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Filmkritik: „Scare Campaign“ (2016)

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SCARE CAMPAIGN

Story

 
 
 

Dieses Opfer versteht absolut keinen Spaß! Eine TV-Sendung hat sich das Erschrecken von Menschen auf die Fahnen geschrieben. Doch das neueste auserkorene Opfer ist überhaupt nicht zu Scherzen aufgelegt und rastet vollkommen aus.

 
 
 


 
 
 

SCARE CAMPAIGN – Kritik

 
 
 
Die Gebrüder CAIRNES sind wieder da und versorgen das Horror-Genre mit neuen Ideen. Ehrlich gesagt hat es das auch dringend nötig. Zuletzt waren die Geschwister anno 2012 positiv aufgefallen. Mit ihrem Spielfilmdebüt 100 BLOODY ACRES (kleines Trivia-Bit: einer der am häufigsten illegal heruntergeladenen Filme 2013) lieferten sie den etwas anderen Backwood-Horrorfilm ab und landeten damit auf den üblichen Festivals einen Volltreffer. Seither ist es etwas stiller um die Brüder CAMERON und COLIN CAIRNES geworden. Vermutlich haben sie nur eine kleine Auszeit benötigt, um kreative Gedanken ansammeln zu können. Vier Jahre später kommt nun der neue Geniestreich der beiden Australier, die abermals für Drehbuch sowie Regie verantwortlich zeichnen und mit SCARE CAMPAIGN gleich mal einen Film gemacht haben, den man so mit Sicherheit noch nicht gesehen hat. Statt Horrorfilme und Subgenres wahnwitzig zu persiflieren, wird es diesmal makaber und rabenschwarz. Horror Macabro wird geboten, der zudem ernste Töne anschlägt und nicht davor scheut den Zuschauer an der Nase herumzuführen. SCARE CAMPAIGN ist ein Streifen der definitiv aus der Reihe tanzt. Das wird ein Fest.
 
 
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Im zweiten Film der CAIRNES-Brüder treibt ein TV-Team bitterböse Späße mit nichtsahnenden Menschen. In der Fernsehsendung SCARE CAMPAIGN werden fiktive Gruselszenarien erschaffen, um ahnungslose Menschen zu Tode erschrecken zu können. Leider geht der fünften Staffel der beliebten Reihe so langsam die Luft aus. Die Quoten sinken und die Programmchefin fordert einen neuen Kurs. Eine mysteriöse Webseite soll als Vorbild dienen. Dort werden Menschen nicht nur erschreckt, sondern von maskierten Killern auch gleich vor der Kamera ermordet. Für das Team keine Überlegung wert, weshalb man die bekannte Richtung vorerst beibehält. So soll in einem morschen Sanatorium die nächste Sendung aufgezeichnet werden. Leider verläuft die alles andere als geplant. Das potenzielle Opfer scheint über die inszenierte Geisterbahn alles andere als erfreut zu sein. Es zückt eine Axt und läuft Amok. Ob das Fernsehteam diesen unvorbereiteten Twist im Drehbuch heil überstehen wird?
 
 
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Verstehen Sie Spaß? SCARE CAMPAIGN ist mehr oder weniger die cineastische Horrorversion der versteckten Kamera, die Jahrzehnte auf verschiedenen Kanälen zu sehen war. Aber auch auf dem amerikanischen Sci-Fi-Channel lief vor einigen Jahren mit SCARE TACTICS ein unserem Film hier erstaunlich ähnliches Stück Reality-TV, das wohl auch als Vorlage für den Streifen gedient hat – zumindest lässt der Filmtitel darauf schließen. In Interviews ließen die Macher verlauten, dass sie sich auf der Suche nach neuen Ideen durchs Internet bewegt haben und so auf Youtube-Clips gestoßen sind, wo Unwissenden in Fernsehshows böse Streiche gespielt wurden. Beim Betrachten dieser oftmals morbiden Plagen stellten sich die Brüder die Frage, was wohl passieren würde, wenn sich hereingelegte Opfer an den Beteiligten dieser Sendungen rächen. So war der Plot von SCARE CAMPAIGN geboren, der entgegen der Erwartungen doch ziemlich spaßfrei aufgebaut ist und manche Überraschung bereithält. Horrorfans kommen definitiv auf ihre Kosten.
 
 
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SCARE CAMPAIGN ist nicht irgendein Horrorfilm. Er kann gut und gerne auch als einer der cleversten Horrorthriller der letzten Jahre gewertet werden. Virtuos wird mit unerwarteten Wendungen und Überraschungsmomenten gespielt. Twist folgt auf Twist und gerade dann, wenn man glaubt die Auflösung zu kennen, flimmert eine weitere überraschende Filmwendung über die Kinoleinwand. CAMERON und COLIN CAIRNES funktionieren den Zuschauer selbst zum Streich-Opfer um. Er wird hier nicht nur einmal hinters Licht geführt, sondern auch zum stillen Zeugen gemacht, der dank Überwachungskameras zu sehen bekommt, was eigentlich nicht fürs TV bestimmt ist. So läuft SCARE CAMPAIGN schon bald aus dem Ruder. Aus Unterhaltung wird blutroter Ernst und die Grenzen verschwimmen. Ist das Gezeigte nur Show oder will hier doch jemand über Leichen gehen? Die Antwort haben sich die CAIRNES gut überlegt. SCARE CAMPAIGN glänzt durch intelligenten, gut durchdachten Handlungsaufbau, der gerade wegen seiner Undurchsichtigkeit fesselt. Demzufolge ist jeder selbst schuld, wer das verpasst. Auf Festivals zumindest kam der Film gut an und gewann zu Recht Preise. Demnach dürfte SCARE CAMPAIGN so den gleichen Erfolgsweg einschlagen, wie bereits der Erstling 100 BLOODY ACRES von 2012. Man darf gespannt sein, was die kreativen Geschwister noch an Schrecken fürs Kino fabrizieren werden. SCARE CAMPAIGN zumindest ist ein überraschend fieser Horrorfilm.
 
 
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SCARE CAMPAIGN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Wer Andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Nach 100 BLOODY ACRES schlagen die CAIRNES-Brüder ein weiteres Mal zu und dürften dafür sorgen, dass dem Zuschauer die Kinnlage herunterklappt. Selten hat man in den letzten Jahren einen Horrorfilm gesehen, der den Zuschauer so geschickt hinter das Licht führt wie SCARE CAMPAIGN. Das Wort Twist bekommt hier eine ganz neue Bedeutung und davon gibt es im Film gleich mehrere. Schluss mit dummen Geschichten, die ewig gleiche Handlungsverläufe abspulen. Die Gebrüder CAIRNES waren um Neuerungen bemüht und haben eine simple Idee in makabres Horrorkino umfunktioniert, das gut und gerne noch ein Stündchen hätte länger gehen können. Spannung wird groß geschrieben und ist vor allem deswegen im Dauereinsatz, weil die Geschichte mit falschen Fährten und unerwarteten Wendungen nur so gespickt ist. SCARE CAMPAIGN ist die Slasher-Version der VERSTECKTEN KAMERA oder VERSTEHEN SIE SPASS. Demzufolge sollte man einfach genießen und sich überraschen lassen. Letzteres kann SCARE CAMPAIGN besonders gut.
 
 
 


 
 
 

SCARE CAMPAIGN – Zensur

 
 
 
Auch wenn die Handlung und die Filmbilder zu SCARE CAMPAIGN ein blutiges Schlachtfest vermuten lassen, ist dem nicht so. Kurze Gewaltmomente gibt es trotzdem zu sehen. Eine Frau wird enthauptet und eine Axt kommt auch zum Einsatz. Zudem werden Körper zerstückelt. Klingt hart, aber die Kamera hält nicht zu detailliert drauf. In Deutschland dürfte es ohne Probleme einen roten FSK-Flatschen geben. Keine Jugendfreigabe. Übrigens wird der Film seine Deutschlandpremiere auf dem FANTASY FILMFEST 2016 feiern. Wer ihn schon vor der deutschen Heim-Auswertung sehen möchte, sollte sich ein Ticket sichern.
 
 
 


 
 
 

SCARE CAMPAIGN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Films Distribution)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Prank – Der Streich (2013)

April, April – Tote scherzen nicht (2008)


Kritik: „Das Baumhaus – Betreten verboten!“ (2014)

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DAS BAUMHAUS

(TREEHOUSE)

Story

 
 
 
Zwei Brüder entdecken im Wald ein Baumhaus und machen darin eine erschreckende Entdeckung, die ihr Leben verändern wird…

 
 
 


 
 
 

DAS BAUMHAUS – Kritik

 
 
 
Es gibt tausende unheimlicher Orte, an denen Protagonisten in Horrorfilmen effektvoll ihr Leben lassen können. Ein Baumhaus dürfte hierbei jedoch die Ausnahme bilden, was Regisseur MICHAEL BARTLETT dazu veranlasst hat, einen klaustrophobischen Terror-Trip in einer knarrenden Bretterhütte inmitten der Krone eines Baumes zu drehen. Das Horror-Genre ist dem Filmemacher heilig, denn hier ist BARTLETT kein Unbekannter. Einige kleine Indie-Produktionen gehen auf seine Kappe, wobei HOUSE OF LAST THING (Deutschlandstart: November 2014) wohlmöglich zu den bisher besten Werken seines bisher eher durchschnittlichen Schaffens gehört. BARTLETT scheint darum bestrebt zu sein, sich im Genre ausprobieren zu wollen. Nach Zombie-Action, paranormalen Found-Footage-Gewackel und Spukhaus-Horror macht er einen Abstecher ins Suspense- und Terrorfach, wo er auch gleich seine Fähigkeit des Falsche-Fährten-Legens unter Beweis stellt.
 
