Kritik: „Arbor Men – Eine dämonische Legende“ (2016)

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ARBOR MEN – EINE DÄMONISCHE LEGENDE

(ARBOR DEMON | ENCLOSURE)

Story

 
 
 
Ehe-Jubiläum mit Folgen: Ein Hochzeitstag endet anders als erwartet, nachdem man bei einem Campingausflug im Wald auf unheimliche Kreaturen stößt.

 
 
 


 
 
 

ARBOR MEN – Kritik

 
 
 
Ob im Sport, der Musik oder eben auch im Film: Es ist nicht selten, dass Kinder von Berühmtheiten in die Fußstapfen ihrer Eltern treten. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Mal ist es, weil sie nichts Anderes kennen oder den Eltern nacheinfern wollen. Manchmal kann es aber auch sein, dass gezeigt werden will, dass der bekannte Name nicht alles ist über das man verfügt, sondern dass auch Talent vorhanden ist. So ähnlich dürfte es auch Schauspielerin FIONA DOURIF ergehen, deren Familienname zumindest in Genre-Kreisen kein unbeschriebenes Blatt ist. Kein Geringerer als Horrorlegende BRAD DOURIF ist nämlich der Vater genannter Dame und dürfte vielen Liebhabern des Phantastischen Films durch Auftritten in Kultfilmen wie ALIEN – DIE WIEDERGEBURT, DUNE oder HERR DER RINGE ein Begriff sein. Weitaus mehr Popularität erhielt der Schauspieler aber mit einer Sprechrolle. Was nämlich nur eingefleischte Horrorfans wissen: Mörderpuppe Chucky wird von BRAD DOURIF gesprochen – und das bereits seit 1988. Dass die Erwartungen an Tochter Fiona demzufolge besonders hoch sein dürften, ist nicht unbegründet. So konnte sich der Nachwuchs bereits durch Hauptrollen in Horrorware wie CURSE OF CHUCKY (da hat der Vater wohl Kontakte spielen lassen) oder FEAR CLINIC einen Namen machen. Mit guter Rollenauswahl und ausreichend Fleiß könnte FIONA DOURIF so gleichen Weg einschlagen, wie die nicht minder bekannte DANIELLE HARRIS. Letztgenannte genießt durch unzählige Auftritte in Horrorfilmen den Ruf einer waschechten Scream Queen und hat sich Jahre nach HALLOWEEN 4 zur beliebten Horrorikone gemausert, die sich gern mal in günstig gedrehten Schockern blicken lässt.
 
 
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Nächste Ausfahrt: Horrorfilm. Auch ARBOR MEN (der anfangs noch ENCLOSURE hieß, später in ARBOR DEMON umbenannt wurde und für den deutschen Markt als ARBOR MEN vermarktet wird) ist selbstverständlichen im düsteren Genre beheimatet und dürfte dem Bekanntheitsgrad von FIONA DOURIF zugutekommen. Darin schlägt Mutter Natur mal wieder erbarmungslos zu – subtile Umweltbotschaft gibt’s gratis obendrauf. Ausgedacht hat sich den geradlinigen, aber dennoch kritischen Wald-Horror Regisseur PATRICK REA. Der wirbelte die Horrorszene vor einigen Jahren mit dem Low-Budget-Grusler NAILBITER auf, war aber danach wieder in der Versenkung verschwunden. Mit ARBOR MEN versucht er wieder für Gesprächsstoff zu sorgen und präsentiert klaustrophobischen Zelt-Schauer mit außergewöhnlichem Kreaturen-Design, das man so schon lange nicht mehr im Horrorfilm zu sehen bekommen hat.
 
