Filmkritik: „Among the Living“ (2014)

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AMONG THE LIVING

(AUX YEUX DES VIVANTS)

Story

 
 
 
Für Victor (Théo Fernandez), Tom (Zacharie Chasseriaud) und Dan (Damien Ferdel) ist der letzte Schultag vor den Ferien die Hölle. Nach ihrem letzten Streich werden die Jungs zu allem Überfluss zum Nachsitzen verdonnert. Da haben sie natürlich überhaupt keinen Bock drauf, also wird sich kurzerhand aus dem Staub gemacht. Das Ziel sind die verlassenen Kulissen eines Filmstudios, irgendwo im französischen Nirgendwo. Ganz ohne Komplikationen läuft der inoffizielle Wandertag natürlich nicht ab, denn in den heruntergekommenen Ruinen treffen sie nicht nur auf schrottreife Autos und dilettantisches Graffiti, sondern auch auf eine geknebelte und gefesselte Frau, die in den Kofferraum eines Autos gesperrt wurde und den Mann, der sie augenscheinlich dort deponiert hat. Hals über Kopf flüchten die drei Jungs aus dem perversen Fuchsbau zurück zu ihren Familien, doch leider hat ein mysteriöser, gewalttätiger und extrem unbekleideter Jäger bereits ihre Fährte aufgenommen.

 
 
 


 
 
 

AMONG THE LIVING – Kritik

 
 
 
Anfangs scheint noch alles in bester Ordnung zu sein. In bester „Inside“-Manier entfacht das Regie-Duo aus Alexandre Bustillo und Julien Maury in der ersten Szene von „Among the Living“ eine widerwärtige und extreme Atmosphäre aus Gewalt, Blut und Ekel. Leider hat der Film im weiteren Verlauf kaum etwas mit der Origin-Story der späteren Antagonisten zu tun. Ganz im Gegenteil. Nach der starken Eröffnung schneiden Maury und Bustillo sogar von einem medizinisch sehr bedenklichen (und selbst durchgeführten) Kaiserschnitt zum Schulalltag der drei pubertierenden Hauptfiguren. Dann kommt erstmal eine Weile überhaupt nichts. Damit ist nicht nur die Abwesenheit von spannenden und/oder brutalen Szenen gemeint, sondern die allgemeine Qualität des Drehbuchs, das in keinem Moment funktioniert.
 
Das Rotznasen-Trio ist dermaßen unsympathisch geschrieben und gespielt, dass man sich als Zuschauer bereits nach ihrer ersten Szene, in der sie über den Mord an einer Lehrerein nachdenken, auf der Seite des Albino-Psychokiller-Muskelmanns sieht. Und das ist nur selten gut. Wer sich bereits einen Film angesehen hat, wird wissen, dass Spannung und Drama am besten funktionieren, wenn man als Hauptfigur der Geschichte einen funktionierenden Charakter hat, mit dem man sich identifizieren kann. Diese Regel treten Maury und Bustillo in „Among the Living“ gepflegt in die Tonne. Auch auf Seiten der Gegenspieler sieht es nicht besser aus. Die böse Kraft besteht hier aus einem Vater-Sohn-Gespann, das sein Dasein in einem unkoscheren Wohnverhältnis fristet und die gelegentliche Frau entführt/ermordet/vergewaltigt/opfert. Das Ganze spielt sich irgendwo zwischen Okkult, Sekte, Kannibalismus und genereller Seltsamkeit ab, aber was genau passiert und warum es passiert, wird offen gelassen. Der neblige Hintergrund der Schurken kann bestenfalls als Versuch gewertet werden, ihre Präsenz unberechenbarer und gefährlicher zu machen. Leider geht der Versuch gehörig in die Hose.
 
Aber natürlich guckt man sich einen Film der New French Extremity (die Maury und Bustillo mit „Inside“ und „Livid“ sogar mitbegründet haben) nicht für seine präzisen und sensiblen Charaktermomente an. Hier geht es in erster Linie um dichte, nervenzerstörende Atmosphäre, unaushaltbare Spannung und natürlich auch um die so wichtigen Schauwerte des Horror-Genres. Und leider wartet „Among the Living“ in diesem Bereich mit noch größeren Makeln auf. Wo man ein schwaches und substanzloses Drehbuch noch halbwegs verzeihen kann, ist es hingegen komplett unverständlich, wie konservativ und blutleer die Regisseure ihren Film gestalten. Mit nur wenigen Ausnahmen schneiden sie vor Attacken oder Morden konsequent weg und frustrieren die Horrorfans so doppelt. Es ist ein Rätsel, wie es zu dieser Entscheidung kam, denn in den 2-3 Szenen, in denen die Kamera bei der Gefahr bleibt, beweisen Maury und Bustillo erneut ein feines Gespür für die Spannung und das Unbehagen, das von angedrohter Gewalt ausgehen kann. Hier sei auch noch ein Mal die intensive Anfangssequenz erwähnt.
 
 
 


 
 
 

AMONG THE LIVING – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
Schmutzig, brutal und knallhart inszeniert. „Among the Living“ ist ein verstörender Albtraum aus Gewalt, Angst und Blut. Nach einem brutalen und kompromisslosen Anfang lässt „Among the Living“ extrem stark nach und zeichnet sich vor allem durch langweilige Dialoge und sperrige Wechsel von Setting und Ton des Films aus. Das Drehbuch des Films ist ein Minenfeld, in dem keine Explosion ausgelassen wird und kommt einer Katastrophe gleich. Einzig in der Inszenierung beweist das Gespann Maury und Bustillo erneut Kompetenz. Wenn es darauf ankommt kreieren die Beiden eine dichte, bedrohliche und unbehagliche Atmosphäre, die auch ohne explizite Gewalt auskommt. Leider absolvieren diese Szenen bestenfalls Gastauftritte und dienen als kleine Geistesblitze in einem Gesamtwerk aus sinnlosen Entscheidungen und einem nicht vorhandenen Drehbuch. Als Horror-Regisseure sind Julien Maury und Alexandre Bustillo nach wie vor relevant, aber an den Schreibtisch sollte man sie wohl besser nicht mehr lassen.
 
 
 


 
 
 

AMONG THE LIVING – Zensur

 
 
 
Die expliziten Szenen des Films sind für einen Vertreter der New French Extremity viel zu spärlich gesät und mit wenigen Ausnahmen um Einiges zu zahm. Trotzdem ist vor allem die Anfangsszene bösartig genug, so dass „Among the Living“ von der FSK erst für Erwachsene zugänglich gemacht wurde. Die erhältliche Filmfassung mit dem Aufdruck „Keine Jugendfreigabe“ ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

AMONG THE LIVING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
among-the-living-bluray

(c) Tiberius Film / Sunfilm

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Aux yeux des vivants; Frankreich 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (@24 Hz)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow, Alternativer Anfang, Making Of

Release-Termin: 05.03.2015

 

Among the Living – Das Böse ist hier [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

AMONG THE LIVING – Trailer

 
 


 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Inside (2007)
 
Livid – Das Blut der Ballerinas (2011)
 
High Tension (2003)
 

Filmkritik: „Hidden in the Woods“ (2012)

Hidden-In-The-Woods-2012
 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS

(EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD)

Story

 
 
 
Nach dem Mord an ihrer Mutter gehen zwei Schwestern durch die Hölle. Die Hölle der Erniedrigung, Misshandlung, Vergewaltigung durch den eigenen Vater. Als das Familienoberhaupt schließlich im Gefängnis landet, nutzen die Mädchen die Gunst der Stunde und flüchten in die Freiheit …
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Kritik

 
 
 
„Tief in den Wäldern hört dich niemand schreien“ … ein treffender Untertitel, der das Heimkino-Cover des vorliegenden Schmuddelfilms mit dem Titel HIDDEN IN THE WOODS sichtlich aufgewertet hätte. Auch in Chile ist man auf den Geschmack von grausamen Rape’n Revenge-Thrillern gekommen – jenes Sub-Genre, das es zumindest hier in Deutschland bei der FSK nicht gerade leicht hat. Betrachtet man die Entwicklung dieser Filmgattung in den letzten Jahren genauer, ist das aber auch kein Wunder. Mittlerweile ist es unter den Regisseuren dieser Streifen zum Sport geworden, sich in punkto Grausamkeit übertreffen zu wollen. Dabei kennt die Kreativität der Drehbuchautoren keine Grenzen, die sich immer kränkere Methoden einfallen lassen, um ihre meist weiblichen Heldinnen noch menschenverachtender zu quälen und zu demütigen. Der zweifelhafte Höhepunkt jener Art von Filmen wurde bereits im Jahr 2013 erreicht, als sich STEVEN R. MONROE mit seinem I SPIT ON YOUR GRAVE 2 ein Denkmal in Sachen Frauengewalt setzte und einen Rachestreifen inszenierte, der alle bis dato gedrehten Rape’n Revenge-Arbeiten in den Schatten stellte. Hierzulande verstand man mit der überflüssigen Gewaltorgie keinen Spaß – I SPIT ON YOUR GRAVE 2 erlitt das gleiche Schicksal, wie manch ähnlicher Film zuvor: Er wurde eingezogen und auf den Index gesetzt. Der chilenische Filmemacher PATRICIO VALLADARES führt mit seinem HIDDEN IN THE WOODS die traurige Saga sinnloser Gewalt gegen wehrlose Frauen fort und tut es dem Spanier ADRIÁN GARCÍA BOGLIANO gleich. Letzterer brachte Jahre vor seinem gelobten HERE COMES THE DEVIL einen ebenso schmuddeligen Gewalt-Mix in die Wohnzimmer, der es unter dem Titel I’LL NEVER DIE ALONE (wenn auch in zerschnippelter Form) sogar in deutsche Händlerregal brachte.
 
Von der Machart her ist HIDDEN IN THE WOODS besagtem I’LL NEVER DIE ALONE nicht unähnlich, denn auch in diesem trivialen Machwerk bekommt der Zuschauer alle Checkpunkte gängiger Exploitation-Kunst aufgetischt, ohne die Stoffe wie die berüchtigte I SPIT ON YOUR GRAVE-Reihe wohl niemals den Erfolg gehabt hätten, den sie heute unter Horror-Jüngern genießen. Unter der brennenden Sonne Südamerikas müssen hier abermals Frauen ums nackte Überleben kämpfen, die von ihren männlichen Filmkollegen auf Niederträchtigste durch die Filmhölle gejagt werden. Jahrzehnte der Emanzipation verlieren binnen weniger Minuten an Bedeutung, schließlich scheint die Nachfrage nach Filmen immer größer zu werden, in denen Frauen wie Vieh behandelt werden. Wie zu den Anfängen von Exploitation im Kino nutzt auch HIDDEN IN THE WOODS-Macher PATRICIO VALLADARES reißerische Themen, um sie dem Zuschauer in Kombination mit möglichst sadistischer Gewalt und kontroversen Sexszenen zu verkaufen. So finden neben grässlichen Vergewaltigungsszenen, eigentlich sensibel zu behandelnde Themen wie Kindesmissbrauch, Inzest und Kannibalismus Verwendung, die jedoch nur selten ernsthaft beleuchtet werden. Stattdessen bilden sie die Grundlage fragwürdigen Treibens, das ohnehin nur darauf hinausläuft, möglichst viel Leid und Lebenssaft auf der Mattscheibe zeigen zu können.
 
In HIDDEN IN THE WOODS begleitet der Zuschauer Ana und Anny – zwei traumatisierte Frauen, die allein mit ihrem Vater irgendwo in den Wäldern Chiles leben und unter dem täglichen Terror des Familienoberhauptes zu leiden haben. Der bunkert auf seinem Grundstück nämlich nicht nur Drogen des heimtückischen Drogenbarons „Onkel Costello“, sondern vergeht sich nach dem Mord an der eigenen Frau hin und wieder an seinen beiden Schützlingen. Als die älteste Tochter Ana nach jahrelanger Inzucht schwanger wird, sperrt der Vater den Säugling in eine dunkle Kammer und beginnt ihn mit rohem Fleisch zu füttern. Jahre später tauchen zwei Polizeibeamte auf, die durch Zufall auf das missgestaltete Kind Manuel stoßen. Bevor sie jedoch das gesetzeswidrige Treiben unterbinden können, greift der Vater zur Kettensäge und macht mit den Polizisten kurzen Prozess. Die kaltblütige Tat hat schwerwiegende Konsequenzen, denn wenig später wartet das Gefängnis auf das hinterlistige Familienmitglied. Für die Mädchen die einzige Möglichkeit endlich der Terrorherrschaft des Vaters entkommen zu können. Leider ist die Welt nicht von Gefahren gefreit. Bald schon nimmt Drogenboss „Onkel Costello“ die Witterung der flüchtenden Töchter auf, schließlich fordert der die versteckten Drogen von den Mädchen zurück, die jedoch keinen blassen Schimmer haben, wo sie der Vater versteckt hat.
 