 
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Etwas Böses macht in DAS BAUMHAUS – BETRETEN VERBOTEN (Originaltitel: TREEHOUSE) die Runde, das für das Verschwinden diverser Kinder in einem kleinen Städtchen verantwortlich gemacht wird. Entgegen aller Warnungen machen sich die Geschwister Killian (J. MICHAEL TRAUTMANN) und Crawford (DANIEL FREDRICK) hinaus in den Wald, um dort mit Feuerwerk im Gepäck einen lustigen Abend mit Freunden verbringen zu können. Natürlich wäre DAS BAUMHAUS kein Horrorfilm, würde nicht eine unerwartete Wendung für eine Katastrophe sorgen. Die beiden Brüder entdecken auf einem Baum eine Hütte, klettern hinein und finden dort die verstörte Elizabeth (DANA MELANIE) vor, die ebenfalls zu jenen Kindern gehört, die von ihren Eltern seit einiger Zeit als vermisst gemeldet wurden. Die versteckt sich hier vor einer finsteren Bedrohung, die sogleich die Witterung aufgenommen hat und ihre Kreise unterhalb der Hütte zieht. Für die Kids folgt eine Nacht voller Schrecken, denn ein Hinabsteigen ist unmöglich, ohne vom gewalttätig Bösen am Fuße des Baumes in Stücke gerissen zu werden.
 
 
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Was da letztendlich auf die ahnungslosen Filmhelden unter der Holzhütte lauert, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten, schließlich lebt DAS BAUMHAUS – BETRETEN VERBOTEN von der Prämisse, dass erst kurz vor Ende verraten wird, gegen was die Kinder am Ende den Kampf aufnehmen müssen. BARTLETT macht fast alles richtig und hält die Spannung konstant, weil er dem Zuschauer keine Anhaltspunkte darüber gibt, mit welcher unbekannten Bedrohung sich die Protagonisten konfrontiert sehen. Hier ein Schatten, da seltsame Geräusche aus dem Walkie-Talkie – erst im Finale gibt das Treiben einen Sinn, was BARTLETT leider mit konventionellem Rache-Quatsch enden lassen muss, der zudem im Kitsch zu ertrinken droht. Angsthase Killian – der jüngere der beiden Brüder – wächst über sich hinaus, erlernt über Nacht das Mutigsein und gewinnt auch noch das Herz der verängstigten Elizabeth, die von ihrem Retter am Ende auch noch geküsst werden darf. Bei einer derart stereotypen Charakterentwicklung kringeln sich manch Filmkritiker schon mal die Zehennägel. Macht aber nix, schließlich gehören derart Oberflächlichkeiten nun mal zum Horrorfilm wie Lacher in eine Komödie.
 
 
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Von einem der hinausging, um das Mutigsein zu erlernen: DAS BAUMHAUS – BETRETEN VERBOTEN ist nicht perfekt, dazu verliert BARTLETT zu oft den Spannungsbogen aus den Augen, weil er selbigen immer wieder durch fehlplatzierte Rückblenden unterbricht. In denen berichtet er von der schicksalhaften Vergangenheit seines fragilen Hauptcharakters Killian, der unter der strengen Autorität seines Vaters zu leiden hatte. Immerhin entschädigt das Finale. Hier zieht der Regisseur noch einmal alle Register gängiger Terrormacherei und lässt eingeschüchterte Helden zum Tötungswerkzeug greifen. Die bis dato unbekannte Bedrohung erhält ein Gesicht und bekommt einen nicht unblutigen Denkzettel verpasst. Selbstverständlich hat man Filme wie DAS BAUMHAUS schon oft auf dem Bildschirm gehabt. Trotzdem; die Art wie BARTLETT mit der Erwartung der Zuschauer spielt und gekonnt falsche Fährten legt, hebt DAS BAUMHAUS – BETRETEN VERBOTEN über den Horror-Durchschnitt.
 
 
 


 
 
 

DAS BAUMHAUS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Klaustrophobischer, wendungsreicher und ungemütlicher Terror-Thriller, der diesmal nicht auf den Erdboden stattfindet, sondern in den Bäumen. In DAS BAUMHAUS – BETRETEN VERBOTEN (im Original: TREEHOUSE) verwandelt sich der vornehmlich kindliche Tummelplatz zum Schutzort für einige nichtsahnende Teenager, die sich darin vor einer unbekannten Bedrohung in Sicherheit wähnen. Gruselige Momente auch ohne Blutvergießen lautet die Devise, denn in Sachen schaufreudiger Gewalt hält sich der Film ausnahmsweise zurück. Stattdessen wird weitestgehend von psychologischem Horror Gebrauch gemacht, den Regisseur MICHAEL BARTLETT hin und wieder ganz gut in Szene zu setzen versteht. Trotzdem bleibt DAS BAUMHAUS – BETRETEN VERBOTEN nur ein weiterer solide inszenierter Horror-Thriller, der vor allem wegen seiner unerwarteten Auflösung in Erinnerung bleibt. Die orientiert sich mal wieder am gängigen Rache-Kino und bietet immerhin reichlich Adrenalin. DAS BAUMHAUS ist kein Horror-Hit, zeigt aber das versteckte Talent BARTLETTS, das nach einigen eher durchschnittlichen Horrorfilmen scheinbar endlich zu Tage kommt. Man darf gespannt sein, was der Regisseur in Zukunft inszenieren wird – DAS BAUMHAUS schlägt schon mal die richtige Richtung ein.
 
 
 


 
 
 

DAS BAUMHAUS – Zensur

 
 
 
DAS BAUMHAUS – BETRETEN VERBOTEN ist eher psychologischer Horror und zeigt sich eher zurückhaltend mit Gewalt. Die reduziert sich auf das Finale und protokolliert hauptsächlich die Resultate einiger Gewaltmomente. Probleme mit der FSK hat es nicht geben. Die hat DAS BAUMHAUS ungeschnitten ab 16 Jahre freigegeben. Wegen „böser“ Trailer ist die erhältliche Heimkinoscheibe aber erst für Erwachsene geeignet.
 
 
 


 
 
 

DAS BAUMHAUS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Treehouse; USA | Großbritannien 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow, offizielles Musikvideo zum Titeltrack „Shadows“ von Shangrala

Veröffentlichung: 14.04.2016

 
 
 


 
 
 

DAS BAUMHAUS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

(Rechte für verwendete Grafiken liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Community of Fear (2012)
 
F (2010)
 
Them (2006)
 
The Strangers (2008)
 


Filmreview: „The House at the End of Time“ (2013)

The House at the End of Time
 
 
 

THE HOUSE AT THE END OF TIME

Story

 
 
 
Eine Familie erlebt in ihrem Haus den ultimativen Terror. Die Kinder verschwinden auf unerklärliche Weise, der Vater kommt unter ominösen Umständen ums Leben und Hausfrau Dulce (Ruddy Rodríguez) wird für das Chaos zur Verantwortung gezogen. Sie sucht nach Antworten und findet heraus, dass ein gut gehütetes Geheimnis um das vermeintlich sichere Heim rankt …
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE AT THE END OF TIME – Kritik

 
 
 
Es gruselt wieder. Diesmal jedoch auf venezolanisch und das auch noch zum allerersten Mal in der Geschichte des Landes. LA CASA DEL FIN DE LOS TIEMPOS heißt das grandiose Stück Gänsehaut aus Venezuela und ist der beste Beweis dafür, dass guter Horror schon längst nicht mehr nur aus der Traumfabrik kommt. In der internationalen Horrorszene brodelt es und das gewaltig. Da kochen unerfahrene aber höchst ambitionierte Filmregisseure mit allerlei experimentellen Zutaten extravagante Süppchen, so dass nicht selten der Gaumen des Horrorfans Samba tanzt, wenn er Horrorstreifen aus fernen Ländern zu sehen bekommt. Hat man dann erst einmal Gefallen am Unkonventionellen gefunden, fällt es schwer den ewig gleichen Gewohnheitsfraß aus Hollywood zu goutieren, schließlich wird dort meist bevorzugt Altbekanntes immer nur neu und anspruchslos aufgewärmt. Nachwuchsregisseur ALEJANDRO HIDALGO macht all das richtig, was man eigentlich als Neuer in der Filmwelt beachten sollte. Der weiß nämlich, dass Horror dafür da ist, um Angst einzujagen. Zudem hat er eine wirklich gute Geschichte zu Papier gebracht, an der sich Gurkenzüchter wie M.NIGHT SHYAMALAN (THE VILLAGE, AFTER EARTH) ein Beispiel nehmen sollten. Letzterer hat ja ein goldenes Händchen dafür qualvoll-dumme Mystery-Thriller zu drehen, die den Zuschauer mit abstrusen und nahezu peinlich-beschämenden Überraschungsplots quälen. Hätte der einst talentierte Regisseur Leute wie ALEJANDRO HIDALGO an der Hand gehabt, SHYAMALAN müsste sich heute nicht für seine ach so strunz-doofen Machwerke schämen.
 
