Filmkritik: „Deathcember – 24 Doors to Hell“ (2019)

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DEATHCEMBER – 24 DOORS TO HELL

(DEATHCEMBER)

Story

 
 
 
Internationale Genreküche der besinnlicheren Sorte verspricht die rahmenhandlungslose Horrorsammlung „Deathcember“, in der am laufenden Band gestorben, getrunken und frohe Weihnacht gewünscht wird…oder?

 
 
 


 
 
 

DEATHCEMBER – Kritik

 
 
Bla bla Horroranthologien, diesdas Subgenre der Weihnachtshorroranthologie, bliblub Ghoulish Tales als Vergleich für nen schlechten Vertreter, gutes Werk der Gattung fällt mir spontan nicht ein aber viel eher erinnert das Projekt ohnehin an ABC’s of Death, ganze 146 Minuten und 26 Kurzfilme lang, keine Zeit für ein weiteres Intro, keine Rahmenhandlung auch, fangen wir an: Ein langsames Glockenspiel gepaart mit Geigen lässt mystische Hogwarts-Stimmung aufkommen, eine CGI-Kamerafahrt über den schneebedeckten Friedhof sieht professionell aus, zu oft gehört hat man nur eine solche, oder ähnliche Score. Ein Raum voll mit diversen winterlichen/weihnachtlichen oder auch ganz unzusammenhängenden Gegenständen wird präsentiert, dies waren also die knapp drei Minuten Einstimmung zu diesem Film, los geht’s direkt mit der ersten Geschichte.
 
1 – A Door Too Far by Dominic Saxl
 
Ein junger Mann wacht auf, verschlingt seinen ganzen Adventskalender sowie den seiner Schwester auf dem Schulweg, wobei sich der Film als deutsche Produktion mit unauffälligem Look offenbart. In einem Laden trifft der Junge auf einen älteren Herren mit Pentagrammanhänger, der irgendwas vom „Calendarum Maleficarum“ redet, bevor der Effekt des Films auf klebrig-eklige, wenn auch durchwachsen getrickste Manier einsetzt – eine nette Idee mit mäßiger Ausführung und leicht überdurchschnittlichem Weihnachtsfaktor – 4/10 & 3/5 Zuckerstangen*
 
2 – All Sales Fatal by Michael Varrati
 
Mit besserem, fast hyperrealem Colourgrading und hartem Licht fällt diese Episode schnell auf, in welcher aus einer alltäglichen Kaufhaussituation eine blutige Prügelei eskaliert. Aus lahmer Comedy entwickelt sich eine recht rabiate, aber nicht explizite Episode die zwar pointiert endet, aber mich im Endeffekt nur an den um Welten besseren „Catfight“ hat denken lassen. – 5/10 & 2/5 Zuckerstangen*
 
3 – Aurora by Lazar Bodroža
 
Der dritte Kurzfilm im Bunde gehört mit zu den qualitativ hochwertigsten, optisch ansprechendsten und besten Momenten der gesamten 2,5 Stunden „Deathcember“, könnte dafür inhaltlich aber kaum weniger mit Weihnachten zu tun haben, bzw. ist wenn, dann bis zur Unverständlichkeit symbolisch aufgeladen und chiffriert. Wir schreiben es Dezember 2389 auf einer der zahlreichen schwebenden Strukturen in Promixa Centauri und diese bildgewaltige Sci-Fi-Utopie ist aufwendig sowie ansprechend animiert, getrickst, gefilmt, vertont und eingefangen. Mit Ambient Soundtrack, Cyberpunk Eyecandy, innerer Rahmung, ausbleibendem Dialog und überzeugenden Glitch-Effekten z.B. kann man hier schnell eingesogen und erst in der perfekt gewählten, letzten Einstellung wieder ausgespuckt werden und gerade als Kurzfilm klappt diese merkwürdig emotionale, postapokalyptisch-futuristisch anmutende Weltraumvision bestens, nur was hat der Film in dieser Anthologie zu suchen? Dass der fehlende Weihnachtsfaktor dabei allerdings der größte Kritikpunkt ist und ich mir nicht sicher bin, ob die Darstellerin echt oder auch animiert war, spricht für sich. – 8/10 & 0/5 Zuckerstangen*
 
 
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4 – X-mas On Fire by Florian Frerichs
 
In einer einem Renaissance-Gemälde nicht unähnlichen, bildschönen Eingangssequenz sehen wir zahlreiche tote Polizisten und Weihnachtsmänner auf dem Boden liegen, eine Spieluhr spielt „Silent Night“, Neonfarben scheinen, welch besinnliche Einstimmung. Cut und ein deutlich an Reservoir Dogs angelehntes Flashback erzählt wie es zu dem Fall kam, mit fortgängig gewitzt- achronologischer Erzählweise, gutem Editing und blutigen Erschiessungen. Kein Action-Highlight,
aber twistreich, kurzweilig und ziemlich aufwendig für das Niveau des Films – da sogar der Weihnachtsfaktor durchgängig erkennbar bleibt, gibt es hier kaum was zu meckern. – 7.5/10 & 4/5 Zuckerstangen*
 
5 – Villancicos by Issac Ezban
 
Und hier ist es dann also, das absolute Highlight des Films, besser wird es meiner bescheidenen Meinung nach nicht mehr: Der mexikanische Regisseur, der sich u.a. schon mit dem sehr guten Twilight-Zone-Horror „The Similars“ behaupten konnte, beweist sich in dieser schwarzhumorigen Episode vollends als Bildästhet und Arthouse-Regisseur, da hier das sich mehrfach in buntesten Farben wechselnde Setting, die zahlreichen liebevoll agierenden Statisten und die Skurrilität der Situation an sich deutlich wichtiger sind, als eine Geschichte oder ein traditioneller Spannungsbogen. Eine Familie, deren Sohn an Weihnachten im Kinderbett verstirbt, bemerkt, dass dieser durch Gesang scheinbar am Leben erhalten werden kann. Was folgt, sind technisch eindrucksvolle Tracking Shots und Plansequenzen, gialloesque Einstellungen und schwarzer Humor, Familienfeten und langsam einsetzender Wahnsinn. Ein originelles und lebendiges Werk, das durch seine stringente Vision überzeugt und absolut sehenswert ist. – 8,5/10 & 3/5 Zuckerstangen*
 
6 – Joy To The Girls by Sonia Escolano
 
Ein Mann erhält eine Einladung zur Weihnachtsfeier im Hotel Chevalier, dort angekommen gibt es neben verzierten, hohen Wänden, Wein und tanzenden Frauen aber alsbald noch eine Wanne voll Blut zu bestaunen. Zum ersten Mal fühlte ich mich hier, als habe ich irgendwas nicht verstanden oder übersehen. Die Pointe am Ende ist bestenfalls ein Höflichkeitslacher, der Weg dahin vorhersehbar und unspektakulär inszeniert. Das Schauspiel lässt zu wünschen übrig, Weihnachtsflair gibt es so gar keinen bis auf die Prämisse an sich, auf dem Papier – 4/10 & 0,5/5 Zuckerstangen*
 
 
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7 – The Hunchback Of Burg Hayn by Bob Pipe
 
Mit Klaviermusik und schwarz-weißem Projektorfilter versucht sich dieser Beitrag an wohligem Frankenstein-Retrolook, was in einigen Einstellungen dank zahlreicher Statisten und cleverer Winkel auch gelingt, zu oft wird die Illusion aber durch zu neuzeitliche Frisuren und Gesichter zerstört. Inhaltlich geht es um eine Begnadigung zu Weihnachten, doch weil die Geschichte so minimalistisch ist, die Witze und Kostüme bestenfalls mittelmäßig und der Weihnachtsbezug erneut allenfalls konzeptionell vorhanden, weiß auch dieser Kurzfilm nicht wirklich zu überzeugen. – 6/10 & 0/5 Zuckerstangen*
 
8 – Family Matters by Steve de Roover
 
Der erste Bodyhorror-Beitrag kann sich durchaus sehen lassen, denn auch wenn der Weihnachtsfaktor, man ist es inzwischen schon gewohnt, sich ein weiteres Mal hinten anstellen muss, so kann die simple Geschichte dank leicht schleimig-ekliger Effektarbeit und sich schnell einstellender Rätselspannung doch überzeugen. Fehlende Musik und die recht leere Designerwohnung wirkten dabei zuerst wie Makel, tragen aber durchaus zur unbehaglichen Anspannung bei. – 6/10 & 2/5 Zuckerstangen*
 
9 – Crappy Christmas: Operation Christmas Child by Jürgen Klings
 
Wenn eine Episode dieses gesamten Mammutunterfangens hier auf Skandal aus ist, oder sein könnte, dann wohl diese hier. Denn wäre „Operation Christmas Child“ nicht im „putzigen“ Stop-Motion/Claymation-Stil animiert worden, sondern mit ähnlicher Drastik und Erbarmungslosigkeit und echten Darstellern, die Geschichte wäre den deutschen Zuschauern vermutlich entgangen. Ein kranker, bösartig überspitzter und doch immer noch viel zu echter Exploitationfilm mit deutlicher Religionskritik, gelungenen Animationen und hammerhartem, spaßigen Gore. – 7.5/10 & 2/5 Zuckerstangen*
 
 
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10 – Five Deaths In Blood Red by Ama Lea
 
Eine halbnackte Frau gefesselt auf dem Bett, da dürfen bei so einem Titel die messertragenden Lederhandschuhe natürlich nicht lange auf sich warten lassen, auch wenn der Kehlenschnitt selber eher mäßig getrickst ausfällt. Was folgt, ist eine mit selbst eingespielter Score unterlegte Giallo- Reminiszenz inklusiv expliziter Fulci- und Argento-Verweise, die natürlich mit stereotypen Charakteren und Overacting spielt, nur um sich herrlich blöd zu twisten und weihnachtlich aufzulösen – eine nette Stilübung, die man aber auch schon besser gesehen hat. – 6/10 & 3,5/5 Zuckerstangen*
 
11 – Kill Santa by Sandrac González-Perellón
 
Prinzipiell eine versierte und stilvoll präsentierte Geschichte mit garstiger Auflösung und schnell aufkommender Spannung, auf dem Bildschirm nur leider eine unterwältigende Angelegenheit, da die arthousige Einstellung mit einem schlechten Effekt versaut wird und zu schnell klar ist, was hier gespielt wird. – 5/10 & 2,5/5 Zuckerstangen*
 
12 – Bad Santa by Julian Richards
 
Erste, leichte Ermüdungserscheinungen sind bei der nächsten allzu durchschnittlichen Episode auszumachen, in der nach einem fiesen Aufbau mit Vater. vs. Nachwuchs-Prämisse und weihnachtlichem Setting ziemlich unerklärt und gefühlt ohne Punkt auch schon das Ende daherkommt. Schlechte Zeitlupeneffekte/-aufnahmen und Verwirrung bleiben da noch am ehesten hängen. 5/10 & 2,5/5 Zuckerstangen*
 
