FILMCHECKER – Die Seite im Netz für Horror. ☠☠☠ Kritiken zu den besten Horrorfilmen ☣☣☣ Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme.

Beiträge mit Schlagwort “Vampire

Filmkritik: „Thirst – Blutdurst“ (1979)

thirst-blutdurst-1979-poster
 
 
 

THIRST – BLUTDURST

Story

 
 
 
Yuppie-Lady Kate wird eines Tages Opfer einer Entführung. Hinter dem brutalen Akt steht „Die Brüderschaft“, ein steinalter Orden von Vampiren, der es über Generationen zu Macht und Reichtum gebracht hat und ganz verschwörungstheoretisch manchen gesellschaftlichen Faden zieht. In Kate haben die Finsterlinge eine Nachfahrin der grässlichen ungarischen Blut-Gräfin Bathory erkannt, die sie jetzt mit ihrer inneren Vampirin in Einklang bringen wollen. Notfalls mit Druck und Rauschmitteln. Auf nächtliche Halsjagden muss man hier übrigens nicht mehr gehen, stattdessen hat man seine Ressourcen in das wissenschaftlich überwachte und versteckte Züchten und „Melken“ gefangener und hypnotisierter Menschen gesteckt. Innerhalb der Sekte bilden sich Fraktionen heraus, die über das Zwangsrekrutieren vampirisch vorbelasteter Menschen unterschiedlicher Meinung sind.
 
 
 


 
 
 

THIRST – Kritik

 
 
 
Ende der sechziger Jahre hatte die Bewegung des New Hollywood eine großartige, neue Filmwelt arbeitswütiger Regie-Autoren geschaffen. Ursprünglich von den Franzosen der Nouvelle Vague beeinflusst, boten die Filme dieser jungen Wilden in der Traumfabrik ihrerseits auch wieder große Inspiration für die Filmwirtschaften weniger potenter Kino-Nationen. Deutschland, Italien, Japan, Skandinavien – ein Film war jetzt im Idealfall seinem Macher zuzuordnen. Das im Umsatzvergleich kleine Australien wurde Mitte der Siebziger vom wilden Autorenkäfer gebissen. Heiß geliebte Filme entstanden in bewundernswerter Häufigkeit. Tristesse dann viele Jahre später: Diese kreative Taustimmung der „Australian New Wave“ hat außerhalb von Festivals, akademischen Zirkeln und den Kinos der Heimat Down Under bis heute relativ wenig breiter gefasste Würdigung erfahren. Sicher, die noch zu Hause entstandenen Frühwerke großer Hollywood-Filmschaffender wie Peter Weir, Fred Schepisi oder Bruce Beresford, um nur drei von vielen zu nennen, sind in guten Cineasten-Kreisen für ihre Eigensinnigkeit geachtet, Mainstream aber sieht anders aus.
 
 
thirst-blutdurst-bild-1
 
 
Alle paar Jahre mal so scheint es, immer, wenn ein alter Aussie-Held wie George Miller zuletzt sich mal wieder ein Herz fasst und einen filmischen Treffer wie MAD MAX: FURY ROAD landet, oder wenn junge Landsmänner und -frauen sich ihrer heimisch gewachsenen Kino-Kultur erinnern, kommt die Sprache wieder auf die Neue Welle Australiens – eine Filmbewegung, in der die Grenzen zwischen Arthouse und Exploitation gerne einmal so gar nicht mehr klar auszumachen sind und in der man sich scheinbar mühelos schönster Versatzstücke unterschiedlichster Genres bedient, um sperrige und immer ganz klar australische Filmklassiker zu erschaffen. Beim leider sehr austauschbar betitelten „THIRST“ ist die Sachlage nicht anders. Man mag beim fabrikmäßigen Ausblutenlassen der Nahrungsmenschen an David Cronenberg denken. Auch an die gesellschaftlich getarnten Schlachthäuser von SOYLENT GREEN oder gar an die von Maschinen geschaffenen, furchterregenden Human-Kokon-Landschaften der MATRIX. Dann schlägt THIRST – BLUTDURST jedoch wieder einen Haken und führt sein Publikum wie den Bullen am Nasenring zurück in eine obskure Vampir-Story mit doppeltem Boden, wie sie, in dieser Modernisierung des klassischen Genrethemas des Blutsaugers, amerikanischen Horror-Serien entliehen sein könnte.
 
 
thirst-blutdurst-bild-2
 
 
Mit THIRST – BLUTDURST liefert Rod Hardy Ende der Siebziger ein regelrechtes Statement von Genrefilm ab, das trotzdem schwerer zu greifen ist, als ein geöltes Ferkel. Nicht gänzlich Horror-, nicht ausreichend Sci-Fi, um klare Kante erkennen zu lassen; nicht ernst genug, um als Stück phantastischer Gesellschaftskritik durchzugehen, aber auch wieder nicht schmierig genug, um ein reiner Drive-In-Schlocker zu sein. Diese Weigerung des Films, sich festnageln zu lassen, ist vermutlich der Hauptgrund für seine relative Obskurität. Geistesverwandt, auch was die sehr eigene und eigentümliche Stimmung angeht, ist hier vielleicht noch Jean Rollin mit seinem ungewöhnlichen LA NUIT DES TRAQUÉES (1980), in dem sich Horror-Atmosphäre und Gesellschafts- /Zukunftskritik ähnlich traumartig abwechseln wie bei Hardys vergessenem Vampirfilm-Update. Die Auftritte der einstigen Mod-Ikone David Hemmings aus Antonionis BLOW UP, damals noch nicht ganz so aus dem Leim gegangen und mit Karikaturen-Augenbrauen geschlagen, und des mächtigen Henry Silva sind dann wieder ein Zugeständnis, typisch australisch, an eine bewusste Exploitationhaftigkeit.
 
 
thirst-blutdurst-bild-3
 
 


 
 
 

THIRST – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Um an dieser schönen Stelle gerade mal ganz laut auf die Pauke zu hauen: THIRST – BLUTDURST ist der vielleicht unbekannteste Super-Horrorfilm der späten Siebziger. Endlich aus dem Limbo vergessener Genreperlen befreit, wartet diese einzigartige Aussie-Melange aus Sci-Fi, Späthippie-Spott und Vampirhorror auf ihre Erst- und Wiederentdeckung.
 
 


 
 
 

THIRST – Zensur

 
 
 
Wie viele Horrorklassiker hatte es auch der australische Vampirklassiker THIRST nicht leicht. Zu VHS-Zeiten wurde der Streifen indiziert und erst nach Ablauf der 25-Jahrefrist wieder vom Index gestrichen. Vor einigen Jahren erschien bereits eine ungeschnittene DVD. Diese kann jetzt gegen die Blu-ray aus dem Hause SCHRÖDER MEDIA ersetzt werden. Die HD-Fassung hat ein tolles Bild und ist zudem ungeschnitten. Ebenfalls erfreulich: Die Blu-ray kann man nun problemlos im Handel erstehen und muss keinen teurer Import aus dem deutschen Ausland vornehmen, um den Film sein Eigen nennen zu können. So macht das Sammeln von Horrorklassikern Spaß.
 
 
 


 
 
 

THIRST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
thirst-blutdurst-bluray

(c) Schröder Media

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Thirst; Australien 1979

Genre: Horror, Klassiker

Ton:Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK18 – keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Audiokommentar mit Rod Hardy und Antony I. Ginnane (Englisch, ohne Untertitel), Trailer & TV-Spots (SD, 2:55 Min., Englisch, ohne Untertitel), Deutscher Kino-Trailer zu Stadt der Toten (SD, 1:49 Min., Deutsch, ohne Untertitel)

Release-Termin: 02.02.2017

 

Thirst – Blutdurst [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THIRST – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Begierde (1983)
 
The Lost Boys (1987)
 
Lifeforce – Die tödliche Bedrohung (1985)
 
Kiss of the Damned (2012)

Advertisements

Filmkritik: „Blood Trap“ (2015)

blood-trap-2015-poster
 
 
 

BLOOD TRAP

(BITE)

Story

 
 
 
Sechs Kleinkriminelle wollen Geld erpressen. Doch das Opfer ist nicht das, was es zu sein scheint.

 
 
 


 
 
 

BLOOD TRAP – Kritik

 
 
 
Vor knapp 20 Jahren gelang ROBERT RODRIGUEZ und QUENTIN TARANTINO der ganz große Coup. Mit FROM DUSK TILL DAWN schafften die beiden Filmemacher das Unmögliche und kreierten einen ungewöhnlichen Genre-Mix, über den man in Horrorkreise auch heute noch lobend spricht. Die kongeniale Symbiose aus schwarzhumoriger Gangsterfilm und bitterböses Roadmovie erntete vor allem deshalb viel Beifall, weil das Kultwerk in der zweiten Filmhälfte die Puppen tanzen ließ. Darin mussten sich zwei kriminelle Brüder durch Horden von Vampiren schlitzen und machten dabei nicht vor unorthodoxen Methoden Halt. Das kam beim Publikum gut an, lies zwei Fortsetzungen und eine TV-Serie folgen. Dennoch konnte man den Erfolg der Vorlage nicht noch einmal wiederholen. Dem eben genannten Splatter-Spaß übrigens nicht unähnlich ist der folgende Horrorfilm. Der wurde anfangs noch als BITE gehandelt, kam aber später in die Gunst einer Titelneukreation. Unter dem weitaus reißerischeren BLOOD TRAP folgt der Film ähnlichem Prinzip wie FROM DUSK TILL DAWN. Freilich ohne Ideenreichtum, flotten Sprüchen und blutigem Splatter. Ob das gut gehen kann?
 
