Filmkritik: „Shed of the Dead“ (2019)

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SHED OF THE DEAD

Story

 
 
 

Ein fauler und unsympathischer Möchtegerngärtner verschläft beinahe eine Zombie-Invasion und wird am Ende als Held gefeiert. Sowas kann es eigentlich nur im Film geben.

 
 
 


 
 
 

SHED OF THE DEAD – Kritik

 
 
 
Vor einiger Zeit hatten wir so etwas schon einmal auf dem Schirm. Da wollte man es dem Actionkracher THE EXPENDABLES gleich machen und möglichst viele bekannte Horrorfilmstars in einen Splatterstreifen pressen, um dem Genre-Fan feuchte Höschen bescheren zu können. Leider war DEATH HOUSE – trotz stattlicher Anzahl an bekannten Gesichtern – alles andere als gut. Kein Hals- und Beinbruch dachte sich Filmemacher DREW CULLINGHAM. Der wagt einen weiteren Versuch in eine ähnliche Richtung. Für den konnte er ebenso Ikonen des Horrorfilms gewinnen, die nun ein weiteres Mal vereint das Genre unsicher machen wollen. SHED OF THE DEAD nennt sich das Resultat, das trotz verheißungsvoller Sprüche auf dem DVD- und Blu-ray-Cover auch wieder nicht das geworden ist, das man von einem derartigen Vorhaben erwarten würde. Hier versuchen namhafte Schlitz- und Splattergrößen wie KANE HODDER, MICHAEL BERRYMAN und BILL MOSELEY einen miserablen Film zu tragen, der schon nach wenigen Minuten langweilt, weil er einfach nichts Neues zeigt und all das mit Füßen tritt, was gute Horrorkomödien auszeichnet. Keine sympathischen Figuren, keine zündenden Gags und eine Story, die das Dümmste ist, was man zuletzt im Horrorfilm zu sehen bekommen hat. Wenigstens hatten alle Beteiligten Spaß. Schade nur, dass sich Letzterer überhaupt nicht auf den Zuschauer übertragen will. Sowas nennt man normalerweise Bruchlandung. Setzen, 6!
 
 
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Der gefühlt tausendste Film über ein Zombie-Invsion, die aus heiterem Himmel ausbricht. Genau jenes Szenario muss auch Verlierer Trever durchleben, der aber davon kaum etwas mitbekommt, weil er mit sich selbst und seinem vermasselten Leben beschäftigt ist. Privat läuft es nämlich nicht so gut. Um der nervigen Ehegattin aus dem Weg zu gehen, hat sich der arbeitslose Trevor einen Schrebergarten gemietet, wo er heimlich Wodka aus gestohlenen Kartoffeln braut und mit Kumpel Graham Tabletop-Figuren bemalt. Eigentlich ein entspannter Rückzugsort vom Alltagsstress. Würde da nicht der spießige Gartenbesitzer Mr. Parsons Probleme bereiten. Der hat nämlich bereits Wind davon bekommen, dass Trevor ein fauler Schmarotzer ist. Deshalb will er ihn aus der Gartenidylle vertreiben. Er startet eine Petition und findet unter den übrigen Schrebergärtnern Verbündete, die ebenso den Abgang des Störenfrieds wünschen. Da kommt es zur Konfrontation und plötzlich ist Mr. Parsons tot. Was nun? Eine gute Frage, die unser Antiheld mit der Säge löst. Er zerteilt den Körper der Leiche in kleine Teile und staunt nicht schlecht, als der eigentlich tote Schrebergärtner plötzlich wieder von den Toten aufersteht. Willkommen zu einer weiteren Episode: Zombie gegen Menschen und umgekehrt.
 
 
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SHED OF THE DEAD hat mal wieder die of the Dead-Kreation im Titel. Erfahrene Zuschauer wissen mittlerweile, dass eine an die Kult-Klassiker des verstorbenen GEORGE A. ROMERO angelehnte Titelbezeichnung in der Regel den regelmäßigen Zombie-Wahnsinn einleitet. Im Falle von SHED OF THE DEAD ist aber so langsam das Maß aller Dinge erreicht. Der Film will nämlich in die Fußstapfen des britischen Horrorspaßes SHAUN OF THE DEAD treten. Leider befindet sich die Produktion weit weg von den Qualitäten jener Horrorkomödie, die unter Fans des Genres seit Jahren Kult genießt. Dafür verantwortlich sind infantile Witze, Fäkal-Humor und Späße weit unter der Gürtellinie. Wirklich clever oder gar einfallsreich ist hier nichts. SHED OF THE DEAD ist plump, quält mit nervigen Hauptdarstellern und zieht ermüdend Zombie-Klischees durch den Kakao, bereits so oft persifliert wurden, dass man darüber schon lange nicht mehr lachen kann. Regisseur und Drehbuchautor DREW CULLINGHAM füllt seine belanglose Geschichte mit pubertären Zoten, die wohl ein Teenager besser zu Papier gebracht hätte. Hinzukommt, dass der Zombie-Ulk zu keiner Minute witzig ist. Für eine Komödie fatal, die das Publikum eigentlich zum Lachen bringen möchte.
 
 
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SHED OF THE DEAD erweckt den Eindruck, als habe man das Budget falsch investiert. Offenbar floss das meiste Geld in die Auftritte der bekannten Schauspieler, um damit zugkräftige Verkaufsargumente für die Fanbase zu besitzen. Deshalb musste anderenorts gespart werden. So kommen die für Zombiefilme essenziellen Splatter-Szenen größtenteils aus dem Computer. Die wenigen Schauplätze zeichnen sich durch Minimalismus aus und über das fertige Drehbuch konnte man offenbar nicht noch einmal einen Profi lesen lassen, weil der wohl zu viel Kapital verschlungen hätte. Nein, SHED OF THE DEAD ist keine Sternstunde des Zombiefilms und dürfte wohl nur deshalb etwas Aufmerksamkeit erhalten, weil man drei bekannte Ikonen des modernen Horrorkinos engagieren konnte, denen offenbar mittlerweile vollkommen egal ist, für was man seinen bekannten Namen hergibt, solange es dafür Geld gibt. Hier wird im wahrsten Sinne des Wortes BAD TASTE geboten – wenngleich auch im negativen Sinne.
 
 
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SHED OF THE DEAD – Fazit

 
 
 

5 Punkte Final

 
 
 
BAD TASTE meets SHAUN OF THE DEAD. Auch wenn wir zwei ganz große Streifen des Horror-Genres in einem Atemzug nennen, um damit in etwa ausdrücken zu können, wohin die Reise in SHED OF THE DEAD gehen soll, hält man hier alles andere als nennenswerte Zombie-Unterhaltung in den Händen. Regisseur und Drehbuchautor DREW CULLINGHAM klaut von überall etwas zusammen. Ob ein paar Ideen aus Jacksons Kult-Titel BRAINDEAD oder dem rabenschwarzen SHAUN OF THE DEAD – an Zitaten mangelt es freilich nicht. Die Huldigungen hätte man diesem Zombiefilm auch gerne gegönnt, wenn SHED OF THE DEAD nicht undankbar witzfrei wäre. Der Streifen entpuppt sich als Sammelsurium infantiler Späße, die wohl nicht mal pubertäre Teenager witzig finden werden. Als wäre das alles nicht schon schlimm genug, kommt auch die Geschichte nur selten in Schwung. Da kann man es vielen Horrorfilmfans nicht vergönnen, wenn die behaupten, dass das Zombie-Genre so langsam die besseren Tage hinter sich hat. Ein ideenloser Film wie SHED OF THE DEAD unterstreicht diese These geradewegs.
 
 
 


 
 
 

SHED OF THE DEAD – Zensur

 
 
 
SHED OF THE DEAD hat von der FSK eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Das ist für eine Zombiekomödie etwas ungewöhnlich. Zwar fließt etwas Blut und ein paar Splatter-Momente gibt es auch zu sehen. Diese sind aber so überzogen, dass die Erwachsenenfreigabe verwundert. SHED OF THE DEAD wurde in Deutschland ungeschnitten veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

SHED OF THE DEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Meteor Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Shed of the Dead; Großbritannien 2019

Genre: Horror, Splatter, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,39:1 / (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, B-Roll, Bildergalerie

Release-Termin: 31.05.2019

 

Shed of the Dead [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SHED OF THE DEAD – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Meteor Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stalled (2013)
 
Shaun of the Dead (2004)
 
Zombieland (2009)
 
Tucker and Dale vs Evil (2010)
 
Braindead (1992)
 
Scouts vs. Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse (2015)
 
Cooties (2014)
 

Filmkritik: „Isabelle“ (2018)

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ISABELLE

(THE WANTING | ISABELLE’S WANTING)

Story

 
 
 

Ein bleiches Mädchen bringt durch das ständige Beobachten der neuen Nachbarn genau jene um den Verstand. Letztere fühlen sich so langsam genervt – zumal ihnen der Neuanfang am Rande der Stadt alles andere als einfach fällt.

 
 
 


 
 
 

ISABELLE – Kritik

 
 
 
Wer sich mit Horrorfilmen auskennt weiß schon lange, dass reißerisch gestaltete Filmplakate schon lange nicht mehr die Qualität eines Horrorfilms widerspiegeln. Da wird gern mal mit Blut, Gedärm oder entstellten Fratzen geworben, um die Neugierde des Zuschauers zu wecken. Leider wird so nur vom eigentlichen Inhalt abgelenkt. Bei den meisten neueren Horrorfilmen sieht es damit mau aus. Zum Leidwesen des Käufers. Dem wird einmal mehr bewusst, dass man sich nicht vom Filmplakat leiten lassen soll. In der Regel steckt nämlich genau bei jenen Covergestaltungen Schund dahinter, die auf Biegen und Brechen um die Gunst des Käufers buhlen. Gute Horrorfilme habe ausgefeilte Poster-Kreationen nicht nötig.
 
 
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Bei der folgenden Genre-Produktion mit dem Titel ISABELLE trifft genau diese Formel zu. Da schaut eine verängstigte Frau vom Cover und suggeriert so dem Zuschauer, dass er hier wohl einen der gruseligsten Filme der letzten Jahre zu sehen bekommt. Die Realität sieht anders aus. Der von ROBERT HEYDON inszenierte Horrorstreifen hat zwar mit ADAM BRODY (aus FINAL DESTINATION 3) und SHEILA MCCARTHY (aus STILL/BORN) bekannte Gesichter zu bieten. In Sachen Grusel wird aber nur beliebige Standardware geboten, die eher ermüden lässt, statt den Zuschauer vor Angst um den Schlaf zu bringen. Vielleicht wäre eine gelangweilte Frau auf dem Poster aufschlussreicher gewesen, statt den Käufer mal wieder mit Fehlinformationen hinter das Licht zu führen. Dann hätte der Zuschauer auch direkt verstanden, was ihn erwarten wird.
 
