Filmreview: „The Quiet Ones“ (2014)

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THE QUIET ONES

Story

 
 
 
Psychologie-Professor Joseph Coupland (Jared Harris) führt zusammen mit drei Studenten an einer Art erwachsener Wednesday Adams (Olivia Cooke) Experimente durch, die scheinbar vom Geist eines Kindes besessen ist. Mit verschiedenen Tests wollen sie beweisen, dass das Leiden der Patientin auf ein psychischen Traumata zurückzuführen ist und das Geisterwesen allein ihrer Phantasie entspringt …
 
 
 


 
 
 

THE QUIET ONES – Kritik

 
 
 
Irgendwie erzielt die Wiederbelebung der glorreichen HAMMER STUDIOS nicht den Erfolg, den die Produktionsschmiede während ihrer Blütezeit in den 50er- und 60er Jahren verzeichnen konnte. Bis in die späten 70er hinein wurden dort nämlich Horrorfilme am laufenden Band produziert und verhalfen Legenden wie CHRISTOPHER LEE und PETER CUSHING zu Weltruhm. 1979 lief das letzte hauseigene Schaffen über die Leinwand – danach war Schluss. Dreißig Jahre nach Werkstattschließung wurden die Pforten der HAMMER STUDIOS dank Produzent JOHN DE MOL (ja, der BIG BROTHER-Schöpfer ist gemeint) erneut geöffnet und eine Reihe Gruselstreifen gedreht, die aber bisher nicht den Profit brachten, den man sich vielleicht erhofft hatte.
 
Während WAKE WOOD (2008), THE RESIDENT (2009) und das unnötige Remake LET ME IN (2010) hierzulande direkt auf dem Heimkinomarkt verramscht wurden, konnte zumindest THE WOMAN IN BLACK (2011) reichlich Zaster in die Kinokassen schwemmen, was aber vermutlich hauptsächlich an Darsteller DANIEL „POTTER“ REDCLIEF gelegen haben dürfte, der mit seiner Rolle im britischen Gothic-Grusler das ihm auferlegte Image des Zauberlehrlings loswerden wollte. Nun geht HAMMER FILMS in eine weitere Runde. Weil Geister und Wackelkamera seit PARANORMAL ACTIVITY und THE CONJURING immer noch genügend Leute in die Kinos locken können, dürfte es wohl keinen Horrorfan überraschen, dass auch die Macher von HAMMER FILMS auf den Geister, Exorzismus und Found-Footage-Zug springen, um den lukrativen Horror-Trend mitmachen zu können. Leider hat Regisseur JOHN POGUE so ziemlich alles vermasselt, was man bei einem solchen Film falsch machen kann. Für den hiesigen Rechteinhaber ASCOT ELITE daher Grund genug, dass vergeigte Machwerk ohne den Umweg ins Kino direkt in die Händlerregal zu stellen, damit sich Horrorfans das teure Eintrittsticket für THE QUIET ONES sparen können.
 
Übeltäter JOHN POGUE, der bisher nur das leidlich unterhaltsame Video-Sequel QUARANTÄNE 2 – TERMINAL (2011) fabriziert hat, verlagert die Handlung seines aktuellen Machwerks in die 70er und erzählt die Geschichte von Oxford-Professor Joseph Coupland (JARED HARRIES), der fest davon überzeugt ist, dass Geisterwesen nur Manifestation der Psyche sind. Drei seiner Stundenten sind von der radikalen Theorie derart fasziniert, dass sie den Lehrer bei seinen unorthodoxen Experimenten unterstützen. Auf einem Anwesen außerhalb von London soll die These an Patientin Jane Harper (OLIVIA COOKE) bewiesen werden. Die scheint Anzeichen von Besessenheit zu besitzen, quasselt permanent von einer imaginären Freundin namens Eve und start Löcher in die Luft. Während die Arbeiten akribisch mit der Kamera dokumentiert werden, ist es Student Brian McNeil (SAM CLAFLIN), der die zahlreichen Test bald zu hinterfragen beginnt. So ganz Unrecht hat er mit seiner Feststellung nämlich nicht, denn Professor Jared Harris verliert schon bald das Wohl seiner Probandin aus den Augen und hat nur noch ein Ziel: Seine Theorie zu beweisen.
 