 
blood-trap-2015-bild-2
 
 
Manchmal ist es besser, wenn man schaffen geht, sobald man Geld benötigt. Mit dieser Weisheit können sechs Kleinganoven (darunter DREW KENNEY – einer der Teilnehmer aus der amerikanischen TV-Datingshow THE BACHELORETTE) leider gar nichts anfangen. Die gehen besser den einfachen Weg und wollen Geld erpressen. Ein Opfer ist schnell gefunden und ein Plan rasch geschmiedet. So soll die Tochter eines wohlhabenden Mannes entführt werden, um Lösegeld fordern zu können. Doch weil BLOOD TRAP nun mal ein Horrorfilm ist, dürfte klar sein, dass alles anders kommen wird, als geplant. Kaum in die heiligen Hallen ihres Opfers eingebrochen, schließen sich Türen und Fenster aus unerklärbaren Gründen. Die geldgierige Bande sitzt in der Falle und versucht zu entkommen. Leider vergebens. Die heroinabhängige Tochter des gutbetuchten Opfers klärt auf. So bleibt das Haus bis zur Abenddämmerung verschlossen. Es gibt weder rein noch raus. Warum das so ist, wird bald klar. In diesem Heim leben Vampire, die sich am Blut der Menschen laben und sich vor der Sonne schützen wollen. Dumm für die Eindringlinge – gut für die Hausbesitzer. Die sparen sich den abendlichen Beutezug und jagen die Einbrecher durch das gesamte Haus.
 
 
blood-trap-2015-bild-3
 
 
BLOOD TRAP ist qualitätsloser Indie-Horror, wie man ihn einfach zu oft zu sehen bekommt. Einmal mehr flimmert lieb- und hirnlos zusammengeschusterter Einheitsbrei über die Mattscheibe, der noch nicht einmal wichtige Splatter-Momente zu bieten hat. Die Darsteller spielen wenig überzeugend und auch die Story von BLOOD TRAP dürfte mit ihrer (bewusst?) eingeschobenen Komik keinen Innovationspreis gewinnen. Somit macht BLOOD TRAP dem Begriff Low-Budget-Horror alle Ehre, denn für erfrischende Neuerungen und Einfälle hatte man wohl kein Geld mehr übrig. Da fragt man sich doch glatt, was hier fünf Millionen Dollar Produktionsbudget verschlungen haben soll. Die wenigen Spezialeffekte fallen kaum ins Gewicht und auch die Kulissen glänzen nicht gerade durch Detailreichtum. Entweder hat sich’s jemand in die eigene Tasche gesteckt oder man lies sich bei der Verköstigung des Filmteams nicht lumpen. Wir werden es wohl nie erfahren.
 
 
blood-trap-2015-bild-1
 
 
BLOOD TRAP hat nicht viel zu erzählen. Was eigentlich auf einen Bierdeckel passt, wurde hier auf knapp 90 Minuten Filmlänge geblasen und entpuppt sich am Ende als gemeiner Zeiträuber, der wegen des flott zusammengeschnittenen Trailers falsche Erwartungen weckt. Vom dort versprochenen Tempo ist kaum etwas zu verzeichnen. Stattdessen kriecht BLOOD TRAP ziel- und orientierungslos einem Ende entgegen, das der Bezeichnung Finale nicht einmal ansatzweise gerecht werden kann. Vom sogenannten Endgegner oder einer fulminanten Blutmanscherei ist weit und breit keine Spur. Stattdessen irren skrupellose Schurken durch visuell immerhin nett ausgeleuchtete Flure und Gänge und finden – wie hätte es auch anders sein sollen – im Verlauf des Films irgendwie den Tod. Entweder gehen sie sich selbst an die Gurgel oder werden von einer Vampirsippschaft nach deren eigenen Regeln ausradiert. Klingt vermutlich vielversprechend – ist aber wegen kaum vorhandener Schauwerte eine herbe Enttäuschung. Damit macht man sich in Horrorfilmkreisen keine Freunde.
 
 


 
 
 

BLOOD TRAP – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Schon einmal Neugeborene gesehen, denen es nach warmen Menschenblut dürstet? Vampirbabys knabbern in BLOOD TRAP an den Hälsen gestandener Männer. Das ist aber auch der einzige Höhepunkt in diesem sonst eher einfallslosen Vampir-Thriller, der sich unterm Strich als langweilige Falle für den Zuschauer entpuppt. Schlechtes Schauspiel macht viel an Atmosphäre kaputt und nahezu kaum vorhandene Schauwerte sorgen für Ernüchterung. Hinter dem dilettantischen BLOOD TRAP verbirgt sich demzufolge kein empfehlenswerter Horrorbeitrag – vor allem auch deshalb, weil es dem Film an Tempo mangelt. Da fragt man sich doch glatt, warum sich Drehbuchautor und Regisseur ALBERTO SCIAMMA nicht am eigenen Filmdebüt von 1996 ein Beispiel genommen hat. Damals sorgte er mit dem Splatter-Trash KILLER TONGUE für zufriedene Horrorfan-Gesichter. Gleiches wird mit BLOOD TRAP wohl nicht gelingen. Knapp zehn Jahre nach dem letzten Ausflug ins Regiefach hat man da vermutlich etwas anderes von ALBERTO SCIAMMA erwartet. BLOOD TRAP sieht eher wie eine Arbeit des Geldes wegen aus. Von Leidenschaft oder Liebe zum (Horror)Film ist kaum etwas zu spüren.
 
 
 


 
 
 

BLOOD TRAP – Zensur

 
 
 
Zwar gibt es in BLOOD TRAP einige blutige Momente zu sehen. Diese rechtfertigen aber keine Erwachsenenfreigabe. Einem Protagonisten wird ein Finger abgetrennt. Ein anderer verliert seinen Kopf. Zudem wird eine Frau zusammengeschlagen, der ein Sack über den Kopf gezogen wurde und Babys saugen Blut an den Hälsen der Kleinganoven im Film. BLOOD TRAP dürfte ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

BLOOD TRAP – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
From Dusk till Dawn (1996)
 
From Dusk Till Dawn: The Series (2014 – ???)
 


Filmkritik: „Monsterland“ (2016)

monsterland-2015-film
 
 
 

MONSTERLAND

Story

 
 
 

Eine weitere Horror-Anthologie, in der buchstäblich die Monster los sind. Die wollen der Menschheit nichts Gutes und treiben einen Überlebenden in ein menschenleeres Kino, in dem unheimliche Filme über die Leinwand flimmern.

 
 
 


 
 
 

MONSTERLAND – Kritik

 
 
 
Kennst Du noch den satirischen Horror-Erfolg THE CABIN IN THE WOODS, in dem verschiedene Horrorwesen aus ihren Käfigen gelassen wurden und am Ende ein Blutbad in den unterirdischen Räumen einer geheimen Organisation anrichteten? Die Kurzgeschichtensammlung MONSTERLAND spinnt diese Geschehnisse weiter und zeigt, was quasi passieren könnte, wenn Monster die Herrschaft über die Menschheit übernehmen würden. Postapokalyptische Bilder stimmen ein, wohin die Reise gehen soll. Doch die Macher des Films haben anderes im Sinn. Ein Kino steht im Mittelpunkt. In das flüchtet der einzige Überlebende einer Kleinstadt, um sich vor Horden aggressiver Mutanten und bizarrer Kreaturen in Sicherheit zu bringen. Doch statt im Theater Verteidigungspläne zu schmieden, will er lieber Filme gucken und Popcorn vertilgen – macht ja auch Sinn. Unheimlich. So wirft sich der Flüchtende in den Kinosessel und lässt zehn Kurzfilme auf sich einprasseln, die von sonderbaren Ereignissen und grotesken Wesen berichten. Leider können davon nur wenige halbwegs überzeugen.
 
 
monsterland-2015-bild-2
 
 
Los geht es mit DON’T GO INTO THE WATER, in dem sich die üblichen Jugendlichen beim Baden Streiche spielen. Leider lauert in den Tiefen etwas Böses, das einen teuflischen Hunger nach Menschenfleisch verspürt. Man kann sich ausmalen, wie dieser Badeausflug ausgehen wird. Was hier klingt wie die zigste Kopie von „DER WEISSE HAI“, ist ziemlich kalter Kaffee. Die Geschichte ist gerade einmal vier Minuten lang, kann sich nicht entwickeln und wirkt unfertig. Zudem gibt’s außer Blutfontänen keine Monster zu sehen. Demzufolge bleibt unklar, was da im Wasser lauert, denn des Rätsels Lösung wird nicht geklärt. Ein schwacher Auftakt.
 
