Kritik: „Delta III – Wir wollen nicht zur Erde zurück“ (1979)

shape-of-things-to-come-1979-poster
 
 
 

DELTA 3 – WIR WOLLEN NICHT ZUR ERDE ZURÜCK

(THE SHAPE OF THINGS TO COME)

Story

 
 
 
Wie so oft. Die Menschheit hat´s endlich geschafft und sich nach einem ewig andauernden Krieg, den sie auch Roboter hat führen lassen, die gute alte Erde fritiert. Nix blaues mehr, alles verpestet. Die wenigen Übriggebliebenen haben direkt nebenan, auf dem Mond nämlich, die Glaskuppelstadt New Washington gegründet. Wir sehen: Auch auf la Luna geht die Menschheit amerikanische Wege. Die Freude über das Entkommen von der Erde ist nicht von langer Dauer. Die Strahlenschäden an den Überlebenden müssen bekämpft werden. Dafür bedarf es eines seltenen Minerals, das nur auf einem einzigen Planeten ausgebuddelt werden kann. Dieser Planet ist das Delta 3 des Titels. Blöd nur, dass den Stern nicht nur das Mineral ausmacht, sondern auch der bekloppte Erdenwissenschaftler Dr. Omus (Jack Palance). Den hat das Leben mit einer Armee ihm treu ergebener Kampf- und Dienerroboter ebenso weich im Kopf wie herrschsüchtig gemacht. Jetzt will er rüber auf den Mond und dort die Macht ergreifen. Sein Dogma: Wissenschaft über alles. Um seinen Absichten ein wenig Nachdruck zu verleihen, kündigt er erstmal an, bei Ungehorsam der letzten Menschen, eine Strahlenwaffe auf den Planeten zu richten und New Washington ins Weltall zu blasen. Eine Gruppe guter Wissenschaftler und anderer weißer Ritter wird nach Delta 3 geschickt, um dort dem irren Professor das Handwerk zu legen und sich anschließend um den Mineraltransport zu kümmern.

 
 
 


 
 
 

DELTA 3 – Kritik

 
 
 
DELTA III – WIR WOLLEN NICHT ZUR ERDE ZURÜCK sieht irgendwie nach Fernsehfilm aus. Tatsächlich können sie ja nicht zurück. Selbst wenn sie denn wollten. Erde ist ja fertiggestrahlt. Bredouille, das. Viele TV-Fratzen sind dabei und auch der einzige Star des Films, das wundervoll granitene Mongolen-Monstrum Jack Palance, war öfter beim amerikanischen Pantoffelkino angestellt. Sein Dr. Omus ist natürlich der stille Höhepunkt dieses augenscheinlich kostengünstig entstandenen Films. Stets schätzenswerter Schauspieler! Bei einem ordentlichen Bösewicht wird der Rest schnell Staffage – das weiß jeder halbwegs funktionierende Drehbuchautor. So geht´s folglich auch des bösen Doktors Gegnerschaft hier.
 
 
delta-3-1979-bild-3
 
 
Die Kritik an diesem Omus und seinesgleichen steht natürlich stellvertretend für die Kritik an einem blinden, eigentlich schon längst zur Ersatzreligion mit Wahrheitsanspruch mutierten Wissenschaftsglauben. Das ist ein beliebtes Motiv in der Science-Fiction nach den Hippie-Jahren, die oft Schreckensbilder von Dystopien statt Utopien aufzeigt. Neue Denkmodelle waren entstanden, der unbedingte Wille zum nach vorn Peitschen von Forschung und Technik hatte Gegenstimmen erhalten. Man wusste, dass am Ende der Technikentwicklung doch wieder nur tödliche Waffen stehen würden. Pierre Boulles berühmter Affenplanet lässt grüßen, wenn wir uns vor Augen halten, dass die Vernichtung der Erde von den gleichen Labor-Propheten losgetreten und vollendet worden ist, die jetzt eine neue, absolutistische Herrschaft anstreben. Hier ist das sogar noch viel griffiger, wenn Dr. Omus – nach den alles zerballernden Roboterweltkriegen – eine Armee von Robotern befehligt.
 
 
delta-3-1979-bild-2
 
 
In Kanada, seinem Herstellungsland also, lief der Film auch als THE SHAPE OF THINGS TO COME. Mit H.G. Wells bekannter Sci-Fi-Dystopie von der Welt nach dem großen Rums hat DELTA III, bis auf die postapokalyptische Zivilisation, bloß nicht wirklich viel zu tun. Für eine akkuratere Adaption jener finsteren Story muss man schon auf William Cameron Menzies durchaus passend finsteren aber leider auch recht trockenen THINGS TO COME von 1936 zurückgreifen. Schön trotzdem, mal zu sehen, dass geistesgestörte Umtitelungen auch außerhalb des deutschen Sprachraums verbrochen werden. Wir sind da ja eigentlich die Meister drin.
 
 
delta-3-1979-bild-1
 
 


 
 
 

DELTA 3 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Typische Seventies Science-Fiction-Dystopie. Das Schicksal der Trümmerwelt entscheidet sich zwischen den blinden Technokraten von einst und den veränderungsbereiten Jungen. DELTA III – WIR WOLLEN NICHT AUF DIE ERDE ZURÜCK (Originaltitel: THE SHAPE OF THINGS TO COME) ist kein SOYLENT GREEN und auch kein LOGAN´S RUN – zwei Klassiker, deren debile deutsche Titel mir gerade nicht auf der Zunge/den Fingern liegen – kann man sich aber problemlos nachts oder Sonntags mittags einfahren.
 
