Filmkritik: „Tiger House“ (2015)

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TIGER HOUSE

Story

 
 
 
Vier Einbrecher legen sich mit einem Teenager an, der den ungebetenen Besuchern eine Lektion erteilt.
 
 
 


 
 
 

TIGER HOUSE – Kritik

 
 
 
Nicht schon wieder ein Home-Invasion-Thriller. Die wurden seit der Mediensatire FUNNY GAMES ziemlich zahlreich fürs Heimkino produziert und spielen mal mehr, mal weniger drastisch mit den Urängsten des Zuschauers. So verwandelt sich in den meisten dieser Werke das eigene Zuhause zur gnadenlosen Todesfalle, weil sich Fremde Zutritt verschaffen, um ihre Lust am Quälen befriedigen zu können. Nicht ganz so heftig geht es in TIGER HOUSE zu. Hier versuchen Einbrecher Lösegeld zu erpressen, haben aber nicht mit der Raffinesse eines mutigen Teenagers gerechnet. Der bewegt sich wie eine Raubkatze unbeobachtet durch die verwinkelten Räume einer Villa und schlägt die Eindringlinge am Ende – im wahrsten Sinne des Wortes – mit den eigenen Waffen. Der nicht uninteressante Thriller geht auf das Konto des noch unbekannten THOMAS DELAY, welcher bisher nur Kurzfilme gedreht und mit TIGER HOUSE quasi den ersten Langfilm inszeniert hat. Ein solider Start ins Filmgeschäft, der nichts Großes ist, aber immerhin kurzweilige Momente beschert.
 
 
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TIGER HOUSE erzählt die Geschichte der smarten Kelly (verkörpert von KAYA SCODELARIO aus THE MAZE RUNNER), die den Liebsten (DANIEL BOYD) zum 18. Geburtstag überraschend möchte. Weil dessen wohlhabende Eltern nicht gut auf das Mädchen zu sprechen sind, schleicht sich der Teenager durch das Fenster ins Zimmer ihres Freundes und beichtet ihm von der bevorstehenden Schwangerschaft. Logischerweise ist die Freude nicht sonderlich groß. Doch für überschwängliche Predigten bleibt keine Zeit. Vier skrupellose Gestalten brechen in das Anwesen ein und nehmen die Familie gefangen. Sie wollen Lösegeld erpressen, bemerken aber die verängstigte Kelly nicht, die in letzter Minute unter das Bett ihres Freundes kriechen konnte. Nun versucht sie einen Ausweg zu finden. Doch der Weg hinaus ist voller Gefahren.
 
 
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Dass Newcomer THOMAS DELAY noch etwas grün hinter den Ohren ist, fällt im unausgereiften Inszenierungsstil auf. TIGER HOUSE bremst sich spannungstechnisch oft selbst aus, denn immer wieder werden die packenden Fluchtversuche der Hauptdarstellerin durch unnötige Dialoge zwischen den Einbrechern unterbrochen. Die haben nicht Gutes im Sinn und wurden mal wieder mit schablonenhafter Charakterentwicklung gesegnet, damit das Szenario bedrückender wirkt, als es eigentlich ist. So musste unter den Bösewichten auch ein Frauenschänder gemischt werden, was mittlerweile im Home-Invasion-Genre irgendwie zum Standard gehört. Im Falle von TIGER HOUSE ist das ED SKREIN. Der spielt hier einen verhaltensauffälligen Psychopathen, der leider etwas einseitig denkt. Statt nicht aufzufallen und die geplante Erpressung im Auge zu behalten, kommt ihm partout nichts anderes in den Sinn, als an hinterhältigen Geiselmissbrauch und kaltblütiges Morden zu denken. Dass der für sein krankes Verhalten am Ende mit dem Tod bestraft werden muss, liegt auf der Hand – so sind schließlich die Gesetze im Horrorfilm.
 
