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Filmkritik: „Pinup Dolls on Ice“ (2013)

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PINUP DOLLS ON ICE

Story

 
 
 
Eine gesunde Mischung aus Sex und Gewalt: Einige Stripperinnen müssen um ihr Überleben bangen. Ein grimmiger Killer hat sich an ihre Fersen geheftet und will sie besitzen.
 
 
 


 
 
 

PINUP DOLLS ON ICE – Kritik

 
 
 
Was wäre ein Slasher nur ohne weibliche Opfer, die sich im Todeskampf bevorzugt leicht bekleidet um Kopf und Kragen schreien? Vermutlich hätten viele dieser Streifen nicht jenen Kultstatus erreicht, den sie heute in Fankreisen genießen. Seit den Anfängen der Meuchelfilme gehören prallbrüstige Kampfamazonen quasi zur Grundausstattung moderner Slasher-Ware und haben schon so manch cineastisches Desaster vor dem Untergang gerettet. Wie gut, dass es in PINUP DOLLS ON ICE gleich mehrere dieser zeigefreudigen Schönheiten gibt, die sich textilfrei vor der Kamera räkeln und männlichen Zuschauern feuchte Träume bescheren. Mit knapp zweijähriger Verspätung hat es die Fortsetzung des 2009 gedrehten Slasher BIKINI GIRLS ON ICE auch nach Deutschland geschafft. Scheinbar hatte sich kein Verleih so recht getraut das Machwerk in unseren Breitengraden zu veröffentlichen. Kein Wunder, wurde der plumpe Vorgänger nicht nur von Fans gnadenlos zerrissen wurde. Auch die hiesige FSK hatte mit dem semiprofessionellen Schlachtmarathon nur wenig Freude und forderte für eine deutsche Auswertung rigoros Schnitte. Ein Schicksal, das dem zweiten Teil glücklicherweise erspart blieb. Der wurde trotz deftiger Todesszenen ungeschnitten veröffentlicht, so dass deutsche Slasher-Fans bedenkenlos zugreifen können. Doch lohnt der Kauf?
 
 
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Sex sells! Das gilt ach für PINUP DOLLS ON ICE in dem das Quintett der Pinup Dolls von Bar zu Bar zieht, um fürs männliche Publikum zu strippen. Mit „schlagkräftigen“ Argumenten wird Geld eingefordert, denn wer für Auftritte nicht zahlen will, bekommt schon mal den Zorn der Mädchen zu spüren. Ebenso zornig ist auch ein grimmiger Fremder, der nicht nur eine Vorliebe für schöne Frauen besitzt – er sammelt ihre toten Körper. Der unberechenbare Eigenbrödler bringt seine Opfer brutal um die Ecke, legt sie auf Eis, damit er sich zu passender Gelegenheit an ihnen zu vergehen kann. Genau jenem Zeitgenossen kommen die Pinup Dolls in die Quere und sehen sich mit einer unkontrollierbaren Tötungsmaschine konfrontiert, die ohne Erbarmen Jagd auf die verschreckten Damen macht.
 
 
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Schablonenhafte Metzelei nach bekanntem Schema: PINUP DOLLS ON ICE folgt gleichem Verlauf, wie unzählige Slasher zuvor. So werden Frauen nach allen Regeln der blutigen Slasher-Kunst grausam um die Ecke gebracht bis keine mehr von ihnen übrig ist. Das mag für Fans jener Gattung Film durchaus akzeptabel sein. Gelegenheitsgucker dürften jedoch gelangweilt den Abspann herbeisehnen, denn die Macher GEOFF KLEIN und MELISSA MIRA wagen erst gar nicht den Versuch Figuren sympathisch erscheinen zu lassen oder ihnen eine Charakterentwicklung einzuräumen. PINUP DOLLS ON ICE hält kaum Überraschungen parat und hakt Slasher-Regeln müde ab. So folgt die dünne Handlung einem blutroten Faden und gipfelt – wie hätte es auch anders sein sollen – in einem hektischen Finale, in welchem sich Heldin und Killer gegenüberstehen. Spätestens hier wächst PINUP DOLLS ON ICE zu eigentlicher Größe heran, denn während in der ersten Stunde viel unnützes Zeug gequasselt wird, geht es in den letzten 15 Minuten reichlich atmosphärisch zugange. So wird Dynamik durch hektisches Heran- und Wegzoomen der Kamera bewirkt und die finstere Kulisse sorgt für wohliges Unbehagen. Trotz gelungenem Endkampf ist PINUP DOLLS ON ICE dennoch nur ein weiterer, unnötiger Slasher über den bald niemand mehr sprechen wird. Der Streifen lebt ausschließlich von seinen blutigen Morden, die für Indie-Verhältnisse überzeugend in Szene gesetzt werden. Leider quält das Sequel wie bereits sein Vorgänger mit schlechten Dialogen, kaum vorhandenen Spannungsbogen und vorhersehbaren Schreckmomenten, so dass dieser Film wohl nur jenen Zuschauern zusagen dürfte, die die Qualität von Horrorfilme anhand ihres Gewaltpegel beurteilen.
 
 
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PINUP DOLLS ON ICE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Kennst Du einen, kennst Du alle. Nichts Neues aus der Slasher-Ecke. PINUP DOLLS ON ICE ist die überflüssige Fortsetzung eines miserablen Horrorfilms von 2009. Der hieß BIKINI GIRLS ON ICE und erhielt kurz Aufmerksamkeit, weil er blutiges Töten zelebrierte. Nicht anders sieht es in der Fortsetzung aus, die den Vorgänger quasi kopiert. So werden abermals leicht bekleidete Frauen von einem Psychopathen möglichst grausam in die ewigen Jagdgründe befördert. Eine Brücke zum Vorgänger wird nicht geschlagen, so dass man den ersten Teil nicht gesehen haben muss, um der Fortsetzungen folgen zu können. Viel wird vom Zuschauer auch nicht abverlangt, denn sonderlich schwer sollte es nicht sein der rudimentären Handlung zu folgen. Die besteht ohnehin nur aus einer Aneinanderreihung von Todesszenen und freizügigen Momenten in denen sich Frauen textilfrei vor der Kamera räkeln.
 