Günstige 90000 Dollar hat die Schmuddel-Orgie gekostet, die dem Exploitation-Genre so alle Ehre macht. In HIDDEN IN THE WOODS wird geschlagen, geschossen, geschändet und sogar Menschenfleisch gefressen, damit die Sensationsgier des Zuschauers befriedigt werden kann. Die Kamera hält das konfuse und an den Haaren herbeigezogene Treiben in ungeschönt-dreckigen Bildern ein, um die Authentizität bewahren zu können. PATRICIO VALLADARES hat sich wie so oft im Horror-Bereich von Geschichten inspirieren lassen, die das Leben im südamerikanischen Hinterland nun mal so schreibt. Dementsprechend darf der Hinweis im Opening nicht fehlen, der dem Zuschauer vorheuchelt, dass das Gezeigte auf wahre Begebenheiten zurückzuführen sei. Ob dem wirklich so gewesen ist, dürfte einmal mehr stark bezweifelt werden, denn mittlerweile gehört der „Alles total wahr“-Slogan zum Horrorfilm, wie das Kruzifix in die Kirche, weil sich mit pseudo-realem Hintergrund eigentlich immer besser Kasse machen lässt. Bei so viel Liebe zur Exploitation stellt sich natürlich die Frage, ob es dem Film gelingt unter Hobby-Sadisten überhaupt Laune zu verbreiten. Im Gegensatz zum Heiligen Folter-Gral I SPIT ON YOUR GRAVE (2010) und dessen Fortsetzung aus dem Jahre 2013 ist das Geschehen trotz aller Liebe zur Frauenverachtung weit entfernt von den perversen Phantasien eines STEVEN R. MONROE. Das mag vor allem an der etwas hölzernen Darbietung von Opfer und Täter liegen, die teilweise so unglaubwürdig agieren, weil mal wieder unbekannte und maximal leidlich talentierte Jungdarsteller gecastet wurden, die dazu auch noch einem unausgereiften Drehbuch folgen. Zudem verliert der Streifen immer wieder an Tempo, weil VALLADARES auf Krampf darum bestrebt ist, den Protagonisten seiner hanebüchenen Geschichte eine gekünstelte Charakterentwicklung einräumen zu wollen. Immerhin zieht der Regisseur in Momenten der Langeweile die Reißleine. Immer wenn HIDDEN IN THE WOODS mit Längen zu kämpfen hat, greift VALLADARES auf Exploitation zurück und lässt sein Treiben in Gewalt und Blut ersaufen. Zur Freude des Horrorfans ist die Kamera immer nah am Geschehen, damit der für die langen Wartezeiten mit grafischen Grausamkeiten entschädigt werden kann.
 
Groteskerweise stieß die eher mittelmäßige Gewaltgurke bei den Amerikanern auf große Aufmerksamkeit. In solchen Fällen ist es meist unvermeidbar, dass dem Original eine glattgebügelte Neuverfilmung nachgeschoben wird. Schauspieler, Produzent und Regisseur MICHAEL BIEHN (THE VICTIM) zeichnet in diesem Fall verantwortlich und hat das Remake unter gleichem Namen produziert, für das PATRICIO VALLADARES gleich noch einmal auf dem Regiestuhl platz nehmen durfte. Ob er sich verbessern konnte bleibt abzuwarten. Der große Wurf ist ihm mit seinem Original HIDDEN IN THE WOODS leider nicht gelungen. Denn: Ein paar kontroverse Szenen und eine handvoll Matscheffekte machen aus einem unglaubwürdig zusammengewürfelten Plot noch lange keinen guten Horrorfilm.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Ein grausamer Schocker, der stahlharte Nerven voraussetzt. Leider ist HIDDEN IN THE WOODS keine Sternstunde des schmuddeligen Exploitation-Kinos, das sich seit den 1960ern bis weit in die 80er hinein großer Beliebtheit erfreut hat und seit der Remake-Welle der letzten Jahren durch alles von RODRIGUEZ und TARANTINO bis hin zu Bodensatz wie I SPIT ON YOUR GRAVE wiederbelebt wurde. EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD (so der Originaltitel) hat zwar alles zu bieten, was jene Art von Filmen so erfolgreich gemacht hat; Macher PATRICIO VALLADARES verliert aber zu oft die Geschichte und seine Heldinnen aus den Augen. Sie haben über weite Strecken schlichtweg nichts zu tun. Der Cocktail aus Inzuchtthematik, Kannibalismus, Gewalt und Sex ist teils arg wirr geraten und hat nicht selten mit ziemlichen Längen zu kämpfen. Vielleicht wäre es demnach besser gewesen, wenn sich VALLADARES auf nur ein Thema konzentriert hätte, statt seine Geschichte mit Kontroversem schlicht zu überfrachten. Immerhin findet er die Notbremse stets zur rechten Zeit. Immer dann, wenn es langweilig wird, gibt es Gewalt satt für alle Liebhaber frauenverachtender Filmware. Dass des Öfteren die Logik ausgeklammert wird, dürfte Fans jener Filme aber weniger stören. Die bekommen nämlich von der Vergewaltigung hin zu Motorsägen-Maniküre all das zu sehen, was in waschechtes Exploitation-Cinema nun einmal gehört: Gewalt als Mittel zum Selbstzweck.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Zensur

 
 
 
Gerade weil HIDDEN IN THE WOODS den gängigen Exploitation-Regeln folgt und nicht zimperlich mit seinen Protagonisten zugange geht, hat der Streifen in Deutschland keine ungeschnittene Freigabe erhalten. Hier werden Frauen erniedrigt und misshandelt, Kannibalismus zelebriert und Körperteile vor der Kamera mittels Kettensäge abgetrennt. Demzufolge musste die Schere angesetzt werden, um die FSK besänftigen zu können. Die deutsche Fassung kann zwar erst von volljährigen Zuschauern erworben werden, ist aber geschnitten.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
hidden-in-the-woods-bluray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hidden in the Woods; Chile 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DD 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Behind the Scenes, Deleted Scenes

Release-Termin: 23.06.2015

 

Hidden in the Woods [Blu-ray] auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

Die Rechte aller für diese Kritik verwendeten Grafiken liegen bei MARITIM PICTURES

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I Spit on your Grave 2 (2013)

Savaged (2013)

Autumn Blood (2013)

The Mooring (2012)

If a Tree falls (2010)

Girls against Boys (2012)

Black Rock (2012)

Eden Lake (2008)

The Last House on the Left (2009)

I Spit on your Grave (2010)

I’ll never die alone (2008)

Straw Dogs – Wer Gewalt sät (2011)

Filmreview: „P.O.E. Project of Evil“ (2012)

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P.O.E. PROJECT OF EVIL

Story

 
 
 
Einige italienische Regisseure haben sich sieben literarische Werke des amerikanischen Horror-Schreiberlings EDGAR ALLAN POES vorgenommen und filmische Interpretationen mit reichlich Blut, Sex und Gewalt gedreht …
 
 
 


 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL – Kritik

 
 
 
Horror-Anthologiestreifen sind gefragter denn je. Die kleinen Kurzfilmsammlungen erfreuen sich seit den Überraschungserfolgen von V/H/S und THE ABC’S OF DEATH wieder großer Beliebtheit und lassen ähnliche Werke wie Pilze aus dem Boden sprießen. Bereits 2011 hatten 15 internationale Regisseure das Potenzial jener Filmkunst erkannt und an einer Horrorsammlung gewerkelt, die unter dem Titel P.O.E. POETRY OF EVIL in die Händlerregal gebracht wurde. Weil das Sammelsurium bekannter Horrorgeschichten aus der Feder EDGAR ALLAN POES gut angekommen ist, folgt nun der zweite Streich für den sich noch einmal sieben italienische Filmmacher zusammengesetzt haben, um an einer blutigen Erwachsenenvariante der Poe’schen Gruselstorys zu basteln. Bevor jedoch die Freude in Euphorie umschlägt: Herr Argento ist nicht mit von der Partie, dafür aber einige Filmemacher Italiens, deren kleine Genre-Schocker es immerhin schon in den deutschen Handel geschafft haben. Zu den wohl bekannteste Regisseuren diese Riege gehört zweifelsohne EDO TAGLIAVINI, dessen blutreicher Horrorfilm BLOODLINE – DER KILLER hierzulande vom Rechteinhaber sogar in einer hochskalierten 3D-Version auf den Markt geschmissen wurde und es trotz hohem Gore-Gehalt unbeschadet durch die FSK geschafft hat.
 
P.O.E. PROJECT OF EVIL nennt sich der zweite Ausflug in die Welt des EDGAR ALLAN POE, wobei das hier servierte Geschichtengebräu nicht jedem Horrorfan munden dürfte, auch wenn es diesmal deutlich ruppiger zugange geht, als im Streifen zuvor. Die sieben Erzählungen des berühmten Horrorautors werden so ziemlich frei interpretiert und haben außer dem Titel meist kaum noch etwas mit den Schriften Poes gemein. Wirklich unheimlich wird es nicht, dafür aber sehr blutig und vor allem surreal, denn einige der Kurzwerke erinnern eher an bizarre Experimental- und Kunstfilme, als an grausigen Horror. Hier wird einmal mehr deutlich, dass Indie-Streifen meist mehr kreativen Spielraum in der Umsetzung besitzen, als manch teurer Studio-Schocker, deren Macher sich nicht selten an den Auflagen der Produzenten orientieren müssen. P.O.E. PROJECT OF EVIL ist ein engagiertes Indie-Projekt, glänzt mit eigenwilligem Konzept und überrascht durch einen zwar ungeschliffenen aber durchaus charmanten, wenn auch rauen Look. Die Ausleuchtung ist meist miserabel und die Schauspieler vermutlich von der Straße aufgelesen. Dennoch funktioniert der Film auf seine ganze eigene Weise, bietet er doch dem Zuschauer genügend Abwechslung und Abartigkeiten, so dass man auch schon mal darüber hinwegsehen kann, dass nicht alle Segmente qualitativ gleich überzeugen können.
 
Jede Geschichte trägt die individuelle Handschrift des jeweiligen Regisseurs, der hier seine ganz eigene Vision der Poe’schen Gruselmärchen auf Zelluloid gebannt und diese mit allerhand Sex, Mord und Gekröse „verschönert“ hat. Auf Konventionen wird gepfiffen, stattdessen wurde gedreht, worauf man Lust hatte. So kommt der Zuschauer in den Genuss des Stumm-Kurfilms LOSS OF BREATH, in dem ein Pornostar von zwei Schlägertypen seiner Männlichkeit beraubt wird. An Kastrationen fand man vermutlich Gefallen, so dass im recht wortkargen THE TELL-TALE HEART von einem Obdachlosen berichtet wird, der nach Thailand reist, dort seinen Penis abschneidet um ein neues Leben als Ladyboy leben zu können. Nicht minder grausam geht es in der Giallo-Hommage THE MURDERS IN THE RUE MORGUE zu, in der zwei Prostituierte von einem Affen vergewaltigt werden und blutige Rache am Besitzer des Tieres ausüben. Zitate und Verbeugungen hagelt es in P.O.E. PROJECT OF EVIL reichlich, wobei die italienischen Filmemacher vor all jenen Gruselkönigen den Hut ziehen, die im italienischen Genre-Kino Rang und Namen haben. DARIO ARGENTO wird für seine extravaganten Farbspielereien und deftigen Schlitzer-Krimis gehuldigt und der italienische Zombie-Papst LUCIO FULCIO wird mit der Untoten-Episode THE PREMATURE BURIAL noch einmal gen Himmel gepriesen.
 