LA CASA DEL FIN DE LOS TIEMPOS orientiert sich in seiner Machart an die Anfangsgrusler des berüchtigten SHYAMALAN, der im Jahr 1999 mit seinem THE SIXTH SENSE einen Filmhit landete und quasi den wendungsreichen Horrorfilm mit Überraschungsmoment zurück in die Kinosäle holte. Ähnlich überraschend geht es auch in THE HOUSE AT THE END OF TIME zu. Der Film beginnt wie einer dieser typischen Geisterfilme und versucht den Zuschauer mit plötzlich schließenden Türen, schemenhaften Gestalten und merkwürdigen Geräuschen zu erschrecken. Was aber anfänglich austauschbaren Spukhorror vermuten lässt, entpuppt sich am Ende als wahrlich klug ersponnener und clever verschachtelter Mystery-Horror, der mit Geistern rein gar nix am Hut hat, sondern eher in der Zeitschleifenproblematik verschachtelt ist.
 
Im Mittelpunkt von THE HOUSE AT THE END OF TIME steht eine kleine Familie, die vor fünf Jahren eine alte Villa bezogen hat. Günstig war das Haus gewesen, drum wurde es schnell erworben. Jetzt muss die Rechnung für den niedrigen Kaufpreis gezahlt werden. Eines Nachts passieren seltsame Dinge. Die Kinder müssen mal wieder hungrig ins Bett, weil Vater Juan José (GONZALO CUBERO) partout keine Arbeit findet, um die leeren Mägen füllen zu können. Es kommt zum Streit zwischen den Eltern und das Familienoberhaupt verlässt wutentbrannt das Schlafzimmer. Was folgt lässt sich nicht erklären: Seltsame Schatten huschen durch die Gänge, die Kinder verschwinden unter mysteriösen Umständen, der Vater wird erdolcht im Schlafzimmer vorgefunden und Mutter Dulce (RUDDY RODRíGUEZ) wird für die unerklärlichen Vorkommnisse zur Verantwortung gezogen. Als sie nach 30 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen wird, kehrt sie ergraut und gebrechlich an den Ort der Geschehnisse zurück. Noch immer herrscht hier eine Aura grausigen Unbehagens und mysteriöse Erscheinungen ängstigen die traumatisierte Dulce zu Tode. Die ältere Dame wird schon bald von der schicksalsreichen Vergangenheit eingeholt, fasst jedoch allen Mut zusammen und beginnt die Geheimnisse des geschichtsträchtigen Gebäudes zu entschlüsseln. Bei ihren Untersuchungen stößt sie auf ein Mysterium, für das sie keine plausiblen Erklärungen findet kann.
 
Welchen Mehrwehr so eine sorgfältig und gut durchdachte Geschichte doch haben kann. THE HOUSE AT THE END OF TIME ist einer jener Filme, die auch ohne großes Blutvergießen auskommen und fast gänzlich auf Effekthascherei verzichten. Hier wird mit minimalistischen Mitteln maximales Grauen verursacht. Sei es die morbid-farblose Kulisse, die oft an spanisches Horrorkino erinnert und düstere Gruselwerke wie JULIA’S EYES (2010) oder THE DEVIL’S BACKBONE (2001) ins Gedächtnis zurückkehren lassen. Oder die detailreich durchdachte Story, die den Zuschauer häppchenweise mit Informationen versorgt, aber nie zuviel verrät. Echte Spannung zeichnet sich hier ab, die sich konsequent durch den gesamten Film zieht. ALEJANDRO HIDALGO jongliert mit Rückblenden, schließlich sind viele Antworten der rätselhaften Story in der Vergangenheit zu suchen. Demnach bewegt sich die kleine Geschichte lückenhaft zwischen den Zeitebenen. Wir erfahren, was sich einst zugetragen hat und welch seelische Qualen Mutter Dulce nach der Haftentlassung erleiden muss. Am Ende wird eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart geschlagen bei der das Haus eine wichtige Schlüsselfunktion einnimmt. Aus anfänglichen Plot- und Logiklöchern ergibt sich ein plausibles Ganzes, wobei man Macher ALEJANDRO HIDALGO für das wirklich intelligente Drehbuch loben muss, das er da selbst verfasst hat.
 
Was wäre, wenn wir die Zeit beeinflussen könnten. Eine Frage, die sich vermutlich ein jeder schon einmal gestellt haben dürfte. THE HOUSE AT THE END OF TIME ist Indie-Horror, der sich die Frage zueigen macht und sie auf ganz eigene Weise versucht zu interpretieren. Für seinen ersten Gruselhit könnte Regie-Debütant ALEJANDRO HIDALGO die international erfolgreiche RUDDY RODRíGUEZ gewinnen, die nicht nur gern gesehene Kino, TV- und Theaterschauspielerin ist, sondern auch als gefragtes Model in den 80ern Karriere machte. Für THE HOUSE AT THE END OF TIME läuft sie noch einmal auf Hochform auf, lässt sich vom Make-up-Team um Jahrzehnte älter schminken und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise voller Überraschungen. ALEJANDRO HIDALGOS Erstling ist willkommen abwechslungsreicher Horror mit einem Schuss Mystery, der zwar auf falsche Fährten lockt, den Zuschauer aber nie an der Nase herumführt. Wenn das Rätsel am Ende gelüftet wird und der Abspann über die Mattscheibe flimmert, dürfte sich der ein oder andere Filmfreund einen Wolf freuen, weil er soeben einen außergewöhnlich guten Film gesehen hat, von dem er dringend seinen Freunden erzählen muss. Wir haben uns schon lange nicht mehr so „unheimlich“ gut unterhalten gefühlt. Von daher gibt’s vom FILMCHECKER das Prädikat: Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE AT THE END OF TIME – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Regie-Neuling ALEJANDRO HIDALGO wirft Klischees über Bord und bringt angenehm schauriges Horrorfutter in die Heimkinos bei dem sich der Horror vornehmlich im Kopf des Zuschauers abgespielt. Sein Debüt ist einer der besten Gruselstreifen der letzten Jahre von denen es in der Vergangenheit dank Found Footage und PARANORMAL ACTIVITY einfach viel zu viele gegeben hat. Der erste, in Venezuela produzierte Horrorfilm beeindruckt mit subtiler Schauerstimmung, morbider Atmosphäre und bedrückenden Bildern. Die erinnern in ihrer farblosen Tristesse ziemlich oft an viele spanische Horrorwerke jüngeren Datums, die ja bekanntlich weniger durch Gewalt- und Blutexzesse, als vielmehr durch unheimliche Momente und düstere Bildkompositionen aufgefallen sind. THE HOUSE AT THE END OF TIME überzeugt mit einem penibel ausgearbeiteten Drehbuch, überraschenden Wendungungen und konsequentem Spannungsbogen. Das FILMCHECKER-Team war angetan und meint: Wer THE HOUSE AT THE END OF TIME verpasst ist selber schuld!
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE AT THE END OF TIME – Zensur

 
 
 
LA CASA DEL FIN DE LOS TIEMPOS oder THE HOUSE AT THE END OF TIME (so wie er in unseren Gefilden genannt wird) ist ein subtiler Gruselfilm, der eher durch unheimliche Stimmung und permanente Spannung unterhalten möchte. Hier gibt es nur ein Messer im Rücken zu sehen – das war’s auch schon an Gewaltmomenten. THE HOUSE AT THE END OF TIME ist mit dem blauen 16er-Stempel durch die FSK kommen.
 
 
 


 
 
 

THE HOUSE AT THE END OF TIME – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The House at the End of Time Blu-ray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: La casa del fin de los tiempos; Venezuela 2013

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 – @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Keine

Release-Termin: 20.02.2015

 

The House At The End Of Time [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE HOUSE AT THE END OF TIME – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mama (2013)
 
The Sixth Sense (1999)
 
The Devil’s Backbone (2001)
 
Darkness (2002)
 
Fragile – A Ghost Story (2005)
 
Das Waisenhaus (2007)
 


Review: „Evidence – Auf der Spur des Killers“ (2013)

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EVIDENCE – AUF DER SPUR DES KILLERS

Story

 
 
 
Den Polizisten Reese (Stephen Moyer) und Burquez (Radha Mitchell) bereitet ein grausamer Fall Kopfzerbrechen. Ein wahnsinniger Killer hat an einer verlassenen Tankstelle im Nirgendwo ein schreckliches Blutbad angerichtet. Die sichergestellten Handys der Opfer bieten mit ihren Kameras Auskunft darüber, wie der Serienkiller seine Mordphantasien in die Tat umgesetzt hat und die Polizisten sind sich sicher, bald die Lösung der Verbrechensserie in Händen halten zu können. Doch dann kommt alles anders …
 
 
 


 
 
 

EVIDENCE – Kritik

 
 
 
Was haben die beiden Horrorfilme EVIDENCE (2012; Regie: HOWIE ASKINS) und der vorliegende EVIDENCE (2013; Regie: OLATUNDE OSUNSANMI) gemeinsam? Richtig, sie tragen den gleichen Titel. Außerdem wird dem Zuschauer in beiden Fällen unerträglicher Filmschund präsentiert, der sich einmal mehr der aktuell so beliebten wie erfolgreichen Found-Footage-Rezeptur (also angeblich gefundenes Filmmaterial) bedient. Seit jeher hat diese Filmgattung nicht nur durch pseudo-authentisches Filmmaterial von sich hören lassen; auch unscharfes und verwackeltes Bildmaterial hat nicht selten zu ersten epilepsieähnlichen Anfällen unter Fans des Genres geführt. OSUNSANMI hat mit seinem EVIDENCE einen Wackelcam-Film geschaffen, der alle bisher dagewesene Found-Footage in den Schatten stellt. Natürlich im negativen Sinne. Selten hat man einen Horror-Thriller zu Gesicht bekommen, bei dem man eigentlich nur noch erahnen konnte, was sich da auf der Mattscheibe abspielt. Wir erleben die Geschehnisse aus der Sicht dreier übereifriger Kids, die einen Trip planen und dabei natürlich alles auf Video bannen müssen. Es wird gegackert, imponiert und allerhand wirres Zeug gefaselt, bis die Freunde in einen Bus steigen, der irgendwo in den Wäldern unschön zum Erliegen kommt. Warum die Fahrt nicht fortgeführt werden kann, will hier keiner wissen. Viel interessanter scheint da eine Tankstelle zu sein, die die Fahrgäste anzieht wie Motten das Licht. Was folgt ist Futter für die HOSTEL-Fraktion: die Anwesenden werden von einem Killer überrascht, der sich eifrig mit Hilfe eines Schweißbrenners durch das Fleisch der hilflosen Opfer fackelt.
 