 
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13 – Santa Is Coming by Lee Sang-Woo
 
Der erste südkoreanische Kurzfilm der Selektion startet mit einer Vogelperspektive und kann auch nachfolgend durch gekonnte Winkel und Schärfensetzung technisch überzeugen, doch so gekonnt die betrübte Atmosphäre mit hallenden Gesprächen, dem Fernseher im Hintergrund, Geigen- und Pianotönen auch erzeugt wird, so wenig nahegehend, kalt und distanziert bleibt das tragische Geschehen für den Zuschauer. Die später spielende Weihnachtsmusik möche nicht so recht passen, auch der Titel wirkt recht zufällig gewählt, doch spätestens durch das gruselige, lynchesque letzte Tableau ist dieser Beitrag definitiv einen Blick wert. – 6,5/10 & 1,5/5 Zuckerstangen*
 
14 – A Christmas Miracle by Vivienne Vaughn
 
Ein Beitrag, der spontan zum verwunderten Kopfkratzen motiviert hat, folgt dann mit diesem amerikanischen Vertreter in dem u.a. Barbara Crampton im 4:3 (oder 1:1,33?) Retro-Bildformat und optisch wohl mit ansprechendstem Kurzfilm der gesamten Chose schauspielern darf. Die Story um Eva, die flüsternd ein faustisches Angebot kriegt, startet romantisch, gothisch, atmosphärisch und verträumt gedreht, doch sobald die Katze aus dem Sack ist, ersehnt man sich nur noch dass es endet, um dann ein wenig zufriedenstellendes Ende serviert zu bekommen. – 4/10 & 1/5 Zuckerstangen*
 
15 – Cosetta Sperduta In Campagna by Ruggero Deodato
 
Was für ein Trauerspiel sich inmitten des gähnenden Durchschnitts doch noch finden lässt: Der einstige Kannibalenfilmmeister entblößt sich mit diesen wenigen Minuten als verspielter bis debiler Stümper, dessen Zenit lange überschritten ist und präsentiert in seiner billig aussehenden, schlecht gespielten und einfältigen Episode eine overactende Familie, bei deren Betonungen und allgemeiner Inszenierung man sich nie sicher ist, ob überhaupt irgendwas davon ernst gemeint ist und wenn nicht, was es dann soll. Weder weihnachtlich, noch witzig, noch blutig, noch originell, sexy, besinnlich, oder auch nur kurzweilig. – 2/10 & 2/5 Zuckerstangen*
 
 
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16 – Milk And Cookies by Sam Wineman
 
Wer von schlichtweg „bösen“, aber nicht sonderlich cleveren oder neuen Prämissen leicht unterhalten wird, der dürfte mit dieser Rachegeschichte hier seinen Spaß haben, die bei mir nur für ein halbherziges Augenzucken gereicht hat. Ein Kind mit brutalem Stiefvater wünscht sich bei Santa Spielzeug und bekommt es, wird dafür aber bestraft. Was folgt, kann man sich vermutlich nach diesem Satz bereits denken und ist zwar relativ weihnachtlich inszeniert, aber weder originell noch allzu blutig. – 5,5/10 & 2,5/5 Zuckerstangen*
 
17 – PIG by Andreas Marschall
 
Technomusik und bunte Lichter, junge, feiernde Menschen und eine nett erzählte Rape & Revenge- Geschichte – Marschall versteht sein Handwerk auch im kleinen Rahmen und die Episode ist sowohl produktionstechnisch auf einem hohen Niveau als auch ordentlich gespielt und dem Zuschauer ggf. nahegehend, doch das sozialkritische, zum Denken anstoßende Ende, das Setting und auch der Soundtrack haben alle so absolut gar nichts mit Weihnachten zu tun und wirklich etwas Neues oder Interessantes wurde auch nicht ergründet. – 6/10 & 0/5 Zuckerstangen*
 
18 – They Once Had Horses by Lucky McKee
 
Ein schwarz-weißer, bittersüßer Weihnachtsabend, den man gerne mit zwei sich gegenseitig beleidigenden und liebevoll Sprüche um die Ohren werfenden, verwundeten Cowboys am Lagerfeuer verbringt. Milde amüsant und schwarzhumorig bis zum kunstvollen Ende, das sich einzig auf der Audioebene und im Kopf des Zuschauers abspielt – kein Meisterwerk, aber eine stimmige Fingerübung. – 6/10 & 1/5 Zuckerstangen*
 
 
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19 – December the 19th by Milan Todorovic
 
Ein Highlight auf seine ganz eigene Art ist diese Schlittschuh-Angelegenheit, die mich spontan an Happy Tree Friends erinnert hat – nicht etwa formal oder stilistisch, sondern weil ich mir nach zweimaligem Anschauen die Ereignisse nicht anders erklären kann, als dass es sich um äußerst unüblich inszenierte Unfälle handelt. Am letzten Abend der Hanukkah-Feierlichkeiten, realistisch dargestellt durch viele Statisten und unterstützt von einer professionellen Optik und Synthesizern im Soundtrack, verlassen zwei junge, hübsche, angetrunkene, osteuropäische Frauen das Gebäude um beschwipst herumzualbern und einen Eislaufplatz zu besuchen. Dort angekommen wird es kurz erotisch und verdächtig lesbisch, nur um im Sekundentakt die Verletzungen und unerklärten, handgemachen Effekte folgen zu lassen. Wild, unerklärt, irgendwo billig und schlecht, irgendwo genial. – 5,5/10 & 2,5/5 Zuckerstangen*
 
20 – Getting Away From It All by Pollyanna McIntosh
 
Nachdem die schottische Darstellerin anno 2011 bereits die Regie zu einem direkten Sequel zu Jack Ketchum’s „The Woman“ übernahm und in dem Vorgänger natürlich die Hauptrolle innehatte, drehte sie als zweite Regiearbeit diesen wahnsinnigen Weihnachtshorrortrip, dessen unerklärte,
bösartige, sinnlose und doch schwarzhumorig-überzeichnete Gewalt gut zu dem passt, was man sich bei der Mischung vielleicht vorstellt. Die Eskalationskurve greift schnell und wird konsequent höher geschraubt, das böse Ende bleibt im Kopf, die Weihnachtsdeko ist hübsch und üppig ausgefallen, eine wichtige Moral, hinter der ich absolut stehe, ist auch noch versteckt. „Greedy fucking bullshit fucking christmas crap.“, hachja. – 7/10 & 3,5/5 Zuckerstangen*
 
21 – Family Feast by Rémi Fréchette
 
In diesem französischen Beitrag begleiten wir eine junge, genervt wirkende Frau dabei, wie sie auf der Weihnachtsfeier mit der Familie ihre Zeit verbringt. Schnell macht sich eine unangenehme Stimmung breit, inklusive blauem Licht im Flur und verwirrender Andeutungen am Esstisch. Teils sind die folgenden Schreckensbilder unfreiwillig komisch, teils so unerwartet und unüblich dass es tatsächlich gruselig wird und funktioniert, dazu rot flackernde Argento-Einflüsse und blutige Einstiche, fertig sind ein paar Minuten sehr weihnachtlicher Paranoia. – 6,5/10 & 4/5 Zuckerstangen*
 
 
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22 – Before Sundown by Jason A. Rostovsky
 
In amateuriger Indiefilm/YT-Optik gedreht und mit jungen Darstellern sowie Elektromusik versehen, macht diese unweihnachtliche Filmeinreichung spontan nicht den vielversprechendsten Eindruck, doch durch den Sonnenuntergang und das sphärische Piano, die Dialoge innerhalb der Gruppe und natürlich Fahrrad fahren durch den amerikanischen Vorort kommt schnell wohlige sowie sympathische Stranger Things-Atmosphäre auf und einzig das unspektakuläre Ende steht dem leider im Weg. – 6/10 & 1,5/5 Zuckerstangen*
 
23 – Cracker by John Cook Lynch
 
Der vorletzte Abstecher führt uns in eine großartig überzeichnete, bunte, künstlich hochgedrehte 50s-Werbewelt mit übersättigten, gelben Kleidern, perfekt ausgewählten Möbeln, Frisuren etc. und einer Prämisse, die sich durch cleveres Writing Stück für Stück auffächert und erklärt, statt direkt in Erklärungsnot zu geraten. Durch die titelgebenden Christmas Cracker gibt es zwei schlechte Witze, das Schauspiel ist genauso merkwürdig und off wie es sein soll, der Gore kommt überraschend und handgemacht, die Pointe am Ende ist zynisch, böse und erinnerungswürdig. Einer der stilistisch eigensten und ausgereiftesten Filme. – 7/10 & 2/5 Zuckerstangen*
 
24 – Operation Dolph by Trent Haaga
 
Trent Haaga, den man von „Chop“, „Cheap Thrills“ oder „68 Kills“ kennen kann, durfte die 24. und somit eigentlich ja finale Episode beisteuern, die Nummer des heiligen Abends wurde ihm zugesprochen – und meiner Meinung nach hat er es ziemlich versemmelt. Am schmeichelndsten könnte man diese belanglosen paar Minuten Wüstentrash wohl als „an Troma erinnernden Drogentrip mit Killersanta im Drogenlabor“ bezeichnen, doch das würde schon nach zu viel Unterhaltungsfaktor klingen. Die Auflösung wirkt, wie so oft, als würde etwas fehlen, der Weg dahin ist rotzig-frech und indie, ja, aber eben auch billig und egal, zudem mit deutlich zu wenig gezeigten Splattereinlagen versehen. – 3/10 & 2/5 Zuckerstangen*
 
 
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Den öfter getätigten Aussagen, dass sich in den nun, nach zwei Stunden Spielzeit folgenden Ending Credits noch zwei Episoden „verstecken“ würden, kann ich absolut nicht zustimmen, denn auch bei einer solchen Mammutanthologie waren keine 21 ganzen Minuten an Credits zu erwarten – demnach also den Block nie weggelegt, um die letzten zwei Weihnachtshorrorversuche zu notieren:
 
25 – Christmas Corp.se by Annika Marx
 
Ein weiterer deutscher Beitrag, diesmal in professioneller, unterkühlter Corporate-Büro-Optik. Anzugträger auf der Weihnachtsfeier im modernen Komplex, rassistische und sexistische Arschlöcher, die Untergeordnete auch jetzt noch zu Extraaufgaben verdonnern. Die genaue Auflösung der folgenden Minuten ist nicht unbedingt erklärt oder sinnvoll und erahnen kann man sie so oder so ähnlich auch, doch das ist absolut nicht von Priorität, wenn die Atmosphäre stimmt – und das tut sie hier definitiv. Mysthisches rotes Licht im Flur, kaputte Radios, stillstehende, aus dem Mund tropfende Menschen im Dunkeln und weiße Augen kommen zum gekonnten Einsatz und weben eine düstere Genrewelt, die nur abermals nicht allzu weihnachtlich daherkommt. – 7/10 & 1,5/5 Zuckerstangen*
 
