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Beiträge mit Schlagwort “Wald-Horror

Filmkritik: „Devil in the Dark“ (2017)

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DEVIL IN THE DARK

Story

 
 
 

Die zwei Brüder Adam (ROBIN DUNNE) und Clint (DAN PAYNE aus CABIN IN THE WOODS) werden in den Wäldern Kanadas mit der Vergangenheit konfrontiert und müssen gleichzeitig ums Überleben kämpfen.

 
 
 


 
 
 

DEVIL IN THE DARK – Kritik

 
 
 
Wenn nach der Sichtung eines Horrorfilms Fragen entstehen, weil man Gesehenes nicht einordnen kann, ist das schon einmal ein gutes Zeichen. In der Regel werden so die grauen Zellen des Zuschauers beansprucht, der sich auch nach dem Abspann mit Eindrücken auseinandersetzen muss, um plausible Antworten zu finden. Wenn man aber einen Horrorstreifen gesehen hat, der trotz akribischer Analyse irgendwie gar keinen Sinn ergeben will, ist das alles andere als erbaulich. Offenbar hat dann der Regisseur sein Ziel verfehlt, der mit undurchsichtiger Handlung eher die Wut des Zuschauers schürt, statt ihn spannend zu unterhalten. Ganz ähnliches Desaster ist dem Regisseur TIM BROWN mit DEVIL IN THE DARK passiert – einem Mystery-Scharcher dessen Geschichte in den letzten Minuten sonderbare Wege geht. Dabei hat der Filmemacher eigentlich schon Erfahrung im Angstmachen sammeln können. Auf seine Kappe gehen Filme wie BITE und ANTISOCIAL 2 für die er zwar nicht auf dem Regiestuhl gesessen hat, aber immerhin als Geldgeber in Erscheinung getreten ist. Nun versucht sich TIM BROWN als Multitalent. Für den zweiten Spielfilm mit dem Titel DEVIL IN THE DARK zeichnet er neben der Produzententätigkeit ebenso als Regisseur verantwortlich. Entstanden ist ein Gruseldrama, bei dem nicht immer eindeutig ist, was man da eigentlich zu sehen bekommt.
 
 
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Wenn ein Vater seinem Kind nicht die Beachtung schenkt, welche es sich erhofft hat. Das Gruseldrama DEVIL IN THE DARK erzählt das Schicksal zweier Brüder, die nach 15 Jahren aufeinandertreffen, um jene Route durch die Wälder zu laufen, die auch der verstorbene Vater mit ihnen an Kindstagen gegangen ist. Leider ist das Verhältnis zwischen den Geschwistern angespannt. Der Vater hatte sie zu Lebzeiten nicht gleichwertig behandelt, was zu Spannungen geführt hat. Diese halten die beiden Männer auch Jahre nach dem Tod des Familienoberhaupts auf Distanz, was den Jagdausflug in den kanadischen Wäldern nicht gerade einfach gestaltet. Doch Familiendiskrepanzen sind bald das kleinere Übel. Im Schutze der Dunkelheit geht nämlich etwas Böse auf Beutezug. Eine unheimliche Kreatur will den Brüdern nichts Gutes und heftet sich an die Fersen der Männer. Bald wird klar, dass dieses Wesen kein Unbekannter ist. Bereits in der Kindheit haben die Brüder Adam (ROBIN DUNE) und Clint (DAN PAYNE) mit der finsteren Gestalt Bekanntschaft gemacht. Dass sie nun ausgerechnet als Erwachsene wieder auf den grotesken Bösewicht stoßen kann doch kein Zufall sein. Oder etwa doch?
 
 
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Was wie Werbung für Urlaub in den kanadischen Wäldern anmutet, hat mit Erholung nichts zu tun. Die Naturkulisse ist nur Schein, denn DEVIL IN THE DARK entpuppt sich als fast schon klaustrophobisches Gruseldrama in dem der Wald zur Falle, aber gleichzeitig auch zur Erlösung wird. Was wie beliebiges Gruselfutter beginnt, ist mehr Familiendrama statt Horror und begleitet zwei Brüder auf eine Reise in die kanadische Wildnis, auf der die entfremdeten Geschwister wieder zueinander finden werden. Während sich der eine vom verstorbenen Vater stets unverstanden gefühlt hat, sieht der andere im Familienoberhaupt sein Vorbild. Dass unterschiedliche Sichtweisen bereits an Kindertagen zu Spannungen und Rangkämpfen zwischen den Brüdern geführt hat, wird in Rückblenden geschildert. Doch alles wendet sich zum Guten. Die Geschwister sprechen sich aus und nähern sich an. Ein Happy End wäre somit vorprogrammiert gewesen, würde Regisseur TIM BROWN am Ende nicht einen unnötigen Rattenschwanz anhängen, der bei genauerer Betrachtung zu Verständnisproblemen führt. Da heftet sich plötzlich eine Kreatur an die Fersen der beiden Wanderer und zerrt den jüngeren Adam in seinen Bau. Der ältere Clint ringt mit der Angst und eilt dem Bruder herbei. Was folgt erschließt sich nicht wirklich. Fungiert die schlecht animierte Kreatur nur als Metapher für verdrängte Kindheitserlebnisse und die unterdrückte Emotionen der Hauptprotagonisten oder will hier einfach nur ein Walddämon Angst und Schrecken verbreiten. Aufgrund eines abrupten Endes und dem – in Horrorfilmen gern mal eingesetzten – Plottwist werden neue Fragen aufgeworfen, die in erster Linie eines gut können: verwirren. Weil Regisseur TIM BROWN mit einem offenen Ende nicht die erhofften Antworten bietet, die das Publikum wohl erwartet hat, dürften die meisten Zuschauer DEVIL IN THE DARK als Blödsinn abstempeln. Demzufolge ist dieser Mystery-Thriller definitiv nichts für jene, die Antworten auf dem Silbertablett serviert bekommen haben wollen. Mit denen hält man sich nämlich zurück, was zu einem mehr als unbefriedigendem Filmerlebnis führt.
 