 
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Nervige Stalkerin: In ISABELLE zieht es werdende Eltern in ein gemütliches Häuslein in ruhiger Gegend. Eigentlich das Beste, was der schwangeren Larissa und dem Gatten Matt passieren konnte. Würde da nicht plötzlich ein schrecklicher Schicksalsschlag ereilen. Der ungeborene Sohn stirbt ganz unerwartet und das junge Paar fällt in ein tiefes Loch. Kein guter Start in das gemeinsame Leben, was sich vor allem bei Larissa bemerkbar macht. Die hat mit Depressionen zu kämpfen und sieht sich plötzlich von der schaurigen Nachbarstochter verfolgt. Letztere sitzt im Rollstuhl und beobachtet die neuen Nachbarn von ihrem Dachfenster aus. Da überkommt der traumatisierten Larissa ein unangenehmes Gefühl. Zurecht, denn es dauert nicht lang, bis das bleiche Mädel von Gegenüber auch noch in der Wohnung der jungen Eltern auf Entdeckungsreise geht – unaufgefordert versteht sich. Alles nur Einbildung und doch real? Eine Frage, der Ehemann Matt auf den Grund gehen muss. Ob er schnell professionelle Hilfe finden wird?
 
 
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ISABELLE ist kein cleverer Horrorfilm. Der Gruselstreifen versucht erst gar nicht, dass Beste aus der dünnen Story zu machen. Wo man in Filmen wie THE HOUSE ON PINE STREET oder DARK CIRCLES ähnliche Themen aufgriff und den Zuschauer durch falsche Fährten an der Nase herumführte, geht man in ISABELLE den Weg des geringsten Widerstandes und fällt gleich mit der Tür ins Haus. Dabei entpuppt sich bereits der Trailer als katastrophale Spannungsbremse. Der verrät gleich mal genau jenen Plot, der anfangs noch verschleiert wird und den Zuschauer vor der Glotze halten soll. So ist Regisseur ROBERT HEYDON kläglich darum bemüht ein Mysterium um die Geschehnisse in ISABELLE zu weben. Unsere Filmheldin verliert ihr neugeborenes Kind und beginnt plötzlich Dinge zu sehen, die gar nicht da sind. Alles nur Folgen eines schwerwiegenden Traumas oder ist Larissa auf einmal empfänglich für paranormale Ereignisse? Der Sprung vom Psychothriller zum Geisterfilm ist kurz und macht aus ISABELLE ziemlich austauschbaren Gruselbrei, der sich wirklich jedem Klischee bedient, das man nun schon in gefühlt 1000 Filmen über zornige Geister zu sehen bekommen hat. Das ist angesichts der Tatsache ermüdend, weil es mittlerweile einfach zu viele Gruselproduktionen gibt, in den es spukt oder poltert. Weil die nach immer gleichen Schema abgehandelt werden, hat sich allmählich ein Sättigungsgefühl eingestellt. Das macht sich auch im Falle von ISABELLE bemerkbar. Ja, hier ist ein böses wütendes Geistermädchen am Werke, das dem Gör aus dem japanischen RING-Universum Konkurrenz machen will. Will das jemand sehen? Wir meinen: nein! Etwas mehr Grips und Einfallsreichtum tut beim Gruselhandwerk zwingend Not.
 
 
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ISABELLE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein weiterer Versuch dem aus TV-Geräten und Brunnen krabbelnden Mädchen der Horrorfilm-Reihe RING den Rang abzulaufen. Der Gruselfilm ISABELLE ist ein solider Gruselfilm für Anfänger – mehr aber auch nicht. Regisseur ROBERT HEYDON versucht mit ausgelutschten Rezepturen des Geisterfilm-Genres irgendwie Spannung aufzubauen. Vergebens! Der Streifen verrät viel zu früh, dass die stalkende Nachbarstochter eigentlich ein Geist ist und einen Weg sucht, trotz Geisterhülle irgendwie unter den Lebenden verweilen zu können. Für die Filmhelden Grund genug, nach den sterbliche Überresten der toten Stalkerin zu suchen, um dem Geist ins Reich der Toten abschieben zu können. Ja, jetzt haben wir den wenig überraschenden Plot aufgelöst. Den vorausahnen zu können ist aber auch keine Kunst. Erfahrene Zuschauer wittern bereits nach wenigen Minuten die Fährte. Der dumm geschnittene Trailer verrät den Rest. Wer sich den angeschaut hat, kann sich Sichtung des eigentlichen Films sparen. ISABELLE ist paranormale Dutzendware – ohne echten Spannungsbogen. Austauschbar, beliebig, unnötig.
 
 
 


 
 
 

ISABELLE – Zensur

 
 
 
ISABELLE hat kaum Gewalt zu bieten. Eine Filmfigur erstickt, weil man ihr eine Plastiktüte über den Kopf zieht. Weiterhin bringt sich ein Charakter selbst um und eine Protagonistin stürzt aus dem Fenster. Das ist alles sowas von FSK16 – man glaubt es kaum.
 
 
 


 
 
 

ISABELLE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei The Wanting Film Inc.)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jessabelle – Die Vorhersehung (2014)
 
Gallows Hill (2013)
 
Haunt – Das Böse erwacht (2013)
 
Dark Circles (2013)
 
The House on Pine Street (2015)
 

Filmkritik: „Haus der Todsünden“ (1976)

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HAUS DER TODSÜNDEN

(HOUSE OF MORTAL SIN | THE CONFESSIONAL MURDERS)

Story

 
 
 

Jenny (Susan Penhaligon) ist jung, hübsch und verfügt über einen, nun ja, nicht gerade strengen Moralkodex. Nachdem sie ihren alten Freund Bernard trifft, der zwischenzeitlich zu Gott gefunden und sogar die Priesterweihe erhalten hat, denkt sie über Religion nach. Passt gut, verlässt sie doch gleich ihr Lover Terry. Jenny möchte bei Bernard beichten gehen. Leider hat der ältere Priester Meldrum (Anthony Sharp) Dienst. Er nimmt ihr die Beichte ab und dreht anschließend ordentlich am Rad. Eine schiere Besessenheit von der jungen Frau packt den Gottesmann. Erpressung mit Jennys auf Tonband aufgenommener Beichte ist da noch das harmloseste Vergehen, da der Pfarrer zu einem ausgewachsenen Slasher mutiert, dessen Mord-Arsenal immer einen Kirchenbezug hat. Giftige Hostien oder ein geschwungener Weihrauchkessel kommen zum irren Einsatz.

 
 
 


 
 
 

HAUS DER TODSÜNDEN – Kritik

 
 
 
Nicht erst im schleimigen Glanze der ständig aktuellen Skandale um sexuell ausgebeutete kleine Bübchen ist Kritik an der Katholischen Kirche angebracht. Der nach eigener Einschätzung heilige Moloch aus Rom ist seit zweitausend Jahren das finanzstärkste Unternehmen des Planeten und geht im Namen seines absoluten Machterhalts und der Deutungshoheit über einen Großteil der weltweit religiös engagierten Menschlein buchstäblich über Leichen. Politik, Dominanz, Krieg. Wenn es der Organisation nützt, werden auch ganz und gar nicht fromme Herrscher der weltlichen Fraktion gefördert. So weit, so brachial-banal. Kirchenkritische Filme gibt es ähm, Gottseidank, fast seit Anbeginn der Kinowirtschaft. Das Spektrum ist breit gefächert, reicht zum Beispiel von Luis Bunuels karriereumspannender Prügel für den Klerus über beinahe körperlich schmerzende Leinwand-Exzesse wie Pier Paolo Pasolinis „Salo – Die 120 Tage von Sodom“ (1975) oder Ken Russels „Die Teufel“, vier Jahre davor bis hin zu derben Quatsch-Komödien aus – eigentlich pervers – stramm katholischen Ländern wie Italien oder Spanien. Mit „Haus der Todsünden“ betritt 1975 niemand Geringeres als der Brite Pete Walker die Bühne des cinematischen Anprangerns kommerziell organisierter Religionen. …und das tut er auf seine ganz eigene Weise.
 
 
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Peter Walker, 1939 in Brighton geboren, ist während seiner Schaffenszeit, 1968 bis 1983, so etwas wie die Exploitation-Geheimwaffe des britischen B-Films. Zielsicher und einsetzbar an jedem Schauplatz. Kaum eine Sparte des grellen Bahnhofskinos, die nicht mit ätzenden Juwelen aus der Hand dieses boshaft-zynischen Regisseurs beschenkt worden wäre. Eindeutig britisch kommt sein Stil daher. Grundsätzlich. Deprimierende, graue Außenaufnahmen trister englischer Stadtpanoramen, seltsame, völlig in ihrer Zeitepoche verhaftete Figuren, von denen niemand wirklich komplett sympathisch gezeichnet ist und plötzliche Ausbrüche von über die Lächerlichkeit der menschlichen Tragödie spottender Brutalität zeichnen das Oeuvre Peters des Großen aus.
 
 
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In Pete Walkers an Höhepunkten nicht armer Filmografie leuchten herausragende Werke wie der fiese Vorstadt-Kannibalismus-Klassiker „Frightmare“ (1974) oder schräge Erotik-Trasher á la „The Four Dimensions of Greta“ (1972) und der hierzulande brillant betitelte „Der Porno-Graf vor Schweden“ (1969), harr, harr. Für seinen letzten Film, die 1983 erschiene Spaß-Horrorschau „Das Haus der langen Schatten“ versammelt er sogar die rüstige Gruselfilm-Altstar-Gang Vincent Price, Christopher Lee, Peter Cushing und John Carradine vor der Kamera. Seine größten Momente hat Pete Walker, wenn er mit dem Drehbuchautor David McGillivray zusammenarbeiten kann. Der ist auch nicht minder menschenfeindlich bei der Sache. Regisseur und Autor ergänzen sich derart kongenial, dass wahre Glücksfälle entstehen können. „Haus der Todsünden“ ist ein solcher Glücksfall. McGillivray bekommt als Ausgangsbasis eine Story aus der Feder Walkers vorgelegt und verwandelt die in ein Skript, bereit für Walkers Verfilmung. Da ist Gedankenübertragung in beide Richtungen am Werk – künstlerisch ideal. Im Bonusmaterial des nun erhältlichen Mediabooks aus dem Hause Wicked Vision findet sich ein Gespräch McGillivrays mit dem unverwüstlichen englischen Horror-Kenner Kim Newman.
 