 
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Eigentlich wollten Ex-Rettungssanitäter Charles (KEVIN RYAN) und Frau Dana nur den zweijährigen Hochzeitstag beim gemütlichen Camping im Wald feiern. Doch im Horrorfilm kommt meist immer als anders. Dana (FIONA DOURIF) ist nämlich schwanger und traut sich nicht dem Gatten davon zu berichten, weil man eines dieser Pärchen ist, das nicht so gut mit Kindern kann. Umso erschütternder, was den Liebenden widerfahren wird. Sie geraten in einen Strudel von Umständen, der die Beziehung auf eine harte Probe stellt. Erst sind es lokale Jäger, die von Etwas angefallen und in Stücke gerissen werden. Später nehmen die beiden einen der Überlebenden (JAKE BUSEY aus MOST LIKELY TO DIE und THE DEVIL’S DOZEN) auf, welcher im Zelt von unheimlichen Legenden berichtet, die ihm von der Großmutter erzählt wurden. Schnell wird klar, dass die Geschichten Wahrheitsgehalt besitzen. Was draußen im Wald seine Kreise zieht, haust seit Jahrhunderten im Verborgenen und wurde zuvor von noch keinem Menschen gesehen. Nur warum tötet es ahnungslosen Spaziergänger, die in der Natur Erholung suchen? Die Antwort darauf lässt nicht lange auf sich warten, denn Dana trägt etwas in sich, was den geheimnisvollen Kreaturen des Waldes lieb und teuer ist.
 
 
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Die Idee zum Film kam Regisseur PATRICK REA selbst bei einem Campingausflug mit der Frau. Kaum am Lake Perry – einem See in der Nähe der Stadt Lawrence in Kansas – angekommen, beobachtete das Paar in den frühen Morgenstunden eine Auseinandersetzung zwischen zwei Campern. Als sich einer der beiden Streithähne wutentbrannt auf sein Quad schwang und beinahe das Zelt der Turteltauben streifte, rastete das Paar aus. Um sich den Ausflug nicht madig zu machen, scherzte Rea, dass es doch lustig wäre, wenn als Strafe etwas aus dem Wald kommen und die Übeltäter bestrafen würde, damit man wieder in Ruhe schlafen könne. Als man Jahre später das Drehbuch zu ARBOR MEN verfasste, war Reas Frau schwanger. Ein Umstand, der mit in die Geschichte eingeflochten wurde und für zusätzliche Spannungen sorgen soll. Apropos Spannung: Diesbezüglich hat genannter Waldkreaturen-Horror erhebliche Startschwierigkeiten. Der Film beginnt mit gängigem Muster, lässt Camper unheimliche Geräusche hören und zeigt mysteriöse Schatten auf Fotos, die Fotografin Dana mit der Spiegelreflexkamera geschossen hat. Die vorhersehbaren Verläufe sind keine Spannungsgaranten. Trotzdem schafft ARBOR MEN in der letzten halben Stunde die Kurve. Erst nach und nach bekommt der Zuschauer zu sehen, was sich im Gebüsch vor neugierigen Blicken versteckt. Zeigen sich die Filmbösewichte dann endlich in voller Pracht, überrascht der Einfalls- und Detailreichtum der Maskenbilder. Die verdienen Lob, denn gerade der obskuren Kostüme wegen bleibt ARBOR MEN in Erinnerung. Trotzdem ist auch dieser Horrorfilm – trotz FIONA DOURIF als Hauptdarstellerin – kein Geheimtipp. Sieht man vom Kreaturen-Design ab, ist auch dieser Streifen auch nur ein weiterer der Sorte: Menschen werden im Wald vom Bösen verfolgt und müssen dabei ums Überleben bangen. Ob da nun Bären, Hexen, Bigfoot oder Waldwesen nach dem Leben trachten, ist letztendlich Jacke wie Hose. Handlungsverläufe fernab der üblichen Pfade hätten im Falle ARBOR MEN vermutlich Wunder bewirken können. So ist es leider nur aufgewärmter Kaffee.
 