Das Idee hinter EVIDENCE erweist sich dabei als recht raffiniert. Hier haben wir es mit einem Film zu tun, der gekonnt zwischen gefunden Bildmaterial und den aktuellen Ermittlungen wechselt und dabei die Geschehnisse Stück für Stück auflöst. Das hat bereits im Kannibalen-Kultwerk CANNIBAL HOLOCAUST (1980) perfekt funktioniert und weiß auch hier die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu wecken. OLATUNDE OSUNSANMI, der sich mit dem Thriller DIE VIERTE ART (2009) im Sci-Fi-Bereich erprobte, konnte für seinen ersten Horrorfilm sogar mit STEPHEN MOYER (TRUE BLOOD) und RADHA MITCHELL (ROGUE, SILENT HILL) zwei bekannte Schauspieler mit Genreerfahrung gewinnen. Warum die beiden allerdings überhaupt engagiert wurden, will nicht so recht einleuchten. Die beiden haben für einen Mainstream-Titel erstaunlich überschaubare Screentime und scheinen handwerklich sichtlich unterfordert zu sein. MOYERS darf in den wenigen Szenen verstört dreinschauen, während MITCHELL damit beschäftigt ist, genervt durchs Bild zu hetzen. Eine Prämisse, die noch halbwegs zu verschmerzen ist, wäre da nicht die katastrophale Kameraführung, die EVIDENCE tatsächlich das Genick bricht. Als Found-Footage-Liebhaber hat man sich nun schon durch so einige Streifen dieser Art „kämpfen“ müssen. Nicht wenige von ihnen scheiterten aufgrund mangelhafter technischer Finesse. OSUNSANMI hat das „Wackeln“ in „Wackelcam-Film“ etwas zu genau genommen. Hier wird der Zuschauer mit Pixelsalat, Wackelterror und Totalausfällen geplagt, dass ihm der Spaß am Sehen dieses Schockers schnell vergehen dürfte. Zu unscharfen Bildern und ruckeligen Filmschnipseln gesellt sich eine permanent andauernde Finsternis, die es kaum möglich macht, die Gegebenheiten zu rekonstruieren. Der euphorische Killer kokelt sich durch seine „Beute“ und lässt dabei nur erahnen, was er da eigentlich treibt. Zudem nervt, dass die Technik der Filmgeräte immer dann stört, wenn EVIDENCE gerade an Spannung gewinnt. Das legt nahe, dass der Regisseur vermutlich gar nicht daran interessiert war, den Zuschauer zu unterhalten – die wirklich schweißtreibenden Szenen sucht man in EVIDENCE vergebens. Auch wenn das Mordwerkzeug des Psychopathen für einen Horrorfilm geschickt gewählt scheint, dürfte der Gorehound vom unschlüssigen Treiben auf dem heimischen Fernsehapparat nicht wirklich begeistert sein. Blut fließt hier nur selten und die meisten der hier gezeigten Grausamkeiten werden im Off zelebriert. Immerhin wissen einige Szenen durch die Nachtsicht-Option der Kamera zu gefallen. So sorgt jener Moment für etwas Herzrasen, in der die Gliedmaßen eines Protagonisten mit Hilfe des Schweißbrenners abgetrennt werden und die Geschehnisse durch die Infrarotfunktion dokumentiert werden.
 
Im Falle von EVIDENCE hat OLATUNDE OSUNSANMI alles falsch gemacht, was man in der Umsetzung eines Horrorfilms falsch machen kann. Die Protagonisten sind Abziehbilder aus dem Horror-Panini-Stickeralbum, die Inszenierung wirkt gerade aufgrund des ungeschickt platzierten Found-Footage-Stils unerträglich und spannend will EVIDENCE auch nicht so wirklich werden. Immerhin sorgt der verblüffende Twist am Ende für etwas Erheiterung. Wirklich besser macht dieser EVIDENCE dennoch nicht.
 
 
 


 
 
 

EVIDENCE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Macheten waren gestern – jetzt wird sich durchs Fleisch geschweißt. In EVIDENCE erlebt der Zuschauer einen der wohl hinterhältigsten Killer der Filmgeschichte. Leider kann der Filmfreund nur selten erahnen, was der miese Psycho da überhaupt auf der Mattscheibe veranstaltet. Denn der hier eingesetzte Found-Footage-Stil ist selbst innerhalb des Wackelcam-Genres kaum zu ertragen.
 
 
 


 
 
 

EVIDENCE – Zensur

 
 
 
Hier wird zwar nicht viel explizite Gewalt gezeigt, denn die Kamera schwenkt in den „bösen“ Szenen entweder weg oder verfremdet sie mittels der Infrarotbilder der Camcorder/Handys. Die FSK hat den Film hierzulande bereits ungeschnitten ab 16 Jahren freigeben.
 
 
 


 
 
 

EVIDENCE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Evidence; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1920×1080)

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow mit sieben weiteren Filmen aus dem Hause UNIVERSUM FILM (alle HD, deutsch), Originaltrailer in Deutsch (HD), BD-Live-Zugang

Veröffentlichung 13.12.2013

 
 
 
Bevor EVIDENCE – AUF DER SPUR DES KILLERS beginnt, macht UNIVERSUM FILM mit drei Pflichttrailern etwas Eigenwerbung. So bekommt der BD-Besitzer erst einmal Clips zu OLYMPUS HAS FALLEN, REDEMPTION und dem Thriller THE CALL – LEG NICHT AUF! vor die Linse. Alle Trailer liegen selbstverständlich in HD und Deutsch vor. Danach gefällt ein stilistisch dem Film angepasstes Hauptmenü, das aus Szenen des Films besteht und mit hektischer Musik untermal wurde. Dort fällt direkt ins Auge, dass auf dem Menüpunkt „Extras“ gänzlich verzichtet wurde. Bis auf den Trailer in deutscher Sprache und einer umfangreichen Trailershow mit sieben weiteren Streifen aus dem Fundus des Publishers hat es gerade mal noch ein BD-Live-Zugang auf die Scheibe geschafft. Sprich: wer mehr Extras sehen möchte, benötigt einen Internetzugang. Das Bild zu beurteilen ist schwer. Das Geschehen wird mit verschiedenen Kameraarten protokolliert, dementsprechend ist die Qualität von hervorragend (aus der Sicht des Ermittlungsteams) bis katastrophal (Handykamera) zu beurteilen. Die Synchronisation ist gelungen und der wummernde, hektische Score bewirkt nicht selten eine gute Räumlichkeit. Zudem kommt der Subwoofer erheblich oft zum Einsatz. Vor allem dann, wenn die Schockeffekte einsetzen, verstärkt ein Grummeln aus den Boxen den Schreckmoment. Viele kleine Umgebungsgeräusche (wie Wind) unterstreichen zusätzlich die beunruhigende Atmosphäre, so dass sich der Zuschauer zumindest tonal auf effektreiches Grusel- und Schockfeeling einstellen kann. Trotz mageren Extras haben es deutsche Untertitel für den Hauptfilm auf die Veröffentlichung geschafft. Ein Wendecover gehört zur obligatorischen Grundausstattung von UNIVERSUM FILM.
 