Dunkle Flure, nostalgisches Filmmaterial und typisch britisches Gruselflair; eigentlich hätte alles so schön werden können. Wäre da nicht Regisseur JOHN POGUE gewesen, der die eigentlich guten Voraussetzungen für einen Grusler wie diesem im Keim ersticken lässt. THE QUIET ONES ist eine jener modernen Interpretationen altmodischer Geistergeschichten, die einfach keine Angst einjagen wollen, was wohl daran liegen dürfte, dass POGUE immer dann Szenen abrupt enden lässt, wenn es gerade unheimlich und spannend werden will. Für einen Horrorfilm ist derart Vorangehensweise fatal; vor allem dann, wenn es sich ausgerechnet auch noch um Spuk- und Geisterhorror handelt. An beinahe jeder Gruselszene lässt sich die Unfähigkeit seines Machers erkennen. So werden plumpe Spuk-Klischees wie so oft wenig überraschend abgeklappert und plötzlich endende Szenenabläufe oder minderwertige CGI-Effekte verderben beinahe jeden Gruselmoment. Immerhin gefällt der eigentlich unbeliebte Found-Footage-Gimmick, der ja im Horrorfilm zum unverzichtbaren Übel geworden ist und nahezu in jedem zweiten Gruselfilm Verwendung findet. Im Falle von THE QUIET ONES bewirkt der aber ausnahmsweise Atmosphäre, die sich ohnehin recht mager durch die halbherzig geschriebene Geschichte zieht. Zwischen seltsamen Tests und immer wieder gleichen Szenenabläufen, die vermutlich ins Drehbuch geschrieben wurden, damit man auf Spielfilmlänge kommt, gesellt sich schick aufbereitetes 16mm Bildmaterial, das quasi aus Brains Kamera stammt, der die Experimente auf Film festhält. JOHN POGUE schafft das, was bisher nur wenigen Wackelcam-Machern gelungen ist. Er verknüpft das normal gefilmte Geschehen mit krisseligen 16mm-Schnipseln, ohne dass das Found-Footage-Gebräu zu sehr auf den Zünder geht. Dass auf authentisch getrimmte Doku-Material hat Charme, vor allem dann, wenn Professor Joseph Coupland seinen Schülern ältere s/w-Aufnahmen seiner Patienten im Hörsaal vorführt und sich geisterhafte Dinge auf den alten Filmausschnitten ereignen.
 
Leider ist Found-Footage auch das einzige, was POGUE gut beherrscht, denn trotz visuellen Schmankerl und vernünftig agierenden Schauspielern ist THE QUIET ONES eine absolute Enttäuschung und wird dem Namen HAMMER FILMS nicht einmal ansatzweise gerecht. Das ist deshalb recht schade, weil dem Macher JOHN POGUE eine spannende Vorlage zur Verfügung gestanden hat. THE QUIET ONES ist nämlich eine von ach so vielen Horror-Gurken, die zu Beginn damit werben, dass die Schreiberlinge des Films von wahren Begebenheiten inspiriert wurden. Den Horrorstoff für diesen überraschungsarmen Exorzismus-Hochglanz-Spuk lieferte das PHILIP EXPERIMENT, welches von Professor DR.GEORGE OWEN 1972 im kanadischen Toronto tatsächlich durchgeführt wurde und aus einem parapsychologischen Forscherteam bestand, das allein mit Gedankenkraft den Geist des fiktiven Charakters PHILIP AYLESFORD entstehen lies. So interessant die Grundlage, so unausgegoren die Umsetzung. Statt auf amateurhaftes Pixelgewitter und unerfahren Regisseure zu setzen, wäre es für Produktionshaus HAMMER FILMS von Interesse nach wirklich guten Regisseuren zu suchen, die zur Abwechslung auch mal Ahnung haben, wie man gute Horrorfilme macht. Denn im Vergleich zu den klassischen Hammer-Streifen sind die bisher neu entstandenen Filme unter dem Banner HAMMER FILMS sehr liebloser und vor allem austauschbarer Kommerzmüll.
 