 
 


 
 
 

DELTA 3 – Zensur

 
 
 
Die mittlerweile auf DVD erschienen Filmfassung ist ebenso ungeschnitten, wie die bisherigen Veröffentlichungen von DELTA 3 auf VHS. Diese ist bereits für Zwölfjährige geeignet.
 
 
 


 
 
 

DELTA 3 – Deutsche DVD

 
 
 
delta-3-dvd

(c) Castle View Film | Al!ve

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: The Shape of Things to Come; Kanada 1979

Genre: Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 06.11.2015

 

Unternehmen Delta 3 (DVD) ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DELTA 3 – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig

Die Rechte für alle Grafiken liegen bei Castle View Film | Al!ve

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Flash Gordon (1980)
 
Alarm im Weltall (1956)
 
Raumpatrouille Orion (1966)
 

Filmkritik: „Debug“ (2014)

debug-2014
 
 
 

DEBUG

Story

 
 
 
Sechs verurteilte Computerhacker versuchen ihrer Strafe zu entgehen, in dem sie ein Projekt der Regierung mit ihren Fähigkeiten unterstützen. Sie sollen sich ins Weltall begeben, um dort alte Raumfrachter wieder auf Fordermann bringen zu können. Einer dieser verlassenen Frachter stellt das Team vor ungeahnte Herausforderungen, denn dessen Systemprogramm hat ein merkwürdiges Eigenleben entwickelt …

 
 
 


 
 
 

DEBUG – Kritik

 
 
 
Wenn es nach DAVID HEWLETT geht, scheint sich der Ruf vom nerdigen Hacker längst einem Wandel unterzogen zu haben. Während dessen stereotypes Bild immer noch vom bleichen Computerfreak geprägt ist, der die meiste Zeit seines Lebens abgeschottet von der Außenwelt vor PC-Monitoren hockt, macht HEWLETT aus Brillen tragenden Informatikstudenten makellose Laufstegschönheiten. DEBUG nennt sich der neue Science-Fiction-Thriller in dem technikbegeisterte Cyberkriminelle vom BRAVO-Fotoshooting direkt ins Weltall transferiert werden, um sich dort – wie im Horrorfilm gängig – um Kopf und Kragen schreien zu können. Ein verlassener Raumfrachter dient in diesem kanadischen Weltraum-Grusler als Schauplatz für einen unerbittlichen Kampf zwischen Mensch und Maschine, der am Ende selbstverständlich nur einen Sieger kennt. Ein Fehler im System ist dort die Ursache, der dafür verantwortlich gemacht wird, dass die Verbindung zwischen Erde und Frachter zum Erliegen gekommen ist. Nun sollen sechs Spezialisten das Computersystem von Fehlern befreien und nach getaner Arbeit neu starten. Doch der Einsatz verläuft nicht ohne Komplikationen, denn das System hat sich verselbstständigt und wird fortan von einer künstlichen Intelligenz gesteuert, die über das Vorhaben der Computerhacker rein gar nicht erfreut ist.
 
Man nehme EVENT HORIZON füge etwas Künstliche-Intelligenz-Quatsch aus der ersten RESIDENT EVIL-Verfilmung dazu und verfeinere das Ganze mit klaustrophobisch- beklemmender All-Atmosphäre ähnlich der aus dem jüngsten Weltraum-Hit GRAVITY. Fertig ist DEBUG – ein Film, der genannten Blockbustern natürlich zu Recht nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen kann, denn dazu mangelt es dem Streifen schlichtweg an Einzigartigkeit, die man im Horror-Kino heutzutage benötigt, um überhaupt hervorstechen zu können. Drehbuchautor und Regisseur DAVID HEWLETT ist im Horror-Bereich kein Unbekannter. Bevor er nämlich selbst Drehbücher kritzelte und es sich hinter der Kamera bequem machte, war er vornehmlich als Schauspieler in unzähligen Kinofilmen und TV-Serien zu sehen, wobei er mit Auftritten in HAUNTER (2013), SPLICE (2009), CUBE (1997) und SCANNERS 2 (1991) sogar schon Erfahrungen mit Horrorfilmen sammeln konnte. Mit DEBUG bleibt er dem Genre treu und zeigt, was man mit wenig Startkapital alles anstellen kann. Trotz Indie-Produktion schaut DEBUG nämlich ganz ordentlich aus, was den Streifen hochwertiger erscheinen lässt, als er im Endeffekt ist. Der Zuschauer bekommt steriles Set-Design vor die Linse in dem gesichtslose Jungdarsteller auf virtuellen Tastaturen klimpern und sich einem charismatischen Bösewicht stellen müssen, der hier als Computerbug in Menschengestalt in Erscheinung tritt. Letzter wird von JASON MOMOA verkörpert, ohne den DEBUG vermutlich vollkommen den Bach hinabgerauscht wäre, schließlich hat HEWLETTS Sci-Fi-Flick hat ein großes Problem: Langeweile. Bevor die Gruppe von Profi-Hackern erst einmal die Fährte gewittert und von der Bedrohung Wind bekommen haben, vergeht knapp die Hälfte der Spielzeit in der die Protagonisten vornehmlich durch Flure schlendern und Fachchinesisch quasseln. Das macht müde, zumal man des Öfteren reichlich Fantasie benötigt, um über die viele Logikbarrieren hinwegsehen zu können. Immerhin verflüchtigt sich das quälend langsame Tempo in den letzten Filmminuten. Dann nämlich bläst Schurke MOMOA zum blutigen Rachefeldzug und hindert einen Hacker nach dem nächsten daran, das System von Fehlern zu bereinigen. Deftige Gore-Effekte kommen da zum Einsatz, die sich durchaus sehen lassen können und kurzerhand über die unzureichende Charakterisierung hinwegtrösten, was zumindest jenen Filmfans gefallen dürfte, die von Horrorfilmen ein gewisses Maß an Gewalt erwarten. Da werden Körper zerteilt, unbekannte Flüssigkeiten in Venen gespritzt und so aus anfänglich friedliebenden Computerspezialisten unberechenbare Kampfmaschinen gemacht.
 
