Filmkritik: „Das Pendel des Todes“ (1961)

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DAS PENDEL DES TODES

(THE PIT AND THE PENDULUM)

Story

 
 
 

Spanien in den Fünfzehnhundertern: Der Adlige Nicolas Medina hat ein ordentliches Kindheitstrauma im Gepäck. Sein folterbegeisterter und von der Eifersucht geplagter Vater mauerte seinerzeit die betrügerische Mutter bei lebendigem Leibe in den Kellergewölben des heimischen Schlosses ein. In der Gegenwart nimmt sich Medinas böse Gattin die Erinnerungen ihres Mannes zu Hilfe, dessen geistige Gesundheit zu torpedieren. Als der ihr auf die Schliche kommt, fällt ihm ein, dass im Keller nicht nur Mutters Skelett, sondern auch Vaters Folterinstrumente, hier sei besonders DAS PENDEL DES TODES aus dem Titel genannt, wartet…

 
 
 


 
 
 

DAS PENDEL DES TODES – Kritik

 
 
 
DAS PENDEL DES TODES zählt zu den schönsten der oft sehr freien Edgar-Allan-Poe-Adaptionen aus den sagenhaften American International Pictures, kurz AIP, -Studios. Das liegt – natürlich – vor allem am Hauptdarsteller. Vincent Price findet langsam Spaß daran, seine etablierte Hollywood-Vergangenheit als (im Regelfall hinterlistiger) Schönling in Krimis und Schnulzen hinter sich zu lassen. Vielmehr entwickelt er seine Persona als Amerikas Gesicht des Horrorkinos und wird als Nachfolger von einer Generation älterer Mimen wie Boris Karloff oder Bela Lugosi zum „Household Name“ auf dem Gruselsektor. Eine Rolle, die ihn noch in den Achtzigern zur Stimme von Michael Jacksons Hit-Video THRILLER und Liebling aller neuen Monster-Kids machen wird. Seine Art, auf zwölf Zylindern Volldampf den Bildschirm zu beherrschen und eigentlich viel mehr Vincent Price zu spielen als die Rollenfigur aus dem Drehbuch, ist immer mit einem den Zuseher umarmenden Augenzwinkern verbunden und einfach nur wunderbar.
 
 
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Regisseur Roger Corman ist der unbestrittene König der B-Movie-Sparbrötchen und gilt mit seinen erfolgreich an allen Ecken und Enden auf die Kosten achtenden Produktionsplänen – bis in die heutige Zeit – als Vorbild für junge Independent-Filmemacher. So wundern wir uns auch nicht, wenn uns die mittelalterlichen Kulissen, durch die der arme Don Nicolas hetzt, doch deutlich bekannt vorkommen. Corman bringt diese Sets fast in jeder seiner Kostümfilm-Produktionen jener Jahre zum Einsatz.
Für die sofort wiedererkennbare musikalische Untermalung des Geschehens sorgt ein weiteres Mal ein echter Gigant nicht nur des Soundtrack-Handwerks: Der texanische Orchesterleiter Les Baxter, legendärer Easy- Listening- und Exotica-Musik-Komponist, ist in den Sechzigern ein treuer Wegbegleiter Roger Cormans und verleiht den vergleichsweise kleinen Filmen des Produzenten mühelos einen Anstrich des Monumentalen.
 
 
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Amüsante Fußnote noch – wenn man sich nicht vor Schreck entzweireißen möchte: Wie viele Horrorfilme, die heute eher unter gering schauriges Unterhaltungskino für das Kind im Manne laufen, hatte auch DAS PENDEL DES TODES noch eine alte FSK-Freigabe von knackigen 18 im Genick. Die hat sich – da hat die Vernunft gesiegt – inzwischen auf die passendere FSK12, ähem, eingependelt.
 
 
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DAS PENDEL DES TODES – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Als typisch stimmungsvolle Edgar-Allan-Poe-Verfilmung von Roger Corman und AIP können wir DAS PENDEL DES TODES jedem Freund klassischen Horrorkinos natürlich nur wärmstens empfehlen. Vom Look der Kulissen über die Musik bis hin zum wunderbar übergeschnappten Spiel des unübertroffenen Vincent Price findet sich hier einfach alles, was das Herzchen des geneigten Fans höherschlagen lässt.
 
