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Beiträge mit Schlagwort “Weltuntergang

Filmkritik: „Alone“ (2017)

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ALONE

(SEULS)

Story

 
 
 

Fünf Teenager müssen sich in eine Welt ohne Menschen durchschlagen und sind dabei vielen Gefahren ausgesetzt.

 
 
 


 
 
 

ALONE – Kritik

 
 
 
Ein Endzeitszenario aus Frankreich, in dem Jugendliche in einer Welt ohne Erwachsene ums Überleben kämpfen müssen. Aufmerksamen Horrorfans dürfte da nicht unbegründet ein Licht aufgehen. Vor einigen Monaten haben wir nämlich schon einmal einen Film besprochen, der ähnliche Geschichte erzählt hat. DON’T GROW UP hat aber nichts mit dem folgenden Film am Hut. Die Storyähnlichkeiten in ALONE sind rein zufällig, ebnen jedoch die Grundlage für packende 90 Minuten, die sich vor teuren Kinohits aus Hollywood nicht verstecken müssen. Der hier vorgestellte ALONE wurde nämlich von STUDIOCANAL mitproduziert und macht (vielleicht auch gerade deshalb) visuell einiges her. Trotz aufwändiger Machart kam der Streifen im Entstehungsland nicht besonders gut an, denn niemand wollte ALONE im Kino sehen. Etwas unverständlich, hat der Thriller doch all das zu bieten, was man von dieser Art von Filmen erwartet. Wohl möglich hat’s an Zombies gemangelt. Die sind immer dann zu sehen, wenn sich Überlebende einer menschenleeren Welt durch vereinsamte Straßenzüge arbeiten müssen. Leider muss ALONE ohne die Untoten auskommen. Der Film suggeriert Angst auf anderem Weg und das macht ihn so besonders. Fans mit einer Leidenschaft für Endzeit- und Weltuntergangsszenarien kommen da auf Ihre Kosten, denn auch wenn der Streifen von den französischen Nachbarn kommt, kann der Film weit mehr, als manch millionenschwerer Schnarcher aus der Mache von Bay, Emmerich oder Konsorten.
 
 
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Irgendwo in Frankreich geht der sonst so taffen Araberin Leila plötzlich der Hintern auf Grundeis. Als die nämlich eines Morgens aus dem Bett kriecht, stimmt die Welt nicht mehr. Alle Erwachsenen und Kinder sind verschwunden. Die Stadt scheint menschenleer zu sein. Was ist hier geschehen? Weil Telefon und Internet nicht funktionieren, muss sie zu Fuß nach Antworten suchen. So trifft die Teenagerin auf andere Jugendliche, die sich über die gleiche Frage den Kopf zerbrechen. Was man schnell in Erfahrungen bringen kann, ist wenig erbaulich. Eine Rauchwolke hat die Stadt umschlossen und lässt niemanden hinaus. Die bahnt sich ihren Weg ins Zentrum und hat den Tod im Schlepptau. Doch der mysteriöse Rauch ist bald das kleinere Übel. Durch die Straßen der Stadt schleicht eine weitaus schlimmere Bedrohung in Menschengestalt. Die hat es auf die Alleingelassenen abgesehen und will den Tod der fünf Jugendlichen. Bei so viel Geheimniskrämerei stellt sich doch glatt die Frage, wer hinter all dem steckt und was hier wohl im Argen liegt. An alle Filmdetektive ein gut gemeinter Rat: Vergeudet keine Zeit mit der Suche nach Erklärungen. Die Auflösung errät man nie.
 
 
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Hinter dem nicht ungeschickten ALONE steckt ein französischer Comic mit dem Titel SEULS. Der umfasst mittlerweile 25 Bände und wurde hierzulande unter dem Titel ALLEIN in die Buchläden gebracht. Weil Comicverfilmungen offenbar immer noch schwer angesagt sind, hat man sich nun auch an die ersten fünf Bände besagter Bildergeschichten gewagt und daraus einen spannenden Endzeitthriller inszeniert, der definitiv nichts für Kinder ist. Eine kuriose Angelegenheit, richtet sich doch die Comicvorlage selbst an eine junge Leserschaft, die hier packende Abenteuer gleichaltriger Grundschüler erlebt. Offenbar wollten die Macher der Filmadaption mit den Möglichkeiten der Vorlage spielen. Um zu vermeiden, dass kleine Kinogänger wegen der zugrundeliegende Thematik und einiger unschöner Bilder verstört werden könnten, wurde ALONE letztendlich so konzipiert, dass sich der Streifen dann doch an ein erwachsenes Publikum richtet. Eine lobenswerte Prämisse, kann erst so von einer beunruhigenden Bildsprache Gebrauch gemacht werden, die absolute und zermürbende Ausweglosigkeit vermittelt. So wurden aus den kleinen Kindern der Bücher junge Erwachsene, die sich nun im Film durch eine trostlose Welt kämpfen müssen in der Zusammenhalt zählt, um Überleben zu können. Freundschaft ist eben alles.
 
 
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ALONE geht auf das Konto von jemandem, der sich mit Jugendlichen und Horror auskennt. Der Franzose DAVID MOREAU schockierte 2006 schon einmal mit kontroversem Zündstoff. Der hieß THEM und handelte von einem Paar, das von maskierten Teenagern terrorisiert wurde. Ganz so heftig wird es diesmal nicht – aber mindestens genauso spannend. ALONE entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als französische Version ähnlicher Verfilmungen von Jugendbüchern wie DIVERGENT oder MAZE RUNNER und besitzt sogar Gemeinsamkeiten zu einigen Büchern des viel gelobten STEPHEN KING – darunter DER NEBEL und THE LANGOLIERS. Der Mysterythriller beginnt dabei wie nahezu jeder Endzeitstreifen und steigert die Spannung mit seltsamen Vorkommnissen, die natürlich ergründet werden wollen. So müssen die Helden nach der Ursache suchen, die dazu geführt hat, dass plötzlich alle Menschen verschwunden sind. Zudem muss herausgefunden werden, wer da den Teenagern auf der Lauer liegt und diese am liebsten in den Filmhimmel befördern möchte. Die Antworten darauf sind lobenswerterweise relativ unverbraucht und machen ALONE deshalb zum Geheimtipp. Leider ist der Streifen im Entstehungsland gefloppt. Dies dürfte zur Folge haben, dass (nötige) Fortsetzungen auf sich warten lassen werden. Bedauerlich, hat doch ALONE das Potenzial zu einem Mehrteiler im Stile von Buchverfilmungen wie TRIBUTE VON PANEM oder HARRY POTTER.
 