 
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DEVIL IN THE DARK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Unheimliches Mystery-Drama mit fast schon surrealem Einschlag. DEVIL IN THE DARK zeigt schöne Landschaftsaufnahmen, hat gute Darsteller zu bieten und beginnt auch vielversprechend. Doch je näher sich der Streifen der Zielgeraden nähert, umso mehr enttäuscht der gebotene Mix aus Drama, Grusel und Mystery zunehmend. So wird die Handlung in den letzten dreißig Minuten immer verworrener, was das Folgen der Handlung unnötig erschwert. Weil Regisseur TIM BROWN mehrere Interpretationen zulässt, offenbar von Metaphern Gebrauch macht und sich einen Deut darum schert Antworten zu liefern, dürfte das DEVIL IN THE DARK bei den meisten Zuschauern durchfallen. Apropos durchfallen: Auch wenn dieser Streifen im Horror-Genre verwurzelt ist, hat DEVIL IN THE DARK mit Horror nur wenig am Hut. Der Film fokussiert sich in erster Linie auf das Verhältnis zweier entfremdeter Brüder, die sich durch eine bewegte Vergangenheit kämpfen. Demzufolge passt der Streifen eher ins Dramenfach – auch wenn am Ende schlechtes CGI in Form einer ominösen Waldkreatur über die Mattscheibe flimmert. Manchmal ist es eben doch besser, wenn man dem Zuschauer einfach gestrickte Geschichten erzählt, die er auch versteht und deuten kann.
 
 
 


 
 
 

DEVIL IN THE DARK – Zensur

 
 
 
In DEVIL IN THE DARK werden kaum Schauwerte geboten. Der Film lebt in erster Linie von seiner unheilvollen Atmosphäre. Einer der Brüder stürzt von einer Klippe. Am Ende sehen wir eine von Elchgeweihen durchbohrten Körper. Demzufolge dürfte DEVIL IN THE DARK ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

DEVIL IN THE DARK – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei eOne Entertainment | Momentum Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Witch (2015)
 
It’s in the Blood (2012)
 
The Monster (2016)
 


Filmkritik: „Quarries“ (2016)

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QUARRIES

Story

 
 
 

Einige Frauen werden bei einem Wanderausflug von Hinterwäldlern attackiert, die ihnen nichts Gutes wollen.

 
 
 


 
 
 

QUARRIES – Kritik

 
 
 
Quäle nie eine Frau zum Scherz, denn die Rache des weiblichen Geschlechts kann gern auch mal tödlich sein. Dass Frauen in Horrorfilmen gern mal über sich hinauswachsen und sich nicht immer nur ihrem Schicksal ergeben wollen, ist auch im Genrefilm längst keine Seltenheit mehr. Auch Frauen lassen sich mittlerweile nicht mehr alles gefallen und bestrafen ebenso kaltblütig, wie ihre männlichen Filmkollegen – wenn es unbedingt sein muss. Zuletzt reißerisch und unnötig hart in der Neuauflage des Schmuddel-Klassikers I SPIT ON YOUR GRAVE zelebriert. Darin rechnete eine traumatisierte Autorin mit der Männerwelt ab und bewies dabei jede Menge Einfallsreichtum, damit jene Männer leiden mussten, die ihr nichts Gutes wollten. Wer meint, dass das aber schon alles gewesen ist, hat den folgenden Streifen noch nicht gesehen. Hier platzt nicht nur einer seelisch gequälten Frau der Geduldspfaden, sondern gleich einer ganzen Gruppe junger Damen. QUARRIES nennt sich der Rache-Horror in dem – ungewöhnlich taff – Frauenpower gezeigt wird, der von stumpfsinnigen Blondinen-Klischees, unnötigen Intrigenspielen und nervigen Zickereien Abstand hält. Eine lobende Alternative, die unbedingt Schule machen sollte. Nur ob das den hier besprochenen Film auch gleichzeitig besser macht?
 