Auch wenn diese Sammlung von Horror-Kurzfilmen recht durchwachsen ist und man hin und wieder nach dem Sinn in einigen Episoden sucht, bleibt am Ende ein teils verstörendes Stück Film über, das aus den klassischen Geschichten eines EDGAR ALLAN POE zeitgemäße Interpretationen zaubert, mit denen jedoch der verwöhnte Mainstream-Zuschauer herzlich wenig anfangen kann.
 
 
 


 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein verstörend-bizarres Filmexperiment mit reichlich Sex und Gewalt, das man so vermutlich noch nicht auf dem Bildschirm hatte. Für P.O.E. PROJECT OF EVIL mussten sieben klassische Werke der Schriftstellerlegende EDGAR ALLAN POE herhalten, die hier modern aufbereitet nur noch wenig mit den eigentlichen Schriften des Autors gemein haben. Die sieben italienischen Regisseure konnten sich bei der filmischen Adaptionen soviel Freiheiten nehmen wir nur möglich und haben teils surreale Beiträge auf Zelluloid gebannt, an denen kommerzverliebte Filmfans sicher gar keine Freude haben dürften. Die meisten Segmente dieser Anthologie erinnern an blutige Kunst- und Experimentalfilme, die trotz kleinen Budgets dennoch mit ganz eigenem Look glänzen, auch wenn dieser manchmal mit einigen technischen Defiziten so kämpfen hat. P.O.E. PROJECT OF EVIL verweist ziemlich oft auf das italienische Horrorkino der 80er und huldigt ganz nebenbei die ganz Großen des modernen Euro-Horrors: DARIO ARGENTO und LUCIO FULCI. Wer sich selbst als offener Horrorfan bezeichnet und die Nase voll hat vom ständig sich wiederholenden Horror-Einerlei, sollte mal einen Blick in P.O.E. PROJECT OF EVIL werfen. Anders wie in der Vorgänger-Anthologie P.O.E. POETRY OF EVIL bekommt der Zuschauer hier eine obskure, deprimierende und ziemlich finstere Bilderflut präsentiert, die ihresgleichen sucht.
 
 
 


 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL – Zensur

 
 
 
Die Fortsetzung P.O.E. PROJECT OF EVIL ist trotz kostengünstigem Indie-Look ganz schön gepfeffert, was die Gewaltmomente betrifft. Ein Mann wird kastriert und die Kamera hält drauf. Gleich in der zweiten Episode bekommt man eine Frau zu sehen, deren Gliedmaßen abgesägt wurden. Außerdem wird hier recht krude vergewaltigt. Leider wird der Streifen hierzulande nicht veröffentlicht. Das Filmprojekt wurde im deutschsprachigen Ausland veröffentlicht und kann leider nur auf Filmbörsen oder in auf Horrorfilme spezialisierte Onlineshops erworben werden.
 
 
 


 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) ILLUSIONS UNLTD. films

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: POE – Project Of Evil; Italien 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0, Deutsch Dolby Digital 5.1, Deutsch DTS HD 2.0, Deutsch DTS HD 5.1, Englisch Dolby Digital 2.0,, Englisch DTS HD 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,32:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 (BD) / ca. 91 Min. (DVD)

FSK: ungeprüft und daher erst ab 18 Jahren (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: diverse Trailer zum Film, 2 Kurzfilme (je ca. 10 Minuten), Trailershow mit drei weiteren Veröffentlichungen des Labels, 84-seitiges Booklet mit den deutschen Übersetzungen aller im Film gezeigten Original-Kurzgeschichten aus der Feder von Edgar Allan Poe

 
 
 
Man muss ILLUSIONS UNLTD. films an dieser Stelle einmal für die mutige Veröffentlichungspolitik loben, denn das österreichische Label bringt seit geraumer Zeit nicht ausschließlich nur Klassiker als deutsche HD-Ersterscheinungen auf den Horror-Markt. Mittlerweile erscheinen in regelmäßigen Abständen sogar neuere Produktionen im deutschsprachigen Ausland, die vermutlich ohnehin keine Freigabe hier in Deutschland erhalten würden. Nach den Splatterstreifen CROSS BEARER, THE CEMETERY und demnächst FIST OF JESUS hat sich das Horror-Label erneut die Rechte an einem äußerst „speziellen“ Indie-Film gesichert, der zur Abwechslung die Marke „Anspruch“ trägt. Auch der experimentale P.O.E. – PROJECT OF EVIL wird mit einer ansprechenden Aufbereitung im Mediabook gehuldigt, wobei man sagen muss, dass diese Veröffentlichung vermutlich die beste weltweit sein dürfte, denn neben eine schicken Verpackung hat sich der Anbieter etwas ganz besonderes einfallen lassen. Im Inneren des Buches befindet sich ein 84-seitiges Booklet mit den deutschen Erstübersetzungen jener EDGAR ALLAN POE Geschichten, die dem Film zugrunde liegen. So können alle Segmente des Streifens mit die Original-Vorlage verglichen werden. Dass sich ILLUSIONS im Gegensatz zu österreichischen Heimkino-Kollegen, wie NSM und XT nicht nur ausschließlich auf Verpackungswahn konzentriert, zeigt einmal mehr die technische Aufbereitung der gebotenen Scheiben. P.O.E. – PROJECT OF EVIL wurde nicht nur mit ansprechender deutscher Übersetzung ausgestattet (von Porno-Übersetzung keine Spur); das Unternehmen hat selbst die Titeleinblendungen der jeweiligen Kurzgeschichten ins Deutsche übersetzen lassen und an deutschsprachige Untertitel für den Hauptfilm gedacht. Zudem stimmt ein ansprechend gestaltetes Bewegtmenü auf den Hauptfilm ein. Doch all das ist natürlich längst nicht alles, denn Bonus hat es selbstverständlich auch auf die Veröffentlichung geschafft. Zu sehen gibt es neben den obligatorischen Filmtrailer auch zwei Kurzfilme (je rund 10 Minuten), die ebenfalls deutsche Untertitel erhalten haben. Drei Programmvorschauen weiterer Streifen des Publishers sind in einer Trailershow zu finden. Wer Horrorfilme jenseits des Mainstream sucht, ist mit P.O.E – PROJECT OF EVIL gut beraten, zumal sich die Veröffentlichung aus dem Hause ILLUSIONS UNLTD. durchaus gut im Sammlerregal macht. Übrigens erscheint das Mediabook in drei verschiedenen Covermotiven. Jedes Buch ist auf 666 Stück limitiert und kommt in bekannter DVD/Blu-ray-Combo daher. Schnell zugreifen heißt da die Devise, bevor das bevorzugtes Motiv ausverkauft ist und zu Mondpreisen gehandelt wird.
 
 
 
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P.O.E. PROJECT OF EVIL – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
V/H/S
 
V/H/S 2
 
ABC’s of Death
 
Two Evil Eyes (1990)
 
The Bunny Game (2010)

Filmreview: „Savaged“ (2013)

Savaged-2013
 
 
 

SAVAGED

Story

 
 
 
Die taubstumme Zoe wird von einigen Hinterwäldlern verschleppt, vergewaltigt und lebendig begraben. Ein Schamane findet die geschunden Frau und verhilft ihr zur blutigen Rache …
 
 
 


 
 
 

SAVAGED – Kritik

 
 
 
Weit 60 Jahre nach seiner Blütezeit erfreut sich der Exploitationfilm auch weiterhin enormer Beliebtheit und ruft vor allem das Interesse jener Filmfans auf dem Plan, die sich diese Machwerke aus dem deutschsprachigen Ausland in schicken Sonderauflagen importieren, um sie sich stolz in ihre Sammler-Virtrinen stellen zu können. In Deutschland haben es diese Streifen nämlich oft nicht leicht, schließlich werden darin meist reißerische Grundsituationen ausgenutzt, um den Zuschauer mittels schmuddeligem Sex und abscheulicher Gewalt an die Grenze des Ertragbaren zu treiben. Dass der hiesigen FSK das Sichten derart Kinokost so gar keine Freude bereitet, dürfte auf der Hand liegen, denn nicht selten ist es der Fall, dass jene Gewaltflicks ganz schnell die Wut der Zensurbehörden zu spüren bekommen und in ungeschnittener Form erst gar nicht den Weg in den stationären Handel finden. Wie gut, dass es das Wunderland Österreich gibt, wo Veröffentlichungen „böser“ Filme ganz legal und ungeprüft über die Ladentheke wandern können. Dort sind es vor allem einschlägige Rape’n Revenge-Movies, die stets aufs Neue in aufwändigen Hartboxen und Mediabooks veröffentlicht werden und trotz gleichem Inhalt auch immer wieder genug Käufer finden, die menschenverachtende Rape-Filme mit dazugehörigem Racheakt kaufen wollen. Seit das Rape-and-Revenge-Genre mit den Remakes zu I SPIT ON YOUR GRAVE (2010) und LAST HOUSE ON THE LEFT (2009) den Mainstream erreicht hat, ist es vor allem der in Hochglanzbilder getauchte Sadismus, der Horrorfans zum Schauen dieser Filme bewegt, denn seit Tortur-Porn wie SAW und HOSTEL an den Kinokassen Millionen erwirtschaftet haben, hat auch die Gewalt in Horrorfilmen eine neue Dimension erreicht. Möglichst bestialisch soll gemordet werden, am besten lang und ekelerregend, wobei SAVAGED maximales Unterhaltungspotenzial bietet – vorausgesetzt man hat eine Leidenschaft für frauenverachtende Hardcore-Schocker.
 
Wie es in Rape’n Revenge-Streifen nunmal üblich ist wird hier ein ahnungsloses Opfer durch die Hölle gejagt. SAVAGED hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf, sondern dreht bereits nach fünf Minuten an der Action- und Gewaltschraube. Es ist die taubstumme Zoe (AMANDA ADRIENNE), die hier an eine Horde Rassisten gerät, die eine unbeschreibliche Freude daran finden, friedliche Rothäute durch die Wüste zu hetzen, um sie anschließend bestialisch zu ermorden. Leider wird Zoe ganz unfreiwillig Zeuge einer dieser „Jagdausflüge“ und von den triebgesteuerten Hinterwäldlern verschleppt, vergewaltigt und anschließend verscharrt. Die Rettung naht in Form eines Schamanen, der den leblosen Körper ausgräbt, heilt und beweihräuchert. Als die junge Frau wieder zu sich kommt, ist der Geist eines wütenden Apatschen in ihren Leib geschlüpft, der mit der durchtriebenen Mörderbande ebenfalls noch ein Hühnchen zu rupfen hat. Beschenkt mit Bärenkräften verwandelt sich Zoe zur unkaputtbaren Kampfamazone und schlitzt sich ganz ungeniert durch das Fleisch ihrer Peiniger. Die sind zwar nicht die hellsten Kerzen auf dem Kuchen, wissen aber immerhin, wie sie sich möglichst grausam zur Wehr setzen müssen.
 