 
 


 
 
 

THE QUIET ONES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Was waren das für Zeiten, als HAMMER FILMS noch gute Filme hervorbrachte. Die Reanimation des Produktionshauses durch JOHN DE MOL hat dem Studio nicht gut getan, denn seit der Wiedereröffnung der legendären Horror-Schmiede gehen keine wirklich guten Filme mehr in Produktion, die an die einstigen Erfolge anknüpfen können. THE QUIET ONES verspricht im Trailer viel, hält aber wenig. QUARATNÄNE 2-Verbrecher JOHN POGUE bedient sich wie vieler seiner Kollegen der Found-Footage-Rezeptur und köchelt Geister- und Besessenheits-Thematik auf kleiner Flamme. Bescheidene Computereffekte, magerer Gruselgehalt und klischeehafte Spukeffekte sind das Ergebnis mit dem vermutlich nicht mal Fans paranormaler Geschichten zufrieden sein dürften. Immerhin hat Regisseur JOHN POGUE den Wackelcam-Gimmick gut im Griff. Damit dürfte er für die Zukunft gut gerüstet sein, schließlich dürfte Found-Footage auch in den kommenden Jahren die Filmlandschaft verpesten und mit wackeligen Bildern Kopfschmerzen bereiten.
 
 
 


 
 
 

THE QUIET ONES – Zensur

 
 
 
THE QUIET ONES ist ein stilvoll gedrehter Horrorfilm der alten Schule, bei dem das Augenmerk eher auf Atmosphäre und Gruselfeeling liegt und der keine Zeit mit unnötigen Blut-Albereien vergeudet. Demnach ist das Gezeigte eher subtiler Natur und nicht sonderlich grausam anzusehen. Es gibt Verbrennungen an der Hand und eingeätzte Wundmale zu sehen. In den letzten Minuten sterben einige der Protagonisten im hektisch geschnittenen Bilderhagel, wobei der Höhepunkt eine ziemlich schlecht animierte CGI-Verbrennungs-Sequenz sein dürfte. Hierzulande hat das für FSK16 gereicht.
 
 
 


 
 
 

THE QUIET ONES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-Quiet-Ones-Bluray

(c) Ascot Elite

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Quiet Ones; USA/UK 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Featurette, Film Clip, B-Roll, Soundbites: Jared Harris, Sam Claflin, Erin Richards, Rory Fleck-Byrne, Olivia Cooke, John Pogue, Ben Holden, and Simon Oakes., UK Trailer, 2 US Trailer, TV Spots, Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 12.08.2014

 
 
 

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THE QUIET ONES – Trailer

 
 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Filmreview: „Alien Abduction“ (2014)

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ALIEN ABDUCTION

Story

 
 
 
Keine Woche vergeht ohne weiteren Found-Footage-Film: Bei einem gemeinsamen Campingurlaub gerät eine unwissende Familie in die Fänge experimentiergeiler Aliens …
 
 
 


 
 
 

ALIEN ABDUCTION – Kritik

 
 