 
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Eigentlich sollte sich das Leben für Kat (NICOLE MARIE JOHNSON – hat übrigens auch mit am Drehbuch geschrieben) nun zum Besseren wenden. Die hat sich erst kürzlich von den Ketten ihrer schrecklichen Beziehung befreit in der sie regelmäßig vom Ex-Partner misshandelt wurde. Eine Rucksack-Wandertour mit anderen Frauen durch tiefe Wälder soll die tapfere Frau wieder auf richtige Gedanken bringen. Leider muss wegen wütender Waldbrände eine andere Route genommen werden, die einigen Teilnehmerinnen das Leben kosten wird. Im Schutze der Wildnis treiben hier nämlich gewissenlose Hinterwäldler ein bitterböses Spiel. Die lauern ahnungslosen Wanderern auf und bringen diese kaltblütig um die Ecke. Doch der Spaß am Morden wird den Hobbykillern bald vergehen. Die haben nämlich nicht mit der Schlagfertigkeit jener Frauen gerechnet, an deren Fersen sie sich geheftet haben. Die sind über die stillen Verfolger alles andere als erfreut. Nachdem man erste Verluste beklagt, drehen die Frauen den Spieß einfach um. Was folgt ist nicht sonderlich neu – wurde aber solide inszeniert. Tapfere Frauen werden zu Kampfamazonen und verteidigen ihr Leben – koste es was es wolle. Die greifen zu spitzen Mordwerkzeugen und zahlen es der blutgeilen Bande heim. Männer gegen Frauen und umgekehrt. Wer wird den Überlebenskampf überstehen?
 
 
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Kennst Du noch BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE oder DELIVERANCE – so wie sich der Survival-Thriller im Original schimpft? Wenn ja, dann dürfte QUARRIES wohl ein alter Hut sein, denn im Grunde genommen spult Regisseur NILS TAYLOR hier mit dem zweiten Spielfilm gleichen Inhalt ab, den auch schon JOHN BOORMAN zuvor in den 1970ern schockierend auf der Kinoleinwand gebracht hat. Wilderer jagen ahnungslosen Menschen, die in der Natur Erholung vom stressigen Alltag suchen. Das hört sich grausam an und ist es auch, weil man auch in QUARRIES mit der Unwissenheit nichtsahnender Wanderer spielt, die plötzlich aus dem Nichts beschossen werden und sich vor einem offenbar unsichtbaren Gegner in Sicherheit bringen müssen. Auch wenn die Ausgangssituation reichlich perfide anmutet, verpufft ein Großteil der psychischen Härte wegen Vorhersehbarkeiten. Wer hier sterben und überleben wird, steht bereits in den ersten Minuten fest, denn auch QUARRIES macht sich zu sehr von den Regeln des Genres abhängig. So verwandelt sich die zu Beginn noch eher als zurückhaltend beschriebene Kat im Film zum weiblichen Rambo, die sich nicht minder kaltblütig gegen ihre Gegenspieler zu wehren weiß und Aggressionen freien Lauf lässt, die sich während ihrer gewalttätigen Beziehung angestaut haben. Bis im Film jedoch ausgiebig gerächt, geschrien und getötet wird, wird Geduld vorausgesetzt. QUARRIES braucht nämlich etwas bis er seine Richtung gefunden hat und an Tempo zulegt. So vergeudet Macher NILS TAYLOR unnötig Zeit mit der Charakterisierung und einer Geschichte, die lange braucht bis sie endlich zum Punkt kommt. In Anbetracht der Tatsache, dass QUARRIES letztendlich nur ein weiterer Film übers Töten ist vergeudeter Aufwand, der in Längen ausartet. Trotzdem will man gnädig sein. Nach vierzig Minuten geht der Überlebenskampf endlich los. Spätestens dann wird kurzweiliges Spannungskino geboten, dem es ab und an sogar gelingt am Nervenkostüm des Zuschauers zu zerren. Bemerkenswerte Suspense-Arbeit sieht aber definitiv anders aus. Dazu fehlt NILS TAYLOR noch nötige Fingerfertigkeit und das richtige Gespür für schnörkellosen Thrill.
 
 
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QUARRIES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
DELIVERANCE mit Frauen. In QUARRIES hat das weibliche Geschlecht zur Abwechslung mal die Hosen an, denn Frauen können im Horrorfilm auch anders. Statt sich wie in THE DESCENT mit aufbrausendem Zickenkrieg selbst in die ewigen Jagdgründe zu befördern oder sich ihrem Schicksal – wie so oft im Horror-Genre – tatenlos zu fügen, krempeln die Damen in QUARRIES die Ärmel hoch. Die geben nicht so schnell auf und kämpfen gegen Widersacher, die sich ihrer Sache zu sichern sind. QUARRIES ist ein weiterer Thriller übers Töten, der nicht sonderlich viel Substanz besitzt und einzig auf schnelle Schocks aus ist. Die Protagonisten verhalten sich nicht immer helle und auch mit der Vorhersehbarkeit hat dieser Überlebens-Horror so seine Probleme. Weil sich Regisseur NILS TAYLOR auch noch unnötig viel Zeit nimmt, bis die Überlebens-Achterbahn in die Gänge kommt, werden wohl viele Zuschauer schon frühzeitig den Ausschalter ihres Abspielgerätes drücken. Zu eigentlicher Größe wächst QUARRIES erst in den letzten dreißig Minuten heran. Dann zumindest geht es Schlag auf Schlag und die Figuren im Film sterben wie Fliegen. Wer Geduld besitzt wird entschädigt. Ein sonderlich herausragender Horrorthriller ist QUARRIES aber nicht.
 
