Filmreview: „Area 407“ (2012)

"Tape 407" (2012) - Filmposter / Filmreview und Filmkritik auf Filmchecker
 
 
 

AREA 407

Story

 
 
 
Es ist der letzte Tag des Jahres und einige Passagiere befinden sich auf dem Neujahrsflug von New York nach Los Angeles. Kurz vor der Jahreswende ist die Stimmung heiter und spritzig, bis das Flugzeug jedoch plötzlich in Turbolenzen gerät und abstützt. Kaum den Absturz verarbeitet finden sich die Überlebenden zusammen, um die Lage zu ergründen. Nach ersten fehlgeschlagenen Notfunkrufen stellen Sie schnell fest, dass sie sich auf einem riesigen Testgelände des amerikanischen Militärs befinden auf dem mysteriöse Versuche mit prähistorischen Wesen durchgeführt werden.
 
 
 


 
 
 

AREA 407 – Kritik

 
 
 
Und wieder ein Found-Footage-Film!!!
 
Alteingesessene Horrorfilmkenner werden vermutlich allein bei der Nennung dieses Subgenres entsetzt die Hände über den Kopf zusammenschlagen, wurde keine anderes Subgenre in letzter Zeit mit derart schlechten Filmumsetzungen beehrt, als das ungnädig geschundene Found-Footage-Genre. Schien zuletzt der traurige Tiefpunkt mit dem Mutanten (?)-Thriller EVIDENCE (2011) erreicht, dürfen sich Filmfreunde nun jedoch eines Besseren belehren lassen. Die aktuelle Produktion AREA 407 legt die Latte in punkto „wirklich mieser Wackelcam-Thriller“ deutlich höher. Denn hier stimmt einfach rein gar nichts mehr. Was vor einigen Jahren noch weltweit als vollkommen neuen Art des filmischen Erzählens gefeiert wurde, wirkt jetzt nach unzähligen arttypischen Werken einfach nur noch fad, ausgelutscht und uninspiriert. Dabei haben die Filmemacher bisher alles pseudo-dokumentarisch aufbereitet, was der Horrorfilm hergab. Ob schreckliche Seuchen-Epidemie ([REC]), bei der der Zuschauer unfreiwilliger Zeuge des grausigen Ausbruchs einer Krankheit wurde oder mysteriöse Schnitzeljagd (TROLL HUNTER), die den Filmfreund eindrucksvoll vermitteln wollte, dass irgendwo in den Wäldern Norwegens noch Trolle existieren sollen; das Found-Footage-Genre hat bewiesen, dass es trotz Mangel an linearer und gleichbleibend-hochwertiger Kameraführung spannend (CHRONICLE, CLOVERFIELD, DIARY OF THE DEAD) unterhalten aber auch ordentlich viel Quark (EVIDENCE, THE AMITYVILLE HAUNTING, AREA 407) hervorbringen kann. Da nun bereits alle erdenklichen Horrorthemen mittels Wackelkamera-Stils abgehandelt wurden, dachte sich Regisseur DALE FABRIGAR neue Wege gehen zu müssen. Statt auf Zombies, Aliens, Geister und Serienkiller zu setzen, lässt er einfach ein Flugzeug mitsamt Besatzung in einer recht schlechten Kopie des berüchtigten JURASSIC PARK (1993) abstützen, in welcher die Überlebenden nun um ihr Leben winseln dürfen. Gut gedacht, nur grottenschlecht umgesetzt. Gewinselt wird wahrlich ausgiebig, von hungrigen Dinosauriern ist jedoch weit und breit keine Spur zu sehen, wobei dies das eigentlich Problem dieses Möchtegern-Schockers ist. Führt man sich die eigentlich recht vielversprechende Inhaltsangabe vor Augen liebäugeln Filmfreunde eigentlich mit ordentlich schweißtreibender Horrorkost, die köstlich zu unterhalten weiß und mit bösartigem Gekrösel gefällt. Die Umsetzung ist jedoch alles andere als unterhaltend und schweißtreibend, zumindest im Bezug auf waschechten Horror. Die Überlebenden laufen von Flugzeugfrack in eine Lagerhalle, von der Lagerhalle zurück zum Flugzeugfrack und vom Flugzeugfrack in die unendlichen Weiten trostloser Wiesenlandschaften. Es wird geschrien, geweint und gewimmert. Und ja, das ist alles herrlich schweißtreibend-schlecht und schweißtreibend-belanglos. Einen wirklich roten Faden durchzieht die Geschehnisse in AREA 407 dabei leider zu keiner Minute. Die Charaktere bleiben farb- und gesichtslos und wissen allein nur durch permanentes Nerven auf sich aufmerksam zu machen. Aufgrund der Masse an Protagonisten, die allesamt recht oberflächlich skizziert werden, gelingt es dem Film nur selten sich überhaupt auf einige zu konzentrieren. Damit der Zuschauer zumindest halbwegs Überblick über die Gegebenheiten verschaffen kann, werden die Charaktere auf bekannte 10-kleine-Negerlein-Art von irgendetwas Unbekannten ausradiert, mit roter Farbe bespritzt und einfach leblos in der Landschaft verteilt. Als erfahrener Filmfreund kann man nicht leugnen, dass das zumindest halbwegs Trash-Charme besitzt und für einige unfreiwillige Lacher sorgt. Dennoch, AREA 407 wartet mit gähnender Langeweile auf. Zugegeben, der Flugzeugabsturz weiß in seiner recht simplen Inszenierung zu gefallen, der Rest dieses stümperhaft-dilettantischen Werkes ist nicht der Rede wert. Effekt-Sequenzen gibt es im Film seltsamerweise keine zu sehen (wenn man einmal die zwei Sekunden kurz vor Filmende außen vor lässt). Sprich, der Zuschauer kann nur vermuten von was die Überlebenden angegriffen und verfolgt werden. Erst nachdem einige schlaue Hobbypfadfinder im Sand seltsame Ei-ähnliche Gebilde vorfinden, scheint für den Zuschauer klar in welche Richtung dieser Nonsens letztendlich führen wird.
 