 


 
 
 

PINUP DOLLS ON ICE – Zensur

 
 
 
Wie es sich für einen Slasher gehört, geht es auch in PINUP DOLLS ON ICE nicht gerade zimperlich zu. Zwar ist die Kamera in Gewaltmomenten äußerst hektisch oder blendet weg, wenn es richtig zu Sache geht. Dennoch sind die kurzen Gewaltspitzen hart anzusehen. Hierzulande hat es der Film erstaunlicherweise ungeschnitten in die Händlerregale gebracht, während der ähnlich gestrickte Vorgänger BIKINI GIRLS ON ICE Federn lassen musste. Die FSK hat den Film erst für Erwachsene freigegeben: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

PINUP DOLLS ON ICE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Donau Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Pinup Dolls on Ice; Kanada 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton:Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 18.09.2015 | Mediabook: 05.10.2015

 

Pinup Dolls on Ice [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

PINUP DOLLS ON ICE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Donau Film.

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Bikini Girls on Ice (2009)
 
Lost After Dark (2015)
 
The Drownsman (2014)
 
The Redwood Massacre (2014)
 
Rage – Midsummer’s Eve (2015)

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Kritik: „Horsehead – Wach auf wenn du kannst“ (2014)

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HORSEHEAD

Story

 
 
 
Jessica (Lilly-Fleur Pointeaux) ist eine junge, französische Studentin, die auf den ersten Blick eine normale junge Frau zu sein scheint. Doch hinter den blonden Haaren und tiefblauen Augen versteckt sich etwas Unheimliches. Seit ihrer Kindheit leidet Jessica an schlimmen Albträumen, die ihr Schlaf und Ruhe rauben. Als sie von ihrer Mutter Catelyn (Catriona MacColl) zur Beerdigung ihrer Großmutter gerufen wird, beginnen sich die Ursachen ihrer lebenslangen Albträume abzuzeichnen. Das Verhältnis zwischen den beiden Frauen ist kühl und distanziert, nicht einmal dem Ehemann und Stiefvater Jim (Murray Head) gelingt es, die Stimmung zu heben. Getrieben von den gruseligen Symbolen ihrer Träume und bewaffnet mit der Fähigkeit des luziden Träumens begibt Jessica sich auf eine Reise in ihre familiäre Vergangenheit und stößt auf einige höchst unschöne Geheimnisse.
 
 
 


 
 
 

HORSEHEAD – Kritik

 
 
 
Die erzählerische Macht des menschlichen Unterbewusstseins ist bereits seit knapp 100 Jahren eine feste Größe in der Kinolandschaft. Surrealisten wie Luis Bunuel und David Lynch machten sich die Bildsprache und Logik der Traumwelten zu Nutzen, um beeindruckende Karrieren zu spannen. Auch das Horrorgenre entdeckte den Traum für sich, das wohl populärste Beispiel hierfür ist die „Nightmare on Elm Street“-Reihe. Beim ersten Spielfilm des Regisseurs handelt es sich allerdings nicht um einen herkömmlichen Slasher. Als Monster fungiert hier der titelgebende Horsehead, ein symbolische Kraft, die mit einer Pferdemaske die Träume der Protagonistin heimsucht. Basset springt in seinem sehr hübsch aussehenden Film zwischen zwei Traum-Modi hin und her. Ersterer dient mit seinen grotesken und schnell geschnittenen Gewaltdarstellungen zur Einstimmung in den Film. Später, nachdem Jessica die Fähigkeit des luziden Träumens gemeistert hat, begibt „Horsehead“ sich in düstere, farbstarke Traumwelten, in denen die gebeutelte Heldin des Films nach den Geheimnissen ihrer Ahnen sucht.
 
 
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Die gut ausgeleuchteten Bilder, die sich auch der Kraft eines gut gesetzten Schattens bedienen, zeugen von einem feinen Auge des Filmemachers. Leider sind nicht alle Sensibilitäten des Regisseurs so ausgeprägt wie die Visuelle. Teilweise unterlegt Basset Sequenzen der ruhelosen Jessica mit wummernder, elektronischer Musik, die sich weder in die ländliche, französische Kulisse, noch in die Handlung des Films einfügen will. Eine etwas befremdliche Entscheidung ist es auch, einen in Frankreich spielenden Film mit lokalen Schauspielern auf Englisch zu drehen. Es hätte dem Film sicherlich mehr Authentizität verliehen, wenn er sich der französischen Sprache verschrieben hätte. Neben diesen stilistischen Schwachpunkten machen sich vor allem im letzten Drittel des Films einige Patzer im Drehbuch breit, die es dem Zuschauer zunehmend schwer machen, den Geschehnissen zu folgen und sie zu verstehen. Dies wird vor allem dadurch verursacht, dass die Grenzen zwischen Traum und Realität immer mehr verschwimmen, ohne dass der Filmemacher die narrativen Zügel in der Hand behalten kann.
 
 
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HORSEHEAD – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Der französische „Horsehead“ ist ein solides Langfilmdebüt des französischen Regisseurs Romain Basset, in dem er vor allem visuelle Stärken unter Beweis stellen kann. Leider läuft ihm sein eigener Handlungsverlauf zum Ende des Films davon. Das Ergebnis ist ein unterhaltsamer, schön anzusehender und ordentlich gespielter Film, der von einem etwas fokussierterem Drehbuch klar profitiert hätte.
 
 
 


 
 
 

HORSEHEAD – Zensur

 
 
 
„Horsehead“ erscheint in Deutschand mit einer Freigabe ab 18, die anhand der blutigen, verstörenden Bilder und der Thematik vor allem im späteren Verlauf des Films absolut gerechtfertigt ist – ungeschnitten, keine Jugendfreigabe!
 