MICHAEL S. OJEDA heißt der gute Mann, der Rachefilm-Fans feuchte Höschen spendieren dürfte, denn auch wenn man in letzter Zeit viel Mist auf der Mattscheibe hatte, SAVAGED bereitet Laune. Lobenswerterweise blendet OJEDA dort weg, wo zuletzt STEVEN R. MONROE mit seinem I SPIT ON YOUR GRAVE-Remake gnadenlos draufgehalten hat. Die Vergewaltigung seiner Heldin lässt der Filmemacher nämlich gänzlich außer Acht und rückt stattdessen das möglichst brutale Auslöschen der Filmbösewichte in den Focus, dem im Gegensatz zu ähnlichen Machwerken erstaunlich viel Screentime eingeräumt wird. Die frauenverachtenden Widerlinge in SAVAGED haben rein gar nichts zu lachen, denn die wütende Zoe arbeitet sich mit fast schon erfrischendem Erfindungsreichtum von Körper zu Körper. Die abwechslungsreiche Art der Morde, die temporeiche Inszenierung und der nahezu permanent vorhandene Action-Gehalt der Geschichte bescheren dem Thriller einer soliden Spannungsbogen, der bis zum bitteren Ende auch noch gehalten werden kann. Ergänzt wird das grausige Gemetzel durch indianischen Hokuspokus, der dem Rachefilm eine ganz eigenständige Note verleiht. OJEDA bringt frischen Wind ins Rape’n Revenge-Genre. Mit einem okkulten Story-Twist verwandelt er das zuvor wehrlose Opfer in eine übermenschliche Rächerin, die ihren unaufhaltsamen Amoklauf fast schon übertrieben comicähnlich inszeniert. Zoe reisst Därme aus den Leibern der Schurken, schiesst Pfeile in die Gesichter der Filmbösewichte und zerrt sich sogar die eigenen Organe aus dem Körper, um den Magen anschließend mit Dreck zu füllen und mittels Tesafilm verschließen zu können. Trotz wenig Budget schaut der Film mit seiner düsteren Look weitaus professioneller aus, als es Macher MICHAEL S. OJEDA vermutlich überhaupt gewollt hat. Das farblose Szenario glänzt mit dreckig-bedrohlicher Optik und überzeugt durch geschickt getrickste Spezialeffekte, die wahrscheinlich allein schon ausreichen, um die triviale Geschichte beim Gewaltfan interessant machen zu können. Auch wenn auf dem Cover der Heimkino-Fassung unverblümt mit THE CROW geworben wird, ist der Vergleich zu Prosas Kultfilm aus dem Jahre 1994 sehr gewagt. Im direkten Vergleich zieht SAVAGED nämlich den Kürzeren, zumal sich OJEDA einzig darauf konzentriert soviel stumpfe Gewalt wie möglich zu zeigen und kaum Tiefgang bietet. Nichtsdestotrotz bleibt eine herrlich kurzweilige Metzelorgie für Erwachsene, die sogar hierzulande ungeschnitten veröffentlicht wird. So erspart sich der Filmsammler den kostenintensiven Ausflug ins deutschsprachige Ausland und kann die übernatürliche Version von Monres I SPIT ON YOU GRAVE ganz unkompliziert beim Händler seines Vertrauens erwerben. Dennoch sollte der interessierte Käufer wachsam bleiben: Die ungeschnittene SPIO/JK-Fassung ist ein potenzieller Index-Kandidat. Demnach kaufen, so lange der Streifen noch frei erhältlich ist.
 
 
 


 
 
 

SAVAGED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein rauer Splatter-Trip für Freunde „böser“ Gewaltschocker. SAVAGED entpuppt sich als okkulte I SPIT ON YOUR GRAVE-Version und bringt aufgrund der übernatürlichen Elemente auch gleich frischen Wind ins knüppelharte Rape-and-Revenge-Genre. Vergewaltigt wird löblicherweise im Off und von langgezerrter Frauenquälerei hält Macher OJEDA Abstand. Dafür bekommen die Schurken des Films endlich mal wieder ordentlich Dresche. Lang gefackelt wird in SAVAGED nämlich nicht. Nach knapp zehn Minuten ist das Fass schon am Brodeln und das Gemetzel wird mit fast schon schwarzhumorigem Ideenreichtum auf der Mattscheibe zelebriert. Schnell wird aus dem eigentlichen Racheplot ein blutreicher Slasher der alten Schule, der es hin und wieder sogar schafft einigen Kult-Schlitzern der 80er Konkurrenz zu machen. Wer Freude am grobschlächtigen Handwerk besitzt sollte schnell zugreifen, denn SAVAGED dürfte mit Sicherheit ebenso schnell das Interesse selbsternannter Jugendschützer auf den Plan rufen, schließlich wird brutale Selbstjustiz auch 2014 im Kino nicht gern gesehen.
 
 
 


 
 
 

SAVAGED – Zensur

 
 
 
SAVAGED ist ein potenzieller Index-Kandidat. Der Film ist in zwei Versionen erhältlich. Die KJ-Fassung mit dem roten Flatschen auf der Vorderseite ist geschnitten. Ungeschnitten ist dagegen die SPIO/JK-Fassung, die nach Meinung der Juristenkommission „nicht schwer jugendgefährdend“ ist. Trotzdem gehen wir von einer späteren Indizierung aus.
 
 
 


 
 
 

SAVAGED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Ascot Elite Home Entertainment – Abbildung: Cut-Fassung

 
Savaged_Cinema-Extreme_Blu-ray

(c) Ascot Elite Home Entertainment – Abbildung: Uncut-Fassung

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Savaged; USA 2013

Genre: Drama, Horror, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 94 Min (cut) / ca. 95 Min. (uncut)

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung) / SPIO JK (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making of, Animierte Skizzen von Kampfszenen, Deleted Scenes, Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 15.04.2014

 
 
 

Savaged – uncut (Cinema Extreme) [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 

Savaged [Blu-ray] geschnittene Fassung auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SAVAGED – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I Spit on Your Grave (2010)

I Spit on Your Grave 2 (2013)

The Last House on the Left (2009)

Straw Dogs – Wer Gewalt sät (2011)

Filmreview: „Autumn Blood – Zeit der Rache“ (2013)

autumn-blood-2013
 
 
 

AUTUMN BLOOD – ZEIT DER RACHE

Story

 
 
 
Ein 16-jähriges Mädchen (SOPHIA LOWE) lebt mit der Mutter und dem kleinen Bruder zurückgezogen auf einem kleinen Hof in den Tiroler Bergen. Als die Mutter nach schwerer Krankheit stirbt, durchleben die Kinder die Hölle. Erst wird die Tochter mehrfach vom Sohn des Bürgermeisters vergewaltigt; als eine Sozialarbeiterin nach dem Rechten sehen will und die Misshandlungen aufzufliegen drohen, sollen die verstörten Kids sterben damit sie nichts ausplaudern können. Es beginnt eine erbarmungslose Hetzjagd auf die Geschwister, die keinen anderen Ausweg wissen und in die gefährliche Bergwelt der Tiroler Alpen flüchten …
 
 
 


 
 
 

AUTUMN BLOOD – Kritik

 
 
 
Nachbarland Österreich mischt nun ganz souverän mit auf dem internationalen Filmmarkt und scheint erkannt zu haben, dass deutschsprachige Horrorfilme auch gern im Ausland gesehen werden. Zuletzt hat MARVIN KREN mit seinem kritischen Öko-Schocker BLUTGLETSCHER (2013) von der internationalen Presse viel Lob erhalten und MICHAEL HANEKE schaffte es mit der kontroversen Terror-Satire FUNNY GAMES (1997) sogar bis nach Hollywood, wo er zehn Jahre später seinen eigenen Spielfilm neu drehen und auf Hochglanz poliert in die Kinos bringen durfte. Beim nächsten Glücksgriff handelt es sich um den Tiroler Werbefilmer MARKUS BLUNDER. Der gebürtige Kufsteiner hat sich sein filmisches Handwerk in München und Los Angeles angeeignet und bisher zahlreiche Musikvideos und Werbefilme gedreht. Nun hat er seinen ersten Langfilm inszeniert und damit schon auf einschlägigen Filmfestivals Zuspruch erhalten. Dass der Regisseur mit seinem Debüt aber ganz unfreiwillig ins Horror-Genre geschlittert ist, dürfte der Österreicher vermutlich gar nicht so geplant haben. Der Filmneuling bezeichnet seinen Streifen nämlich selbst als „alpinen Western“. Die für dieses Genre typischen Cowboys, Saloons und taffen Sprüche sucht man hier jedoch vergebens, denn eigentlich ist sein AUTUMN BLOOD eine Mischung aus Heimatfilm, Überlebenstrip und Rape-and-Revenge-Thriller, bei der aber der Racheplot aus dem Drehbuch gestrichen wurde. Gedreht wurde im Ötztal und im Lechtal sowie in der Zugspitzregion, was dem Thriller eine ganz individuelle Note verleiht, weil man derart Filmstoff bisher noch nie vor solch beeindruckender Kulisse erleben durfte. Die Protagonisten hetzen durch bildgewaltige Landschaften, bewegen sich über schwindelerregende Schluchten und durchqueren märchenhaft anmutende Wälder. Die wunderbare Kameraarbeit tut da ihr Übriges und lässt des Öfteren die wenigen Protagonisten vergessen, die äußerst wortkarg durch die dünne Handlung stolpern. Gesprochen wird in AUTUMN BLOOD übrigens kaum, stattdessen glänzen die erfahrenen Schauspieler mit ausdrucksstarkem Schauspiel. Die Prämisse ist zwar anfänglich recht gewöhnungsbedürftig; hat man sich erst einmal an die ungewöhnliche Dialogarmut gewöhnt, fesselt AUTUMN BLOOD trotz hanebüchener Handlung durch anständigem Thrill und schweißtreibende Atmosphäre.
 
Regisseur MARKUS BLUNDER bringt die überwältigende Macht der Bilder zurück in die Kinos. In AUTUMN BLOOD fungiert nicht das magere Drehbuch als Geschichtenerzähler, sondern der stimmige Soundtrack in Kombination mit den geheimnisvollen Landschaften der Tiroler Bergwelt. Demzufolge sei dem Leser geraten, sich diesen Geheimtipp möglichst auf der großen Leinwand anzuschauen, denn nur hier dürfte der Streifen seine ganze Wirkung entfalten können. BLUNDER hat mit seinem Erstling einen einzigartigen Thriller gedreht, der Lust auf mehr von dem macht, was der talentierte Filmneuling in Zukunft auf Zelluloid bannen wird. Auch wenn sein HEIDI meets BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE so seine Logikpatzer besitzt (seit wann kommuniziert man im ländlichen Tirol ausschließlich in Englisch) gehört der beklemmende Survivaltrip zweifelsohne zum Besten, was das europäisches Genrekino hervorgebracht hat. Auf Filme wie AUTUMN BLOOD können die Österreicher zu Recht stolz sein und es würde nicht wundern, wenn BLUNDER als nächster Österreicher demnächst in Hollywood außergewöhnliche Filme drehen darf. Für so wunderschön gefilmtes Grauen bekommt BLUNDERS Debüt vom FILMCHECKER-Team verständlicherweise eine seltene Bewertung von acht Filmklappen und das Prädikat: Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

AUTUMN BLOOD – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
HEIDI meets BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE – Grausamer Überlebenstrip vor der traumhaften Bergkulisse Tirols. AUTUMN BLOOD entpuppt sich als schwindelerregende Hetzjagd durch malerische Landschaft, die statt Dialoge zu nutzen lieber Bilder sprechen lässt. Zwar ist die Geschichte vom Mädchen, das vergewaltigt wird und vor ihren Peinigern in die Wälder flüchtet nicht neu; die etwas gewöhnungsbedürftige Symbiose aus Heimatfilm, Terror- und Rape’n Revenge-Thiller funktioniert jedoch erstaunlich gut und dürfte sogar das Interesse von Expoitationfans auf den Plan rufen, die hier jedoch kein ultra-derbes Gewaltmachwerk erwarten sollten. AUTUMN BLOOD ist österreichische Thriller-Unterhaltung auf hohem Niveau, was vor allem an der bildgewaltigen Machart liegt, wie Regisseur MARKUS BLUNDER hier das Grauen auf Film bannt, denn bei so ansprechend gefilmter Bergkletterei wird dem Zuschauer allein schon beim Zusehen schwindelig. Wer die Chance hat diesen österreichischen I SPIT ON YOU GRAVE-Ableger (freilich ohne Rachepart) auf der großen Leinwand zu sehen, sollte sie nutzen. Denn nur hier dürfte die packende Bilderflut und der spannende Überlebenskampf erst richtig wirken.
 
