Filmkritik: „Blood Trap“ (2015)

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BLOOD TRAP

(BITE)

Story

 
 
 
Sechs Kleinkriminelle wollen Geld erpressen. Doch das Opfer ist nicht das, was es zu sein scheint.

 
 
 


 
 
 

BLOOD TRAP – Kritik

 
 
 
Vor knapp 20 Jahren gelang ROBERT RODRIGUEZ und QUENTIN TARANTINO der ganz große Coup. Mit FROM DUSK TILL DAWN schafften die beiden Filmemacher das Unmögliche und kreierten einen ungewöhnlichen Genre-Mix, über den man in Horrorkreise auch heute noch lobend spricht. Die kongeniale Symbiose aus schwarzhumoriger Gangsterfilm und bitterböses Roadmovie erntete vor allem deshalb viel Beifall, weil das Kultwerk in der zweiten Filmhälfte die Puppen tanzen ließ. Darin mussten sich zwei kriminelle Brüder durch Horden von Vampiren schlitzen und machten dabei nicht vor unorthodoxen Methoden Halt. Das kam beim Publikum gut an, lies zwei Fortsetzungen und eine TV-Serie folgen. Dennoch konnte man den Erfolg der Vorlage nicht noch einmal wiederholen. Dem eben genannten Splatter-Spaß übrigens nicht unähnlich ist der folgende Horrorfilm. Der wurde anfangs noch als BITE gehandelt, kam aber später in die Gunst einer Titelneukreation. Unter dem weitaus reißerischeren BLOOD TRAP folgt der Film ähnlichem Prinzip wie FROM DUSK TILL DAWN. Freilich ohne Ideenreichtum, flotten Sprüchen und blutigem Splatter. Ob das gut gehen kann?
 
 
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Manchmal ist es besser, wenn man schaffen geht, sobald man Geld benötigt. Mit dieser Weisheit können sechs Kleinganoven (darunter DREW KENNEY – einer der Teilnehmer aus der amerikanischen TV-Datingshow THE BACHELORETTE) leider gar nichts anfangen. Die gehen besser den einfachen Weg und wollen Geld erpressen. Ein Opfer ist schnell gefunden und ein Plan rasch geschmiedet. So soll die Tochter eines wohlhabenden Mannes entführt werden, um Lösegeld fordern zu können. Doch weil BLOOD TRAP nun mal ein Horrorfilm ist, dürfte klar sein, dass alles anders kommen wird, als geplant. Kaum in die heiligen Hallen ihres Opfers eingebrochen, schließen sich Türen und Fenster aus unerklärbaren Gründen. Die geldgierige Bande sitzt in der Falle und versucht zu entkommen. Leider vergebens. Die heroinabhängige Tochter des gutbetuchten Opfers klärt auf. So bleibt das Haus bis zur Abenddämmerung verschlossen. Es gibt weder rein noch raus. Warum das so ist, wird bald klar. In diesem Heim leben Vampire, die sich am Blut der Menschen laben und sich vor der Sonne schützen wollen. Dumm für die Eindringlinge – gut für die Hausbesitzer. Die sparen sich den abendlichen Beutezug und jagen die Einbrecher durch das gesamte Haus.
 
 
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BLOOD TRAP ist qualitätsloser Indie-Horror, wie man ihn einfach zu oft zu sehen bekommt. Einmal mehr flimmert lieb- und hirnlos zusammengeschusterter Einheitsbrei über die Mattscheibe, der noch nicht einmal wichtige Splatter-Momente zu bieten hat. Die Darsteller spielen wenig überzeugend und auch die Story von BLOOD TRAP dürfte mit ihrer (bewusst?) eingeschobenen Komik keinen Innovationspreis gewinnen. Somit macht BLOOD TRAP dem Begriff Low-Budget-Horror alle Ehre, denn für erfrischende Neuerungen und Einfälle hatte man wohl kein Geld mehr übrig. Da fragt man sich doch glatt, was hier fünf Millionen Dollar Produktionsbudget verschlungen haben soll. Die wenigen Spezialeffekte fallen kaum ins Gewicht und auch die Kulissen glänzen nicht gerade durch Detailreichtum. Entweder hat sich’s jemand in die eigene Tasche gesteckt oder man lies sich bei der Verköstigung des Filmteams nicht lumpen. Wir werden es wohl nie erfahren.
 