 
 


 
 
 

HORSEHEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Donau Film (Amaray Blu-ray)

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(c) Donau Film (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Horsehead; Frankreich 2014

Genre: Drama, Fantasy, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover, ebenso Auflage im Mediabook

Extras: Featurette „Der Pferdekopf“ (14:41 Min.), Teaser (1:01 Min.), Deutscher Trailer (2:14 Min.), Original Kinotrailer in Englisch (2:13 Min.), Trailershow | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiger Buchteil, Poster, Inside Horsehead – Das Making Of (ca. 60 Min.), Die Effekte (ca. 15 Minuten), Das Casting (ca. 20 Minuten), Vier Kurzfilme von Regisseur Romain Basset (ca. 60 Minuten)

Release-Termin: 29.05.2015

 

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HORSEHEAD – Trailer

 
 

 
 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei DONAU FILM

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Nightmare on Elm Street (1984)
 
Inside (2007)
 
Martyrs (2008)
 


Filmkritik: „Hidden in the Woods“ (2012)

Hidden-In-The-Woods-2012
 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS

(EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD)

Story

 
 
 
Nach dem Mord an ihrer Mutter gehen zwei Schwestern durch die Hölle. Die Hölle der Erniedrigung, Misshandlung, Vergewaltigung durch den eigenen Vater. Als das Familienoberhaupt schließlich im Gefängnis landet, nutzen die Mädchen die Gunst der Stunde und flüchten in die Freiheit …
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Kritik

 
 
 
„Tief in den Wäldern hört dich niemand schreien“ … ein treffender Untertitel, der das Heimkino-Cover des vorliegenden Schmuddelfilms mit dem Titel HIDDEN IN THE WOODS sichtlich aufgewertet hätte. Auch in Chile ist man auf den Geschmack von grausamen Rape’n Revenge-Thrillern gekommen – jenes Sub-Genre, das es zumindest hier in Deutschland bei der FSK nicht gerade leicht hat. Betrachtet man die Entwicklung dieser Filmgattung in den letzten Jahren genauer, ist das aber auch kein Wunder. Mittlerweile ist es unter den Regisseuren dieser Streifen zum Sport geworden, sich in punkto Grausamkeit übertreffen zu wollen. Dabei kennt die Kreativität der Drehbuchautoren keine Grenzen, die sich immer kränkere Methoden einfallen lassen, um ihre meist weiblichen Heldinnen noch menschenverachtender zu quälen und zu demütigen. Der zweifelhafte Höhepunkt jener Art von Filmen wurde bereits im Jahr 2013 erreicht, als sich STEVEN R. MONROE mit seinem I SPIT ON YOUR GRAVE 2 ein Denkmal in Sachen Frauengewalt setzte und einen Rachestreifen inszenierte, der alle bis dato gedrehten Rape’n Revenge-Arbeiten in den Schatten stellte. Hierzulande verstand man mit der überflüssigen Gewaltorgie keinen Spaß – I SPIT ON YOUR GRAVE 2 erlitt das gleiche Schicksal, wie manch ähnlicher Film zuvor: Er wurde eingezogen und auf den Index gesetzt. Der chilenische Filmemacher PATRICIO VALLADARES führt mit seinem HIDDEN IN THE WOODS die traurige Saga sinnloser Gewalt gegen wehrlose Frauen fort und tut es dem Spanier ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO gleich. Letzterer brachte Jahre vor seinem gelobten HERE COMES THE DEVIL einen ebenso schmuddeligen Gewalt-Mix in die Wohnzimmer, der es unter dem Titel I’LL NEVER DIE ALONE (wenn auch in zerschnippelter Form) sogar in deutsche Händlerregal brachte.
 
Von der Machart her ist HIDDEN IN THE WOODS besagtem I’LL NEVER DIE ALONE nicht unähnlich, denn auch in diesem trivialen Machwerk bekommt der Zuschauer alle Checkpunkte gängiger Exploitation-Kunst aufgetischt, ohne die Stoffe wie die berüchtigte I SPIT ON YOUR GRAVE-Reihe wohl niemals den Erfolg gehabt hätten, den sie heute unter Horror-Jüngern genießen. Unter der brennenden Sonne Südamerikas müssen hier abermals Frauen ums nackte Überleben kämpfen, die von ihren männlichen Filmkollegen auf Niederträchtigste durch die Filmhölle gejagt werden. Jahrzehnte der Emanzipation verlieren binnen weniger Minuten an Bedeutung, schließlich scheint die Nachfrage nach Filmen immer größer zu werden, in denen Frauen wie Vieh behandelt werden. Wie zu den Anfängen von Exploitation im Kino nutzt auch HIDDEN IN THE WOODS-Macher PATRICIO VALLADARES reißerische Themen, um sie dem Zuschauer in Kombination mit möglichst sadistischer Gewalt und kontroversen Sexszenen zu verkaufen. So finden neben grässlichen Vergewaltigungsszenen, eigentlich sensibel zu behandelnde Themen wie Kindesmissbrauch, Inzest und Kannibalismus Verwendung, die jedoch nur selten ernsthaft beleuchtet werden. Stattdessen bilden sie die Grundlage fragwürdigen Treibens, das ohnehin nur darauf hinausläuft, möglichst viel Leid und Lebenssaft auf der Mattscheibe zeigen zu können.
 
In HIDDEN IN THE WOODS begleitet der Zuschauer Ana und Anny – zwei traumatisierte Frauen, die allein mit ihrem Vater irgendwo in den Wäldern Chiles leben und unter dem täglichen Terror des Familienoberhauptes zu leiden haben. Der bunkert auf seinem Grundstück nämlich nicht nur Drogen des heimtückischen Drogenbarons „Onkel Costello“, sondern vergeht sich nach dem Mord an der eigenen Frau hin und wieder an seinen beiden Schützlingen. Als die älteste Tochter Ana nach jahrelanger Inzucht schwanger wird, sperrt der Vater den Säugling in eine dunkle Kammer und beginnt ihn mit rohem Fleisch zu füttern. Jahre später tauchen zwei Polizeibeamte auf, die durch Zufall auf das missgestaltete Kind Manuel stoßen. Bevor sie jedoch das gesetzeswidrige Treiben unterbinden können, greift der Vater zur Kettensäge und macht mit den Polizisten kurzen Prozess. Die kaltblütige Tat hat schwerwiegende Konsequenzen, denn wenig später wartet das Gefängnis auf das hinterlistige Familienmitglied. Für die Mädchen die einzige Möglichkeit endlich der Terrorherrschaft des Vaters entkommen zu können. Leider ist die Welt nicht von Gefahren gefreit. Bald schon nimmt Drogenboss „Onkel Costello“ die Witterung der flüchtenden Töchter auf, schließlich fordert der die versteckten Drogen von den Mädchen zurück, die jedoch keinen blassen Schimmer haben, wo sie der Vater versteckt hat.
 