 
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Die dem „Haus der Todsünden“ zu Grunde liegende Kurzgeschichte Walkers ist geprägt von persönlichen Eindrücken und entsprechend wütend geschrieben. Man kann den Groll des desillusionierten Katholiken im Regisseur deutlich herauslesen. Daher ist Susan Penhaligon – für Pete-Walker-Verhältnisse – in der Hauptrolle auch erstaunlich positiv angelegt. Anthony Sharps hervorragend gespielter Gaga-Priester ist eine regelrechte Verkörperung der Verlogenheit und Zielstrebigkeit von Mutter Kirche. Ein „der Zweck heiligt die Mittel“ personifiziert in der Gestalt eines einzelnen, Vernunft und Mitgefühl gleichermaßen unterdrückenden Würdenträgers im Auftrag des Herrn, dem aber die Realität längst zwischen den Fingern durchgeronnen ist. Der bereits erwähnte Berufswahnsinnige Ken Russell, dessen noch heute viel-zensierter „Die Teufel“ jedem englischsprachigen Film-Provokateur nach 1971 ein Vorbild gewesen sein muss, wirkt von Sharps Performance inspiriert. In seinem 1984 erschienen Schmier-Thriller „China Blue – Bei Tag und Nacht“ quält der verrückte Pfarrer Peter Shayne (Anthony Perkins, natürlich ebenso top wie over-the-top) seine Opfer zum Beispiel mit messerscharfen Dildos. Parallelen, auch im Spiel der beiden Anthonys, sind deutlich.
 
 


 
 
 

HAUS DER TODSÜNDEN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
„Haus der Todsünden“ ist ein späterer und ungewöhnlich persönlicher (man höre sich seinen Audiokommentar an) Film eines der wenigen noch lebenden Exploitation-Zauberer und natürlich ein toller zweiter Eintrag in die Pete-Walker-Collection, welche das Label Wicked Vision nun ins Leben gerufen hat. Ein Projekt, von dem man sich Komplettismus wünschen möchte. Zur makellosen Ausstattung der Mediabook-Veröffentlichung kommt die mutige und ungemein begrüßenswerte Entscheidung des Labels, die unvermeidliche deutsche Audiokommentar-Spur mal von anderen als den üblichen zweieinhalb Wichtigtuern des heimischen Marktes einsprechen zu lassen. Der gute Rolf Giesen war dazu schon eine Autorität auf dem Gebiet des Phantastischen Films als man für solcherlei Passionen hierzulande noch quasi-öffentlich für geistesgestört gehalten wurde. Herausragendes Mediabook.
 
 
 


 
 
 

HAUS DER TODSÜNDEN – Zensur

 
 
 
Die damaligen deutschsprachigen VHS-Veröffentlichungen vom Anbieter VMP waren ungekürzt. Eine dieser erhielt sogar in der ungeschnittenen Fassung eine FSK18. „Haus der Todsünden“ wurde 1984 von der BPjM indiziert. Erst im Jahre 2009 wurde die Indizierung aufgehoben. Das Label Wicked Vision hat den Streifen nun erneut im Mediabook veröffentlicht – erstmalig sogar auf DVD und Blu-ray. Die Veröffentlichung ist zwar ungeprüft, aber ebenso ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

HAUS DER TODSÜNDEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) WICKED VISION MEDIA (Mediabooks)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: House of Mortal Sin; Großbritannien 1976

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Mono), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.66:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 104 Min.

FSK: ungeschnittene, ungeprüfte Fassung

Verpackung: 3 verschiedene Mediabooks

Extras: 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Jonathan Rigby, Audiokommentar mit Regisseur Pete Walker und Jonathan Rigby, Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen, Dr. Gerd Naumann und Matthias Künnecke, Featurette: „Sheila Keith – Eine nette alte Frau?“, Interview mit Pete Walker, „House of Walker“: David McGillivray & Kim Newman über „Das Haus der Todsünden“, Bildergalerie, Originaltrailer

Release-Termin: 29.03.2019

 

Haus der Todsünden (Mediabook Cover A) auf AMAZON kaufen

Haus der Todsünden (Mediabook Cover B) auf AMAZON kaufen

Haus der Todsünden (Mediabook Cover C) auf AMAZON kaufen

 
 
Anbieter Wicked Vision feiert die HD-Premiere von „Haus der Todsünden“ mit drei Mediabooks und veröffentlicht den Streifen in der Pete-Walker-Collection Nr. 2. Jedes der Bücher besitzt ein anderes Cover-Motiv und ist streng limitiert. Darüber hinaus wurde die Veröffentlichung mit ausführlichem Bonusmaterial ausgestattet. Neben diversen Audiokommentaren, einem Interview mit Pete Walker sowie weiteren Featurettes liegt ein 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Jonathan Rigby bei. Natürlich ist diese Veröffentlichung von „Haus der Todsünden“ ungeschnitten. Sammler greifen schnell zu, denn lange wird es diese Mediabooks wegen der hohen Nachfrage nicht geben.

 
 
 


 
 
 

HAUS DER TODSÜNDEN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei WICKED VISION MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Teufel (1971)
 
China Blue – Bei Tag und Nacht (1984)
 
Killer Nun (1979)
 

Filmkritik: „Prey – Beutejagd“ (2016)

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PREY – BEUTEJAGD

(PROOI)

Story

 
 
 

Ein riesiger Löwe streift durch Amsterdam und schlägt sich den Magen voll, indem er einfach unzählige Stadtbewohner vertilgt.

 
 
 


 
 
 

PREY – Kritik

 
 
 
Tier-Horror erfreut sich seit den 1970ern besonders großer Beliebtheit. Nicht selten haben es sich in dieser Art Filme mutierte, zornige oder besonders gefräßige Tiere zur Aufgabe gemacht der Menschheit einen Denkzettel zu verpassen, weil diese so ignorant und ausbeuterisch mit Natur und Umwelt umgeht. Ein Thema, das auch heute noch aktueller denn je ist. Dennoch genießen Tierhorrorfilme mittlerweile einen zweifelhaften Ruf, was in erster Linie darauf zurückzuführen ist, dass es so profitorientierte Filmstudios wie SYFY oder THE ASYLUM gibt. Die drehen zwar gern mal Horrorfilme mit und über Tiere. Statt aber Kritik an der Zerstörung der Umwelt durch die Menschheit und dem damit verbundenen Zerfall wichtiger Ökosysteme auszuüben, ist man dort eher daran interessiert trashige Unterhaltung mit schlechten Spezialeffekten zu drehen, die die Hirnzellen des Zuschauers zerstören sollen.
 
 
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Da erwartet man von einem Film mit dem Titel PREY – BEUTEJAGD auch nicht unbedingt feingeistige Filmware. Dennoch ist dieser Horrorstreifen über einen nimmersatten Löwen eine Erwähnung wert. Der Film ist nämlich in den Niederlanden entstanden und hat mit Regisseur DICK MAAS auch noch einen bekannten Holländer am Start, der sich im Horror-Genre bereits einen Namen gemacht hat. Erfahrener Kenner erheben da verständlicherweise den Zeigefinger und zeigen sich interessiert. Das nicht ohne Grund. Herr Maas war nämlich an einigen Horrorproduktionen beteiligt, die in Holland gedreht und sogar international vermarktet wurden. Darunter bekannte Genre-Ware wie VERFLUCHTES AMSTERDAM, FAHRSTUHL DES GRAUENS und der grimmige Weihnachts-Horror SAINT. Wem das alles nichts sagt, dürfte aber trotzdem gleich eine Wissenslücke füllen können. Eine der in Deutschland bekanntesten Komödien wurde von ihm in den 1990ern inszeniert. DICK MAAS schrieb und inszenierte den kultigen FLODDER-Film. Wir sind uns sicher, bei den meisten Lesern macht es jetzt Klick.
 
 
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In Amsterdam herrscht Ausnahmezustand. Dort sind die Einwohner sehr aufgeregt, weil sich in der Stadt eine Bestie herumtreibt, die eine Spur der Verwüstung hinterlässt. Da werden zerfetzte Menschen gefunden und die Polizei steht vor einem Rätsel. Doch eine Kommissarin weiß sofort, was los ist. Sie hat eine Spur und macht einen riesigen Löwen verantwortlich, der offenbar jegliche Scheu vor der Menschheit verloren hat. Leider will der besorgten Kriminalbeamtin niemand Glauben schenken. Ein fataler Fehler, wie sich bald herausstellen wird. Die hungrige Raubkatze dezimiert unschuldige Menschen und macht vor nichts und niemandem halt. Weil sie sich auch noch gut verstecken kann, scheint es nicht leicht, dem Tier das Handwerk zu legen. Da muss ein Experte ran. Ein erfahrener Jäger wird eingeflogen und soll das Problem lösen. Leider sitzt der im Rollstuhl und hat Probleme mit dem Alkohol. Wenn das mal nicht gute Voraussetzungen sind.
 
 
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PREY – der übrigens im Entstehungsland als PROOI vermarktet wird – ist nicht unbedingt das, was man sich von einem erfahrenen Filmemacher wie DICK MAAS vorgestellt hat. Der Streifen ist weit weg von den Qualitäten jener Filme, mit denen der Regisseur Fuß im Filmbusiness gefasst hat. Trotzdem ist der Raubkatzen-Horror PREY immer noch weit besser als das, was der Horror-Videomarkt mittlerweile zu bieten hat. Hier ist ein computeranimiertes Raubtier zu sehen, das die Straßen der niederländischen Hauptstadt unsicher macht und nicht zimperlich zur Sache geht. Das Resultat: zerfetzte Körper und große Blutlachen. Das dürfte jene freuen, die gern sattes Rot im Film sehen wollen, denn PREY geizt zweifelsohne nicht mit Schauwerten. Tier verspeist nicht nur ahnungslose Golfspieler und Essenslieferanten. Auch spielende Kinder müssen dran glauben und werden nach einer Rutschpartie auf dem Spielplatz direkt ins Maul des Tieres befördert. Irgendwie gemein.
 