26 – They Used To Laugh And Call Him Names by BJ Colangelo & Zach Schildwachter
 
Der endgültig letzte Kurzfilm dieser nicht enden wollenden Reihung größtenteils durchschnittlicher Kost ist eine eklige, billige, trashige und brutale Angelegenheit, in der mit simplen Methoden wie untersichtigen POV-Shots, rot gefärbtem Bildschirm und Wäldern als Kulisse gearbeitet wird. Weder die oft gesehene Standard-Creaturefeature-Story noch der Weihnachtsfaktor wissen hier zu überzeugen, doch die Machart und derben Effekte wissen zumindest ein kurzes Grinsen ins Gesicht zu zaubern. – 6/10 & 1/5 Zuckerstangen*
 
Und das war es dann also, nach 146 Minuten Spielzeit, hallelujah. Was für mich als jahrelangen Weihnachtshorrorultrafan eigentlich die ultimative Offenbarung hätte sein sollen, offenbarte sich trotz zweigeteilter Sichtung in zwei Stzungen immer noch als überlanger, zu beliebiger, zu unausgereifter Krampf von einem Film, in dem sich die meisten Episoden leider nicht in den Extremen der Skala aufhalten, sondern fast durchgängig zwischen 4 und 6 Punkten verweilen, also schlichtweg nicht zu beeindrucken wissen. Ich bin nie wütend geworden und war nie zu Tode genervt, doch konsistent gute Unterhaltung sieht leider auch wirklich anders aus. Die mittelmäßige und oftmals ebenfalls zufällig wirkende CGI-Präsentation versprüht wenig Charme, die „großen Namen“ des Projektes gehen fast alle in der Kürze oder Belanglosigkeit ihrer jeweiligen Rollen oder Beiträge unter und einen hohen Weihnachtsfaktor kann man gerade einmal bei etwa drei bis vier der 26 Kurzfilme ausmachen. Lobend erwähnen und im Hinterkopf behalten möchte ich definitiv das Sci-Fi-Eyecandy „Aurora“ von Lazar Bodroža, den exzellenten mexikanischen Vertreter „Villancicos“, die derbe Werbewelt-Dystopie „Cracker“ und natürlich den garstigen, weihnachtlichen und sehr ABC’s of Death-mäßigen Beitrag „Getting away from it all“, doch abseits davon wirkt leider kein Film wirklich ausgereift oder durchkonzeptioniert, da in erster Linie die Landung, das Ende, die Schlusspointe öfter fehlt, als nicht. Ein ehrenhafter Versuch und ja, mit Freunden und Alkohol und gerichteter Erwartungshaltung sicherlich mal ein netter Filmabend – aber mehr eben auch nicht.
 
* Die Anzahl der Zuckerstangen gibt den Weihnachtsfaktor der jeweiligen Episoden wieder. Je mehr Weihnachtsdeko, Christmas-Musik, Santas, X-Mas-Stimmung und weihnachtsliche Kills auf der Mattscheibe gezeigt werden, umso höher fällt die Zuckerstangen-Punktzahl aus.
 
 


 
 
 

DEATHCEMBER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Unausgegorene, überlange Kurzfilmanthologie, die ihrem Weihnachtsthema nur selten treu bleibt und qualitativ maximal leicht überdurchschnittlich daherkommt. Knaaaappe 6/10 und 2/5 Zuckerstangen*.
 
 


 
 
 

DEATHCEMBER – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Deathcember – 24 Doors to Hell“ ist ungeschnitten und besitzt den roten FSK-Flatschen. Horrorfans und Sammler können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

DEATHCEMBER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) BUSCH MEDIA GROUP (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Deathcember; Deutschland 2019

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 145 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 04.12.2020

 

Deathcember – 24 Doors to Hell [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DEATHCEMBER – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei BUSCH MEDIA GROUP)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
The ABCs of Death (2012)
 
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Southbound (2015)
 
The Theatre Bizarre (2011)
 

Filmkritik: „Reborn“ (2018)

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REBORN

Story

 
 
 
In „Reborn“ erfahren wir was passiert, wenn eine Totgeburt von einem Psychopathen aufgezogen wird und an ihrem sechzehnten Geburtstag mehr über ihre Vergangenheit wissen will.

 
 
 


 
 
 

REBORN – Kritik

 
 
Paranormale Fähigkeiten haben es natürlich besonders dem Horrorbereich schon immer sehr angetan. Einer der größten Klassiker in diesem Bereich kam wohl 1976 heraus, nämlich die Romanverfilmung von „Carrie“. Seitdem versuchen sich immer mal wieder Filmchen an Figuren, die eine übernatürliche Begabung haben. So auch „Reborn“, dem allerdings kaum etwas einfällt, was ihm eine Daseinsberechtigung verschaffen würde.
 
 
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Tess landet als Totgeburt im Leichenschauhaus. Hier arbeitet ein Psychopath mit Vorliebe für Leichen. Als plötzlich ein mächtiges Gewitter anbricht, wird die kleine Tess wie durch Zauberhand wieder lebendig. Der Irre nimmt sie daraufhin mit nach Hause und zieht sie auf. Sechzehn Jahre später hat Tess Fragen über ihre Herkunft und sie muss bald feststellen, dass sie auch im Besitz einiger Fähigkeiten ist. Aber ob sie diese für den guten Zweck einsetzt auf der Suche nach ihrer Mutter, ist eher fraglich. Dass die Story nicht besonders viel zu erzählen hat und keineswegs originell erscheint, lässt sich noch am ehesten verzeihen, denn gut geklaut ist manchmal eben doch besser, als schlecht selber ausgedacht. Leider wirkt das Drehbuch in „Reborn“ aber enorm konstruiert und ziemlich hölzern. Man kauft dem Werk seine Geschichte einfach nicht richtig ab. Außerdem ist das Szenario arg vorhersehbar, so dass der Zuschauer sich stets denken kann, was als nächstes geschieht und damit auch immer Recht behält.
 
 
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Das raubt vor allen Dingen Spannung. Obwohl „Reborn“ nur 77 Minuten (mit Abspann) lang ist, zieht er sich spätestens in der zweiten Hälfte ganz schön in die Länge. Hier ist aber auch wirklich kaum etwas los. Die flotte Einleitung geht dabei noch in Ordnung und danach kann man kurz die Hoffnung haben, dass man die Fähigkeiten von Tess für Action nutzen wird, aber der Bodycount bleibt erschreckend gering und mehr als sich von einem lahmen Mord zum nächsten zu hangeln, geschieht hier nicht. Abgesehen davon, dass Tess nur Dinge mit Strom steuern kann, ist ihre Begabung nun auch nichts Neues, aber es wird sowieso viel zu selten Gebrauch davon gemacht. Scheinbar versteht sich das Ganze auch fast mehr als Drama und so kommt es zu vielen ruhigen Szenen, in denen es um die Mutter geht. Wäre das nicht alles so platt und unglaubwürdig, hätte es funktionieren können, aber die Drama-Anteile sind eher misslungen, weil man überhaupt keinen Draht zu den Charakteren erhält. Die Figurenzeichnung ist einfach nur konstruiert und wirkt als Mittel zum Zweck, was sie ja nun mal auch ist. Das Finale hält ebenfalls keine Highlights parat und so muss man sich überwiegend langweilen. Wer es gerne etwas blutiger hat, wird enttäuscht sein, denn die Morde sind sehr harmlos und besitzen leider keine so guten Effekte.
 
 
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Nun hat man es trotzdem nicht mit einer Totalkatastrophe zu tun, denn „Reborn“ besitzt tatsächlich ein paar Qualitäten. So überzeugt schon mal die Optik und aus handwerklicher Sicht ist das Produkt sogar ganz gut zu gebrauchen. Man sieht zwar, dass nicht so viel Geld zur Verfügung stand, aber die Inszenierung von Julian Richards ist an manchen Stellen ambitioniert und allgemein sieht der Film ganz schick aus. Außerdem sind die Darsteller in Ordnung. Scream Queen Barbara Crampton übernimmt eine überraschend große Rolle, gibt sich nicht zu viel Mühe, agiert aber auf einem passablen Niveau. Auch über Kayleigh Gilbert kann man nicht so viel meckern, denn eine solche Rolle kann man wesentlich mieser spielen. Mit Michael Paré ist noch ein bekannter Name mit dabei, aber er hat hier nur die Rolle des unnötigen Polizisten erhalten und kann daraus nun wirklich nichts machen. Die restliche Anzahl der Darsteller ist sehr überschaubar und hier wird sonst nicht viel verlangt.
 
 


 
 
 

REBORN – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Reborn“ wäre solide gewesen, wenn er nicht so ereignislos daher käme. Die Story ist zwar ausgelutscht und das Drehbuch nicht gut geschrieben, doch gerade weil die Inszenierung passabel ist und die Darsteller (samt anhörbarer, deutscher Synchronisation) nicht zu negativ auffallen, hätte man daraus etwas machen können. Es passiert nur leider fast nichts, das Drama ist unglaubwürdig und die paar Morde machen kaum einen Horrorfilm daraus. Etwas mehr Action, mehr Gewalt und allgemein höhere Schauwerte wären nicht verkehrt gewesen. So bekommt man einen ziemlich lustlosen Versuch „Carrie“ mit „Der Feuerteufel“ zu paaren, der zwar noch deutlich schlechter hätte ausfallen können, für den man aber leider auch keine Empfehlung aussprechen kann.
 