Trotzdem, man verpasst nicht viel, wenn man DEBUG nicht gesehen hat, denn sonderlich originell ist HEWLETTS Weltraum-Horror keineswegs. Vielmehr entpuppt sich dieser Indie-Film als unhomogener Versuch Horror, Science-Fiction, Splatter, Klaustrophobie- und Computer-Virus-Thematik unter einen Hut zu bringen. Geglückt ist der umfangreiche Zutatencocktail nur bedingt, denn wie immer macht mal wieder das Drehbuch Probleme, das von einem Laien auf dem Gebiet des Drehbücherschreibens verfasst wurde. Daher liebe Filmemacher- und Produzenten: lasst Drehbücher in Zukunft bitte von Leuten schreiben, die sich damit auch auskennen – alles andere kann nur in die Hose gehen. Das Weltraumabenteuer DEBUG ist das beste Beispiel für wirren Sci-Fi-Horror dem es an Spannung, Logik und Ideen fehlt, schließlich machen Bluteffekte allein – und wenn sie auch noch so gut in Szene gesetzt wurden – noch lange keinen guten Horrorfilm aus.
 
 
 


 
 
 

DEBUG – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Im Weltall hört dich niemand schreien: Splatter-Szenario im Weltraum – DEBUG ist die weitaus düstere Version des Kassenhits GRAVITY. Dennoch gilt hier: außen hui, innen pfui. DEBUG (was in diesem Falle soviel bedeuten soll, wie: das Bereinigen von Systemfehlern) schaut für Indie-Verhältnisse ganz ordentlich aus. Arbeitet man sich aber zum Kern hervor wird man schnell feststellen, dass der Film erheblich unter dem schwachen Drehbuch zu leiden hat, das von Regisseur DAVID HEWLETT selbst geschrieben wurde. Mit Logik hat er es nicht, denn DEBUG wirkt holprig, unglaubwürdig und ist streckenweise auch noch langweilig. Tiefgründige Charakterentwicklung gibt es nicht, dafür gegen Ende Splatter-Effekte, die sich gewaschen haben. Ob ein paar Gewaltmomente aus DEBUG einen sehenswerten Film machen bleibt dennoch fraglich, denn der dreiste Ideenklau setzt sich vornehmlich aus bekannten Zutaten bereits erschienener Kassenhits zusammen. Bewanderte Filmfans dürfte sofort auffallen, dass sich Macher DAVID HEWLETT rigoros bei bekannter Sci-Fi-Ware wie EVENT HORIZON und 2001: A SPACE ODYSSEY bedient hat. Fragt sich nur, warum dann aus DEBUG eher mittelprächtige Horror-Ware geworden ist, wenn man doch Erfolgszutaten besagter Klassiker kopiert hat.
 
 
 


 
 
 

DEBUG – Zensur

 
 
 
In DEBUG werden Körper zerteilt, Glasscherben durch Handgelenke geschlagen, lösen sich Körper in Pixel auf oder werden unsanft ins Weltall geschleudert – die wenigen Gore-Effekte können sich durchaus sehen lassen und dürften Fans von Filmen härterer Gangart zusagen. Der Film wurde mit FSK16 freigegeben – selbstverständlich ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DEBUG – Deutsche Blu-ray

 
 
 
debug-bluray

(c) Pandastorm Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Debug; Kanada 2014

Genre: Horror, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Niederländisch

Bild: 1.78:1 – @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Weiße Amaray mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 14.04.2015

 

Debug – Feindliches System [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DEBUG – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Last Days on Mars (2013)
 
2001: A Space Odyssey (1968)
 
Event Horizon – Am Rande des Universums (1997)
 

Filmkritik: „Under the Skin“ (2013)

under-the-skin-2013
 
 
 

UNDER THE SKIN

Story

 
 
 
Den Plot haben wir schnell erzählt: Eine ebenso namen- wie gefühllose Frau fährt durch ein mythisch-malerisch gefilmtes Schottland und sammelt Partner für den Geschlechtsverkehr auf. In der Wohnung der Frau werden die Probanden allerdings in eine unnatürliche Flüssigkeit gelockt, die sie von ihrer Heut trennt. Die Frau – Scarlett Johansson natürlich – ist eine Außerirdische, ihr Anlockverhalten der Sexpartner völlig losgelöst vom zielgebundenen Balzen der von ihr beobachteten Menschenspezies.

