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Filmkritik: „Lake Alice“ (2017)

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LAKE ALICE

(LAKE TOMAHAWK)

Story

 
 
 

Leise rieselt der Schnee, still und starr liegt die Leiche: Eine Familie erlebt ein etwas anderes, tödliches Weihnachtsfest.

 
 
 


 
 
 

LAKE ALICE – Kritik

 
 
 
Schneebedeckte Berge, abgelegene Holzhütten, verschneite Wälder und melancholische Winterpracht. Horror muss sich nicht immer nur in dunklen Irrenanstalten, unheimliche Herrenhäusern oder auf alten Friedhöfen abspielen. Auch traumhafte Schneelandschaften sind seit der King-Verfilmung SHINING ein Garant für markerschütterndes Grauen und wohldosierte Gruselschauer, schließlich lassen sich Geister, Waldkreaturen und Serienkiller nicht von Frost, Eis oder Kälte abschrecken. Letztere haben das moderne Horrorkino berüchtigt gemacht und meucheln sich seither kreativ durch Fleisch und Knochen. Leider trifft das nicht für alle Bösewichte zu, denn offenbar gibt es mittlerweile Serienmörder im Horrorkino denen das Abschlachten gar keine Freude mehr bereiten möchte. So ähnlich geschehen im folgenden Heuler, der dem Begriff Slasher nicht mal ansatzweise Ehre machen möchte. Newcomer BEN MILLIKEN – der übrigens 10 Jahre Amateur-Boxer war – vermischt im Debüt SCREAM und THE STRANGERS erfolglos miteinander und würzt mit dem norwegischen COLD PREY nach. Leider hat er aber den für Slasher-Streifen beliebten Gewaltpegel vernachlässigt, der immerhin dafür sorgt, dass die ständig wiederholenden Handlungen halbwegs ertragbar bleiben. Als wäre das nicht schon fatal genug, wurde von ihm auch noch Spannung aus dem Drehbuch gestrichen. Damit gewinnt man als Regie-Neuling bei Horrorfans nicht mal einen Blumentopf. Anerkennung muss man sich erstmal erarbeiten.
 
 
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Weihnachten in Familie. Mutter und Vater Thomas wollen zusammen mit der erwachsenden Tochter Sarah (CAROLINE TUDOR) die Festtage in einer Hütte im Wald verbringen. Letztere hat den Liebsten (BRAD SCHMIDT) mit im Schlepptau, der ihr auch gleich in verschneiter Naturidylle einen Heiratsantrag macht. Zwar sind die Eltern vorerst über die Verlobung alles andere als erfreut, nehmen aber den zukünftigen Schwiegersohn trotzdem herzlich auf. Leider kommen die angehenden Pläne der Liebenden nicht bei allen gut an. So klingeln bald ungebetene Gäste an der Haustür. Weil es mitten in der Nacht ist, sind die Eltern über den späten Besuch logischerweise nicht sonderlich erfreut. Doch das ist den maskierten Besuchern egal. Die frönen hauptberuflich dem Killerhandwerk und gehen auch gleich zur Tagesordnung über. Für die Opfer bedeutet das: Weg von der Festtafel hinein in den Überlebensmodus. Ein besinnliches Weihnachtsfest sieht definitiv anders aus.
 