 
 


 
 
 

QUARRIES – Zensur

 
 
 
Vergleicht man die Gewalt im Film mit ähnlichen Vertretern der Gattung Survival-Horror ist Gebotenes nicht sonderlich hart anzuschauen. Protagonisten werden angeschossen oder mit Messern bearbeitet. Oftmals blendet die Kamera weg oder Gewalttaten werden im Off zelebriert. Eigentlich wäre QUARRIES demnach ein sicherer FSK16-Kandidat, wäre da nicht die heikle Thematik. Hier wird das Töten als einziger Ausweg beschrieben, um das eigene Leben retten zu können. Statt leise durchs Gebüsch zu schleichen und so einen Weg hinaus aus dem Wald zu finden, wird Selbstjustiz ausgeübt. Mit sowas versteht die FSK keinen Spass. Es würde demnach nicht wundern, wenn QUARRIES mit rotem FSK-Flatschen ins Händlerregal kommt.
 
 
 


 
 
 

QUARRIES – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 
Carnage Park (2016)
 
Downhill (2016)
 
King of the Hill (2007)
 
Outback – Tödliche Jagd (2011)
 
Tower Block (2012)
 
Preservation (2014)
 
Autumn Blood – Zeit der Rache (2013)
 
The Mooring (2012)
 


Filmkritik: „Arbor Demon“ (2016)

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ARBOR DEMON

(ENCLOSURE)

Story

 
 
 
Ehe-Jubiläum mit Folgen: Ein Hochzeitstag endet anders als erwartet, nachdem man bei einem Campingausflug im Wald auf unheimliche Kreaturen stößt.

 
 
 


 
 
 

ARBOR DEMON – Kritik

 
 
 
Ob im Sport, der Musik oder eben auch im Film: Es ist nicht selten, dass Kinder von Berühmtheiten in die Fußstapfen ihrer Eltern treten. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Mal ist es, weil sie nichts Anderes kennen oder den Eltern nacheinfern wollen. Manchmal kann es aber auch sein, dass gezeigt werden will, dass der bekannte Name nicht alles ist über das man verfügt, sondern dass auch Talent vorhanden ist. So ähnlich dürfte es auch Schauspielerin FIONA DOURIF ergehen, deren Familienname zumindest in Genre-Kreisen kein unbeschriebenes Blatt ist. Kein Geringerer als Horrorlegende BRAD DOURIF ist nämlich der Vater genannter Dame und dürfte vielen Liebhabern des Phantastischen Films durch Auftritten in Kultfilmen wie ALIEN – DIE WIEDERGEBURT, DUNE oder HERR DER RINGE ein Begriff sein. Weitaus mehr Popularität erhielt der Schauspieler aber mit einer Sprechrolle. Was nämlich nur eingefleischte Horrorfans wissen: Mörderpuppe Chucky wird von BRAD DOURIF gesprochen – und das bereits seit 1988. Dass die Erwartungen an Tochter Fiona demzufolge besonders hoch sein dürften, ist nicht unbegründet. So konnte sich der Nachwuchs bereits durch Hauptrollen in Horrorware wie CURSE OF CHUCKY (da hat der Vater wohl Kontakte spielen lassen) oder FEAR CLINIC einen Namen machen. Mit guter Rollenauswahl und ausreichend Fleiß könnte FIONA DOURIF so gleichen Weg einschlagen, wie die nicht minder bekannte DANIELLE HARRIS. Letztgenannte genießt durch unzählige Auftritte in Horrorfilmen den Ruf einer waschechten Scream Queen und hat sich Jahre nach HALLOWEEN 4 zur beliebten Horrorikone gemausert, die sich gern mal in günstig gedrehten Schockern blicken lässt.
 
 
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Nächste Ausfahrt: Horrorfilm. Auch ARBOR DEMON (der anfangs noch ENCLOSURE hieß) ist selbstverständlichen im düsteren Genre beheimatet und dürfte dem Bekanntheitsgrad von FIONA DOURIF zugutekommen. Darin schlägt Mutter Natur mal wieder erbarmungslos zu – subtile Umweltbotschaft gibt’s gratis obendrauf. Ausgedacht hat sich den geradlinigen, aber dennoch kritischen Wald-Horror Regisseur PATRICK REA. Der wirbelte die Horrorszene vor einigen Jahren mit dem Low-Budget-Grusler NAILBITER auf, war aber danach wieder in der Versenkung verschwunden. Mit ARBOR DEMON versucht er wieder für Gesprächsstoff zu sorgen und präsentiert klaustrophobischen Zelt-Schauer mit außergewöhnlichem Kreaturen-Design, das man so schon lange nicht mehr im Horrorfilm zu sehen bekommen hat.
 