 
 


 
 
 

DAS PENDEL DES TODES – Zensur

 
 
 
DAS PENDEL DES TODES lief in den Kinos noch mit einer Freigabe ab 18 Jahren. Gleiches war bei den kommenden VHS- und DVD-Auswertungen der Fall. Erst im Jahr 2013 reichte 20th Century Fox den Titel erneut bei der FSK ein und erhielt eine zeitgemäßere Freigabe ab 12 Jahren. Nun erschien die deutsche HD-Veröffentlichung. Diese ist ungeschnitten und wurde ebenso mit einer FSK12 eingestuft.
 
 
 


 
 
 

DAS PENDEL DES TODES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 500 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 666 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Pit and the Pendulum; USA 1961

Genre: Horror, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: KeepCase: FSK12 (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Deutscher Audiokommentar von Daniel Perée vom Wicked-Vision Filmmagazin, Englischer Audiokommentar von Roger Croman, Roger Corman-Filmographie, Barbara Steele Filmographie, Luana Anders Filmographie, John Kerr Filmographie, Originaltrailer (SD, 2:26 Min.), Bildergalerie (HD, 17:15 Min.), Prolog (HD, 5:02 Min., Englisch DTS HD Master Audio 2.0 Mono und optional mit Deutschen Untertitel) | zusätzlich im Mediabook: 12-seitiges Booklet mit Text von Nando Rohner und den Film auf DVD

Veröffentlichung: Mediabook: 18.12.2015 | KeepCase: 29.03.2018

 
 
NSM hat 2015 drei limitierte Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film veröffentlicht. Seit März 2018 kann man DAS PENDEL DES TODES auch als deutsche Blu-ray im KeepCase erwerben. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ebenso ungeschnitten.
 
 

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DAS PENDEL DES TODES – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Der Rabe – Duell Der Zauberer (1963)
 
Das Grab der Ligeia (1964)
 
Satanas – Das Schloss der blutigen Bestie (1964)
 

Filmkritik: „Theater des Grauens“ (1973)

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THEATER DES GRAUENS

(THEATRE OF BLOOD)

Story

 
 
 

Edward Lionheart (Vincent Price) ist ein very britischer Shakespeare-Schauspieler, und das mit Leib und Seele. Allerdings sind seine Interpretationen der Stücke des größten Dramatikers englischer Zunge auf der eher hackfleischigen Seite des bühnenhandwerklichen Spektrums angesiedelt. Sowas wie Subtilität oder feinere Nuancen der Theaterdarsteller-Kunst müssen in Lionhearts Spiel meist der Brachialität des sprichwörtlichen Elefanten in der filigranen Kulisse des Kaffeegeschirrs weichen. Nachdem der Ruf des Mimen von spitzfedrigen Kritiker-Würstchen einmal zu oft der Lächerlichkeit preisgegeben wird, nimmt sich der sensible Künstler das Leben. So. Seltsamerweise widerfahren den Kritikern nach Lionhearts Ableben, einem nach dem anderen, gar grausame Dinge: Sie fallen einem perversem Mordknecht zum Opfer, der die Schreiberlinge nach der Façon der Mordopfer in Shakespeares Dramen um die Ecke bringt…

 
 
 


 
 
 

THEATER DES GRAUENS – Kritik

 
 
 
Oh, Vincent Price! Du wölfischster aller Horrorfilm-Böslinge. Du heimlich doch gutherziger Grusel-Onkel aus dem 30-Kilo-Fernseher von früher. Du schnarrender Overacting-Grandseigneur für die Ewigkeit. Sir Lord Vincent Price, gnadenloser Drehbuchfresser und ab einem gewissen Karrierezeitpunkt nur noch Vincent-Price-Darsteller, zieht in THEATER DES GRAUENS alle Register seines stets so sympathischen Knallchargen-Könnens.
 