Besser wird es mit THE GREY MATTER. Hier versucht ein Büroangestellter, bei einer attraktiven Kollegin zu landen – leider vergebens. Eines Tages passieren seltsame Dinge. Er wacht eines Morgens mit einem riesigen Loch im Hinterkopf auf. Darin wohnt neuerdings ein Parasit, der ihm wertvolle Tipps gibt, bei Frauen landen zu können. Was skurril klingt, ist ziemlich schwarzhumorig und erinnert hin und wieder an Frank Henenlotters Neo-Trashfilm ELMER, in dem sich ein ähnlich wurmartiges Ungetüm am Hirn seines Wirtes zu schaffen macht. Dennoch nur Durchschnittsware.
 
 
monsterland-2015-bild-5
 
 
Episode 3 heißt CURIOSITY KILLS und ist einer der besten Beiträge dieser Geschichtensammlung. Darin macht ein kleiner Junge im Arbeitskoffer des Vaters eine rätselhafte Entdeckung. Zwei seltsame Flüssigkeiten hat der von seiner Arbeit mit nach Hause gebracht. Es handelt sich um radioaktive Substanzen. Die werden heimliche an das Haustier verfüttert, das sich in eine tickende Zeitbombe verwandelt. Was folgt macht Laune, denn eine nuklear verseuchte Ratte saust unaufhaltsam durch die Wohnung und sorgt dabei für allerhand Situationskomik. Slapstick- und Blödelhumor ist hier Programm. Was passiert wird derart abgefahren und überspitzt dargestellt, dass laute Lacher nicht ausbleiben werden. Der junge PETER JACKSON hätte daran wohl seine helle Freude gehabt.
 
 
monsterland-2015-bild-1(1)
 
 
Weniger spaßig geht es in HAG zugange, der sich einem mysteriösem Thema widmet, das bereits die Dokumentation THE NIGHTMARE beleuchtet hat: Schlaflähmung. In dieser Episode sucht ein Paar Rat beim Psychologen. Während einer Eheberatung soll geklärt werden, warum der Gatte unter quälenden Albträumen leidet. Der glaubt des Nachts von einer dämonischen Fratze im Bett attackiert zu werden, doch des Rätsels Lösung ist erschreckender als er wohl je vermutet hätte. HAG erinnert mit makabrem Ausklang an die vielen Gruselgeschichten der Horror-Reihe GESCHICHTEN AUS DER GRUFT. Leider ist die Auflösung trotz reichlich Hokuspokus Blödsinn, auch wenn mal wieder DER EXORZIST fürs Zitieren herhalten musste. Immerhin gibt es ein Widersehen mit JOHN FRANKLIN. Der hatte 1982 im Originalfilm zu KINDER DES ZORNS den bösartigen Sektenführer Isaac verkörpert. Das markante Gesicht des mittlerweile als Lehrer tätigen Wichts vergisst man nicht so schnell. Schön es mal wieder gesehen zu haben.
 
Der wohl schlechteste Kurzfilm wird mit MONSTER MAN geboten. In diesem stümperhaft animierten Zeichentrickfilm nimmt es ein betagter Mann mit einem Monster auf. Dieses wird ohne Widerworte mit der Gehhilfe des Rentners zur Strecke gebracht. Leider erwecken die einfach gehaltenen Animationen den Anschein, hier habe jemand am heimischen PC herumexperimentiert und mit günstiger Software einen Fünfminüter zusammengeschnitten. Auch wenn der Titel großes Monsterkino verspricht, kann MONSTER MAN nicht überzeugen. So etwas darf unseretwegen gern bei YouTube hochgeladen werden. In einem Spielfilm, der auch noch auf großer Leinwand gezeigt wird, hat so etwas nichts zu suchen.
 
Gott sei Dank bietet MONSTERLAND anschließend mehr Gehalt, denn in der Geschichte HOUSE CALL kommen endlich auch einmal die Gorehounds auf ihre Kosten. Hier wird ein Zahnarzt auf eine Bewährungsprobe gestellt. Ein junger Mann klingelt an dessen Tür und behauptet ein Vampir zu sein. Demzufolge soll der Arzt ihm die Eckzähne ziehen. Leider sind Bohrer und Zange in der Praxis, weshalb improvisiert werden muss. Gegenstände aus dem Baumarkt kommen zum Einsatz und die Kamera hält reißerisch drauf. Für Zartbesaitete definitiv zu viel des Guten. Für diese Zahnextraktion sind geübte Nerven Voraussetzung. HOUSE CALL ist eine der gelungenen Beiträge dieser Sammlung, was vor allem der bitterbösen Pointe zu verdanken ist, die beim Horrorfan Freude aufkommen lässt. Sehenswert!
 
 
monsterland-2015-bild-4
 
 
Leider kann die hervorragende Qualität nicht beibehalten werden, die mit dieser Vampirepisode geboten wird. Im darauf folgenden HAPPY MEMORIES wurmt es nämlich gewaltig. Hierbei handelt es sich um einen bizarren Handpuppenfilm für den man reichlich Phantasie mitbringen sollte, um überhaupt verstehen zu können, was sich da vor den Augen des Zuschauers abspielt. Abstruse Monster aus einer anderen Welt foltern hier ein kleines Wesen, das am Ende der Geschichte wiedergeboren wird. HAPPY MEMORIES ist verworren und unschlüssig – nimmt sogar fast schon surrealistische Züge an. Liebhaber des Experimentellen kommen da wohl als einzige auf ihre Kosten. Fürs Otto-Normal-Publikum ist dieser Kurzfilme leider schwer zugänglich.
 
Leichter zu verdauen ist hingegen STAY AT HOME DAD. Darin will ein Mann der Liebsten beim Stillen des Nachwuchses behilflich sein. Er erfährt von einem ominösen Experiment, das ihm Brüste wachsen lässt. Die gedeihen prächtig und sorgen anschließend für jede Menge Lacher, weil der Milchfluss nicht unter Kontrolle gebracht werden kann. Doch der Spaß hat bald ein Ende. STAY AT HOME DAD schließt nämlich mit einem makabren Finale ab. Handgemachte Spezialeffekte kommen da zum Einsatz und erinnern in ihrem grotesken Ausmaß an die Werke des legendären Schriftstellers H.P.LOVECRAFT. Der Kurzfilm aus der Mache von ANDRW KASCH und JOHN SKIPP ist eine runde Sache und gehört zu den wenigen Höhepunkten von MONSTERLAND.
 
Trotzdem kommt das Beste zum Schluss. Mit HELLYFISH gibt es herrlich sinnfreien Trash zu bewundern, der intellektuell auf gleicher Welle schwimmt wie die dreidimensionale Fortsetzung zum Remake-Horror PIRANHA von 2012. Im Filmsegment wird ein Badestrand von übergroßen Quallen heimgesucht, die sich über die Badegäste hermachen und verputzen. Der Kurzfilm wurde bereits auf diversen Filmfestivals gefeiert und bietet edles CGI in Kombination mit pumpenden Beats und schrägen Ideen. Was anmutet wie ein F/X-Demonstrationsvideo ist unterm Strich hirnfreies Invasionsgemetzel, das dem Horrorfan ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert.
 
 
monsterland-2015-bild-6
 
 
Ausverkauf und Resterampe. Man sollte wissen, dass die Kurzfilme von MONSTERLAND nicht extra für diese Anthologie angefertigt wurden. Fast alles, was man hier zu sehen bekommt, gab es nämlich schon mal – auf Filmfestivals und im Internet. MONSTERLAND ist eine wahllose Zusammenstellung von Kurzfilmen, die man wohl eingekauft und zusammengeschnitten hat, um flink Geld für was auch immer zu verdienen. Das einzige, was neu gedreht wurde ist die Rahmenhandlung. Die hält die jeweiligen Segmente zusammen, strotz aber nicht gerade vor Einfallsreichtum. Wer ein Herz für Horror-Anthologien besitzt, kann gern mal einen Blick riskieren, sollte aber die Erwartungen herunterschrauben. So grandios wie es der Trailer verspricht ist MONSTERLAND keineswegs. Hier handelt es sich um Fast-Food-Horror mit nicht sonderlich herausragenden Gruselgeschichten. Bis auf den Quallen-Trash und den Ratten-Slapstick bleibt kaum etwas in Erinnerung. Angesichts der Tatsache, dass hier eine stattliche Anzahl von zehn Kurzfilmen über den Bildschirm flimmern, ist das schon ziemlich deprimierend.
 
 
monsterland-2015-bild-3
 
 


 
 
 

MONSTERLAND – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Spaßiger Zeitvertreib für Fans des Anthologie-Horrors. Leider kann MONSTERLAND Horrorsammlungen wie ABCS OF DEATH oder der V/H/S-Reihe nicht annähernd das Wasser reichen. Angesichts der Tatsache, dass Genre-Anthologien derzeit Hochkonjunktur erleben, ist MONSTERLAND nämlich eine kleine Enttäuschung. Hier sind leider nur wenige Kurzgeschichten gelungen. Zwar sind die gebotenen Kurzfilme abwechslungsreich, wirken aber wahllos zusammengestellt. Der Grund hierfür ist ganz einfach. Fast alle Geschichten liefen bereits auf Festivals oder im Internet. Das bedeutet, dass bis auf die Rahmenhandlung kaum etwas für diese Sammlung eigens gedreht wurde. Offensichtlich ist bei der engeren Auswahl der Ausschuss gelandet. Bis auf wenige Ausnahmen (allen voran die Quallen-Episode) sind die meisten Filme durchwachsen und schnell wieder vergessen. Daher ist MONSTERLAND nur eingefleischten Fans von Geschichtensammlungen zu empfehlen. Netter Spaß für Zwischendurch, aber ohne Tiefgang und mit nur wenig Herzblut.
 
 
 


 
 
 

MONSTERLAND – Zensur

 
 
 
MONSTERLAND ist keine Splattergranate. Bis auf die Zahnarztepisode HOUSE CALL wird hier kaum harter Stoff gezeigt. Demzufolge dürfte es die Anthologie hierzulande sehr leicht haben mit einer Freigabe. Man kann jetzt schon sagen, dass MONSTERLAND bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet sein wird.
 
 
 


 
 
 

MONSTERLAND – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken & Poster liegen bei RLJ Entertainment | Dread Central)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Holidays – Surviving Them Is Hell (2016)
 
V/H/S 2 (2013)
 
V/H/S 3 – Viral (2014)
 
Still 2 (2014)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
5 Senses of Fear (2013)
 
Phobia 2 (2009)
 
Sanitarium (2013)
 
Scary or Die (2012)


Filmkritik: „Bloodsucking Bastards“ (2015)

bloodsucking-bastards-2011
 
 
 

BLOODSUCKING BASTARDS

Story

 
 
 
Die Mitarbeiter eine Firma sehen sich mit Vampiren konfrontiert, gegen die man sich blutig zu wehren weiß.
 