 
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BLOOD TRAP hat nicht viel zu erzählen. Was eigentlich auf einen Bierdeckel passt, wurde hier auf knapp 90 Minuten Filmlänge geblasen und entpuppt sich am Ende als gemeiner Zeiträuber, der wegen des flott zusammengeschnittenen Trailers falsche Erwartungen weckt. Vom dort versprochenen Tempo ist kaum etwas zu verzeichnen. Stattdessen kriecht BLOOD TRAP ziel- und orientierungslos einem Ende entgegen, das der Bezeichnung Finale nicht einmal ansatzweise gerecht werden kann. Vom sogenannten Endgegner oder einer fulminanten Blutmanscherei ist weit und breit keine Spur. Stattdessen irren skrupellose Schurken durch visuell immerhin nett ausgeleuchtete Flure und Gänge und finden – wie hätte es auch anders sein sollen – im Verlauf des Films irgendwie den Tod. Entweder gehen sie sich selbst an die Gurgel oder werden von einer Vampirsippschaft nach deren eigenen Regeln ausradiert. Klingt vermutlich vielversprechend – ist aber wegen kaum vorhandener Schauwerte eine herbe Enttäuschung. Damit macht man sich in Horrorfilmkreisen keine Freunde.
 
 


 
 
 

BLOOD TRAP – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Schon einmal Neugeborene gesehen, denen es nach warmen Menschenblut dürstet? Vampirbabys knabbern in BLOOD TRAP an den Hälsen gestandener Männer. Das ist aber auch der einzige Höhepunkt in diesem sonst eher einfallslosen Vampir-Thriller, der sich unterm Strich als langweilige Falle für den Zuschauer entpuppt. Schlechtes Schauspiel macht viel an Atmosphäre kaputt und nahezu kaum vorhandene Schauwerte sorgen für Ernüchterung. Hinter dem dilettantischen BLOOD TRAP verbirgt sich demzufolge kein empfehlenswerter Horrorbeitrag – vor allem auch deshalb, weil es dem Film an Tempo mangelt. Da fragt man sich doch glatt, warum sich Drehbuchautor und Regisseur ALBERTO SCIAMMA nicht am eigenen Filmdebüt von 1996 ein Beispiel genommen hat. Damals sorgte er mit dem Splatter-Trash KILLER TONGUE für zufriedene Horrorfan-Gesichter. Gleiches wird mit BLOOD TRAP wohl nicht gelingen. Knapp zehn Jahre nach dem letzten Ausflug ins Regiefach hat man da vermutlich etwas anderes von ALBERTO SCIAMMA erwartet. BLOOD TRAP sieht eher wie eine Arbeit des Geldes wegen aus. Von Leidenschaft oder Liebe zum (Horror)Film ist kaum etwas zu spüren.
 
 
 


 
 
 

BLOOD TRAP – Zensur

 
 
 
Zwar gibt es in BLOOD TRAP einige blutige Momente zu sehen. Diese rechtfertigen aber keine Erwachsenenfreigabe. Einem Protagonisten wird ein Finger abgetrennt. Ein anderer verliert seinen Kopf. Zudem wird eine Frau zusammengeschlagen, der ein Sack über den Kopf gezogen wurde und Babys saugen Blut an den Hälsen der Kleinganoven im Film. BLOOD TRAP dürfte ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

BLOOD TRAP – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
From Dusk till Dawn (1996)
 
From Dusk Till Dawn: The Series (2014 – ???)
 

Filmkritik: „Toxin“ (2015)

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TOXIN

Story

 
 
 
Die ahnungslose Großmutter Sara wird Teil eines geheimen Militär-Experiments. In ihrem Keller wird eine todbringende Biowaffe getestet, die Menschen den Tod bringen soll.