 
 


 
 
 

AUTUMN BLOOD – Zensur

 
 
 
Für einen Rape’n Revenge-Thriller ist das Gezeigte ziemlich harmlos. Es gibt eine Vergewaltigung zu sehen, die aber im Off stattfindet. Ein paar Einschüsse haben die FSK dennoch dazu veranlasst, den Film hierzulande erst für Volljährige freizugeben. Dafür aber ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

AUTUMN BLOOD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
autumn-blood-bluray

(c) Donau Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Autumn Blood; Österreich, USA 2013

Genre: Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 | @24 Hz

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Deleted Scenes

Release-Termin: 19.06.2015

 

Autumn Blood – Zeit der Rache [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

AUTUMN BLOOD – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Mooring (2012)
 
Eden Lake (2008)
 
I SPIT ON YOU GRAVE 2 (2013)
 

Filmreview: „I Spit on your Grave 2“ (2013)

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I SPIT ON YOUR GRAVE 2

Story

 
 
 
New York City: Das Model Katie (Jemma Dallender) braucht neue Fotos für die Bewerbungsmappe und gerät dabei an ein krankes Trio von Hobbyfotografen, das die smarte Schönheit vergewaltigen, unter Drogen setzen und nach Bulgarien entführen, wo sie gedemütigt, missbraucht und am Schluss lebendig begraben wird …
 
 
 


 
 
 

I SPIT ON YOUR GRAVE 2 – Kritik

 
 
 
Im Jahre 2010 entfachte das Remake eines schmuddeligen 70er Jahre Streifens allerhand kontroverse Diskussionen. Bereits im Vorfeld sorgte die Neuverfilmung des berüchtigten Rape’n Revenge Schockers I SPIT ON YOUR GRAVE (1978) für ausreichend Furore unter Horrorfans und Skeptikern, wobei er nach Erscheinen nicht nur von Presse und Kritikern zerrissen, sondern in Deutschland in seiner ungeschnittenen Form sogar beschlagnahmt wurde. Da sich Opfer Jennifer Hills (gespielt von SARAH BUTLER) trotz Kontroverse erfolgreich in die Herzen der weltweiten Zuschauer winseln und rächen konnte, war es nur eine Frage der Zeit, bis ein Sequel folgen würde. Es sind Zeiten lukrativem Folterabfalls und man scheint nach wie vor mit frauenverachtendem Content genug Zaster verdienen zu können, um das Vorhandenseins einer I SPIT ON YOUR GRAVE-Fortsetzung rechtfertigen zu können, denn sieht man einmal von der menschenunwürdigen Quälerei der neuen Hauptdarstellerin und deren Rachefeldzug gegen ihre Peiniger ab, hat I SPIT ON YOUR GRAVE 2 nichts zu bieten, was man nicht bereits im Teil zuvor gesehen hätte. Diesmal muss sich Model Katie (JEMMA DALLENDER) die Blöße geben und sich von drei Vollpfosten aufs ungnädigste demütigen und missbrauchen lassen. Da man als unbedeutendes Model stets mit chronischer Geldnot zu kämpfen hat, kommt eine Anzeige für ein kostenloses Fotoshooting gerade recht. In der Hoffnung ihr Portfolio an aussagekräftigen Bewerbungsfotos kostengünstig erweitern zu können, wählt sie die Telefonnummer der Anzeige und wird auch gleich zu einem Fototermin geladen. Dort läuft den drei widerwärtigen Foto-Amateuren bereits das Wasser im Munde zusammen und Katie wird aufgefordert mehr Haut zu zeigen. Für die selbstbewusste Frau Grund genug, das Shooting wieder zu verlassen. Doch einer der Brüder ist von Katie fasziniert und folgt dem nichtsahnenden Model nach Haus in ihre New Yorker Wohnung. Dort wird sie unter Drogen gesetzt, vergewaltigt und in eine Kiste gesperrt. Als sie wieder erwacht befindet sie sich in einem tristen Kellerloch und erlebt ein wahrhaftiges Martyrium. Sie findet heraus, dass sie nach Bulgarien verschleppt wurde, wo sie sogleich von einem zahlenden Kunden vergewaltigt und mit einem Elektroschocker vaginal penetriert wird. Als die Kerle mit ihrem wehrlosen Opfer nichts mehr anzufangen wissen, wird Katie zusammengeschlagen, erneut in die Kiste gesperrt und lebendig begraben.
 
Man muss schon eine unbeschreibliche Leidenschaft für derartige Filme besitzen, um I SPIT ON YOUR GRAVE 2 überhaupt genießen zu können. Nicht, dass eine solche Leidenschaft etwas erstrebenswertes wäre. Ganz nach der Devise „sensationsgeiler, brutaler und menschenverachtender“ wird in dieser Fortsetzung die Sadismus-Schraube ein wenig fester gedreht, damit der Hobby-Sadist auch ja das zu sehen bekommt, was er von Filmen dieser Gattung erwartet: leidende, wimmernde Opfer, die möglichst lange gequält und misshandelt werden. Der Hauptteil dessen wird natürlich Kandidatin Katie zuteil, die nach knappen 15 Minuten schreiend auf dem Boden liegt und zusehen muss, wie ihr sympathischer Nachbar erbarmungslos erdolcht wird. Danach wird die adrette Hauptdarstellerin vergewaltigt, wobei der grausame Missbrauchsakt in seiner ekelerregenden Detailfreudigkeit dem des Vorgängertitels in nichts nachsteht. Als wäre das nicht schon grausam genug, wird die leidtragende Protagonistin wenig später ein weiteres Mal sexuell missbraucht, während ihr minutiös ein Elektroschocker vaginal eingeführt wird. Die Kamera hält erbarmungslos drauf. Warum derartige Szenen voyeuristisch gefeiert werden müssen, entbehrt jeglicher Logik, bis auf die der Gewaltpornographie. Scheinbar hat die Erwartungshaltung der Zuschauer dazu beigetragen, dass Vergewaltigen in gewaltgeilen Folterzeiten wie diesen einfach nicht mehr ausreicht, um ausreichend schockieren zu können. Umso erstaunlicher, dass dem Gewaltporno trotz haarsträubender Wendungen am Ende doch etwas die Puste ausgeht. Der Racheakt wird erstaunlich kurz und unspektakulär abgehandelt. Waren die Tötungsarten in der Neuverfilmung aus dem Jahr 2010 noch reichlich grotesk, wird die Genugtuung der Protagonistin jetzt erstaunlich realistisch bebildert.
 
STEVEN R. MONROE zeichnet für diesen unnötigen Folter-Aufguss verantwortlich. Der hat bereits den Vorgänger inszeniert und sich gleich mal die Freiheit genommen, den Nachfolger zu drehen. Für Fans des Films durchaus erfreulich, denn MONROE hält mit seinem I SPIT ON YOUR GRAVE 2 konstant den technischen Standard des 2010er Remakes. Trotz neuer Szenerie schaut sein Sequel ebenso düster, dreckig und trist aus, was der kranken Atmosphäre des Films durchaus förderlich ist. Dennoch lässt sich nicht von der Hand weisen, dass dem Zuschauer mit I SPIT ON YOUR GRAVE 2 ein zwar handwerklich perfektes, aber nicht minder fragwürdiges weiteres Remake des eigentlich 1978er Originals von MEIR ZARCHI serviert wird. Denn damit der Intellekt des Zuschauers nicht zu sehr beansprucht wird, wurden in diesem vermeintlichen Sequel einzig Handlungsort und Namen der Figuren ausgetauscht – der Rest ist wie gehabt. Unterm Strich bleibt ein vollkommen überflüssiger und vor allem austauschbarer Film, der auch hätte ICH JÄTE DEIN GRAB 10 oder ICH HATTE WAS MIT DEM FRIEDHOFSGÄRTNER 23 heißen können und einzig darin Daseinsberechtigung besitzt, Freunde der fragwürdigen Filmkunst für knapp 100 Minuten in das Hirn eines anscheinend verstörten und frauenhassenden Drehbuchautoren zu entführen.
 
 
 


 
 
 

I SPIT ON YOUR GRAVE 2 – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Mehr Gewalt – weniger Story. Ein Film, der mehr Remake statt Fortsetzung ist und der vermutlich nur existiert, damit Filmsammler prahlen können, welch derbes Filmchen sie doch im Regal stehen haben!
 
 
 


 
 
 

I SPIT ON YOUR GRAVE 2 – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung zu I SPIT ON YOUR GRAVE 2 ist geschnitten. Wer den Film ungekürzt sehen möchte, muss einmal mehr den Umweg über Österreich in Kauf nehmen. Dort wird der Film ungekürzt angepriesen. Der Film wird definitiv zeitnah in seiner ungeschnittenen Variante beschlagnahmt werden!
 
 
 


 
 
 

I SPIT ON YOUR GRAVE 2 – Trailer

 
 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: „Black Rock – Überleben ist Alles“ (2012)

Black Rock 2012
 
 
 

BLACK ROCK – ÜBERLEBEN IST ALLES

Story

 
 
 
Sarah (Kate Bosworth), Lou (Lake Bell) und Abby (Katie Aselton) sind seit ihrer Kindheit ein eingeschworenes Team. Doch ein unverzeihlicher Vertrauensbruch hat die Freundschaft der drei Frauen erheblich in Mitleidenschaft gezogen und so haben sie sich sechs Jahre nicht mehr gesehen. Grund genug, sich während eines gemeinsamen Ausflugs auszusprechen und die Last der Vergangenheit hinter sich zu lassen. Ein Ort für die Versöhnung ist schnell gewählt: BLACK ROCK, eine verlassene Insel, die den dreien bereits in Kindertagen Zuflucht vor dem Alltag bot. Kaum angekommen, knüpfen sie schnell Bekanntschaft mit den Jägern Henry (Will Bouvier) Derek (Jay Paulson) und Alex (Anslem Richardson). Eine schicksalhafte Begegnung, denn unter Alkoholeinfluss begeht Abby einen schwerwiegenden Fehler, der für alle Beteiligten eine unerwartete Wendung nimmt …
 
 
 


 
 
 

BLACK ROCK – Kritik

 
 
 
Zickenterror der unerträglichen Sorte. Man nehme drei hysterische Weiber, die miteinander so ihre Problemchen haben, verfrachte sie auf eine verlassene Insel, wo niemand das nervtötende Geschnatter ertragen muss und lässt sie gegen drei sich selbst überschätzende Proleten kämpfen, die in den drei aufgescheuchten Legehennen potenzielles Begattungsmaterial wittern. Fertig ist ein weiterer Überlebens-Thriller von der Stange, den uns Regisseurin KATIE ASELTON mit ihrem zweiten Langfilm BLACK ROCK nun schmackhaft machen möchte. Ein gemeiner Survival-Schocker ist immer für eine Sichtung gut, denkt sich der interessierte Filmfreund, wenn er sich an die ungemütliche Genialität von Streifen wie DELIVERANCE oder EDEN LAKE zurückerinnert. Wer jetzt jedoch meint, in BLACK ROCK einen ähnlich hochwertig umgesetzten und vor allem nervenzerfetzenden Hochspannungs-Thriller erleben zu dürfen, wird schnell eines Besseren belehrt werden.
 
Dass BLACK ROCK von einer Frau inszeniert wurde ist offensichtlich. Die drei Protagonistinnen sehen sich mit Problemen konfrontiert, die in ihrer lapidaren Unwichtigkeit vermutlich nur Frauen beschäftigen dürften. Da werden bereits zu Beginn unlängst vergessene Wunden aufgekratzt und sich gegenseitig Schuld zugewiesen. Oftmals erscheinen diese Konflikte nicht nur willkürlich; die Gespräche wirken zudem ersichtlich improvisiert, was nicht wirklich verwundert, wenn man liest, wer das Drehbuch zum Film beigesteuert hat. Schreiberling und Ehegatte MARK DUPLASS hat nicht nur die Grundlage für diesen Quark zusammengekritzelt. Er ist auch einer der Mitbegründer der MUMBLECORE-Bewegung, welche es sich zur Aufgabe gemacht habt, möglichst innovative Filme entstehen zu lassen, die kaum bis gar kein Budget für die Umsetzung benötigen. In den letzten 10 Jahren in den USA entstanden, hat sich die Kombination aus kreativer Do-it-yourself-Optik, talentierten Laiendarstellern und improvisierten Dialogen zu einem echten Publikumsliebling entwickelt, so dass das noch junge Genre mit dem Found-Footage-Reißer „V/H/S“ sogar 2012 in den Bereich des Phantastischen Films Einzug hielt. Nun erlebt die MUMBLECORE-Ära mit BLACK ROCK einen weiteren Horror-Beitrag mit der Grundrezeptur, die den einigermaßen bewanderten Filmfan nur unzureichend zu unterhalten weiß.
 