 
 

Evidence – Auf der Spur des Killers [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

EVIDENCE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stripped (2012)

The Dyatlov Pass Incident (2013)


Filmreview: „The Frozen“ (2012)

The Frozen_2012_poster
 
 
 

The Frozen

Story

 
 
 
Ein traumhaft winterlicher Campingausflug wird für das junge Pärchen „Mike“ (Seth David Mitchell) und „Emma“ (Brit Morgan) zu einem unvergesslichen Psychotrip. Nachdem die beiden mit dem Schneemobil einen Unfall gebaut haben und irgendwo tief weit draußen in den verschneiten Wäldern auf rettender Hilfe hoffen, werden Sie auch noch von einem seltsamen Fremden verfolgt, der scheinbar nichts Gutes im Schilde führt. Als „Mike“ plötzlich auf mysteriöse Weise verschwindet, ist die verängstigte „Emma“ ganz auf sich allein gestellt. In ihrer Panik beginnt sie sich einen Weg hinaus aus der eisigen Gegend zu bahnen – mit einer erschreckenden Einsicht, wie sich bald herausstellen wird … 
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Kritik

 
 
 
Winterliche Landschaften sind wahrlich geradewegs dafür prädestiniert eine unheimliche und subtile Gruselstimmung zu erzeugen. Denn auch hinter vermeintlich friedliebender Kulisse kann sich oftmals das abgrundtief Böse verstecken. Dass angsteinflößendes Unbehagen auch im eisigen Schnee lauern kann haben schon einige Filmemacher eindrucksvoll bewiesen, denn winterlich verstörende Filme gab es zuletzt zuhauf (u.a. „The Shinning“ (1980), „Der eisige Tod“ (2007)). Auch der vorliegender Thriller „The Frozen“ spielt mit der geheimnisvollen Idylle, die so ein verschneit-winterliches Wäldchen birgt. Ganz zum Leidwesen der beiden Protagonisten des Films, für die sich die eigentlich traumhafte Winterpracht zu einem verhängnisvollen Erlebnis gestaltet. Ihre Unvernunft treibt die beiden an den Rande ihrer Wahrnehmungsfähigkeiten, denn nach nur wenigen Stunden bei Temperaturen jenseits des Nullpunkts beginnt vor allem „Emma“ Dinge zu sehen, für deren Existenz sie keine Erklärung findet. Nicht nur, dass sie seltsam bekleidete Personen im Dickicht erblickt, seltsame Stimmen und Schritte spuken des Nachts um das Zelt und stören den Schlaf der verunsicherten Frau. Zudem werden die beiden von einem skurrilen Jäger verfolgt, der das Treiben des Pärchens aus der Ferne beobachtet und „Emma“ zweifeln lässt, warum ihr Freund sie gerade zu derart unmenschlichen Temperaturen zu einem kuscheligen Wanderausflug überreden musste.
 
So wirklich Unrecht hat sie dabei nicht, wirkt die Ausgangssituation des Films schon sehr konstruiert. Immerhin sah sich Drehbuchautor und Regisseur „Andrew Hyatt“ darum bemüht seine kleine Geschichte irgendwie nied- und nagelfest zurechtzufeilen. Trotz Unfall hält „Mike“ nichts davon ab, den Kurztrip fortzuführen, um den geeigneten Zeitpunkt zu finden, seiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen. Und so irren die beiden Liebenden orientierungslos im Wald umher, um letztendlich doch wieder feststellen zu müssen, einmal mehr im Kreis gelaufen zu sein. Auch wenn einige Gegebenheiten etwas arg seltsam anmuten, so kann man „Hyatt“ nicht unterstellen, einen Film gedreht zu haben, der schlecht ist. Einfachste erzählerische Mittel und das stupide Umherirren in der winterlichen Landschaft führen letztendlich zu einem homogenen Ganzen und lassen „The Frozen“ bei weitem besser ausschauen, als die Unmengen teurer Mainstream-Produktionen der letzten Dekaden. Obwohl einige der seltsamen Interaktionen der Anwesenden anfänglich kaum Sinn ergeben wollen und arg befremdlich wirken, so tritt die Erleuchtung nach dem Abspann ein und dürfte vor allem Horrorfilmanfänger reichlich verblüffen.
 
Mit dem aktuellen Thriller „The Frozen“ erwartet der Zuschauer gänzlich seichte Film-Kost, für die die Bezeichnung Thriller fast schon etwas zu weit hergeholt und schroff scheint. Auch wenn Regisseur „Andrew Hyatt“ des öfteren vollkommen falsche Fährten streut und dem Zuschauer weiß machen will, dass sich hinter den gesamten Geschehnissen etwas zutiefst Böses und Bedrohliches verstecken soll, so dürfte der geneigte Filmfreund nach der recht plausiblen Auflösung etwas verdutzt aus der Wäsche schauen. Der Film „The Frozen“ hat letztendlich mit Horror im herkömmlichen Sinne nur sehr wenig gemein und erinnert über weite Strecken an die Werke des ambitionierten Hollywood-Regisseurs „M. Night Shyamalan“, der bekanntlich ein sicheres Händchen darin besitzt, den Zuschauer mit einer unerwarteten Filmauflösung zu konfrontieren. Wer sich angenehm gruseln möchte, ohne dabei von markerschütternden Schocks verfolgt zu werden oder in Lachen von Blut ertrinken zu müssen, dem dürfte der Mysterie-Thriller vortrefflich munden. Denn bis auf einige ausgeweidete Wildtiere gibt es hier kein Futter für blutgierige Splatterfilm-Fans.
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Seichtes Mysterie-Süppchen in traumhaft winterlicher Kulisse
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Zensur

 
 
 
Im Film wird nicht getötet, daher dürfte „The Frozen“ mit einer FSK16 Freigabe ungeschnitten veröffentlicht werden.
 
 
 


 
 
 

The Frozen – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Barricade (2012)

Dream House (2011)

ATM (2011)

Der eisige Tod (2007)

The Sixth Sense (1999)


Filmreview: „The Evil Inside“ (2011)

Filmplakat "The Evil Inside" (2011)
 
 
 

The Evil Inside

Story

 
 
 
„Sarah“ schaut so rein gar nicht gesund aus, sie muss Schreckliches erlebt haben, denn psychisch wirkt sie ein wenig durcheinander. Kein Wunder, beginnt sie soeben fürchterliche Ereignisse aus der Vergangenheit aufzuarbeiten. Um dem traumatisierten Mädchen erneut die Vorzüge des Lebens schmackhaft zu machen, lädt sich die beste Freundin „Lucy“ flink selbst ein und hat sogar einige Bekannte im Schlepptau, die die leidenden „Sarah“ etwas aufmuntern sollen. Doch in wirklich ausufernder Feierfreude wägt sich „Sarah“ leider nicht, denn sie beginnt schreckliche Visionen zu sehen, Visionen in denen sie ihre Gäste sterben sieht. Bald schon ereignet sich der erste Unfall, der sich haargenau so abgespielt, wie es „Sarah“ vorausgesehen hatte …
 
 
 


 
 
 

The Evil Inside – Kritik

 
 
 
Kaum flimmert ein halbwegs erfolgreiches Film-Franchise über die weltweiten Kinoleinwände, darf man flink davon ausgehen, dass sich vor allem die kleinen Produktionsstudios gierig darauf stürzen werden und sich bemüht darin versuchen, derart Filmkonzept gewinnbringend nachzueifern. Der werden schnell einige Gedanken zu Papier gekritzelt und die Ideen der erfolgreichen Vorlage formgerecht originalgetreu recycelt. Hin und wieder kann es dann schon einmal vorkommen, dass das Resultat gar nicht mal so übel ist wie anfänglich gedacht und man als Zuschauer vortrefflich unterhalten wird. Die Regel jedoch birgt unzureichend ansprechende Filmkost, auf die der Horrorfilm-Fan getrost verzichten kann. Auch „The Evil Inside“ (der ursprüngliche Filmtitel „Dead Inside“ war scheinbar nicht wirklich überzeugend, sodass die Produzenten speziell für den internationalen Filmmarkt einen reißerischeren Titel wählten) ist einer dieser Filme, die eine großartige Idee gierig aufgreifen und dennoch kläglich daran scheitern, etwas halbwegs Gares daraus zu köcheln. Das mag einerseits daran liegen, dass der lauwarme „Final Destination“-Aufguss rein gar nicht so recht zu Potte kommen möchte, denn die Geschichte rund um das traumatisierte Mädchen zieht sich zäh wie Kaugummi. Da wird wild durcheinander geplappert, fies intrigiert und frei, ohne jeglichen Sinn, ungeschickt und unfreiwillig komisch im Bilde gestanden. Die wenigen Charaktere gestalten sich als ziemlich unsympathisch und handeln, wie schon so oft, vollkommen unlogisch. Da „verarbeiten“ zwei emotionslose Volldeppen von Protagonisten den tragischen Tod ihrer soeben verunglückten Freundin, indem sie im elterlichen Schlafzimmer einem netten Schäferstündchen nachgehen. Auch die übrigen Anwesenden scheinen nicht wirklich von ausreichend Intelligenz gebeutelt.
 
In ihrer Panik und der Angst vor dem eignen vorausgesehenen Tod irren sie planlos durch das Haus und drängen die ohnehin schon verängstigte „Sarah“ in die Enge. Konflikte werden künstlich geschnürt und dennoch scheint keiner der Anwesenden dazu bereit, sich konsequent um Hilfe zu bemühen. Da wird ein wenig an der Haustür gerüttelt, um rasch festzustellen, dass diese sich nicht öffnen lässt und es wird aus riesigen Fenstern hinaus ins Freie gestarrt, ohne mit dem Gedanken spielen zu wollen, das Glas einschlagen zu müssen, um in die Freiheit flüchten zu können. Immerhin, das Ende überzeugt. Was anfänglich als 08/15-Teenieslasher beginnt, entpuppt sich am Ende als unbedeutendes pseudo-psychologisches Drama, dass zudem einige recht interessante Aspekte über die gebeutelte Psyche der traumatisierten Hauptdarstellerin birgt. Auch wenn die wenigen Erklärungsversuche recht konstruiert und hilflos wirken, so muss man dem Film positiv anrechnen, dass die anfänglich löchrige und hölzerne Inszenierung nach der Auflösung schon irgendwie Sinn macht. Trotzdem, „The Evil Inside“ ist kein Film, den man als interessierter Horrorfilm-Freund gesehen haben muss. Viel zu oft drängt sich der Eindruck auf, dass Regisseur „Pearry Reginald Teo“ kaum Budget zu Verfügung gestanden haben muss, um seinen Werk vielversprechend in Szene setzen zu dürfen. „The Evil Inside“ wirkt von Anfang bis Ende billig, teilweise sogar katastrophal unfertig. Hinzu kommt, dass der aufdringliche Low-Budget-Charakter jegliche Grusel-Stimmung unweigerlich zerstört. Auch wenn einige minimalistisch ausgeleuchtete Räume und gut ausgetüftelte Kameraspielereien durchaus ihre Momente besitzen, ist es einzig und allein „Sarah„-Darstellerin „Hannah Ward“ zu verdanken, das „The Evil Inside“ trotz unausgegorener Inszenierung halbwegs seh- und ertragbar bleibt. Ihr Schauspiel der schrullig-verstört wirkende Hauptdarstellerin überzeugt zwar durchweg – die Kraft, die sie jedoch in ihre Rolle investiert, wirkt in Anbetracht des recht miesen Drehbuchs als vollkommen verschwendet.
 