 
 
 


 
 
 

TOXIN – Kritik

 
 
Das Gute an unabhängigen Videoproduktionen ist, dass sich deren Macher was trauen können. Anders als bei Filmen größerer Studios muss die Rezeptur nicht dem Allgemeingeschmack entsprechen, so dass man meist haarsträubende Geschichten zu sehen bekommt, für die man nicht selten den logischen Menschenverstand ausknipsen sollte. TOXIC ist einer dieser wirtschaftlichen Independenttitel in denen Dinge passieren, die keiner Logik entsprechen. Hier verhalten sich alle Beteiligten reichlich sonderbar und die Geschichte wirkt derart konstruiert und unglaubwürdig, weil sich Ereignisse zutragen, die so eben nur in Horrorfilmen passieren können. Immerhin haben sich bekannte Gesichter dazu bereiterklärt in diesem auf Zelluloid gebannten B-Movie-Quatsch mitzuwirken. Darunter DANNY GLOVER (LETHAL WEAPON) und VINNIE JONES (MIDNIGHT MEAT TRAIN und WAY OF THE WICKED). Die wollten sich vermutlich mit kurzem Gastauftritt ein kleines Taschengeld dazuverdienen und mimen hier zwei Bösewichte, die zugunsten der Wissenschaft einige Teenager über die Klinge springen lassen. Für Schauspieler VINNIE JONES gewohntes Terrain, verkörpert der ohnehin in fast jedem Kinofilm fiese Burschen sowie ausgefuchste Antihelden und tut auch in TOXIN das, was er am Besten kann: böse sein.
 
 
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Gefährliche Experimente sind mal wieder daran schuld, dass alles aus dem Ruder laufen muss. Diesmal geraten nicht Viren versehentlich unters Volk, sondern tödliche Sporen werden absichtlich freigelassen, damit Wissenschaftler des Militärs damit arbeiten können. Eine Dame älteren Semesters dient als unfreiwillige Probandin, die jedoch keine Ahnung davon hat, dass im Keller ihres Hauses mit einer tödlichen Biowaffe experimentiert wird. Die wurde dort ausgesetzt, um deren Auswirkung auf den Menschen studieren zu können. Seltsamerweise scheint das Immunsystem von Großmütterchen Sara eine Resistenz gegenüber der todbringenden Bedrohung entwickelt zu haben, so dass den Wissenschaftlern gleich auch Türen für die Entwicklung eines Gegenmittels geöffnet werden. Währenddessen kehrt Enkel Dean (TAYLOR HANDLEY) von einem Militäreinsatz aus dem Nahen Osten zurück in die Heimat und fischt einen Brief aus dem Briefkasten, in dem von der Zwangsräumung der großmütterlichen Bleibe berichtet wird. Eine schockierende Nachricht, die den besorgten Mittzwanziger dazu veranlasst, zusammen mit den Freunden nach dem Rechten zu sehen. Leider hat Großmutter Sara seit dem Tod ihres Mannes ein Messie-Syndrom entwickelt und scheint die Ordnung im Haus längst auf den Augen verloren zu haben. Für die Kids kein Grund zur Sorge. Die beginnen mit der Beseitigung des Chaos ohne davon zu ahnen, dass im Keller der unsichtbare Tod auf die freiwilligen Helfer lauert.
 
 
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Auch im Jahr 2015 bieten Killerviren, Keime und Bakterien immer noch reichlich Stoff, um darauf Filme machen zu können – ob man sie nun sehen will oder nicht. TOXIN orientiert sich in seiner Machart an den Virusschocker von ELI ROTH, dem es unter dem Titel CABIN FEVER vor knapp zehn Jahren gelang so etwas wie frischen Wind in das Genre der Virenfilme zu bringen. Darin sahen sich einige Teenager mit einem besonders aggressiven Virus konfrontiert, der ihnen in einer Waldhütte sprichwörtlich das Fleisch von den Knochen knabberte. Perfekt war der krude Low-Budget-Indie zwar nicht, aber immer noch um Längen besser als das, was Regisseur JASON DUDEK trotz Starbesetzung verbrochen hat. Sein TOXIN folgt zwar ganz ähnlicher Geschichte, dürfte aber bei Fans des düsteren Genres gnadenlos durchfallen, da blutige Schauwerte die Ausnahme bilden. Stattdessen entpuppt sich TOXIN als haarsträubender Video-Nonsens, in dem unzugängliche Protagonisten Entscheidungen treffen, die keinen Sinn ergeben. Da entdeckt eine weibliche Heldin erste Symptome einer mysteriösen Infektion an ihrem Körper und verfällt in Panik. Statt schnellstmöglich in die Stadt zu fahren, um sich helfen zu lassen, nimmt sie ein Rasiermesser und schneidet sich die Kehle durch. Ein anderer Protagonist findet keine Erklärung dafür, warum die beste Freundin zur Furie wird. Damit sie Ruhe gibt, rammt er ihr ein Messer in den Unterleib. TOXIN strotzt nur so vor Fehlern, Absurditäten und Oberflächlichkeiten, reist Gedanken an, ohne sie zu Ende zu bringen. So erfährt der Zuschauer zwar in Rückblenden von den schrecklichen Kriegserlebnissen der Hauptfigur Dean; eine Gewichtung für den Fortgang der Geschichte haben diese oberflächlichen und bedeutungslosen Flashbacks jedoch nicht.
 