 
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Generell nimmt sich PREY nicht immer ernst. Der Streifen scheint sich seiner trashigen Handlung bewusst zu sein und zieht daraus Unterhaltungsfaktor. Da geht die riesige Katze in einer vollen Straßenbahn(!) auf Beutefang und übereifrige Hobby-Jäger wollen das Tier in Eigenregie fangen – fallen letztendlich aber selbst in die aufgestellten Fallen. In einer anderen Szene sehen wir, wie ein flüchtender Mann in der Amstel landet und sich in Sicherheit wähnt. Als er aus dem Wasser taucht, um nach dem Rechten zu sehen, wird ihm der Kopf abgebissen. Als wäre das nicht alles schon zynisch genug, landet das abgefressene Haupt anschließend versehentlich in der Müllpresse der Stadtreinigung. Rabenschwarzer Humor lässt sich da freilich nicht von der Hand weisen. Mit derart Späßen hält sich PREY über weite Strecken über Wasser. Die hat die niederländische Produktion aber auch zwingend nötig.
 
 
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Der Streifen ist nämlich knapp zwei Stunden lang und hat vor allem im Mittelteil mit einigen Hängern zu kämpfen. Da werden Figuren eingeführt, die natürlich auch so etwas wie Charakterisierung und eine Hintergrundgeschichte erhalten müssen. Vielleicht etwas zu viel Hintergrund und Dialog, der hätte gestrafft werden können. Das nimmt dem tierischen Horror-Spaß oft den Drive. Trotzdem will man nicht meckern. PREY macht Laune – keine Frage und ist der beste Beweis dafür, dass man nicht unbedingt immer nach Übersee schielen muss, wenn man soliden Horror mit Bluteinlage sehen will. Hier bekommt der Horrorfan all das, was er eben von kurzweiliger Horror-Ware erwartet: Spaß, Gore und jede Menge Blut. Europa kann eben auch blutigen Horror.
 
 


 
 
 

PREY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Löwenstarker Tier-Horror aus Holland. Unsere Nachbarn trauen sich was und experimentieren mit CGI-Effekten. Das Ergebnis ist PREY – BEUTEJAGD, der als Horrorfilm keine üble Figur macht. Regisseur DICK MAAS erzählt in dieser Produktion von einem amoklaufenden Löwen, der Amsterdam in Schach hält. Das Tier tritt als computeranimierter Killer in Erscheinung, frisst sich aber auch als Puppe durch das Fleisch seiner Opfer. Die Bezeichnung fressen wird dabei besonders zeigefreudig in Szene gesetzt. Wie zuletzt in BOAR ist auch PREY in Sachen Gewalt ganz offen und zelebriert jede Menge blutiger Handarbeiten, die Splatterfans in Verzückung versetzen werden. Offenbar sahen das auch die Horrorfilm-Liebhaber in China so. Schenkt man der Facebook-Webseite zum Film Glauben, schaffte es PREY dort sogar in die Top10 der chinesischen Kinocharts. Das gelingt nicht vielen europäischen Horrorfilmen.
 
 
 


 
 
 

PREY – Zensur

 
 
 
PREY – der in Holland als PROOI vermarktet wird – hält sich nicht unbedingt mit Schauwerten zurück. Es gibt verstümmelte Leichen zu sehen, abgetrennte Köpfe und Gliedmaßen. Ein Jäger fällt weiterhin mit dem Gesicht in eine Bärenfalle. Der Löwe im Film reißt Schädel ab und beißt auch sonst alles tot, was ihm zwischen die Zähne kommt. So muss sogar ein unschuldiges Kind sterben dem der Hals zerbissen wird. Hierzulande dürfte PREY – BEUTEJAGD trotz aller Gewalt eine FSK16 erhalten. In deutscher Sprache erscheint der Titel vorerst Anfang Dezember 2019 ert einmal ungeprüft im deutschspachigen Ausland über Indeed Film / Illusion Unltd. Eine mögliche Auswertung mit FSK-Prüfung für die deutschen Kaufhäuser ist im Verlauf des Jahres 2020 nicht unwahrscheinlich.
 
 
 


 
 
 

PREY – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Shooting Star Filmcompany BV | Dutch FilmWorks)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Roar – die Löwen sind los (1981)
 
Burning Bright – Tödliche Gefahr (2010)
 
Maneater (2007)
 

Filmkritik: „I Trapped the Devil“ (2019)

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I TRAPPED THE DEVIL

Story

 
 
 

Zwei entfremdete Brüder treffen am Heiligen Abend aufeinander und erleben ein Weihnachtsfest voller Angst.

 
 
 


 
 
 

I TRAPPED THE DEVIL – Kritik

 
 
 
Horrorfilme, die an Heiligabend spielen, bilden nicht erst seit gestern ein eigenes Genre. Bereits in den 1970ern wurde Weihnachten in Filmen wie BLACK CHRISTMAS oder UNTER MORDVERDACHT zum bluttriefenden Grauen deklariert, wo statt gefeiert grausam gestorben werden musste. Was in den 1970ern aber noch die Ausnahme war, hat sich mittlerweile im Horror-Genre fest etabliert. So vergeht nahezu kein Jahr an dem nicht mehrere Horrorfilme gedreht werden, die das Weihnachtsfest zum Thema schrecklicher Ereignisse machen. I TRAPPED THE DEVIL ist einer derer. Kurioserweise handelt es sich hier um einen Genre-Beitrag, der zwar zur Weihnachtszeit spielt, aber kaum Weihnachtsstimmung aufkommen lässt. Stattdessen wird der Zuschauer in einen Albtraum aus Wahn, Paranoia und Okkult-Horror gezogen, der vor allem durch eines auffällig wird: klaustrophobische Bilder und ungemütliche Atmosphäre.
 
 
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Wenn Weihnachten eine unerwartete Richtung einschlägt. Eigentlich möchten Matt und Frau Karen nur die Festtage mit der Familie verbringen. Doch es kommt alles ganz anders. Die beiden wollen Matts psychisch labilen Bruder besuchen, um ihm am Weihnachtsabend Gesellschaft zu leisten. Leider ist Bruderherz Steve über den unangemeldeten Besuch alles andere als erfreut. Die miese Weihnachtsstimmung hat auch ihren Grund. Steve hat nämlich andere Sorgen. Der hat im Keller einen Menschen eingesperrt, von dem er fest davon überzeugt ist, dass es sich dabei um den Leibhaftigen persönlich handelt. Letzterer soll angeblich für die vielen Negativschlagzeilen in den Tageszeitungen verantwortlich zeichnen. Eine gewagte Theorie, die bald absurde Ausmaße annimmt und die Frage in den Raum stellt, ob der paranoide Bruder damit Recht behält oder alles doch nur einem kranken Geist entspringt.
 
 
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Handwerklich souverän inszenierter Gruselfilm mit kleinen Schwächen. Die Geschichte hinter I TRAPPED THE DEVIL erinnert ein wenig an die 41. Episode der beliebten THE TWILIGHT ZONE mit dem Titel THE HOWLING MAN von 1959. Auch dort drehte sich alles um einen eingesperrten Mann, der angeblich deshalb hinter verschlossenen Mauern sein Dasein fristen musste, weil man fest der Überzeugung war es hier mit dem Teufel zu tun zu haben. Was dort aber in knapp 30 Minuten über die Mattscheibe lief, wird in I TRAPPED THE DEVIL in Spielfilmlänge abgehandelt. Das ist dahingehend problematisch, weil nicht viel Story geboten wird. Regisseur JOSH LOBO lässt die überschaubare Handlung zu häufig um die Frage kreisen, was denn nun eigentlich des Pudels Kern seines ersten Spielfilms ist. Wer befindet sich tatsächlich im Keller und haben die wüsten Verschwörungstheorien überhaupt Gewichtung mit denen der Zuschauer hier konfrontiert wird? Um genau jene Fragen wird ein großes Mysterium gesponnen, für welches das Publikum viel Geduld mitbringen muss. Die Auflösung flimmert nämlich erst eine Minute vorm Abspann über den Bildschirm.
 
 
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Viel Substanz besitzt I TRAPPED THE DEVIL keineswegs. Die Geschichte tritt nämlich zugunsten Atmosphäre in den Hintergrund. Hier erhalten unbequeme Bilder und angespannte Stimmung Hauptaugenmerk. Regisseur JOSH LOBO versucht mit gruseligen Kameraeinstellungen und farblich stimmiger Ausleuchtung (da werden Bilder in stechendes Rot getaucht – DARIO ARGENTO lässt grüßen) eine Atmosphäre der Angst zu schaffen, die bis zum erlösenden Abspann aufrechterhalten werden soll. In der Tat schafft sie das problemlos. Schnell ist man mittendrin und sitzt angespannt vor dem Fernseher, um genau jene Auflösung zu ergründen, die I TRAPPED THE DEVIL ansteuern möchte. Leider wird die Antwort auf die entscheidende Frage so nur künstlich hinausgezögert. Die Hinhalte-Technik macht nämlich schnell müde. Ein langsamer Erzählfluss tut da sein Übriges. Regisseur JOSH LOBO nimmt sich viel Zeit, um Charaktere zu beleuchten und Stimmung durch visuelle Stilelemente aufzubauen. Die eigentliche Handlung kommt dabei aber nur schleppend in Fahrt. Das macht den visuell starken und schauspielerisch gut besetzten I TRAPPED THE DEVIL zu einem zweischneidigen Schwert. Filmfans mit Hang zum Mainstream werden da schnell das Interesse verlieren.
 
 


 
 
 

I TRAPPED THE DEVIL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Der wohl gruseligste Weihnachtsfilm, der jemals gedreht wurde. I TRAPPED THE DEVIL ist ein schauriges und vor allem mehrdeutiges Gruselerlebnis, das das Gruselhandwerk der alten Schule zurück auf die Mattscheibe bringt. Hier übernehmen leise Töne die Oberhand. Mit gerade einmal drei Hauptdarstellern wird hier eine subtile und gleichzeitig klaustrophobische Geschichte erzählt, die sich in nur drei Zimmern abspielt. Die überschaubare Kulisse nutzt alle Möglichkeiten des subtilen Angstkinos aus. Da sorgen mysteriöse Stimmen für Gänsehaut, eine befremdliche Ausleuchtung schwört Unbehagen herauf und unbeantwortete Fragen treiben die Spannung voran. Leider hat dieses Debüt-Stück eines ambitionierten Nachwuchsregisseurs einen Haken. I TRAPPED THE DEVIL wird derart langsam erzählt, dass man Probleme bekommen könnte der Handlung zu folgen, wenn man nicht ausgeschlafen ist. Hinzukommt, dass der Streifen in der ersten halben Stunden mit Leerlauf zu kämpfen hat, weil der dünne Plot auf 83 Minuten Laufzeit gestreckt werden musste. Zwar sind alle Zutaten für gruseliges Gänsehautkino vorhanden. Dennoch benötigt der Film lang bis diese zu einem Ganzen finden. Dafür ist das Finale stark. I TRAPPED THE DEVIL ist unausgereiftes Indie-Kino, das aber immer noch weit besser ist als das, was einem mittlerweile alles im Horror-Genre zugemutet wird.
 