 
 


 
 
 

BLOODSUCKING BASTARDS – Kritik

 
 
 
Wie wäre das schön, wenn es Mitarbeiter geben würde, die 24 Stunden am Tag im Büro sitzen, um ohne Pause am Schreibtisch schaffen zu können. Effektives Arbeiten wird im Horrorspass BLOODSUCKING BASTARDS neu definiert. In diesem Film wird der Traum eines jeden Arbeitgebers zur blutigen Realität, denn wie der doppeldeutige Titel bereits vermuten lässt, sind hier gewinnorientierte Firmenbosse und hungrige Vampire am Werk. Letztere suchen eine Firma heim, um verhindern zu können, dass ein marodes Unternehmen roten Zahlen schreibt. Der neue Kurs ist denkbar einfach. Mitarbeiter sollen in Blutsauger verwandelt werden, um ganztags in abgedunkelten Büroräumen den schönen Dingen des Lebens nachgehen zu können: dem Geldverdienen.
 
 
bloodsucking-bastards-bild3
 
 
So wird der Zuschauer in den Büroalltag des überarbeiteten Evan (FRAN KRANZ aus CABIN IN THE WOODS) entführt, dessen Leben momentan so gar nicht nach Plan verlaufen will. Nicht nur, dass er sich mit Beziehungsproblemen umherschlagen muss; auch der erhoffte Managerposten wird ihm kurzerhand vor der Nase weggeschnappt. Jugendfeind Max (PEDRO PASCAL) wird für die neue Stelle besetzt und macht dem Verkaufsteam (darunter diverse Gesichter der Comedy-Gruppe DR. GOD) das Leben schwer. Leider stellt das Ekelpaket das kleinere Übel dar, denn immer mehr Büromitarbeiter verwandeln sich plötzlich in blutgierige Vampire. Für Evan kein Grund zur Sorge. Zusammen mit den Kollegen sucht er nach Antworten und nimmt den Kampf gegen Horden aggressiver Blutsauger auf, die sich jedoch kreativ zu wehren wissen.
 
 
bloodsucking-bastards-bild2
 
 
Ein im wahrsten Sinne des Wortes bissiger Spaß, der sich zu keiner Zeit ernst nimmt. Regisseur BRIAN JAMES O’CONNELL macht’s mit Hilfe sarkastischem Humors, abgedrehten Antihelden und jeder Menge Kunstblut. Ein mittlerweile gängiger Mix, der seit einigen Jahren vor allem in Spoof-Komödien wie der SCARY MOVIE-Reihe oder TUCKER AND DALE VS. EVIL gern Verwendung findet. BLOODSUCKING BASTARDS steht genannten Horrorkomödien in nichts nach und mixt Horror mit teils zynischen Wortgefechten, die kein Augen trocken lassen. Doch dazu nicht genug. Diese Vampirkomödie ist nicht nur blutig und witzig – BRIAN JAMES O’CONNELL teilt auch kräftig aus. So wird hier die Profitgeilheit mancher Arbeitgeber auf die Spitze getrieben, die meinen müssten Angestellte wie Sklaven rund um die Uhr schuften zu lassen – koste es was es wolle. Dass deren fragwürdige Prozeduren im Film auf die Schippe genommen werden, ist vor allem den Drehbuchschreibern zu schulden. Untern den Autoren gesellen sich nämlich auch die Mitglieder des Comedy-Trupps DR. GOD, von denen sich einige sogar im Film blicken lassen. Die bekannten Spaßmacher aus Los Angeles haben sich vor allem einem Namen durch die Entwicklung diverse Formate auf Sendern wie CARTOON NETWORK, FOX oder NICKELODEON gemacht und sind in Übersee durch Auftritte auf COMEDY CENTRAL, MTV und VH1 einem Millionenpublikum bekannt. Im Falle von BLOODSUCKING BASTARDS eine positive Bereicherung, die den Film – trotz mühsamen Start – zum bitterbösen Gagfeuerwerk verhilft. Der Witzgehalt bleibt konstant hoch und gipfelt in einem blutroten Finale, das sogar Fans der groben Unterhaltung zufriedenstellen dürfte. Wenn das mal keine guten Aussichten sind.
 
 
bloodsucking-bastards-bild1
 
 


 
 
 

BLOODSUCKING BASTARDS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Von faulen Angestellten und egozentrischen Abteilungsleitern, die nicht anderes im Sinn haben, als über Leichen zu gehen. BLOODSUCKING BASTARDS ist die blutreiche Spielfilmversion des Comedy-Hits ALLES ROUTINE – nur mit Vampiren. Die funktionieren unmotivierte Angestellte in allseits bereite Arbeitssklaven um, damit das Unternehmen schwarze Zahlen schreiben kann. Humor vs. Blut lautet die Devise, denn von genannten Zutaten wird viel Gebrauch gemacht. Der gegensätzliche Mix macht BLOODSUCKING BASTARDS einzigartig, denn Blut- und Gaggehalt halten sich die Waage und sorgen für gute Laune – und das sogar den gesamten Film über. Wer ein Faible für zynische Horrorkomödien besitzt, die sich alles andere als ernst nehmen, sollte unbedingt einen Blick wagen, schließlich stecken hinter BLOODSUCKING BASTARDS einige der bewandertsten Humor-Experten Amerikas: Das Team von Dr. GOD.
 
 


 
 
 

BLOODSUCKING BASTARDS – Zensur

 
 
 
Im Finale von BLOODSUCKING BASTARDS geht es mächtig zur Sache. Vampire explodieren, Schädeldecken werden mit Büromaterialien eingeschlagen und das Blut fließt zeigefreudig über die Mattscheibe. Weil sich der Film zu keine Minute bierernst nimmt, dürfte auch die FSK keine Probleme mit den gezeigten Splatterszenen besitzen. Man darf von einer FSK16 ausgehen.
 
 


 
 
 

BLOODSUCKING BASTARDS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
5 Zimmer Küche Sarg (2014)
 
Therapie für einen Vampir (2014)
 
Cooties (2014)
 
American Burger (2014)
 
Stalled (2013)
 
Fright Night – Die rabenschwarze Nacht (1985)
 
Lesbian Vampire Killers (2009)
 
Suck – Bis(s) zum Erfolg! (2009)
 


Filmkritik: „Therapie für einen Vampir“ (2014)

therapie-fuer-einen-vampir
 
 
 

THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR

Story

 
 
 
Wien in den frühen 30ern. Graf Geza von Közsnöm (Tobias Moretti) ist unzufrieden. Der betagte Vampir verbringt die meiste Zeit in seinem Palais und versucht, seiner Gattin Elsa (Jeanette Hain) aus dem Weg zu gehen. Auch das Jagen von frischem Menschenblut hat er lange aufgegeben und lässt sich seine Mahlzeiten inzwischen von seinem Chauffeur abzapfen. Neue Impulse müssen her, und wo kann man sich diese besser organisieren als bei Dr. Sigmund Freud (Karl Fischer)? Der Besuch beim berühmten Psychoanalytiker lässt die Wege des Grafen mit denen des jungen Malers Viktor (Dominic Oley) kreuzen, der seinerseits Probleme mit seinem Liebling Lucy (Cornelia Ivancan) hat. Zwischen den ungleichen Paaren entwickelt sich eine Reihe von Konflikten, die die österreichische Hauptstadt zum Beben bringen.
 
 
 


 
 
 

THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Kritik

 
 
 
Nachdem der neuseeländische „5 Zimmer Küche Sarg“ das Genre der Vampir-Komödie eröffnet und die Messlatte gehörig hoch gelegt hat, standen die Vorzeichen für die deutsch-österreichische Produktion „Therapie für einen Vampir“ nicht besonders gut. Immerhin griffen die Kreativköpfe der letztjährigen Komödie reichlich tief in die Mythologie der Blutsauger und lieferten ein Gag-Feuerwerk der Extraklasse ab. Für etwas Hoffnung sorgt die Tatsache, dass man sich hier nicht mit den allnächtlichen Komplikationen der Vampire auseinandersetzt, sondern mit der profunden Ennui, die ein unsterbliches Leben mit sich bringt.
 
 
therapie-fuer-einen-vampir-bild-3
 
 
Tatsächlich geht das Rezept des Autors und Regisseurs David Rühm auf. Seine Besetzung des würdevollen Grafen mit Ex-Hundekommissar Tobias Moretti ist außerordentlich gut getroffen und Moretti versprüht die noble Aura des alteingesessenen Vampirs sehr gut. Auch die übrigen Rollen, allen voran die exzentrische Gräfin Elsa und das mehrfache Objekt der Begierde Lucy sind gut verteilt und ihre Darsteller liefern überzeugende Leistungen ab. Ungewöhnlich für eine leichte Komödie wie diese ist die Tatsache, dass in „Therapie für einen Vampir“ eine beachtliche Menge an Handlungssträngen verfolgt wird, ohne dass der Film unübersichtlich wird. Neben dem Beziehungsstress des sterblichen Paares bekommen wir die Besessenheit des Grafen mit einer Verflossenen oder die Krise einer Gräfin, die sich nicht an ihr eigenes Antlitz erinnern kann, mit.
 
 
therapie-fuer-einen-vampir-bild-1
 
 
Die vielschichtige Handlung findet im Wien der Vergangenheit eine sehr stimmige Kulisse. In den nebligen Gassen und edel anmutenden Plätzen der Stadt entfaltet sich eine schaurig-komische Stimmung, die die Vampir-Thematik ideal und treffend unterstreicht. Auch vor dem wichtigen Einsatz von Kunstblut scheut David Rühm nicht zurück und würzt den Auftritt seiner nächtlichen Kreaturen mit einer angemessenen Menge des roten Lebenssaftes.
 