 
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Es dürfte auch den Taubnesseln unter den Horrorfilmfans klar sein, wer da nach dem Abtreten des Bühnenstars mit der groben Kelle aufräumt unter dem frechen Journalistengesindel. Natürlich ist’s der alte Meister Löwenherz selbst, der die Stücke William Shakespeares neurotisch genug verinnerlicht hat, um solch brutale Mordmaßnahmen zur Anwendung bringen zu können. So werden die Lästermäuler – übrigens allesamt verkörpert von großen englischen 70er-Nebendarsteller-Widerlingen kotelettenlastigster Schmierlappigkeit – etwa, wie in RICHARD III. in einem Weinfass ertränkt oder bekommen, wie bei DER KAUFMANN VON VENEDIG, das Herz herausgesäbelt. Einer vom unvergleichlichen Miss-Marple-Perversling Robert Morley gespielten Kritikaster setzt ein als Starkoch verkleideter Lionheart das zarte Fleisch seiner betüdelten Pudel als Pastetenfüllung vor, die der feiste Gourmet unwissentlich mit großem Genuss verschlingt. Diese zutiefst PETA-untaugliche Untat ist von der Barbarenkönigin in TITUS ANDRONICUS inspiriert. Ja, Lionheart alias Price wirft sich für seine Rachemord-Szenarien in schrägste Kostüme und schreckt auch vor der wilden Verkörperung eines tuntigen Frisörs nicht zurück, um eine Kritikerin unter der Trockenhaube zu frittieren. Unterstützt wird er von seiner Tochter, die ganz nach dem größenwahnsinnigen Gusto ihres Vaters, Edwina heißt und von Emma Peel höchstselbst, Diana Rigg that is, gegeben wird und obendrein einer Horde dezent zombieartiger Obdachloser. Die waren’s nämlich, die den selbstmitleidigen Lionheart nach seinem Suizidversuch gerettet haben. Ein Handlungselement, das wir in der Zukunft bei Maestro Tim Burton wiederfinden – und der ist bekanntermaßen riesiger Verehrer von Vincent Price. Dessen letzte Rolle ist gar in Burtons EDWARD MIT DEN SCHERENHÄNDEN.
 
 
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THEATER DES GRAUENS ist nun nicht wirklich ein ernsthafter Horrorfilm. Direkt im Anschluss an die beiden erfolgreichen DR. PHIBES Filme entstanden und sich der gleichen Zehn-kleine-Negerlein-Handlung bedienend, funktioniert er als Persiflage oder zumindest humoristisches Update. Dazu gehört noch nicht einmal viel Fabulierungskunst auf unserer Seite, gilt zu erkennen, wie Regisseur Douglas Hickox (Vater des WAXWORKS-Schöpfers Anthony H.) gemeinsam mit seinem Hauptdarsteller das Gerüst des Films dazu nutzt, den Kritikern von Vincent Price‘ nennen wir sie eigentümlichen Schauspielfähigkeiten im wahren Leben die Zunge herauszustrecken. Ein Glück, dass dessen Selbstbewusstsein und vor allem Selbstironie zeitlebens groß genug waren, sich die körperliche Anstrengung eines grausamen Rachefeldzugs zu ersparen.
 
 
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THEATER DES GRAUENS – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
 
Ein Rating von vollen zehn! Donnerknispel, das seht Ihr hier auch nicht so oft, nech? Wenn aber ein Film des Horror-Unter-Unter-Unter-Genres „Vincent Price führt sich auf wie die Axt im Walde“ derart gekonnt alle Lampen ausballert wie THEATER DES GRAUENS das tut, dann ist selbstredend die Höchstwertung angebracht. Mindestens. Und jetzt raus hier und die Scheibe des Films kaufen!
 
 
 


 
 
 

THEATER DES GRAUENS – Zensur

 
 
 
THEATER DES GRAUENS lief bereits bei seiner deutschen Kinoauswertung ungeschnitten und mit einer Freigabe ab 16 Jahren über die Kinoleinwände. Das hat sich auch bei der VHS- und Videoauswertung nicht geändert. Nun erschien die deutsche HD-Veröffentlichung. Diese ist auch ungeschnitten und wurde mit einer FSK16 eingestuft.
 
 
 


 
 
 

THEATER DES GRAUENS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 444 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 222 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Theatre of Blood; Großbritannien 1973

Genre: Horror, Horror, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.66:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 104 Min.

FSK: KeepCase: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar mit Daniel Perée vom Wicked Vision-Magazin, Bildergalerie, Filmographien, Originaltrailer | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet mit Text von Nando Rohner und den Film auf DVD

Veröffentlichung: Mediabook: 26.08.2016 | KeepCase: 27.09.2017

 
 
NSM hat 2017 drei limitierte Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film veröffentlicht. Seit September 2017 kann man THEATER DES GRAUENS auch als deutsche Blu-ray im KeepCase erwerben. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ebenso ungeschnitten.
 
 

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Theater des Grauens [Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Theater des Grauens [Mediabook – Cover C] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THEATER DES GRAUENS – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes (1971)
 
Die Rückkehr des Dr. Phibes (1972)
 
Das Schreckenshaus des Dr. Death (1974)
 

Filmkritik: „Das Biest – The Bat“ (1959)

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DAS BIEST – THE BAT

(THE BAT)

Story

 
 
 

Cornelia van Gorder schreibt Kriminalromane und mietet sich zur besseren Konzentration in ein schmuckes und abends nicht mehr ganz so harmloses Sommerhäuschen ein. Das Haus gehört dem örtlichen Bankdirektor, der gerade finanzielle Schwierigkeiten mit seinem Hausarzt hat. Im Ort geht ein Serienmörder um: Das Biest (The Bat, wie der Originaltitel des Films). Der reißt seinen weiblichen Opfern mit einer Stahlklaue die Kehle durch.Nach einigen Irrungen und Wirrungen finden sich unterschiedlichste Charaktere auf Cornelias Schreibe-Exil ein.