AREA 407 ist mies und eine waschechte Mogelpackung noch dazu. Ein absolut belangloses Machwerk, dass den Zuschauer einzig nur kostbare Lebenszeit raubt und den diversen Billig-Schund-Filmen aus dem Hause ASYLUM in Sachen Dilettantismus meilenweit voraus ist. Wirklich viel passiert in diesem unwichtigen Film nie. Es wird gelaufen, geschrieben und geheult. Die Überlebenden irren ziel- und planlos durch das Filmset und drängen den Zuschauer mit ihren Zickereien und all dem belanglosen Gefasel an die Grenze des Wahnsinns. Die Kameraführung ist zudem derart dreist und unerträglich, dass der Horrorfreund bereits nach nur wenigen Minuten die Orientierung über die Geschehnisse und Schauplätze verlieren dürfte. Vermutlich ebenso orientierungslos schien Regisseur DALE FABRIGAR, dem nach dem unfreiwilligen Absturz des Flugzeuges das Drehbuch irgendwie vollkommen aus den Händen entglitt sein muss. Als interessierter Filmfan mag man oftmals das Gefühl nicht loswerden wollen, als würden die wenigen Darsteller vor der Kamera mehr schlecht improvisieren, um AREA 407 halbwegs auf Spielfilmlänge zerren zu können.
 
 
 


 
 
 

AREA 407 – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
Dreist, langweilig und unspektakulär – Der Trailer verspricht mehr als der Film überhaupt zu bieten hat!
 
 
 


 
 
 

AREA 407 – Zensur

 
 
 
Im Film wird keine explizite Gewalt gezeigt. Oftmals liegen die „Opfer“ einzig rot bemalt in der Landschaft verstreut, oder besitzen Verletzungen durch den Flugzeugabsturz. Eigentlich hätte der Film bedenkenlos mit einer FSK12-Freigabe die FSK passieren können. Diese hat sich jedoch dazu entschieden AREA 407 erst Jugendlichen zugänglich zu machen, die das 16. Lebensjahr erreicht haben. Die deutsche Fassung trägt erstaunlicherweise einen roten KEINE JUGENDGFREIGABE-Flatschen, was vermutlich am Bonusmaterial liegen muss.
 
 
 


 
 
 

AREA 407 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
area407bluray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Tape 407; USA 2012

Genre: Horror, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch+Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Original Kinotrailer, Trailershow mit 10 weiteren Filmen

 
 
 
MAD DIMENSION wertet den Found-Footage-Thriller jetzt auch endlich in Deutschland auf DVD und Blu-ray aus. Fans der Wackelkamera-Filme wird das freuen, wobei die hiesige Veröffentlichung leider nur bedingt Freudensprünge verursacht. Das Bild geht für einen Film dieser Art in Ordnung, wobei HD-Feeling im Found-Footage-Genre wohl schlichtweg ausgeschlossen werden kann. Freunde dieser Filmgattung wird das wohl kaum daran hindern AREA 407 nicht trotzdem sehen zu wollen. Die Synchronisation ist ziemlich durchwachsen ausgefallen. Laiensynchronsprecher und Profisprecher geben sich die Klinke. Aber auch bei den Extras macht sich Ernüchterung breit. Bis auf einen Trailer zum Film betreibt MAD DIMENSION mit satten zehn Clips anderer Filme aus dem Programm Eigenwerbung. Immerhin kommt auch dieser Titel in einer schicken, schwarzen Amaray daher, was vermutlich bei bisher allen Veröffentlichungen aus dem Hause MAD DIMENSION der Fall gewesen ist. Ein Wendecover gibt’s auch noch – das war´s dann aber auch schon. Ob die Anschaffung einer Blu-ray für diesen Film ratsam ist, sollte jeder Filmfan selbst für sich entscheiden. Wir sind der Meinung, dass die kostengünstigere DVD-Version bei diesem Film vollkommen ausreichen dürfte. Achja: wer begleitende Untertitel zum Film sucht, schaut leider dumm aus der Wäsche.
 