 


 
 
 

ALONE – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Eine der besten Endzeitstreifen aus Europa. Ja, auch Europa kann Filme drehen, die das Ende der Menschheit thematisieren. ALONE sieht verdammt gut aus und hat auch noch sympathische Filmfiguren in petto. Die erhalten sogar so etwas wie Tiefe und wachsen daher schnell ans Herz. Leider kam die Comicverfilmung im Entstehungsland nicht sonderlich gut an. Der Film floppte unverständlicherweise, weshalb wohl die Verfilmungen der übrigen Bücher auf Eis gelegt wurden. Angesichts des offenen Endes eine bittere Erkenntnis. Die Comic-Realverfilmung ALONE packt nämlich den Zuschauer schnell. Der will natürlich am Ende wissen wie es weitergeht. Leider muss man sich da wohl vorerst mit den bisher erschienenen Comicbüchern zufriedengeben. Die spinnen die Geschehnisse weiter – wenngleich aber kindgerecht. Anders als die Verfilmung richten sich nämlich die Comics an eine eher junge Fangemeinde. Dementsprechend züchtiger geht es dort auch zu. Da kann man nur hoffen, dass Hollywood nicht Wind davon bekommt. ALONE (der im französischen Original übrigens SEULS heißt) hat Remake-Potenzial. Es würde daher nicht wundern, wenn bald eine amerikanische Version von ALONE um den Globus geht. Mit der Verfilmung von Buchreihen hat die Traumfabrik nämlich Erfahrung, weil sich damit auf Dauer gut Geld verdienen lässt.
 
 
 


 
 
 

ALONE – Zensur

 
 
 
Die Gewalt im Film ist überschaubar. Ein Körper wird mit einem Pfeil durchbohrt und am Ende bekommt der Filmbösewicht auch noch sein Fett weg. Hierzulande dürfte ALONE demzufolge ohne Probleme eine FSK12 erhalten. Dennoch ist der Film – vor allem wegen der apokalyptischen Stimmung – definitiv nichts für Kinder.

 
 
 


 
 
 

ALONE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei StudioCanal)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth (2014)
 
Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste (2015)
 
Bad Kids of Crestview Academy (2017)
 
Die Bestimmung – Divergent (2014)
 
Stephen Kings Langoliers – Verschollen im Zeitloch (1995)
 

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Filmkritik: „Puls“ (2016)

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PULS

(CELL)

Story

 
 
 

„… Kein Schwein ruft mich an, keine Sau interessiert sich für mich …“ tönte es vor ein paar Jährchen aus den Volksempfängern. Leider gilt das nicht für alle Protagonisten in PULS. All jene, die nicht vom Handy lassen können, verwandeln sich hier durch ein seltsames Funksignal in aggressive Furien und machen den übrigen Menschen das Leben zur Hölle. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt.

 
 
 


 
 
 

PULS – Kritik

 
 
 
STEPHEN KING und seine Bestseller sind immer so eine Sache. Nicht jeder Horrorfan wird mit seinen Kurzgeschichten und Romanen warm, weil der Autor dafür bekannt ist, sich oft (zu viel) Zeit für den Aufbau von Grauen zu nehmen. Angesichts der Tatsache, dass heute die Konkurrenz für ein Publikum mit der Aufmerksamkeitsspanne einer Springbohne zu massiv ist, gewinnt man mit derart altmodischen Erzählform offensichtlich keinen Blumentopf mehr. Gleiches gilt übrigens auch für die Verfilmungen seiner Bücher. Auch die spalten Zuschauer und Leser gern mal in zwei Lager und können nicht immer den hohen Erwartungen gerecht werden. Einer der Gründe: viele King-Filme leiden unter einem schwerfälligen und meist zähen Handlungsaufbau, der lang benötigt, bis er eine Temposteigerung zulässt. Das ist nicht jedermanns Sache, denn in Zeiten in denen hektische Schnitte und rasante Verfolgungsjagden für Schwindelgefühle sorgen, kann so traditionelles Heraufbeschwören von Unbehagen zur ermüdenden Angelegenheit werden. Auch wenn King in erster Linie bekannt für subtile Schauer und detailliertes Erforschen von Albträumen ist, lässt sich mit dessen Werken auch Jahre nach dem Adaptions-Wahn während der 80er und 90er viel Geld verdienen. So musste nach Werken wie ZIMMER 1408 und DER NEBEL nun auch der Handy-Horror PULS dran glauben, dessen Leinwandumsetzung nach langer Entstehungszeit Anfang 2016 unter dem Titel CELL in Amerika veröffentlicht wurde.
 
 
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Wenn Technologie zum Horror wird. In PULS (so der deutsche Filmtitel) stürzen Handys und Funksignale die Menschheit ins Verderben. Sie machen aus Menschen willenlose Zombie-Marionetten. Was sich skurril anhört, macht aber Sinn. So verriet der Bestsellerautor im Interview, dass er Mobilfunkgeräte für die Geißel des 20. bzw. 21. Jahrhunderts hält und deshalb kein Handy sein Eigen nennt. Ganz so Unrecht hat er da nicht, denn offensichtlich geht ohne Smartphone und Tablet in heutiger Zeit leider gar nichts mehr. Da denkt nicht nur der Mann aus Maine, dass es eigentlich gar keine mysteriösen Signale mehr braucht. Zombifiziert sind die Jünger von Steve Jobs und ähnlichen finsteren Gottheiten sowieso schon. Das sah King als Anlass, um sich genauer mit modernen Technologien auseinander zu setzen und deren unaufhaltsamen Fortschritt zu kritisieren, der die Menschen immer abhängiger macht. Was bereits im Buch PULS aktuelles Thema war, kommt nun auch auf die Leinwand. Zwar wurden einige Handlungsstränge verändert; die Grundaussage bleibt aber die Gleiche. King-Kenner dürften sich da wohl an RHEA-M zurückerinnert fühlen.
 
 
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Im Film erlebt Comiczeichner Clay Riddell (JOHN CUSACK – nach ZIMMER 1408 wieder am Start) am Flughafen Sonderbares. Als während eines Telefonats mit dem Sohn der Akku versagt, verwandeln sich plötzlich die Menschen in seiner Umgebung in tobende Furien. Sie beginnen einander zu zerfleischen und hinterlassen eine Schneise der Verwüstung. In letzter Sekunde kann sich der Familienvater retten und verschanzt sich zusammen mit anderen Flüchtenden (u.a. SAMUEL L. JACKSON) in seinem Apartment. Schnell wird klar, dass hier Höheres im Spiel ist. Und in der Tat, das Funksignal der Handys scheint die Hirne ihrer Besitzer zu vernebeln. Die werden in fremdgesteuerte Zombies umfunktioniert, welche sich willenlos einem nichtgreifbare Macht unterwerfen und sich zu Schwärmen zusammenrotten. Gott, schon wieder wollen wir schreiben, dass sich das liest, wie eine ganz normale Szene aus dem deutschen Alltag. Nach anfänglichen Schrecken kommt die Familie in den Sinn. Riddell will retten was zu retten ist und macht sich auf, um Frau und Kind zu suchen. Leider ist der Weg bis dahin steinig, denn die zornigen Kreaturen sind überall. Ihre Geister schließen sich auf einer telepathischen Ebene zu einer neuen Existenz zusammen, die nur eines im Sinn hat: die wenigen Normalmenschen ebenfalls zu unterjochen. Wird Riddell die Familie finden und die Welt vorm sicheren Untergang bewahren können?
 