 


 
 
 

ARBOR MEN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Mutter Natur gibt – Mutter Natur nimmt. Klaustrophobischer Zelt-Horror mit einzigartigem Kreaturen-Design und subtiler Ökobotschaft. Aus ARBOR MEN (Originaltitel: ARBOR DEMON) hätte ein wirklich sehenswerter Horrorfilm werden können, wenn man Mut zum Unkonventionellen bewiesen hätte. Die Filmbösewichte sind Bombe und zeugen von Einfallsreichtum. Leider trifft das aber nicht auf die Handlung zu. Die klaut schamlos bei Filmen wie BLAIR WITCH PROJECT, WILLOW CREEK und Konsorten. Zu sehen gibt es besorgte Protagonisten, die sich im Schutze eines Zeltes vor etwas Bösem in Sicherheit bringen müssen. Drinnen wird nicht nur vor dem da draußen gebibbert. Auch private Konflikte sorgen zusätzlich im Zelt für Spannung. ARBOR MEN ist kein großer Wurf. Die Geschichte passt auf einen Bierdeckel, hat aber immerhin talentierte Schauspieler zu bieten, die man in vielen B-Movies oft vergebens sucht. Die retten, was zu retten ist und machen aus ARBOR MEN zuminest solide Genre-Unterhaltung für verregnete Sonntage. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
 
 
 


 
 
 

ARBOR MEN – Zensur

 
 
 
ARBOR MEN hat nicht viel Brutalität zu bieten. Einen Knochenbruch gibt es zu sehen und wie einem Protagonisten mit einer Waffe ins Beim geschossen wird. Weiterhin fällt einer der Charaktere mit dem Schädel gegen ein Hirschgeweih und ein Genick wird ebenfalls gebrochen. Das alles hat für eine ungeschnittene FSK16 gereicht.
 
 


 
 
 

ARBOR MEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) LIGHTHOUSE HOME ENTERTAINMENT

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Arbor Demon; USA 2016

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Keepcase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 23.11.2018

 

Arbor Men – Eine dämonische Legende [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ARBOR MEN – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei LIGHTHOUSE HOME ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Feed the Gods (2013)
 
Willow Creek (2013)
 
The Jungle (2013)
 
The Monster (2016)

Filmkritik: „The Hallow“ (2015)

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THE HALLOW

(THE WOODS)

Story

 
 
 
Für die Londoner Clare (Bojana Novakovic) und Adam Hitchens (Joseph Mawle) ist der Umzug in die Wälder Irlands eine willkommene Abwechslung. Dort kann Adam seiner Arbeit als Förster nachgehen, sich um die lokale Wildnis kümmern und gelegentlich ein paar Bäume zum Fällen markieren. Außerdem ist es ein ruhiger Ort für die Beiden, um weit von der schmutzigen Großstadt für das gemeinsame Baby zu sorgen. Leider sind die Anwohner von den neuen Nachbarn nicht überzeugt und versuchen sie, zunächst freundlich und später grob, vor den Gefahren der Wildnis zu warnen. Angeblich teilen sie sich ihr Grundstück mit Waldgeistern, die nachts aus ihrem Versteck kriechen und sich für die Invasion ihres Lebensraums revanchieren wollen. Die volkstümlichen Schreckensgeschichten, die anfangs wie typisches Hinterwäldler-Hokuspokus klingen, werden allmählich gruselige Realität und schon bald wird das Paar bereuen, die Eisengitter vor ihren Fenstern abgebaut zu haben.
 
 
 


 
 
 

THE HALLOW – Kritik

 
 
 
Während andere zeitgenössische Gruselfilme sich auf paranormalen Quatsch beschränken und wilde, unplausible Fantasien heraufbeschwören, geht „The Hallow“ einen erfrischend anderen Weg. Schon bei seiner ersten Exkursion entdeckt der Hobby-Biologe Adam die schreckliche entstellte Leiche eines Rehs, das von einem seltsamen Pilz befallen scheint. Die wissenschaftliche Neugier treibt Adam dazu, eine Probe des ominösen, schwarz-öligen Pilzschleims zu sichern und genauer zu überprüfen. Benebelt vom grünen Dunst hält er seiner Frau am Abend einen Monolog über einen parasitischen Pilz, der Lebensformen befallen und deren Körper und Geist übernehmen kann. Was sich anhört wie eine weitere, einfallslose Horrorgeschichte, könnte realer nicht sein. Der Parasit, der als Cordyceps bekannt ist, war die Grundlage für den gruseligen Pilz, der den Wald rund ums Haus der Hitchens bevölkert.
 