 
 


 
 
 

I TRAPPED THE DEVIL – Zensur

 
 
 
I TRAPPED THE DEVIL ist eher ein ruhig erzählter Gruselthriller ohne großartige Gewaltausbrüche. Erst am Ende wird ein Messer in einen Körper gestoßen und eine Waffe kommt auch zum Einsatz. Hierzulande dürfte das alles für eine ungeschnittene FSK16 reichen.
 
 
 


 
 
 

I TRAPPED THE DEVIL – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Rite – Das Ritual (2011)
 
Erlöse uns von dem Bösen (2014)
 
Lost Souls – Verlorene Seelen (2000)
 

Filmkritik: „Double Date“ (2017)

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DOUBLE DATE

Story

 
 
 

Jim ist eine männliche Jungfrau will vor dem 30. Geburtstag seine Unschuld verlieren. Leider gerät sie da an zwei Frauen, die aber ganz andere Intensionen haben, als Geschlechtsverkehr.

 
 
 


 
 
 

DOUBLE DATE – Kritik

 
 
 
Was tut man nicht alles, um einen Partner zu finden. Mittlerweile ist es nämlich gar nicht mehr so einfach dem im wahren Leben über den Weg zu laufen. Umso mehr Menschen versuchen ihr Glück im Internet. Da tummeln sich in Dating-Portalen tausende Männer und Frauen, die nur ein Ziel haben: die Liebe des Lebens kennenzulernen. Dauer-Single Jim (DANNY MORGAN) aus der folgenden Filmvorstellung sucht jedoch noch ganz altmodisch. Der hofft auf das passende Gegenstück auf freier Wildbahn zu stoßen. Die Sache hat nur einen Haken. Jim hatte noch nie etwas mit einer Frau und ist dazu auch noch unberührt. Das findet Kumpel Alex (MICHAEL SOCHA) gar nicht sexy. Der will unbedingt, dass der beste Freund noch vor dem 30. Geburtstag zum Mann gemacht wird. Ein Barbesuch soll das Problem lösen. In der Tat beißen bald zwei Fische an. Kitty (KELLY WENHAM) und Lulu (GEORGIA GROOME) sind interessiert und lassen sich auf die beiden Kerle ein. Die begleiten das Frischfleisch durch eine haarsträubende Nacht voller absurder Wendungen. Ob Jim bei so viel Trubel am Ende zum Zug kommen wird?
 
 
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Vielversprechender Prolog, zäher Mittelteil, starkes Finale. DOUBLE DATE ist ein durchwachsener Horror-Spaß, der sich – wie beinahe jede Horrorkomödie neueren Datums – nicht unbedingt ernst nehmen möchte. Hier wird tief in der Gag-Schublade gekramt, um den Zuschauer irgendwie bei Laune halten zu können. Da wird schon mal von rabenschwarzer Situationskomik Gebrauch gemacht. Aber auch infantile Albernheiten und platte Späße jenseits des guten Geschmacks müssen herhalten, um eine Geschichte zu füllen, die gerade einmal auf einen Bierdeckel passt. Ja, DOUBLE DATE ist einer dieser Filme der Horrorfilm-Fans spaltet. Hier zündet nicht jeder Witz, was Regisseur BENJAMIN BARFOOT zu einem ganz eigenen Vorgehen getrieben hat, mit solcher Art von Filmen umzugehen. Alkohol nennt sich der Freund und Helfer. Den sollte man sich in hinter die Binde kippen, um das ertragen zu können, was man auf der Mattscheibe zu sehen bekommt. Gleiches empfiehlt auch Macher BENJAMIN BARFOOT für seinen Horror-Spaß. Der äußerte in Interviews, dass man seinen Debütfilm besser erst nach dem Genuss von zwei Flaschen Bier schauen solle. Erst dann entfalte er den vollen Spaßfaktor. Leider hat der Filmemacher im Suff aber jene vergessen, die mit Alkohol nicht viel anfangen können. Denen nützt der Tipp vom Schönsaufen wenig.
 
 
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Dabei hätte alles auch ohne Alkohol schön werden können. DOUBLE DATE ist eine schwarze Komödie, die ganz brauchbar beginnt. Da wird ein Mann von einer mysteriösen Schönheit mit einem Messer abgeschlachtet. Fans härterer Gangart werden da hellhörig. Leider wird es danach züchtiger und der Streifen steuert eine ganz andere Richtung an. Aus Ernst wird Spaß. So sehen wir plötzlich, wie ein Fastdreißiger unter Anleitung seines taffen Kumpels seine Jungfräulichkeit verlieren soll. Erstgenannter startet krampfhafte Annäherungsversuche in einer Kneipe und tritt dabei in jedes Fettnäpfchen, das man ihm vor die Füße stellt. Als er auf zwei attraktive Frauen trifft, die es eigentlich gar nicht gut mit dem Unberührten meinen, fällt auch das Interesse an der Handlung. Diese hält sich zu lang damit auf, den jungfräulichen Filmhelden in peinliche Situation zu bringen, um dem aufgezwungenen Stempel „Horrorkomödie“ gerecht werden zu können. Anerkannte Fachgazetten ziehen da Vergleiche mit ähnlich gelagerten Filmchen aus der Mache britischer Landsleute, wie EDGAR WRIGHT oder GUY RITCHIE. Wir meinen: überzogen! Offenbar waren die Kritiker der Genre-Presse noch vom Alkohol benebelt, den man vor der Sichtung des Rezensionsmusters eingenommen hatte. Wirklich unterhaltsam wird es im Mittelteil nur selten.
 
 
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Immerhin findet DOUBLE DATE im Finale zu eigentlicher Größe zurück. Dann nämlich rücken die beiden Frauen mit der Sprache heraus. Die wollen unseren jungfräulichen Protagonisten gar nicht zum Mann machen. Stattdessen sind die jungen Damen am Blut des ahnungslosen Entjungverungsopfers interessiert. Was folgt, ist endlich mal Horror. Da hauen sich die Protagonisten blutig die Köpfe ein und sattes Rot rückt DOUBLE DATE endlich in Richtung Horror. Der temporeiche Schlagabtausch zwischen den Geschlechtern macht DOUBLE DATE aber auch nicht mehr unbedingt zu Vorzeigeunterhaltung. Der Grund: der Gewaltexzess kommt einfach zu spät. DOUBLE DATE verspielt zu viel Potenzial im Hauptteil, in dem er ein Kennenlernen durch haarsträubende Wendungen ins Absurdum treibt, die leider aber zu keiner Minute witzig oder unterhaltsam sind. Muss man nicht unbedingt gesehen haben.
 
 
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DOUBLE DATE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Kein Film für Alkohol-Gegner. Geht es nach Regisseur BENJAMIN BARFOOT solle man DOUBLE DATE nicht nüchtern sehen. Vorheriger Alkoholkonsum macht das Gezeigte ertragbarer. Ganz Unrecht hat der Macher mit seinen Tipps nicht. DOUBLE DATE ist voll von abgegriffenen Witzen über Jungfrauen, Autokorrektur-Jokes und weiteren infantilen Späßen. Das alles ist teils derart platt und abgedroschen, dass man schnell den Spaß verliert. Weil sich auch die Horror-Elemente zum großen Teil auf Prolog und Finale reduzieren, dürfte es DOUBLE DATE ziemlich schwer haben nachhaltigen Eindruck bei Hardcore-Horror-Fans zu hinterlassen. DOUBLE DATE feierte seine Deutschlandpremiere auf dem alljährlichen FANTASY FILMFEST. Das war aber auch schon im Jahr 2017. Mit knapp zweijähriger Verspätung erscheint der Streifen nun auch für den Heimkinomarkt. Immerhin ungeschnitten und in passabler Synchronisierung. Ein netter Trost.
 
 
 


 
 
 

DOUBLE DATE – Zensur

 
 
 
Die Heimkinoveröffentlichung von DOUBLE DATE hat in Deutschland eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Die Freigabe ist aber ein Blender. Der Streifen bekam nämlich von der FSK eine FSK16 in ungeschnittener Form. Weil sich offenbar auch höher eingestufte Trailer auf der Blu-ray und DVD befinden, ziert die Heimkinofassung ein roter 18er-Flatschen. DOUBLE DATE hat nicht viele Gewaltszenen zu bieten. Gleich zu Beginn wird ein Mann von einer Frau mit einem Messer angegriffen. Diese rammt es mehrere Male in den Körper des ahnungslosen Opfers. Weiterhin bekommt man einen Kehlenschnitt zu sehen. Am Ende hauen sich zwei der Hauptfiguren in allen erdenklichen Weisen die Köpfe gegenseitig ein. Splatter-Fans kommen daher nicht unbedingt auf ihre Kosten.
 
 
 


 
 
 

DOUBLE DATE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON NEW MEDIA (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Double Date; Großbritannien 2017

Genre: Horror, Komödien, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Wegen Bonus ist die Blu-ray: keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 12.04.2019

 

Double Date [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DOUBLE DATE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei I-ON NEW MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Shaun of the Dead (2004)
 
Todes-Date (2004)
 
You Might Be the Killer (2018)
 
Cannibals and Carpet Fitters (2017)
 

Filmkritik: „The Dark – Angst ist deine einzige Hoffnung“ (2018)

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THE DARK – ANGST IST DEINE EINZIGE HOFFNUNG

(THE DARK)

Story

 
 
 

In der Gegend, die von den Einheimischen als Teufelsgrube bezeichnet wird, geht der Horror um. Hier verschwinden Menschen spurlos und niemand weiß warum. Legenden erzählen, dass dort eine gefräßige Bestie ahnungslose Wanderer reißt. Schaurige Geschichten, die nicht weit hergeholt sind. An diesen Ort hat sich Teenagerin Mina zurückgezogen, die gern mal Eindringlinge verspeist, wenn sie ihr zu nahe kommen.

 
 
 


 
 
 

THE DARK – Kritik

 
 
 
Ungewöhnliche Freundschaften sind im Horrorfilm nichts Neues. Im Genre findet gern mal zusammen, was nicht zusammengehört. Da knüpfen Menschen unvoreingenommen Bande mit Vampiren, Geistern, Monstern oder Zombies und wundern sich dann, wenn die anfängliche Harmonie plötzlich in Chaos oder Terror umschlägt. Erfahrene Horrorfilm-Kenner haben da vermutlich Klassiker wie GREMLINS, KING KONG oder FRANKENSTEIN vor Augen. Aber ein Blick über den Tellerrand verrät: da gibt es weitaus mehr. Einer dieser Filme ist der Folgende. Auch THE DARK führt zwei Außenseiter zusammen, die so einiges gemeinsam haben, aber am Ende wegen ihrer Ungleichheit vor dem sprichwörtlichen Scherbenhaufen stehen. Leider ist der Findungstrip nicht sonderlich herausragend. Zwar wird atmosphärisch groß aufgefahren und auch die Hauptdarsteller meistern ihre Sache ganz gut. Der düstere Coming-of-Age-Grusler hat aber wenig Interesse an seinen Figuren und will lieber mit reißerischen Horrorszenen schocken. Das ist leider etwas platt.
 