Nach dem halbwegs stimmigen Beginn finden die Zickereien zwischen den Frauen ein frühes Ende. Sie geraten an ein ehemaliges Söldner-Trio, das bei ihren Einsätzen im besetzten Afghanistan nicht nur unehrenhaft entlassen wurde, sondern auch in den Wirren des Krieges psychisch erheblichen Schaden erlitten haben muss. Nachdem sich eine der Frauen erfolgreich gegen die Begattungskünste eines der Kameraden wehrt und ihn dabei tödlich verletzt, beginnt in den männlichen Anwesenden der Hass zu brodeln. Die beiden anderen Männer handeln im Affekt und versuchen den Tod des Freundes zu rächen. Eine haarsträubende Hetzjagd auf die verwirrten Frauen beginnt, deren Logik nur selten schlüssig wirkt. Hierbei wären vor allem die Intentionen der traumatisierten Veteranen zu nennen, die nur notdürftig in die löchrige Handlung sickern und auch nur selten glaubhaft in Erscheinung treten wollen. Während die Männer mit ihren Gewehren erbarmungslos auf alles schießen, was sich im Dickicht bewegt, versuchen sich die Opfer vor dem planlosen Kugelhagel in Sicherheit zu bringen. Doch anstatt taktisch klug der Situation Herr zu werden, werden einmal mehr alle Register klischeebehafteter Horrorware gezogen. Die Frauen handeln nicht nur gnadenlos dumm, sondern finden während ihres erbarmungslosen Überlebenskampfes immer noch genug Zeit, ihre kleinlichen Probleme ausreichend zu zerreden, um ihren inneren Seelenfrieden zu finden. Das nervt mit der Zeit nicht nur unsäglich, sondern bremst den ohnehin kaum vorhandenen Spannungsaufbau erheblich aus. Was Presse und Kritiker zur Welt-Premiere beim amerikanischen Sundance-Filmfestival gesehen haben müssen, um diesen Film ins Unermessliche zu lobpreisen, würde man als Zuschauer doch zu gern wissen. Es kann sich hierbei eindeutig nicht um den gleichen Beitrag gehandelt haben, denn der vorliegende BLACK ROCK ist von hochwertiger Kinounterhaltung erheblich weit entfernt.
 
 
 
Mit BLACK ROCK erleben wir ein leidlich spannendes Terror-Filmchen, in dem das Thema Terror nur bedingt zünden möchte. So wirklich abgrundtief hinterhältig und widerlich wie sich die Schurken in Filmen wie I SPIT ON YOUR GRAVE oder LAST HOUSE ON THE LEFT verhalten, sind die Bösewichte in BLACK ROCK nicht einmal ansatzweise. Und so möchten die mageren 80 Minuten partout nicht vergehen, was vor allem daran liegt, dass sich der Film einfach zieht wie Kaugummi. Wirklich gemeine Szenen oder Suspense sind hier eindeutig Mangelware. Da wird durch das Geäst geflitzt und panisch gewimmert. Anstatt sich einen funktionierenden Rache-Plan auszudenken, um den Kerlen den Garaus zumachen, quasseln die Hühner über unwesentliche Nichtigkeiten. Wirklich klug ist das Vorgehen aller Beteiligten hier natürlich nicht, so dass sich der vollkommen lapidare Rape-and-Revenge-Thriller BLACK ROCK rasch zu einem austauschbaren und x-beliebigen Horrorfilm entwickelt. Im Übrigen sollten Freunde der etwas handfesteren Unterhaltung flink einen großen Bogen um solcherlei Dutzendware schlagen, denn wirklich unangenehm, brutal oder blutig ist KATIE ASELTONS Drama-Thriller-Flick nicht einmal ansatzweise.
 
 
 


 
 
 

BLACK ROCK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Frauenpower, der dem Zuschauer schnell auf den Zünder gehen dürfte. Leidlich spannender Rache-Thriller, dem irgendwie nie wirklich der Spagat zwischen ernsthaften Drama, atemraubenden Thriller und verstörenden Horror gelingen mag.
 
 
 


 
 
 

BLACK ROCK – Zensur

 
 
 
Der Film wurde von der FSK für Zuschauer ab 16 Jahren freigegeben. Die niedrige Altersfreigabe verwundert nicht, denn wirklich brutal ist BLACK ROCK nicht.
 
 
 


 
 
 

BLACK ROCK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Black-Rock-Blu-ray

(c) Lighthouse Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Black Rock; USA 2012

Genre: Horror, Drama, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Englisch (DTS-HD MA 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Keine

Release-Termin: 19.07.2013

 

Black Rock – Überleben ist alles [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

BLACK ROCK – Weitere Veröffentlichungen auf Blu-ray

 
 
 
Neben der herkömmlichen Blu-ray im KeepCase erschien der Film am 21. August 2015 in der sogenannten Horror-Collection Vol.2. In dieser Sammlung an Horrorfilmen sind neben dem Streifen BLACK ROCK auch die Horrorfilme NEVER LAKE und BIGFOOT – DER BLUTRAUSCH EINER LEGENDE enthalten. Alle drei Horrorfilme liegen dieser Sammlung in ungeschnittener Form bei.
 
 
 
horror-collection-2-bluray
 

Horror-Collection Vol.2 [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

BLACK ROCK – Trailer

 
 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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AFTERSHOCK – DIE HÖLLE NACH DEM BEBEN

Story

 
 
 
Es hätte ein entspannter Urlaub im südamerikanischen Chile werden können. Weiber, Sex und Alkohol. Doch die muntere Sause entwickelt sich für den verzogenen Proll-Millionär Pollo (Nicolás Martinez) und seine Freunde Ariel (Ariel Levy) und Gringo (Eli Roth) rasch zum tödlichen Alptraum. Während des Besuches eines der angesagtesten Clubs Valparaisos lernen die drei Freunde nicht nur die amerikanischen Schwestern Monica (Andrea Osvárt) und Kylie (Lorenza Izzo) und deren Freundin (Natasha Yarovenko) kennen, sondern machen alsbald auch die bittere Bekanntschaft mit einer der unberechenbarsten Naturgewalten der Erde. Ein unerwarteter Tsunami verursacht ein fürchterliches Erbeben, das innerhalb von nur wenigen Sekunden die gesamte Küstenregion des Landes zerstört und tausende Menschen unter herabstürzenden Trümmerteilen vergräbt. Während die wenigen Überlebenden versuchen, sich in Sicherheit zu bringen, sehen sich die Freunde mit einer ganz anderen Bedrohung konfrontiert. Eine skrupellose Gruppe entflohener Häftlinge geistert durch die zerstörten Gassen des Ortes und sorgt für Angst und Schrecken …
 
 
 


 
 
 

AFTERSHOCK – Kritik

 
 
 
Wenn auf einem Filmplakat damit geworben wird, dass kein geringerer als Regisseur ELI ROTH (HOSTEL, HOSTEL 2) für die Realisierung von AFTERSHOCK verantwortlich zeichnet, dann dürften sich interessierte Horrorfans vermutlich gierig die Hände reiben und hoffen, dass der reißerisch angepriesene Horror-Thriller auch das hält, was der Name ELI ROTH bereits seit seinem Erstlingswerk CABIN FEVER verspricht: Zeigefreudiges und hart umgesetztes Gematsche. Für den kommenden Horrorschocker AFTERSHOCK hat es sich ROTH nicht nehmen lassen, als Co-Produzent zu fungieren und wie bereits in einigen seiner früheren Werke auch vor der Kamera zu agieren. Das Regiezepter überließ er hierbei seinem Kollegen NICOLÁS LÓPEZ, der bereits mit gerade einmal 21 Lenzen einen abendfüllenden Spielfilm inszeniert hat und nun mit AFTERSHOCK seinen ersten englischsprachigen Film präsentiert. Dass der chilenische Filmemacher jetzt mit gerade einmal 30 bereits allerhand Erfahrungen im Herunterkurbeln günstig produzierter Filmchen besitzt, bezeugt seine durchaus umfangreiche Vita. Wo Gleichaltrige gerade ihr Studium abgeschlossen haben und nun versuchen Gelerntes in die Tat umzusetzen, kann LÓPEZ bereits auf eine bewegte Karriere zurückblicken. Neben mehreren Auszeichnungen für Musikvideos, der Gründung einer Unterhaltungs-Webseite und einer stattlichen Anzahl mehr oder weniger gelungener Regiearbeiten, versucht er sich nun mit AFTERSHOCK auch auf dem internationalen Filmmarkt zu behaupten.
 
Gut, denkt sich der Filmfreund, mit ROTH als kompetentem und erfahrenem Partner an der Seite kann dieser Thriller nur ein potenzieller Hit-Kandidat werden. Denkste! Denn wer meint, mit AFTERSHOCK einen durchweg spannenden und klug inszenierten Survival-Trip serviert zu bekommen, der wird schnell eines Besseren belehrt. AFTERSHOCK ist eines dieser vollkommen naiven Filmchen, das sich einzig darin feiert, möglichst viele grausame Szenen aneinanderzureihen, um den nicht vorhandenen Sinngehalt der Geschehnisse zu verschleiern. Hier wird Wert auf reißerische Exploitation gelegt, wobei es den Film keinen Deut interessiert, die „richtigen“ Schicksale und die panische Angst „tatsächlicher“ Überlebenden zu protokollieren. Stattdessen begleitet der Zuschauer drei jämmerliche Loser, die nicht nur wie Versager handeln sondern auch danach ausschauen, bei ihrem unwichtigen Kampf ums nackte Überleben. Um die Tatsache zu unterstreichen, wie amerikanisch dieser Film doch ist, werden dem Trio drei sexy Bunnys zur Seite gestellt, die natürlich, wie hätte es auch anders sein können, ernsthaft sexuelles Interesse an den Schwachmaten hegen. Natürlich findet der vielversprechende Lusttrip durch ein unerwartetes Erbeben ein frühes Ende und die sechs Überlebenden sehen sich mit einer Schar flüchtender Häftlinge konfrontiert, die nichts anderes im Sinn haben, als die drei sexy Chicas zu verfolgen und sie möglichst schnell zu begatten (man hat ja sonst nichts anderes zu tun, wenn Menschen im Betonhagel zerquetscht werden). Mal im Ernst, wer Bitte schön hat sich eigentlich so einen Käse ausgedacht? Wäre der Film in der zweiten Filmhälfte nicht derart bierernst inszeniert, man hätte vermutlich noch irgendetwas Positives von AFTERSHOCK abgewinnen können. In Anbetracht der Umstände, dass LÓPEZ´ Beitrag auf tatsächliche Ereignisse zurückzuführen ist, hinterlässt die arg notdürftig zusammengezimmerte und grotesk in Splattrige abdriftende Handlung einen durchaus fragwürdigen Beigeschmack. Spätestens dann, wenn vor der Linse zermalmte Neugeborene gezeigt, Frauen vergewaltigt und Menschen bei lebendigen Leib verbrannt werden, dürfte die Grenze des guten Geschmacks erreicht sein. Überhaupt bleibt zwischen all den zerfetzten Leibern, effekthascherischen Schocksequenzen und sadistischen Tötungsszenen der Sinngehalt dieses Filmes weitestgehend unschlüssig. Die Frage, was uns NICOLÁS LÓPEZ mit seinem haarsträubenden Erdbeben-Horror eigentlich mitteilen wollte, bleibt vollkommen ungeklärt. Das eigentliche Thema vom Zusammenbruch jedweder Zivilisation kommt zwar anfänglich noch zum Tragen, wird aber im Verlauf der Handlung zugunsten perfider Ekelszenen vollkommen außer Acht gelassen. Stattdessen konzentriert sich LÓPEZ zu steif darauf, seine unzugänglichen Protagonisten schön deutlich und blutig über die Klinge springen zu lassen und den erwartungsfreudigen Gorehound so mit professionell gemachter Splatter-Effektkunst zu beglücken.
 