 
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Und täglich grüßt das Murmeltier. LAKE ALICE – der in England übrigens für den Videomarkt in LAKE TOMAHAWK umbenannt wurde – bekleckert sich in Sachen Originalität nicht gerade mit Ruhm. Der Film vermischt Slasher-Klischees mit Elementen bekannter Home-Invasion-Schocker und versucht mit überraschenden Wendungen auf falsche Fährten zu locken. Das hört sich erstmal vielversprechend an, ist aber unterm Strich kaum der Rede wert. Das Problem: LAKE ALICE kommt knapp 30 Jahre zu spät, denn was der Zuschauer hier zu sehen bekommt, wurde in nahezu jedem Slasher und Home-Invasion-Streifen der letzten drei Jahrzehnte mal mehr, mal weniger spannend abgehandelt. Dementsprechend langweilig ist LAKE ALICE dann auch. Die falschen Fährten sind vorhersehbar und die Handlung will erst gar nicht fesseln – wohl auch, weil sie keine Risiken eingeht und neue Wege scheut. Somit verläuft alles nach bekanntem Muster. Ein Killer terrorisiert eine kleine Familie, die wenig später versucht dem Tod zu entkommen und sich wenig klug zur Wehr zu setzen weiß. Leider werden die Familienmitglieder nach dem „Du-bist-der-Nächste“-Prinzip ins Jenseits befördert. Nur die fast schon zwanghaft auf sympathisch getrimmte Filmtochter wird überleben und findet heraus, dass nicht grundlos gemordet wird. Die Psychopathen wollen ein Hühnchen rupfen, werden aber in die Schranken gewiesen, weil ein plötzlich totgeglaubtes Opfer wieder von den Toten aufersteht und dem Trauerspiel ein Ende bereitet. Das ist sprichwörtlich Schnee von gestern, denn um zu fesseln oder gar Angst einzujagen, bedarf es weit mehr, als Slasher-Klassiker frech zu zitieren und Home-Invasion-Zutaten lustlos zu kopieren. Wegen des austauschbaren und wenig raffinierten Drehbuchs ist LAKE ALICE daher nur denen zu empfehlen, die entweder noch nie einen Horror-Slasher gesehen haben oder nicht genug von dieser Art von Filmen bekommen können – und sind sie auch noch so einfallslos. Nur dann kann man wohl etwas von diesem 08/15-Schocker abgewinnen.
 
 
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LAKE ALICE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
SCREAM trifft auf THE STRANGERS. Was hier aufgetischt wird, ist ermüdend, altbacken und unblutig noch dazu. Eigentlich schade, denn LAKE ALICE hat im Grunde genommen alles, was ein Horrorfilm neueren Datums mitbringen sollte. Die schneebedeckte Kulisse erinnert an ähnlich gestrickte Slasher-Ware wie COLD PREY und dessen Fortsetzungen. Zudem lässt das skrupellose Killer-Duo im Film Streifen wie THE STRANGERS oder auch BASTARD Revue passieren. Was aber bitter aufstößt ist die wenig originelle Handlung. Die hat man in ihrem behäbigen Ablauf schon so oft gesehen, dass allein schon die Inhaltsangabe zum Film den Spaß verdirbt. Das ist dahingehend ärgerlich, weil der Film gute Schauspieler besitzt und auch handwerklich überzeugen kann. Leider besitzt LAKE ALICE kaum neue Einfälle und lässt sich auch noch viel Zeit, bis überhaupt endlich mal etwas passiert. Da macht sich schnell Müdigkeit breit und gestaltet diesen Horror-Beitrag so austauschbar, wie schmutzige Unterwäsche. Vor 30 Jahren wäre LAKE ALICE ein Hit geworden. Heute lockt man mit so ausgelutschtem Horrorstoff keinen Fan mehr vorm Ofen hervor. Um die Aufmerksamkeit des Publikums für Horrorfilme gewinnen zu können, muss man sich in Zeiten wie diesen und aufgrund der Menge an Genre-Futter schon mächtig ins Zeug legen. Offenbar hat das Regisseur BEN MILLIKEN nicht bedacht.
 
 
 


 
 
 

LAKE ALICE – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt hat LAKE ALICE nicht zu bieten. Der Killer rammt sein Messer mehrmals in ein Opfer hinein, ein Autounfall ist zu sehen und ein Protagonist stirbt an den Folgen eines Pistolenschusses in den Hals. Das ist für Slasher-Verhältnisse enttäuschend und dürfte in Deutschland mit einer FSK16 belohnt werden.
 
 
 


 
 
 

LAKE ALICE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Breaking Glass Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cold Prey – Eiskalter Tod (2006)
 
Cold Prey 2 Resurrection – Kälter als der Tod (2008)
 
Silent Night – Leise Rieselt das Blut (2012)
 
Blood Runs Cold (2011)
 
Hayride 2 (2015)
 
Berkshire County (2014)
 


Filmkritik: „Good Tidings“ (2016)

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GOOD TIDINGS

Story

 
 
 
Drei Killer im Weihnachtsmannkostüm sind unterwegs. Die möchten bestrafen und tauschen Ruten gegen Mordwerkzeuge aus. Leider müssen ahnungslose Obdachlose dran glauben. Die wollten in einem Gerichtsgebäude eigentlich das Weihnachtsfest feiern, merken aber schon bald, dass sie dort in der Falle sitzen.