 
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Dass diese Verfilmung aus der Feder des legendären STEPHEN KING überhaupt noch das Licht der Welt erblickt hat, grenzt fast schon an ein Wunder. Die Leinwandadaption des Roman PULS sollte eigentlich bereits 2006 in den Dreh gehen. Kein geringerer als der für moderne Schnapsideen von Exploitation-Filmen berüchtigte ELI ROTH hatte sich die Filmrechte gesichert und wollte den kritischen Schauerstoff ins Kino bringen. Weil der aber seinerzeit an der misslungenen HOSTEL-Fortsetzung tüftelte und nach den Dreharbeiten feststellen musste, dass er mit Kings Werken doch nicht so kann, musste die Idee zum Film auf Eis gelegt werden. Erst 2009 kamen neue Pläne auf den Tisch. So sollte der Romanstoff als vierstündige TV-Serie ins Fernsehen gebracht werden. Leider wurde auch dieses Vorhaben schnell wieder revidiert, obwohl bereits ein fertig geschriebenes Drehbuch von King selbst vorlag. Immerhin konnte man sich fünf Jahre später einigen. Nach ersten Konzeptplakaten im Internet wurden Januar 2014 endlich Dreharbeiten aufgenommen und das Projekt nahm Gestalt an. Das schien auch King gefreut zu haben, der im Internet die Werbetrommel für den Kinostart rührte und Fans versicherte, dass das veränderte, düstere Ende neue Maßstäbe setzen würde. So Unrecht hat er da nicht. Das von ADAM ALLECA überarbeitete Drehbuch weicht nämlich großzügig von jenem Skript ab, das der Bestsellerautor extra für den Film beigesteuert hat. Statt Erlösung und Happy End gibt’s kurz vor dem Abspann den sprichwörtlichen Schlag ins Gesicht. Ein geschickter Schachzug, denn ohne Zweifel bleibt PULS mit seinem unerfreulichen Ausgang länger im Gedächtnis hängen, als es das postapokalyptische Weltuntergangsszenario anfangs vermuten lassen würde.
 
 


 
 
 

PULS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Keine schlechte King-Verfilmung, aber auch nicht die Beste. Wie schon bei vielen anderen Leinwandadaptionen der Bücher von STEPHEN KING, hat auch PULS (Originalfilmtitel: CELL) hin und wieder Probleme mit dem Tempo. Ab und an dümpeln die Geschehnisse nämlich auf der Stelle. Zudem wird Nebencharakteren mancherorts zu viel Zeit für Entwicklung eingeräumt. Das lässt Längen entstehen. Dennoch zieht PULS seinen Reiz daraus, dass die Zombie-Problematik aus einer anderen Perspektive betrachtet wird. Bei den Kreaturen in diesem Überlebensthriller handelt es sich nämlich nicht um traditionelle Untote, wie man sie in den Werken des legendären GEORGE A. ROMERO (alter Alki-Freund Kings, von dem er sich immer wieder hat inspirieren lassen – Prost!) zu sehen bekommt. Vielmehr geht es hier um Menschen, die von einer fremden Macht manipuliert und gesteuert werden – Kritik am Fortschrittsgedanken inklusive. Wer die Bücher des erfolgreichen Romanautors mag, sollte unbedingt einen Blick riskieren, auch wenn die Verfilmung hin und wieder von der King’schen Romanvorlage abweicht. So bildet der krönende Abschluss ein Finale, das mit unerfreulichem Ausgang so manchen Zuschauer verstören wird. Spätestens hier haben Drehbuchautor und Regisseur alles richtig gemacht.
 
 
 


 
 
 

PULS – Zensur

 
 
 
PULS (der in Amerika als CELL vermarktet wird) ist keine Gewaltgranate. Zu Beginn geht drunter und drüber. Auf einem Flughafen verwandeln sich Menschen zu Furien und fallen über sich selbst her. Da gibt es kurz einige Gewaltspitzen und Knochenbrüche zu sehen. Danach ist damit größtenteils Schluss. Hierzulande hat es für PULS problemlos den blauen FSK-Flatschen gegeben. FSK16.
 
 
 


 
 
 

PULS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Concorde Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Cell; USA 2016

Genre: Horror, Mystery, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 | @23,976 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Behind the Scenes, Deutscher Kinotrailer, Original-Kinotrailer

Release-Termin: 17.01.2017

 

Puls [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

PULS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken & Poster liegen bei CONCORDE HOME ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Don’t Grow Up (2015)
 
Plague (2014)
 
Dead Within (2014)
 
The Crazies – Fürchte deinen Nächsten (2010)
 
World War Z (2013)
 
28 Weeks Later (2007)
 
28 Days Later (2002)
 


Filmkritik: „Re-Kill“ (2015)

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RE-KILL

Story

 
 
 
RE-KILL schaut einem SWAT-TEAM bei der täglichen Arbeit über die Schultern. Die Aufgabe der Spezialeinheit ist es, möglichst viele Zombies zu vernichten, damit sich amerikanische Einwohner sicher fühlen können. Dabei werden die Kämpfer von den Kameramännern des TV-Formats „R-Division, Frontline“ begleitet, die die Zuschauer der Sendung über teils beunruhigende Einsätze in den zombieverseuchten Randgebieten bewohnter Städte informieren wollen.
 
 
 


 
 
 

RE-KILL – Kritik

 
 
 
Fast zehn Jahren ist es nun bereits her, seit die Spanier JAUME BALAGUERÓ und PACO PLAZA mit dem sehenswerten Horrortrip [REC] ein Glanzstück in puncto Grauen ins Kino brachten, in dem Zombie- und Found-Footage-Genre auf bis dato noch nie dagewesene Weise vermischt wurde. Mittlerweile sind mehrer Ableger und genug ähnliche gestrickte Streifen erschienen, von denen aber nur die wenigsten überzeugen konnten. Die Festivalbetreiber von AFTER DARK wissen, was Horrorfans wollen und produzieren nach dem erfolgreichen AFTER DARK HORRORFEST unter dem Banner AFTER DARK ORIGINALS seit einigen Jahren selbst Schocker am Fließband (u.a. DARK CIRCLES, RITUAL und CHILDREN OF SORROW). RE-KILL schimpft sich ein weiterer Streifen aus dem reichhaltigen Fundus kurzweiliger Gruselware der AFTER DARK-Horrorexperten. Der sollte bereits 2010 veröffentlicht werden, kam aber erst fünf Jahre später in die Gunst einer Kinoauswertung. Die lange Entstehungszeit tut der Tatsache aber keinen Abbruch, dass RE-KILL gar nicht so übel ist, wie die meisten Zombiefilme neueren Datums. Für diesen Actioner wurde kurzerhand das [REC]-Prinzip noch einmal aufgriffen, um daraus eine fiktive Reality-TV-Show zu machen – blutige Kills und Patronengewitter inklusive.
 
 
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Fünf Jahre ist es nun bereits her, seit eine Katastrophe knapp 85% der Menschheit in geifernde Kreaturen namens Re-Ans verwandelt hat, die unentwegt durch Dörfer und Städte hetzen, um sich am Fleisch Nichtinfizierter zu laben. Die meisten Großstädte sind immer noch unbewohnbar. Dennoch existieren Überlebende, die sich in kleinen Städten zusammengerafft haben, um weiterhin einem geregelten Leben nachgehen zu können. Um deren Sicherheit zu gewährleisten wurde die sogenannte R-Division gegründet. Dabei handelt es sich um ein speziell geschultes SWAT-Team (darunter Kampfkünstler SCOTT ADKINS), das Zombies in menschenleere Zonen drängen soll, um sie dort von ihren Qualen erlösen zu können. Leider ist der Einsatz für die Mitglieder der Spezialeinheit nicht frei von Gefahren. Etwas, das viele der mutigen Kämpfer unterschätzen und deshalb mit ihrem Leben bezahlen müssen.
 