Man nehme ein wenig „Final Destination“ und etwas „Carrie“, würze die mysteriösen Gegebenheiten mit einer gehörigen Portion zweifelhafter psychologischer Tiefe sowie einem obligatorisch überraschenden Ende. Fertig ist einmal mehr der Horror von der Stange, der zweifelsohne uninspiriert und ideenlos über die heimische Mattscheibe flimmert. Dass „The Evil Inside“ keine gänzliche Bruchlandung einschlägt, ist der recht interessanten Hauptdarstellerin „Sarah“ zu verdanken. Ohne sie wäre dieser Nonsens vermutlich nicht einmal ein lauthalses Seufzen wert gewesen. Sie trägt die gesamte Handlung und schafft es sogar in wenigen Minuten eine emotionale Bindung zum Zuschauer zu knüpfen. Bei all den kaltschnäuzigen Beschuldigung und fies ausgeklügelten Intrigen der übrigen Protagonisten gegen das ohnehin schon gebeutelte Mädchen ist das natürlich auch kein großes Kunststück. „The Evil Inside“ eignet sich hervorragend für Horrorfilmanfänger. Der Blutzoll ist erschreckend gering, sodass sich zartbesaitete Filmfreunde mit einem Faible für seichte TV-Mysteriefilmchen kurzweilig unterhalten fühlen dürften. Alteingesessene Fans des bösen, gemeinen und unterschlagenen Films gehen Bitte weiter, denn hier gibt es wahrhaftig nichts zu sehen, was überhaupt von Interesse wäre!
 
 
 


 
 
 

The Evil Inside – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Besser schlecht geklaut, als gut neu gemacht – dieses durchwachsene „Final Destination“-Plagiat darf man gekonnt ignorieren!
 
 
 


 
 
 

The Evil Inside – Zensur

 
 
 
The Evil Inside“ dürfte bedenkenlos mit einer „FSK16“-Einstufung erscheinen. Im Film selbst sieht man keine ausufernden, expliziten Grausamkeiten.
 
 
 


 
 
 

The Evil Inside – Trailer

 
 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Spiderhole (2009)

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Filmreview: „Barricade“ (2012)

Barricade 2012 Filmposter
 
 
 

Barricade

Story

 
 
 
Nach dem tragischen Tod seiner geliebten Frau versucht der treusorgende Familienvater Terrance Shade wieder etwas Normalität in das kränkelnde Familien-Idyll zu bringen. Zusammen mit seinen beiden Kindern möchte er die Weihnachtsfeiertage fernab von jeglichen Erinnerungen weit draußen im Wald verbringen. Ein einsam gelegenes Waldhaus kommt ihm dabei gerade recht um Geschehenes zu verarbeiten. Kaum angekommen erfreuen sich die Kinder der malerischen Winterlandschaft – doch der Familienfrieden scheint schnell getrübt, als eine unbekannte Präsenz um das Haus schleicht und damit beginnt die kleine Familie zu terrorisieren.
 
 
 


 
 
 

Barricade – Kritik

 
 
 
Trostlose Einöde, düstere Waldpfade, eine schneebedeckte Winterlandschaft und unangenehm eisige Kälte – Zutaten, die bereits Kubricks „The Shining“ zu einem unverkennbaren Klassiker des Genres gemacht haben. Auch der Horror-Thriller „Barricade“ lebt von diesen teilweise märchenhaft-verträumten Bildkompositionen und zaubert aus diesem kleinen, wahrlich unscheinbaren Filmchen ganz großes atmosphärisches Kino. Regisseur „Andrew Currie“, der sich zuletzt mit Zombie-Komödie „Fido“ in der Horror-Szene einen Namen gemacht hat, schlägt mit seinem aktuellen Werk gänzlich unlustigere Töne ein. In „Barricade“ regiert die Angst und das Unbehagen, welches an den Nerven der drei ahnungslosen Protagonisten zerrt und die kleine Familie bis an den Rand des Nervenzusammenbruchs drängt. Von erlösender Heiterkeit ist in den rund 80 Minuten Filmlaufzeit nicht zu spüren, denn „Barricade“ versucht dem Zuschauer Angst einzujagen, höllische Angst.
 
Überraschenderweise gelingt es dem Film merklich einfach nach nur wenigen Filmminuten eine spürbar unangenehme Atmosphäre zu entwickeln, die eine unangenehme Bedrohung vorausahnen lässt. Der Zuschauer ist nie von Vorteil, weiß oftmals weniger als die Leidtragenden selbst und durchlebt Schritt für Schritt das ultimative Martyrium zusammen mit der kleinen Familie. Dabei überzeugt Regisseur „Andrew Currie“ mit einer recht unkonventionellen Erzählweise, die es auf unerklärliche Weise schafft, den Zuschauer reichlich zu manipulieren. Was anfänglich noch geradlinig und plausibel erklärt und erzählt wird, verliert spätestens ab der Hälfte des Filmes an Logik und Sinn. Das Szenario trägt sich reichlich surreal und lässt den „ungeübten“ Filmfreund des öfteren rat- und ahnungslos Zusammenzucken, wenn einer der höchst effektiv eingesetzten Schockeffekte aus den heimischen Surround-Lautsprechern donnert. Natürlich ergeben sich die Gegebenheiten nicht von ungefähr. Eine logisch zusammengezimmerte Erklärung (fernab des Phantastischen) erfährt der Zuschauer am Ende des Filmes. Diese äußert sich zwar simple, aber dennoch nicht an den Haaren herbeigezogen, und dürfte trotz ihrer logischen Banalität für reichlich offene Münder sorgen.
 
Manchmal ist weniger mehr, denn oftmals reicht einfach nur eine gute Idee und ein markerschütterndes Setting, um eine ganz schön gruselige Geschichte zu erzählen. Genre-Regisseur „Andrew Currie“ ist mit seinem „Barricade“ ein recht effektives und gemeines Filmchen gelungen, dass sogar gänzlich ohne Blutvergießen auskommt, was man ihm in Zeiten derben Folter- und Meuchel-Krams hoch anrechnen sollte. Das Rätselraten um die Geschehnisse bleibt bis zum Schluss gut verschleiert, sodass der findige Filmfreund erst gar nicht versuchen sollte, die Gegebenheiten vorzeitig zu analysieren. Vielmehr sollte der Genre-Liebhaber die wirklich sehr perfide Atmosphäre genießen, die „Barricade“ so einzigartig macht. Jede Szene ist stimmig und wunderbar grausig, sodass man permanent das Gefühl hat, als würde gleich irgendetwas um die Ecke huschen wollen. Wer eine Faible für dichte und subtile Horrorgeschichten besitzt sollte sich „Barricade“ ganz oben auf seiner „muss-ich-sehen-Liste“ notieren. Der blutgierige Rest setzt diesmal aus und wartet auf den nächsten „Holzhammer-Horror-Schocker“, denn für Gorehounds und Splatter-Fans gibt es in „Barricade“ leider nichts dergleichen zu sehen.
 
 
 


 
 
 

Barricade – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Licht aus, Heimkino auf Endstufe und in die Couch-Decke gekuschelt. Ein ganz schön unheimliches und gruseliges Filmvergnügen für winterlich-verschneite Sonntag-Abende!
 
 
 


 
 
 

Barricade – Zensur

 
 
Eine ungeschnittene, zukünftige deutsche Fassung dürfte das FSK16-Siegel tragen, da es im Film keine selbstszweckhaften Mordszenen gibt.
 
 
 


 
 
 

Barricade – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
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Filmreview: „Smiley“ (2012)

Smiley (2012)
 
 

SMILEY

Story

 
 
 
Die unbeholfene und zurückhaltende Ashley ist neu an der Uni und findet Halt bei ihrer Kommilitonin, Mitbewohnerin und Freundin Proxi, die ihr Unterschlupf in ihrer Villa bietet. Bei einer trinkfreudigen Party erfahren die beiden von der urbanen Legende des SMILEY. Einem ominösen Serienkiller, der durch das World Wide Web spukt und seinen Opfern in diversen Cam-Chat-Räumen auflauert. Glaubt man den mysteriösen Erzählungen, so meuchelt die ominöse Gestalt den ahnungslosen Chatpartner kaltblütig nieder, sobald man virtuell drei mal nach ihr ruft. Zuvor noch als Hirngespinst belächelt, beginnt die seltsame Legende das Interesse der beiden Freundinnen zu wecken. Schnell durchstöbern die beiden die unzähligen Chaträume des Internets um nach einem potenziellen Probanden für ihr makabres Experiment zu suchen. Der lässt nicht lange auf sich warten und so staunen die beiden Mädchen nicht schlecht, als das Gegenüber von SMILEY höchstpersönlich ins Jenseits befördert wird, nachdem die Freundinnen drei Mal den Satz „I did it for the lulz“ in das Dialogfeld ihres Laptops hämmern. Anfänglich noch für einen schlechten Scherz gehalten, ist es Ashley die nach und nach von Schuldgefühlen geplagt wird und scheinbar den Verstand zu verlieren scheint, weil sie glaubt von SMILEY verfolgt und tyrannisiert zu werden.
 
