt tatsächlich ein paar ganz schicke Kamerafahrten und sogar ein paar Schauwerte, mit denen so nicht unbedingt zu rechnen war. Außerdem sind die Masken nicht gerade schlecht. Die Effekte gehen von unterirdisch bis solide und wenn mal gesplattert wird, stammt sogar nicht alles Blut aus dem Computer. Die Optik ist soweit ebenfalls in Ordnung und die apokalyptische Welt wurde gar nicht mal so schlecht dargestellt. Ein wenig Qualität versteckt sich hinter der Umsetzung also tatsächlich und trotzdem bringt dem Film das kaum etwas. Dafür ist das Treiben nämlich einfach zu öde. Die Actionszenen sind meist schnell vorbei, Spannung entsteht sowieso keine und wenn es Humor gibt, dann ist dieser einfach nur geschmacklos. Die letzten 20 Minuten setzen der Peinlichkeit die Krone auf und obwohl „Bullets of Justice“ nur 75 Minuten Laufzeit besitzt, zieht er sich in die Länge. Auf jeden Fall ist man froh, wenn dieses Treiben ein Ende gefunden hat.
 
 
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BULLETS OF JUSTICE – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
„Bullets of Justice“ ist nicht mal aus Trash-Sicht empfehlenswert. Es wird vielleicht ein paar Zuschauer geben, die an den peinlichen Ideen ihre Freude haben, aber selbst unter dieser Prämisse bietet der Streifen nicht genug. Es gibt im Endeffekt nicht mal wirklich viel Splatter, selbst wenn der Film nicht harmlos ist. Zusätzlich sollte man sich nicht auf Trejo freuen, denn der ist vernichtend wenig mit dabei und die restlichen Darsteller geben eine ziemlich unterirdische Darbietung von sich. Die Grundprämisse der Story mag noch schön doof klingen, doch man hat daraus kaum etwas gemacht. So schaut man 75 Minuten gänzlich unsympathischen Charakteren zu, die man sofort nach dem Schauen wieder vergessen hat. Zum Glück bleibt auch die Frage nach dem Sinn nicht lange im Gedächtnis, denn dafür ist „Bullets of Justice“ einfach zu belanglos. Nur weil das handwerklich teilweise eine gewisse Qualität besitzt, bleibt die Totalkatastrophe aus, aber viel hat zu dieser nun wirklich nicht gefehlt!
 
 
 


 
 
 

BULLETS OF JUSTICE – Zensur

 
 
 
„Bullets of Justice“ lief bereits im Oktober 2019 auf dem Obscura Film Festival in Berlin. Der Film hat einige sehr krude Szenen zu bieten. Man darf mit einer ungeschnittenen Erwachsenenfreigabe rechnen – sollte der Film hierzulande veröffentlicht werden.
 
 
 


 
 
 

BULLETS OF JUSTICE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Black Mandala)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Operation Overlord (2018)
 
Turbo Kid (2015)
 
Drifter – Live in Fear (2016)
 

Filmkritik: „Killer Sofa – Nimm gerne Platz“ (2019)

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KILLER SOFA – NIMM GERN PLATZ

(KILLER SOFA | MY LOVER, MY LAZY BOY)

Story

 
 
 

Ein Sitzmöbel führt plötzlich ein Eigenleben und bringt Unheil über den Besitzer.

 
 
 


 
 
 

KILLER SOFA – Kritik

 
 
 
Das Horrorkino ist vielfältig und abwechslungsreich. Neben harten, kontroversen, anspruchsvollen und unheimlichen Beiträgen bietet das Genre auch gut und gerne mal Abwechslung durch Selbstironie und Humor. Da werden immer öfter Horrorfilme gedreht, die sich partout nicht ernst nehmen wollen und mit absurden Ideen locken, für die man mehrere Liter Alkohol intus gehabt haben muss, um diese auf Papier kritzeln zu können. Mittlerweile ist die Liste durchgeknallter Filmspäße lang. Darauf befinden sich Horrorkomödien in denen nicht nur Tomaten, Kühlschränke oder Donuts zu aggressiven Killermaschinen umfunktioniert werden. Auch fliegende Haifische, mordende Weihnachtsbäume oder boshafte Lebkuchenmänner sind im Horror-Genre keine Seltenheit mehr. Trashfilmliebhaber und Fans von Nischenfilmen geben uns da recht.
 
 
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Der nächste Blödsinn steht nun in den Startlöchern. Der kommt diesmal aus Neuseeland und durchforstet die Lagerregale bekannter Möbelhäuser nach möglichen Einrichtungsgegenständen, die dem Besitzer das Leben zu Hölle machen können. Hängen geblieben ist man da bei S wie Sofa. Letzteres wird nun zum Killer-Möbel deklariert und soll Menschen nach dem Leben trachten. So ganz neu ist die Idee aber nicht. Vor einiger Zeit hatten wir hier ähnlichen Low-Budget-Spaß besprochen. Der schimpfte sich BED OF THE DEAD und erzählte die Geschichte eines besessenen Holzbetts, das sich an Menschenblut labte. Genau gleiches Prinzip verfolgt nun KILLER SOFA, der mit seiner skurrilen Idee immerhin für Aufmerksamkeit unter Horrorfilmjüngern sorgte und sich deshalb auf der ein oder anderen Filmvormerkliste befinden dürfte. All jene bekommen nun aber schnell einen Dämpfer. KILLER SOFA sieht zwar auf den ersten Blick ganz brauchbar aus, ist aber bei genauerer Betrachtung weit entfernt vom neuen Trash-Hit. Wir sagen Euch warum.
 