 
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Der komplett in Bulgarien gedrehte Film gleicht reißerisch inszenierten Reality-Dokus aus Amerika (wie COPS) in denen Polizisten bei der Verbrecherjagd von einem Kamerateam begleitet werden. In RE-KILL werden jedoch keinen Bösewichte hinter schwedische Gardinen gebracht; hier nimmt man den Kampf gegen eine ernstzunehmende Plage auf: Zombies. Die werden mit schwerem Geschütz in den Filmhimmel befördert und knabbern hin und wieder an den Mitgliedern eines SWAT-Teams, die bei gefährlichen Einsätzen etwas zu unachtsam durch das Schlachtfeld stolpern. Das dürfte vermutlich ganz im Sinne des Zuschauers sein. Der wird nicht nur Zeuge schießwütiger Kampfeinsätze, sondern darf sich auch an so manch explodierendem Zombieschädel und genug blutigen Einschusswunden erfreuen.
 
 
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Hektik und grausames Auslöschen soll in RE-KILL Unterhaltungswert beschweren. In diesem Streifen läuft alles in rasender Geschwindigkeit ab. Die Kamera kommt dabei nie zur Ruhe, weil sie nahezu überall sein möchte, damit der Zuschauer das Gefühl bekommt, Teil einer unaufhaltsamen Hetzjagd auf infizierte Bürger zu sein. Das bewirkt zwar anfangs ein hohes Maß an Realität und Tempo, verursacht aber so ziemlich schnell Schwindelgefühl, weil das Geschehen ausschließlich mit Hilfe von verwackelten Bildern vorangetrieben wird. Für kurze Verschnaufpausen sorgen fiktive und zynische Werbefilmchen, wie man sie auch schon in der SciFi-Actionern ROBOCOP oder STARSHIP TROOPERS zu sehen bekommen hat. Die sollen der Bevölkerung im Ausnahmezustand die schönen Dinge des Lebens vor Augen führen. Ein gefundenes Fressen für habgierige Unternehmer, die selbst noch während der Katastrophe möglichst viel Geld mit dem Ängste der Menschen verdienen wollen.
 
 
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Hinter dem etwas anderen Zombiefilm steckt der Bulgare VALERI MILEY. Dessen Arbeiten lesen sich bisher noch sehr übersichtlich. So konnte er immerhin Regie in einem Sequel der bekannten (und nicht gerade sehenswerten) Hinterwäldler-Reihe führen: WRONG TURN 6. Von den inhaltlichen Schwächen des fünften Ablegers jener Kannibalen-Hatz ist RE-KILL weit entfernt. Der Film richtet sich an all jene, denen es im Kino nicht rasant genug zugehen kann. Hier werden nicht nur minütlich hunderte von Patronen zur Vernichtung von Zombies abgefeuert; RE-KILL scheut sogar nicht mit satirischen Seitenhieben gegen das entfesselte kapitalistische System sowie unterschwelliger Kritik an die immer sensationshungrigeren Medien. In diesem Falle hat sich die lange Wartezeit gelohnt, denn der hektische Action-Mix ist wirklich nicht übel!
 
 


 
 
 

RE-KILL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Schnell, schneller, RE-KILL. Rasantes Action-Zombie-Werk, das so hektisch und temporeich inszeniert wurde, dass man nach dem Abspann erstmal nach Luft ringen muss. Der Bulgare VALERI MILEY hat hier eine Art Reality-Show des spanischen [REC] zusammengeschnippelt, die durchaus Unterhaltungswert besitzt. So mixt er Found-Footage-Elemente mit im wahrsten Sinne des Wortes schwindelerregenden Zombie-Vernichtungseinsätzen, während denen man sich fragt, wie viel Munition so ein Maschinengewehr eigentlich abfeuern kann. Damit das pausenlose Auslöschen von infizierten Menschenfressern nicht zu eintönig wird, bringt RE-KILL unterschwellige Gesellschaftskritik an den Zuschauer. Die wird bissig und satirisch verpackt – ROBOCOP und STARSHIP TROOPERS lassen grüßen.
 
 


 
 
 

RE-KILL – Zensur

 
 
 
Wie es sich für Zombie-Action gehört, werden vor allem die Untoten hingerichtet und Kämpfer angefressen. Die meisten Gewaltmomente reduzieren sich auf Kopfschüsse und Einschusswunden. Weil RE-KILL derart hektisch zusammengeschnitten wurde, bekommt man viele der Spezialeffekte nur kurz zu sehen. Hierzulande reicht das für eine ungeschnittene Freigabe mit rotem FSK-Sticker: Keine Jugendfreigabe.
 
 


 
 
 

RE-KILL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
[REC] (2007)
 
RoboCop (1987)
 
Starship Troopers (1997)
 


Filmkritik: „The Hive“ (2015)

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THE HIVE

Story

 
 
 
Von einem Jungen, der versucht sein Gedächtnis zurückzugewinnen. In einem Sommercamp ist der Supergau ausgebrochen. Campaufseher Adam hat Probleme zu rekonstruieren, was vorgefallen ist, denn er kann sich an nichts erinnern. Auf der Suche nach der eigenen Identität kommt er einem geheimnisvollen Virus auf die Schliche, der sich den Hirnen seiner Wirte bemächtigt hat.
 
 
 


 
 
 

THE HIVE – Kritik

 
 
 
EVIL DEAD trifft auf CABIN FEVER und MOMENTO. So zumindest lässt sich am besten beschreiben, was der Zuschauer vom neusten der mittlerweile unzähligen Viren-Schocker zu erwarten hat. Der ist mal wieder auf dem Mist eines ambitionierten Newcomers gewachsen ist, der den Sprung ins Horrorfach wittert. DAVID YAROVESKY nennt sich der Filmemacher, der dem Horrorgenre mit THE HIVE zwar Abwechslung bescheren möchte, aber nicht die Finger von postapokalyptischen Weltuntergangsszenarien lassen kann. Die sind vor allem im Zombiefilmen Programm, weil es aggressiven Killerviren immer wieder gelingt, die furchtlose Menschheit in die Knie zu zwingen. Ganz ähnlich macht’s auch THE HIVE. Hier wird ein Virus auf Menschen losgelassen, der sich in rasender Geschwindigkeit über den Erdball verbreitet und die Hirne seiner ahnungslosen Wirte manipuliert und miteinander verbindet. Das klingt vermutlich absolut schräg, verhilft dem Film über den Durchschnitt. Demzufolge geht Lob an den noch unbekannten Regisseur, der trotz kleinem Budget und bekannter Virusthematik doch mehr zu erzählen hat, als manch andere Viren- und Zombieheuler der letzten Jahre.
 