 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Kritik

 
 
 
UNDER THE SKIN ist der dritte Films des Optikästheten und maßgeblich als Werbefilmer und Videoclipmacher in Erscheinung getretenen Londoners Jonathan Glazer. Mitte der Neunziger war er der Kopf hinter Videos für alles, was in dieser Zeit musikalisch zum Weglaufen furchtbar war (Massive Attack, Blur, Radiohead, um nur ein paar besonders widerliche Geräuschmacher aufzuzählen). Umso überraschender dann im Jahr 2000 sein Filmregiedebüt SEXY BEAST, bei der Kritik eingeschlagen wie eine Bombe und nicht nur ein durchgestylter und beinahe schon körperlich attackierender Brit-Gangsterfilm, verflucht weit weg von den coolen Unterwäschemodel-Verbrechern seines Landsmannes Guy Ritchie. SEXY BEAST kitzelte aus seinem Hauptdarsteller, dem ewigen Gandhi und Autoritätendarsteller Ben Kingsley eine Performance heraus, die der Oscarpreisträger unter seinen größten Auftritten führt und für deren Triggern es ein Ausnahmetalent auf dem Regiestuhl gebraucht hat. Immer weiter gut in Werbung und Musik arbeitend, brachte Glazer das enttäuschende Reinkarnationsdrama BIRTH (2004) in die Kinos, das trotz der seinerzeit hervorragend zu besetzenden Nicole Kidman besser unter dem Mantel des Schweigens bleiben sollte. Letztes Jahr, neun Jährchen nach seinem letzten Versuch, traute sich der Regisseur wieder auf das Schlachtfeld der Leinwände und setzte sich mit UNDER THE SKIN auch prompt zwischen die sehr unterschiedlichen Stühle seiner beiden ersten Streifen: Was Scarlett Johansson als Hauptdarstellerin aus sich rausholt, weder Scham noch persönliche Grenzen gelten lassend, spiegelt erneut die außergewöhnliche Hand wieder, über die Jon Glazer im Bereich der Schauspielerführung zu verfügen scheint; so ist etwa der Akt mit dem missgestalteten jungen Mann besonders aufwühlend, handelt es sich hier doch um keinen Spezialeffekt – er leidet wirklich unter diesem Defekt. Damit hätten wir auch schon die Zweischneidigkeit dieses Instant-Skandalfilms. Der Film ist die Scarlett-Show vor orchestrierten wie aufgedonnerten Landschaftspanoramen eines Regisseurs, der sich seiner studierten und erprobten Kenntnis des Schauwerts so sicher ist, dass ihm das nur folgerichtige Entgleiten der Erzählebene herzlich egal sein dürfte. UNDER THE SKIN wird dem durchschnittlichen Sci-Fi oder Genrefan wenig geben, ihm zu sehr wie überkandideltes Kunstkino erscheinen. Solche Gedanken wird man sich auch beim Kinoverleih gemacht haben, als man davon absah, den Film hierzulande auf die großen Screens zu bringen. Sicher, mit dem fünfzigsten, vom Niveau eigentlich an Achtjährige gerichteten Superheldenfilm, drückt man mehr Hinterteile in Plüschsessel.
Was bleibt ist eine filmhistorische Momentaufnahme, in der eine Hollywood-Figur der A-Klasse ihre Grenzen ignoriert und im Werk eines Künstlers, nicht unbedingt Filmemachers, glänzt.
 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Bilderschwere und sich ihrer Wirkung beim entsprechenden Publikum fast schon zu sicher fühlende Arthouse-Science-Fiction-Breitseite. Lassen Sie Sich bloß nicht dabei erwischen, UNDER THE SKIN nicht gut zu finden. Man wird die Nicht-verstanden-Karte ziehen. Scarlett-Fans werden sich immerhin über diese One-Women-Show freuen.
 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Zensur

 
 
 
Die deutschen Heimkinofassung wurde ab 16 Jahren freigegeben. Der Film selbst ist jedoch FSK 12, denn viel Gewalt gibt es hier nicht zu sehen.
 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
under-the-skin-blu-ray

(c) Universum Film GmbH / Senator Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Under the Skin; Großbritannien 2013

Genre: Drama, Mystery, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1, @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 108 Min.