 
 
 


 
 
 

DAS BIEST – Kritik

 
 
 
Was folgt ist eine hochgradig charmante, in Horror-Ideen getunkte Variation von Agatha Christies oft bemühtem Rezept AND THE THERE WERE NONE, der als Buch und Film auf Deutsch ganz und gar Millenial-Lappen-inkompatibel ZEHN KLEINE NEGERLEIN heißt. Will sagen, der Fledermaus-Unhold geht um im alten Gruselhäuschen und erntet Leben. Der Zuschauer ist angehalten, Nägel kauend mitzurätseln, wer sich hinter der Maske des brutalen Schlitzers mit Fledermaus-Persona verbirgt. Erwartungsgemäß ist eine Theateradaption aus den späten Fünfzigern heute nicht mehr wirklich dazu in der Lage, den hartgesottenen Gore-Apostel an irgendwas anderem als seinem ungesunden Abendessen kauen zu lassen. Nö, DAS BIEST ist (selbst coloriert) was für Fans von schwarzweißen Gruselfilmen, die nicht ganz den filmhistorischen Qualitätsstandard von Universals Klassikern aus den Dreißigern erreichen. Da gab es ja einiges. Geht von weniger erfolgreichen Thrillern der großen Studios, bis zu äußerst günstig produzierten Reißern der wohlweißlich schon so genannten „poverty row“ Studios – in denen sich gerne mal Bela Lugosi sein Morphium-Geld verdient. Wenn man das weiß – und das setzen wir hier einfach mal an unser Publikum glaubend voraus – kann man an diesem alten Schinken seinen Spaß haben.
 
 
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…und mittendrin die verkannte Diva Agnes Moorehead, mit ihrer einzigartigen Optik und einer Rolle – endlich sogar mal eine Hauptrolle für die Charakterdarstellerin erster Kajüte – als Krimi-Schriftstellerin, der das wahre Leben gerade die harten Sachen serviert. Bisschen wie die betuliche Serie MORD IST IHR HOBBY oder so. Könnte man denken. In den USA ist DAS BIEST 1959 ein Double-Feature mit dem ersten MUMMY-Film der britischen Hammer Studios. Der Film ist die damals vierte Adaption eines leicht gruseligen Krimi-Theaterstücks der Autorin Mary Roberts Rinehart, das die 1920 auf ihrem eigenen Roman basierend veröffentlicht. Man merkt, wie sehr das Drehbuch auf einer Theatersituation beruht. Szenenaufbau, Auftritte und Abgänge der Figuren. Alles wirkt, als könnte gelegentlich ein Vorhang fallen. Neben der Meisterleistung von Madame Moorehead darf natürlich, wie könnte es anders sein, die schauspielerische Großartigkeit des mächtigen Vincent Price nicht unerwähnt bleiben. Der tollste aller klassischen Horrorschurken ist mal wieder ein Ausbund an Schmierigkeit, Zwielichtigkeit und allgemeiner Antipathie. Man muss ihn einfach lieben. Auch wenn er erneut einen Bösewicht spielt. Aber das kennt man ja aus 85 Prozent seiner Auftritte.
 
 
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DAS BIEST – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
In einem ächzenden Häuschen angesiedelter Gruselkrimi alter Schule. Hier haben Freunde der Universal Studios bestimmt ihren Spaß. Auch Agatha-Christie- oder Edgar-Wallace-Fans machen bei einem Zehn-kleine-Negerlein-Film inklusive Mitratemöglichkeit vermutlich nix falsch. Und Vincent Price ist sowieso immer willkommen.
 