 
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Teenagerin Mina (NADIA ALEXANDER) hat in ihrem jungen Leben viel Leid ertragen müssen. Die wurde als Kind missbraucht, erschlagen und anschließend im Wald vom Peiniger verscharrt. Doch das Mädchen hat überlebt – wenn auch schwer verletzt. Seither haust sie in einem leerstehenden Holzhaus inmitten einer Gegend, in der schon viele Menschen auf mysteriöse Weise verschwunden sind. Da parkt plötzlich ein Auto vor der Hütte. Sind das etwa Einbrecher? Mitnichten! Ein blinder Junge (TOBY NICHOLS) hat sich im Fahrzeug versteckt, der mit Mina das gleiche Schicksal teilt. Auch er hat Schreckliches erlebt und scheint von den Erlebnissen traumatisiert zu sein. Man nähert sich an und fühlt sich einander verbunden. Was folgt, ist eine Freundschaft, die gegenseitig Trost spendet und zusammenschweißt.
 
 
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THE DARK fällt mit ungewöhnlicher Prämisse auf. So sehen wir gleich zu Beginn Schauspieler KARL MARKOVICS durch Wälder streifen, den man sonst eher aus deutschsprachigen Filmen und Vorabendserien kennt. Handelt es sich hier etwas um eine Produktion „made in Germany“? Nicht ganz. THE DARK ist eine österreichische Produktion, die wohl aus Kostengründen in den kanadischen Wäldern gedreht wurde. Damit man den Streifen besser international vermarkten kann, wurde auch gleich in englischer Sprache gedreht. So lässt sich THE DARK auch in jene Länder verkaufen, wo das Synchronisieren von Filmen nicht unbedingt die Regel ist.
 
 
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Zwei Regisseure zeichnen verantwortlich. Die Österreicher JUSTIN P. LANGE und KLEMENS HUFNAGL treten mit ihrem Horror-Drama in die Fussstapfen von so Filmen wie THE WILDLING oder SO FINSTER DIE NACHT. Letzterer thematisierte auf sensible Weise eine ebenso ungewöhnliche Freundschaft zwischen Menschen, die sich einander fremd aber dennoch vertraut sind. Von der Feinfühligkeit und Sensibilität jenes schwedischen Ausnahmefilmes ist THE DARK aber weit entfernt. Der Film versucht zwar die Seelenwelt seiner beiden emotional gebeutelten Hauptdarsteller zu ergründen, verirrt sich aber leider viel zu oft in der dunklen Welt des Horrorfilms. Statt Charaktere gründliche zu analysieren, will man lieber dem gerecht werden, was Fans eben von Horrorfilmen erwartet. Das sind nun mal nicht tiefgründige Charakterstudien und Anspruch, sondern Schockmomente, Gewalt und ungemütliche Bilder.
 
 
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Genau diese Tatsache macht den THE DARK trivial und beliebig. Der Coming-of-Age-Horror beschäftigt sich zu oft mit totgefilmten Klischees des Horror-Genres. Die kommen immer dann zum Einsatz, wenn ausgerechnet das emotionale Seelenwohl der beiden Hauptdarsteller beleuchtet werden soll und sich die Figuren versuchen einander anzunähern. Da wird in einem Moment in Rückblenden davon berichtet, wie Antiheldin Mina als Kind vom Freund der Mutter sexuell missbraucht wird. In der nächsten Szene befinden wir uns wieder in der Gegenwart und wir bekommen zu sehen, wie die leidgeplagte Teenagerin zwei Männer kaltblütig ermordet. Die Holzhammertaktik ist nicht sonderlich feinfühlig und erschwert es dem Zuschauer unnötig, sich mit den beiden Opfern in irgendeiner Weise zu identifizieren.
 
 
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Offenbar war der störende Gewaltrausch nötig, um etwas Drive in die Handlung zu bringen. THE DARK verfügt nämlich über ein sehr gemächliches Erzähltempo, das vor allem Zuschauern Probleme bereiten dürfte, die sich sonst eher von stylischen Horror-Schockern aus der BLUMHOUSE-Schmiede (GET OUT, THE PURGE, WIR) berieseln lassen. Die werden vermutlich auch gerade deshalb mit dem zäh und behäbig inszenierten THE DARK nicht sonderlich warmwerden. Da machen ein paar Splatter-Szenen die Kuh auch nicht mehr fett. So tut es dann doch schon in der Seele weh zu sehen, wie hier zwei talentierte Jungdarsteller verheizt werden. NADIA ALEXANDER und TOBY NICHOLS verkörpern zwei traumatisierte Einzelgänger und erweisen sich als Glücksgriff. Leider wird von ihnen nicht viel abverlangt. Deshalb kann man für die beiden nur hoffen, dass die in Zukunft mehr Glück bei der Auswahl ihrer Rollen haben, die die bemerkenswerten Talente fördern und fordern.
 
 


 
 
 

THE DARK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Im Gegensatz zu Deutschland wird in Österreich das Drehen von Horrorfilmen vorangetrieben und von staatlicher Seite gefördert. Die Liste von Horrorstreifen aus dem Nachbarland liest sich daher lang. So entstanden dort Filme wie BLUTGLETSCHER, ICH SEH ICH SEH oder auch IN 3 TAGEN BIST DU TOT. Einige der vielen Produktionen aus dem Nachbarland fanden sogar auch international Erwähnung. Letzteres trifft auch auf THE DARK zu, der sich am Ende als doch zähes und nicht immer feinfühliges Horror-Coming-Of-Age-Drama entpuppt, das seine zwei Helden nicht unbedingt ernst nehmen möchte. Die haben Schlimmes erlebt und sind schwer traumatisiert. Trotzdem jagt man beiden Figuren durch den Horror-Klischee-Sumpf und reißt sie auch noch durch ein blutiges Szenario, das vor allem auch mit der Glaubwürdigkeit so seine Probleme hat. Da kommt es immer mal wieder zu eigensinnigen und vor allem makabren Zufällen, die erfahrene Zuschauer mit dem Kopf schütteln lassen. Beispiel gefällig? Ein junger Mann flüchtet vor der entstellten Hauptdarstellerin Mina und hetzt orientierungslos durch die Wälder. Letztere ist außer Kontrolle und will den Flüchtenden in Stücke reißen. Als der eine verlassene und kaum befahrene Straße sieht und selbige überqueren möchte, kommt just in diesem Augenblick ein Fahrzeug auf ihn zu und überfährt das bemitleidenswerte Opfer. So konstruiert wirkende Verläufe gibt es in THE DARK ziemlich oft. Leider passt dieser ganze Splatter-Quatsch irgendwie nicht zum sonst kontroversen Thema dieses eher als Coming-of-Age-Drama konzipierten Films.
 
 
 


 
 
 

THE DARK – Zensur

 
 
 
THE DARK hat einige Gewaltszenen zu sehen. Diese sind aber sehr kurz – dennoch schnell geschnitten. Oft kommt eine Axt zum Einsatz. In einer Szene wird aber auch ein junger Mann von einem Auto überfahren. Die Heimkinoauswertung von THE DARK hat ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE DARK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Studio Hamburg (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Dark; Österreich 2018

Genre: Drama, Thriller, Horror, Mystery

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 27.09.2019

 

The Dark – Angst ist deine einzige Hoffnung [Blu-ray ungeschnitten auf AMAZON kaufen]

 
 
 


 
 
 

THE DARK – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei FILMLADEN FILMVERLEIH | STUDIO HAMBURG)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
So finster die Nacht (2008)
 
Let Me In (2010)
 

Filmkritik: „Viking Vengeance“ (2018)

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VIKING VENGEANCE

(THE HEAD HUNTER | THE HEAD)

Story

 
 
 

Aus dem Leben eines Monsterjägers: Ein namenloser Kopfgeldjäger hat es sich zur Aufgabe gemacht das Königreich von Monstern zu säubern. Bis er auf jenes Monster trifft, mit dem er privat ein Hühnchen zu rupfen hat.

 
 
 


 
 
 

VIKING VENGEANCE – Kritik

 
 
 
Mittelalter, Blut und Horror – das ist stets eine sichere Bank. Nicht ohne Grund erreichen TV-Serien wie GAMES OF THRONES, VIKINGS oder THE LAST KINGDOM enormen Zulauf und bescheren TV-Kanälen so rekordverdächtige Einschaltquoten. Dass sich daran natürlich auch der Videomarkt orientiert, dürfte nicht überraschen. Doch die Sache hat einen Haken. Diese Art Filme kosten Geld, weil sie besondere Kostüme und natürlich auch komplizierte Kulissen voraussetzen. Kein Hindernis für Multitalent und Finanzgenie JORDAN DOWNEY. Der war schon Praktikant von WES CRAVEN und scheint vom Altmeister Tipps bekommen haben, wie man mit kleinem Budget maximalen Horror fabriziert. Entstanden ist so THE HEAD HUNTER – das bisher ehrgeizigste Projekt des Regisseurs, das für den deutschen Markt in VIKING VENGEANCE umgetauft wurde und Downeys Leidenschaft fürs Horrorkino unterstreicht. Der startete seine Karriere als Filmemacher bereits 2009 mit dem ersten Langfilm THANKSKILLING. Die trashige Hommage an die vielen Horrorfilme, mit denen der Regisseur aufgewachsen war, kam so gut bei Horrorfilm-Jüngern an, dass schnell eine Fortsetzung gedreht werden musste. Letztere stellte im Jahr 2012 einen Rekord auf KICKSTARTER auf. Über 100.000 US-Dollar machten begeisterte Filmfans locker, damit das Sequel gedreht werden konnte. Bis dato kam für keine andere Horrorproduktion auf dem Crowdfunding-Portal KICKSTARER so viel Geld zusammen, wie für den Nachfolger genannten Splatter-Ulks.
 