 
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Eigentlich wollten Ex-Rettungssanitäter Charles (KEVIN RYAN) und Frau Dana nur den zweijährigen Hochzeitstag beim gemütlichen Camping im Wald feiern. Doch im Horrorfilm kommt meist immer als anders. Dana (FIONA DOURIF) ist nämlich schwanger und traut sich nicht dem Gatten davon zu berichten, weil man eines dieser Pärchen ist, das nicht so gut mit Kindern kann. Umso erschütternder, was den Liebenden widerfahren wird. Sie geraten in einen Strudel von Umständen, der die Beziehung auf eine harte Probe stellt. Erst sind es lokale Jäger, die von Etwas angefallen und in Stücke gerissen werden. Später nehmen die beiden einen der Überlebenden (JAKE BUSEY aus MOST LIKELY TO DIE und THE DEVIL’S DOZEN) auf, welcher im Zelt von unheimlichen Legenden berichtet, die ihm von der Großmutter erzählt wurden. Schnell wird klar, dass die Geschichten Wahrheitsgehalt besitzen. Was draußen im Wald seine Kreise zieht, haust seit Jahrhunderten im Verborgenen und wurde zuvor von noch keinem Menschen gesehen. Nur warum tötet es ahnungslosen Spaziergänger, die in der Natur Erholung suchen? Die Antwort darauf lässt nicht lange auf sich warten, denn Dana trägt etwas in sich, was den geheimnisvollen Kreaturen des Waldes lieb und teuer ist.
 
 
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Die Idee zum Film kam Regisseur PATRICK REA selbst bei einem Campingausflug mit der Frau. Kaum am Lake Perry – einem See in der Nähe der Stadt Lawrence in Kansas – angekommen, beobachtete das Paar in den frühen Morgenstunden eine Auseinandersetzung zwischen zwei Campern. Als sich einer der beiden Streithähne wutentbrannt auf sein Quad schwang und beinahe das Zelt der Turteltauben streifte, rastete das Paar aus. Um sich den Ausflug nicht madig zu machen, scherzte Rea, dass es doch lustig wäre, wenn als Strafe etwas aus dem Wald kommen und die Übeltäter bestrafen würde, damit man wieder in Ruhe schlafen könne. Als man Jahre später das Drehbuch zu ARBOR DEMON verfasste, war Reas Frau schwanger. Ein Umstand, der mit in die Geschichte eingeflochten wurde und für zusätzliche Spannungen sorgen soll. Apropos Spannung: Diesbezüglich hat genannter Waldkreaturen-Horror erhebliche Startschwierigkeiten. Der Film beginnt mit gängigem Muster, lässt Camper unheimliche Geräusche hören und zeigt mysteriöse Schatten auf Fotos, die Fotografin Dana mit der Spiegelreflexkamera geschossen hat. Die vorhersehbaren Verläufe sind keine Spannungsgaranten. Trotzdem schafft ARBOR DEMON in der letzten halben Stunde die Kurve. Erst nach und nach bekommt der Zuschauer zu sehen, was sich im Gebüsch vor neugierigen Blicken versteckt. Zeigen sich die Filmbösewichte dann endlich in voller Pracht, überrascht der Einfalls- und Detailreichtum der Maskenbilder. Die verdienen Lob, denn gerade der obskuren Kostüme wegen bleibt ARBOR DEMON in Erinnerung. Trotzdem ist auch dieser Horrorfilm – trotz FIONA DOURIF als Hauptdarstellerin – kein Geheimtipp. Sieht man vom Kreaturen-Design ab, ist auch dieser Streifen auch nur ein weiterer der Sorte: Menschen werden im Wald vom Bösen verfolgt und müssen dabei ums Überleben bangen. Ob da nun Bären, Hexen, Bigfoot oder Waldwesen nach dem Leben trachten, ist letztendlich Jacke wie Hose. Handlungsverläufe fernab der üblichen Pfade hätten im Falle ARBOR DEMON vermutlich Wunder bewirken können. So ist es leider nur aufgewärmter Kaffee.
 
 


 
 
 

ARBOR DEMON – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Mutter Natur gibt – Mutter Natur nimmt. Klaustrophobischer Zelt-Horror mit einzigartigem Kreaturen-Design und subtiler Ökobotschaft. Aus ARBOR DEMON (Alternativtitel: ENCLOSURE) hätte ein wirklich sehenswerter Horrorfilm werden können, wenn man Mut zum Unkonventionellen bewiesen hätte. Die Filmbösewichte sind Bombe und zeugen von Einfallsreichtum. Leider trifft das aber nicht auf die Handlung zu. Die klaut schamlos bei Filmen wie BLAIR WITCH PROJECT, WILLOW CREEK und Konsorten. Zu sehen gibt es besorgte Protagonisten, die sich im Schutze eines Zeltes vor etwas Bösem in Sicherheit bringen müssen. Drinnen wird nicht nur vor dem da draußen gebibbert. Auch private Konflikte sorgen zusätzlich im Zelt für Spannung. ARBOR DEMON ist kein großer Wurf. Die Geschichte passt auf einen Bierdeckel, hat aber immerhin talentierte Schauspieler zu bieten, die man in vielen B-Movies oft vergebens sucht. Die retten, was zu retten ist und machen aus ARBOR DEMON zuminest solide Genre-Unterhaltung für verregnete Sonntage. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
 