 
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Einziger Lichtblick ist FIONA HALE, die mit ihren 88 Jahren allen Anwesenden die Show stielt. Sie glänzt als senile Greisin und brennt sich als gutmutige und dennoch hilflose Großmutter ins Gedächtnis ein. Der Rest des überschaubaren Ensembles dürfte schneller vergessen sein, als man denken kann, schließlich handelt es sich bei allen Figuren im Film um die üblichen Stereotypen, die man in jedem zweiten Horrorfilm zu sehen bekommt. Gleiches gilt übrigens auch für den austauschbaren TOXIN. Der gehört zu jener Art von Filmen, die man schnellstmöglich wieder verkaufen will, weil man sie ohnehin nicht ein zweites Mal sehen möchte. Der hinrissige Mix aus Sci-Fi-Thriller, Virus-Horror und Kriegsbewältigungs-Drama ist so überflüssig und belanglos, wie ein Sandkasten in der Sahara. Demnach Finger weg vom Blindkauf. Wir raten: erst leihen, dann über das gesparte Geld freuen!
 
 
 


 
 
 

TOXIN – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Der kleine Bruder von CABIN FEVER. Pünktlich zur Grippe-Saison schafft es mal wieder ein Horrorstreifen mit Killerviren (in diesem Fall sind es Sporen) zu FILMCHECKER, der aber zur Abwechslung nicht von wildgewordenen Zombiehorden berichtet. Vielmehr ist TOXIN Hüttenhorror, in dem sich einige Kids mit einer vom Militär entwickelten Biowaffe konfrontiert sehen und sich vorab durch Selbsttötung aus dem Drehbuch radieren, bevor es für den Horrorfan überhaupt interessant wird. TOXIN ist unglaubwürdiger Video-Trash, der nicht einmal obligatorische Schauwerte zu bieten hat, die man von aktuellen Horrorfilmen mittlerweile erwartet. Stattdessen tun hier Protagonisten Dinge, die jeglicher Logik strotzen und den Zuschauer vor dem Bildschirm fluchen lassen, weil sich die Helden im Film selten dämlich verhalten. Wer an Horrorware keinen Anspruch stellt und über Filmfehler hinwegsehen kann, dem sei solide Unterhaltung garantiert. Die Mehrzahl der Horrorfans dürfte TOXIN jedoch als Zeitverschwendung bezeichnen.
 
 


 
 
 

TOXIN – Zensur

 
 
 
Gewalttechnisch wird kaum etwas geboten. Es gibt einige Einschüsse zu sehen, die seltsamerweise nicht zu bluten beginnen. Zudem schlitzt sich eine Protagonistin mit einem Rasiermesser selbst die Kehle auf. Zombies oder ähnliches gibt es in dieser Virus-Schlafpille nicht zu sehen. Daher darf man auch auf eine FSK16 hoffen.
 
 
 


 
 
 

TOXIN – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cabin Fever (2002)
 
Cabin Fever 2 (2008)
 
Cabin Fever 3: Patient Zero (2014)
 
The Dead 2: India (2013)
 
Dead Within (2014)
 
Antisocial (2013)
 

Filmreview: „Way of the Wicked“ (2014)

way-of-the-wicked-2014
 
 
 

WAY OF THE WICKED

DER TEUFEL STIRBT NIE

Story

 
 
 
Teenager Robbie (Jake Croker) ist neu an der Schule und eckt auch gleich bei den neuen Mitschülern an. Priester Henry (Christian Slater) vermutet den Antichristen, weil in Robbies Gegenwart die Kids sterben wie Fliegen …
 
 
 


 
 
 

WAY OF THE WICKED – Kritik

 
 
 
Der Leibhaftige ist zurück und versucht erneut auf der Erde für Chaos zu sorgen. Diesmal trifft es eine amerikanische Kleinstadt, die vom Bösen heimgesucht wird. CHRISTIAN SLATER spielt in WAY OF THE WICKED einen ehemaligen Priester, der die Fährte des Antichristen gewittert hat und alles daran setzt, ihm das Handwerk zu legen.
 