 
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Wenn ein künstlich kreierter Virus EVIL DEAD-Fans aufhorchen lässt: Macher DAVID YAROVESKY kopiert viel Grauen, was auch schon im Remake zum Splatter-Klassiker aus der Mache von SAM RAIMI funktioniert hat. So wird der Zuschauer in eine keimige Hütte entführt, in der sich infizierte Protagonisten eklig geschminkt vor den Angriffen ihrer Freunde in Acht nehmen müssen. Die verwandeln sich nach und nach in aggressive und dämonisch geifernde Furien, denen schwarzer Speichel aus den Mündern tropft. Keine Angst – zum ultrabrutalen Showdown kommt es hier jedoch nicht. Yarovesky will nicht splattern und unnötig Gewalt zelebrieren. Stattdessen entwickelt er eine Vorliebe für morbide Stimmung und intelligente Detektivarbeit, schließlich liegt der eigentlich Reiz von THE HIVE in der Art, wie der Film mit geschicktem Erzählstil den Virusausbruch in einem Sommercamp rekonstruieren möchte. So wird Spannung durch ungewohnte Erzählmechanismen aufgebaut, denn THE HIVE ist kein chronologisch erzählter Horrorfilm. Der Film wechselt permanent zwischen Zeitebenen und macht das ziemlich gut. So sieht sich Held Adam (GABRIEL BASSO) zu Beginn mit vielen Problemen konfrontiert, die anfänglich keinen Sinn ergeben wollen. Dessen Erinnerungen sind verschwommen und Leichen liegen zu seinen Füßen. Seine Aufgabe ist es zu analysieren, was geschehen ist. Mittels Visionen, Flashback und Rückblenden werden Fragen geklärt, so dass Stück für Stück entschlüsselt wird, welch Drama sich in der Hütte abgespielt hat.
 
 
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DAVID YAROVESKY legt ein bemerkenswertes Gespür für Körper-Horror an den Tag. Neben der unkonventionellen Art des Erzählens überzeugt der Neuling mit beachtlichen Make-up-Effekten, die in ihrer soliden Umsetzung reichlich verstörend wirken. So bekommt der Zuschauer diverse Stadien einer ominösen Krankheit zu sehen, die Menschen in willenlose Sklaven des Bösen umfunktionieren. Leider bleibt es bei schrecklich geschminkten Gesichtern und Körperteilen, denn blutiges Gemetzel bleibt aus. Das hat der Film auch gar nicht nötig, denn dank neuer Impulse, gelingt es Yarovesky dem mittlerweile totgefilmten Zombie- und Virusgenre so etwas wie frischen Wind einzuverleiben. Seine eigensinnige Interpretation dieser Art von Filmen lässt viele der semiprofessionellen B-Movies der letzten Jahre vergessen, schließlich schafft THE HIVE das Kunststück, dass er nahezu bis zum Ende undurchsichtig und deshalb richtig spannend bleibt. Da verzeiht man dem Streifen gern, dass er auf der Zielgerade dann doch etwas den Durchblick verliert und unter wirrer Inszenierung zu leiden hat. Aufmerksame Horrorliebhaber dürfte das jedoch kaum stören, schließlich dürften die darüber erfreut sein, endlich mal wieder im Genre geistig gefordert zu werden. Der etwas andere Erzählstil macht’s möglich.
 
 
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THE HIVE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
EVIL DEAD trifft auf CABIN FEVER und MOMENTO. Einmal mehr werden in einem Horrorfilm die Gefahren wissenschaftlicher Forschung und der gesellschaftlicher Zusammenbruch durch eine Virusplage in den Mittelpunkt gerückt. Viele alteingesessene Horrorfans dürften da schon zu gähnen beginnen. THE HIVE macht jedoch einiges anders, denn der Film geht andere Wege, als die meisten postapokalyptischen Zombie-Machwerke der letzten Jahre. Wie THE HIVE den Ausbruch einer seltsamen Krankheit an den Zuschauer bringen will, überzeugt. Hierfür nutzt Macher einen unkonventionellen Erzählstil, der in seiner Art ein wenig an den Mystery-Thriller MOMEMTO erinnert. Dort sorgte eine verdrehte und dennoch erfischende Erzählweise für reichlich Verwirrung und machte den Ausnahmethriller gerade deshalb zum Geheimtipp für Cineasten. THE HIVE ist ähnlich gestrickt, dürfte jedoch aufgrund Ekel-Make-ups dann doch mehr unter Horrorfilmjüngern Zuspruch ernten. Trotz wenig Geld: Kein übler Indie-Schocker
 
 


 
 
 

THE HIVE – Zensur

 
 
 
Wer glaubt, dass aufgrund des finsteren Trailers EVIL DEAD-artige Gewaltexzesse zelebriert werden, dürfte schnell enttäuscht werden. Auch wenn die Protagonisten von einer mysteriösen Krankheit infiziert werden – im Film selbst fließt kaum Blut. Der Film lebt von seiner undurchsichtigen Handlung und der zermürbenden Atmosphäre, die dank ekliger Make-up-Effekte zusätzlich verstärkt wird. Hierzulande dürfte THE HIVE problemlos eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 


 
 
 

THE HIVE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Evil Dead (2013)
 
Contracted: Phase II (2015)
 
Dead Within (2014)
 


Filmkritik: „Wyrmwood: Road of the Dead“ (2014)

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WYRMWOOD:

ROAD OF THE DEAD

Story

 
 
 
Abermals verwandelt eine unbekannte Bedrohung nichtsahnende Menschen in Zombies. Eine Gruppe Überlebender sammelt sich und versucht der Lage Herr zu werden.

 
 
 


 
 
 

WYRMWOOD – Kritik

 
 
Seit jeher gelten vor allem die Japaner in Sachen Horror als schonungslos und ausgefallen. Dort krabbeln nicht nur nasse Geistermädchen aus TV-Geräten und Waschmaschinen (RINGU); auch absurde Splatter- und Goregranaten (GUTS OF A BEAUTY) färben immer mal wieder Leinwände rot und buhlen um die Gunst des internationalen Kinopublikums. Dass aber nicht nur Filmemacher aus dem Land der untergehenden Sonne abgefahrene Blutorgien inszenieren können, beweist der Australier KIAH ROACHE-TURNER. Der ist noch recht frisch im Filmgeschäft und hat mit dem Erstling WYRMWOOD gleich einen potenziellen Hitkandidat gedreht, der das Zeug zum neuen Kult-Horror hat. Der Splatter-Klassiker BRAINDEAD bekommt Konkurrenz, denn Regieneuling ROACHE-TURNER lässt hier ein actiongeladenes Gewaltfeuerwerk aller erster Güte auf den Zuschauer los, das nicht mit kongenialen Gedankenblitzen, frechen Späßen und klebrigem Kunstblut geizt.
 