 
 
 


 
 
 

GOOD TIDINGS – Kritik

 
 
 
Alle Jahre wieder kommen nicht nur weihnachtliche Animations- und Familienfilme in die Kinos. Auch an schockhungrige Horrorfans wird gedacht, die um die Weihnachtszeit mit bitterbösen Filmalbträumen versorgt werden wollen, damit die schönste Zeit des Jahres auch für Liebhaber des düsteren Genres zum Fest wird. So haben Horrorfilme wie SILENT NIGHT, BÖSE WEIHNACHT oder SAINT gezeigt, dass der Weihnachtsmann nicht zwangsläufig immer nur Gaben bringt. Manchmal hat er auch den Tod im Gepäck oder sorgt mit spitzem Werkzeug für Zucht und Ordnung. Für Freunde morbider Weihnachtsüberraschungen durchaus Grund zur Freude, die sich aber im Falle des folgenden Horrorstreifens schnell legen dürfte. GOOD TIDINGS nennt sich ein weiterer Horrorfilm, der weihnachtliche Bräuche und Sitten für Mord und Todschlag missbraucht. Darin sind rot vermummten Gabenschenker unterwegs, die offensichtlich keine Lust auf Besinnlichkeit haben und auf Zwang töten müssen. Klingt beim Lesen annehmbar, ist bei genauerer Betrachtung aber alles andere als erwähnenswert. GOOD TIDINGS besitzt nämlich kaum Spannung und ist mit 100 Minuten auch eindeutig zu lang. Da hat man definitiv schon besseren Horror unterm Weihnachtsbaum gehabt.
 
 
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Im Terror-Slasher GOOD TIDINGS wollen es sich Obdachlose so richtig gut gehen lassen. Die lassen sich am Weihnachtstag in einem Gerichtsgebäude nieder, um dort friedlich und sicher die Festtage verbringen zu können. Warme Suppe und heiße Getränke sollen Sorgen vergessen lassen. Doch die sind schneller wieder da, als es den Heimatlosen lieb ist. Drei Psychopathen haben besondere Pläne. Die wollen die besinnliche Zeit nutzen, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Sie verschaffen sich als Weihnachtsmänner verkleidet Zugang zum Obdachlosenfest und richten dort ein Blutbad an. Leider kann niemand raus, denn die Ausgänge sind versperrt. Doch der Kriegsveteran Sam Baker (ALAN MULHALL) lässt sich nicht einschüchtern. Der krempelt die Ärmel hoch und versucht sich zu wehren. Was folgt, wird für die Opfer eine lange Nacht des Grauens. Trotz Gegenwehr sterben die Menschen hier wie die Fliegen. Doch man wächst über sich hinaus und nimmt den Kampf gegen Gegner auf, die offenbar keine Gnade kennen.
 
 
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Als Liebesbrief an die blutigen Slasher der 1970er und 1980er beschreibt Regisseur STUART W. BEDFORD den von ihm fabrizierten Blödsinn, für den er sich von bekannten Genre-Filmen hat inspirieren lassen. So haben nicht nur alte Klassiker wie BLACK CHRISTMAS, SILENT NIGHT DEADLY NIGHT oder ASSAULT – ANSCHLAG BEI NACHT beim Macher Eindruck hinterlassen. Auch Schocker neueren Datums wie YOU’RE NEXT und THE PURGE fanden in Interviews namentlich Erwähnung und sollen für den Regie-Neuling als Inspirationsgrundlage gedient haben. Leider erreicht dieses Filmdebüt nicht einmal ansatzweise die Qualitäten genannter Horrorware, denn in Erinnerung bleibt hier nichts. Drei stumme Killer schlitzen sich in diesem Streifen teils hölzern durch das Fleisch ahnungsloser Menschen. Die Beweggründe werden nicht genannt und Schockwirkungen bleiben auch aus, weil es dem Film an Kompromisslosigkeit mangelt. GOOD TIDINGS lebt ausschließlich von seinen Morden, die aber aus Budgetgründen nur selten gezeigt werden. Das bedeutet, dass der Zuschauer in der Regel die Resultate der hinterlistigen Taten zu sehen bekommt, was in Zeiten kaltschnäuziger Hochglanz-Slasher irgendwie altbacken anmutet.
 