Günstige 90000 Dollar hat die Schmuddel-Orgie gekostet, die dem Exploitation-Genre so alle Ehre macht. In HIDDEN IN THE WOODS wird geschlagen, geschossen, geschändet und sogar Menschenfleisch gefressen, damit die Sensationsgier des Zuschauers befriedigt werden kann. Die Kamera hält das konfuse und an den Haaren herbeigezogene Treiben in ungeschönt-dreckigen Bildern ein, um die Authentizität bewahren zu können. PATRICIO VALLADARES hat sich wie so oft im Horror-Bereich von Geschichten inspirieren lassen, die das Leben im südamerikanischen Hinterland nun mal so schreibt. Dementsprechend darf der Hinweis im Opening nicht fehlen, der dem Zuschauer vorheuchelt, dass das Gezeigte auf wahre Begebenheiten zurückzuführen sei. Ob dem wirklich so gewesen ist, dürfte einmal mehr stark bezweifelt werden, denn mittlerweile gehört der „Alles total wahr“-Slogan zum Horrorfilm, wie das Kruzifix in die Kirche, weil sich mit pseudo-realem Hintergrund eigentlich immer besser Kasse machen lässt. Bei so viel Liebe zur Exploitation stellt sich natürlich die Frage, ob es dem Film gelingt unter Hobby-Sadisten überhaupt Laune zu verbreiten. Im Gegensatz zum Heiligen Folter-Gral I SPIT ON YOUR GRAVE (2010) und dessen Fortsetzung aus dem Jahre 2013 ist das Geschehen trotz aller Liebe zur Frauenverachtung weit entfernt von den perversen Phantasien eines STEVEN R. MONROE. Das mag vor allem an der etwas hölzernen Darbietung von Opfer und Täter liegen, die teilweise so unglaubwürdig agieren, weil mal wieder unbekannte und maximal leidlich talentierte Jungdarsteller gecastet wurden, die dazu auch noch einem unausgereiften Drehbuch folgen. Zudem verliert der Streifen immer wieder an Tempo, weil VALLADARES auf Krampf darum bestrebt ist, den Protagonisten seiner hanebüchenen Geschichte eine gekünstelte Charakterentwicklung einräumen zu wollen. Immerhin zieht der Regisseur in Momenten der Langeweile die Reißleine. Immer wenn HIDDEN IN THE WOODS mit Längen zu kämpfen hat, greift VALLADARES auf Exploitation zurück und lässt sein Treiben in Gewalt und Blut ersaufen. Zur Freude des Horrorfans ist die Kamera immer nah am Geschehen, damit der für die langen Wartezeiten mit grafischen Grausamkeiten entschädigt werden kann.
 
Groteskerweise stieß die eher mittelmäßige Gewaltgurke bei den Amerikanern auf große Aufmerksamkeit. In solchen Fällen ist es meist unvermeidbar, dass dem Original eine glattgebügelte Neuverfilmung nachgeschoben wird. Schauspieler, Produzent und Regisseur MICHAEL BIEHN (THE VICTIM) zeichnet in diesem Fall verantwortlich und hat das Remake unter gleichem Namen produziert, für das PATRICIO VALLADARES gleich noch einmal auf dem Regiestuhl platz nehmen durfte. Ob er sich verbessern konnte bleibt abzuwarten. Der große Wurf ist ihm mit seinem Original HIDDEN IN THE WOODS leider nicht gelungen. Denn: Ein paar kontroverse Szenen und eine handvoll Matscheffekte machen aus einem unglaubwürdig zusammengewürfelten Plot noch lange keinen guten Horrorfilm.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Ein grausamer Schocker, der stahlharte Nerven voraussetzt. Leider ist HIDDEN IN THE WOODS keine Sternstunde des schmuddeligen Exploitation-Kinos, das sich seit den 1960ern bis weit in die 80er hinein großer Beliebtheit erfreut hat und seit der Remake-Welle der letzten Jahren durch alles von RODRIGUEZ und TARANTINO bis hin zu Bodensatz wie I SPIT ON YOUR GRAVE wiederbelebt wurde. EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD (so der Originaltitel) hat zwar alles zu bieten, was jene Art von Filmen so erfolgreich gemacht hat; Macher PATRICIO VALLADARES verliert aber zu oft die Geschichte und seine Heldinnen aus den Augen. Sie haben über weite Strecken schlichtweg nichts zu tun. Der Cocktail aus Inzuchtthematik, Kannibalismus, Gewalt und Sex ist teils arg wirr geraten und hat nicht selten mit ziemlichen Längen zu kämpfen. Vielleicht wäre es demnach besser gewesen, wenn sich VALLADARES auf nur ein Thema konzentriert hätte, statt seine Geschichte mit Kontroversem schlicht zu überfrachten. Immerhin findet er die Notbremse stets zur rechten Zeit. Immer dann, wenn es langweilig wird, gibt es Gewalt satt für alle Liebhaber frauenverachtender Filmware. Dass des Öfteren die Logik ausgeklammert wird, dürfte Fans jener Filme aber weniger stören. Die bekommen nämlich von der Vergewaltigung hin zu Motorsägen-Maniküre all das zu sehen, was in waschechtes Exploitation-Cinema nun einmal gehört: Gewalt als Mittel zum Selbstzweck.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Zensur

 
 