 
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MAD MAX trifft auf DAWN OF THE DEAD – so oder ähnlich lässt sich in knappen Worten beschreiben, was der Horror-Fraktion mit WYRMWOOD geboten wird. In diesem Film wird dem müden Sub-Genre der immer wieder gleichen Zombiegurken frischer Wind einverleibt. Der weht ziemlich kräftig durch ein apokalyptisches Weltuntergangsszenario, in dem mal wieder einige Menschen vor Zombies flüchten und ums Überleben bangen müssen. Im Mittelpunkt steht Familienvater Barry (JAY GALLAGHER). Der hört eines Abends Geräusche in der Küche und befindet sich wenig später mit Frau und Tochter auf der Flucht vor Horden aggressiver Menschen, die nach noch warmem Menschenfleisch gieren. Nachdem sich auch Gattin und Kind zu einem dieser primitiven Menschenfresser verwandelt haben, macht sich Barry allein auf die Suche nach Schwesterherz Brooke (BIANCA BRADEY). Die wurde in ein mysteriöses Labor verschleppt und muss nun obskure Experimente über sich ergehen lassen, die ein verrückter Wissenschaftler an ihr durchführt. Doch die unmenschlichen Versuche segnen das hilflose Testobjekt mit wundersamen Kräften. Brooke entwickelt neue Fähigkeiten, die ihr bald schon den Weg aus der Zombieinvasion bahnen. Mit Hilfe ihrer Gedanken kann sie die zornigen Fressmaschinen kontrollieren. Eine Eigenschaft, die ihr bald den Hintern retten wird.
 
 
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Nichts ist schlimmer als Filme zu sehen, die langweilen. Leider haben ziemlich viele der letzten Zombie-Heuler mit akuter Ideenarmut und immer wieder gleichen Handlungsverläufen gequält, so dass Horrorfans mittlerweile vorsichtig geworden sind, wenn ein Film mit Zombies auf dem Cover wirbt. Anders sieht das bei WYRMWOOD aus. Regisseur KIAH ROACHE-TURNER muss wohl im Drogenwahn gewesen sein, als er die Masse an kunterbunten Einfällen für sein Debüt zu Papier gebracht hat. Die Geschehnisse im Film sind teilweise so bescheuert, dass man den Quatsch gesehen haben muss, um es glauben zu können. In WYRMWOOD werden Zombies als Tankstelle missbraucht. Die Kreaturen produzieren in ihren verwesenden Körpern Treibstoff mit dem Fahrzeuge betrieben werden können. Für die Überlebenden ein praktischer Nutzen, lässt es sich mit schnellem Gefährt besser vor den Untoten flüchten – vorausgesetzt man hat stets einen wandelnden Toten als „Reserve“ im Kofferraum.
 
 
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Vier Jahre lang war WYRMWOOD in der Mache, weil die meisten Szenen mit Freunden am Wochenende gedreht werden mussten. Somit folgt KIAH ROACHE-TURNER denen, die einst den Fuß mit semiprofessionellen Amateurfilmen ins Business bekommen haben und mittlerweile Erfolge in Hollywood feiern: SAM RAIMI und PETER JACKSON. Doch nicht nur Low-Budget-Produktionen wie TANZ DER TEUFEL (1981) und BAD TASTE (1987) boten dem Newcomer Inspirationsgrundlage. In einem Interview verriet der Nachwuchsregisseur, dass ihn maßgeblich MAD MAX zum Dreh des Films getrieben hat. Schon lange wartete er gemeinsam mit seinem Bruder auf eine weitere postapokalyptische Weltuntergangssaga im Stile des Kult-Actioners aus den 80er Jahren. Weil die aber vergebens auf sich warten lies, entschlossen die Geschwister selbst einen Film auf die Beine zu stellen, der an jene Filme erinnern sollte, die bereits in der Kindheit Eindruck hinterlassen haben: DAWN OF THE DEAD und MAD MAX.
 
 
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Dass die Geschwister in der Jugend nicht nur Filme sondern auch Comics verschlungen haben, wird in WYRMWOOD mehr als deutlich. Der Streifen entpuppt sich als rasante Comic-Blutorgie, deren Macher konsequent das Gaspedal durchtreten und offensichtlich darum bestrebt waren, das zu Papier gebrachte nicht bierernst zu nehmen. Dank dutzender Slapstickelemente, haarsträubenden Einfällen und groteskem Overacting erhält WYRMWOOD eine fast schon befremdlich wirkende Erzählsprache, die dann doch sehr an Comicware jüngeren Datums erinnert. Nicht weniger überdreht kommt Gewalt im Film zum Einsatz. Hier wird geklotzt und nicht gekleckert. Mit Hilfe von günstigem CGI werden Köpfe gespalten, Gliedmaßen abgeschlagen und Schädel zum Explodieren gebracht. WYRMWOOD ist nichts für Warmduscher, denn scheinbar wollte Regisseur KIAH ROACHE-TURNER Fans härterer Horror-Streifen gerecht werden und verbrät in seinem Erstling literweise Kunstblut und Kunststoffgedärm. Bei einem so zeigefreudigen Gewaltrausch dürfte das Splatter-Herz zu tanzen beginnen, schließlich gehört WYRMWOOD zu jenen Zombie-Schockern, die zwar blutig aber auch sehenswert sind.
 
 
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WYRMWOOD – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
DAWN OF THE DEAD trifft auf MAD MAX. Schluss mit gähnendem Zombie-Murks. WYRMWOOD ist ein abgefahrenes Splatter-Epos in dem minutiös Blut auf die Leinwand spitzt und das ein beachtliches Tempo an den Tag legt, bei dem einem ganz schwindelig wird. Der hektisch geschnittene Fun-Splatter macht Comic-Leser glücklich, denn Macher KIAH ROACHE-TURNER bannt Absurditäten auf Zelluloid, die man eigentlich so nur in Comics zu sehen bekommt. Da werden Zombies abgemolken und mittels Telekinese ferngesteuert; coole Antihelden ballern sich um den Verstand und 98 Minuten zeigefreudiger Splatter-Spaß beschert Fans des drastischen Kinos feuchte Höschen. Bei so viel Freude am Kunstblut verliert die Erkenntnis an Bedeutung, dass mit WYRMWOOD das Kunststück gelungen ist, einem müden Sub-Genre frischen Wind einzuverleiben. Man darf auf eine Fortsetzung hoffen. Denn im Falle von WYRMWOOD wäre es fatal, wenn diese nicht gedreht werden würde.
 
 


 
 
 

WYRMWOOD – Zensur

 
 
 
In WYRMWOOD: ROAD OF THE DEAD wird geballert, gemetzelt und gesplattert als gebe es keinen Morgen mehr. Trotzdem ist der Zombie-Streifen ungeschnitten nach Deutschland gekommen. Dass die FSK in letzter Zeit ziemlich human mit Filmen dieser Art ins Gericht geht, hat auch WYRMWOOD zu spüren bekommen. Trotz Mord und Totschlag gabs für die ungeschnittene Version den roten FSK-Flatschen: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

WYRMWOOD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film / Sunfilm

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Wyrmwood; Australien 2014

Genre: Splatter, Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch | Extras haben auch deutsche UT

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras:Audiokommentar, Making of, Deleted Scenes, Storyboards, Indiegogo Videos

Release-Termin: 06.08.2015

 

Wyrmwood [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

WYRMWOOD – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

(Die Rechte der Bilder in der Kritik liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dead Within (2014)

Chrysalis (2014)

Open Grave (2013)

Attack of the Undead (2010)

28 Days Later (2002)

28 Weeks Later (2007)

Crazies (1973)

The Crazies (2010)


Filmkritik: „Zombie Fight Club“ (2014)

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ZOMBIE FIGHT CLUB

Story

 
 
 
Ein tödlicher Zombievirus hat in der Millionenstadt Taipei ein Desaster angerichtet. Jegliche soziale Strukturen befinden sich am Rande des Zusammenbruchs, was Kriminalität und Korruption blühen lässt. In einem Hochhaus irgendwo in der Innenstadt werden aus Gangstern Gejagte. Die müssen sich ähnlich wie im Remake zu JUDGE DREDD von Stockwerk zu Stockwerk vorarbeiten, um Horden Infizierter Hausbewohner entkommen zu können.