 


 
 
 

REBORN – Zensur

 
 
 
„Reborn“ erschien in Deutschland ungeprüft auf Blu-ray und DVD im Mediabook. Sollte dennoch irgendwann mal eine FSK-geprüfte Filmveröffentlichung erscheinen, dürfte „Reborn“ ohne Probleme eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

REBORN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) RAWSIDE ENTERTAINMENT / WICKED VISION (Mediabook mit BD + DVD – Cover A – auf 222 Stück limitiert)

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(c) RAWSIDE ENTERTAINMENT / WICKED VISION (Mediabook mit BD + DVD – Cover B- auf 222 Stück limitiert)

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(c) RAWSIDE ENTERTAINMENT / WICKED VISION (Mediabook mit BD + DVD – Cover C – auf 222 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Reborn; USA 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 77 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Making-of Synchro, Trailer, Slideshow, Film auf DVD und 24-seitiges Booklet mit einem Text von Christoph N. Kellerbach

Release-Termin: Mediabook: 04.12.2020

 

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REBORN – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei RAWSIDE ENTERTAINMENT / WICKED VISION)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)
 
Der Feuerteufel (1984)
 
Stephanie – Das Böse in ihr (2017)
 
Dark Touch (2013)
 

Filmkritik: „The Mangler“ (1995)

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THE MANGLER

Story

 
 
 
Unsympath Gartley (Robert Englund) betreibt in seinem Kaff eine herabgewirtschaftete Wäscherei. Als seine Nichte sich eines Tages schneidet und die Mangel mit Blut benetzt, erwacht ein archaischer Dämon im toten Industrieapparat zum Leben. Der schließt einen Pakt mit Grtley und den anderen Altvorderen des Orts. Sechzehnjährige Töchter gegen Reichtum. Alte Schule. Sapperlot! Da liefert die Maschinerie blütenweiße Ergebnisse und ist doch vom Leibhaftigen besprungen. Polizist Hutton (Ted Levine) und sein Schwager, der engagierte Dämonologe Jackson, machen sich auf, der Teufelsmangel den Scheitan auszutreiben. Der Exorzismus nach katholischem Ritus scheint schonmal Früchte zu tragen. Oder nicht?

 
 
 


 
 
 

THE MANGLER – Kritik

 
 
Tobe Hooper zählt zeitlebens zum erlauchten Kreis von Genrefilm-Regisseuren, deren Namen vor den Titeln auf den Filmplakaten stehen. Heute ist das Usus, einst muss der Name schon Romero, Carpenter oder eben Hooper lauten. All das aufgrund eines spröden Seventies-Studentenfilms mit dem klangvollen Namen THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Danach ist, außer in generell recht durchwachsenen Filmen aufflackernden kleinen Hoffnungsschimmern, nicht mehr viel Positives von den 2017 unerwartet verstorbenen Filmemacher zu berichten. Trotzdem: Unsere Kollegen der früher mal ruhmreichen deutschen Filmzeitschrift CINEMA können THE MANGLER seinerzeit so gar nicht leiden, treffen jedoch in einem Nebensatz mit der Beurteilung des Horrorgenres anno 1995 als „dauerhaft kränkelnd“ voll ins Schwarze. Die goldenen Slasher-Jahre der Achtziger sind lange passé, im Kino läuft Horror nur noch sporadisch. Hauptsächlich werden das wie geschmiert laufende Videothekengeschäft und dessen etwas blutrünstigere Kundenkreise beackert. Von der überraschend großen und kassenträchtigen, dafür eigentlich schon beleidigend uncoolen Behandlung des Horrorfilms als Opfer postmoderner Persiflage – via Wes Cravens üblem SCREAM und so weiter – sind wir bei THE MANGLER zum Glück noch befreit. Auch wenn die Ruhe nur noch ein Jahr währt.
 
 
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Auch unser Hauptdarsteller und Gewohnheitsbösewicht Robert Englund steckt 1995 noch in der misslichen Lage, aufgrund seiner berühmtesten Rolle als Fred Krueger keinen Job außerhalb des siechen Gruselkinos landen zu können. So nimmt er wohl oder übel einiges an mittelprächtig bezahlten Gigs in B-Ware an und hält sich im Geschäft. Im neuen Jahrtausend greift dann die Verliebtheit der Popkultur in ihre Vergangenheit in Form des Retro-Phänomens und Englund fühlt sich wieder wohl. Als seinen heldenhaften Gegenspieler dürfen wir Ted Levine, weg von seiner genialen Darstellung des Unholds Buffalo Bill in Ted Demmes Horror-Mainstream-Crossover-Megaerfolg DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER (1991) und noch vor der neuen Karriere als MONK-Fernsehgesicht, bewundern.
 
 
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Kantiges Trash-Monsterkino vom alten Schlag oder Parodie? Wir müssen an dieser Stelle zugeben, uns selbst nicht einig zu sein. Kann ein Film über eine von Dämonen besessene Wäschereimaschine wirklich unkomödiantisch gemeint sein? Wenn die fiese Mangel ihre menschlichen Opfer am Schlafittchen packt und sie mit Dampf zu sauber gefalteten Bettlaken verwurstet, kann man das nur schwerlich ernst nehmen. Andererseits, wieso sollte man?
 
 
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THE MANGLER entspringt den Seiten von Stephen Kings erster Kurzgeschichtensammlung NACHTSCHICHT. Diese im amerikanischen Original 1978 und auf Deutsch 1984 erschienene Anthologie zuvor in Literaturmagazinen veröffentlichter Short Stories des Horror-Großschriftstellers aus Maine kann mit Fug und Recht als eine Petrischale seines Schaffens bezeichnet werden. So finden sich in NACHTSCHICHT die aus Platzgründen sehr kondensierten Urversionen von BRENNEN MUSS SALEM und THE STAND – DAS LETZTE GEFECHT. Dazu einige Geschichten, die ungleich später zu Kino-Ehren kommen. Natürlich die (beinahe) titelgebende SPÄTSCHICHT, KINDER DES ZORNS, QUITTERS INC., MANCHMAL KOMMEN SIE WIEDER, RHEA M. – ES BEGANN OHNE WARNUNG und eben THE MANGLER. Der Film zum hier ebenfalls enthaltenen RASENMÄHERMANN hat bis auf den Titel ja leider nüscht mit der Vorlage zu tun.
 
 
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THE MANGLER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Angenehm unaufgeregter Horror-Trash aus jenen verlorenen Jahren, in denen Horror nur für sein damals kleines Stammpublikum und nicht das gezüchtete Multiplex-Publikum produziert wird. Robert Englund macht, was er am besten kann, nämlich böse und hinterhältig spielen und durch die ausnehmend gut gestalteten Kulissen huschen. THE MANGLER hätte auch gut in den Rahmen von sowas wie GESCHICHTEN AUS DER GRUFT gepasst. Das ist als Kompliment gemeint.
 
 


 
 
 

THE MANGLER – Zensur

 
 
 
THE MANGLER erschien in Deutschland auf VHS in seiner ungekürzten R-Rated-Fassung mit einer FSK 18-Freigabe. Auch im TV wurde häufig genau diese ungeschnittene R-Rated-Fassung ausgestrahlt. Leider wurde uns in Deutschland die blutigere Unrated-Fassung stets vorenthalten. Dank dem Label NSM Records ändert sich das jetzt. Im Zuge diverse Blu-ray-Veröffentlichungen kommen nun auch deutsche Fans in den Genuss der Unrated-Filmfassung. Diese ist auf allein deutschen Blu-rays enthalten. Das zuvor fehlende Filmmaterial wurde mit deutschen Untertiteln versehen. NSM Records ließ THE MANGLER übrigens neu von der FSK prüfen. Kurioserweise attestierte das Prüfkremium für die Unrated-Fassung eine Jugendfreigabe. Diese ist jetzt ungeschnitten frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE MANGLER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM RECORDS (KeepCase Blu-ray mit Wechselcover)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover A)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover B)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover C)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover D)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover E (Remastered Auflage))

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

The Mangler; USA 1995

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung) | KeepCase: FSK16 (ungeschnitten)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: R-Rated Version (Open Matte), Original-Trailer, Deutscher Trailer, Filmographien, Bildergalerie | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD und 16-seitiges Booklet mit Text von Nando Rohner

Release-Termin: Mediabook (Cover A-D): 25.08.2017 | Remastered Mediabook (Cover E) 11.09.2020 | BD-KeepCase: 30.10.2020

 

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The Mangler [Mediabook – Cover C] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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THE MANGLER – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Mangler 2 (2002)
 
Scream of the Banshee (2011)
 
Rhea M – Es begann ohne Warnung (1986)
 

Filmkritik: „Jason und die Argonauten“ (1963)

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JASON UND DIE ARGONAUTEN

(JASON AND THE ARGONAUTS)

Story

 
 
 
Der Thron Thessaliens ist vom Umstürzler Pelios übernommen worden, der dafür die halbe Königsfamilie ausradiert. Überlebender ist sein Neffe Jason, ein Liebling der Götter. Unter dem Schutz des Olymps macht sich der junge Krieger auf, das legendäre Goldene Vlies zu finden. Mit der Hilfe dieses magischen Widderfells will Jason den Bösewicht wieder absetzen. Für die gefährliche Seereise mit seinem Schiff, der Argo, rekrutiert er weitere Helden, die er für den Kampf mit goldenen Titanen, Harpyien, Skeletten und der Hydra auch braucht.

 
 
 


 
 
 

JASON UND DIE ARGONAUTEN – Kritik

 
 
JASON UND DIE ARGONAUTEN ist die Verfilmung der griechischen Heldensage vom Goldenen Vlies. Somit ist das Drehbuch 2300 Jahre alt, könnte man witzeln. Penible Geschichts-, bzw. eher Altertums-Nerds werden bemerken, dass im Film andere Figuren über den Jordan gehen als in der Vorlage. Hat man seinen Gustav Schwab nicht verinnerlicht, stört diese Abweichung freilich kaum.
 
 
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Ein weiterer toller Film, der schon zu Kinozeiten, mehr aber noch durch die Verwertung als Homevideo und Fernsehausstrahlung und die daran gekoppelte Berichterstattung in Filmliteratur und -Journaille über die Stop-Motion-Effekte des Visual-Großzauberers von Hollywood, Ray Harryhausen ist natürlich gemeint, definiert wird. Letztes Jahr wäre er 100 Jahre alt geworden. Nehmen wir nur den Schwertkampf mit der vielköpfigen Hydra und verwandeln uns wieder in Zehnjährige, die das Kino der Phantastik gerade neu für sich entdecken dürfen. Wie auch bei den SINDBAD-Filmen dieser Zeit folgt Harryhausens Technik, seine so unglaublich minutiös fotografierten, nach dem eigentlich simplen Prinzip des Daumenkinos funktionierenden Miniaturen und die antiken Traumlandschaften auf seinen Matte-Painting-Hintergründen, direkt auf die Arbeitsweise George Meliès, ist also der lineare Nachfolger des französischen Erfinders der Vision vom Kino als – im wahrsten Sinne des Wortes – Projektionsfläche des Staunens über vorgeführte Unmöglichkeiten.
 
 
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JASON UND DIE ARGONAUTEN ist auch jener Film, in dem die vielleicht bekannteste Sequenz aus der Traumerweckungs-Werkstatt des Meisters zu finden ist: Der Kampf gegen die aus den Zähnen der Hydra zum Leben erwachten Skelette. Allein diese, vier Monate der Kleinstarbeit beanspruchende Szene eines an herrlichen Ideen nicht gerade armen Films ist ein erklärter Meilenstein der Spezialeffekt-Geschichte und taucht als Zitat in unzähligen Filmen oder auch Videospielen auf.
Für Regisseur Don Chaffey ist der Film die Eintrittskarte für eine langjährige Karriere bei Walt Disney, wo er unter anderem den schrägen ELLIOT DAS SCHMUNZELMONSTER dreht. Auch beim Fernsehen und schließlich im Hause Hammer in England findet er Aufträge – wenn auch eher in den fürs Stamm-Horrorpublikum ungewohnten Fantasy- und Historienfilmen des beliebten Studios.
 