 
Gerade weil HIDDEN IN THE WOODS den gängigen Exploitation-Regeln folgt und nicht zimperlich mit seinen Protagonisten zugange geht, hat der Streifen in Deutschland keine ungeschnittene Freigabe erhalten. Hier werden Frauen erniedrigt und misshandelt, Kannibalismus zelebriert und Körperteile vor der Kamera mittels Kettensäge abgetrennt. Demzufolge musste die Schere angesetzt werden, um die FSK besänftigen zu können. Die deutsche Fassung kann zwar erst von volljährigen Zuschauern erworben werden, ist aber geschnitten.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hidden in the Woods; Chile 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DD 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Behind the Scenes, Deleted Scenes

Release-Termin: 23.06.2015

 

Hidden in the Woods [Blu-ray] auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

Die Rechte aller für diese Kritik verwendeten Grafiken liegen bei MARITIM PICTURES

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I Spit on your Grave 2 (2013)

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I Spit on your Grave (2010)

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Filmreview: „Blood Widow – Tod in der Stille“ (2014)

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BLOOD WIDOW – TOD IN DER STILLE

Story

 
 
 
Wenn die psychopathische Nachbarin drei mal klingelt: Laurie (Danielle Lilley) und Hugh (Brandon Kyle Peters) sind ein junges Paar und haben gerade ein Haus irgendwo im Nirgendwo gekauft, wo es selbstverständlich keinen Handyempfang gibt. Als die beiden eine Einweihungsparty geben und einige Freunde zum Feiern vorbeikommen, nutzt auch die Killerin von nebenan die Gunst der Stunde, um die neuen Nachbarn kennenlernen …
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Kritik

 
 
 
In Amerika gibt es immer wieder Nachwuchs-Angstmacher, die dem Horror-Fan die Freunde am Schauen von Horror-Ware verübeln möchten. Der Low-Budget-Markt scheint dort ein beliebtes Sprungbrett für all jene zu sein, die auch ohne Berufsabschluss das Hobby zum Beruf machen wollen: Filmemachen. Leider muss man für das Drehen von Horror-Streifen nicht nur Kohle und das notwendige Equipment besitzen, sondern auch Talent und Ahnung. Voraussetzungen, die jedoch nur die Wenigsten mitbringen. Trotzdem wird auch ohne Können munter drauflos gefilmt, denn die Nachfrage nach amateurhaft zusammengeschnippelten Horrorfilmen scheint größer zu sein, als immer vermutet wird. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass Billig-Grusler in amerikanische Händlerregal gebracht werden. Als wäre das nicht schon übel genug, finden sogar einige dieser Spaßbremsen den Weg nach Deutschland.
 
BLOOD WIDOW ist das Resultat eines langjährigen Fan-Traumes. Newcomer und Sci-Fi-Horrorfan JEREMIAH BUCKHALT steckt hinter der Low-Budget-Produktion, der selbst heute immer noch nicht fassen kann, dass ihm die Möglichkeit gegeben wurde einen Horrorfilm zu drehen. Ähnlich wie Vorbild JOHN CARPENTER (wenn es nach BUCKHALT geht gehört THE THING zu den besten Filmen aller Zeiten) hat der Regie-Neuling jedoch erst einmal kleine Brötchen gebacken und sich an der Umsetzung klassischen Slasher-Stoffs versucht, schließlich gehört nicht viel Grips dazu einen simplen Schlitz-Streifen zu machen. Erfolgreiche Filmtitel nennt BUCKHALT in einem Interview, von denen sich BLOOD WIDOW hat inspirieren lassen. So standen günstig gewerkelte Oldschool-Slasher Pate mit denen der Filmemacher Ende der 70er und zu Beginn der 80er aufgewachsen ist. Bei so viel euphorischer Liebe zum Genre enttäuscht dann leider doch die Tatsache, dass BLOOD WIDOW Lichtjahre von wegweisenden Metzelklassikern wie HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS entfernt ist. Für BLOOD WIDOW musste an allen Ecken gespart werden. So wurden Hauptrollen mit Statisten besetzt, die vermutlich noch nie eine Schauspielschule von Innen gesehen haben. Akustische Raffinessen aus dem MUSIC MAKER sorgen für ungewollte Erheiterung und die rudimentäre Handlung lässt den Zuschauer bereits kurz nach dem Prolog ermüden. Ein Pärchen ist es diesmal, das in ein neues Haus zieht und dort ums Überleben kämpfen muss. Im Keller des scheinbar verlassenen Nachbarhauses lebt eine schwarze Witwe, die nur darauf wartet, dass ihr mal ein paar neugierige Fliegen ins Netz gehen. Als sich ein paar Freunde für eine kleine Einzugssause anmelden und auf dem Grundstück gegenüber herumschnüffeln, packt die BLOOD WIDOW ihre Folterinstrumente zusammen und besucht die neuen Nachbarn um mal blutig „Hallo“ sagen zu können.
 