 
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Wir machen eine Reise zurück ins Mittelalter. Irgendwann zu jener Epoche fristet ein Kopfgeldjäger ein jämmerliches Dasein. Der Bursche ist von Hass getrieben und das nicht ohne Grund. Eine boshafte Kreatur hat den Tod der einzigen Tochter auf dem Gewissen. Nun fordert der von Wut getriebene Rächer Vergeltung und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschheit vom Bösen zu befreien. Tagein, tagaus reitet er deshalb mit seinem Pferd durchs Land, um das Reich vor Monstern, Drachen und anderen okkulten Gefahren zu schützen. Mit Erfolg, wie die heimische Trophäen-Wand beweist. Dort hat der Rächer die Köpfe all jener Monster gesammelt, mit denen er kurzen Prozess veranstaltet hat. Routiniertes Monsterschlachten also – bis der Krieger auf die Gestalt trifft, die einst die Tochter getötet hat.
 
 
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Unabhängiges Horrorkino auf einem neuen Level. VIKING VENGEANCE zeigt ganz eindrucksvoll, dass Filme mit kleinem Budget nicht zwingend kostengünstig aussehen müssen. Was hier mit gerade einmal 20.000 US-Dollar auf Film gebannt wurde, ist kaum zu glauben. Ob Kulisse, das Schauspiel, Schnitt, Kameraarbeit oder die musikalische Untermalung – nichts zeugt davon, dass beim Produzieren auf Sparflamme geköchelt werden musste. In VIKING VENGEANCE schaut alles nach mehr aus, als es gekostet hat, was auf das Konto von Regisseur JORDAN DOWNEY geht. Der scheint ein talentiertes Händchen fürs Buchhalten zu besitzen. Zuletzt sorgte der noch unbekannte Filmemacher für Furore, als ein von ihm gedrehter achtminütiger Fanfilm zum Kult-Horror CRITTERS im Netz die Runde machte. Auch dort verblüffte der Newcomer mit hohem technischen Standard, den sich sonst nur Produktionen namhafter Studios leisten können.
 
 
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Doch so groß die Freude über technische Fertigkeiten auch ist, so deprimierend die Tatsache, dass VIKING VENGEANCE kein neuer Kultfilm ist. Der Streifen schaut zwar prächtig aus, geizt aber mit Handlung. So folgen wir stets den gleichen Abläufen. Der Krieger bereitet sich auf Einsätze vor, vernimmt ein Warnsignal und reitet los, um den Monstern den Marsch zu blasen. Was genau im Gefecht passiert, erfährt der Zuschauer nicht. Die Handlung setzt erst wieder ein, wenn der namenlose Kämpfer heimkehrt, um die Trophäe seines Einsatzes an die Wand zu nageln. Auf Dauer eine ermüdende Angelegenheit, zumal sich WIKING VENGEANCE so anfühlt, als habe man krampfhaft versucht aus einer Kurzgeschichte einen Spielfilm zu machen. Immerhin wird es im Finale interessant. Dann nämlich versucht der Streifen aus seiner Monotonität auszubrechen. Da steht unser Held plötzlich jenem Feind gegenüber, der ihn zu dem gemacht hat, was er jetzt ist. Da kommt VIKING VENGEANCE endlich mal in Fahrt und zeigt einmal mehr, wie einfach es doch sein kann aus wenigen Mitteln effektives Monsterkino zu machen.
 
 
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VIKING VENGEANCE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Horror-Indie-Kino 2.0: Der handwerklich beeindruckende VIKING VENGEANCE lässt alle bisher gedrehten Low-Budget-Produktionen alt aussehen. Was man mit einem Mini-Budget von gerade einmal 20.000 US-Dollar hier auf die Beine gestellt wurde, verschlägt den Atem. Der Streifen schaut aus, wie die Produktion eines großen Studios und lässt nicht einmal ansatzweise erahnen, das der Film mit kaum finanziellen Mitteln gedreht wurde. Für diese Glanzleistung muss man alle Beteiligten einmal loben. Um gut haushalten zu können, musste gespart werden, wo es nur ging. Deshalb drehte man in einem zweihundert Jahre altem Dorf, in dem gerade einmal drei Menschen leben. Eine derer ist die Großmutter von Kameramann und Drehbuchautor KEVIN STEWART. In deren Obhut befand sich Stewart als Kind so ziemlich oft und vertrieb sich gern mal die Zeit in den zerfallenden Steinhäusern und alten Ruinen des Ortes. Die perfekte Kulisse für VIKING VENGEANCE, der mit kaum Dialog auskommt und stattdessen eine One-Man-Show in den Fokus rückt, die aber etwas unter dem nicht sonderlich umfangreichen Drehbuch leidet. So erfährt man im Film nicht unbedingt viel über den einzigen Protagonisten, der getrieben von Rache nur selten einen Blick hinter die emotionale Fassade zulässt.
 
 
 


 
 
 

VIKING VENGEANCE – Zensur

 
 
 
VIKING VENGEANCE – der im Original eigentlich THE HEAD HUNTER heißt – hat nur wenige Gewaltmomente zu bieten. Man bekommt abgetrennte Monsterhäupter zu sehen und einige von Monstern zugefügte Kratzer, die der Filmheld mit eigensinniger Medizin behandelt. Außerdem bekommt der Zuschauer einen abgeschlagenen Menschenkopf zu sehen, der aufgespießt wird. Hierzulande hat der Streifen einen FSK16 in ungeschnittener Form erhalten. Diese ist gerechtfertigt.
 
 
 


 
 
 

VIKING VENGEANCE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
viking-vengeance-blu-ray

(c) INDEED FILM (Blu-ray im KeepCase)

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(c) INDEED FILM (Limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Head Hunter; USA 2018

Genre: Horror, Thriller, Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 73 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | Mediabook

Extras: Trailer, Trailershow, Audiokommentar | zusätzlich im Mediabook: Booklet, neben der Blu-ray befindet sich der Hauptfilm zusätzlich auf DVD

Release-Termin: 07.06.2019

 

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VIKING VENGEANCE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken + Packshots liegen bei INDEED FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der 13te Krieger (1999)
 
Beowulf (1999)
 
Outlander (2008)
 

Filmkritik: „Level 16“ (2018)

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LEVEL 16

Story

 
 
 

In einer Akademie werden Teenagerinnen mit harter Hand geführt. Bis es plötzlich zwei Mädchen nicht mehr aushalten und das System der Schule hinterfragen.

 
 
 


 
 
 

LEVEL 16 – Kritik

 
 
 
Während minderwertige Horrorfilme gern mal mit reißerischen Covergestaltungen um die Gunst der Käuferschaft buhlen, passiert es nicht selten, dass viele Streifen erst gar nicht gekauft werden, weil das Cover der DVD oder Blu-ray zum zugehörigen Film nicht ansprechend gestaltet wurde. Das ist dahingehend schade, weil so Produktionen erst gar nicht gesehen werden, die eigentlich Aufmerksamkeit verdient hätten. Ein solches Beispiel ist der folgende LEVEL 16. Der wurde auf einigen Festivals zu Recht mit Preisen und Lob überschüttet. Leider hat man beim Cover-Design nicht unbedingt Kreativität walten lassen, was wohl dazu führen wird, dass der Geheimtipp im Kaufregal liegen bleibt. Eine Schande, verpasst man doch so einen der besten Indie-Genrefilme der letzten Jahre. Deshalb klären wir auf: LEVEL 16 ist einer jener Filme, der gesehen werden sollte, weil er nachwirkt. Ganz ohne Blut, Mord und Totschlag!
 
 
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Die Mädchen der Vestalis-Akademie haben es nicht leicht. Die müssen sich strengen Regeln unterwerfen und werden zu Reinheit, Gehorsamkeit und Bescheidenheit erzogen. Nur wer demütig und anständig bleibt, hat so die Chance von liebenden Eltern adoptiert zu werden. Doch bevor die Teenagerinnen in ein neues Zuhause ziehen können, muss Level 16 durchwandert werden. Hierbei handelt es sich um die finale Stufe der Akademie, die nur durch Fleiß, Unterwerfung und Disziplin erreicht werden kann. In jenem Level 16 befinden sich auch Vivien (KATIE DOUGLAS) und Sophia (CELINA MARTIN). Die beginnen bald das System zu hinterfragen und wollen nur noch raus. Doch der Weg in die Freiheit ist steinig und schwer. Auf den Gängen befinden sich bewaffnete Männer und beinahe jede Tür dieser Einrichtung wurde mittels Schlüsselkarte verschlossen. Sieht so eine Schule für strebsame Schülerinnen aus?
 
 
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LEVEL 16 besitzt das, was guten Genre-Filmen neueren Datums oft fehlt. Der Film überzeugt durch gute Schauspieler, eine undurchsichtige Handlung und zermürbende Atmosphäre, die einen tief in den Filmsessel versinken lässt. Was in dieser eigensinnigen Mädchenschule tatsächlich vor sich geht, wird zum großen Geheimnis gemacht. Was liegt hier im Argen, warum werden die Mädchen in dieser Akademie streng bewacht und hart geführt? Die Antwort darauf lässt auf sich warten. Bis der Streifen nämlich mit der Sprache herausrückt, vergeht viel Zeit. Da wird gern mal angedeutet, Spannung vorangetrieben und mit klaustrophobischer Stimmung provoziert. Letztere lässt früh erahnen, dass hinter diesen Mauern ein perfides Spiel gespielt wird. So mutet es eigensinnig an, dass die pubertierenden Mädchen weder Lesen, Schreiben noch Rechnen können. Als wäre das für eine Eliteschule nicht seltsam genug, werden die jungen Frauen auch noch wie Gefangene in Zellen gehalten, um sie vor drohendem Unheil fernzuhalten, das sich draußen an der Luft zusammenbraut. Erfahrene Zuschauer wissen: normal ist das definitiv nicht.
 
 
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Regisseurin DANISHKA ESTERHAZY dreht ausschließlich Filme in denen starke Frauen im Zentrum stehen. Das ist auch in LEVEL 16 der Fall. Hierbei handelt es sich um einen dystopischen Thriller, der in erster Linie das Zusammenspiel seiner kleinen Helden fokussiert. Dabei wird die Kulisse bewusst minimalistisch gehalten, damit sich der Zuschauer auf die Figuren konzentrieren kann. Die werden im Film von Aufsehern der Einrichtung manipuliert und mit Bestrafungen terrorisiert, um so zu anständigen und „reinen“ Frauen heranzuwachsen. Da macht sich unter den Mädchen ein Gefühl der Angst breit, die sich so ziemlich schnell auch auf den Zuschauer überträgt. Eine Kunst für sich, die vor allem auf die schauspielerischen Leistungen zurückzuführen ist. Die jungen Darstellerinnen winseln und weinen ziemlich echt. Das hat zur Folge, dass die psychischen Folterungen und die emotionalen Qualen der Schülerinnen durch Mark und Bein gehen. LEVEL 16 ist der beste Beweis dafür, dass es kein millionenschweres Budget und teure Spezialeffekte bedarf, um sehenswerte Genre-Ware zu drehen. Ein gutes Drehbuch und talentierte Schauspieler sind alles, um knapp 90 Minuten unterhalten zu können.
 