 


 
 
 

THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Wer sich vor einer deutsch produzierten Vampirkomödie scheut und ein mittelmäßig produziertes Werk erwartet, ist im Unrecht. „Therapie für einen Vampir“ ist eine kurzweilige Jagd durch das nächtliche Wien, gespickt mit gut aufgelegten Schauspielern, einer einfallsreichen Handlung, schönen Bildern und muss sich vor internationalen Genrekollegen keinesfalls verstecken.
 
 


 
 
 

THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Zensur

 
 
 
Einige Szenen verfügen zwar über großzügigen Einsatz von Kunstblut, dennoch verliert der Film nie seine Identität als gutmütige Komödie. Eine Jugendfreigabe schien daher sicher. THERPIE FÜR EINEN VAMPIR hat in Deutschland eine Freigabe ab 12 erhalten und ist trotz niedriger FSK-Einstufung ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
therapie-fuer-einen-vampir-bluray

(c) MFA Film Distribution

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Therapie für einen Vampir; Österreich / Schweiz 2014

Genre: Komödie, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch (Hörfilmfassung) DD 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 1.85:1 (1080p) | @50 Hz

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: FSK 12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Making Of, Behind the scenes-Clips, Trailer, Trailershow

Release-Termin: 03.11.2015

 

Therapie für einen Vampir [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei MFA Film Distribution

 
 
 
Ähnche Filme:
 
5 Zimmer Küche Sarg (2014)
 
Fright Night – Die rabenschwarze Nacht (1985)
 
Dracula – Tot aber glücklich (1995)
 


Filmkritik: „5 Zimmer Küche Sarg“ (2014)

5-zimmer-kueche-sarg-2014
 
 
 

5 ZIMMER KÜCHE SARG

(WHAT WE DO IN THE SHADOWS)

Story

 
 
 
Außerhalb des Neuseeländer Städtchens Wellington steht eine uralte und charmante Villa. Darin wohnen vier ebenso uralte und charmante Bewohner, die zusammen mehrere Tausend Jahre auf dem Buckel haben. Viago (Taika Waititi), Vladislav (Jemaine Clement), Deacon (Jonny Brugh) und Petyr (Ben Fransham) sind Vampire leben in einer Vampir-WG, die sich neben den alltäglichen Reibungen des Zusammenlebens auch einigen sehr speziellen Herausforderungen stellen muss. Ein Kamerateam begleitet sie über einige Monate und fängt dabei die Geflogenheiten der Blutsauger ein. In der Vorbereitung auf das große Event des Jahres, einem Maskenball für Zombies, Hexen, Vampire und dergleichen, müssen Viago und Co. sich unter Anderem mit Neuzugängen in der WG, sterblichem Besuch und natürlich dem allgegenwärtigen Blutdurst beschäftigen.
 
 
 


 
 
 

5 ZIMMER KÜCHE SARG – Kritik

 
 
 
Von all den klassischen Monstern der menschlichen (und filmischen) Geschichte ist der Vampir wohl der präsenteste Vertreter. In unzähligen Romanen und Filmen haben sich Geschichtenerzähler mit dem Reiz der Unsterblichkeit befasst und das mythische Ungeheuer zu einem oft gesehenen Gast der Popkultur gemacht. Interpretiert wurden Vampir-Stories bislang als Horrorfilme, Dramen und zuletzt zur großen Aufregung von Genrefans auch als minderwertiger Kitsch für pubertierende Frauen. Aus Neuseeland gesellt sich jetzt eine Komödie dazu, geschrieben und gedreht von Taika Waititi und Jemaine Clement, die außerdem zwei der Hauptrollen übernehmen.
 
 
5-zimmer-kueche-sarg-bild-1
 
 
Wer denkt, dass „5 Zimmer Küche Sarg“ bloß ein weiterer Versuch ist, aus dem allmählich abnehmenden Hype um den Vampir Profit zu schlagen, ist auf der falschen Fährte. Spätestens mit Einsetzen des Vorspanns zeigt sich, dass Waititi und Clement nicht nur mit Grips, sondern auch mit viel Liebe und Sorgfalt ans Werk gegangen sind. Mit viel kreativer Energie widmen sie sich ihren blutsaugenden Charakteren und deren Hintergrund. Dabei wird kaum ein Vampirklischee ausgelassen und mit viel Witz in die WG-Thematik integriert. Von Disputen über blutiges Geschirr, das seit fünf Jahren in der Spüle liegt bis hin zum fehlenden Spiegelbild, das die Suche eines Outfits für die anstehende Partynacht verkompliziert. Ist die Clique erst im Nachtleben von Wellington angekommen, stehen sie vor einer weiteren Herausforderung. Um einen Nachtclub zu betreten, müssen sie selbstverständlich hereingebeten werden. „5 Zimmer Küche Sarg“ ist voll von derartigen Situationen, die nicht nur Vampirfreunde zum Lachen bringen. Die gründliche Charakterisierung der Protagonisten geht sogar so weit, dass sie neben den Akzenten, die ihrer Herkunft und ihrem Alter entsprechen, auch Verhaltensweisen an den Tag legen, die seit dem Mittelalter antiquiert sind.
 
 
5-zimmer-kueche-sarg-bild-3
 
 
Neben all dem Humor ist es bewundernswert, dass Waititi und Clement in ihrem kurzen, knackigen Film Platz für überraschend tiefgründige Momente in Form von Konfrontationen mit der Außenwelt oder sogar einer verlorenen Liebe finden. Zu keiner Zeit legt „5 Zimmer Küche Sarg“ jedoch seinen geradezu unglaublichen Charme ab, der zeitweise an Unschuld grenzt.
 
 
5-zimmer-kueche-sarg-bild-2
 
 
 


 
 
 

5 ZIMMER KÜCHE SARG – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
Den Neuseeländern Taika Waititi und Jemaine Clement ist mit „5 Zimmer Küche Sarg“ eine Vampirkomödie gelungen, die rundum punkten kann. Nicht nur legen sie einen großen Respekt für das viel geschundene Wesen Vampir an den Tag, sie kombinieren die Jahrtausende alte Mythologie des Blutsaugers mit einer modernen Kulisse. Das Ergebnis ist ein origineller, kreativer und extrem witziger Film, der über viele Jahre hinweg das Maß für die humorvolle Aufarbeitung klassischer Monster sein wird.
 
 
 


 
 
 

5 ZIMMER KÜCHE SARG – Zensur

 
 
 
In Deutschland erscheint „5 Zimmer Küche Sarg“ mit einer Freigabe ab 12 Jahren. Obwohl er auch die eine oder andere blutige Szene zu bieten hat, wird der Film von einem leichten, verspielten Grundton beherrscht, der eine höhere Freigabe unnötig macht.
 
 
 


 
 
 

5 ZIMMER KÜCHE SARG – Deutsche Blu-ray

 
 
 
5-zimmer-kueche-sarg-bluray

(c) Weltkino

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: What We Do in the Shadows; Neuseeland 2014

Genre: Komödie, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK 12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: 12-seitiges Booklet, 12 Bonusvideos: Der Original Kurzfilm von 2005, Behind the Shadows, Deacons Erotiktanz, Stus Büro-Homestory, Jackie, die Vertraute, Viago singt, Vlad malt, Vlad der Dichter, Nachtzahnarzt, Die mit den Werwölfen tanzen, What We Do in Transylvania, What We Do in Berlin, 12 Deleted Scenes, Trailer, Frag einen deutschen Kiwi, Fanplakate (Diashow)
Vampir Fotoalbum (Diashow)

Release-Termin: 05.06.2015

 

5 Zimmer Küche Sarg [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

5 ZIMMER KÜCHE SARG – Trailer

 
 

 
 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Weltkino

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Housebound (2014)
 
Tucker & Dale vs. Evil (2010)
 
Eagle vs Shark (2007)
 


Filmkritik: „The Stranger“ (2014)

the-stranger-2014-poster
 
 
 

ELI ROTH PRÄSENTIERT THE STRANGER

(EL EXTRANJERO)

Story

 
 
 
Als der mysteriöse Martin in ein kleines Städtchen einkehrt, entfacht er mit seiner Anwesenheit eine grausame Kette furchtbarer Gewalt.
 
 
 


 
 
 

THE STRANGER – Kritik

 
 
 
Wenn HOSTEL- und CABIN FEVER-Macher ELI ROTH Filme dreht, dann sind viele Horrorfans nicht sonderlich darüber erfreut. Seit jeher gelingt es dem amerikanischen Regisseur mit seinen Werken zu polarisieren und die Fangemeinde in zwei Lager zu spalten. Das ist auch kein Wunder, denn Roths Filme fallen immer wieder durch trivialen Humor in Kombination mit plakativer Gewalt und hanebüchenen Geschichten negativ auf. Trotz viel Kritik an seinem bisherigen Schaffen muss man ELI ROTH an dieser Stelle auch einmal Lob aussprechen. Statt immer nur Schlamassel zu drehen ist er stets daran interessiert noch unbekannte und junge Regisseure zu unterstützen, damit die ihre filmischen Visionen auf Zelluloid bannen können, um sie einem interessierten Publikum zugänglich zu machen. Auch im Falle des chilenischen Horrordramas THE STRANGER hatte der gewalterprobte und kontroverse Regisseur seine Finger im Spiel. Diesmal fungierte er jedoch ausschließlich als Produzent und überlies dem uruguayischen Newcomer GUILLERMO AMOEDO das Regiezepter, der bereits schon an Drehbüchern zu Roth-Streifen wie KNOCK KNOCK (2015), THE GREEN INFERNO (2013) und dem miserablen AFTERSHOCK (2012) tüftelte. Auch für THE STRANGER schrieb er das Drehbuch, konnte es letztendlich mit kleinem Budget endlich auch einmal selbst für die Leinwand adaptieren. Ganz nebenbei ist im dabei das Kunststück gelungen seinen spendablen Geldgeber in den Schatten zu stellen, kann THE STRANGER nämlich als wohl bester Horrorfilm bezeichnet werden, an dem Roth bisher in irgendeiner Weise beteiligt gewesen ist.
 