 
 
 


 
 
 

ZOMBIE FIGHT CLUB – Kritik

 
 
 
In Taiwan ist mal wieder die Hölle los, denn dort wandeln erneut hungrige Zombies durch Straßen und Gassen, stets auf der Suche nach wohlschmeckendem Menschenfleisch. Regisseur JOE CHIEN hat ein Herz für Fans von Zombiefilmen. Der fernöstliche Filmemacher scheint es sich zur Aufgabe gemacht zu haben Liebhabern solcher Filme mit immer wieder neuem Horrormaterial zu versorgen, in dem sich verängstigte Protagonisten vor Horden Untoter in Sicherheit bringen müssen. Nach dem eher bescheidenen ZOMBIE WORLD WAR (OT: ZOMBIE 108), der zumindest in Taiwan ordentlich Zaster in die Kassen bringen konnte, war es nur eine Frage der Zeit bis CHIEN ein weiteres Mal auf dem Regiestuhl Platz nehmen sollte, um dort anzuknüpfen, wo er zuletzt Erfolge verbuchen konnte. Mit ZOMBIE FIGHT CLUB hat er die sehnlich erwartete Fortsetzung zu ZOMBIE WORLD WAR gedreht und macht quasi nichts anderes als die Gewinnformel seines Erstlings abzuarbeiten und diese um Extremgewalt, Sex und Splatter zu erweitern. Technisch bleibt alles beim Alten. Abermals wird dem Zuschauer eine auf Hochglanz gebügelte und in dreckige Farben getauchte Zombieapokalypse geboten, in der Handlung, Figuren und deren Schicksale kaum Gewichtung finden. Stattdessen wird das grafische Auslöschen von Mensch und Zombie in den Mittelpunkt gerückt, was im direkten Vergleich zu aktuellen, amerikanischen Zombie-Produktionen nicht ganz ohne ist. Neben hektischen Schnitten und schnellen Kampfszenen liegt das Augenmerk auf rasante Schussduelle, ekelige Verwandlungs- und Matscheffekte sowie reißerische Zeitlupenmorde, die so genüsslich und schonungslos zelebriert werden, dass deutschen Zensurbehörden mit ZOMBIE FIGHT CLUB gar keinen Spaß verstehen dürften. Hier wird Gewalt als Mittel zum Selbstzweck eingesetzt, denn die unzugänglichen Protagonisten sehen im kaltblütigen Ausmerzen von Überlebenden und Infizierten den einzigen Ausweg einem postapokalyptischen Weltuntergangsszenario entkommen zu können. Dass im unkontrollierten Blutrausch die Handlungsbeweggründe aller Beteiligten nicht immer Sinn ergeben, ist eines der vielen Mankos mit denen ZOMBIE FIGHT CLUB sprichwörtlich zu kämpfen hat. Dem Zuschauer dürfte es da schwer fallen sich überhaupt mit einem der reichlich unsympathischen Charaktere identifizieren zu können, denn nach einer glaubhaften Charakterisierung sucht man in diesem Splatterfest vergebens.
 
In ZOMBIE FIGHT CLUB handeln die Protagonisten nicht nachvollziehbar. So finden einige Ganoven im Überlebenskampf mit dutzenden Zombies immer noch genügend Zeit, um hilflose Schulmädchen zu vergewaltigen. Zudem handelt ein Lehrer wie von Sinnen, weil seine Tochter erschossen wurde, was ihn aus unerklärlichen Gründen dazu nötigt zwei unschuldige Schulmädchen zu ermorden, mit denen er wenige Minuten zuvor noch friedlich an der Kaffeetafel gesessen hat. Vieles in ZOMBIE FIGHT CLUB ist kaum einleuchtend, weil sich JOE CHIEN zu versteift auf blutige Kämpfe und das grafische Zerschießen von Köpfen konzentriert, statt sich mit seinem Film und dessen Figuren ernsthaft auseinanderzusetzen. Fast alle Protagonisten sind Kanonenfutter, die kurz vorgestellt und wenig später kreativ vor der Kamera um die Ecke gebracht werden. Förderlich ist dies dem Film keineswegs, weil sich trotz abwechslungsreicher Gewaltakte schnell Langeweile einstellt. Letztendlich wird die dünne Handlung allein von den immerhin hervorragend umgesetzten Effekten getragen.
 
ZOMBIE FIGHT CLUB besteht aus zwei unterschiedlichen Filmhälften. Während in der ersten Stunde der Ausbruch einer Zombie-Plage zum Thema des Films gemacht wird und sich einige (kriminelle) Überlebende durch ein Hochhaus kämpfen müssen, setzt die Handlung in den letzten 30 Minuten ein Jahr später ein. In einer Art unterirdischer Kampfarena müssen Überlebende gegen Infizierte kämpfen, um just genau jenen Lehrer zu belustigen, der ein Jahr zuvor seine Tochter auf perfide Weise verloren hat. Mittlerweile handelt der nicht mehr ganz so ehrenhaft und ist zur dunklen Seite übergewechselt, hält sich Überlebende als Sklaven, um diese zu demütigen oder ermorden zu lassen. Bei derart trivialer Filmunterhaltung werden Erinnerungen an das ruppige Exploitationkino der 70er wach, denn JOE CHIEN bleibt bis zum Abspann seinem Kurs treu und ergänzt Zombie-Klischees um Sex, Martial-Arts-Action und Gewalt, so dass zumindest Freunde der etwas härteren Filmgattung gut unterhalten werden dürften. Letztendlich bleibt trotz technisch versierter Machart und reichlich Action die Spannung aus, was ZOMBIE FIGHT CLUB nur zu einem weiteren, unbedeutenden Zombie-Streifen macht, den man nach Sichtung schnell wieder vergessen haben dürfte. Eigentlich schade, hätte CHIENS Zweitwerk durchaus Potenzial gehabt, ein neuer asiatischer Splatter-Hit werden zu können. Leider mangelt es ZOMBIE FIGHT CLUB am Feinschliff, denn trotz glatt polierter Optik fehlt mal wieder das, was man in jedem zweiten Horrorfilm schmerzlich vermisst: ein sympathischer Charakter, der im Verlauf eine glaubwürdige Entwicklung durchlebt, damit sich der Zuschauer mit ihm verbunden fühlen und mitfiebern kann. Dennoch, trotz aller Kritik gehört das Sequel ZOMBIE FIGHT CLUB zu den wenigen Ausnahmen, in denen die Fortsetzung besser ist, als das Original. Demzufolge sollten Zombiefans auf jeden Fall einen Blick riskieren.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE FIGHT CLUB – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die taiwanesische Antwort auf THE WALKING DEAD. ZOMBIE FIGHT CLUB ist ein rasantes Zombie-Splatterfest, das seinesgleichen sucht und anfänglich etwas zu offensichtlich an den Action-Kracher THE RAID oder das JUDGE DREDD-Remake aus dem Jahre 2012 erinnert. Hier wird all das verbraten, was man bereits im schmuddeligen Exploitationkino der 70er zu sehen bekommen hat. Es wird geschossen, gefressen und zermatscht als gebe es keinen Morgen mehr, was zumindest Fans derber Gewaltstreifen durchaus zusagen dürfte. Sieht man jedoch vom hektisch geschnittenen Sex- und Gewaltcocktail sowie einigen frauenfeindlichen Filmmomenten ab, bleibt nicht mehr viel übrig, was ZOMBIE FIGHT CLUB über Wasser halten kann. Die Charaktere sind flach, die Geschichte dünn und Spannung hält sich auch in Grenzen. Wer darüber hinwegsehen kann, wird mit diesem ziemlich kruden Schmuddel-Action-Mix trotzdem gut unterhalten – den vielen kreativen und hervorragend umgesetzten Gewaltspitzen sei Dank, die diesmal vorwiegend aus dem Rechner kommen, jedoch perfekt zum unbequemen Ton der düsteren Kulisse passen.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE FIGHT CLUB – Zensur