Wenn keine gescheite Geschichte zu Grunde liegt, dann lass Gewalt regieren. Genau jenem Credo folgt BLOOD WIDOW und konzentriert sich auf das möglichst schmuddelige Abschlachten seiner unzureichend talentierten Hauptdarsteller. Die von BUCKHALT selbst entworfene Killerin geht nicht zaghaft mit ihren Opfern um. So werden Protagonisten enthauptet, Arme abgesäbelt oder Gesichter eingeschlagen. Für Indie-Horror mit Mikro-Budget sehen die gebotenen Matsch-Effekt ganz ordentlich aus, zumal die teils unausgereifte Ausleuchtung dem Film einen dreckigen, ungeschliffenen und finsteren Look bescheren. Dennoch, Gewalt im Horrorfilm ist nicht alles, denn ein blosses Aneinanderreihen von sinnlosen Gewaltakten machen aus einem beliebigen Horrorfilm noch lange kein Kultwerk. Nichtsdestotrotz bekommt der Horror-Fan mal endlich wieder eine maskierte Killerin vor die Linse. Die steht männlichen Meuchel-Kollegen wie JASON und MICHAEL in puncto Grausamkeit in nichts nach. Im Unterschied zu genannten Ikonen des modernen Horrorfilms will die BLOOD WIDOW jedoch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, was vor allem daran liegt, dass der Film nichts Rundes ist und überraschungsarm nach Schema F abgehandelt wird. Neue Impulse sucht man hier vergebens, dafür findet man Unmengen an Logiklöchern und Slasher-Klischees. Dass Macher JEREMIAH BUCKHALT bereits mit einer Fortsetzung liebäugelt, verursacht fix wirklich Panik – schließlich ist der Zuschauer froh, wenn er den vorliegenden Erstling wach überstanden hat.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Blutiger Nachschub für Splatter-Fans! Gewalt ist leider auch das einzige, was BLOOD WIDOW halbwegs über Wasser halten kann, denn der Streifen ist nicht nur ein überraschungsarmes, sondern auch ein langweiliges Sammelsurium nerviger Slasher-Regeln und totgefilmter Horror-Klischees. Budget war kaum vorhanden, was im Falle dieses Filmdebüts Vor- und Nachteile besitzt. Einerseits hat die teils unprofessionelle Ausleuchtung Charme und beschert BLOOD WIDOW einen düsteren und dreckigen Look, der dem Film vor allem in den Gewaltmomenten zugute kommt. Andererseits lässt das Mikro-Kapital kaum Experimente zu, so dass an allen Ecken gespart werden musste – vor allen an guten Schauspielern. Unterm Strich ist BLOOD WIDOW ein austauschbarer Slasher ohne Höhepunkte, der immerhin kurz Aufmerksamkeit in Deutschland erhaschen dürfte, weil ihn die hiesige FSK der „bösen“ Szenen wegen in der Luft zerreißen wird.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Zensur

 
 
 
Wie für einen Slasher typisch sterben auch in BLOOD WIDOW die Opfer eines grausamen Todes. Zimperlich geht es hier nicht gerade zu, was vor allem der FSK Kopfzerbrechen bereitet hat. Da BLOOD WIDOW ziemlich viel blutroten Splatter zu bieten hat, wurde er in der ungeschnittenen Freigabe erst für Volljährige freigegeben – keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Castle View Film

 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Blood Widow; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer zum Film

Release-Termin: 28.08.2015

 

Blood Widow – Tod in der Stille [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

BLOOD WIDOW – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Slasher House (2012)
 
Torment (2013)
 
Nurse 3D (2013)
 
Young, High and Dead (2013)
 
Killer Holiday (2013)
 
Bloody Homecoming (2013)


Filmreview: „Wolf Creek 2“ (2013)

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WOLF CREEK 2

Story

 
 
 
Outback-Killer Mick Taylor ist wieder zurück und hat auch gleich die Fährte zweier Touristen aus Deutschland gewittert, die planlos durch die Einöde Australiens trampen. Auf der Flucht vor dem irren Schlitzer geraten sie an den Briten Paul Hammersmith, der eigentlich nur helfen will und dabei ebenfalls ins Visier des Touristen-Mörders gerät …
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Kritik

 
 
 
Im australischen Outback hört dich niemand schreiben – das zumindest suggerierte der Horror-Schocker WOLF CREEK, der im Jahr 2005 in die Kinos gebracht wurde und inspiriert von den Survival-Thrillern der 70er gekonnt auf der damals boomenden Terrorwelle mitritt. Mittlerweile sind neun Jahre vergangen und den Horror-Machern die Ideen ausgegangen, so dass man ganz fleißig Altbewährte neu aufbrüht, um noch einmal Geld damit machen zu können. Schlicht und einfach WOLF CREEK 2 nennt sich der unoriginelle Käse, der mit knapp einem Jahrzehnt Verspätung nachgeschoben wird und quasi die besten Szenen des Erstlings mit zusätzlichem Ekelgehalt anreichert, damit einfach gestrickte Horrorgemüter feuchte Höschen von der hier gezeigten Brutalität bekommen. WOLF CREEK-Regisseur GREG MCLEAN hat sich die Blöße gegeben und auch gleich die überflüssige Fortsetzung gedreht, die quasi eine ähnliche Geschichte wie sein Vorgänger erzählt und sich einen Deut darum schert sich überhaupt weiterzuentwickeln zu wollen. Die australische Kulisse wurde beibehalten und der zuvor schweigsame Killer entwickelt sich zur zynischen Plaudertasche, der seinen Schlitzer-Kollegen FREDDY KRUEGER, LEPRECHAUN und CHUCKY Konkurrenz machen möchte. Der Rest ist wie gehabt: Einige ahnungslose Rucksack-Touristen verirren sich im Wolfe-Creek-Krater-Nationalpark und geraten dabei in das Jagdgebiet des ominösen Fremden aus dem vorhergehenden Teil, der auch gleich mit seiner Metzel-Hatz beginnt.
 
Der Ton ist rauer geworden, denn mit subtilem Terror gewinnt man im Horrorfilm schon lange keinen Blumentopf mehr. MCLEAN dreht daher an der Gewaltschraube und lässt Köpfe explodieren, Finger absägen und Opfer enthaupten. Wurde die Gewalt im Erstling noch weitestgehend angedeutet wird in WOLF CREEK 2 schonungslos draufgehalten, was natürlich das Interesse der Fans solcher Filme wecken dürfte. Leider macht stumpfe Gewalt allein schon lange keinen guten Horrorfilm mehr aus, denn aufgrund der Vielzahl ähnlicher Streifen ist WOLF CREEK 2 nur ein weiterer Film dieser Art in einer nahezu nicht enden wollenden Reihe trivial gestrickter Brutalo-Werke. Immerhin wird der Filmfan mit Kurzweil belohnt. Psychopath MICK TAYLOR (gespielt von JOHN JARRATT) entpuppt sich als scheinbar unkaputtbarer Super-Killer, der jede Situation vorausahnen kann und trotz Liebe zum Alkohol mit ner Menge Glück gesegnet wurde. Der Schlitzer ist seinen Opfern weitaus überlegen und immer einen Schritt voraus. Er hetzt das menschliche Schlachtgut von einem Ort zum nächsten und zieht trotz geistiger Beschränktheit stets am längeren Hebel. Macher und Produzent GREG MCLEAN gönnt dem Zuschauer kaum Verschnaufpausen und verknüpft den dünnen Slasher-Plot mit recht packend inszenierten Verfolgungsjagden durch die trostlose Einöde Australiens. Hier wächst der Film zu wahrer Größe heran, denn einige Duelle zwischen Opfer und Killer auf den Straßen im Nirgendwo wurden von MCLEAN ziemlich spannend in Szene gesetzt. Leider werden derart Momente immer wieder durch die obligatorischen Gewaltszenen ausgebremst, denn irgendwie mag man in WOLF CREEK 2 das Gefühl nicht loswerden wollen, als ob man fast schon besessen daran gearbeitet hat, der Fanbase gerecht werden zu wollen. Der dürstet es seit harten Sicko-Streifen, wie I SPIT ON YOUR GRAVE 2 (2013) und dem gefeierten MARTYRS (2008) nach möglichst krankem Folter-Dreck, um nach Sichtung prahlen zu können, welch abartigen Nonsens man soeben gesehen hat. Regisseur GREG MCLEAN hat diesbezüglich etwas zu sehr nach den ganz Großen Metzelorgien geschielt und dabei ganz vergessen die Geschichte rund um seinen Charakter Mick Taylor konsequent weiterzuspinnen. Wirklich Neues erfährt der Horrorfan nämlich nicht, so dass die Fortsetzung auch eher als professionell gedrehtes Splatter-Remake gewertet werden darf.
 