Vom hochgelobten NYMPHOMANIAC (LARS VON TRIER) zurück auf den Videomarkt; SLATER scheint keinen großen Wert auf die Qualität seiner Rollen zu legen. Seit den Erfolgen in den 80ern und 90ern tritt der Schauspieler vermehrt in günstig heruntergedrehten B-Movies auf oder hangelt sich von einem Serien-Auftritt zum nächsten. Am Horrorfilm scheint er aber Gefallen gefunden zu haben, denn seit geraumer Zeit sieht man SLATER immer mal wieder in trashigen Gruslern (wie THE ARK), die für den Videomarkt produziert wurden. Gleiches gilt übrigens auch für WAY OF THE WICKED, der sich als typisches Videofutter entpuppt und nichts Großes ist. KEVIN CARRAWAY zeichnet für den durchwachsenen Okkult-Thriller verantwortlich und hat mit dem Horror-Genre bereits erste Erfahrungen im Jahr 2012 sammeln können. Auch hier hat er schon einmal mit einem Ex-Hollywoodstar zusammengearbeitet und Schauspieler VAL KILMER für den unterirdischen 7 BELOW – HAUS DER DUNKLEN SEELEN gewinnen können. Der teilt mit SLATER ähnliches Schicksal und ist auch fast ausschließlich in Direct-to-Produktionen zu sehen ist.
 
Es geht um den smarten Teenager Robbie (JAKE CROKER), der neu an der Schule ist und sogleich den weiblichen Mitschülerinnen den Kopf verdreht. Auch Heather (EMILY TENNANT) freundet sich trotz erster Anlaufschwierigkeiten mit dem unnahbaren Fremden an und erobert sein Herz. Lover Greg (AREN BUCHHOLZ) findet das gar nicht lustig und weist den Neuen mit Faustschlägen in die Schranken – wenige Tage später ist Heathers Freund tot. Der grausame Mord macht Priester Henry (CHRISTIAN SLATER) stutzig, der bereits fünf Jahren zuvor einen ähnlichen Fall untersucht hat. Auch hier starb ein Klassenkamerad im Beisein Robbies, der auch gleich ins Visier der Polizei gerät. Cop John Elliott (VINNIE JONES) ist besorgt um das Wohl seiner Tochter Heather und nimmt sich den Burschen zur Brust. Der ist sich keiner Schuld bewusst und fordert den Gesetzeshüter mit spöttischen Sprüchen heraus. Für Priester Henry Grund genug in seinen modrigen Büchern zu schmökern. Darin stößt er auf eine alte Prophezeiung, die die Ankunft des Antichristen voraussagt. Horrorfans, die schon einige OMEN-Flicks gesehen haben, dürften vermutlich schnell ahnen wohin die Reise gehen wird: Der smarte Robbie wird als der Leibhaftige entlarvt und es kommt zum großen Showdown.
 