Mit einem ernstzunehmenden Katastrophenfilm hat AFTERSHOCK kaum etwas am Hut. Statt sich vornehmlich auf die Ausweglosigkeit der Protagonisten zu konzentrieren, driftet der Film ins Horrorlastige ab und verfängt sich in einem vollkommen hirnlosen Subplot, der sich einzig damit beschäftigt, die ohnehin unsympathischen Helden schön reißerisch zu meucheln. Die Rolle der Frau wurde in AFTERSHOCK einmal mehr auf das Nötigste reduziert. Die Protagonistinnen im Film bilden einzig Mittel zum Zweck, die vorwiegend männlichen Zuschauer zu belustigen, bzw. um als Besamungsziele für die triebgesteuerten Fieslinge des Films zu dienen. So bildet eine widerwärtige Vergewaltigung einer der Heldin in AFTERSHOCK das klägliche Schlusslicht des vollkommen zweckentfremdeten Erdbeben-Schockers. Bei derart moralisch fragwürdiger Darstellung der im Film gezeigten Grausamkeiten verwundert es kaum, dass die amerikanische MPAA mit AFTERSHOCK arg streng ins Gericht ging und die US-Kinoauswertung mit dem kommerziell vernichtenden Rating NC-17 abstrafte. Grund genug für den amerikanischen Verleih, das Trash-Werk für ein lukrativeres R-Rating herabzuschnippeln, um den Film überhaupt in den Kinos auswerten zu können. Ob die ungeschnittene Fassung AFTERSHOCK jedoch besser macht, mag bezweifelt werden. Denn mehr als ein spannungsarmer, anspruchsloser aber technisch durchaus souverän umgesetzter Horrorfilm ist AFTERSHOCK leider nicht geworden.
 
 
 


 
 
 

AFTERSHOCK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Harter Erdbeben-Schocker, der nicht mit deftigen Splatter-Exzessen geizt. Inhaltlich darf man jedoch nicht wirklich viel erwarten. AFTERSHOCK ist primitive, uninspirierte und moralisch bedenkliche Horrorkost für Freunde des schlechten Geschmacks.
 
 
 


 
 
 

AFTERSHOCK – Zensur

 
 
 
Der Film ist ziemlich derbe was seine Gewaltszenen betrifft, wobei die Darstellungen der hier bebilderten Grausamkeiten moralisch derart fragwürdig in Erscheinung treten, dass der Film in seiner ungeschnittenen Fassung selbst in Amerika mit einem vernichtendem NC-17 abgestraft wurde. Demnach musste der amerikanische Verleih die Schere ansetzen, um ein lukratives RATED R erhalten zu können. Hierzulande hat die zerschnippelte R-Rated-Fassung Glück gehabt, denn diese wanderte komplett durch die FSK und hat die KJ-Kennzeichung bekommen. Angesichts der Tatsache, dass so manch seichtere Streifen hierzulande Feder lassen musste, um eine Freigabe zu erhalten ist die Einstufung seitens der deutschen Zensurbehörde kaum nachvollziehbar. Immerhin ist AFTERSHOCK in Deutschland identisch mit der Rated R-Fassung. Wer jedoch die Unrated-Variante sehen möchte, muss zum Import greifen.
 
 
 


 
 
 

AFTERSHOCK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Aftershock Blu-ray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Aftershock; Chile/USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Rated-R-Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making of, Ein bewegendes Casting, Interview mit Nicolás Lopez, Trailer & TV-Spots, Audiokommentar Nicolás Lopez und Eli Roth

Starttermin: 10.01.2014

 
 
 
UNIVERSUM FILM ist das Kunststück gelungen und hat den ziemlich derben AFTERSHOCK ungeschnitten durch die FSK schmuggeln können. Zwar handelt es sich hier nicht um die begehrte Unrated-Fassung, die Horrorfans lieber gesehen hätten (es ist „NUR“ die leicht beschnittene Kinofassung aus Amerika); trotzdem erstaunt wie der Rechteinhaber selbst die ohnehin schon harte Rated R-Variante durch die Zensurbehörde boxen konnte. Die ist aber komplett und kommt nun auf einer technisch tadellosen Blu-ray in den Handel. AFTERSHOCK wurde digital mit CANON-5-D-Kameras gefilmt und das sieht man auch: grandiose Schwarzwerte, präzise Kontraste und eine unglaubliche Schärfe erfreuen das Filmfanherz. Geht das Treiben los, verschwindet die Schärfe im hektischen Trubel und Gesichter werden vereinzelt weich oder unscharf dargestellt. Diese Szenen sind jedoch die Ausnahme und schmälern die Freude an der Hochwertigkeit der Bildqualität keineswegs. Beim Ton wird geklotzt und nicht gekleckert, denn hier werden alle Lautsprecher gefordert. Bereits zu Beginn in der Discoszene kommt der Subwoofer lautstark zum Einsatz. Die Soundkulisse der Katastrophe ist druckvoll. Zudem ist erfreulich, dass UNIVERSUM FILM an eine gescheite Übersetzung gedacht hat. Die Sprecher machen ihre Arbeit gut und von einer stümperhaften Pornosynchronisation ist weit und breit nichts zu verzeichnen. Den Horrorfans dürfte freuen, dass für AFTERSHOCK ein dickes Extrapaket geschnürt wurde. Den Anfang machen drei Werbetrailer (BYZANTIUM, THE CALL – LEG NICHT AUF! und OLYMPUS HAS FALLEN) kommender Highlights aus dem Programm von UNIVERSUM FILM. Danach kann der Zuschauer in einem mit Szenen aus dem Hauptfilm unterlegten Hauptmenü nach Extras stöbern. Es gibt ein kurzes Making of (ca. 10 Minuten, HD), ein Casting-Feature (ca. 2 Minuten, HD), ein Interview mit dem Regisseur (ca. 2 Minuten, HD) und verschiedene Trailer und Clips zum Film (zusammen rund 5 Minuten, HD) zu sehen. Abgerundet wird der Bonussektor mit einem Audiokommentar in dem Regisseur López munter Anekdoten ausplaudert und Filmemacher Eli Roth per Telefonkonferenz hinzuschaltet. Löblicherweise wurden ausnahmslos alle Extras deutsch untertitelt, sogar der Audiokommentar. Zudem macht der Anbieter mit sieben Katalogtiteln Eigenwerbung und bietet sogar einen BD-Live-Zugang bei dem jedoch eine Internetverbindung vorausgesetzt wird. Übrigens: das beliebte Wendecover ohne FSK-Flatschen ist auch mit am Start.
 
 
 

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Aftershock – Trailer

 
 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Filmreview: „American Mary“ (2012)

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American Mary

Story

 
 
 
Mary ist eine typische Studentin. Sie ist fleißig, wissbegierig und permanent in Geldnot. Um sich dennoch das Chirurgie-Studium leisten zu können, entschließt sie sich aus der Not heraus auf eine Stellenausschreibung als erotische Masseurin in einem Strip-Clubs zu bewerben. Eine folgenschwere Entscheidung, denn der Besitzer des Lokals hat „Größeres“ mit ihr vor. Er erkennt ihr Potenzial und führt die junge Frau in einer düstere Welt voller skurriler Gestalten, die nur einen Wunsch hegen: ihren Körper mittels „Body-Modification“ zu „perfektionieren“. Rasch macht die chirurgische Fingerfertigkeit der (an)gelernten Mary die Runde, sodass sie sich alsbald vor lukrativen Aufträgen zur „Körperverschönerung“ nicht mehr retten kann. Auf einer Chirurgen-Party trifft sie wenig später auf ihren Dozenten, der nicht nur ihr umfangreiches Wissen zu schätzen weiß. Er macht die unwissende Mary durch Drogen gefügig und vergewaltigt die wehrlose Schülerin. Ein fataler Fehler, denn Mary beschließt grausame Rache …
 
 
 


 
 
 

American Mary – Kritik

 
 
 
Aufgrund der Masse an vollkommen desaströsen und beliebig austauschbaren Genre-Werken, dürfte es für den Filmfreund so langsam zu einer unüberwindbaren Herausforderung werden, darunter die wirklich hochwertigen Perlen zu finden. Kaum ein Thema in der Horrorfilmwelt existiert, dass nicht bereits zu Tode getrampelt und lukrativ ausgeschlachtet wurde. Umso verwunderlicher, dass es dennoch hin und wieder Horrorfilme aus Hollywood schaffen, durchaus Aufmerksamkeit zu erregen und für Gesprächsstoff zu sorgen. Das Psycho-Drama „American Mary“ ist ein derartiger Fall, dem eine vollkommen neue Thematik zu Grunde liegt, der bisher dato kaum bis gar keine Beachtung geschenkt wurde und die mit Sicherheit ein gutes Dutzend thematisch ähnlich gestrickter Filme nach sich ziehen wird.
 
American Mary“ ist kein Horrorfilm im herkömmlichen Sinne. Die beiden „Soska Schestern„, Jen und Sylvia, die bereits im Jahre 2009 schon einmal versucht haben, mit ihrem Regie-Debütwerk “Dead Hooker in a Trunk” in der Horrorfilmszene Fuß zu fassen, haben mit ihrem zweiten abendfüllenden Langfilm genau ins Mark getroffen. „American Mary“ ist ein ziemlich interessanter Beitrag, der ein überaus perfides Fetisch-Milieu thematisiert und den Zuschauer in eine vollkommen seltsame Welt entführt, von der man kaum glauben mag, dass diese letztendlich auch in der Realität existiert. Dort gehört sogenanntes „Extrem-Body-Modification“ zum guten Umgangston, bei der sich eigentlich gesunde Menschen durch körperliche Verstümmelungen versuchen vom konventionellen Schönheitsideal abzuheben. Das beginnt durch schmerzfreies Stechen von Piercings und endet im Extremfall beim Entfernen ganzer Gliedmaßen, dem eigenen Individualismus wegen.
 
Freilich wirkt dieser Fetisch für den Otto-Normal-Bürger vollkommen befremdlich, dennoch umso lobenswerter, dass sich der Film derart kontroverser Thematik mit einem zwinkernden Auge nähert, ohne dabei jedoch den Verfechtern dieser etwas sehr speziellen Leidenschaft unweigerlich auf die Füße zu treten. Auch wenn das unverbrauchte Szenario durchaus Potenzial für schön derbe Kröselkost bietet, sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass es sich bei „American Mary“ um einen zynischen Psychothriller handelt, der gänzlich andere Pfade einschlägt und sich unwesentlich mit der Folterei potenzieller Probanden beschäftigt. Hier wird nicht schaulustig gebohrt, geschlitzt und verstümmelt, sondern geradezu zwanghaft weggeblendet, wenn der Zuschauer hofft, gleich auf bluttriefenden Ekel-Terror zu stoßen. Ein guter Schachzug der beiden „Soska Geschwister„, hat der Film demnach genug Zeit sich auf das wirklich Wesentliche zu konzentrieren.
 
Im Mittelpunkt der Gegebenheiten steht die junge Mary, die von „Katharine Isabelle“ trefflich in Szene gesetzt wird. Horrorfilmfreunden dürfte „Isabelle“ nicht unbekannt sein, wusste sie bereits als Hauptfigur „Ginger“ im Werwolf-Drama „Ginger Snaps – Das Biest in dir“ durch ein facettenreiches Schauspiel zu überzeugen. Begrüßenswert und äußerst sympathisch, dass sich eine derart beliebte Horrorfilm-Ikone wie „Katharine Isabelle“ erneut dazu entschlossen hat, in die skurrile Welt des Horrors abzutauchen, um einmal mehr dem Genre-Fan auf ansprechend hohem Niveau den Kopf zu verdrehen. Wie bereits in „Ginger Snaps“ durchlebt auch ihre Rolle in „American Mary“ eine bedeutsame Verwandlung, die sich aber in ihrem aktuellen Film natürlich freilich realistischer (wenn auch sehr oberflächlich) bebildert. Anfänglich lebensfroh und neugierig, durchlebt Marys Ego im Verlauf der Geschichte eine abrupte psychologische Veränderung, die seltsamerweise nicht auf ihre neues berufliches Dasein im Underground-Milieu zurückzuführen ist. Nachdem das selbstbewusste Mädchen von ihrem Professor sexuell misshandelt wird beginnt Mary einen regelrechten Schutzwall um ihre Person zu zimmern. Gefühle lässt sie nur selten zu, Skrupel kennt sie fortan nicht mehr. In nur wenigen Momenten, blitzt ein Funken Menschlichkeit aus ihrer geschunden Seele hervor. So sind Szenen, wie die in der sich die vermeintlich taffe Mary still trauern von ihrer geliebten Großmutter verabschiedet, rar gesät. Leider wird das Schicksal der durchaus interessanten Protagonistin nur zum Teil ausgereizt. Immer wieder meint man das Gefühl zu haben, als ob der Film sich allein nur auf das möglichst sensationsgeile Zurschaustellen des zugrundeliegenden Milieus konzentrieren möchte. Die wenigen durchaus unkonventionellen Charaktere kommen da hin und wieder etwas zu kurz, was etwas bedauerlich ist. Dennoch bleibt am Ende ein erfrischend andersartiger Film über, der sich nicht zwangsläufig nur im obligatorischen Blutzoll verfängt, sondern den Zuschauer versucht zu schockieren, indem er ihn in eine vollkommen absurde Welt entführt.
 