 
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Doch nicht nur die mangelnde Zeigefreudigkeit alle Morde dürfte Slasher-Fans enttäuschen. Auch mit dem traurigen Rest lässt sich wohl kaum ein Blumentopf gewinnen. Zwar wirkt das Szenario wegen des ungeschliffenen Low-Budget-Looks stimmungsvoll und an der musikalischen Untermauerung in Form von grummelnden Männerstimmen lässt sich nichts aussetzen. Trotzdem fehlt es GOOD TIDINGS an Tempo und Spannung, was gerade in jenen Filme unverzichtbar ist, die die Nerven der Zuschauer strapazieren wollen. Letztere dürften schnell die Lust am zwanghaft auf Terror getrimmten Slasher-Reigen verlieren und das Laufzeit-Display des Filmabspielgerätes im Auge behalten. GOOD TIDINGS ist ein Schnarcher vor dem Herrn und spult das langweilig ab, was man in den vielen Meuchelfilmen zu Genüge gesehen hat, vor denen sich der Filmemacher ehrfürchtig verbeugt. Dann doch lieber noch einmal SILENT NIGHT, DEADLY NIGHT anschauen. Der Klassiker von 1981 wirkt zwar für heutige Verhältnisse reichlich antiquiert, erfreut aber mit naiven Charme und einigen wirklich schmerzhaften Spezialeffekten. Weihnachtshorrorfilme sind eben auch nicht mehr das, was sie mal waren.
 
 
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GOOD TIDINGS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein atmosphärischer Slasher der alten Schule, welcher sich irgendwo zwischen ASSAULT – ANSCHLAG BEI NACHT und SILENT NIGHT, DEADLY NIGHT bewegt. Leider handelt es sich bei GOOD TIDINGS um keinen Beitrag der Sparte „Weihnachts-Horror“ den man unbedingt erwähnen müsste. Der Terror-Slasher ist furchtbar spannungsarm, weil hier mal nur das Morden im Vordergrund steht. Eine Geschichte gibt es nicht. Stattdessen vergeudet der Streifen knapp 100 Minuten damit, ohnehin schon bemitleidenswerte Menschen zu terrorisieren und abzuschlachten. Wer jetzt aber glaubt, dass das blutig, brutal und grausam anzuschauen ist, wird eines Besseren belehrt. GOOD TIDINGS ist kein neuer MARTYRS oder HIGH TENSION. Der Streifen zitiert zwar viele Slasher der 1980er, blendet aber meist weg, wenn es für Splatterfans interessant wird. Auf die Frage, warum man GOOD TIDINGS gedreht habe, antworteten die Macher, dass es einfach immer noch zu wenige Horrorfilme gibt, die in der Weihnachtszeit spielen. Da hat man eindeutig recht. Trotzdem bereichert GOOD TIDINGS das Weihnachts-Horror-Genre keineswegs. Hier gibt es nämlich kaum Neuerungen zu sehen. Alles wird nach bekannter Slasher-Formel abgespult. Da fühlt man sich als Zuschauer schon etwas verschaukelt, wenn man in Interviews liest, dass Regisseur STUART W. BEDFORD versucht hat gegen den Strom zu schwimmen und mit GOOD TIDINGS etwas Neues zu inszenieren. Angeblich hat er hier versucht die Konventionen des Slasher-Genres zu verdrehen und äußert sogar Gesellschaftskritik. Zudem wird der Film sogar als metaphernreiche Horror-Satire beworben. Sicher, dass er den gleichen Film meint?
 
 
 


 
 
 

GOOD TIDINGS – Zensur

 
 
 
Zwar ist GOOD TIDINGS keine Gewaltgranate. Trotzdem gibt es einiges zu sehen. Eine Machete wird durch einen Körper gerammt, Köpfe abgeschlagen und Zuckerstangen in Augen gebohrt. Zwar wird oft weggeblendet und Resultate gezeigt. Dennoch hat der Streifen zahlreiche Gemeinheiten zu bieten – von einem Slasher hätte man wohl auch nichts anderes erwartet. Im Vergleich zu neueren Streifen dieser Art, ist die gezeigte Gewalt aber nicht sonderlich grausam anzuschauen. Sollte GOOD TIDINGS hierzulande einen Rechteinhaber finden, dürfte es ohne Probleme für eine Erwachsenenfreigabe in ungeschnittener Form reichen.
 