 
 


 
 
 

ARBOR DEMON – Zensur

 
 
 
ARBOR DEMON hat nicht viel Brutalität zu bieten. Einen Knochenbruch gibt es zu sehen und wie einem Protagonisten mit einer Waffe ins Beim geschossen wird. Weiterhin fällt einer der Charaktere mit dem Schädel gegen ein Hirschgeweih und ein Genick wird ebenfalls gebrochen. Das alles reicht für eine umgeschnittene FSK16.
 
 
 


 
 
 

ARBOR DEMON – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Gravitas Ventures | Producer Capital Fund)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Feed the Gods (2013)
 
Willow Creek (2013)
 
The Jungle (2013)
 
The Monster (2016)


Filmkritik: „The Hallow“ (2015)

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THE HALLOW

(THE WOODS)

Story

 
 
 
Für die Londoner Clare (Bojana Novakovic) und Adam Hitchens (Joseph Mawle) ist der Umzug in die Wälder Irlands eine willkommene Abwechslung. Dort kann Adam seiner Arbeit als Förster nachgehen, sich um die lokale Wildnis kümmern und gelegentlich ein paar Bäume zum Fällen markieren. Außerdem ist es ein ruhiger Ort für die Beiden, um weit von der schmutzigen Großstadt für das gemeinsame Baby zu sorgen. Leider sind die Anwohner von den neuen Nachbarn nicht überzeugt und versuchen sie, zunächst freundlich und später grob, vor den Gefahren der Wildnis zu warnen. Angeblich teilen sie sich ihr Grundstück mit Waldgeistern, die nachts aus ihrem Versteck kriechen und sich für die Invasion ihres Lebensraums revanchieren wollen. Die volkstümlichen Schreckensgeschichten, die anfangs wie typisches Hinterwäldler-Hokuspokus klingen, werden allmählich gruselige Realität und schon bald wird das Paar bereuen, die Eisengitter vor ihren Fenstern abgebaut zu haben.
 
 
 


 
 
 

THE HALLOW – Kritik

 
 
 
Während andere zeitgenössische Gruselfilme sich auf paranormalen Quatsch beschränken und wilde, unplausible Fantasien heraufbeschwören, geht „The Hallow“ einen erfrischend anderen Weg. Schon bei seiner ersten Exkursion entdeckt der Hobby-Biologe Adam die schreckliche entstellte Leiche eines Rehs, das von einem seltsamen Pilz befallen scheint. Die wissenschaftliche Neugier treibt Adam dazu, eine Probe des ominösen, schwarz-öligen Pilzschleims zu sichern und genauer zu überprüfen. Benebelt vom grünen Dunst hält er seiner Frau am Abend einen Monolog über einen parasitischen Pilz, der Lebensformen befallen und deren Körper und Geist übernehmen kann. Was sich anhört wie eine weitere, einfallslose Horrorgeschichte, könnte realer nicht sein. Der Parasit, der als Cordyceps bekannt ist, war die Grundlage für den gruseligen Pilz, der den Wald rund ums Haus der Hitchens bevölkert.
 
 
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Natürlich bleibt es nicht bei der Entdeckung dieses Pilzes. Nach Sonnenuntergang wird das neue Heim der jungen Familie von bizarren Kreaturen heimgesucht, die Adam, Clare und ihr Kind vertreiben wollen. Als das Paar einen genaueren Blick auf das Wald-Necronomicon wirft, das ihr Nachbar ihnen vermacht hat, wird ihnen klar, dass sie es mit genau den missgestalteten Waldfeen zu tun haben, vor denen sie gewarnt wurden. Nachdem der Film in seiner ersten Hälfte nicht über eine Handvoll Jumpscares hinausgekommen ist, dreht „The Hallow“ gewaltig auf, sobald die Hitchens beschließen, ihren neuen Wohnort zu verlassen. Der zweite Teil des Films besteht aus einer nächtlichen Hetzjagd, die ungemein spannend und gruselig gestaltet wurde. Selbstverständlich kommt im Zuge der Flucht auch die Problematik der parasitischen Gedankenkontrolle zum Tragen und spätestens wenn das Paar getrennt durch den Wald stolpert, kann der Film sein volles Potential realisieren und dabei sogar mit einigen Überraschungen aufwarten.
 