 


 
 
 

LEVEL 16 – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Der kanadische LEVEL 16 ist ein dystopisches Thriller-Drama mit kühlen und sterilen Look, über das man besser nicht zu viel liest, um sich nicht die Spannung verderben zu lassen. Der minimalistische Streifen lebt nämlich von der Prämisse, dass er aus seinem übersichtlichen Plot ein großes Geheimnis macht. Der Zuschauer wird – wie seine jungen Darstellerinnen – lang im Unklaren darüber gelassen, was es denn nun mit dieser Schule auf sich hat, die im Film heranwachsende Mädchen zu gehörigen Damen erzieht. Diese Undurchsichtigkeit macht den kammerspielartig aufgebauten LEVEL 16 so ziemlich spannend. Sollte man als offener Filmfan gesehen haben. Sehenswert!
 
 
 


 
 
 

LEVEL 16 – Zensur

 
 
 
LEVEL 16 ist eher ein zurückhaltendes Drama, statt bluttriefender Horrorfilm. Am Ende fällt ein Mann über eine Mauer und bricht sich das Genick. Weiterhin sieht man eine Leiche, deren Haut abgezogen wurde und mit einem Skalpell wird ein Gesicht verunstaltet zerschnitten. Hierzulande hat LEVEL 16 eine FSK16 in ungeschnittener Form erhalten.
 
 
 


 
 
 

LEVEL 16 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Level 16; Kanada 2018

Genre: Drama, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 103 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 29.03.2019

 

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LEVEL 16 – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Insel (2005)
 
The Handmaids Tale (seit 2017)
 

Filmkritik: „Matriarch – Sie will dein Baby“ (2018)

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MATRIARCH – SIE WILL DEIN BABY

(MATRIARCH)

Story

 
 
 

Werdende Eltern geraten im englischen Hinterland an eine ominöse Familie, die nicht sehr ehrenwert mit Durchreisenden umgeht.

 
 
 


 
 
 

MATRIARCH – Kritik

 
 
 
Willkommen im ländlichen England. Da wo sich kleine Ortschaften inmitten wiesenbedeckter Hügellandschaften verstecken und sich malerische Wanderwege verschlafen ihren Weg durch die Natur bahnen, kann die Idylle oft trügerisch sein. Wenn uns Horrorfilme etwas beigebracht haben, dann ist es die Lehre vom falschen Frieden. So passiert es vor allem im Backwood-Horrorfilm nicht selten, dass sich das Böse ausgerechnet dort versteckt hält, wo es einem nach Erholung und Rückzug dürstet. Da verwandeln sich pittoreske Dörfer plötzlich zum Vorhof der Hölle oder traumhafte Waldabschnitte werden in Jagdarenen umfunktioniert, wo ahnungsloses Menschen-Freiwild ums Überleben kämpfen muss. Der britische MATRIARCH reiht sich in jene Reihe fieser Filme ein, die mit genau jenen Filmzutaten Unwohlsein hervorrufen wollen. Da geraten ungläubige Stadtmenschen im Hinterland an bibeltreue Christen, die nach ganz eignen Regeln leben. Dass da schnell Reibungspunkte entstehen, liegt auf der Hand. Filme wie BLUTGERICHT IN TEXAS oder EDEN LAKE lassen grüßen.
 
 
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Die werdenden Eltern Rachel (CHARLIE BLACKWOOD) und Matt Hopkins (SCOTT WICKERS) befinden sich auf der Durchreise. Doch die Reise wird jeher unterbrochen, als ein umgefallener Baum die Fahrbahn kreuzt und man mit dem Fahrzeug genau hineinrast. Das Auto ist zwar Schrott, doch allen geht es gut. Aber was nun? Man sucht nach Hilfe und verirrt sich in einem Gehöft, deren Eigentümer auf den unangemeldeten Besuch nicht gut zu sprechen sind. Das ändert sich aber schnell, als man von der bevorstehenden Schwangerschaft des nach Hilfe suchenden Paares erfährt. Man bietet Rast an und lädt zum Essen ein. Doch die Stimmung kippt, als Rachel plötzlich die Tochter der Wohltäter wiedererkennt. Schnell stellt sich nämlich raus, dass es sich hier um ein Mädchen handelt, das seit Jahren als verschollen gilt. Keine guten Voraussetzungen um Freundschaften zu schließen. Das wollen die Gastgeber auch gar nicht. Die überfallen die werdenden Eltern und halten sie in den eigenen vier Wänden gefangen. Na bravo. Was für eine doofe Situation.
 
 
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Okay, okay – vielleicht mutet es dann doch etwas sehr übertrieben an, wenn man MATRIARCH mit den oben genannten Nervenbrechern vergleicht. Zwischen diesen Filmen und dem doch sehr zurückhaltenden MATRIARCH liegen nämlich Welten. Der Film hat zwar von der MPAA ein Rated R für Gewalt und verstörendes Verhalten erhalten, dennoch sollte man hier keine ultra-brutale Schlachtplatte erwarten. MATRIARCH erinnert eher an so unscheinbare Genre-Perlen wie DARK PARADISE. In diesem zu Unrecht vergessenen Horrorthriller aus dem Jahr 1988 verzichtete man ebenfalls auf reißerische Schauwerte und Gewaltausbrüche. Stattdessen fokussierte man das Erzählen einer grotesken Handlung und bahnte so dem Grauen langsam den Weg durch die Geschichte. Gleicher Verlauf ist auch in MATRIARCH Programm. Mit wenigen finanziellen Mitteln erzählt man hier zurückhaltenden Hinterwäldler-Horror ohne Schnörkel und kaum Filmblut. In Anbetracht des reißerischen Filmplakats irreführend. Das suggeriert nämlich einen Folterfilm aller erste Güte. Perverse Folterspiele bleiben aber aus. Dafür bekommt der Zuschauer einen gradlinigen Überlebenskampf zweier Städter zu sehen, die irgendwie versuchen müssen sich aus den Fängen einer skurrilen Familiensippe zu befreien. Letztere wirkt nicht immer bedrohlich und böse. Das Böse verhält sich teils unbeholfen und tollpatschig. Das nagt an der Glaubwürdigkeit der Geschehnisse, zumal sich auch die Opfer nicht immer klug verhalten und nur selten mit kompromissloser Härte gegen ihre Peiniger vorgehen. Im echten Leben dürfte man da als Überlebender wohl weniger Gnade kennen. Da schlägt man besser noch einmal mit der Schaufel auf den Kopf des Fieslings, wenn der am Boden liegt. Sicher ist sicher.
 
 
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MATRIARCH ist ein waschechter Indie-Horrorfilm, der aus eigenen Mitteln gestemmt wurde. So gehört die Produktion zum ersten Langspielfilm der Produktionsfirma NEW LIGHT FILMS, die Regisseur SCOTT VICKERS zusammen mit STEVEN LITTLE gegründet hatte, um günstige Independent-Film drehen zu können. Beide lernten sich bei Dreharbeiten zur BBC Serie RIVER CITY kennen und wollten eigene Spielfilme drehen. Leider mangelte es bereits beim ersten Streifen an Produzenten, die das Vorhaben unterstützen wollten. Frustriert wollte man den Traum von der eigenen Filmproduktion aufgeben. Da passiert da Unfassbare. Bei einem von Scott geleiteten Film- und Fernsehkurs in Glasgow zeigte ein Teilnehmer Interesse. Der besaß eine Farm und stellte diese für den ersten Spielfilm zur Verfügung. Doch dabei sollte es nicht bleiben. ALAN CUTHBERT sorgte nicht nur für den stimmigen Schauplatz in MATRIARCH. Der ambitionierte Brite gab sogar die Landwirtschaft auf, verkaufte sein Haus und stieg mit ins Filmbusiness ein. In Anbetracht dessen, dass MATRIARCH mit einem Mikrobudget von gerade einmal 60.000 $ gedreht wurde und somit genauso teuer gewesen ist, wie das 1999 inszenierte BLAIR WITCH PROJECT, eine Glanzleistung. MATRIARCH ist keineswegs perfekt. Dennoch ist diese britische Horror-Indie ein Beweis dafür, dass man kein millionenschweres Budget benötigt, um halbwegs gescheite Film zu drehen. Da kann sich das geldgierige Hollywood schon mal eine Scheibe von abschneiden.
 
 
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MATRIARCH – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
In drei Wochen geschrieben und mit gerade einmal 60.000 $ in knapp zwei Wochen auf Film gebannt. Newcomer SCOTT VICKERS ist ein richtiges Arbeitstier. Der hatte den Traum vom eigenen Spielfilm und tat alles daran, diesen zu erfüllen. Keine Hürde war ihm zu hoch, kein Weg war ihm zu weit. Das Ergebnis: MATRIARCH – der erste Langfilm des selbsternannten Filmfans. Dafür schrieb der ambitionierte Filmemacher selbst das Drehbuch, nahm auf dem Regiestuhl Platz und ließ es sich auch nicht nehmen, eine der Hauptrollen im Film zu übernehmen. MATRIARCH (der übrigens anfangs noch MOTHER hieß) ist natürlich kein Vergleich zu so thematisch ähnlichen Schockern wie ESCAPE FROM CANNIBAL FARM oder INBRED. Dafür hat man versucht, den Film nach mehr aussehen zu lassen, als er gekostet hat. Die Schauspieler sind brauchbar und auch die Kulisse des britischen Hinterlands verursacht Unbehagen. Wer demnach eine Vorliebe für Backwood-Horror-Thriller besitzt, kann sich MATRIARCH schon mal geben.
 
 
 


 
 
 

MATRIARCH – Zensur

 
 
 
MATRIARCH hat kaum Gewalt zu bieten. Ein Mann wird lebendig begraben, ein Körper wird von Schrotgewehrkugeln durchbohrt und mit einem Knüppel werden Köpfe eingeschlagen. Weiterhin kommt ein Dolch zum Einsatz und Pistolenmunition tut ihr Übriges. MATRIARCH hat eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Die Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

MATRIARCH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Matriarch; Großbritannien 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 04.07.2019

 

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MATRIARCH – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei New Light Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Inside (2016)
 
Inside (2007)
 
Inbred (2011)
 
Escape from Cannibal Farm (2017)