FSK: Blu-ray: FSK16 / eigentlicher Film: FSK 12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: The Making of „Under the Skin“, Featurettes: Scarlett Johansson, The Hidden Lense

Release-Termin: 10.10.2014

 

Under the Skin – Tödliche Verführung [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Lucy (2014)
 
Transcendence (2014)
 
Tron (1982)
 

Filmreview: „The Last Days on Mars“ (2013)

THE LAST DAYS ON MARS 2013
 
 
 

THE LAST DAYS ON MARS

Story

 
 
 
Noch 18 Stunden, bis acht Mars-Forscher die Heimreise zur Erde antreten. Doch eine außerirdische Lebensform macht den strebsamen Wissenschaftlern gehörig einen Strich durch die Rechnung. Als einer der Kollegen in ein Sandloch fällt, infiziert er sich mit einem mysteriösen Bakterium, das ihn in kürzester Zeit zu einer Bedrohung für die Anderen werden lässt …
 
 
 


 
 
 

THE LAST DAYS ON MARS – Kritik

 
 
 
In der heutigen Zeit sind die wandelnden Toten überall. Sie haben in der Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart ganze Landstriche entvölkert, im Meer mit Haifischen gerungen (WOODOO – SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES) und sich durch ganze Metropolen gefressen (28 DAYS LATER). Der Zombie wurde zivilisiert (FIDO) und hat getanzt (DANCE OF THE DEAD); er lernte sprechen und verliebte sich sogar (WARM BODIES). Seit 1910 werden die nach Menschenfleisch lechzenden Kreaturen im Film porträtiert und bisher in verschiedenen Interpretationen dargestellt. Ob schwarz, weiß, gelb oder rot – der Zombievirus macht vor keiner Nationalität halt und gehört mittlerweile zum Horrorfilm, wie das Amen in die Kirche. Umso verwunderlicher, dass die Ideenvielfalt der Filmemacher auch 100 Jahre nach einem der ersten Zombieauftritte in FRANKENSTEIN (1910) keine Grenzen kennt – auch wenn man oftmals an der Zurechnungsfähigkeit der Köpfe hinter diesen Streifen zweifelt. Weil seit der erfolgreichen TV-Serie THE WALKING DEAD der Zombiefilm mal wieder einen Popularitätsschub erhalten hat und der Videomarkt mit unzähligen unterbelichteten Streifen dieser Art überschwemmt wird, haben viele Horrorfans die Lust an den Zombies verloren. Das Thema der stumpfsinnigen Furie, die nach ihrem Tod nur noch durch die Gegend geistert, um den Menschen nach dem Leben zu trachten wurde in den letzten Jahren einfach bis zum Erbrechen wiederholt, so dass man hinter diesen Schockern kaum noch spannende Genreunterhaltung findet. Für Regisseur RUAIRI ROBINSON Grund genug, mit diesen Vorurteilen aufzuräumen. Der Filmneuling verlagert sein Untoten-Werk einfach von der Erde auf den Mars, was für viele Zuschauer etwas ungewöhnlich anmuten dürfte, fragt man sich direkt, wie denn so ein strohdummer Zombie auf den Mars kommt.
 
Die Antwort ist plausibler als erwartet, denn die Helden des vorliegenden THE LAST DAYS ON MARS finden kurzum heraus, dass der Mars nicht nur trockenes Wüstenland beherbergt, sondern neben Sandstürmen und eisigen Nächten auch Leben versteckt. Das verbirgt sich im Planeteninneren in Form bösartiger Killerbakterien, die sich der Körper der Marsforscher bemächtigen und die nichts ahnenden Wissenschaftlern in höchst aggressive Zeitgenossen verwandelt. Die haben natürlich nichts anderes im Sinn, als den Übrigen auf den Leib und dem Zuschauer auf die Nerven zu gehen, denn wirklich klug oder wenigstens bedacht handelt in diesem Film keiner. Schnell sind die ersten Protagonisten infiziert und rasen wie von Sinnen durch die Forschungsstation. Das höchst resistente Bakterium wird durch offene Wunden übertragen und frisst sich von einem Wirtskörper zum nächsten. Vor lauter Aufregung scheinen nicht nur die noch Lebenden die Orientierung in THE LAST DAYS ON MARS verloren zu haben. Auch Kameramann ROBBIE RYAN und die Autoren SYDNEY J. BOUNDS und CLIVE DAWSON haben so ihre Problemchen mit der Thematik dieses Horrortrips. Erster war beim Drehen des Streifens etwas zu eifrig bei der Sache, so dass sein Arbeitsutensil in den hektischen Momenten etwas außer Kontrolle gerät. Die Kamera wackelt derart stark, dass man sich als Zuschauer kaum noch im Geschehen zurechtfinden kann und nach der Sichtung zur Aspirin greifen muss, weil einem bei derartiger Zappelmotorik schwindelig geworden ist. Aber auch die Drehbuchautoren scheinen die Geschichte in der Hektik des Gefechts etwas aus den Augen verloren zu haben. Während sich THE LAST DAYS ON MARS anfänglich noch als unheimlicher Sci-Fi-Spuk präsentiert, geht es ab Filmmitte mal wieder nach bekanntem Schema zugange. Die Wissenschaftler infizieren sich nacheinander mit der mysteriösen Lebensform und sind ohnehin auch nicht wirklich daran interessiert, überleben zu wollen. Sie stolpern unglaublich unvorsichtig durch die Szenarie und handeln mal wieder so, wie kaum ein normal denkender Mensch agieren würde, schließlich soll ja jeder Anwesende am Ende als hirnloser Zombie auf dem Nachbarplaneten wandeln. Statt die verwandelten Kollegen auszuradieren, anzuzünden oder möglichst handlungsunfähig zu machen, wird gerannt und geschrieen – und das nicht wenig. So ist fast die Hälfte der mageren Handlung eine wilde Verfolgungshatz zwischen Zombies und Wissenschaftlern, die von einer Forschungsstation zu nächsten flitzen, zum Mondfahrzeug laufen, um anschließend wieder zur ersten Einrichtung zu hetzen.
 