 
 


 
 
 

DAS BIEST – Zensur

 
 
 
Die deutsche Veröffentlichung von DAS BIEST – THE BEAST ist komplett ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Sammler alter Horrorfilmklassiker können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

DAS BIEST – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Studio Hamburg (DVD im Amaray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Bat; USA 1959

Genre: Horror, Mystery, Klassiker

Ton: Deutsch DD 2.0 Stereo, Englisch DD 2.0 Stereo

Untertitel:

Bild: 1,33:1 (4:3)

Laufzeit: ca. 77 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Erstmals in kolorierter sowie einer restaurierten s/w Fassung

Release-Termin: 27.03.2020

 

Das Biest -The Bat inkl. kolorierter Fassung [DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DAS BIEST – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei STUDIO HAMBURG)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Bat Whispers (1930)
 
The Bat (1915)
 
The Bat (1927)
 

Filmkritik: „Das Haus der langen Schatten“ (1983)

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DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN

Story

 
 
 
Kenneth (Desi Arnaz, jr.) ist Krimischriftsteller mit Blockade und großem Maul. Er wettet, binnen Tagesfrist einen klassischen Schauerroman schreiben zu können, der es zu Veröffentlichung und Erfolg bringt. Zur Inspiration begibt er sich auf einen leerstehenden walisischen Landsitz. Ordnungsgemäß pfeift der Wind durchs Gemäuer und die Schreibmaschine ist geölt, da knarrt es in den Balken. Das Haus ist gar nicht verlassen! Lord Grisbane (John Carradine) und seine Tochter (Sheila Keith, Stammschauspielerin Pete Walkers) haben sich heimlich um den Kasten gekümmert. Im Laufe der Nacht treffen auch die beiden Söhne seiner Lordschaft (Vincent Price und Peter Cushing ein, gefolgt von einer Sekretärin und Christopher Lee als Kaufinteressenten des Grundstücks. Nachfolgend kommt es zu kleinen Unfällen unter der Besetzung und der Zuschauer weiß nicht, wohin die Reise geht. Wer hat Interesse am horrorfilmkonformen Ableben der Schlossgäste?
 
 
 


 
 
 

DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN – Kritik

 
 
 
Zwar mit dem Gespür für ordentliche Horror-Klischees gedreht und doch manchmal ein wenig albern, erinnert der Film in seinem Aufbau hie und da an die gute alte Agatha Christie oder aber ganz, ganz zahme Einer-nach-dem-anderen-Filme aus der Welt des Giallos. Also bitte weder komplettes Nervenzerfetzen, noch Kellertreppen voller Kunstblut erwarten, liebe Kinder. Was als Horrorfilm oder auch Parodie des Genres vielleicht nicht immer zu hundert Prozentchen ins Schwarze ballert, kann immerhin von sich behaupten, als Zeitdokument der goldenen Genrezeit in jeden Schrank ernsthafter Filmologen zu gehören. DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN ist – Sie ahnen es – der einzige Spielfilm, in dem sich dieses Quartett von Horror-Charakterköpfen der alten Schule zusammengetan hat, dem Zuschauer das Schauervergnügen des Abends zu bereiten. In verschiedenen Konstellationen stand man immer mal vor der Kamera, geballt tatsächlich nur hier. Christopher Lee und Peter Cushing haben hier ihren letzten gemeinsamen Auftritt, Cushing verstarb wenig später. Interessant, dass dieses späte Beispiel britischen Horrors von den israelischen Cousins Golan und Globus und ihren Cannon-Studios produziert wurde, die derzeit ja auch späte Anerkennung erfahren.
 
 
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Pete Walkers Platz im Pantheon britischer und europäischer Exploitationfilmer ist unbestritten. Trotzdem ist der 1939 geborene Regisseur kein „household name“ wie die Männer hinter den Filmen der großen Studiozeit auf der Insel. Die großen Zeiten dieser Produktionshäuser, allen voran natürlich Hammer, aber auch Amicus, waren vorbei. Man drehte noch, sicher. Hammer wärmte immer wieder die alten Universal-Lizenzen auf und schickte Dracula und Kollegen in immer absurderen Drehbuchwildheiten auf die Leinwand und Amicus versuchte sich in Abenteuerfilmen und anderen eigentlich fremde Genres. Trotzdem umwehte die Veröffentlichungen der alten Haudegen eine gewisse Altmodischkeit. Fatal, befand man sich schließlich noch lange nicht in der Zeit der Nostalgie. Von diesem Verblassen der großen britischen Horrortradition profitierte eine B-Filmwirtschaft im Schatten der Industrie-Riesen. Wie in jedem Land lag es in der Hand findiger Exploitationeers, den Genrefilm in neue, publikumswirksame Ferkeltiefen zu befördern. Auf dem Kontinent waren das Sex- und Gewaltschmutzfinken wie der Spanier Jess Franco und in Amerika die Gang der „Forty Thieves“, legendäre Schlockfilm-Fabrikanten, von denen heute Namen wie David F. Friedman dem Kenner abseitiger Unterhaltung ein bescheuertes Lächeln auf die Schnute zaubern. Großbritannien hatte ein paar Produzenten, die ihre Firmen, auch aufgrund der debilen britischen Pornographiegesetze, die dort bis heute noch keiner so richtig verstanden hat, mit Softsex sanierten, hier und da aber auch den Hunger des jungen Trashpublikums nach Zelluloidbrutalität stillten. Die willfährigen Erfüllungsgehilfen dieser Produzenten waren Magier miesen Minibudgets, Zauberkünstler zotigen Z-Zelluloids wie Norman J. Warren und eben der heute hier zu lobende Pete Walker. Letzterer, der nach DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN sein Geld außerhalb der Filmindustrie machen wollte, steht hinter einer ganzen Reihe der klangvollsten bösen Filme made in Britain. Da gibt es Nackedeischrott wie ROSEMARIES LIEBESREPORT IN DREI DIMENSIONEN (1972) Sado-Exploitation wie den berühmten HAUS DER PEITSCHEN (1974) aber eben auch einige der bei Liebhabern höchstgeschätzten Horror-Reißern aus England nach Hammer.Titel wie IM RAMPENLICHT DES BÖSEN (1972), FRIGHTMARE (1974) oder AMOK (1976) – den einen oder anderen Blick lohnt fast jeder von Walkers Filmen.
 