 
the-stranger-2014-bild-1
 
 
Die Idee zum Film kam Amoedo, als er sich selbst ein Urteil über das hochgelobte Vampirdrama LET THE RIGHT ONE IN machen wollte. Der Regisseur erklärte in einem Interview, dass er kein großer Fan des klassischen Blutsauger-Genres ist. Dennoch gefiel ihm jene charakterstarke Richtung, die der Film einschlug und entschied kurzerhand selbst an einer tiefgründigen Vampirgeschichte zu schreiben, in der das Zwischenmenschliche ausführlich untersucht werden sollte.
 
 
the-stranger-2014-bild-2
 
 
THE STRANGER erzählt die Geschichte des mysteriösen Martin (CRISTÓBAL TAPIA MONTT), der auf seiner Suche nach Frau Ana in ein kleines Städtchen einkehrt und in eine Begegnung mit Folgen involviert wird. Im Ort herrscht ein rauher Ton und die Bewohner der Stadt leiden unter der harten Hand des korrupten Polizisten De Luca (LUIS GNECCO). Dessen Sohn ist über die Ankunft des Fremden nicht sonderlich erfreut und lässt Fäuste sprechen. Was folgt ist nicht sonderlich gastfreundlich: Martin wird brutal zusammengeschlagen und eigenhändig vom Polizist De Luca im Wald verscharrt. Leider wird die grausame Tat vom pubertierenden Graffiti-Künstler Peter (NICOLÁS DURÁN) beobachtet. Der gräbt den Fremden aus und pflegt ihn zuhause gesund. Eine Rettung mit Folgen, denn die Täter sind über die Hilfsaktion nicht sonderlich erfreut. Um die Tat zu vertuschen und den guten Ruf zu bewahren, veranstalten sie eine Hetzjagd auf ihr Opfer unwissend, dass sie dadurch eine Kette der Gewalt in Gang setzen. Was niemand ahnt: Martin ist etwas anders und besitzt eine außergewöhnliche Gabe. Die gerät jedoch bald außer Kontrolle und hinterlässt eine blutige Spur der Verwüstung.
 
 
the-stranger-2014-bild-4
 
 
ELI ROTH scheint in Chile ein neues Zuhause gefunden zu haben, denn hier hat er viele der letzten Genre-Filme produzieren lassen. Nach Folterei, Kannibalen und Todesviren hetzt er diesmal Blutsauger auf den Zuschauer und lässt den Vampirmythos durch Regisseur GUILLERMO AMOEDO quasi rundum erneuern. THE STRANGER nimmt Abstand von klassischen Vampirfilmen in denen Fledermäuse, Knoblauch und spitze Eckzähne Gänsehaut bescheren. Vielmehr konzentriert sich Filmemacher GUILLERMO AMOEDO auf zwischenmenschliche Konflikte und berichtet in seiner emotionalen Geschichte von Liebe und Verlust, Familie und Zugehörigkeit sowie Gewalt und Erlösung. Die für dieses Subgenre bekannten Klischees kommen nur selten zum Tragen. Stattdessen betrachtet Amoedo die Blutsauger-Thematik aus einem ganz anderen Blickwinkel und macht sie nur zum Beiwerk. Eine gute Entscheidung, lebt THE STRANGER von der Prämisse, dass der Zuschauer lang darüber im Unklaren gelassen wird, welch finsteres Geheimnis Außenseiter Martin verbirgt und was ihn dazu veranlasst hat in einem kleinen Städtchen nach der Gattin zu suchen. Die andere Vorgehensweise ist löblich und macht THE STRANGER zum Geheimtipp für all jene, die einfach nicht mehr die immer gleichen Horrorgeschichten sehen können und wollen.
 
 
the-stranger-2014-bild-3
 
 


 
 
 

THE STRANGER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Mysteriös, geheimnisvoll und vollkommen anders: THE STRANGER ist einer der nennenswertesten Vampirfilme der letzten Jahre und der wohl beste Streifen, an dem HOSTEL-Regisseur ELI ROTH bisher beteiligt gewesen ist. Der Zuschauer bekommt hier eine ungewöhnliche Vampir-Rachegeschichte zu sehen, die den Blutsauger-Mythos aus einer ganz anderen Sicht betrachtet. Umso besser ist es, wenn man vorab nicht allzu viel über den gelungenen Horrorfilm in Erfahrung bringt, um sich die Spannung nicht nehmen zu lassen. Weit entfernt von traditionellem Vampir-Gruslern verteilt Regisseur GUILLERMO AMOEDO die klassischen Rollen von Gut und Böse neu und bringt in seinem selbst geschriebenen THE STRANGER einmal mehr zum Ausdruck, dass der Mensch selbst grausamer und unberechenbarer ist als jeder blutdurstige Vampir. Letzterer kann im Film ebenso als Metapher gesehen werden, um die abwertende und distanzierte Haltung des Menschen vor dem Unbekannten zu symbolisieren. Wer händeringend nach interessanten Horrorgeschichten sucht, sollte sich THE STRANGER nicht entgehen lassen. Auch wenn mit ELI ROTH als Produzenten auf dem Kinoplakat geworben wird – die blutige Handschrift des polarisierenden Foltermeisters sucht man in diesem Film vergebens. Wir meinen: Pflichtprogramm für Fans mutiger Indie-Horrorfilme fernab des Mainstreams.
 
 


 
 
 

THE STRANGER – Zensur

 
 
 
Die gezeigte Gewalt in THE STRANGER hält sich in Grenzen. Dennoch gibt es etwas Blut zu sehen. Neben angefressenen Hälsen und Tierkörpern, werden im Off Protagonisten bei lebendigem Leibe verbrannt. Der Film hat ungeschnitten eine Erwachsenenfreigabe von der FSK erhalten : Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

THE STRANGER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the-stranger-bluray

(c) Tiberius Film (normale Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: El extranjero; Chile 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Welcome to Chilewood (6:24 Min.), Kurzfilm „The Fourth Horseman“ (10:46 Min.), Bildergalerie, Trailer Deutsch & Englisch, Theatrical Trailer US & Chile, Trailershow

Release-Termin: 04.05.2016

 

The Stranger [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE STRANGER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen & Packshot liegen bei TIBERIUS FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
So finster die Nacht (2008)
 
Let Me In (2010)
 
Near Dark (1987)
 


Filmkritik: „From the Dark“ (2014)

from-the-dark-2014
 
 
 

FROM THE DARK

Story

 
 
 
Bei einer Abkürzung durch die irische Einöde bleibt das Auto im Schlamm stecken, so dass sich Sarah und Mark auf die Suche nach Hilfe begeben müssen und dabei auf eine Kreatur der Finsternis stoßen mit der nicht gut Kirschen essen ist …
 
 
 


 
 
 

FROM THE DARK – Kritik

 
 
 
CONOR MCMAHON ist zurück. Dem Horror-Publikum dürfte der Regisseur bereits mit dem unabhängigen Zombie-Streifen DEAD MEAT und dem schwarzhumorigen STITCHES – BÖSER CLOWN in Erinnerung geblieben sein. Letzterer erhielt von Zuschauern und Kritikern durchweg positives Feedback, was MCMAHON dazu anspornte auch weiterhin dem Genre treu zu bleiben. FROM THE DARK heißt sein neuer Streifen, der dem Filmfreund mit subtiler Machart Angst einjagen möchte. Bewirkt wird die mit ganz einfacher Rezeptur. Dunkelheit heißt die Quintessenz, die dem Film zum Erfolg verhelfen soll, gehört doch FROM THE DARK zu jenen Horrorfilmen, die nicht nur die Finsternis zum Thema machen, sondern bevorzugt im Dunkeln angeschaut werden sollten, um ihr gesamtes (Er)Schreckpotenzial entfalten zu können. Im Mittelpunkte des Schauertrips stehen Sarah (NIAMH ALGAR) und Mark (STEPHEN CROMWELL). Die irren durch das ländliches Irland und fahren über holprige Ackerpfade bis das Auto im Matsch stecken bleibt. Nun ist guter Rat teuer. Da der Handyempfang schlecht ist, versucht Mark in der Gegend nach Hilfe zu suchen. In der Ferne entdeckt er ein altes Bauernhaus, das bei näherer Betrachtung nicht sonderlich einladend eingerichtet ist. Darin macht er Bekanntschaft mit dem Hauseigentümer, der sich jedoch alles andere als normal verhält. Stunden zuvor hat der beim Torfstechen versehentlich eine geheimnisvolle Kreatur von ihren Fesseln befreit. Die geistert nun hungrig um die Hütte und beginnt die Durchreisenden zu jagen.
 
 
from-the-dark-bild1
 
 
Nach dem gelungenen STITCHES macht Macher CONOR MCMAHON einiges anders. Im Gegensatz zum bitterbösen Clown-Horror aus dem Jahre 2012 ist FROM THE DARK frei von Zynismus, Splatter und Ironie. Dafür liegt der Fokus auf Gänsehaut und Gruselatmosphäre. Letztere gelingt ganz gut, wenngleich die jedoch aus dem handzahmen FROM THE DARK keinen guten Horrorfilm macht. Das Problem liegt in der überschaubaren Handlung, die sich in knapp zwei Sätzen zusammenfassen lässt – aber einen ganzen Streifen füllen soll. Einer Herausforderung, die sich der Regisseur zwar stellt. Dennoch scheitert er an der mangelnden Substanz, die gerade mal Stoff für einen Kurzfilm liefert. FROM THE DARK ist ein solider Versuch dem Vampirfilm jenen Schrecken zurückzugeben, den das Blutsauger-Genre einst mit Filmen wie NOSFERATU – EINE SYMPHONIE DES GRAUENS (1922) und NOSFERATU – DAS PHANTOM DER NACHT (1979) eingeflößt hat. CONOR MCMAHON distanziert sich bewusst von der mittlerweile gängigen Romantisierung des Vampirs. Seine Kreatur will nicht verführen und beißen, sie will terrorisieren und zerfetzen. Mit reichlich Make-up ist ein wenig Kunstblut gelingt die Wandlung von der facettenreichen Figur des Draculas hin zur hirnlosen Tötungsmaschine ganz gut – auch wenn sich die lichtscheue Kreatur nur selten vor der Kamera zeigen möchte.
 