 
Eigentlich hätte aus ALIEN ABDUCTION ein ganz guter Film werden sollen, so zumindest versprach es der ansprechende Filmtrailer, der mit ausreichend Action und schockreichen Schreckensmomenten neugierig auf astreinen Sci-Fi-Terror gemacht hat. Die Enttäuschung naht jedoch mit Sichtung des fertigen Streifens, denn Regisseur MATTY BECKERMANN hat hier nicht nur üblen Found-Footage-Brei geköchelt; die besten Szenen bekommt der Zuschauer auch gleich in der hektisch zusammengeschnittenen Filmwerbung präsentiert. Wer schlau ist erspart sich daher die konfus gefilmte Alien-Geisterbahn, bei der das wackelige Geschehen von teils derart nervigen Störsignalen begleitet wird, dass man oftmals nicht so recht weiß, ob da gerade die eigene Glotze den Geist aufgibt oder BECKERMANN den mehr als nervenden Filmeffekt so gewollt hat. Auch wenn ALIEN ABDUCION kein sehenswerter Vertreter innerhalb des Found-Footage-Genres darstellt, so ist die zugrundeliegende UFO-Thematik immer noch unverbraucht genug, um das Interesse beim unerfahrenen Wackelcam-Freund zu wecken. Der dürfte vermutlich gleich zu Beginn Feuer und Flamme sein, schließlich brüstet sich auch ALIEN ABDUCTION damit, auf wahren Begebenheiten zu beruhen. Als Grundlage dienen Urbane Legenden von mysteriösen Lichterscheinungen am Himmel über Brown Mountain in der Region North Carolinas. Bis heute konnte nicht eindeutig geklärt werden, welchen Ursprung die sogenannten Brown Mountain-Lichter besitzen. Für BECKERMANN Grund genug, das Mysterium der seltsamen Himmelsereignisse auf außerirdisches Leben zurückzuführen, das in bescheidener Regelmäßigkeit auf der Erde landet, um sich ein paar Menschen zu krallen, damit an ihnen Experimente durchzuführt werden können. Ein paar ersponnene Interviews und Nachrichtensendungen im obligatorischen Found-Footage-Dokustil heucheln dem ahnungslosen Zuschauer fiktiven Realismus vor und berichten vom Verschwinden diverser Menschen, die im Jahr 2011 in der Gegend unter unerklärlichen Umständen verschollen sind. Bei einem selbsterklärenden Titel wie ALIEN ABDUCTION (was soviel heißt, wie die Entführung durch Außerirdischen) ahnt der Zuschauer natürlich sofort, dass hinter als dem Schabernack eine heimtückische Alienbrut steckt, die nichts Gutes im Sinn hat. Eine ahnungslose Familie bekommt das am eigenen Leibe zu spüren, die in der Gegend etwas Camping machen möchte und so den Außerirdischen direkt in die Arme läuft.
 
Der Horrorfan erlebt die Ereignisse aus der Sicht des authentisch veranlagte Riley Morris (RILEY POLANSKI), der den aufregenden Familienurlaub mit seiner Handkamera filmt und so den blanken Terror auf Film bannt. Erst sind es verlassene Autos, die viele Fragen aufkommen lassen. Später regnet es Krähen, was vor allem den unwissenden Eltern Sorgen bereitet. In einem dunklen Tunnel kommt es dann auch schon zur ersten Konfrontation mit den fremdartigen Kreaturen. Schnell ist die Spur gewittert und die Jagdsaison auf die Familienangehörigen eröffnet, die von nun an nach bekanntem 10-kleine-Jägerlein-Prinzip ins Raumschiff befördert werden. Viel bekommt der Zuschauer jedoch nicht zu sehen, denn sind die Aliens in der Nähe, fängt auch schon das Bild der Kamera fürchterlich an zu stören. Das mag zwar anfänglich geschickt getrickst sein, beginnt aber nach der zigsten Wiederholung ganz schnell an zu nerven, schließlich will man dann doch ein/zwei Aliens zu Gesicht bekommen. Filmemacher MATTY BECKERMANN (übrigens Produzent des Sci-Fi-Gruslers ISOLATON und dem Remake zu DAS EXPERIMENT) arbeitet für sein Regiedebüt ganz souverän die Checkliste üblicher Found-Footage-Standards ab und beweist weder Eigenständigkeit noch Mut, dem mittlerweile unbeliebten Subgenre neue und interessante Ideen einzuverleiben. Hat man schon einige Filme im Shaky-Cam-Format gesehen, überrascht das Gebotene in ALIEN ABDUCTION wenig. Das Wackelfiasko ist derart klischeebehaftet und vorhersehbar, dass die Langeweile nicht lang auf sich warten lässt. Zudem bleibt auch hier die Frage ungeklärt, wie ein kleiner Junge bei derart grausigen Erlebnissen noch in der Lage sein kann, das Erlebte konsequent durchdacht und perfekt ausgeleuchtet filmen zu können. Am Ende sitzen alle Familienmitglieder in der Falle, Riley schluchzt BLAIR WITCH PROJECT-like in die Kamera und wird als letzter im Bunde ins UFO gebeamt. Nachfolgend wird die Kamera aus dem Raumschiff zurück auf die Erde geschleudert, so dass der Zuschauer Zeuge eines aufregend dokumentierte Aufpralls auf der Erde wird – Übrigens, die besten Szene des gesamten Films, auch wenn unklar bleibt, wie die Kamera bei einem Fall aus mehreren Kiliometern Höhe immer noch funktionieren kann.
 