 
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Kein Sofa, sondern eher ein diabolischer Sessel mit Augen. In KILLER SOFA dreht sich alles um die Tänzerin Francesca. Die hat mehrere Verehrer, die der attraktiven Brünetten oft mal etwas zu nahe rücken. So auch ein Stalker von dem man plötzlich Körperteile findet und die Polizei vor Rätsel stellt. Doch damit nicht genug. Francesca gönnt sich den Luxus eines neuen Sessels. Der wird geliefert und beginnt plötzlich ein Eigenleben zu führen. Die ersten Morde stempelt man noch unter Unfall ab. Doch bald schon häufen sich die seltsamen Umstände. Da kommt ein Bekannter der Tänzerin auf den richtigen Pfad. Der ist fest davon überzeugt, dass das Möbel von einem Dibbuk besessen ist – einem, nach jüdischen Volksglauben bösen Totengeist.
 
 
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Ernster als gedacht – aber nicht unbedingt gut. KILLER SOFA verfügt zwar über eine ungewöhnliche Filmidee, ist aber reichlich zäh. Nach blutigem Auftakt quält sich der Streifen mit dem Erzählen seiner Geschichte. Wir bekommen sonderbare Figuren vor die Linse und natürlich auch das Sitzmöbel aus dem Trailer. Irgendwie will aber beides nicht zu einem homogenen Ganzen finden. KILLER SOFA hat Anlaufschwierigkeiten und braucht angesichts der ohnehin schon knappen Laufzeit von 75 Minuten einfach zu lange, um mal überhaupt eine Richtung zu finden. Dass da kaum Spannung entsteht, liegt auf der Hand. Der neuseeländische Filmemacher BERNIE RAO hat hier ein eigenes Drehbuch verfilmt, dem es an Feinschliff fehlt. Die Ereignisse dümpeln vor sich hin, die Protagonisten wirken unnahbar, schwarzer Humor ist überschaubar und nach richtigen Höhepunkten sucht man vergebens. Weil auch noch übertriebener Splatter fehlt, der die Geschehnisse ins Absurdum treiben könnte, versinkt KILLER SOFA schnell in der Bedeutungslosigkeit. Nee, das war nichts – die überwiegend negativen Bewertungen im Filmportal IMDB deuten darauf hin, dass es vielen anderen Zuschauern wohl genauso erging wie uns.
 
 
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KILLER SOFA – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Nix mit gaga und so furchterregend wie auf dem Poster erst recht nicht. Auch wenn sich der Plot über ein mordendes Möbelstück total bescheuert liest, KILLER SOFA enttäuscht. Hier wird viel Potenzial verschenkt, um sich den Preis für den besten Trash-Horror 2019 sichern zu können. Außer der Tatsache, dass hier ein Sitzmöbel von einem Geist besessen ist und Menschen ermordet, fehlt es KILLER SOFA an ausgefallenen Ideen, um den Zuschauer bei Laune halten zu können. Wo sind die ausufernden Splatter-Späße? Wo die für diese Art von Filmen obligatorischen Lacher? Beides Mangelware. Stattdessen zu viel Low-Budget und Belanglosigkeit. Wer gerne sehen möchte, wie ein paar Filmpraktikanten ein Möbel hin- und herschieben, sodass man meinen könnte, es bewege sich von selbst, wird mit KILLER SOFA so seinen Spaß haben. Wer hier Trash-Irrsinn im Stile eine SHARKNADO erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt. KILLER SOFA ist zäh, unwitzig und langweilig obendrein. Erst im Finale passiert endlich mal was. Da hat man schon Besseres aus Neuseeland aufgetischt bekommen. Zumindest hat dort der große PETER JACKSON mit Horror-Trash den Weg ins Filmbusiness geschafft. Der drehte in Neuseeland mit gerade einmal 30.000 NZD den abgefahrenen BAD TASTE und schrieb damit Horrorfilmgeschichte. Von so was kann KILLER SOFA-Regisseur BERNIE RAO nur träumen. Übrigens hieß der Film anfangs noch ganz anders. Weil der ursprüngliche Titel MY LOVER, MY LAZY BOY wenig aussagekräftig erschien, taufte die Verleihfirma den Film einfach in KILLER SOFA um. Irreführend – vor allem auch deshalb, weil es im Film gar kein mordendes Sofa zu sehen gibt. Ob sich die Leute vom Verleih diesen Film überhaupt je angesehen haben?
 
 
 


 
 
 

KILLER SOFA – Zensur

 
 
 
KILLER SOFA hat ein paar blutige Szenen zu bieten. Ausufernde Gewalt oder übertriebene Splattereinlagen sucht man aber vergebens. Die zelebrierten „Gemeinheiten“ bewegen sich in einem FSK16-Rahmen. Die hat KILLER SOFA auch in Deutschland erhalten.
 
 
 


 
 
 

KILLER SOFA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Daredo | Soulfood (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Killer Sofa; Neuseeland 2019

Genre: Horror, Trash

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Kinotrailer

Release-Termin: 20.03.2020

 

Killer Sofa – Nimm gerne Platz… [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

KILLER SOFA – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei High Octane Pictures | Mad Kiwi Films | Daredo | Soulfood)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Attack of the Killer Donuts (2016)
 
Der Kühlschrank (1991)
 
Angriff der Killertomaten (1978)
 
Sharknado – Genug gesagt! (2013)
 
Rubber (2010)