Der britische THE LAST DAYS ON MARS ist mal wieder so ein bescheidener Versuch, Science Fiction- und Horrorfilmfans gleichermaßen ansprechen und zufriedenstellen zu wollen. Die Mischung aus Zombie- und Weltraumfilm besitzt zwar eine erfrischende und durchaus grausige Kulisse, dürfte aber bei beiden Parteien kaum Zuspruch finden. Für einen Zombiefilm ist THE LAST DAYS ON MARS zudem zu unblutig geraten. Sci-Fi-Zuschauer werden mit trister Mondlandschaft und futuristischem Laborsetting abgespeist – die außerirdischen Lebensformen lassen vergebens auf sich warten. Der Film erhielt in Amiland für einen limitierten Kino-Release das jugendkonforme Freigabe PG-13 aufgedrückt und reduziert sich auf das rasende Gegeifer der infizierten Forscher. Gefressen, geschlachtet oder gar zerstückelt wird in diesem Mars-Grusler nicht. Eine gebrochene Nase, kaum nennenswerte Verletzungen und die körperliche Veränderung der erkrankten Forscher sind die einzigen Höhepunkte in diesem etwas einseitigen Genrebeitrag. Der Versuch, dem ausgelutschten Zombiegenre mit THE LAST DAYS ON MARS neue Impulse zu verleihen, ist mit ROBINSONS Regiedebüt leider gescheitert. Bis auf den außergewöhnlichen Schauplatz gibt es in diesem Horrorstück nichts, was man nicht schon in ganz vielen Untoten-Filmen besser gesehen hätte. So bleibt ein unwichtiger Sci-Fi-Horrormix, der sein ganzes Potenzial zugunsten des konventionellen Zombiekinos verschenkt hat. Schade um die sieben Millionen britischer Pfund, die man für 08/15-Ware wie THE LAST DAYS OF MARS verschwendet hat.
 
 
 


 
 
 

THE LAST DAYS ON MARS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Yes, es wird Zeit – endlich erobern sabbernde Zombies auch den Mars. Die unheimliche und sandbedeckte Kulisse unseres rot leuchtenden Nachbarplaneten ist wie für einen gruseligen Horrorstreifen geschaffen. Leider verrennt -wie passend – sich THE LAST DAYS OF MARS mal wieder in den gängigen Konventionen des modernen Zombiefilms. Außer dem Du-bist-der-Nächste-Konzept werden kaum Neuerungen innerhalb des ausgelutschten Untoten-Genres geboten. So ist THE LAST DAYS OF MARS ein solider Lückenfüller für Zwischendurch, der aber auch ganz schnell wieder vergessen sein dürfte.
 
 
 


 
 
 

THE LAST DAYS ON MARS – Zensur

 
 
 
THE LAST DAYS ON MARS erhielt in Amerika mit der lukrativen PG13-Freigabe eine überraschend niedrige Alterseinstufung. Kein Wunder, gibt es in THE LAST DAYS ON MARS kaum etwas zu sehen, was für den Splatterfan von Interesse wäre. Es gibt eine gebrochene Nase und einige Stich- und Hiebwunden zu sehen. Die für das Zombie-Genre berüchtigten Fressszenen haben in diesem Film Sendepause. Daher wurde der Streifen hierzulande auch mit FSK16 in den Handel gebracht – ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

THE LAST DAYS ON MARS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
last-days-on-mars-blu-ray

(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Last Days on Mars; Großbritannien / Irland (2013)

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interviews, B-Roll, Visual Effects

Release-Termin: 15.08.2014

 
 
 

The Last Days on Mars [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE LAST DAYS ON MARS – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Apollo 18 (2011)

The Ark (2013)

Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979)

Species (1995)

Prometheus (2012)

Filmreview: „The Ark“ (2013)

stranded_2013
 
 
 

THE ARK – STRANDED

Story

 
 
 
Nach einem verheerenden Metroiden-Sturm befindet sich ein eifriges Mond-Forschungs-Team in größter Not. Nicht nur, dass durch das unerwartete Unglück ein Kontakt mit der „Außenwelt“ unmöglich scheint, auch die Stromversorgung wurde unglücklicherweise durch den Metroiden-Schauer gänzlich zerstört, sodass die Wissenschaftler feststellen müssen, dass eine Rückkehr zur Erde aus eigener Kraft unmöglich realisierbar ist und sie nun hilflos auf dem Mond verweilen müssen. In der Hoffnung, dass aufgrund des abrupten Kontaktabbruchs dennoch schnellstmöglich Hilfe eintreffen wird, vertreiben sich die Forscher derweil die Zeit mit der Untersuchung des noch warmen Metroiden-Gesteins, in dessen Kern sie seltsame Sporen vorfinden, mit welchen sich alsbald eine unachtsame Wissenschaftlerin infiziert. Innerhalb von nur weniger Stunden beginnt etwas zutiefst Böses in ihrem Leib heranzuwachsen, was sich wenig später für die gesamte Crew zu etwas durchaus Bedrohlichen entwickelt …
 