Ist der Killer wirklich real, oder entspringt er allein nur der Vorstellungskraft der labilen Ashley?
 
 
 


 
 
 

SMILEY – Kritik

 
 
 
Wer kennt sich nicht, die urbane Legende der Bloody Mary, die auch heute noch Stoff für immer wieder neue Horrorfilm-Produktionen bietet. Unzählige Unwissende haben in den bisher diversen Genre-Filmen mit ihrem Leben gepokert, nachdem sie drei mal erwartungsvoll nach dem Geist der jungen Damen gerufen haben. Und auch der aktuelle Horrorbeitrag SMILEY macht keinen Hehl daraus, sich dreist dieser altbekannten Geschichte zu bedienen, um sie ins 21.Jahrhundert zu transferieren und die Erzählung rundum erneuert ins Internet zu verlegen, damit sie unweigerlich zum aktuellen Zeitgeschehen passt. Eigentlich keine schlechte Idee, wäre da nicht das unglaublich miese, unwichtige und vollkommen hirnrissige Drehbuch, dass dem Film regelrecht das Genick bricht. Denn SMILEY ist einer dieser kleinen Horrorproduktionen, die Dank eines hübsch-ansprechenden Trailers mehr versprechen, als der Film selbst überhaupt zu bieten hat. So wirklich einordnen lässt sich MICHAEL J. GALLAGHERS aktuelle Regiearbeit nämlich nicht. Denn gänzlich der Erwartungen der Fan-Base handelt es sich bei SMILEY um keinen traditionellen Teenie-Slasher, wie man es vermutlich nach Sichtung des Trailers erwarten dürfte. Vielmehr beschäftigt sich Gallagher mit dem Phänomen „Internet“, dessen Verbreitungs- und Manipulationsmöglichkeiten und dem Tabuthema des „Cyber-Mobbings“, dessen Auswirkungen meist katastrophale Auswirkungen für die Betroffenen zur Folge hat. Hierbei jongliert der Nachwuchsregisseur derart engstirnig mit der kontroversen Thematik, dass er gänzlich den Bezug zum eigenen Film zu verlieren scheint und vollkommen vergisst, dass er eigentlich einen Horrorfilm erzählen möchte. Warum er letztendlich ein derart brisantes Thema überhaupt mit einem Genre-Film verbindet vermag Regisseur MICHAEL J. GALLAGHER vermutlich selbst nur allein zu beantworten wissen, denn SMILEY kocht derart Erklärungs- und Interpretationsansätze auf Sparflamme. Filmfreunde, die hier einen bluttriefenden Slasher-Flick erwarten, dürften bedingungslos enttäuscht werden, denn von derben Morden ist (abgesehen zu Beginn und kurz gegen Ende) weit und breit keine Spur. Stattdessen konzentriert sich die Geschichte einzig und allein auf die labile Ashley, die in regelmäßigen Abständen das mysteriösen Internet-Phantom zu Gesicht bekommt, davon läuft und allmählich den Versand zu verlieren scheint, zumal ihr niemand Glauben schenken und ihr bei dem Kampf gegen den Killer beistehen möchte.
 
Dabei beginnt dieser Horror-Schnell-Schluss eigentlich recht vielversprechend. Die Einführungssequenz beweist Talent sowie handwerkliches Geschick und der obligatorische Intro-Mord sitzt mit all seinen vorhersehbaren Schocks deftig. Auch der ominöse Killer, der in seiner Darstellung eher Übernatürliches vermuten lässt, weiß mit seiner grotesken Maske zu überzeugen. Doch statt auf konventionellen Wege altbekannte Regeln und Klischees abzuhaken verliert sich SMILEY in purer Langeweile. Der gesamte Film hat damit zu kämpfen, überhaupt irgendeine halbwegs vernünftige Geschichte zu erzählen. Dabei darf der Zuschauer der jungen Ashley beiwohnen, wie sie verwirrt und planlos von einem Setting zum nächsten irrt. Die junge Protagonistin kämpft sich durch das stressigen Uni-Leben, vergnügt sich mit einem seltsamen Außenseiter und sitzt verzweifelt auf der Polizeiwache, um die Beamten von der Existenz eines Internet-Killers zu überzeugen. Wirklich spannend wird es zu keiner Zeit, ganz Geschweige davon, dass der maskierte Mörder überhaupt erwartungsgemäß zur Tat schreitet.
 
Bis kurz vor Ende bleibt ungewiss, ob der Killer real oder fiktiv ist, wobei der unerwartete Story-Twist einmal mehr beweist, wie armselig so mancher Drehbuchschreiber um sein Überleben pinseln muss, um seine unlogischen Drehbücher an den Mann bringen zu können. Die letztendliche Auflösung der Geschichte gestaltet sich derart hanebüchen und aufdringlich konstruiert, dass man sich als hungriger Horrorfilmfreund schon irgendwie hintergangen fühlt und am liebsten das Geld für das Kinoticket zurück erstreiten möchte. Mit seinen gerade einmal 24 Jahren hat Regisseur MICHAEL J. GALLAGHER einen wahrhaft souverän gedrehten Film abgeliefert – zumindest was technische Belange betrifft. Inhaltlich ist SMILEY null die Bohne wert, denn selten hat man einen Film gesehen, der soviel Potenzial verschenkt hat. Der Killer ist Bombe, dessen Maske wahrlich unheimliche und die Tatsache, dass er aus dem Internet heraus auf unnatürlichem (?) Wege seinen Blutdurst stillt, eigentlich überaus spannend. Das Endergebnis ist eine einzige Enttäuschung. Keiner der guten Ansätze wurde überhaupt genutzt und so bleibt ein überaus unwichtiger und gehaltloser Film, der absolut unspannend vor sich her plätschert und dessen durchaus konstruiert wirkendes Ende diesen bedeutungslosen Film auch nicht mehr über den Durchschnitt rettet.
 
 
 


 
 
 

SMILEY – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Selten hat man einen Film gesehen, der trotz guter Voraussetzungen sein gesamtes Potenzial verschenkt hat. SMILEY ist trotz gutem Killer-Design ein arg öder Gruselstreifen, der des reißerischen Covers/Trailers wegen vollkommen falsche Erwartungen weckt.
 
 
 


 
 
 

SMILEY – Zensur

 
 
 
Aufgrund kaum vorhandener Morde ist die deutsche Fassung ungeschnitten mit FSK16 durch die Prüfstelle gekommen. Demnach kann der Horrorfan beruhigt zugreifen. Für eine Freigabe musste nämlich an SMILEY nicht geschnippelt werden.
 
 
 


 
 
 

SMILEY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
SMILEY Blu-ray

(c) Ascot Elite Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Smiley; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Deleted Scenes, Gag Reel, Trailer

Release-Termin: 25.02.2014

 
 
 

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Smiley – Trailer

 
 
 

 
 
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ChromeSkull: Laid to Rest 2 (2011)

Mask Maker – Meet your Maker / Maskerade (2010)

The Sleeper (2011)

 

 


Filmreview: „Babycall“ (2011)

 

 

Nachdem uns die Schweden zuletzt mit ihrem kongenialen Vampir-Drama „So finster die Nacht“ eindrucksvoll bewiesen haben, dass auch nordeuropäisches Gruselkino in der Lage sein kann, für gehörig Gänsehaut zu sorgen, erscheint demnächst ein weiterer Vertreter aus dem fernen Norden auch in unseren Gefilden.

Der norwegische Mysterythriller „Babycall“ scheint auf den ersten Blick gewisse Parallelen zum obig genannten schwedischen Meisterwerks zu besitzen, handelt „Babycall“ doch auch von trostloser Einsamkeit, von der Suche nach Geborgenheit und Verständnis und von Menschen, die eigentlich anders sind, als deren Umfeld.

Mutter „Anna“ und ihr wortkarger 8-jähriger Sohn sind derart bemitleidenswerte Kreaturen.

 

 

Nachdem Sohn „Anders“ jahrelang vom eigenen Vater misshandelt wurde, ziehen Mutter und Sohn in die anonyme Großstadt um in einer kleinen Sozialwohnung ein neues Leben zu beginnen.

Doch der erhoffte Neubeginn birgt Unmengen an Problemen und Herausforderungen.

Fast panisch überwacht und kontrolliert „Anna“ ihren kleinen Schützling, immer die Angst im Nacken, dass der Kindsvater herausfinden könnte, wo sich die kleine Familie momentan aufhält.

In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an den Elektronikfachverkäufer „Helge“, der ihr ein Babyphone verkauft, mit welchen „Anna“ auch des Nachts unbekümmert jeden Schritt des Sohnes verfolgen kann.