 
 


 
 
 

GOOD TIDINGS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
All trough the House (2015)
 
Silent Night (2012)
 
Rare Exports (2010)
 
Black Christmas – Stille Nacht, tödliche Nacht (2006)
 
Deadly Games – Alleine gegen den Weihnachtsmann (1989)
 
Santa’s Slay – Blutige Weihnachten (2005)
 


Kritik: „Silent Night – Leise Rieselt das Blut“ (2012)

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SILENT NIGHT

LEISE RIESELT DAS BLUT

Story

 
 
 
Weihnachten steht vor der Tür und ein kleines amerikanisches Städtchen bereitet sich mit einem riesigen Festumzug auf die bevorstehende Weihnachtsfeiertage vor. So wirklich genießen kann die unscheinbare Polizistin Aubrey das Weihnachtsfest nicht, ist es ausgerechnet sie, die in der besinnlichen Zeit ihren Pflichten als Polizistin nachgehen muss. Zu allem Übel gerät sich auch noch an einen blutgeilen Killer, der sich als Weihnachtsmann getarnt an die Arbeit macht, einige „unartige“ Bewohner des Ortes auf grausame Art zu bestrafen!
 
 
 


 
 
 

SILENT NIGHT – Kritik

 
 
 
Als zu Beginn der 80er Jahre die beiden Slasher HALLOWEEN und FREITAG DER 13. einen regelrechten Horror-Boom auslösten, war es nur eine Frage der Zeit bis auch andere Filmserien entstanden, die von den mittlerweile bekannten Slasher-Regeln Gebrauch machten sollten. Neben der SLEEPAWAY CAMP und NIGHTMARE ON ELM STREET-Reihe brachte es auch der fiese SILENT NIGHT – DEADLY NIGHT zu passablem Erfolg, so dass im Laufe der darauffolgenden Jahre vier weitere Fortsetzung gedreht werden mussten, um die Kuh leer melken zu können. Knapp 30 Jahre nach dem Erstling folgt nun die Wiederauferstehung in Form einer Neuverfilmung, schließlich gibt es in Zeiten lukrativer Remakes immer noch genug alte Horror-Klassiker, denen eine Frischzellenkur verpasst werden muss. Von der liebenswert-naiven Machart und dem trashigen Schlitzer-Charme der Vorlage ist in der Neuverfilmung kaum noch etwas zu verzeichnen. Stattdessen wird dem Zuschauer ein ideenlos zusammengeflickter Horror-Slasher vorgesetzt, der sich hauptsächlich mit blutrünstiger Schlitzerei über Wasser halten kann und bis auf den Killer kaum noch etwas mit dem filmischen Original gemein hat. So wirklich fesseln will SILENT NIGHT demnach zu keiner Minute, was vor allem an der überraschungsarmen Inszenierung und dem einfallslosen Plot liegen mag, der mal wieder nach gängiger Slasher-Formel abgehandelt wird. Verschenktes Potenzial, was gerade aufgrund der Weihnachtsthematik hätte witzig werden können.
 
SILENT NIGHT folgt der Mittdreißigerin Aubrey, die bereits in jüngster Vergangenheit einen tragischen Schicksalsschlag erlitten hat und nach einigen beruflichen Niederlagen nicht daran glaubt, sich als Polizistin behaupten zu können. Eigentlich einen durchaus interessante Ausgangssituation, die Komplikationen verspricht. Doch bevor sich die adrette Filmheldin um Kopf und Kragen schreien kann und den männlichen Protagonisten zeigt, das auch Frauen in Männerrollen keine schlechte Figur machen, vergeht viel Zeit, die dem Zuschauer Geduld abverlangt. Immerhin scheint Regisseur STEVEN C. MILLER eine Leidenschaft für bitterböse Späße zu besitzen, denn die lästige Warterei wird mit sarkastischer Wortspielerei versüßt, was den Streifen trotzdem nicht besser macht. Der heimliche Star dieses Films ist – wie schon das Filmplakat erahnen lässt – der kostümierte Killer. Leider lässt der sich nur selten blicken. Erscheint er dann endlich, zieht er mit perfiden Spielchen in den Bann und lässt Splatter-Herzen schneller schlagen, schließlich ist er kein Mann der vielen Worte und lässt lieber Blut fließen. Political incorrectness steht hierbei an erster Stelle, was der hiesigen FSK überhaupt nicht zugesagt hat, die Schnittauflagen forderte, damit der Rechteinhaber eine Freigabe fürs Kaufhaus erhalten konnte.
 