 
 


 
 
 

ALIEN ABDUCTION – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Rasant inszenierter und effektreicher Alien-Terrorfilm im Found-Footage-Gewand. Leider ist ALIEN ABDUCTION trotz interessanter Grundidee kein guter Vertreter des Wackelkamera-Genres, was vor allem an den ständig auftretenden Störsignalen liegt, die manchmal kaum erkennen lassen, was da auf der Mattscheibe überhaupt passiert. Zudem bekommt der Zuschauer kaum Aliens vor die Linse, was vermutlich mal wieder auf Kostengründen zurückzuführen ist. Aufgrund des reißerischen Titels und des herrlich ansprechenden Trailers enttäuscht das Gebotene auf ganzer Linie, denn Regisseur MATTY BECKERMANN ist ausschließlich damit beschäftigt, die Klischee-Liste für Wackelcam-Streifen nahezu akribisch abzuarbeiten. Am Ende fühlt man sich als Horrorfan doch sehr veräppelt, schließlich erwartet man bei einem vielversprechenden Titel wie ALIEN ABDUCTION eine fiese Alien-Hatz und keinen faulen Budenzauber, der statt Angst einzujagen durch künstlich verursachtes Kameragewackel schlimme Kopfschmerzen verursacht. Wir können nur abraten, denn ALIEN ABDUCTION ist eine gemeine Mogelpackung und Enttäuschung vor dem Herrn.
 
 
 


 
 
 

ALIEN ABDUCTION – Zensur

 
 
 
ALIEN ABDUCTION ist nicht nur ein mieser Film, sondern auch zurückhaltend mit Gewalt. Es gibt ein gebrochenes Rückgrat zu sehen und ein paar verdreht Augen. Das dürfte der FSK eine ungeschnittene FSK16-Freigabe Wert sein.
 
 
 


 
 
 

ALIEN ABDUCTION – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
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Cloverfield (2008)
 
Europa Report (2013)
 
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Filmreview: „The Den“ (2013)

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THE DEN

Story

 
 
 
THEDEN.com ist eine neue Social-Media-Plattform, wo User per Webcam miteinander kommunizieren können. Für Studentin Elizabeth Benton (Melanie Papalia) ein interessantes Forschungsprojekt, das sogar von der Universität finanziert wird. Leider tummeln sich im World Wide Web nicht nur friedlich gesinnte User. Die ambitionierte Hochschülerin gerät an ein äußerst penetrantes Community-Mitglied, das der Studentin schon bald das Leben zu Hölle macht …
 
 
 


 
 
 

THE DEN – Kritik

 
 
 
Achtung: Kritik enthält Spoiler!
 
 
 
Kein anderes Filmgenre ist so facettenreich wie der Horrorfilm. Die Filmgattung erfindet sich immer wieder neu und hat es mittlerweile zu einer stattlichen Anzahl verschiedenster Subgenres gebracht. In den letzten Jahren ist es vor allem der Found-Footage-Film, der es nahezu regelmäßig auf Leinwand und Mattscheibe schafft und dem Zuschauer mit wackeligen Bildern und meist amateurhafter Inszenierung den Nerv rauben will. Zu verdanken ist die Flut solcher Werke dem Engländer PETER WATKINS. Der brachte bereits 1971 einen der ersten Wackelkamerafilme in die Lichtspielhäuser. Sein PUNISHMENT PARK sorgte für reichlich Zündstoff und wurde nach Erscheinen äußerst kontrovers diskutiert. Richtig populär wurde die Filmmethode jedoch erst zehn Jahre später, als der italienische Schmuddelfilm-König RUGGERO DEODATO seinen CANNIBAL HOLOCAUST in die Kinos brachte und ganz nebenbei einen der erfolgreichsten Kannibalenschocker drehte, der sich in Deutschland selbst heute noch auf der Liste der jugendgefährdenden Medien befindet. Im Jahr 1999 griffen DANIEL MYRICK und EDUARDO SÁNCHEZ die Shaky-Cam-Methodik erneut auf und landeten mit THE BLAIR WITCH PROJECT einen Kassenhit. Die Raffinesse vom Aufnahmematerial, welches von verstorbenen oder vermissten Personen gedreht wurde und erst im Nachhinein gefunden wird zog nach BLAIR WITCH PROJECT weite Kreise. In regelmäßigen Abständen folgten mehr oder weniger brauchbare Wackelcam-Vertreter, die teils mit ewig gleicher Filmrezeptur schnell die Missgunst der Filmfans auf den Plan riefen. Immerhin schien mit der PARANORMAL ACTIVITY-Reihe der Höhepunkt erreicht. Für einige Filmemacher dennoch kein Grund nicht weiterhin fleißig Found-Footage-Müll zu produzieren, schließlich sind derart Machwerke kostengünstig in ihrer Umsetzung.
 