Auch wenn die männliche Scream-Queen am Ende unter nicht nachvollziehbaren Umständen überleben darf und zuvor durch eine finstere und effekthascherische Geisterbahn geführt wird, so ist die Fortsetzung zu WOLF CREEK ein weiteres, schnell heruntergeleiertes Sequel, auf das nun wahrlich niemand gewartet hat. Im Übrigen bekommt der Zuschauer in WOLF CREEK 2 eine der geschmacklosesten Szene der letzten Jahre zu Gesicht: Während Opfer Paul Hammersmith (RYAN CORR) mit seinem Auto vor dem übertrieben patriotisch veranlagtem Mörder Mick Taylor flüchtet, überquert ein Rudel Kängurus die Fahrbahn. Die Tiere schlagen in fast schon erheiternder Detailfreude auf den Windschutzscheiben der Fahrzeuge auf und werden anschließend blutig von den Rädern überrollt. Herr MCLEAN, auch wenn WOLF CREEK 2 nur ein Film ist, finden Sie das witzig?
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
WOLF CREEK 2 ist ein derbes Splatter-Gewitter für Freunde brutaler Metzelfilme. Leider ist der Gewaltgrad auch das einzig Nennenswerte, was der Streifen zu bieten hat, denn im Grunde genommen ist das Sequel mehr überflüssiges Remake statt Fortsetzung und bietet mehr Splatter statt subtilem Terror. Aufgrund der schonungslos dargestellten Brutalitäten, die nun wahrlich nichts für zarte Gemüter sind, dürften die hiesigen Zensurbehörden das Stück Tortur-Kino gnadenlos in der Luft zerreißen. Ungeschnitten wurde der Film hierzulande nicht veröffentlicht; profitgeile Ösi-Unternehmen dürfte das freuen, schließlich kann man im Nachbarland viel Geld mit ungeschnittenen Mediabooks verdienen.
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Zensur

 
 
 
WOLF CREEK 2 ist ziemlich brutal. Opfer werden ausgeweidet und zerhackt, Kehlen durchgeschnitten und Köpfe weggeschossen. Demzufolge wurde der Streifen hierzulande nur geschnitten in die Händlerregale gebracht. Die deutsche Fassung wurde um einige Schauwerte erleichtert.
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
wolf-creek2-blu-ray

(c) KSM GmbH (geschnittene Fassung im Amaray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Wolf Creek 2; Australien 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 103 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover, die Blu-ray wird parallel im limitierten Steelbook vertrieben

Extras: Making Wolf Creek 2 (ca 50 Minuten mit dt. Untertiteln), Deleted Scenes, Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: 20.10.2014

 

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WOLF CREEK 2 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wolf Creek (2005)
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 
The Butcher Boys (2012)
 
The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen (2006)
 
High Tension (2003)
 
Haus der 1000 Leichen (2003)
 


Filmreview: „Big Ass Spider“ (2013)

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BIG ASS SPIDER

Story

 
 
 
Kammerjäger Alex (Greg Grunberg) allein gegen eine Riesenspinne: Ein Experiment der Regierung ist mal wieder gehörig danebengegangen und aus einem harmlosen Arachnoid verwandelt sich ein gefräßiges Monster, dass ganz Los Angeles auf Trapp hält …
 
 
 


 
 
 

BIG ASS SPIDER – Kritik

 
 
 
Der verschollen geglaubte MIKE MENDEZ lässt die Spinnen los. Mitte der 90er war der damals gefeierte Nachwuchsregisseur ein kleiner Hoffnungsschimmer am Horrorhimmel und drehte mit MIKE MENDEZ KILLERS eine ziemlich ruppige Horrorsatire, die sich ganz unverfroren an Gewaltstreifen wie NATURAL BORN KILLERS und RESERVOIR DOGS verging. In Europa entstand ein regelrechter Hype um das kontroverse Stück Low-Budget-Kino, das sich binnen weniger Jahre zum Kultfilm des Genres entwickelte. Dem bis dato unbekannten MENDEZ eröffnete der Erfolg neue Möglichkeiten: 2000 entstand sein Zweitwerk mit dem Titel CONVENT, dem deutlich mehr Kohle zur Verfügung stand und das aber von Kritikern und Horrorfans mit eher gemischten Gefühlen aufgenommen wurde. Nach einer Horrordokumentation und dem lieblos heruntergekurbelten THE GRAVEDANCERS (2005) war plötzlich Schluss mit Filmemachen und es wurde verdächtig ruhig um den einst umjubelten Horrormacher. Nach fast acht Jahren Regieabstinenz gibt es endlich wieder etwas von MENDEZ zu sehen. Mit diesmal bedeutend mehr Geld in der Tasche und einigen bekannten TV- und Leinwandstars im Petto hat er einen Spinnenheuler auf Zelluloid gebannt, den man natürlich zu keiner Zeit ernst nehmen kann.
 