 
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Natürlich bleibt es nicht bei der Entdeckung dieses Pilzes. Nach Sonnenuntergang wird das neue Heim der jungen Familie von bizarren Kreaturen heimgesucht, die Adam, Clare und ihr Kind vertreiben wollen. Als das Paar einen genaueren Blick auf das Wald-Necronomicon wirft, das ihr Nachbar ihnen vermacht hat, wird ihnen klar, dass sie es mit genau den missgestalteten Waldfeen zu tun haben, vor denen sie gewarnt wurden. Nachdem der Film in seiner ersten Hälfte nicht über eine Handvoll Jumpscares hinausgekommen ist, dreht „The Hallow“ gewaltig auf, sobald die Hitchens beschließen, ihren neuen Wohnort zu verlassen. Der zweite Teil des Films besteht aus einer nächtlichen Hetzjagd, die ungemein spannend und gruselig gestaltet wurde. Selbstverständlich kommt im Zuge der Flucht auch die Problematik der parasitischen Gedankenkontrolle zum Tragen und spätestens wenn das Paar getrennt durch den Wald stolpert, kann der Film sein volles Potential realisieren und dabei sogar mit einigen Überraschungen aufwarten.
 
 
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Als Hintergrund des Films wird ein modernes Europa serviert, das notgedrungen von der wirtschaftlichen Krise nach den letzten Strohhalmen greift. Dazu gehört sogar das Verkaufen der Wälder. Hieraus ergibt sich eine Story von Mensch gegen Natur. In diesem Fall, mitten in der irischen Wildnis hat die Natur eine klare Überhand. Regisseur Corin Hardy setzt die Natur in Form von rachsüchtigen Waldgeistern extrem bedrohlich um und lässt seine sympathischen Hauptcharaktere durch einen nächtlichen Spießrutenlauf marschieren. Trotz der Tatsache, dass sich ein Großteil des Films in Dunkelheit abspielt, ist er technisch gut umgesetzt und liefert auch in seinen Außenaufnahmen klar erkennbare und gut zusammengesetzte Bilder. Die fiesen Waldbewohner, die dem Film als Hallow ihren Namen geben, sind besonders gut und furchteinflößend designte Kreaturen und präsentieren als Todesengel von Mutter Natur einen denkwürdigen Gegner.
 
 
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THE HALLOW – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Eklig, düster und spannend – Waldhorror trifft auf Bodyhorror. Selten war Mann gegen Natur so gruselig. „The Hallow“ zählt zu den europäischen Juwelen der momentanen Horrorkost. Der Film gönnt sich eine lange Zeit zum Aufwärmen, eskaliert aber schließlich in einem furiosen dritten Akt, in dem typischer Waldhorror auf biologische Elemente und einen Schuss Bodyhorror trifft. Der hochaktuelle Rahmen, in dem Corin Hardy seine Story einbettet, gibt dem Film außerdem einen beunruhigenden, realistischen Hintergrund.
 
 


 
 
 

THE HALLOW – Zensur

 
 
 
„The Hallow“ geizt nicht mit Gruseleinlagen und reichlich ekligen Bildern, allen voran die fürchterlichen Waldkreaturen. Sein hohes Maß an Spannung erreicht er dabei ohne nennenswerte Gewaltexzesse. Der Film hat eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Wegen „böser“ Trailer hat die erhältliche Heimkinofassung aber eine Erwachsenenfreigabe erhalten: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

THE HALLOW – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) MFA Film Distribution

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Woods; Großbritannien 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes Footage, 2 Trailer, Trailershow

Release-Termin: 24.03.2016

 

The Hallow [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE HALLOW – Trailer

 
 


 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

(Rechte für Szenenbilder und Packshots liegen bei MFA Film Distribution)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Honeymoon (2014)
 
Wrong Turn (2003)
 
Cabin Fever (2002)
 

Kritik: „Das Baumhaus – Betreten verboten!“ (2014)