Heute auf dem Plan: Kreatives Morden, das in SILENT NIGHT ziemlich rabiat zelebriert wird und dem Slasher-Genre alle Ehre macht. Da werden spitze Geweihe (übrigens eine Hommage an das Original) und Lichterketten als Mordinstrumente verwendet; Opfer aber auch auf traditionellem Wege mit der Axt aus dem Leben gerissen. „Bad Santa“ ist einfallsreich und muss sich am Ende mit der Heldin einen eifrigen Schlagabtausch liefern, der die schläfrige Handlung zumindest für Gewalt-Fans unterhaltsam macht. Dass im Finale sogar Farbspielereien im Stile eines jungen ARGENTOS zum Einsatz kommen, mag zwar löblich sein – trotzdem bleibt SILENT NIGHT eines der enttäuschendsten Reboots, das die Horror-Welt in den letzten Jahren zu sehen bekommen hat.
 
 
 


 
 
 

SILENT NIGHT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Das Remake zu SILENT NIGHT – DEADLY NIGHT ist zu aller Enttäuschung nicht einmal annähernd so gut geworden, wie es der Trailer zuvor versprochen hatte. Sah man im Trailer diverse Mordutensilien durch die Luft sausen und hoffte auf flott inszenierte Slasher-Ware mit frischen Schocks, enttäuscht das fertige Machwerk durch Belanglosigkeit und Spannungsarmut. Trotz Weihnachtskulisse gibt es im Film keinen Schnee zu sehen und die Handlung wird mal wieder nach bekannter Slasher-Formel abgehakt. Immerhin hat man an einen ausgefuchsten Killer gedacht, der SILENT NIGHT zu eigentlicher Größe heranwachsen lässt. Ohne den wäre die Neuverfilmung vermutlich gänzlich zum Rohrkrepierer verkommen, der mit deftiger Schlitzerei das Interesse von Gewalt-Fans auf sich lenkt. Neben den grafisch ansprechenden Morden erweist sich vor allem das Finale als großer Pluspunkt und lässt enttäuschte Horrorfans nicht ganz so verbittert vorm heimischen TV-Apparat zurück. Das straff inszenierte Ende lässt den spannungsarmen Hauptteil vergessen, kann aber trotzdem nicht davon ablenken, dass SILENT NIGHT nur ein solider Slasher geworden ist, der kaum Überraschungen zu bieten hat. Unterm Strich bleibt nur Durchschnittsware, die der Bezeichnung „Remake“ kaum gerecht werden kann. SILENT NIGHT fühlt sich eher wie eine überschnell produzierte Fortsetzung an, die der kultigen Vorlage aus den 80ern kaum gerecht wird. Dass das offene Ende mal wieder nicht fehlen darf und die Türen für mögliche Sequels offen hält, dürfte nicht verwundern. Weil SILENT NIGHT in Amiland aber alles andere als ein Verkaufserfolg gewesen ist, dürften die vorerst auf sich warten lassen.
 
 
 


 
 
 

SILENT NIGHT – Zensur

 
 
 
Weil die FSK dem Film in der ungeschnittenen Version keine Freigabe attestierte, wird SILENT NIGHT nun in zwei Fassungen auf den Markt gebracht. Zum einen gibt es eine geschnittene Fassung zu kaufen, die knapp 38 Sekunden Federn lassen musste und am roten KJ-Flatschen erkannt werden kann. Wer den Streifen ungeschnitten sein Eigen nennen möchte, sollte auf das leichte SPIO/JK-Siegel (keine schwere Jugendgefährdung) achten, das auf der Rückseite der DVD/Blu-ray aufgedruckt wurde. Diese Filmfassung ist komplett. Verwunderlich ist das Vorgehen der FSK jedoch nicht, denn Aufgrund kruder Spezialeffekte (Weihnachtsbaum-Schredder-Szene) und der Ermordung von Kindern war es abzusehen, dass SILENT NIGHT Probleme mit der Zensurbehörde erhalten würde.
 