Angespornt vom Erfolg der letzten Found-Footage-Streifen (V/H/S und V/H/S 2) versucht nun Nachwuchs-Angstmacher ZACHARY DONOHUE ebenfalls sein Glück auf dem B-Movie-Markt und nimmt sich die unbeliebte Filmgattung vor, um daraus was Brauchbares zu zimmern. Bevor jedoch einen Stöhnen die Runde macht: THE DEN ist wirklich gut, was vor allem daran liegen mag, dass DONOHUE dem Ganzen einen eigenen Stempel aufdrückt und dem Wackelkamerafilm neuen Impulse durch frische Ideen verleiht. Diesmal findet das Treiben auf Elizabeths (MELANIE PAPALIA) Laptop statt. Die Studentin hat von der Universität finanzielle Unterstützung erhalten, um ihre Studienarbeit über Sozialen Medien und zeitgenössische Kommunikation voranbringen zu können. Ihr Ziel: Soviel Zeit wie möglich auf der Chat-Plattform THE DEN zu verbringen, wo sie sich mit nur wenigen Mausklicks durch die Webcams der Community-Nutzer klicken und sich mit ihnen live am Bildschirm unterhalten kann. Schnell macht sie Bekanntschaft mit einem gar penetranten Chatpartner, der ihr schon bald eine Heidenangst einjagt. Der hackt sich nicht nur in das Betriebssystem ihres Rechners ein und bombardiert die Freunde mit merkwürdigen Emails; die unwissende Studentin wird zu einer ganz besonderen Videoübertragung eingeladen und Zeuge eines Live-Mords via Webcam. Leider will so wirklich niemand Elisabeths Aufregung verstehen und das, obwohl sie doch die Tat aufgezeichnet hat. Die Polizei glaubt an einen Scherz und die Freunde der Studentin raten zu mehr Vorsicht. Doch für neunmalkluge Ratschläge scheint es ohnehin zu spät, denn der irre Chat-Stalker hat sich bereits in das Leben der eifrigen Hochschülerin geschlichen. Bald schon verschwinden nahestehende Personen auf unerklärliche Weise. Wenig später soll die verängstigte Elisabeth den schlimmen Misshandlungen an ihren Freunden per Webcam beiwohnen.
 
Was unterscheidet THE DEN von den bisherigen Vertretern innerhalb des Found-Footage-Genres? Es ist die Machart mit welcher ZACHARY DONOHUE schnell die ganz üblen Vertreter vergessen lässt. Die Geschichte spielt sich fast gänzlich auf dem Laptop der Besitzerin ab, die sich in einem Chatkarussell von einem Cam-Partner zum nächsten bewegt und dabei die eigenartigsten Persönlichkeiten innerhalb des Internets kennenlernt. Regisseur ZACHARY DONOHUE verwendet hierbei unterschiedliche Kameratechniken. So sind die Community-Teilnehmer entweder per Handykamera online oder sitzen vor der implementierten Kamera ihrer Rechner. Im späteren Verlauf hackt sich der ausgefuchste Internet-Psycho in Elisabeths Computer und verbindet das Gerät mit Überwachungs-, Helm- und Handkameras, so dass eine anhaltende Dynamik entsteht, die durch den Einsatz von Message-Boxen, Email-Nachrichten und Chat-Fenstern bis zum Ende konstant gehalten werden kann. Neu im Wackelcam-Sektor scheint Gesellschaftskritik zu sein. Macher DONOHUE nimmt die rasante Entwicklung neuer Kommunikationswege genauer unter die Lupe und stellt rasch fest, dass das Internet nicht nur Vorteile bietet. Das World Wide Web ist nicht frei von Gefahren und zwielichtigen Gestalten, die hier ganz anonym ihren perversen Phantasien und abartigen Neigungen nachgehen können. Protagonistin Elisabeth bekommt das in THE DEN am eigenen Leib zu spüren. Hinter dem mysteriösen Chatprofil versteckt sich eine gerissene Untergrundorganisation, die auf Social-Media-Plattformen nach möglichen Opfern für ihre skrupellose Geldmacherei sucht. Die Auserwählten werden vor der Kamera qualvoll getötet, der Mord auf Video festgehalten und die Snuff-Clips möglichen Interessenten auf einer eigenen Seite gegen Bares zum Download angeboten. In THE DEN ist das zwar alles rein fiktiv; angesichts der Möglichkeiten, die das Internet bietet würde es nicht wundern, wenn ähnliche Praktiken in irgendeinem Hinterhofschuppen auf gleiche Weise veranstaltet werden.
 