 
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Trotz klaustrophobischem Katz- und Mausspiel hat TIGER HOUSE ein großes Problem. Das liegt in der Glaubwürdigkeit seiner Protagonisten. Die handeln teils derart dämlich und unvorsichtig, dass Fluchen nicht ausbleiben dürfte. So flitzt die minderjährige Heldin wieder zurück in die Festung des Bösen, nachdem sie sich einen Weg in die Freiheit bahnen konnte. Auch die Einbrecher handeln unklug, legen Feuer im Haus und ziehen damit die Aufmerksamkeit der Gesetzeshüter und Nachbarn auf sich. Wer Filme mit unerwarteter Auflösung bevorzugt, ist mit TIGER HOUSE übrigens gut beraten. Dumm nur, dass die nicht sonderlich geistreich ist. Hier bekommt es der Zuschauer mit einem der hanebüchensten Filmenden zu tun, die man zuletzt im Genre zu sehen bekommen hat. Zieht man die Werke eines M. NIGHT SHYAMALAN (THE VILLAGE oder THE VISIT) zum Vergleich heran, sind dessen Filme hinsichtlich dummer Schlusstwiste diesem hier haushoch überlegen.
 
 


 
 
 

TIGER HOUSE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein schweißtreibender Überlebenstrip. TIGER HOUSE ist ein packender Home-Invasion-Thriller mit fieser Auflösung und charmanter Hauptdarstellerin, der aber nicht frei von Fehlern ist. Regie-Newcomer THOMAS DELAY hat hier einen soliden Erstling abgeliefert, dem es des Öfteren gelingt Herzrasen zu verursachen. Gerade wenn Filmheldin wie eine Raubkatze unbemerkt an ihren Gegner vorbeihuscht, wächst der Streifen zu eigentlicher Größe heran. Leider hat TIGER HOUSE unter den teils dummen Handlungen seiner Figuren zu leiden. Die verhalten sich nicht immer klug und sorgen für lautes Fluchen. Dennoch; Zuschauer mit einer Vorliebe für Home-Invasion-Thriller werden vermutlich gut unterhalten – auch wenn TIGER HOUSE kaum Schauwerte oder Gewalt zu bieten hat.
 
 


 
 
 

TIGER HOUSE – Zensur

 
 
 
Im Vergleich zu anderen Home-Invasion-Streifen geht es in TIGER HOUSE erheblich zahmer zu. Bis auf einen eingeschlagenen Kopf, diverse Schusswunden oder einen Pfeil, der sich durch einen Körper bohrt, gibt es kaum nennenswerte Schauwerte zu sehen. Der Film hat eine FSK16 erhalten und ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

TIGER HOUSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Studio Hamburg (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Tiger House; Großbritannien | Südafrika 2015

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080i)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Keine Extras

Release-Termin: 13.10.2016 (BD KeepCase)

 

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TIGER HOUSE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Knock Knock (2015)

Hate Crime (2013)

Home Invasion (2012)

The Aggression Scale (2012)

Home Sweet Home (2013)

In their Skin (2012)

Filmreview: „Home Invasion“ (2012)

home invasion 2012
 
 
 

HOME INVASION

Story

 
 
 
Nicole hat kein leichtes Los gezogen. Erst bricht man bei ihr ein, danach läuft in ihrem Leben alles drunter und drüber. Ganz unbegründet sind die privaten Tiefschläge nicht, werden sie doch von der schönen Jade inszeniert, die sich für den Mord an ihren Einbrecherfreund rächen will, den Adoptivmutter Nicole in Notwehr erschossen hat …
 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Kritik

 
 