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DAS BAUMHAUS

(TREEHOUSE)

Story

 
 
 
Zwei Brüder entdecken im Wald ein Baumhaus und machen darin eine erschreckende Entdeckung, die ihr Leben verändern wird…

 
 
 


 
 
 

DAS BAUMHAUS – Kritik

 
 
 
Es gibt tausende unheimlicher Orte, an denen Protagonisten in Horrorfilmen effektvoll ihr Leben lassen können. Ein Baumhaus dürfte hierbei jedoch die Ausnahme bilden, was Regisseur MICHAEL BARTLETT dazu veranlasst hat, einen klaustrophobischen Terror-Trip in einer knarrenden Bretterhütte inmitten der Krone eines Baumes zu drehen. Das Horror-Genre ist dem Filmemacher heilig, denn hier ist BARTLETT kein Unbekannter. Einige kleine Indie-Produktionen gehen auf seine Kappe, wobei HOUSE OF LAST THING (Deutschlandstart: November 2014) wohlmöglich zu den bisher besten Werken seines bisher eher durchschnittlichen Schaffens gehört. BARTLETT scheint darum bestrebt zu sein, sich im Genre ausprobieren zu wollen. Nach Zombie-Action, paranormalen Found-Footage-Gewackel und Spukhaus-Horror macht er einen Abstecher ins Suspense- und Terrorfach, wo er auch gleich seine Fähigkeit des Falsche-Fährten-Legens unter Beweis stellt.
 
 
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Etwas Böses macht in DAS BAUMHAUS – BETRETEN VERBOTEN (Originaltitel: TREEHOUSE) die Runde, das für das Verschwinden diverser Kinder in einem kleinen Städtchen verantwortlich gemacht wird. Entgegen aller Warnungen machen sich die Geschwister Killian (J. MICHAEL TRAUTMANN) und Crawford (DANIEL FREDRICK) hinaus in den Wald, um dort mit Feuerwerk im Gepäck einen lustigen Abend mit Freunden verbringen zu können. Natürlich wäre DAS BAUMHAUS kein Horrorfilm, würde nicht eine unerwartete Wendung für eine Katastrophe sorgen. Die beiden Brüder entdecken auf einem Baum eine Hütte, klettern hinein und finden dort die verstörte Elizabeth (DANA MELANIE) vor, die ebenfalls zu jenen Kindern gehört, die von ihren Eltern seit einiger Zeit als vermisst gemeldet wurden. Die versteckt sich hier vor einer finsteren Bedrohung, die sogleich die Witterung aufgenommen hat und ihre Kreise unterhalb der Hütte zieht. Für die Kids folgt eine Nacht voller Schrecken, denn ein Hinabsteigen ist unmöglich, ohne vom gewalttätig Bösen am Fuße des Baumes in Stücke gerissen zu werden.
 
 
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Was da letztendlich auf die ahnungslosen Filmhelden unter der Holzhütte lauert, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten, schließlich lebt DAS BAUMHAUS – BETRETEN VERBOTEN von der Prämisse, dass erst kurz vor Ende verraten wird, gegen was die Kinder am Ende den Kampf aufnehmen müssen. BARTLETT macht fast alles richtig und hält die Spannung konstant, weil er dem Zuschauer keine Anhaltspunkte darüber gibt, mit welcher unbekannten Bedrohung sich die Protagonisten konfrontiert sehen. Hier ein Schatten, da seltsame Geräusche aus dem Walkie-Talkie – erst im Finale gibt das Treiben einen Sinn, was BARTLETT leider mit konventionellem Rache-Quatsch enden lassen muss, der zudem im Kitsch zu ertrinken droht. Angsthase Killian – der jüngere der beiden Brüder – wächst über sich hinaus, erlernt über Nacht das Mutigsein und gewinnt auch noch das Herz der verängstigten Elizabeth, die von ihrem Retter am Ende auch noch geküsst werden darf. Bei einer derart stereotypen Charakterentwicklung kringeln sich manch Filmkritiker schon mal die Zehennägel. Macht aber nix, schließlich gehören derart Oberflächlichkeiten nun mal zum Horrorfilm wie Lacher in eine Komödie.
 