 
 


 
 
 

SILENT NIGHT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot le Fou (geschnittene FSK-Fassung)

 
 
 
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(c) Pierrot le Fou (ungeschnittene SPIO/JK-Fassung im limitierten Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Silent Night, USA 2012

Genre: Horror, Slasher, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 94 Min. (uncut) / ca. 93 Minuten (cut)

FSK: SPIO/JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung (ungeschnittene Fassung), Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover (geschnittene Fassung), Mediabook (ungeschnittene Fassung)

Extras: Trailer, Interviews mit Regisseur und Schauspielern, Deleted Scenes – Mediabook zusätzlich mit 24-seitiges Booklet

Release-Termin: 05.12.2014

 
 
 


 
 
 

SILENT NIGHT – Mediabook

 
 
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Sammler dürfen sich freuen, denn auch SILENT NIGHT erscheint im hochwertig verarbeitetem Sammlerstück. Nachdem der Rechteinhaber PIERROT LE FOU in seiner neuen „PIERROT LE FOU UNCUT“-Reihe bereits die Streifen RAZE und DADDY’S LITTLE GIRL veröffentlicht hat, kommt nun auch der Weihnachtsschocker in der edlen Aufmachung daher und trägt die Nummer drei. Diese ist ebenfalls nur begrenzt zu haben, denn das gute Stück wurde auf 3000 Exemplare (händisch durchnummeriert) limitiert, so dass sich Liebhaber seltener Verpackungen beeilen sollten, bevor das Mediabook zu horrenden Preisen gehandelt wird. Neben Blu-ray und DVD in exzellenter Bild- und Tonqualität, gibt es als besonderes Schmankerl 24 Seiten Hintergrundinformationen in Form eines Buchteils. Zudem haben es auch einige Extras auf die Veröffentlichung geschafft, die der Rechteinhaber deutsch untertitelt hat. Dass SILENT NIGHT sogar noch mit professioneller Synchronisierung ausgestattet wurde ist löblich und zeigt, dass das Label PIERROT LE FOU darum bestrebt ist, dem Käufer das Maximum an Qualität zu bieten. Wer harte Horrorfilme bevorzugt sollte zugreifen, denn SILENT NIGHT ist ein potenzieller Indizierungskandidat und dürfte in der hier enthaltenen Uncut-Fassung bald nicht mehr so einfach zu haben sein.
 
 

Silent Night – Leise Rieselt das Blut [Blu-ray] auf AMAZON kaufen

Silent Night – Leise Rieselt das Blut [Mediabook] ungeschnitten auf Cyber-Pirates bestellen

 
 
 


 
 
 

SILENT NIGHT – Trailer

 
 

 
 
 

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Ähnliche Filme:
 
Saint (2010)

ATM (2011)

Wrong Turn 4 – Bloody Beginnings (2011)

Wrong Turn 5 – Bloodlines (2012)


Filmreview: „Saint“ (2010)

 

In Holland zelebriert man den Nikolaustag, etwas ausgelassener:

Dort feiert man den „Sinterklaas“ (Sankt Nikolaus), der in der Nacht vom 5. auf den 6.12 vor allem die artigen Kinder mit Süßigkeiten beschenkt, mit einem rauschenden Fest.

Grund hierfür für Regisseur und Drehbuchautor Dick Maas den vorweihnachtlichen Spieß einfach umzudrehen und den „Sinterklass“ in ein mordendes und blutgieriges Etwas zu verwandeln, dass alle 23 Jahre zu Vollmond an einem 5.Dezember seinen Beutezug startet, um Kinder und Jugendliche nieder zu meucheln.

Amsterdam heute: 23 Jahre sind seit dem letzten Erscheinen des „bösen“ Sankt Nikolaus vergangen. Damals musste der junge Goerth zusehen, wie der „Sinterklass“ seine gesamte Familie ausrottete. Jetzt 23 Jahre später will er den sinnlosen Tod aller Kinder und Erwachsenen rechen. Zusammen mit der Unterstützung des Abiturienten Frank, der unwissend in das grausame Geschehen involviert wird,  versucht er dem üblen Zeitgenossen das Handwerk zu legen.