Sei bedacht mit dem, was Du im Netz über dich preisgibst und vor allem wem du welche Informationen anvertraust. Die Botschaft ist in THE DEN unüberhörbar und wird zudem von Techniker Max (ADAM SHAPIRO) immer wieder aufs Neue wiederholt, der die gutgläubige Elisabeth vor einer leichtfertigen Nutzung des Internets warnt. Aber weil es sich bei THE DEN nun mal um einen Horrorfilm handelt dürfte klar sein, dass derart Warnungen grundsätzlich nicht ernst genommen werden. Es kommt zu einem Aufeinandertreffen in bester THE STRANGERS-Manier. Die mit Jutesäcken maskierten Killer verschleppen das unwissende Opfer in ihren Bau und terrorisieren die verstörte Elisabeth bis zum letzten Atemzug. In THE DEN geht es freilich nicht zimperlich zu, was vor allem dem Found-Footage-Stilmittel zuzuschreiben ist, das das ruppige Treiben recht authentisch bebildert. Gerade dann, wenn hier wehrlose Menschen bestialisch vor der Kamera ermordet werden, geht das ziemlich an die Nieren und dürfte demnach nicht jedermanns Sache sein. Auch wenn nach kurzen 70 Minuten so jedes Wackelcam-Klischee abgehakt wurde bleibt die überraschende Erkenntnis, dass man aus dem verhassten Found-Footage-Genre doch noch halbwegs interessante Filmstoffe herauskitzeln kann, wenn man sich nur die Mühe macht nach cleveren Plots zu grübeln.
 
 
 


 
 
 

THE DEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Warum Kontakte im wahren Leben knüpfen, wenn man Chat-Plattformen wie THE DEN nutzen kann? Neuling ZACHARY DONOHUE hat mit THE DEN einen erschreckenden Warnschuss gedreht, der die Möglichkeiten des Internets in einem ganz anderen Licht betrachtet. Sieht man einmal vom obligatorischen Horrorgemetzel ab, wird auf sehr unangenehme Weise verdeutlicht was passieren kann, wenn man sich zu leichtfertig durch das Internet bewegt und wie einfach es ist soziale Medien für Zwecke zu missbrauchen, für die sie eigentlich gar nicht gedacht sind. THE DEN ist einer der besten Found-Footage-Schocker, die man in letzter Zeit gesehen hat, was vor allem an der innovativen Machart liegt, wie man den Zuschauer versucht das gewöhnungsbedürftige Wackelcam-Genre erneut schmackhaft zu machen. Am Ende bleiben rund 70 Angstschweiß verursachende Horrorminuten, die den Appetit nach jener Filmmethodik steigert von der man eigentlich annahm, dass sie keiner mehr sehen will. Darum: Hoch lebe der Found-Footage-Film!
 
 
 


 
 
 

THE DEN – Zensur

 
 
 
Trotz Wackelkamera-Methode ist THE DEN nichts für Zuschauer mit schwachen Nerven. Die diversen Snuff-Morde haben es in sich und werden ziemlich kaltblütig dargestellt. Demnach wird THE DEN hierzulande ungeschnitten mit KEINE JUGENDFREIGABE-Flatschen in den Handel kommen.
 
 
 


 
 
 

THE DEN – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Evidence (2013)
 
The Helpers (2012)
 
V/H/S 2 (2013)