American Mary“ ist kein ruppiger „Rape-and-Revange“-Streifen. Ebenso ist der Film NICHT im Folter-Genre beheimatet, wie der Horrorfilmfreund vermutlich bei derart düsteren Kontext vermuten würde. Der Film ist ein dunkler Psycho-Trip in eine Welt, in der der eigene Körper quasi schon fast kunstvoll in Szene gesetzt wird. Hierbei werden gekonnt Einflüsse aus asiatischen Extrem-Filmchen mit zweifelhaften S/M-Praktiken und Cronberg´schen Körperhorror verknüpft. Eine Ähnlichkeit zum Horrorthriller „Dee Snider’s Strangeland“ aus dem Jahre 1998 ist unverfehlbar. Dennoch, auch wenn sich der Film nur grob mit dem psychischen Verfall der Hauptdarstellerin beschäftigt, so verfehlt der Film seine durchaus kontroverse Aussage nicht. Gelingt es Genre-Filme nur selten gesellschaftskritische Botschaften zu vermitteln, so scheint „American Mary“ dies geradewegs mit einer spielerischen Leichtigkeit zu gelingen. Ob nun bewusst oder unbewusst sen dahingestellt. Das erfrischende Szenario dokumentiert mit einer zynischen Leichtigkeit das krankhafte Streben nach der Perfektion des eigenes Körpers. Hierbei bedient sich „American Mary“ zwar mit dem hier bebilderten „Body-Modification“ einem durchaus extremen Beispiel; die Grundaussage des Film lässt sich aber natürlich auch in alle übrigen Bereiche des täglichen Lebens transferieren. Ob nun unnötige Schönheits-OPs, der bevorstehende Friseurtermin oder ein schweißtreibender Besuch im Fitnessstudio – der zwanghafte Schönheitswahn, den die Gesellschaft aktuell unweigerlich vordiktiert ist mittlerweile bereits allumfassend.
 
 
 


 
 
 

American Mary – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Spannender und erfrischend kontroverser Blick in eine skurrile Welt voller seltsamer Gestalten.
 
 
 


 
 
 

American Mary – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung aus dem Hause „Universal Pictures“ ist mit dem „Keine Jugendfreigabe„-Aufdruck vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

American Mary – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Filmreview: „Girls against Boys“ (2012)

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Girls against Boys

Story

 
 
 

Manche Frauen haben einfach nur Pech im Leben, so auch die junge Shea (Danielle Panabaker), die sich scheinbar immer in die falschen Männer verliebt. Nachdem sie von ihrem Partner verlassen wurde, weil dieser verheißungsvolle Zukunftspläne zusammen mit seiner Frau schmiedet, ist Shea am Boden zerstört und vertraut sich ihrer Arbeitskollegin Lu (Nicole LaLiberte) an. Kurzum flüchten die beiden auf eine angesagte Party, um sich den Frust von der Seele zu tanzen. Doch der nächste Morgen offenbart Tragisches, denn auf ihrem Heimweg wird Shea von einer flüchtigen Party-Bekanntschaft skrupellos vergewaltigt. Vollkommen verstört schleppt sich das junge Mädchen zusammen mit ihrer neuen besten Freundin Lu in eine der nächsten Polizeistationen, wo das missbrauchte Opfer jedoch auf wenig tröstende Worte stößt, als vielmehr Spott und Hohn erntet. Da beschließen die beiden Frauen, dass Gesetz selbst in die Hände zu nehmen und den Peiniger auf grausame Art und Weise zu bestrafen …
 
 
 


 
 
 

Girls against Boys – Kritik

 
 
 
Um Gottes willen, was war denn das? Horror, Satire, Thriller oder gar gesellschaftskritisches Selbstfindungs-Drama? So wirklich einordnen lässt sich „Girls against Boys“ nämlich nicht wirklich, auch wenn der notdürftig zusammengeschusterte Plot einmal mehr expolitationhaftes Revenge-Kino der Extra-Klasse suggeriert. Zwar werden hier diverse Filmzutaten aus unterschiedlichen Genres katastrophal wirr miteinander verknüpft, dennoch kann man trotzdem nicht behaupten, dass das vorliegende Rache-Filmchen dadurch schlechter ist, als manch klassischer Rape-and-Revenge-Thriller, der sich vordergründig mit zeigefreudigem Rache-Gekröse beschäftigt. Der Film wird hierbei aus der Sicht der leidenden und durchaus naiv handelnden Shea geschildert, die erkennen muss, dass man in einer egoistischen und selbstsüchtigen Welt wie der Unseren, doch besser einen dicken Schutzwall um das eigene Seelenheil zimmert, damit man nicht derart schnell verletzt und enttäuscht werden kann, wie der Film zu Beginn erschreckend dokumentiert. Durch prägende Schicksalsschläge, welche sie im Verlauf des Filmes über sich ergehen lassen muss, wächst sie letztendlich über sich selbst hinaus und wird zur skrupellosen Rächerin, die sich von Nichts und Niemanden aufhalten lässt. Dabei dient ihr die geheimnisvolle Lu als erfahrene Lehrerin, die bereits schon früh gelernt haben muss, jedem Mann mit einer gehörigen Portion Skepsis gegenüberzutreten. Ihr Charakter wird durch unnahbare, unterkühlte und emotionslose Gestiken bebildert, welche vermuten lassen, dass Lu ebenso einschneidende Erfahrungen mit Männern erlebt und nun einen unstillbaren Hass gegenüber dem starken Geschlecht geschürt haben muss. Dennoch bleibt ihr Schicksal gänzlich ungeklärt, was ihre Rolle durchaus einige interessante Facetten verleiht, dennoch gleichzeitig diverse Fragen in den Raum wirft. Woher ihr Zorn und ihre Verachtung rührt, hinterfragt „Girls against Boys“ leider nicht, sodass man als Zuschauer meinen könnte, dass Lu aus reinem Genuss am Foltern, Männer skrupellos über den Jordan meuchelt.
 
Trotz eigentlich kontroverser Botschaft, reduziert sich die dramenlastige Inszenierung und das Martyrium Sheas leider nur auf den Beginn der Geschichte. Wie so oft in klassischen Rape-and-Revenge-Filmen, werden die Gegebenheiten einmal mehr auf die Spitze getrieben. Auch „Girls against Boys“ macht da keine Ausnahme. Das Opfer Shea wird schön sadistisch durch die emotionale Hölle gejagt, sodass die Frau jegliche Selbstachtung vor ihrer eignen Person verliert, damit letztendlich der Racheakt eingeleitet werden kann und die „(Folter)Spiele“ beginnen dürfen. Der gierige Horrorfilmfreund dürfte sich hierbei natürlich gierig die Hände reiben, zumal „Girls against Boys“ hier durchaus Zündstoff bietet, ein angemessenes Gorefest zu zelebrieren. Wer jedoch hier auf zeigegeiles Foltergekröse hofft, dürfte gänzlich enttäuscht werden, denn Regisseur hält sich bei der blutigen Zurschaustellung obligatorischer Gemeinheiten dezent zurück, was in diesem Falle natürlich nicht negativ gewertet werden soll. Die Kamera ist zwar auch in den „bösen“ Szenen immer aktiv am Geschehen beteiligt, hält die Linse aber hierbei immer auf die Gesichter der beiden Rächenden, die mit Sägen und Macheten schonungslos zur Tat schreiten und ihren Peinigern Löcher durch Genitalien jagen oder die Gliedmaßen von den Körpern ihrer Opfer trennen. Zwar wirken diese Szenen schonungslos hart, dennoch weiß ein unbeschwerter Sarkasmus die ansprechenden Folterszenen zu begleiten, sodass einige Gewaltakte dadurch bereits wieder weniger hart wirken. Überhaupt durchzieht die gesamte Szenarie ein merklich befremdlicher Unterton. Da laufen Popsongs im Hintergrund, die von der Schönheit des Verliebtseins berichten und davon erzählen, wie stark die Liebe von Mann zu Frau sein kann – das alles natürlich in einem Kontext, der das ganze Gegenteil symbolisiert. Auch die grotesken Wortgefechte zwischen den beiden Mädchen wirken während ihren sadistischen Racheakten durchaus erheiternd, was den Film durchaus aufzuwerten weiß und ein wenig abhebt von üblicher Revenge-Kost.
 
Dennoch, auch wenn „Girls against Boys“ am Ende doch etwas anders sein will, als die üblichen Konsorten seines Sub-Genres, so schafft es Regisseur „Austin Chick“ letztendlich dennoch nicht, seinen recht fiesen und vor allem überraschend wortkargen Schocker vor groben Schnitzern zu bewahren. Die stereotype Betrachtungsweise von Mann und Frau wirkt hier mitunter sehr eindimensional. Der Mann wird, wie so oft, als triebgesteuerter Primat skizziert, der wie so oft die Frau allein nur als Begattungsmaschine betrachtet. Die Frau wiederum wird natürlich einmal mehr als primitives Dummchen beschrieben, die zwar mit ihren Reizen zu provozieren weiß, dennoch am Ende immer das Nachsehen trägt, egal in welcher Hinsicht. Eine wirklich ernstzunehmende Auseinandersetzung mit den Geschlechterverhältnissen findet hier natürlich keineswegs statt, zumal die Sicht einzig aus der Perspektive der Frau geschildert wird. Auch verliert der eigentlich kontroverse Charakter des Films spätestens mit der Einleitung des Racheakts jegliche Glaubwürdigkeit. Shea und Lu hinterfragen ihre Schandtaten natürlich zu keiner Minute und werden natürlich weder von Polizei verfolgt, noch von sonst irgendjemanden in die Schranken gewiesen. Zudem fragt man sich als Zuschauer ohnehin, warum die missbrauchte Shea auch Tage nach ihrem körperlichen Mißbrauch immer noch mit Highheels und Minirock durch die dunklen Gassen der Großstadt stolziert.
 
Austin Chick“ ist mit seinem „Girls against Boys“ ein recht passabler Thriller geglückt, der schon irgendwie ein wenig abgefahren wirkt. Leider scheint der ziemlich erschütternde und bierernste Beginn nicht so wirklich zum vollkommen durchgeknallten und zynisch-dialogisierten zweiten Teil der Geschichte zu passen. Teilweise mag man als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden wollen, als hätte Regisseur „Austin Chick“ zu Beginn selbst nicht wirklich gewusst, in welche Richtung denn nun sein „Geschlechterkampf“ abzielen sollte. Trotz der wenigen psychologisch ansprechenden Ansätze wirkt sein Film irgendwie substanzlos und eine wirklich plausible Aussage mag der Film auch nicht so recht treffen wollen. Trotzdem, auch wenn es das rabenschwarze „Thelma und Louise“-Plagiat nur selten schafft, sich auf ernsthafter Basis mit gesellschaftskritischen Themen auseinanderzusetzen, kann man Chick nicht vorwerfen einen miesen und überflüssigen Film gedreht zu haben. „Girls against Boys“ wird seine Liebhaber finden, da sind wir uns sicher, immerhin wissen die wenigen Racheakte mit einer ziemlich kompromiss- und schonungslosen Darbietung zu überzeugen. Somit dürfte „Girls against Boys“ gerade für all die Horrorfilmfans interessant sein, die bisher noch immer nicht genug von missbrauchten Frauen haben, die sich schön selbstzweckhaft und grafisch ansprechend an ihren Peinigern zu rächen wissen!
 
 
 


 
 
 

Girls against Boys – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Man sollte nie die Rache einer Frau unterschätzen – Bitterböser Geschlechterkampf mit einigen ziemlich markerschütternden Szenen.
 
 
 


 
 
 

Girls against Boys – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung dürfte ungeschnitten eine „Keine Jugendfreigabe“-Einstufung erhalten.
 
 
 


 
 
 

Girls against Boys – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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