 
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Das Drehbuch stammt von Michael Armstrong, selbst einem zumindest in jungen Jahren innerhalb des Eurotrash sehr aktiv gewesenen Filmschaffenden. Von ihm stammen Adrian Hovens wahnwitzige Inquisitions-Exploiter HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT (1973) und die Fortsetzung. Später ist er dann seriös geworden.
 
 
 


 
 
 

DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Schöne Horror-Persiflage endlich mal wieder verfügbar. Der letzte Film des wiederentdeckenswerten UK-Ein-Mann-Exploitation-Unternehmens Pete Walker kann sich rühmen, die einzige gemeinsame Arbeit des Kult-Quartetts Carradine/Price/Lee/Cushing zu sein und ist schon deswegen ein geschichtsträchtiges Stückchen Plastik.
 
 


 
 
 

DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN – Zensur

 
 
 
Die erschienene Blu-ray ist absolut ungeschnitten. Fans altmodischer Gruselei können bedenkenlos zugreifen. Die Gänsehaut wird in diesem Film auf subtile Weise heraufbeschworen. Für Splatterfans gibt es keine Schauwerte zubestaunen. DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN ist ungeschnitten frei für Zuschauer ab 16 Jahre.
 
 
 


 
 
 

DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Black Hill Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The House of the Long Shadows; Großbritannien 1983

Genre: Klassiker, Horror, Komödien, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: 101 Minuten

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: 23.06.2015

 
 

Das Haus der langen Schatten [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DAS HAUS DER LANGEN SCHATTEN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Black Hill Pictures

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Die lebenden Leichen des Dr. Mabuse (1970)
 
Frightmare (1983)
 
Theater des Grauens (1973)
 
Die Todeskarten des Dr. Schreck (1965)
 

Filmkritik: „Die Verfluchten“ (1960)

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DIE VERFLUCHTEN

(THE FALL OF THE HOUSE OF USHER)

Story

 
 
 
Der junge Philip (Mark Damon) bereist den Familiensitz der Ushers, wo seine Verlobte Madeline (Myrna Fahey) darauf wartet, endlich einen Heiratsantrag zu bekommen. Herr des sich im Zusammenbruch befindlichen Landgutes ist Myrnas Bruder Roderick (beängstigend ernsthaft und wie immer jede Minute Screentime an sich reißend: Sir Lord Vincent Price). Dieser zerfallende Quasi-Aristokrat und Blaupause für leidende Goth-Schnösel noch nachfolgender Jahrhunderte ist mit dem Bund der Ehe für Schwester und Schwager in spe überhaupt nicht einverstanden, ist er doch der Überzeugung, durch seine Familie läuft eine Historie von Wahn und Geisteskrankheit. Nach einem Zerwürfnis stirbt Madeline und Philip gerät nicht nur selbst an den Rand des verzweiflungsgetriebenen Irrsinns, nein, er muss die Wirrungen des Hauses Usher in ihrer ganzen Bandbreite erleben.