 
Es ist immer wieder erstaunlich zu welch hirnrissigen Aktionen Menschen in Horrorfilmen fähig sind, wenn sie sich unter fadenscheinigen Gründen in rachsüchtige Psychopathen verwandeln „müssen“. Bei Jade (HAYLIE DUFF) zum Beispiel brennen die Sicherungen durch, weil ihr Lover schlicht und einfach zu blöd zum Einbrechen war. Der lauert gemeinsam mit seinem Kumpel der ahnungslose Nicole (LISA SHERIDAN) auf, die von den zwei Gaunern in den heimischen vier Wänden überfallen wird. Kohle ist dem Kleinkriminellen Will (TAYMOUR GHAZI) zu wenig, so dass er gleich erstmal am Opfer herumfingern muss. Das findet im Geldtresor eine Waffe, drückt den Auslöser und schießt wild um sich. Leider hat sie dabei ausgerechnet den grabschenden Langfinger erwischt, der eine neunmalkluge Groupie-Freundin trauernd zurücklässt. Die ist selbstverständlich unglaublich sauer über den schmerzlichen Verlust und schwört grausige Rache, weil sie scheinbar sonst nichts anderes in ihrem Leben zu tun hat. Leider ist Jade aber nicht gerade die hellste Kerze auf dem Kuchen, denn ihr hundsgemeines Rachespiel führt nur selten zum Erfolg. Mit unbeholfenen Intrigen will sie der sympathischen Nicole das Leben vermiesen, schleicht sich in ihr Leben und stiftet lächerliches Chaos.
 
Ja, wir sind hier im TV, denn bei diesem Film handelt es sich um hastig heruntergekurbeltes Fernsehmaterial ohne Nachdruck und Tiefgang. HOME INVASION nennt sich das Trauerstück, dass mit vielversprechendem Titel lockt und gar reißerische Horrorfilme Revue passieren lässt, die in jüngster Vergangenheit dank der titelgebenden Problematik zu Ruhm gekommen sind. Doch von kontroversen Machwerken wie KIDNAPPED, FUNNY GAMES oder IN THEIR SKIN ist das vorliegenden Fernsehsüppchen weit entfernt. Unbequemes Terrorkino und kaltschnäuzige Brutalitäten sucht man hier vergebens. Verwunderlich ist das natürlich nicht, will man ja schließlich kleine Grünschnäbel nicht um den wohlverdienten Schlaf bringen, die da zusammen mit den Eltern neugierig im TV-Vorabendprogramm durch die Kanäle zappen und bei HOME INVASION hängen geblieben sind. Für eingefleischte Horrorfans ist HOME INVASION mit Sicherheit eine Lachnummer. Gewalt ist fast nicht vorhanden, der Unterhaltungsfaktor gleich null und wirklich böse will der Film mit der irreführenden Titelkreation auch nicht werden. So reicht es letztendlich aus, wenn man sich den taktisch unklug geschnittenen Trailer anschaut, der praktisch den gesamten Film in knapp zwei Minuten zusammenfasst. Auch wenn man die Trailermacher für eine derartige Dummheit bestrafen müsste, hat das Werbefilmchen auch etwas Gutes, schließlich spart man sich so kostbare Lebenszeit, die man in die Sichtung weitaus wichtigerer Horrorfilme investieren kann.
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Ermüdender Psycho-Thriller, der aufgrund fehlender Gewaltmomente und null Suspense im Kinderkanal vermutlich besser aufgehoben wäre. Es ist unverschämt mit welch irreführenden Titeln Filmemacher die Aufmerksamkeit der Zuschauer gewinnen wollen. HOME INVASION ist ein unspektakulärer TV-Event, der sich dem Stalker-Subgenre bedient und eigentlich kaum Daseinsberechtigung besitzt. Mit Home-Invasion-Horrorfilmen hat dieser Streifen rein gar nichts am Hut und dürfte vermutlich nicht einmal Kindern ein müdes Lächeln entlocken können.
 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Zensur

 
 
 
Die Mogelpackung HOME INVASION dürfte, insofern sie in Deutschland einen Rechteinhaber finden sollte, problemlos ab 16 Jahren freigegeben werden, denn Gewalt ist in diesem Film kaum vorhanden.
 
 
 


 
 
 

HOME INVASION – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
In their Skin (2012)
 
The Aggression Scale (2012)
 
Funny Games (1997)
 
Kidnapped (2010)