 
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In der Rolle des Herkules sehen wir Nigel Green, mehr oder minder die Definition eines Kultfilm-Schauspielers, Filmfreunden ist dieses höchstgradig britisch geschnittene Gesicht bekannt aus zahlreichen Abenteuerschinken wie DAS SCHWERT DES ROBIN HOOD, 1960, damals angesagten Agentenreißern (IPCRESS – STRENG GEHEIM, 1965 oder HEISSE KATZEN, 1967) und ganz besonders historischen Kriegsfilmen ZULU, 1964 oder KHARTOUM, 1966). Auch im Horrorgenre taucht Green immer mal auf. So etwa neben Vincent Price in SATANAS – SCHLOSS DER BLUTIGEN BESTIE, 1964 oder als männlicher Hauptdarsteller neben Ingrid Pitt in Hammers Gräfin-Bathory-Vampirfilm COMTESSE DES GRAUENS, 1971. Ein Jahr danach nimmt er sich leider mit Schlaftabletten das Leben. Auch Honor Blackman aus MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE und eines der ersten Bond Girls, ist, als Hera, mit von der Partie und stiehlt dem eher hölzernen Jason-Darsteller Todd Armstrong doch die Show. Meint man gar nicht, ist der doch in der Schauspielschule in Kalifornien ein Jahrgangskollege von Gene Hackman und Dustin Hoffman. 1992 greift er nach einer Schmerzmittelabhängigkeit zur Waffe und reiht sich in den tragischen Club der Filmstar-Selbstmörder ein.
 
 
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JASON UND DIE ARGONAUTEN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
JASON UND DIE ARGONAUTEN ist ein weiteres Märchen- oder Sagenfilm-Meisterwerk aus bester Technicolor-Zeit. Der Star der Produktion ist erwartungsgemäß hinter den Kulissen zu finden. Ray Harryhausens wunderbar nostalgische Effektarbeit versetzt den Zuschauer in eine Gefühlswelt, die durch immer gleich aufgezogene Horror- oder Phantastikfilme der Gegenwart einfach nicht mehr erreicht werden kann. Erstklassiger Stoff.
 
 


 
 
 

JASON UND DIE ARGONAUTEN – Zensur

 
 
 
JASON UND DIE ARGONAUTEN lief bereits ungeschnitten in den deutschen Kinos mit einer Freigabe ab 12 Jahren. Das hat sich weder auf VHS, DVD oder Blu-ray geändert. Letztere ist ebenso ungeschnitten und besitzt den grünen FSK12-Sticker.
 
 
 


 
 
 

JASON UND DIE ARGONAUTEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Explosive Media (KeepCase Blu-ray im Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Jason and the Argonauts; Großbritannien | USA 1963

Genre: Fantasy, Abenteuer

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Instrumental DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 104 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover mit Schuber

Extras: Deutsche Blu-Ray Erstveröffentlichung von brandneuem HD Master mit tonnenweise Bonus-Material, Isolierte Musiktonspur, Audiokommentar von Ray Harryhausen & Tony Dalton, Audiokommentar von Peter Jackson & Randy Cook, Über Jason and the Argonauts (11:52 Min.), Harryhausens Verdienste (25:32 Min.), Herrmanns Musik (26:51 Min.), Hinter den Kulissen (11:47 Min.), Harryhausen Chronicles (57:55 Min.), This is Dynamation (3:23 Min.), US Kino Trailer 1 (1:23 Min.), US Kino Trailer 2 (3:00 Min.), Bildergalerie (62 Bilder, 3:47 Min.)

Release-Termin: KeepCase: 03.12.2020

 

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JASON UND DIE ARGONAUTEN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei Explosive Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Kampf der Titanen (1981)
 
Sindbads siebente Reise (1958)
 
Die geheimnisvolle Insel (1961)
 

Filmkritik: „Deathstalker 2 – Duell der Titanen“ (1987)

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DEATHSTALKER 2 – DUELL DER TITANEN

(MYSTOR – DER TODESJÄGER II / DEATHSTALKER 2)

Story

 
 
 
Barbar Mystor nimmt die üblichen Unwegsamkeiten des Fantasy-Mittelalters nicht immer so ernst wie eigentlich nötig. Er überlegt es sich erst dann anders, als er Prinzessin Evie kennenlernt. Sie hat der Hexenmeister Jarek von Thron gejagt und sie sucht nach Mitstreitern, um jetzt wiederum den wenig bezaubernden Zauberschurken in die Wüste zu schicken. Auf dem Weg dorthin wird ausgiebig gekämpft, gezaubert und menschenfressenden Amazonen vom Teller gesprungen.

 
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER 2 – Kritik

 
 
Auch Roger Cormans letztes Werk aus seiner zackig hintereinander in Argentinien heruntergekurbelten Reihe von Fantasy-Krachern überzeugt mit allem, was diese Art des grellen Unfugskinos so schön macht. In der Hauptrolle stolziert der Fernsehschauspieler und heute vielbeschäftigte Serienregisseur John Terlesky durch die Pampa – dieses lockere Scherzchen ist hier sogar geographisch korrekt – und hat Spaß dabei und nicht nur das: Für die Rollen der knappbekleideten Sword-And-Sorcery-Babes bringt der Beach Boy gleich zwei seiner Exfreundinnen mit: Monique Gabrielle und Toni Naples, zwei Autoritäten auf dem Gebiet des Mopshüpfens und in den Jahrzehnten nach DEATHSTALKER 2 in einem halben Videothekenregal handlungsarmer Softsex-Schmonzetten zu bewundern. Mit der wuchtigen Dee Boher, die unter dem Namen Queen Kong Wrestlerin bei GLOW (der Wrestling-Show, nicht der Netflix-Serie) aktiv ist, hat er unseren Informationen zu Folge vor den Dreharbeiten kein Date gehabt. Den hexenden Unhold gibt John LaZar, ein hagerer, halbindianischer Charakterkopf, der einst bei Russ Meyer mitspielen durfte und schon in mancher Serie kriminelle Elemente verkörpert hat.
 
 
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Für die Aufgabe der Regie vor Ort kommandiert Corman, dieser ewige Impressario des B-Movies weltweit, seinen Einser-Schüler Jim Wynorski, einen ausgewiesenen Fachmann für wutziges und witziges Horror-, Science-Fiction- und sonstiges Gaga-Kino, ab. Bei uns habt ihr schon über einige seiner Filme gelesen. Alles in allem ein schätzenswerter Mann.
 
 
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Wynorski bestätigt später, was der geneigte Liebhaber des Achtziger-Jahre-Barbarenfilm-Booms bereits vermutet: Roger Corman kann sich nie so ganz verzeihen, dass Anfang der Achtziger andere Produzenten die Verfilmung von Robert E. Howards CONAN-Heftchen auf die Beine stellen und dreisterweise damit auch noch einen Welterfolg landen. Also will er wenigstens mit den gleichen Zutaten arbeiten und sein Stück vom Kuchen mitnehmen. Jene Zutaten stammen natürlich viel eher aus dem Regal des Discounters, machen den testosterongefüllten Zuschauer aber auch satt. Magische Fantasy-Reiche mit Muskelmännern, Titten, Schwertkampfgewalt und dem einen oder anderen Billig-Monster – was will man mehr? Was Wynorski als Bonus für seine Zuschauer gelingt, ist die Beimischung von Humor, der auf dem Papier nicht ins Genre passt. In der Praxis sieht das anders aus. Terlesky ist kein Schwarzenegger, weiß das aber. Genau wie seine Gefährten und Gegenspieler scheint der schwertschwingende Geck zu wissen, in was für einem Mumpitz er da herumstapft und die Zähne zeigt. Vom Regisseur stammt auch der so passende Spruch, dass man versehentlich eine aus der Zeit gefallene Komödie gedreht habe. Passt so.
 
 
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DEATHSTALKER 2 – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Auch im zweiten Teil der spaßigen Reihe – insgesamt wurden derer vier auf die Welt losgelassen – werden keine Gefangenen genommen. Unter der Regie des Schlock-Meisterwerk-Garanten Jim Wynorski wandert der Todesjäger, wie ihn die deutsche Filmwirtschaft seinerzeit verkauft, durch eine halbe Persiflage auf Fantasyfilme, haut aber trotzdem in Schleifen, was ihm vor die Klinge springt. Essentieller Trash!
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER 2 – Zensur

 
 
 
1989 wurde DEATHSTALKER in der deutschen, ungeschnittenen FSK 18-VHS indiziert. Nach Ablauf der 25-Jahres-Frist erfolgte die Listenstreichung, was das Label daredo / Soulfood im Jahr 2019 dazu veranlasste den Kult-Trash auf Blu-ray in Deutschland angeschnitten zu veröffentlichen. Die erhältliche Fassung auf Blaustrahl und DVD ist daher ungeschnitten und komplett. Auf dem Cover befindet sich ein roter FSK-Flatschen. Interessant: Neben der Kinofassung von DEATHSTALKER 2 befindet sich auf der Blu-ray / DVD auch der Director’s Cut.
 
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (KeepCase Blu-ray)

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(c) White Pearl Movies (Mediabook mit Blu-ray + DVD auf 1500 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Deathstalker 2; Argentinien | USA 1987

Genre: Fantasy, Action, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 77 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Audiokommentar mit John Terlesky, Toni Naples & Jim Wynorski, Originaltrailer (1:45 Min.), Artworkgalerie (0:54 Min.) | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 16-seitiges Booklet mit Infos zu Film und Darstellern sowie vielen Bildern

Release-Termin: Mediabook: 08.03.2019 | KeepCase: 27.11.2020

 

Deathstalker 2 – Duell der Giganten [Mediabook mit Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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DEATHSTALKER 2 – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Deathstalker – Der Todesjäger (1983)
 
Red Sonja (1985)
 
Conan der Barbar (1982)
 

Filmkritik: „Deathstalker – Der Todesjäger“ (1983)

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DEATHSTALKER – DER TODESJÄGER

(DEATHSTALKER)

Story

 
 
 
Unser Titelheld ist ein umhervagabundierender Schwertmann, der lieber für das Gute antritt. Eine Hexe gibt ihm die Mission, verschiedene magische Relikte aufzutreiben, von denen sich zwei im Besitz des Magier-Diktators Munkar befinden. Auf dem Weg zu diesem Munkar schließen sich dem Deathstalker die knapp bekleidete Kriegerin Kaira und ein findiger Taschendieb an. Sie nehmen an Kampfturnieren teil, deren Sieger zur nächsten Turnier-Runde auf Munkars Festung eingeladen werden. Wäre doch gelacht, wenn unsere Eisenbeißer nicht alle Kräfte bemühen könnten, um dem üblen Hexer das Handwerk zu legen.