 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Kritik

 
 
 
Immer noch mit seinem knackigen Alt-Titel versehen ist Roger Cormans Literaturverfilmung einer der beiden Einträge in den Kanon der Poe-Reihe, welche die Anhängerschaft unter sich aufteilt. Die einen stellen DIE VERFLUCHTEN, mit seiner knochentrocken durchgespielten Werkstreue und Ernsthaftigkeit auf ein höheres Podest als die ebenfalls mit Recht zu Kultfilmen in Sechziger-Pathecolor avancierten aber deutlich alberneren Nachzügler á la DER RABE oder TALES OF TERROR, der hierzulande übergeschnappterweise DER GRAUENVOLLE MR.X heißt. Hier, genau wie im anderen verehrten Großfilm des Corman-Poe-Zyklus, nämlich SATANAS – DAS SCHLOSS DER BLUTIGEN BESTIE, finden wir den mächtigen Vincent Price auf der Höhe seines Schaffens und ausnahmsweise mal nicht davon überzeugt, minderwertige Drehbücher durch fast chargenhaft dick aufgetragenes Schauspiel in Grund und Boden stampfen und schnarren zu müssen. Sein Roderick Usher ist eine brillant auf die Leinwand gebrachte Interpretation der gelangweilten und in Degeneration verwelkenden Weltekel-Aristokraten im vergeblichen Kampf gegen vorbestimmte Schicksalsfallen, wie sie E.A. Poe, einer der Gründerväter des Gruselgenres wie besessen schuf. Dazu die altbekannten Kulissen, von Pfennigfuchser Roger Corman immer wieder recycled, die den Zyklus – trotz Planung und Durchführung als low budget Produktion – zu nicht weniger als dem Antlitz US-amerikanischen Upperclass-Horrorkinos machten. Neuen Masteringbemühungen sei Dank, wird uns dieses Antlitz auf der vorliegenden Scheibe kraftvoller, finsterer und gotischer denn je präsentiert.
 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Essentieller Gothic Horror des Traumgespanns Corman/Price. Ein Klassiker des Genres und Film für die Hitlisten, der in jede Sammlung abseits des Folterporno-Spektrums gehört.
 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Zensur

 
 
 
Die deutschen Heimkinofassung wurde ab 16 Jahren freigegeben, obwohl DIE VERFLUCHTEN nach heutigen Maßstäben sicherlich auch für bereits Zwölfjährige geeignet wäre.
 
 
 


 
 
 

DIE VERFLUCHTEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Explosive Media Gmbh

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Fall of the House of Usher; USA 1960

Genre: Horror, Klassiker

Ton: Deutsch PCM 2.0 (Mono), Englisch PCM 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 79 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover – Erstauflage im Schuber

Extras: 4-seitiges Booklet, Interview mit Mark Damon (2014), Bildergalerie seltener Artworks, Original Kino-Trailer, Explosive Trailer-Reel

Release-Termin: 05.09.2014

 

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DIE VERFLUCHTEN – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Fall of the House of Usher (1928)
 
Der Untergang des Hauses Usher (1928)
 
The Fall of the House of Usher (1949)
 
Die Verfluchten (1960)
 
The Fall of the House of Usher (1966)
 
The Fall of the House of Usher (1981)
 
Die Rache des Hauses Usher (1982)
 
The Fall of the House of Usher (1982)
 
The House of Usher (1989)
 

Review: „Bekenntnisse eines Opiumsüchtigen“ (1962)

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BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN

Story

 
 
 
San Francisco, Anfang des 19. Jahrhunderts. Der in geheimnisvolles Schwarz gekleidete Glücksritter DeQuincey (gegeben von Sir Lord Vincent Price) treibt sich maßgeblich auf Sklavenauktionen herum, wenn er sich nicht gerade in Opiumhöhlen den Schirm zuzieht oder als Erzähler und im Zwiegespräch mit einem nicht weniger eloquenten Zwerg lakonische Weisheiten vom Stapel lässt. Wer sich aber in Gefahr begibt, kommt laut schlauem Spruch darin um und so gerät DeQuincey zwischen die Fronten eines Bandenkriegs chinesischer Gangsterbanden, der sogenannten Tongs.
 
 
 


 
 
 

BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN – Kritik

 
 