 

 

Nachdem der holländischen Film „Saint“ auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest Unmengen an Fanherzen hat höher schlagen lassen, veröffentlich „WVG“ das Vorweihnachtliche Spektakel nun auch in unseren Gefilden direkt auf DVD- und Bluraydisc.

Und was uns Regisseur Dick Maas da an wirklich frisch-frivoler Horrorkost vorsetzt ist schon beachtlich bemerkenswert, bedenkt man, dass es sich bei seinem aktuellen Werk um Horrorkost aus unserem Nachbarland Holland handelt, dass den Vergleich zu diversen anderen internationalen Produktionen nicht scheuen braucht.

Schon irgendwie grotesk und beschämend, dass es mittlerweile fast jedes europäische Land geschafft hat mit frischem Horrorstuff, international für Gesprächsstoff zu sorgen – nur eben das Arthausverwöhnte Deutschland nicht, dass lieber Fördergelder in kasprig – nervigen „Bully Herbig“ Komödien, oder in vergangenheitsaufarbeitenden Geschichtsdramen pumpt.

Zumindest ist es Maas mit „Sint“ gelungen eine wirklich stimmungsvolle Weihnachts-Horror-Komödie zu schaffen, die trotz geringen Budgets überaus hochwertig ausschaut. Dabei drängt sich nicht nur einmal der Gedanke auf, dass Maas scheinbar aktuellen Hochglanz-Hollywood-Produktionen nacheifern wollte. Zumindest im optischen Sinne, der Erzählweise und der Darstellung der wohldosierten Schocks ist dies deutlich spürbar. Klar wirkt das dennoch etwas arg dilettantisch-unbeholfen und irgendwie aufdringlich-aufgesetzt, macht „Sint“ aber gerade deswegen irgendwie sympathisch.

Dabei sollte, der interessierte Horrorfreund die Augen offen halten, denn gerade das actiongeladenen Finale erinnert mit seiner nebligen Location, dem abgefackelten Schiff und den grausamen Helfern des „Sinterklass“, die wortlos-zombieartig aus dem Nebel stapfen, doch irgendwie an Carpenter´s „The Fog“, oder  De Ossorios´s „Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen“. Charmanter und liebevoller kann man glaube derart Klassiker nicht zitieren.

Was den Blutzoll betrifft, so bekommt der Filmfreund so einiges geboten. Sicherlich ist „Sint“ keine Schlachterplatte geworden. Dennoch, überraschenderweise hat die FSK den Film in seiner ungeschnittenen Form, ab 16 Jahren freigegeben, was mich aufgrund der Zurschaustellung diverser abgetrennter Körperteile und fliegenden Köpfe und der Thematik des Abschlachtens von Kindern, schon irgendwie verwundert hat. Scheinbar hat der FSK der leicht ironische und satirisch angehauchte Unterton dieser holländischen Hochglanzproduktion gemundet, denn für meinen Geschmack ist die Freigabe etwas derb tief angesetzt worden.

Wie auch immer, wollen wir mal nicht meckern, die rabenschwarze Slasher-Komödie „Sint“ ist es auf jeden Fall wert geschaut zu werden. Aufgrund des relativ interessanten und unverbrauchten Charakters des „Sinterklass“ (über die Fehlende Oberlippe und den schiefen Zähnen könnt ich mich jetzt noch zerschießen) wäre eine Fortsetzung auf jeden Fall angebracht. Denn Infos über die Legende und die Beweggründe des „Sinterklass“ sind, mal abgesehen vom recht düsteren Filmauftakt, Mangelware. Eigentlich schade, zumal mich das Geschehen und das Vergehen des bösartigen Zeitgenossen in der Vergangenheit hätte mehr gereizt, als so wie es der Film letztendlich erzählt:  in der Gegenwart.

Ein Prequel ist, meines Erachtens, dringend von Nöten.

Hoffen wir mal nicht, dass sich Hollywood die Finger nach den Filmstoff lechzt und letztendlich auch von dieser europäischen Filmproduktion ein Remake stanzt.

 

 

Fazit 7/10 Punkte

 

Nikolaus mal anders. Wäre an dieser Legende etwas wahres dran, würden die Kinder von heute sicherlich 10 mal gründlicher ihre Schuhe polieren und, ganz zur Freude der Eltern, artiger durchs Leben „wirbeln“. Horrorspass für Erwachsene und definitiv KEIN Film für Kinder!

 

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