 
 


 
 
 

THE ARK – Kritik

 
 
 
Wenn ein Horrorfilm trefflich als THE ARK, bzw. im Original STRANDED, betitelt wird und von einem Forscherteam auf dem Mond erzählt, welches nach einem zerstörenden Meteoridenschauer keinerlei Verbindung zur eigenen Basis herstellen kann, dann dürfte der Zuschauer vermutlich vorab ein klaustrophobisches Kammerspiel erwarten, in welchem die „gestrandeten“ Protagonisten irgendeinen alternativen Weg finden müssen, um sicher auf die Erde zurückzukehren zu können. Wenn sich jedoch unter den Script- und Drehbuchautoren einige zu ambitionierte RIDLEY SCOTT-Fans befinden, denen das kürzlich erschienene ALIEN-Prequel PROMETHEUS derart gut gefallen zu haben scheint, dass sie kurzum einige interessante Ideen des Blockbusters in ihren eigenen Film transferieren mussten, dann dürfte aus einem vermeintlich beklemmenden Survival-Thriller flink ein ganz schön, gemeiner Alien-Schocker werden.
 
THE ARK ist ein arg gemeiner Etiketten-Raub, wie man ihn aktuell auf dem Heimkinomarkt leider zu oft erleben muss, denn wirklich eigenständige Ideen sucht man hier vergebens. Als interessierter Filmfan will man partout nicht das Gefühl los werden wollen, als hätte man die zugrunde liegende Geschichte vom Forscherteam, dass sich mit einer außerirdischen Lebensform konfrontiert sieht, nicht bereits in unzählig thematisch ähnlichen Filmen gesehen. Und in der Tat, wirklich neu ist das alles leider Gottes nicht. THE ARK zitiert diverse Genre-Kandidaten, die bereits auf allen erdenklich effektiven Arten versucht haben, die trostlose, unbekannte und beängstigende Kulisse/Bewohner eines fremden Planeten zum Mittelpunkt der Geschehnisse zu formen. Da lassen sich Verweise aus PROMETHEUS finden, aber ebenso Zutaten aus klassischem Sci Fi Horror wie ALIEN, SPECIES, THE THING und sogar Found Footage-Kost a la APOLLO 18. Natürlich ist derart einfältiges Stibitzen nicht gerade die feine englische Art und oftmals zeugen derart einfältige „Duplikate“ erfolgreicher Kassenschlager nicht zwingend von Qualität und Ideenreichtum. Aber trotzdem lässt sich behaupten, dass dem Filmfreund mit dem kommenden THE ARK einen durchaus gelungener Gruseltrip ins die heimischen DVD und Blu-ray Player flattert, der mit einer verblüffenden Kurzweiligkeit zu überzeugen und durchweg spannend zu unterhalten weiß. Der Film kommt erstaunlich schnell zum Punkt und verliert sich zu keinem Zeitpunk in unwichtigen Nebensächlichkeiten. Die wenigen Protagonisten werden zügig vorgestellt, danach donnert auch schon eine unerwartete Metroiden-Pracht auf die Forschungseinrichtung und ehe sich der Filmfreund versieht, ist auch schon eine der Hauptfiguren mit einem mysteriösen Etwas infiziert, dass in rasender Geschwindigkeit zu einem Säugling in deren Bauch heranwächst, um wenig später Unheil unter den „Gestrandeten“ zu stiften.
 
Der Film THE ARK ist ein waschechtes, starbesetztes B-Movie, und vermutlich eines der wenigen Genre-Werke, dem das knapp bemessene Produktions-Budget erstaunlich förderlich zu sein scheint. Dadurch, dass sich die Geschehnisse in einer kleinen Forschungseinrichtung abspielen, kaum Geld für ausufernde Spezialeffekte zur Verfügung stand und sich die Charaktere des Film auf engstem Raum mit einem trostlosen und puristischen Setting arrangieren müssen, schafft es der Film eine ziemlich beengende und düstere Atmosphäre zu erzeugen, die THE ARK vollends zugutekommt. Hinzukommt, dass die wenigen Protagonisten von diversen hochkarätigen Schauspielern gemimt werden, die ihr Handwerk durchaus verstehen und den Film hochwertiger erscheinen lassen, als er letztendlich eigentlich ist – beachtlich!
 