MENDEZ scheint eine Vorliebe für selbstironischen Trash zu besitzen. Bereits mit dem Splatterfest CONVENT bewies der Regisseur, dass er gern Horrorfilme dreht, die man lieber mit einem gehörigen Augenzwinkern genießen sollte. Ernst ist der neuste Abstecher ins Gruselmilieu keineswegs, denn auch wenn Spinnen bei den meisten Menschen vorwiegend Angst und Ekel hervorrufen, muss man bei MENDEZ über die langbeinigen Krabbeltiere vor allem eines: Lachen. BIG ASS SPIDER heißt das neuste Machwerk sinnbefreiter Komik für das er sogar einige namhafte Schauspieler gewinnen konnte. GREG GRUNBERG (HEROES – Die Serie) spielt hier den Kammerjäger Alex Mathis, der Haushalte von Ungeziefer und Parasiten befreit und nach einem gemeinen Spinnenbiss in die Notaufnahme eilt. Zufälligerweise wurde dort auch soeben eine Leiche eingeliefert aus deren Brustkorb eine Spinne kriecht, die wenig später die ganze Stadt in Aufruhr versetzt. Das, mit außerirdischer DNA in Berührung gekommene Krabbeltier, bekommt den Hals nicht voll und frisst sich durch Massen von Menschen. Stunden später ist das Vieh zu stattlicher Größe herangewachsen, krabbelt auf einen Wolkenkratzer um darin die Brut ablegen zu können. Spinnenflüsterer Alex findet das gar nicht gut, schnappt sich einen mexikanischen Wachmann und rettet am Ende selbstverständlich die Welt.
 
Seit Nonsens wie SHARKNADO selbst in renommierten Fachzeitschriften lobend Erwähnung finden, ist auch der Tierhorror wieder in aller Munde. Das Mülllabel ASYLUM hat gut vorgelegt und produziert seit Bestehen fleißig Horrorschund in dem Tiere die abstrusesten Dinge tun. Ob Hai mit zwei Köpfen oder Kampf zwischen Riesenschlange und Krokosaurier – das Schaffen dieser Filmwerkstatt ist der Inbegriff cineastischer Dummheit. BIG ASS SPIDER macht da keine Ausnahme. Das Ding strotzt nur so vor schlechten Dialogen, miserablen Handlungssträngen und kaum vorhandener Logik. Was den Streifen aber vom minderwertigen Quark aus den ASYLUM-Studios abhebt sind die hervorragend computeranimierten Spinnen-Effekte, die den Spaßfaktor erheblich steigern. BIG ASS SPIDER macht alles andere als einen billigen Eindruck, punktet mit lautem Munitionsgerassel und erheiternd trivialer Action, die sich natürlich pausenlos selbst auf die Schippe nimmt. Da feuert das Militär planlos den ganzen Film über mit Schusswaffen auf den aggressiven Arachnoid, obwohl im Film mehrfach erläutert wird, dass die Spinne unverwundbar ist. Zudem will sich dem Zuschauer nicht erschließen, wie es das Rieseninsekt letztendlich geschafft hat sich allein zu befruchten. Immerhin hat MIKE MENDEZ, wie andere Regisseure in letzter Zeit auch, an eine Hommage gedacht. Das mutierte Etwas hat sich für die Kinderstube ausgerechnet einen Wolkenkratzer im Zentrum von Los Angeles ausgesucht und krabbelt hinauf ins letzte Stockwerk, um darin den Nachwuchs ablegen zu können. Kult-Gorilla KING KONG hat in seiner Filmlaufbahn auch schon ne Menge ähnlicher Gebäude bestiegen. Leider hat das haarige Filmmonster bisher immer erst reichlich spät bemerkt, dass so ein bisschen Hauswandkletterei zu rein gar nichts führt. Auch wenn das Rad in BIG ASS SPIDER nun nicht gerade neu erfunden wird, bleibt dem Fan solcher Filme nix anderes übrig, als sich auch diesen Film in die Sammlung zu stellen. MENDEZ schafft es mit Situationskomik, guten Darstellern und Kurzweil zu überzeugen. Der haarsträubende Mix aus Science Fiction, Tierhorror und Komödie unterhält trotz inhaltlicher Leere ungemein – den hervorragend getricksten Spinnenmomenten sei Dank.
 
 
 


 
 
 

BIG ASS SPIDER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
BIG ASS SPIDER ist eine willkommene Abwechslung zum üblichen Tier-Trash des Produktionsstudios ASYLUM, welcher den meisten Filmfans die Laune am Sichten von Tierhorrorfilmen mittlerweile vermiest hat. Der neuste Brüller von MIKE MENDEZ überrascht mit erstaunlich guten Effekten und jeder Menge sinnbefreiter Action, die immerhin soviel temporeichen Kurzweil bietet, dass dem Zuschauer kaum Zeit bleibt darüber nachzudenken, was ihm da gerade für Schwachsinn untergejubelt wird. Der Spinnenekel bleibt aus und die handvoll Gags machen Laune, so dass BIG ASS SPIDER auch von jenen Filmfans goutiert werden kann, die sonst mit Arachnophobie so ihre Probleme besitzen.
 
 
 


 
 
 

BIG ASS SPIDER – Zensur

 
 
 
BIG ASS SPIDER wurde in Deutschland ungeschnitten veröffentlicht und ist bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet. Viel Blut gibt es nicht gesehen, von daher ist die niedrige Freigabe gerechtfertigt.
 
 
 


 
 
 

BIG ASS SPIDER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
big-ass-spider-blu-ray

(c) Splendid Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Big Ass Spider; USA 2013

Genre: Horror, Science Fiction, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Orangene Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 03.01.2014

 
 
 

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BIG ASS SPIDER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Arac Attack – Angriff der achtbeinigen Monster (2002)
 
Spiders (2000)
 
Spiders 2 (2001)
 
Camel Spiders – Angriff der Monsterspinnen (2011)
 
Arachnophobia (1990)