 
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER – Kritik

 
 
Passt alles. Die Gewalt ist ordentlich, Langeweile gibt’s nicht und man wird beim Anschauen des Films sofort wieder neun Jahre jung. Die Kaira spielt Lana Clarkson, jene ultra-amerikanisch aussehende Amazone, die in so manchem dieser Filme zu bewundern ist und 2003 von ihrem Mann, dem legendären Musikproduzenten Phil Spector, über den Haufen geballert wird. Angestachelt vom Erfolg des DEATHSTALKER lässt Produzent Roger Corman (ja, an dem Mann führt nix vorbei – niemals!) die Zelte am argentinischen Drehort gleich stehen und improvisiert der fitten Lana den auch geilen BARBARIAN QUEEN auf den knusprigen Leib. Prinzessin Codille wird von Barbi Benton gegeben, die eine ähnliche Biographie vorzuweisen hat, jedoch nicht erschossen wurde. Bisher noch nicht zumindest. Hach, die Barbarenfilm-Welt der frühen Achtziger! Ausgelöst vom Erfolg des geilsten aller Schwarzenegger-Böller, CONAN DER BARBAR, entfaltet sich eine regelrechte Schattenindustrie der Muskelidioten-Meisterwerke. Eine Schattenindustrie, der man noch heute jeden Abend ein Kerzchen anzünden und ein Käsebrot opfern sollte, aus Dank für all die so mordsmäßig unterhaltsamen Trash-Raketen, deren Ästhetik zwischen World Wrestling Federation, den Pulp-Gemälden Frank Frazettas und Dungeons & Dragons-Rollenspielen zuhause ist.
 
 
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Wie bei DEATHSTALKER! Man denkt, es habe zwischen 1982 und etwa 1988 ein inoffizieller Wettstreit bestanden. Ein Turnier, in dem die rücksichtslosesten Regie-Söldner aus den USA, Italien, bis rüber auf die Philippinen beweisen müssen, wer den geilsten Muckibude-gegen-Plastikmonster-Sudelfilm aufs von jeder inneren Qualitätskontrolle befreite Publikum loslassen kann. Wer dieses Turnier auf Produzentenseite für sich entscheiden konnte, wissen wir nicht. Was wir allerdings wissen, ist der erste Platz auf dem Siegertreppchen für den Zuschauer.
 
 
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Kinder, es gibt an manchen Tagen nichts Besseres, als Filme, in denen Bodybuilder ohne Schauspielerfahrung mit weiß glänzenden Raubtierzähnen durch das kalifornische oder römische Hinterland stapfen. Dort treffen sie auf ehemalige Playboy-Bunnys mit unglaublich hochgesprühten Mähnen, G-Strings und manchmal sogar Silikonhupen der garstigen Achtziger-Herstellungsweise – also zwei bewegungslos unter gespannter Haut steckende Tennisbälle, durch deren Mitte ein Motorrad fahren könnte. Dann noch ein Dieb, Elf, Zwerg, untalentierter Zauberer oder anderer Standard-Fantasy-Nebencharakter und die Sache kann losgehen. Gemeinsam muss die Crew wahlweise eine Prinzessin befreien, einen tyrannischen Herrscher stürzen oder einem schlecht in Stop-Motion, Pappmaché oder Pappmaché-Stop-Motion verwirklichtes Riesenmonster Mores lehren.
 
 
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Barbarenfilme sind immer gleich. Ja, gegen den variationsarmen und eigentlich nicht zu begreifend immer unterhaltsamen Stumpfsinn nach Conan sind Genres wie Italo-Western, Kung-Fu-Filme oder Porno-Best-Ofs Blumensträuße der Abwechslung. Trotzdem: Auf der Beerdigung des Rezensenten wird neben LSD-Zwang, einer Free Jazz Band und einem Ringkampfturnier auf ein 48-Stunden-Barbarenmarathon laufen.
 
 
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DEATHSTALKER – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Ihr seht, heute steht hier der Text eines Genre-Liebhabers. Im vollbesetzten Umkleidepuff der Barbarenfilme trägt DEATHSTALKER, der erste von insgesamt vier Teilen, eine Kapitänsbinde. Wer Fantasy mag, die statt ätherischer Tolkien-Pose lieber rülpst und ihrem Nächsten auf die Nase haut, der kommt an dieser gut gelaunten Sonnencreme-Rakete von einem Film nicht vorbei.
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER – Zensur

 
 
 
1985 wurde DEATHSTALKER in der deutschen, ungeschnittenen FSK 18-VHS indiziert. Nach Ablauf der 25-Jahres-Frist erfolgte die Listenstreichung, was das Label daredo / Soulfood im Jahr 2018 dazu veranlasste den Kult-Trash auf Blu-ray in Deutschland angeschnitten zu veröffentlichen. Die erhältliche Fassung auf Blaustrahl ist daher ungeschnitten und komplett. Auf dem Cover befindet sich ein roter FSK-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (KeepCase Blu-ray)

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(c) White Pearl Movies (Mediabook mit Blu-ray + DVD auf 1500 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Deathstalker; Argentinien | USA 1983

Genre: Fantasy, Action, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Originaltrailer (2:03 Min.), Artworkgalerie (2:42 Min., 27 Bilder) | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 16-seitiges Booklet mit Infos zu Film und Darstellern sowie vielen Bildern

Release-Termin: Mediabook: 24.08.2018 | KeepCase: 23.10.2020

 

Deathstalker – Der Todesjäger [Mediabook mit Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Deathstalker – Der Todesjäger [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DEATHSTALKER – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mystor – Der Todesjäger II (1987)
 
Red Sonja (1985)
 
Conan der Barbar (1982)
 

Filmkritik: „Sharknado 2“ (2014)

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(SHARKNADO 2: THE SECOND ONE)

Story

 
 
 
Fin und April, die den Sharknado im ersten Teil überlebt haben, bekommen keine Ruhe, denn erneut kommt es zu einer Naturkatastrophe gepaart mit reichlich Biss.

 
 
 


 
 
 

SHARKNADO 2 – Kritik

 
 
Bei dem Erfolg, den der TV-Sender Syfy zusammen mit der Filmgesellschaft „The Asylum“, mit „Sharknado“ hatte, wäre es fast nicht zu erklären gewesen, wenn man keine Fortsetzung produziert hätte. Pünktlich ein Jahr später kam es also zu „Sharknado 2“ und die Regeln einer solchen Fortsetzung besagen eigentlich ganz klar, dass von allem mehr her muss. So ist es dann auch und das Ergebnis macht überraschend viel Spaß.
 
 
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Die Beziehung zwischen Fin und April hat sich seit den Ereignissen aus dem ersten Teil wieder deutlich gebessert. April hat sogar ein erfolgreiches Buch über die Hai-Angriffe geschrieben. Eigentlich wollen die Beiden nur nach New York City fliegen, doch der Flug wird von einem erneuten Sharknado überrascht. Und auch die Großstadt wird bald von mehreren Sharknados getroffen. Abermals müssen sich Fin und April gegen die fliegenden Haie verteidigen. Drehbuchautor Thunder Levin hat auf jeden Fall aus dem ersten Teil gelernt. Dort gab es zwar schon die äußerst schwachsinnige Grundprämisse, aber ansonsten vermisste man ein wenig die absurden Einfälle. Jetzt sind sie aber da und was das Drehbuch auffährt, toppt den ersten Teil auf jeden Fall. Das Ganze macht noch deutlich weniger Sinn. Während man zuvor wenigstens halbwegs versuchte die Haie im Tornado zu erklären, macht es nun den Eindruck, als würden diese ganz einfach dazu gehören. Erfreulich ist allerdings die Selbstironie mit der man an die Sache heranging. So spielt man auch ab und zu mal auf den eigenen Film an und nimmt sich dabei absolut nicht zu ernst. Auch sonst gibt es ein paar Filmanspielungen, weshalb „Sharknado 2“ zu einem kleinen Fest für Filmfans wird. Und die völlig behämmerten Einfälle hat man definitiv nach oben geschraubt.
 
 
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Obwohl man erkennen kann, dass „The Asylum“ bereit war in die Fortsetzung etwas mehr Geld zu investieren, bleibt „Sharknado 2“ natürlich ein billiger Trashfilm mit all den Mängeln, die man aus diesem Gebiet kennt. Immerhin kam der Green-Screen nicht mehr ganz so oft zum Einsatz und mit New York als Schauplatz hat man nicht viel verkehrt gemacht. Die Effekte bleiben selbstverständlich schlecht. So sehen die CGI-Haie erneut völlig künstlich aus, aber bei den Tornados hat man teilweise gar keine so schlechte Arbeit geleistet. Und gerade weil auch nicht alle Splatter-Effekte (von denen es einige gibt) aus dem Computer stammen, kann man sich als Freund des Trashes eigentlich gar nicht so sehr über die Effektarbeit beklagen. Zumindest nicht, wenn man sich immer wieder vor Augen führt, dass dies hier von „The Asylum“ stammt. Die Regie übernahm erneut Anthony C. Ferrante und er macht es eigentlich nicht anders, als im Vorgänger, nur mit dem Unterschied, dass die Atmosphäre dieses Mal mehr punkten kann.
 
 
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„Sharknado 2“ nimmt sich nämlich viel weniger ernst, als noch der erste Teil und spielt die Schwachsinns-Karte gekonnt aus. Dadurch ergibt sich auch mehr Spaß. Diesen hatten scheinbar auch die Darsteller. Ian Ziering bleibt Star des Filmes und kommt erneut sympathisch daher. Tara Reid gehört natürlich auch fest mit dazu und stört ebenfalls nicht. Mit Vivica A. Fox und Kari Wuhrer sind zwei weitere, bekanntere Darstellerinnen mit an Bord und eine Reihe von Gaststars darf selbstverständlich auch nicht fehlen. Der Auftritt von Judd Hirsch ist amüsant, winzig kleine Cameos von Richard Kind, Wil Wheaton und Kelly Osbourne sind ebenfalls nicht verkehrt. Die Darsteller sind auf jeden Fall brauchbar, weil sie gar nicht besonders ernst agieren müssen. Das ist von Vorteil und ebenfalls von Vorteil ist das erneut hohe Tempo. Es geht gleich höchst skurril im Flugzeug los. Ein paar Längen haben sich zwar wieder eingeschlichen, denn man kennt das mit den Haien im Tornado ja nun aus dem ersten Teil bereits. Dafür kommt dann aber das Finale erneut als Highlight daher und hier kann man den Vorgänger ohne Mühe toppen. Was da am Ende für ein Quatsch abläuft, ist schon nicht von schlechten Eltern. Und die Kettensäge fehlt natürlich auch nicht!
 