 
Die Horrorphase mit der beeindruckenden Reihe von E.A. Poe-Verfilmungen für die AIP Studios war gerade erst angelaufen und Price konnte schon ein paar der Kniffe vorführen, die ihm ROGER CORMAN in den Gemäuern des Hauses Usher abverlangt hatte. Im Pantheon der großen Horrorstars hat der Gute seinen Platz sicher. Wer Gegenteiliges behauptet, denkt im Zweifelsfalle auch, Rob Zombie habe den Gruselfilm erfunden. Aber Hader beiseite, wird Master Price auch die Ehre zu Teil, als einer der ersten Schauspieler in manchen Szenen wilden Drogenkonsums vor der Kamera gestanden zu haben. So schüttelte er sich bereits 1959 in WILLIAM CASTLES legendärer Gruselgurke SCHREI, WENN DER TINGLER KOMMT durch den ersten LSD-Trip der Kino-Historie und verkörperte hier, drei Jahre später den Ich-Erzähler in Thomas DeQuinceys interessant zu lesender Drogen-Autobiographie BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN von 1822. Wie immer tut er das mit der ihm eigenen Mischung aus völligem Overacting und dem Bewusstsein, ohne hin nichts für voll zu nehmen. Hauptsache, die Kohle fließt aufs Konto und kann in interessantere Projekte wie Kochbücher oder das eigene Kunstmuseum investiert werden. Nicht umsonst war das Motto des Schauspielers: „The man who limits his interests limits his life.“ Regisseur ALBERT ZUGSMITH entstammt der Welt früher Hollywood Exploitationpioniere und produzierte unter anderem Schmonzes wie SEX KITTENS GO TO COLLEGE oder bekannte Sci-Fi-Heuler des Atomzeitalters á la THE INCREDIBLE SHRINKING MAN. Mit dem Opiumesser hier ließ sich historischer Abenteuerstoff mit bisschen Nackigkeit, VINCENT PRICE als Genre-Adel und, dank der Vorlage, fast so etwas wie literarisches Niveau verbinden. Letzteres allerdings bloß als Alibi. BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN ist eher Abenteuerfilm als ein Beitrag zum Kanon des Phantastischen Films, zählt jedoch zu den jahrelang nicht wirklich einfach zu bekommenen Arbeiten des vielverehrten Gruselstars, was ihn wieder reizvoller macht.
 
 
 


 
 
 

BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Abenteuerfilm mit ein bisschen nackter Haut. Für Fans von Früh-Sechziger-Exploitation ebenso ein Pflichtkauf wie für Vincent-Price-Komplettisten. Die Seltenheit des Films lässt den Zuschauer die Bildqualität, die sich nicht wirklich in DVD- oder gar BluRay-Nähe einpendelt, auch mit einer gewissen Milde betrachten.
 
 
 


 
 
 

BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN – Zensur

 
 
 
BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN wurde nun von MARITIM PICTURES das erste Mal auf DVD in Deutschland veröffentlicht und kommt ungeschnitten mit FSK16-Flatschen in den Handel.
 
 
 


 
 
 

BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN – Deutsche DVD

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Confessions of an Opium Eater; USA 1962

Genre: Drama, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 1.0 Mono), Deutsch (Dolby Digital 2.0 Surround), Englisch (Dolby Digital 1.0 Mono)

Untertitel: keine

Bild: 1,66:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 82 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Trailershow: 1984 (2:47 Min.), Sam Hell ist der Jäger (1:40 Min.), Labor des Grauens (1:45 Min.), Bildergalerie (1:38 Min.)

 
 
 
Die DVD aus der Klassiker-Sammelreihe des Anbieter MARITIM PICTURES kommt mit solidem Bild (in Anbetracht der Seltenheit dieses Werks) daher, wobei der Ton mal wieder unter aller Kanone ist. Die angeblich „restaurierte“ Tonspur ist schon eine regelrechte Zumutung – der „unbearbeitete“ Originalton in Deutsch und Englisch weitaus angenehmer, wobei die Synchronisation jenseits von Gut und Böse ist. Hier mag man als Zuschauer das Gefühl nicht loswerden wollen, als hätte man für die Übersetzung Passanten von der Straße ins Mikrofon plabbern lassen. Geboten wird bis auf den Hauptfilm wieder einmal nichts Nennenswertes, was überhaupt von Interesse wäre. Neben einer kleinen Bildergalerie aus Postern und raren Kinoaushängen haben es gerade einmal drei Trailer zu weiteren Filmen des Anbieters auf die Scheibe geschafft. Immerhin wird dem Sammler ein Wendecover geboten, dass ohne FSK-Flatschen daherkommt. Viel ist das nicht. Wer den S/W-Klassiker dennoch mag und eine Vorliebe für Filme mit Ikone VINCENT PRICE besitzt kann dennoch zuschlagen, denn viel kostet die DVD nun wahrlich nicht. Eine adäquate HD-Umsetzung wird vermutlich in absehbarer Zeit ohnehin nicht in den deutschen Handel kommen.
 
 

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BEKENNTNISSE EINES OPIUMSÜCHTIGEN – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Schrei wenn der Tingler kommt (1959)

Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes (1971)

Tagebuch eines Mörders (1963)