 
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Als Hintergrund des Films wird ein modernes Europa serviert, das notgedrungen von der wirtschaftlichen Krise nach den letzten Strohhalmen greift. Dazu gehört sogar das Verkaufen der Wälder. Hieraus ergibt sich eine Story von Mensch gegen Natur. In diesem Fall, mitten in der irischen Wildnis hat die Natur eine klare Überhand. Regisseur Corin Hardy setzt die Natur in Form von rachsüchtigen Waldgeistern extrem bedrohlich um und lässt seine sympathischen Hauptcharaktere durch einen nächtlichen Spießrutenlauf marschieren. Trotz der Tatsache, dass sich ein Großteil des Films in Dunkelheit abspielt, ist er technisch gut umgesetzt und liefert auch in seinen Außenaufnahmen klar erkennbare und gut zusammengesetzte Bilder. Die fiesen Waldbewohner, die dem Film als Hallow ihren Namen geben, sind besonders gut und furchteinflößend designte Kreaturen und präsentieren als Todesengel von Mutter Natur einen denkwürdigen Gegner.
 
 
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THE HALLOW – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Eklig, düster und spannend – Waldhorror trifft auf Bodyhorror. Selten war Mann gegen Natur so gruselig. „The Hallow“ zählt zu den europäischen Juwelen der momentanen Horrorkost. Der Film gönnt sich eine lange Zeit zum Aufwärmen, eskaliert aber schließlich in einem furiosen dritten Akt, in dem typischer Waldhorror auf biologische Elemente und einen Schuss Bodyhorror trifft. Der hochaktuelle Rahmen, in dem Corin Hardy seine Story einbettet, gibt dem Film außerdem einen beunruhigenden, realistischen Hintergrund.
 
 


 
 
 

THE HALLOW – Zensur

 
 
 
„The Hallow“ geizt nicht mit Gruseleinlagen und reichlich ekligen Bildern, allen voran die fürchterlichen Waldkreaturen. Sein hohes Maß an Spannung erreicht er dabei ohne nennenswerte Gewaltexzesse. Der Film hat eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Wegen „böser“ Trailer hat die erhältliche Heimkinofassung aber eine Erwachsenenfreigabe erhalten: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

THE HALLOW – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) MFA Film Distribution

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Woods; Großbritannien 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes Footage, 2 Trailer, Trailershow

Release-Termin: 24.03.2016

 

The Hallow [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE HALLOW – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

(Rechte für Szenenbilder und Packshots liegen bei MFA Film Distribution)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Honeymoon (2014)
 
Wrong Turn (2003)
 
Cabin Fever (2002)
 


Kritik: „Das Baumhaus – Betreten verboten!“ (2014)

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DAS BAUMHAUS

(TREEHOUSE)

Story

 
 
 
Zwei Brüder entdecken im Wald ein Baumhaus und machen darin eine erschreckende Entdeckung, die ihr Leben verändern wird…

 
 
 


 
 
 

DAS BAUMHAUS – Kritik

 
 
 
Es gibt tausende unheimlicher Orte, an denen Protagonisten in Horrorfilmen effektvoll ihr Leben lassen können. Ein Baumhaus dürfte hierbei jedoch die Ausnahme bilden, was Regisseur MICHAEL BARTLETT dazu veranlasst hat, einen klaustrophobischen Terror-Trip in einer knarrenden Bretterhütte inmitten der Krone eines Baumes zu drehen. Das Horror-Genre ist dem Filmemacher heilig, denn hier ist BARTLETT kein Unbekannter. Einige kleine Indie-Produktionen gehen auf seine Kappe, wobei HOUSE OF LAST THING (Deutschlandstart: November 2014) wohlmöglich zu den bisher besten Werken seines bisher eher durchschnittlichen Schaffens gehört. BARTLETT scheint darum bestrebt zu sein, sich im Genre ausprobieren zu wollen. Nach Zombie-Action, paranormalen Found-Footage-Gewackel und Spukhaus-Horror macht er einen Abstecher ins Suspense- und Terrorfach, wo er auch gleich seine Fähigkeit des Falsche-Fährten-Legens unter Beweis stellt.
 
 
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Etwas Böses macht in DAS BAUMHAUS – BETRETEN VERBOTEN (Originaltitel: TREEHOUSE) die Runde, das für das Verschwinden diverser Kinder in einem kleinen Städtchen verantwortlich gemacht wird. Entgegen aller Warnungen machen sich die Geschwister Killian (J. MICHAEL TRAUTMANN) und Crawford (DANIEL FREDRICK) hinaus in den Wald, um dort mit Feuerwerk im Gepäck einen lustigen Abend mit Freunden verbringen zu können. Natürlich wäre DAS BAUMHAUS kein Horrorfilm, würde nicht eine unerwartete Wendung für eine Katastrophe sorgen. Die beiden Brüder entdecken auf einem Baum eine Hütte, klettern hinein und finden dort die verstörte Elizabeth (DANA MELANIE) vor, die ebenfalls zu jenen Kindern gehört, die von ihren Eltern seit einiger Zeit als vermisst gemeldet wurden. Die versteckt sich hier vor einer finsteren Bedrohung, die sogleich die Witterung aufgenommen hat und ihre Kreise unterhalb der Hütte zieht. Für die Kids folgt eine Nacht voller Schrecken, denn ein Hinabsteigen ist unmöglich, ohne vom gewalttätig Bösen am Fuße des Baumes in Stücke gerissen zu werden.
 