 
from-the-dark-bild2
 
 
FROM THE DARK ist ein zweischneidiges Schwert. Nach einer atmosphärisch dichten, ersten Hälfte erlebt der Streifen eine Talfahrt. Nachdem die Durchreisenden sich in einem Haus vor einem jahrhundertealten Nackenbeißer in Sicherheit gebracht haben, verliert FROM THE DARK den Spannungsbogen aus den Augen. Sarah flüchtet im Lichtschein der Öllampe die Treppe hinauf, Sarah flüchtet im Lichtschein die Treppe hinunter, Sarah flüchtet im Lichtschein nach draußen, um anschließend im oberen Stockwerke der Hütte nach dem rechten zu sehen. Sonderlich packend ist die Aneinanderreihung von immer wieder gleichen Szenen nicht, auch wenn stets ein blutsaugendes Wesen durch die Nacht huscht, das in den gruseligsten Momenten eine gewisse Ähnlichkeit mit den von MAX SCHRECK verkörperten Nosferatu an den Tag legt. Leider wirkt in FROM THE DARK vieles konstruiert, um die kaum vorhandene Handlung künstlich vorantreiben zu können. Dass da ach die obligatorischen Horror-Klischees nicht fehlen dürfen ärgert, weil den beiden Hauptfiguren auch in diesem Film Dinge widerfahren müssen, die wohl nur Protagonisten in Horrorfilmen zustoßen können. Dass beim Überlebenskampf mehrmals hingepurzelt werden muss und die Heldin während ihrer Flucht vor dem Bösen versehentlich in einen spitzen Gegenstand springt verdeutlicht, dass man wohl mehr um gruselige Atmosphäre bemüht gewesen ist, statt die nicht gerade innovative Geschichte um frische Ideen zu bereichern. Immerhin bedient sich Regisseur CONOR MCMAHON des Öfteren alten Taschenspielertricks. Mit einem effektiven Spiel aus Licht und Dunkelheit hält er den Zuschauer bei Laune und lässt Protagonistin Sarah verzweifelt mit Lampen, Kerzen und Scheinwerfern durch dunkle Flure, Sümpfe und Felder irren, damit sie sich ein lichtscheues Wesen vom Hals halten kann. An gruseligen und unheilvollen Momenten wird nicht gespart. Meist ist die Flüchtende nur vom Lichtpegel umgeben und kämpft sich Schritt für Schritt durch endlose Dunkelheit. Bei einem derart sparsamen Einsatz von Beleuchtung werden Erinnerungen an SILENT HILL geweckt. Die Leinwandadaption des Videospiels bediente sich ähnlichen Mechanismen, wurde aber weitaus raffinierter und trickreicher in Szene gesetzt, als der teils äußerst zähe FROM THE DARK. Daher: Durchschnittlicher Kreaturen-Heuler mit guten Ansätzen, aber wenig Story.
 
 
 


 
 
 

FROM THE DARK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Wer Angst vor der Dunkelheit hat, sollte diesen Film möglichst meiden. FROM THE DARK macht die Finsternis zum Thema eines Gruselausflugs, in dem es oftmals so düster ist, dass man kaum die Hand vor Augen sieht. Demzufolge entfaltet der Streifen auch nur dann seine maximale Wirkung, wenn es auch im Heimkino so richtig dunkel ist. Regisseur CONOR MCMAHON versucht mit seinem Horror-Abenteuer den ursprünglich furchterregenden Vampir-Mythos erneut aufleben zu lassen. Schluss mit zivilisierten und romantisierten Blutsaugern. In FROM THE DARK werden Vampire nicht vermenschlicht, sondern zu reißerischen Bestien der Nacht deklariert. Die Stimmung passt und Gänsehaut ist vorprogrammiert. Leider macht die vorhersehbare Handlung Sorgen, die sich in knapp zwei Sätzen zusammenfassen lässt. FROM THE DARK ist ein durchschnittlicher Kreaturen-Heuler mit vielen stimmigen Grusel- und deftigen Schreckmomenten. Die Ansätze sind gut, wenngleich die zweite Filmhälfte aufgrund mangelnder Ideen kaum der Rede wert ist, weil die Spannung fehlt.
 
 
 


 
 
 

FROM THE DARK – Zensur

 
 
 
FROM THE DARK ist ein eher subtiler Horrorfilm. Ein Bein wird aufgerissen, ein Finger mit einem Schraubendreher abgetrennt und zwei Protagonisten lösen sich in Staub auf. Das ist alles nicht sonderlich grausam, so dass FROM THE DARK bereits für 16-jährige geeignet sein dürfte.
 
 
 


 
 
 

FROM THE DARK – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens (1922)
 
Nosferatu – Phantom der Nacht (1979)
 
Shadow of the Vampire (2000)
 
Stephen King’s The Night Flier (1997)
 
Silent Hill: Revelation (2012)
 


Filmkritik: „Daughter of Darkness“ (1990)

daughter-of-darkness-1990
 
 
 

DAUGHTER OF DARKNESS

Story

 
 
 
Cathy wird in ihrer amerikanischen Normalo-Heimat von fiesen Albträumen gepiesackt. Immer wieder deutet man ihr im Schlaf an, sich nach Rumänien abzusetzen, von wo ihr Vater, der allerdings schon vor Jahren verschütt’ gegangen ist, stammt. Im gerade nicht mehr kommunistischen Ostblock gelandet, macht die Touristin Bekanntschaft mit de Handwerksmeister Anton, einem alten Freund ihres Vaters. Dieser Anton kann ihr auch von den mysteriösen Umständen um das Verschwinden ihres alten Herrn erzählen. Es macht den Eindruck, dass ihre Familie sehr eng und sehr übernatürlich mit dem transsylvanischen Landstrich verbunden ist…
 
 
 


 
 
 

DAUGHTER OF DARKNESS – Kritik

 
 
 
Nachdem auch in Rumänien die Sache mit dem Sozialismus an der Idiotie ihrer Vorbeter ein Ende gefunden hatte, zog es immer wieder Filmteams in die immerhin historisch relevanten Höhen Transsylvaniens, wo man in heruntergewirtschafteten Studios oder authentischen Außenlocations für fast nüscht drehen konnte. Das ist bis heute so, auch wenn inzwischen eher ehemalige Action-Stars wie Wesley Snipes oder Steven Seagal im alten Ostblock herumpurzeln. Anfang der Neunziger waren es aber die Horror-Filmer, jemand wie Charles Band etwa hatte eine gute Chemie mit der Gegend und konnte für seine Full Moon Studios manchen annehmbaren Kleinfilm verwirklichen. DAUGHTER OF DARKNESS allerdings ist mit Stuart Gordon von jemandem gedreht, der eigentlich mehr kann. Oder können sollte. Es sei denn, man gibt sich dem ernüchternden Gedanken hin, dass die großen und stilbildenden Arbeiten Gordons eher Glückstreffer gewesen sein könnten. Filme wie dieser lassen einen die Qualitäten eines RE-ANIMATOR fast als nie gesehen erscheinen. Schade,gibt aber mehr große Regisseursnamen, die unter diesem Syndrom leiden. Tobe Hooper, anyone?
 
 
daughter-of-darkness-1
 
 
Schön reißerisch nach altem Schlag kommt die Tagline auf dem DVD-Cover der MARITIM PICTURES-Scheibe daher: „Unheimlich…mysteriös…lebensgefährlich“ Um den großen amerikanischen Z-Film-Produzenten David F. Friedman zu zitieren, wird hier definitiv einmal mehr das Brutzeln verkauft und nicht das Steak. Die mehrfache Bezugnahme auf Hitchcocks PSYCHO, vermutlich aufgrund der Anwesenheit des armen Anthony Perkins kurz vorm Elendstod durch AIDS, ist allerdings fast strafenswert. In der Hauptrolle aber Mia Sara. Die richtig hübsche Eighties-Braut aus FERRIS MACHT BLAU und diversen weniger erfolgreichen Filmen im Anschluss, huscht durch so etwas wie eine verlängerte GESCHICHTE AUS DER GRUFT und findet genauso wenig Spannung oder Horrorwert wie der geneigte Zuschauer im Besitz der Scheibe hier. Wirklich schöner Bonus der erhältlichen DVD von MARITIM PICTURES, wenn auch mehr für die Mühe als für den Inhalt, ist die draufgepackte deutsche Videofassung, die ein paar andere Schnitte bringt und zwei Minütchen länger läuft.
 
 
 


 
 
 

DAUGHTER OF DARKNESS – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
DAUGHTER OF DARKNESS ist ein Vorreiter der vielen in Rumänien gedrehten Billig-Horrorreißer der Neunziger. Für sehr wenig Geld in den Nachwehen eines zusammenklappenden Systems gedreht, was man einem eigentlich auf Stimmungen und Atmosphäre bauenden Grusler leider zu jedem Zeitpunkt ansieht. Hier gilt trotz der Regie Stuart Gordons das Prädikat „für Wahllose oder Komplettisten“.
 