 

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AREA 407 – Trailer

 
 


 
 

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Filmreview: „The Tunnel“ (2011)

 

 

 

 

 

 

Nachdem in den unterirdischen Tunnelsystemen Sydneys des öfteren Menschen verschwinden oder verstört wieder auftauchen, will ein 4köpfiges Journalisten-Team der Sache auf dem Grund gehen.

Ausgerüstet mit Kameras und Mikrophonen machen sie sich, trotz aller Warnungen, auf dem Weg die Reportage ihres Lebens zu filmen und begeben sich illegal in das riesige Tunnellabyrinth.

Kaum dort angekommen scheint die 4 etwas Seltsames zu verfolgen.

Doch bevor die Freunde realisieren kann in welcher misslichen Lage sie sich befinden, ist es auch schon zu spät.

 

 

1998 gelang es einige Filmfans mit ihrem eigenwillig gefilmten „The Blair Witch Project“ frischen Wind in das doch arg eintönig geworden phantastische Filmgenre zu fegen.

Mit ihrem pseudodokumentarischen Filmstil schufen sie für viele nachfolgende engagierte Filmschaffende die Grundlage für kreative Filmideen und Filmumsetzungen.

Ganz im Stil von „The Blair Witch Project“, „[Rec], oder dem aktuellen „Troll Hunter“ kommt nun auch  „The Tunnel“ daher, wobei man das aktuelle Geschehen immer einzig aus der Perspektive des Filmenden verfolgen darf.

Die Umsetzung gelingt „The Tunnel“ mit seiner orientierungslosen Flucht der Darsteller durch die engen Flure und Gänge des riesigen Tunnelkomplexes erstaunlich gut. Selten hatte ich während einer „Filmsichtung“ derart beengendes und klaustrophobisches Gefühl. Jedoch, bis es wirklich richtig zu Sache geht vergehen geschlagene 40 Minuten. 40 Minuten, die der Film für eine ausführliche Einleitung benötigt (war schon kurz davor abzuschalten). Dabei kommen diverse Beteiligte, Zeugen und Überlebende zu Wort und schildern wichtige Fakten. Das ist zwar alles gut gemeint, zieht den Film aber arg zäh in die Länge.

Nach etlichen Vorbereitungen geht es dann schließlich hinab in das Tunnelsystem. Und ja, ab da wird es wirklich interessant und bietet dem Zuschauer letzte 30 Minuten Hochspannung.

Die 4 Freunde beginnen erwartungsvoll das Labyrinth zu erkunden. Dabei kommt es dem Film weniger zugute, dass richtig fiese Spannungsmomente immer wieder durch das Einblenden von Interviewfetzen zerstört werden.

Trotzdem, das seltsame Wesen im Tunnel entschädigt letztendlich alles. Tricktechnisch ist das Ding trotz Doku-Stil derart grotesk und creepy ausgefallen, dass man dem Film all seine Fehler verzeihen möchte.

Dabei spielt „The Tunnel“ so gekonnt mit diversen filmischen und stilistischen Mitteln, dass diese den Zuschauer nur erahnen lassen, um was es sich bei dem Ding überhaupt handeln könnte. Immer dann, wenn man glaubt das Wesen ungehindert durch die Augen der Kamera beobachten zu können, kann man eigentlich rein gar nix erkennen, da der Kameramann vor lauter Angst zittert.

Das hört sich zwar jetzt problematisch an, ist es aber eigentlich nicht, weil dadurch die recht angespannten und beängstigende Atmosphäre des Film nur verstärkt wird.

Schade nur, dass nicht geklärt wird, woher das Wesen gekommen ist, oder was es eigentlich darstellen soll.

Leider kann „The Tunnel“ das Spannungsniveau kurz vor Ende nicht mehr halten, dann da wird ausschließlich „Blair Witch“ – typisch gerannt, geheult und geschrieen und ganz ehrlich, das nervt dann auf die Dauer ungemein.

 

Schlussendlich finde ich es aber dennoch mutig seitens Paramount Pictures „The Tunnel“ erst gar nicht ins Kino zu bringen, sondern allen Filmfreunden legal in sämtlichen Tauschbörsen zum download anzubieten.

Allein durch den Verkauf von DVDs / Blu-rays, diversen Fanartikeln und Werbekram soll die Finanzierung gesichert werden. Find ich zumindest lobenswert – hoffentlich ziehen in Zukunft auch andere Produktionsschmieden nach. Denn wenn ein Film gut ist, die Ausstattung und die Verpackung stimmen, werden sich sicher einige Filmsammel-Freunde finden, die das angebotene Produkt kaufen würden.

Abschließende Info an alle Gorehounds: der Film bietet kaum Gewalt. Dürfte demnach in Deutschland mit einer FSK16er Freigabe erscheinen.

 

Fazit 6,5/10 Punkte

 

Nach einem zähen Beginn wird es ab Filmmitte recht „creepy“ und unheimlich. Einzig die unruhige Kameraführung und das panische Umhergehetze der Protagonisten nervt kurz vor Ende, da man kaum erkennen kann, vor was die Charaktere davonlaufen. Dennoch, für ein kleines Indi-Werk trotzdem sehenswert! Ein Deutscher Release steht noch aus!

 

Hellraiser80