 


 
 
 

SHARKNADO 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Wenn man mit „Sharknado“ klar kam, wird man mit der Fortsetzung sicher noch etwas mehr Spaß haben können. Das liegt vor allen Dingen daran, dass die Macher selbstironisch an das Werk herangingen und herrlich doof versuchen sich selbst an Schwachsinn zu überbieten. Das besitzt tatsächlich einen gewissen Charme und wirkt gar nicht so lieblos. Müll bleibt es natürlich trotzdem. Die Effekte sehen selten passabel aus, die Figurenzeichnung ist belanglos und einen Sinn ergibt der ganze Quatsch niemals, aber das stört kaum, wenn man sich über 90 Minuten solide unterhalten lassen kann. Die Darsteller agieren nicht zu nervig, die Story wirkt zielführender, es wird blutig genug und es gibt trotz Längen genügend amüsante Momente. Von daher ist „Sharknado 2“ durchaus besser geworden, als sein Vorgänger und für Freunde moderner Trash-Filme definitiv einen Blick wert!
 
 


 
 
 

SHARKNADO 2 – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Sharknado 2“ ist mit ihrer FSK16-Freigabe vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

SHARKNADO 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Steelbook Blu-ray – auf 1000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sharknado 2: The Second One; USA 2014

Genre: Horror, Trash, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Steelbook

Extras: HD-Bonusfilm: Bonusfilm „Mega Piranhas“, Original Trailer, Making Of, Gag Reel, Trailershow

Release-Termin: Steelbook: 04.12.2020

 

Sharknado 2 [Blu-ray + DVD im Steelbook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SHARKNADO 2 – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sharknado – Genug gesagt! (2013)
 
Sharknado 3: Oh Hell No! (2015)
 
3-Headed Shark Attack – Mehr Köpfe = mehr Tote! (2015)
 

Filmkritik: „Monster Hunters – Die Alienjäger“ (2020)

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MONSTER HUNTERS – DIE ALIENJÄGER

(MONSTER HUNTERS)

Story

 
 
 
Ein Ufo mit gefangenen Verbrecher-Aliens stürzt auf unserer Erde ab. Zum Glück ist die U.S. Army darauf vorbereitet und hat eine Spezialtruppe für solche Fälle aufgestellt.

 
 
 


 
 
 

MONSTER HUNTERS – Kritik

 
 
Die Billigproduktions-Schmiede „The Asylum“ hat zwar auch mal ein paar eigene Filmideen parat, aber überwiegend verdient man dort sein Geld, in dem man Hollywood-Blockbuster kopiert – in super billig versteht sich. Eigentlich sollte dieses Jahr die Videospielverfilmung „Monster Hunter“ mit Milla Jovovich in die Kinos kommen, aber aufgrund von Corona hat sich das verzögert. „Monster Hunters“ ist die Mockbuster-Antwort von „The Asylum“ zu diesem Film. Und er steht für all das, was man dieser Filmgesellschaft vorwerfen kann.
 
 
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In der kalifornischen Wüste stürzt ein unbekanntes Flugobjekt ab. An Bord waren scheinbar ein paar bösartige Aliens, die sich nun durch die Gegend morden. Doch seit Roswell gibt es bei der U.S. Army die „Alien Defense Unit“, die darauf spezialisiert wurde gegen Außerirdische zu kämpfen. Leider hat die Truppe aber noch gar keine Übung darin. Was für ein Schrott an Story. Jedes Kind besitzt da deutlich mehr Fantasie und hätte eine beeindruckendere Geschichte über Außerirdische erzählen können. In „Monster Hunters“ geht es wirklich sehr ideenarm zur Sache und es geschieht fast gar nichts. Eigentlich funktioniert das nicht mal als Billigvariante zu „Monster Hunter“. Ob das hier nun Aliens oder Monster sind, spielt aber sowieso keine Rolle. Es werden nur ein paar obligatorische Zutaten abgespult und dann erscheint der Abspann.
 
 
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Unterhaltsam ist daran nun wirklich nichts. Es geht zuweilen dermaßen ruhig und ereignislos zur Sache, dass man fast vergisst, dass man hier gerade einen Film schaut. Wenn man dort auf Aliens im Wald trifft, ist das so entspannend gestaltet, dass jede private Paintball-Veranstaltung mehr Adrenalin fördern wird. Die Gegner machen es den Protagonisten auch sehr leicht und greifen natürlich nur dann an, wenn das Drehbuch einen Toten vorsieht. Hinzu kommt die Tatsache, dass sich das Muster einige Male wiederholt und man sich fast wie in einer Dauerschleife gefangen vorkommt. Bis es dann zum letzten Drittel geht. Hier entsteht sogar tatsächlich noch eine etwas andere Dynamik und das wäre vielleicht echt noch brauchbar gewesen, wenn da nicht diese grauenvollen Computereffekte wären. Die Aliens sehen absolut lustlos, unkreativ und langweilig aus, könnten so aber auch direkt aus einem Videospiel der N64 stammen. Wenn es große Ufos und verschiedene Laser-Schüsse zu sehen gibt, sieht das selbstredend nicht besser aus. Wenigstens sind ein paar kleine Splatter-Effekte von Hand gemacht. Sie kommen aber nicht oft vor und können auch nichts reißen. Die handwerkliche Arbeit ist wirklich unter aller Sau. Wäre die Optik nicht so hochauflösend, könnte man glatt denken, es mit einem Amateurfilm aus den 90ern zu tun zu haben.
 
 
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Dort hätte sich aber bestimmt nicht Tom Sizemore blicken lassen, wobei es schwer zu verstehen ist, weshalb er dies bei „Monster Hunters“ tut. Seine einstige Karriere scheint wohl endgültig vorbei zu sein. Dementsprechend lustlos agiert er auch, aber zumindest darf er überwiegend sitzen. Vielleicht sollte er mal etwas zusammen mit Steven Seagal drehen. Anthony Jensen ist hier der einzige, der halbwegs überzeugen kann. Im Gegensatz zum restlichen Spiel, wirkt er schon nahezu überambitioniert. Den Rest kann man wirklich vergessen. Das sind im besten Falle schlechte und im schlimmsten Falle peinliche Leistungen. Die alles andere als natürlich klingende, deutsche Synchronisation macht es nicht besser. Sympathien kommen hier keine auf, dafür darf man jedoch unfassbar blöden Dialogen zuhören. Was die Leute hier so von sich geben, ist kaum zu ertragen und macht oftmals keinerlei Sinn. Weil das alles dermaßen lieblos wirkt, wird sich aber selbst der Trashfan nicht daran erfreuen können. Guter Trash entsteht eben nicht von alleine, den muss man schon hinbekommen.
 
 
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MONSTER HUNTERS – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
„Monster Hunters“ ist mal wieder das Paradebeispiel, weshalb die Filme von „The Asylum“ einen solch schlechten Ruf haben. Die Handlung wirkt wie hingerotzt und besitzt keinerlei Seele, die „Action“ ist so lahm, dass sich selbst Schildkröten langweilen würden und die Darsteller kann man überwiegend auch vergessen. Nebenbei hagelt es dämliche Dialoge, es gibt die billigsten CGI-Aliens zu sehen, die selbst in Videospielen der 90er schon so aussahen und von Kreativität fehlt jegliche Spur. Dass das pure Langeweile bietet, braucht man wohl kaum extra zu erwähnen. Lediglich das letzte Drittel und ein passabler Anthony Jensen, sowie die unfreiwillige Komik sorgen noch für zwei Punkte. Man sollte trotzdem die Finger von diesem Produkt lassen!
 
 


 
 
 

MONSTER HUNTERS – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Monster Hunters – Die Alienjäger“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

MONSTER HUNTERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Monster Hunters; USA 2020

Genre: Thriller, Action, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 11.12.2020

 

Monster Hunters – Die Alienjäger [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

MONSTER HUNTERS – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Alien Predator (2018)
 
AVH: Alien vs. Hunter (2007)
 

Filmkritik: „The Special – Dies ist keine Liebesgeschichte“ (2020)

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THE SPECIAL – DIES IST KEINE LIEBESGESCHICHTE

(THE SPECIAL)

Story

 
 
 
Eine mysteriöse Box, die eigentlich als männlicher Freudenspender dienen soll, entfacht bei Jerry einen folgenschweren Wahn.

 
 
 


 
 
 

THE SPECIAL – Kritik

 
 
Wohl kaum jemand hat den Body-Horror so sehr geprägt, wie David Cronenberg, doch er ist natürlich nicht der einzige, der sich diesem Thema widmet. Auch „The Special – Dies ist keine Liebesgeschichte“ versucht sich daran und bleibt dabei lange Zeit so schleierhaft, wie sein allgemeiner Titel. Leider ist das Werk ziemlich langatmig, doch da man als Zuschauer bis zum Ende wissen will, was dort vor sich geht, wiegt diese Tatsache zum Glück nicht vernichtend schwer.
 
 
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Jerry ist unzufrieden mit seiner Ehe und glaubt, dass seine Frau ihn betrügt. Also hat Kumpel Mike die perfekte Lösung: Ein Besuch im Bordell. Allerdings soll Jerry den besten Sex seines Lebens nicht mit einer Frau haben, sondern mit einer ominösen Box, die ihn einlädt, sein bestes Stück in eine Öffnung zu stecken. Obwohl Jerry das lächerlich findet, spielt er mit und hat dann tatsächlich den besten Sex seines Lebens. Von nun an verändert sich Jerry und er entwickelt einen Wahn für diese Box. Um mit ihr zusammen zu sein, geht er sogar über Leichen. Das klingt definitiv nicht nach einer Geschichte, die man alle Tage zu sehen bekommt und hört sich sicherlich auch recht bizarr an. Allerdings geht es „The Special“ nicht darum möglichst absurd zu sein. Er verkauft seine Story schon ernsthaft und das ist über weite Strecken auch gelungen. Mit simplen Mitteln entsteht hier ein gewisses Interesse beim Zuschauer. Wobei nicht wirklich etwas aufgeklärt wird, gibt es eine gelungene Pointe am Schluss und allgemein ist das Drehbuch nicht verkehrt.
 