 
 


 
 
 

DAUGHTER OF DARKNESS – Zensur

 
 
 
Bereits bei seiner Ersterscheinung auf Videoband war DAUGHTER OF DARKNESS ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Auch die nun erhältliche DVD ist komplett – kein Wunder, viel Gewalt gibt es nicht zu sehen.
 
 
 


 
 
 

DAUGHTER OF DARKNESS – Deutsche DVD

 
 
 
daughter-of-darkness-dvd

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Daughter of Darkness; USA 1990

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray, FSK-freies Wendecover mit alternativem Design

Extras: Deutsche Videofassung (89 Minuten)

Release-Termin: 24.11.2014

 
 
Die erhältliche DVD besitzt zwei Filmfassung. Der Hauptfilm entspricht der amerikanischen TV-Version, welche um ein paar Blut- und Nacktszenen erleichtert wurde. Als Bonusmaterial ist die ungeschnittene deutsche Videoversion auf der Scheibe enthalten, die aber bildtechnische etwas schlechter ist. Hierbei handelt es sich wohl um einen VHS-Rip. Zwar bedauerlich aber dennoch eine nette Dreingabe des Rechteinhabers.
 
 

Daughter of Darkness (DVD) ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DAUGHTER OF DARKNESS – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bloody Marie – Eine Frau mit Biß (1992)
 
The Lost Boys (1987)
 
Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis (1987)
 


Filmkritik: „Tom Holland’s Twisted Tales“ (2013)

Tom-Hollands-Twisted-Tales
 
 
 

TOM HOLLAND’S TWISTED TALES

Story

 
 
 
Altmeister TOM HOLLAND präsentiert neun Geschichten, kurz und reich an Wendungen, die von allerlei Horror-Kram erzählen …
 
 
 


 
 
 

TOM HOLLAND’S TWISTED TALES – Kritik

 
 
 
Produzent, Autor, Regisseur und Schauspieler TOM HOLLAND tut es dem Crypt Keeper aus der kultigen TALES FROM THE CRYPT-Reihe gleich. Als makabrer Geschichtenerzähler lässt er nämlich seine eigene Web-Serie auf die Horrorgemeinde los, die nun als TOM HOLLAND’S TWISTED TALES fürs Heimkinomedium gepresst wurde und unter die Leute gebracht werden soll, schließlich sind Horror-Anthologien derzeit so gefragt wie schon lange nicht mehr. In neun mehr oder weniger brauchbaren Kurzgeschichten findet all jenes Verwendung, was im gegenwärtigen Horrorfilm seine Runden dreht. Ob Racheplot, Vampirgurke oder der Deal mit dem Teufel – HOLLAND persönlich hat sich zu knapp 140 Minuten Horror-Trash hinreisen lassen, der zwar zwischenzeitlich ganz gut unterhält, aber kaum Tiefgang bietet. Ursprünglich war das Projekt als Web-Serie für die Horrorseite FEARnet angedacht, was dann auch erklärt, warum TOM HOLLAND’S TWISTED TALES so verdammt kostengünstig ausschaut. Viel Geld war nicht vorhanden, so dass das Resultat nicht einmal ansatzweise den Standards aktueller TV-Serien entspricht. Dennoch hat es HOLLAND irgendwie geschafft, eine Elite der Genre-Schauspielerschaft um sich zu scharen, damit sein Projekt beim Anhänger makabrer Unterhaltung auf möglichst breite Aufmerksamkeit stößt. Neben HALLOWEEN-Sternchen DANIELLE HARRIS, die immer mal wieder selbst in unterirdischem Horror-Abfall vorbeischaut, bekommt der Zuschauer sogar I SPIT ON YOUR GRAVE-Opfer SARAH BUTLER und MAY-Darstellerin ANGELA BETTIS vor die Linse, die die teils etwas unausgereiften Geschichten erträglich halten. Letztere hatte Glück. BETTIS hat sich die Hauptrolle der wohl besten Episode der gesamten Grusel-Sammlung ergattert. In SHOCKWAVE muss sie gemeinsam mit Lover, Haushälterin und Freunden ums Überleben bangen. Eine elektromagnetische Schockwelle rast auf Los Angeles zu und weckt den Überlebenswillen jedes Einzelnen. Ein Schutzraum soll Unterschlupf bieten; darin ist aber nur Platz für zwei. Am Ende der Geschichte wird der Zuschauer mit harscher Gesellschaftskritik und bitterbösem Schluss-Gag konfrontiert, den man so nicht kommen gesehen hat.
 
Ebenso bitterböse enden die Episoden im übrigen samt und sonders. Denn wie der Titel der Anthologie bereits verrät, handelt es sich hier um twistreiche Segmente, die zumeist mit zynischem Abschluss an die beliebte TALES FROM THE CRYPT-Serie erinnern. Für die hatte HOLLAND bereits in den 90ern drei Folgen beigesteuert, bevor sich der Regisseur endgültig aus der Kinolandschaft verabschiedet hat. Leider hat sich der Filmemacher mit seinem unfreiwilligen Leinwand-Ende auch von filmischer Qualität verabschiedet. Vorbei die Zeiten, als HOLLAND Horrorfanherzen im Sturm erobern konnte. Fast dreißig Jahre nach grandiosen Kultwerken wie EINE RABENSCHWARZE NACHT – FRIGHT NIGHT (1985) und CHUCKY – DIE MÖRDERPUPPE (1988) geht er den gleichen Weg, wie viele einst gefragte Altmeister des modernen Horrorkinos. Statt im Kino das Fürchten zu lehren, verdient man sich das Geld mit bedeutungsloser Low-Budget-Massenware. Denn was in den 80ern noch gut angenommen wurde, entlockt Kids von heute nur noch ein müdes Lächeln. Auch HOLLAND’S TWISTED TALES fühlt sich wie Horror aus einer längst vergessenen Zeit an. Der gut gemeinten Hommage an TWILIGT ZONE und TALES FROM THE CRYPT fehlt es an frischen und vor allem zeitgemäßen Ideen. Viele der hastig heruntergedrehten Kurzgeschichten erinnern in ihrer billig wirkenden Inszenierung an schlimmstes VHS-Futter, das dem Filmfreund zu Hochzeiten des Video-Booms in den Videotheken angedreht wurde. Weitaus erschreckender sind jedoch all die minderwertigen CGI-Effekte, für deren dilettantische Umsetzung sich kaum Worte finden lassen. Immerhin sind Horror-Junkies die wohl fehlertolerantesten Fans der Welt. Auch wenn TOM HOLLAND’S TWISTED TALES weit weg ist von perfekter Samstagabendunterhaltung wird auch dieser Billig-Trash seine Liebhaber finden. Im direkten Vergleich zu den üblichen Anthologie-Verdächtigen der letzten Zeit, zieht diese etwas unausgereift Horror-Sammlung auf jeden Fall den Kürzeren.
 
 
 


 
 
 

TOM HOLLAND’S TWISTED TALES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine makabre Horror-Sammlung für den kleinen Genre-Hunger zwischendurch. TOM HOLLAND-Anhänger dürften jedoch mit dieser Sammlung zynischer Geschichten das kalte Grausen bekommen und sich leider eingestehen müssen, dass der einst gefragte CHUCKY-Regisseur die besten Zeiten längst hinter sich gelassen hat. Mit TOM HOLLAND’S TWISTED TALES hat der Filmemacher neun teils wirklich gehaltlose Kurzgeschichten gedreht, die weniger durch Inhalt glänzen sondern vielmehr die Frage aufkommen lassen, warum man auf Biegen und Brechen eine Serie drehen muss, wenn dafür ohnehin kaum Geld zur Verfügung steht. Der herzlosen Anthologie mangelt es an allem. So ärgert am meisten der fiese Video-Look und die teils haarsträubend-miserablen Bluescreen-Effekte, die manchmal sogar noch mieser umgesetzt wurden als das, was man in Streifen der Schundschmiede ASYLUM zu sehen bekommt. Geiz ist nicht immer geil, vor allem dann nicht, wenn ein großer Name auf dem Cover lockt und das Resultat nicht einmal ansatzweise dem gerecht wird, wofür HOLLAND in den 80ern gefeiert wurde. Zwar wurden die semiprofessionellen Geschichten mit Starauftritten bekannter Horrorgesichter bereichert; sieht man allerdings von der Episode mit der BETTIS in der Hauptrolle ab, kann kein Segment wirklich überzeugen. Unterm Strich bleibt eine überflüssige Horror-Anthologie, die man wohl besser als Web-Serie belassen hätte und für die TOM HOLLAND mit Sicherheit keine Lobgesänge erhalten dürfte, auch wenn er sich die Mühe gemacht hat, vor jeder Geschichte als Moderator in Erscheinung zu treten. Daher: 08/15 Fast Food-Horror von der Stange, der nur Hardcore-Fans zusagen dürfte.
 
 
 


 
 
 

TOM HOLLAND’S TWISTED TALES – Zensur

 
 
 
TOM HOLLAND’S TWISTED TALES ist nicht sonderlich grausamer Schrecken der hierzulande auf Heimkinomedium mit dem roten KJ-Stempel veröffentlicht wurde. Natürlich ungeschnitten – kein Wunder, bleibt großartiges Gemetzel und blutgeiles Gewaltgematsche fast gänzlich aus.
 
 
 


 
 
 

TOM HOLLAND’S TWISTED TALES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
tom-hollands-twisted-tales-bluray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Twisted Tales; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Deutsch Dolby Digital 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1,85:1 (1080p – Full HD)

Laufzeit: ca. 148 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: 5 Making of, 3 Trailer

Release-Termin: 24.03.2015

 

Tom Holland’s Twisted Tales [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

TOM HOLLAND’S TWISTED TALES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Phobia (2009)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
The Penny Dreadful Picture Show (2013)
 
5 Senses of Fear (2013)
 
Sanitarium (2013)
 
Scary or Die (2012)