 
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Was da letztendlich auf die ahnungslosen Filmhelden unter der Holzhütte lauert, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten, schließlich lebt DAS BAUMHAUS – BETRETEN VERBOTEN von der Prämisse, dass erst kurz vor Ende verraten wird, gegen was die Kinder am Ende den Kampf aufnehmen müssen. BARTLETT macht fast alles richtig und hält die Spannung konstant, weil er dem Zuschauer keine Anhaltspunkte darüber gibt, mit welcher unbekannten Bedrohung sich die Protagonisten konfrontiert sehen. Hier ein Schatten, da seltsame Geräusche aus dem Walkie-Talkie – erst im Finale gibt das Treiben einen Sinn, was BARTLETT leider mit konventionellem Rache-Quatsch enden lassen muss, der zudem im Kitsch zu ertrinken droht. Angsthase Killian – der jüngere der beiden Brüder – wächst über sich hinaus, erlernt über Nacht das Mutigsein und gewinnt auch noch das Herz der verängstigten Elizabeth, die von ihrem Retter am Ende auch noch geküsst werden darf. Bei einer derart stereotypen Charakterentwicklung kringeln sich manch Filmkritiker schon mal die Zehennägel. Macht aber nix, schließlich gehören derart Oberflächlichkeiten nun mal zum Horrorfilm wie Lacher in eine Komödie.
 
 
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Von einem der hinausging, um das Mutigsein zu erlernen: DAS BAUMHAUS – BETRETEN VERBOTEN ist nicht perfekt, dazu verliert BARTLETT zu oft den Spannungsbogen aus den Augen, weil er selbigen immer wieder durch fehlplatzierte Rückblenden unterbricht. In denen berichtet er von der schicksalhaften Vergangenheit seines fragilen Hauptcharakters Killian, der unter der strengen Autorität seines Vaters zu leiden hatte. Immerhin entschädigt das Finale. Hier zieht der Regisseur noch einmal alle Register gängiger Terrormacherei und lässt eingeschüchterte Helden zum Tötungswerkzeug greifen. Die bis dato unbekannte Bedrohung erhält ein Gesicht und bekommt einen nicht unblutigen Denkzettel verpasst. Selbstverständlich hat man Filme wie DAS BAUMHAUS schon oft auf dem Bildschirm gehabt. Trotzdem; die Art wie BARTLETT mit der Erwartung der Zuschauer spielt und gekonnt falsche Fährten legt, hebt DAS BAUMHAUS – BETRETEN VERBOTEN über den Horror-Durchschnitt.
 
 
 


 
 
 

DAS BAUMHAUS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Klaustrophobischer, wendungsreicher und ungemütlicher Terror-Thriller, der diesmal nicht auf den Erdboden stattfindet, sondern in den Bäumen. In DAS BAUMHAUS – BETRETEN VERBOTEN (im Original: TREEHOUSE) verwandelt sich der vornehmlich kindliche Tummelplatz zum Schutzort für einige nichtsahnende Teenager, die sich darin vor einer unbekannten Bedrohung in Sicherheit wähnen. Gruselige Momente auch ohne Blutvergießen lautet die Devise, denn in Sachen schaufreudiger Gewalt hält sich der Film ausnahmsweise zurück. Stattdessen wird weitestgehend von psychologischem Horror Gebrauch gemacht, den Regisseur MICHAEL BARTLETT hin und wieder ganz gut in Szene zu setzen versteht. Trotzdem bleibt DAS BAUMHAUS – BETRETEN VERBOTEN nur ein weiterer solide inszenierter Horror-Thriller, der vor allem wegen seiner unerwarteten Auflösung in Erinnerung bleibt. Die orientiert sich mal wieder am gängigen Rache-Kino und bietet immerhin reichlich Adrenalin. DAS BAUMHAUS ist kein Horror-Hit, zeigt aber das versteckte Talent BARTLETTS, das nach einigen eher durchschnittlichen Horrorfilmen scheinbar endlich zu Tage kommt. Man darf gespannt sein, was der Regisseur in Zukunft inszenieren wird – DAS BAUMHAUS schlägt schon mal die richtige Richtung ein.
 
 
 


 
 
 

DAS BAUMHAUS – Zensur

 
 
 
DAS BAUMHAUS – BETRETEN VERBOTEN ist eher psychologischer Horror und zeigt sich eher zurückhaltend mit Gewalt. Die reduziert sich auf das Finale und protokolliert hauptsächlich die Resultate einiger Gewaltmomente. Probleme mit der FSK hat es nicht geben. Die hat DAS BAUMHAUS ungeschnitten ab 16 Jahre freigegeben. Wegen „böser“ Trailer ist die erhältliche Heimkinoscheibe aber erst für Erwachsene geeignet.
 
 
 


 
 
 

DAS BAUMHAUS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Treehouse; USA | Großbritannien 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow, offizielles Musikvideo zum Titeltrack „Shadows“ von Shangrala

Veröffentlichung: 14.04.2016

 
 
 


 
 
 

DAS BAUMHAUS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

(Rechte für verwendete Grafiken liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Community of Fear (2012)
 
F (2010)
 
Them (2006)
 
The Strangers (2008)