 
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Von einem der hinausging, um das Mutigsein zu erlernen: DAS BAUMHAUS – BETRETEN VERBOTEN ist nicht perfekt, dazu verliert BARTLETT zu oft den Spannungsbogen aus den Augen, weil er selbigen immer wieder durch fehlplatzierte Rückblenden unterbricht. In denen berichtet er von der schicksalhaften Vergangenheit seines fragilen Hauptcharakters Killian, der unter der strengen Autorität seines Vaters zu leiden hatte. Immerhin entschädigt das Finale. Hier zieht der Regisseur noch einmal alle Register gängiger Terrormacherei und lässt eingeschüchterte Helden zum Tötungswerkzeug greifen. Die bis dato unbekannte Bedrohung erhält ein Gesicht und bekommt einen nicht unblutigen Denkzettel verpasst. Selbstverständlich hat man Filme wie DAS BAUMHAUS schon oft auf dem Bildschirm gehabt. Trotzdem; die Art wie BARTLETT mit der Erwartung der Zuschauer spielt und gekonnt falsche Fährten legt, hebt DAS BAUMHAUS – BETRETEN VERBOTEN über den Horror-Durchschnitt.
 
 
 


 
 
 

DAS BAUMHAUS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Klaustrophobischer, wendungsreicher und ungemütlicher Terror-Thriller, der diesmal nicht auf den Erdboden stattfindet, sondern in den Bäumen. In DAS BAUMHAUS – BETRETEN VERBOTEN (im Original: TREEHOUSE) verwandelt sich der vornehmlich kindliche Tummelplatz zum Schutzort für einige nichtsahnende Teenager, die sich darin vor einer unbekannten Bedrohung in Sicherheit wähnen. Gruselige Momente auch ohne Blutvergießen lautet die Devise, denn in Sachen schaufreudiger Gewalt hält sich der Film ausnahmsweise zurück. Stattdessen wird weitestgehend von psychologischem Horror Gebrauch gemacht, den Regisseur MICHAEL BARTLETT hin und wieder ganz gut in Szene zu setzen versteht. Trotzdem bleibt DAS BAUMHAUS – BETRETEN VERBOTEN nur ein weiterer solide inszenierter Horror-Thriller, der vor allem wegen seiner unerwarteten Auflösung in Erinnerung bleibt. Die orientiert sich mal wieder am gängigen Rache-Kino und bietet immerhin reichlich Adrenalin. DAS BAUMHAUS ist kein Horror-Hit, zeigt aber das versteckte Talent BARTLETTS, das nach einigen eher durchschnittlichen Horrorfilmen scheinbar endlich zu Tage kommt. Man darf gespannt sein, was der Regisseur in Zukunft inszenieren wird – DAS BAUMHAUS schlägt schon mal die richtige Richtung ein.
 
 
 


 
 
 

DAS BAUMHAUS – Zensur

 
 
 
DAS BAUMHAUS – BETRETEN VERBOTEN ist eher psychologischer Horror und zeigt sich eher zurückhaltend mit Gewalt. Die reduziert sich auf das Finale und protokolliert hauptsächlich die Resultate einiger Gewaltmomente. Probleme mit der FSK hat es nicht geben. Die hat DAS BAUMHAUS ungeschnitten ab 16 Jahre freigegeben. Wegen „böser“ Trailer ist die erhältliche Heimkinoscheibe aber erst für Erwachsene geeignet.
 
 
 


 
 
 

DAS BAUMHAUS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Das-Baumhaus-Betreten-verboten-bluray

(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Treehouse; USA | Großbritannien 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow, offizielles Musikvideo zum Titeltrack „Shadows“ von Shangrala

Veröffentlichung: 14.04.2016

 
 
 


 
 
 

DAS BAUMHAUS – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

(Rechte für verwendete Grafiken liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Community of Fear (2012)
 
F (2010)
 
Them (2006)
 
The Strangers (2008)