Natürlich gibt es in einem Film, wie diesem auch ein obligatorisches, außerirdisches Wesen zu begutachten, das sich natürlich einige Zeit lässt, bis es sich in seiner vollen „Schönheit“ präsentiert. Dadurch wird das Spannungspentium natürlich erheblich gesteigert, sodass die 90 Minuten Filmlaufzeit geschwind verflogen sind und das Finale rasch erreicht ist. Unnötige Gefühlsdusseleien sind hier Mangelware. Stattdessen flüchten die Anwesenden durch das kleine Forschungslabor, stets auf der Flucht vor dem mysteriösen Wesen, dass nur ein Ziel kennt: ebenso, wie die Überlebenden auf die Erde zurückzukehren. Ob die erschreckend menschliche Kreatur das schaffen wird, wird natürlich an dieser Stelle nicht verraten, dennoch dürfte der Filmfreund trotz der arg konventionellen Inszenierung am Ende rasch feststellen, dass es sich bei THE ARK zwar um einen kleinen, unbedeutenden Sci Fi Thriller handelt, der aber aufgrund seiner straffen und effektiven Erzählweise, diversen ähnlich gestrickten B-Movies seiner Art weit voraus scheint und auf jeden Fall all denen zu empfehlen ist, die eine Vorliebe für günstig produzierten Sci Fi Trash besitzen.
 
 
 
 
Nach seinem gnadenlos gefloppten BATTLEFIELD EARTH – KAMPF UM DIE ERDE (2000) wandelt Regisseur ROGER CHRISTIAN mit seinem aktuellen Streifen THE ARK (im Original STRANDED) erneut auf sci-fi-lastigen Pfaden. Im Gegensatz zu seinem starbesetzten Mega-Flop aus dem Jahre 2000 handelt es sich bei seinem aktuellen Film um einen ziemlich düsteren und stimmigen Horror-Trip, der sich mit einem regelrechten Nischen-Genre beschäftigt, dass man in Zeiten von plumper Folterei, nerviger Wackelcam-Kost und zornigen Poltergeistern vermutlich unlängst vergessen zu haben scheint und nur noch sehr selten zu Gesicht bekommt. Durch den erwartungsgemäßen Erfolg des ALIEN-Prequels PROMETHEUS aus dem vergangenen Jahr, fühlen sich vermutlich einige Filmemacher durchaus inspiriert, das unlängst vergessene ALIEN-Genre zurück auf die heimischen Mattscheiben zu bringen. Im Falle von THE ARK ist das recht überzeugend gelungen. Mit einem kleinen Staraufgebot (u.a. CHRISTIAN SLATER in einer Hauptrolle) und ohne wirklich ausufernde Effekt-Sequenzen wird hier eine kleine stimmige Geschichte erzählt, die erstaunlich souverän abgehandelt wird und bemerkenswert zügig zum Punkt kommt. Hier zählen weniger Ekeleffekte, sondern eine erschreckend klaustrophobische Stimmung, welche durch das triste Mond- und Labor-Setting effektiv verstärkt wird. Wer Filme wie SPECIES, ALIEN und PROMETHEUS vergöttert, wird diesen Film lieben. Mission eindeutig gelungen!
 
 
 


 
 
 

THE ARK – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
CHRISTIAN SLATER scheint Gefallen an günstig produzierten Horrorfilmen gefunden zu haben. Jetzt sieht er sich mit einem bösartigen Killer-Alien konfrontiert. Düsterer Sci-Fi Thriller in der Tradition der ALIEN-Filme – kurzweilig, spannend und ziemlich böse.
 
 
 


 
 
 

THE ARK – Zensur

 
 
 
Da der Film eher auf Atmosphäre Wert legt und sich die wenigen Gewaltszenen überschaubar über den Film verteilen, hat THE ARK problemlos eine ungeschnittenen Jugendfreigabe erhalten. Der Film ist nicht wesentlich brutaler als die bekannten ALIEN-Filme mit SIGOURNEY WEAVER, so dass er ungeschnitten mit FSK16 in den Handel kommt.
 
 
 
 


 
 
 

THE ARK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the_ark_blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Stranded; USA 2013

Genre: Horror, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch+Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer zum Film in Deutsch und Englisch, Trailershow zu weiteren Filmen aus dem Hause SUNFILM/TIBERIUS FILM

 
 
 
Was die Technik betrifft, kann man mit Scheiben aus dem Hause SUNFILM/TIBERIUS FILM eigentlich nichts falsch machen. Auch wenn vielleicht nicht immer jeder Film des Labels auf Zuspruch stößt, versucht der Anbieter zumindest auf technischer Ebene zu punkten. Im Falle von THE ARK wird dem Filmfreund erneut ein ansprechendes Bild und satter Ton geboten. Zwar ist der Schwarzwert nicht gerade das Gelbe vom Ei und driftet oft ins gräuliche ab; er verschluckt aber dennoch kaum Details. Die Schärfe ist solide und lässt immer wieder kleine Details erkennen. Für ein kleines B-Movie wie THE ARK reicht das aber auch vollkommen aus. Auf tonaler Ebene zieht THE ARK alle Register. Die permanente Hintergrundbeschallung mit allerhand basslastigen Geräuschen lässt Grusel-Feeling aufkommen. Zudem wird der Subwoofer hin und wieder gefordert, so dass behauptet werden kann, dass der Ton dieser Scheibe als sehr gut zu bewerten ist. Leider schaut es bei den Extras weniger glanzvoll aus. Hier werden dem Filmfan gerade einmal Trailer geboten – mehr gibt es nicht. Sehr bedauerlich. Immerhin hat SUNFILM/TIBERIUS FILM an ein Wechselcover gedacht.

 
 

The Ark – Wir sind nicht allein [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE ARK – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Apollo 18 (2011)

Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979)

Species (1995)

Prometheus (2012)