 
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Leider reicht die Geschichte nur nicht ganz für einen Langfilm mit einer Laufzeit von 94 Minuten aus. Das bemerkt man vor allen Dingen im recht lahmen Mittelteil, der ziemlich in die Länge gezogen wirkt. Anfangs funktioniert das Geschehen noch gut, doch dann lässt man sich viel Zeit und das Tempo wird immer geringer, bis das Finale dann doch endlich mal Nägel mit Köpfen macht. Somit hätte man „The Special“ gut und gerne um eine halbe Stunde verkürzen dürfen. Dann wären sicher auch ein, zwei Punkte mehr drin gewesen, denn der Film plätschert einfach zu lange ereignislos vor sich hin. Die allgemein ganz passable handwerkliche Arbeit kann daran nichts verändern. Zwar ist die Inszenierung keineswegs schlecht, doch an den langweiligen Kulissen kann man gut erkennen, dass hier nicht das große Budget vorhanden war. Überraschend fallen dafür die handgemachten Effekte aus, wenn man sich am Ende dem Body-Horror hingibt. Es sind zwar wirklich nicht viele Effekte, aber die vorhandenen sehen dann prima aus. Brutal wird es übrigens nahezu gar nicht und die eigentliche Freigabe des Filmes ist berechtigt ab 16 Jahren.
 
 
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Die Darsteller sind, der Preisklasse entsprechend, keine großen Talente, stören aber zumindest nicht. Davy Raphaely ist sogar hin und wieder ganz brauchbar. Schade ist nur, dass seine Figur recht nervig gestaltet wurde. Er dient sicher nicht als Protagonist, hätte aber auch nicht unbedingt so unsympathisch gezeichnet werden müssen. Sein Schicksal lässt den Zuschauer somit nämlich doch relativ kalt. Auch die anderen Charaktere sprühen nicht gerade vor Charme, aber man kann mit ihnen leben und die deutsche Synchronisation hätte ebenfalls mieser ausfallen können. Da alles auf das bedeutungsschwangere Finale hinausläuft, verlässt man „The Special“ mit ganz guter Laune, weil eben dieses alles andere als enttäuschend ausgefallen ist. Das entschädigt zwar nicht völlig für manch eine Länge, hält aber wenigstens was es verspricht. Vom Score hat man etwas zu stark Gebrauch gemacht, aber schlecht klingt er immerhin nicht.
 
 
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THE SPECIAL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„The Special – Dies ist keine Liebesgeschichte“ ist wirklich ein recht spezieller Film, der von der Story her sehr reißerisch und fast schon dämlich klingt, daraus aber doch etwas kreiert, das man ernst nehmen kann. Zwar hätte sich das Szenario für einen etwas längeren Kurzfilm eher angeboten, jedoch gibt es durchaus gelungene Sequenzen. Besonders der Anfang und das letzte Drittel wissen jedenfalls zu überzeugen. Die Kulissen sind etwas monoton, die Charaktere zu farblos und unsympathisch und die Darsteller reißen jetzt auch nicht gerade viel, aber eine gewisse Qualität steckt dennoch dahinter und die wenigen Effekte am Ende sehen stark aus. Für den großen Wurf reicht das nicht aus, aber wer am kleineren Body-Horror Interesse hat, bekommt eine interessante Version davon zu sehen!
 
 


 
 
 

THE SPECIAL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Special – Dies ist keine Liebesgeschichte“ ist ungeschnitten. Aber Achtung: Der Hauptfilm ist FSK16. Auf der Blu-ray befindet sich aber ein roter FSK-Sticker. Das liegt daran, weil auf der Blu-ray selbst Bonusmaterial enthalten ist, das von der FSK höher eingestuft wurde.
 
 
 


 
 
 

THE SPECIAL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Steelbook Blu-ray – auf 1000 Stück limitiert)

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(c) White Pearl Movies (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Special; USA 2020

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Wegen Bonusmaterial ist Blu-ray: keine Jugendfreigabe

Verpackung: Steelbook| Blu-ray im KeepCase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: Steelbook + KeepCase: 06.11.2020

 

The Special [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

The Special [Blu-ray + DVD im Steelbook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE SPECIAL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Videodrome (1983)
 
Rabid – Der brüllende Tod (1977)
 

Filmkritik: „Invasion Planet Earth – Sie kommen!“ (2019)

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INVASION PLANET EARTH – SIE KOMMEN!

(INVASION PLANET EARTH)

Story

 
 
 
Die Aliens sind wieder da und machen es der Menschheit schwer. Aber was steckt hinter ihren Plänen?

 
 
 


 
 
 

INVASION PLANET EARTH – Kritik

 
 
Wenn nicht gerade Zombies, Werwölfe, maskierte Killer, Vampire, Tiere oder Mumien den Menschen nach dem Leben trachten, sind es höchstwahrscheinlich mal wieder die Außerirdischen. Wenn sich dann noch billige Effekte hinzu gesellen, ist die nächste Totalkatastrophe nicht weit. Im Falle von „Invasion Planet Earth“ wäre das jedoch etwas gemein, denn Regisseur Simon Cox hatte es wirklich nicht leicht. Bereits 1999 fingen seine Pläne für diesen Film an. Vier Jahre später war das Skript fertig, doch da niemand das Projekt finanzieren wollte, musste Cox per Crowdfunding Geld aufbringen. Dieses reichte aber nicht aus und erst viele Jahre später kam es doch noch dazu, dass Cox seinen Film beenden konnte. So gesehen stecken also knapp zwei Jahrzehnte Zeit in diesem Projekt und das bedeutet zwangsläufig viel Herzblut. Wirklich verreißen, mag man ein solches Werk kaum, aber man muss halt auch ehrlich sein. Und die Wahrheit ist: Selbst wenn man „Invasion Planet Earth“ das Herzblut von Cox anmerkt, besitzt der Film zu viele Fehler, um als gut zu gelten.
 
 
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Der Arzt Tom hat eine schreckliche Vergangenheit, denn seine kleine Tochter ist gestorben. Nun ist seine Frau allerdings wieder schwanger und so scheint es voran zu gehen. Bis Tom eines Tages von einem Lichtstrahl getroffen wird und sich in einem Ufo befindet. Die Außerirdischen kommen und sie greifen die Welt an, aber sind sie wirklich nur auf Zerstörung aus oder steckt vielleicht doch mehr dahinter? Die Story ist ambitioniert und im Kern nicht schlecht, wird aber leider ziemlich schlecht vorgetragen. Vielleicht war es Absicht, die Geschichte so wirr und konfus aufzubauen, doch wirklich profitieren kann der Film davon nicht. Die Grundidee ist nun auch nicht unbedingt völlig neu, aber Cox lenkt den Zuschauer schön auf die falsche Fährte und am Ende ist dieses Drehbuch nicht verkehrt, nur wird es eben verkehrt präsentiert.
 
 
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Das fängt schon bei den ganzen seltsamen Traumsequenzen an. Sobald Tom von den Aliens entführt wurde (was übrigens auch etwas zu lange dauert), entsteht ein mittlerer Teil, der fast nur aus verschiedenen Visionen besteht. Als Zuschauer verliert man da gerne mal den Überblick. Viel schlimmer ist aber noch, dass dies scheinbar nur die Laufzeit strecken soll, denn wirklich von Belang ist dieser Mittelteil nicht. Man kann ihn skippen, ohne etwas verpasst zu haben. Der Unterhaltungswert macht es einem da auch nicht gerade leicht. Eigentlich wird erst das letzte Drittel solide. Da kommt es nämlich endlich mal zu etwas Action und das lange, ziemlich ruhige Ende enttäuscht dann wenigstens nicht, weil die Wendung ganz gut platziert wurde.
 
 
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Wenn man überlegt mit welch bescheidenen Mitteln Simon Cox seinen Film realisieren musste, kann sich „Invasion Planet Earth“ aber sogar halbwegs sehen lassen. Einen Science-Fiction-Film mit nahezu keinem Budget umzusetzen, ist ein mutiges Projekt. Deshalb darf man sich über billige Computer-Effekte nun auch nicht wundern. Diese bekommt man allerdings auch in Streifen geboten, die deutlich mehr Budget zur Verfügung haben und in Anbetracht dessen, sieht das hier sogar noch halbwegs akzeptabel aus. Selbstbewusstsein besitzt Cox jedenfalls, wenn er trotzdem eine Schlacht präsentiert. Aus handwerklicher Sicht ist das definitiv unterdurchschnittlich, aber man durfte im billigen Bereich sicher schon Schlimmeres betrachten.
 
 
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Zu den Darstellern kann man kaum lobende Worte verlieren, was nun aber auch kaum verblüffen dürfte. Simon Haycock ist als Hauptdarsteller mit einem zugekniffenen Auge gerade noch so okay. Es gibt tatsächlich ziemlich viele Darsteller zu sehen. Ein paar fallen kaum auf, manche spielen aber auch auffällig mies. Die Figurenzeichnung funktioniert lediglich bei Hauptfigur Tom ein wenig. Sein Hintergrund ist zwar alles andere als originell, passt soweit aber gut zur Geschichte. Alle anderen wirken belanglos und Sympathien kommen hier keine auf. Sowieso mangelt es an Spannung und es ist zu lange zu wenig los.
 
 


 
 
 

INVASION PLANET EARTH – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Invasion Planet Earth“ wirkt auf jeden Fall wie der nächste, billig und schnell heruntergedrehte Sci-Fi-Klopper, der für den Sender TELE 5 konzipiert zu sein scheint, aber wenn man die Entstehungsgeschichte kennt, wird man dem Werk damit nicht ganz gerecht. Besser wird der Film dadurch zwar nicht unbedingt, aber man kann ein paar Punkte weniger streng beurteilen. Auf jeden Fall besitzt die Handlung gute Ideen, die nur nicht sonderlich gut verpackt wurden. Die Inszenierung ist sogar noch passabel, wobei die handwerkliche Arbeit eher schlecht ist. Trotzdem kann man mit den Effekten leben, wenn man eben weiß, dass hier so gut wie kein Budget zur Verfügung stand. Unter diesen Umständen sind auch die Darsteller noch fast erträglich und das letzte Drittel ist dann gar nicht so verkehrt. Nur zuvor herrscht überwiegend gähnende Langeweile. Eine Empfehlung gibt es dafür nicht, aber einen kompletten Verriss ebenfalls nicht.
 
 


 
 
 

INVASION PLANET EARTH – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Invasion Planet Earth“ ist mit ihrer FSK12-Freigabe vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

INVASION PLANET EARTH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Invasion Planet Earth; Frankreich | Großbritannien 2019

Genre: Mystery, Abenteuer, Action, Drama, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailershow

Release-Termin: Steelbook: 20.11.2020

 

Invasion Planet Earth – Sie kommen! [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

INVASION PLANET EARTH – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Arrival – Die Ankunft (1996)
 
Krieg der Welten (2005)
 
Independence Day (1996)
 
Krieg der Welten 2 – Die nächste Angriffswelle (2008)