WAY OF THE WICKED ist mittelprächtige Dutzendware ohne nennenswerte Höhen und Tiefen. Nach dem Horror-Murks 7 BELOW – HAUS DER DUNKLEN SEELEN konnte Regisseur KEVIN CARRAWAY aber immerhin beweisen, dass er bestrebt ist sich weiterzuentwickeln zu wollen. Auch wenn der neuste Ausflug ins Horror-Milieu nicht der Rede wert ist, so ist WAY OF THE WICKED bedeutend besser als das was CARRAWAY bisher fabriziert hat. Einen großen Mehrwert bieten die Schauspieler, die für ein überraschungsarmes Machwerk wie WAY OF THE WICKED recht ordentlich agieren. VINNIE JONES legt zur Abwechslung sein Bad-Boy-Image ab und glänzt als fürsorgender Familienvater mit ungewöhnlich sanftem Schauspiel. Nach seinem Auftritt als grobschlächtiger Bösewicht in MIDNIGHT MEAT TRAIN eine schon sehr gewöhnungsbedürftige Wandlung, die ihm aber sichtlich gut zu stehen scheint. Ansonsten passiert in WAY OF THE WICKED nichts, was man nicht so schon in dutzenden von OMEN-Plagiaten gesehen hat. So müssen einige Kids sterben, die dem Auserwählten zu aufdringlich werden und Priester Christian „Henry“ Slater ist vehement damit beschäftigt Zuschauer und Protagonisten von seiner Theorie über die Ankunft des Antichristen zu überzeugen. Am Ende gibt den fürs Horror-Genre üblichen Überraschungs-Twist und einige atmosphärische Momente darf der Filmfan auch noch erleben. Ein wirkliches Must-See ist WAY OF THE WICKED mit Sicherheit nicht, es sei denn man hat ein Faible für austauschbare Geschichten, bei denen man das Gefühl nicht loswerden möchte, dass man sie in gleicher Form schon ziemlich oft auf der Mattscheibe hatte. Immerhin versteht es CARRAWAY wie kein anderer dumme Filme zu drehen, die unterhalten. Trotz banaler Geschichte kommt nämlich nie Langeweile auf, so dass sein durchwachsener Okkult-Trash zumindest neunzig Minuten schnörkellosen Kurzweil bietet. Wirklich viel hängen bleibt danach aber leider nicht. Aber welchem Horrorfilm neueren Datums gelingt das heutzutage eigentlich überhaupt noch?
 
 
 


 
 
 

WAY OF THE WICKED – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Der Klassiker DAS OMEN meets FEAR – WENN LIEBE ANGST MACHT. Temporeich inszenierter Okkult-Thriller für Fans unterhaltsamer B-Horror Movies, der trotz der ewig gleichen Leier von der Ankunft des Antichristen immerhin knapp neunzig Minuten solide unterhält. Nach einigen Rohrkrepierern hat sich Regisseur KEVIN CARRAWAY zwar wieder nicht mit Ruhm bekleckert, dafür aber einen rasanten Videomarkt-Trasher für Zwischendurch gedreht, der einige unterhaltsame Minuten verspricht. WAY OF THE WICKED beginnt wie jede x-beliebige Teenie-Schmonzette und entwickelt sich zügig zum Okkult-Mysterygrusler – freilich ohne derbes Gematsche. Ab Filmmitte hat der Streifen mit ein paar Hängern zu kämpfen, weil die Spannung aus dem Drehbuch radiert wurde; CARRAWAY findet aber schon bald das Gaspedal und tritt noch einmal kräftig durch. Am Ende gibt es einen überraschenden Storytwist und der Abspann flimmert über den Bildschirm. WAY OF THE WICKED ist schnörkellose Videounterhaltung für einen verregneten Sonntagnachmittag – mehr aber auch nicht.
 
 
 


 
 
 

WAY OF THE WICKED – Zensur

 
 
 
WAY OF THE WICKED ist hierzulande unbeschadet mit FSK16 in den Handel gekommen. Bis auf einige blutige Nasen, einen Erntemaschinen-Mord und Augen, die durch Spiegelglas zerfetzt werden gibt es hier nur wenig Gewalt zu sehen.
 
 
 


 
 
 

WAY OF THE WICKED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
way-of-the-wicked-blu-ray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Way of the Wicked; USA 2013

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.77:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 23.09.2014

 

Way of the Wicked – Der Teufel stirbt nie! [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

WAY OF THE WICKED – Weitere Veröffentlichungen

 
 
 
Vom-Teufel-besessen-The-ultimate-Devils-Collection

(c) Maritim Pictures GmbH im Vertrieb der KNM Home Entertainment GmbH

 
 
Neben der erhältlichen Film-DVD und Blu-ray wurde WAY OF THE WICKED auch zusammen mit drei weiteren Horrorfilme in der „Vom Teufel besessen – The ultimate Devils Collection“ veröffentlicht. Auf zwei DVDs sind neben besagtem WAY OF THE WICKED auch folgende drei Streifen enthalten: THE PRESENCE, THE CLOTH und HOLY GHOST PEOPLE. Alle Filme dieser Zusammenstellung sind selbstverständlich ungeschnitten.
 
 

Vom Teufel besessen – The ultimate Devils Collection (2DVDs) auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

WAY OF THE WICKED – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Omen (2006) – Remake
 
Das Omen (1976)
 
Fear – Wenn Liebe Angst macht (1996)