Es dauert nicht lang, bis die besorgte Mutter, seltsame Schreie und Geräusche aus dem neu erstandenen Utensil wahrnimmt, deren Herkunft sie nicht erklären kann …

 

 

Vorab, der Film(trailer) sorgt freilich für überaus Verwirrung, denn mit „Babycall“ hat Regisseur Pål Sletaune einen zwar soliden Film geschaffen, der aber mehr Sozialdrama ist und nur minimale Mystery-Elemente vorweisen kann.

Wobei diese Genre-Unschlüssigkeit das größte Problem dieses Thrillers ist, denn die Mystery-Elemente passen einfach nicht zum Grundgedanken des Filmes und wirken, gerade zum Ende hin, zunehmend konstruiert und vor allem vollkommen deplatziert.

Dabei hätte die zutiefst traurige Geschichte derart Schiene gar nicht nötig gehabt, lebt sie doch allein von den 3(!) Hauptprotagonisten, die sich fast 90 Minuten ohne Worte zu verständigen wissen und der wahrhaftig genialen Bildkomposition, die es ohne großartiges virtuoses Tam-Tam mit minimalen Mitteln schafft, ein unglaublich depressives und hilfloses Gefühl beim Zuschauer zu entwickeln.

Farbenfrohe Szenen sucht man hier vergebens, eine begleitenden akustische Untermalung ebenso, denn die tritt nur in wenigen ruhigen Minuten in Erscheinung, sodass sich der Zuschauer gänzlich auf das absolut vortreffliche Schauspiel der wenigen Protagonisten konzentrieren kann.

Noomi Rapace , in der Rolle als hilflose Übermutter „Anna“ ist vortrefflich gewählt, unterstreicht ihr psychisch labiles Schauspiel den vollkommen zermürbenden Grundton des Filmes.

Auch Kristoffer Joner als Elektro-Fachverkäufer „Helge“, der sich in die hilflose „Anna“ verliebt, sie aber emotional nicht erreicht, ist in seiner Darstellung zwar überaus zurückhaltend fügt sich dennoch perfekt in die trostlose Handlung ein.

Leider passen die vollkommen aufdringlichen Gruseleffekte nach Annas Kauf des Babyphones nicht wirklich in die Handlung und zerstören den wesentlichen Teil, der arg verstörenden Atmosphäre des Films. Das ist recht schade, denn diese Genre-Unschlüssigkeit schraubt die Filmqualität enorm gen Keller. Hier wollte Regisseur Pål Sletaune vermutlich den ganz großen Coup beweisen und mit einem trefflich überraschenden Storytwist im Stile eines M. Night Shyamalan punkten. Gebracht hat das leider wenig, denn seine unbrauchbare Auflösung fühlt sich an, wie kalter ungenießbarer Kaffee, den man in derart Form in fast schon jedem zweiten Mysterythriller der letzten Jahre gesehen hat.

Babycall“ ist leider eine kleine Enttäuschung geworden. Es gibt wahrlich viele gute Ansätze, die den Film hätten über den Durchschnitt heben können. Ein fast schon unerträglich trauriger und depressiver Grundton unterstreicht den gesamten Film. Die schauspielerischen Qualitäten sind vortrefflich, wäre da nicht der erzwungene Mystery-Abklatsch ab Filmmitte, der den Film vollkommen unbrauchbar macht.

Hätte sich Regisseur Pål Sletaune gänzlich auf die Drama-Komponente konzentriert wäre ihm ein einzigartiger Film gelungen, der mit seinem kontroversen Filmstoff mit Sicherheit den ein oder anderen Zuschauer zum Nachdenken hätte anregen können.

Das Endresultat ist recht ernüchternd und bietet leider nur noch durchwachsene Filmkost, deren Logiklücken gen Ende hin unweigerlich schwer ins Gewicht fallen – überaus Schade!

 

 

 

Fazit 5,5 / 5 Punkten

 

Ein durchschnittlicher Film, der sich leider vollkommen in seinem überflüssigen Genre-Wirrwar verirrt.

Eigentlich schade, zumal die bedrückende Sozialdrama-Komponente zu gefallen weiß.

Deutschlandfilmstart: Juni 2012

FSK-Prognose: ungeschnitten mit FSK16

 

 

Hellraiser80


Filmreview: „Stalker“ (2011)

 

Die erfolgreiche, aber offensichtlich gestresste Buchautorin Paula Martin, zieht sich für das Schreiben an ihrem neuen Werk zurück in das Elterliche Anwesen „Crows Hall“.

Aber auch hier verfolgen sie unendlich seltsame Visionen und Alpträume, die sie scheinbar an den Rand des Wahnsinns treiben.

Nachdem sie sich unglücklicherweise die Hand an einem herausragenden Nagel in der Kellerwand verletzt hat steht ihr die Assistentin Linda hilfreich zur Seite, die ab nun an die Gedanken der Autorin zu Papier bringt.

Doch das anfängliche Vertrauen zwischen den beiden Frauen wird jeher verletzt, als die Schriftstellerin Paula erfährt, dass Linda die von ihr vordiktierten Gedanken verfälscht und den neuen Roman nach ihrem Ermessen weiterspinnt.

 

 

Dieser kleine „Low-Budget“-Thriller scheint auf dem ersten Blick eine gehörige Mogelpackung darzustellen, denn der Filmtitel „Stalker“ dürfte für den ein oder anderen Filmfreund nach Sichtung als relativ irreführend gewählt, denn im Film selbst ist weit und breit nichts zu sehen von einem titelgebenden menschlichen Verfolger.

Mit dem Psychothriller „Stalker“ erhält der Genrefilmfreund einen zwar ganz soliden Horrorthriller, der aber leider mit so einigen sehr groben Schnitzern zu kämpfen hat.

Einerseits sind da die beiden Charaktere Paula und Linda, die anfänglich noch miteinander sympathisieren, aber im Verlauf der Handlung zu sich hassenden Kontrahenten mutieren. Irgendwie scheint den Drehbuchautoren nichts wirklich kreatives eingefallen sein, denn das Schauspiel, sowie die Wortgefechte der beiden Protagonisten untereinander wollen partout nicht überzeugen und plätschern irgendwo zwischen unglaubwürdig oder ziemlich zäh-belanglos daher.

Die arg einnehmende Präsenz der Assistenten Linda, die sich im Verlauf der Handlung zu einem überaus mordgierigen Psychopathen verwandelt, kommt so unglaublich unimpulsiv daher und ihre scheinbar plötzlich auftretenden und unerklärlichen cholerischen Ausbrüche wirken so deplaziert, dass der Zuschauer sich fragt, ob er lieber mit den laienhaften schauspielerischen Leistungen der Linda-Darstellerin Mitleid empfinden soll, oder für das eigentliche Filmopfer Paula.

Dabei versucht Regisseur Martin Kemp, ähnlich wie unzählige Filmemacher vor ihm, die unzähligen Logikpatzer und dramaturgischen Schwächen seines Filmes mit einem überaus uninspirierten und unspektakulären Plottwist zu stopfen.

Die Erklärungen für das Verhalten der beiden Rivalinnen scheinen oberflächlich gesehen zwar halbwegs einleuchtend, psychologisch und tiefgründig gesehen gestalten dieses sich aber leider als absolut fraglich.

Demnach erahnt der Zuschauer bereits schon ab Filmmitte, vorauf der eigentlich Film hinaus will, denn geübte Horrorfilmfans dürften den scheinbar überraschenden Filmtwist und die  Auflösung des ominösen Geschehens weit vor Filmende erahnen.

Scheinbar war Regisseur Martin Kemp dessen bewusst, und versucht die Aufmerksamkeit der Genrefreunde mit einer handvoll kaltblütiger, aber leider unwesentlich wichtigen, Mordszenen zu gewinnen. Das Vorgehen scheint klug gewählt, aber ändert nichts an der Tatsache, dass mit seinem „Stalker“ kein bahnbrechend neuer und vor allem guter Film das Licht der Filmwelt erblickt hat.

Alte Filmhasen dürften während der Sichtung schnell gelangweilt zur Stoptaste ihres Heimkinosystems greifen, junge Filmfreunde, aufgrund der zu laschen und recht blutleeren Inszenierung (bis auf einen deftigen Mord), unbeeindruckt sein.

Regisseur Martin Kemp, der bisher als Darsteller für unzählig schlechte B-Movie-Ware und Serienproduktionen vor der Kamera stand, hat auch mit seinem zweiten abendfüllenden Ausflug in die Welt hinter der Kamera kein Fünkchen Originalität bewiesen.

Sein aktuelles Werk ist unoriginell, unmotiviert und hanebüchen und dürfte schnell als monotone Dauer-TV-Wiederholung im Nachtprogramm diverser Privatsender landen.

 

 

 

Filmpunkte 5,5/ 10

 

Ein unorigineller und vor allem „unböser“ Film, den man man in dieser Form schon zu oft gesehen hat und dem einfach der „Pfeffer“ fehlt.

Stimmungsvoller Einstig – Oberflächlich betrachtet, ein ganz passabel erklärtes Ende. Leider passt das „Dazwischen“ irgendwie nicht zum Rest des Films und will kein Fünkchen überzeugen. Schade!

 

FSK-Prognose: Aufgrund eines recht detailiert zelebrierten Mord gehe ich davon aus, dass die FSK dem Film in der ungeschnitten Form eine „Keine Jugendfreigabe“ – Kennzeichung attestieren wird. Mit viel Glück eventuell auch eine FSK 16er Freigabe, obwohl ich diese Entscheidung eher bezweifle.

Deutschland-Start: bisher noch unbekannt

 

 

Hellraiser80


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