 
 
 
ZOMBIE FIGHT CLUB hat hierzulande eine ungeschnittene Freigabe erhalten. Das ist verwunderlich. Nicht nur, dass hier ziemlich fragwürdige Gewalt gegenüber Frauen fast schon zelebriert wird; in diesem Film werden in nahezu jeder Filmminute Menschen und Zombies auf grausame Weise um die Ecke gebracht. Manchmal sind die Beurteilungen der FSK nicht nachvollziehbar. Zombiefans dürfte das aber freuen, hat es ZOMBIE FIGHT CLUB mit rotem FSK-Flatschen in die Händlerregale geschafft. Keine Jugendfreigabe!
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE FIGHT CLUB – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension

 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Zombie Fight Club; Taiwan 2014

Genre: Horror, Splatter, Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Mandarin DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer zum Film, Trailershow

Release-Termin: 31.07.2015

 

Zombie Fight Club [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ZOMBIE FIGHT CLUB – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Judge Dreed (2012)
 
The Raid (2011)
 
The Raid 2 (2014)
 


Filmkritik: „The Dead 2: India“ (2013)

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THE DEAD 2: INDIA

Story

 
 
 
Der Zombie-Virus aus THE DEAD (2010) hat sich von den Wüsten West-Afrikas nach Indien vorgearbeitet und auch dort die Bevölkerung zu Menschenfleisch verzehrende Fressmaschinen verwandelt. Elektroingenieur Nicholas Burton begibt sich auf eine Reise voller Gefahren um in den Slums von Mumbai die Liebste zu finden …
 
 
 


 
 
 

THE DEAD 2 – Kritik

 
 
 
Seit die Erfolgsserie THE WALKING DEAD im Fernsehen Einschaltquoten explodieren lässt, sind Zombies im TV nicht mehr wegzudenken. Eine Ironie in sich, haben die wandelnden Toten bis vor einigen Jahren noch deutschen Sittenwächter schlaflose Nächte bereitet und wurden gänzlich in die Erwachsenenabteilungen der Videotheken verbannt. Mittlerweile scheinen auch Mitarbeiter der FSF und FSK Freude an jener Art von Horrorfilmen gefunden zu haben, so dass Zombiefilme nicht nur regelmäßig in den Handel gebracht, sondern auch immer häufiger im Fernsehen gezeigt werden – meist sogar ungeschnitten. Die Zombie-Boom findet kein Ende, wobei seit den jüngsten WORLD WARZ Z und WALKING DEAD-Erfolgen auch der Anspruch an derart Streifen gestiegen ist. Billig ist out, schließlich gab es vor allem auf dem Videomarkt in den letzten Jahren einfach zu viel günstig heruntergekurbeltes Videofutter, das qualitativ unter aller Kanone gewesen war und Käufern nicht selten den Spaß am Schauen jener Schocker genommen hat. Die Brüder HOWARD und JONATHAN FORD haben den qualitativen Verfall jener Horrorware mit ihrem THE DEAD im Jahr 2010 zu ändern versucht. Sie brachten den etwas anderen Zombieschocker in die Wohnzimmer, der vor allem durch die ungewöhnliche, afrikanische Kulisse glänzen und damit viel Lob bei Fans und Kritikern ernten konnte. Weil THE DEAD gut angenommen wurde und scheinbar auch durchaus rentabel gewesen ist, dürfte es demnach niemanden überraschen, dass eine Fortsetzung folgen musste. Die nennt sich nun THE DEAD 2: INDIA und ist laut eigenen Angaben der FORD-Brüder der zweite Teil einer geplanten Trilogie.
 
Die Zombie-Apokalypse wurde kurzum von Afrika nach Indien verlegt, denn statt direkt an den Vorgänger anzuschließen, haben sich die beiden Macher des ersten Teils dazu entschlossen eine andere Geschichte zu erzählen. Gänzlich neu ist die jedoch nicht, denn sieht man von der indischen Kulisse ab, lassen sich immer noch genügend Handlungsstränge finden, die man so ähnlich bereits im Erstling aufgetischt bekommen hat. Die Ford-Brüder HOWARD J.FORD und JONATHAN FORD erzählen erneut von einem Virusausbruch, der binnen weniger Stunden ganze Landstriche entvölkert und Menschen zu Killermaschinen werden lässt. Im Grunde genommen ein mittlerweile gängiges Thema. Doch die Brüder waren schlau und verlagerten die Handlung in eine für das Genre eher ungewöhnliche Umgebung, was THE DEAD 2: INDIA trotz aller Klischees relativ unverbraucht erscheinen lässt. In THE DEAD 2: INDIA begleitet der Zuschauer Nicholas Burton (JOSEPH MILLSON) nach Indien, der dort als Elektroingenieur für einen riesigen Windpark arbeitet und genau in jenem Moment Zeuge einer beunruhigenden Zombie-Invasion wird, als ihm seine indische Partnerin vom bevorstehenden Mutterglück berichtet. Die verschanzt sich zusammen mit der infizierten Mutter und dem besorgten Vater in den eigenen vier Wänden irgendwo in den Slums von Mumbai und hofft nun darauf, dass sich der Liebste auf den langen Weg begibt, um sie aus der Hölle der wandelnden Toten zu befreien.
 
Zurück zu den Anfängen, zumindest orientiert sich das Regie-Duo an den klassischen Zombie-Streifen eines GEORGE A. ROMERO, wo Untote noch schwerfällig durch die Landschaft streiften und nicht zu fressgeilen Hochleistungssprintern verkommen waren, die im Zombiefilm des 21. Jahrhunderts vermehrt durch apokalyptische Weltuntergangsszenerien hetzen. In THE DEAD 2: INDIA taumeln Untote gemach durch menschenleere Ortschaften und über trockene Felder, wobei ihnen trotz Langsamkeit immer wieder mal ein noch Lebender zwischen die Krallen kommt, der anschließend genüsslich verspeist wird. Von wirklicher Bedrohung ist keine Spur, schließlich bleibt den Überlebenden stets genügend Zeit um davon laufen zu können. Trotzdem; aus unerklärlichen Gründen scheinen die Infizierten dann doch den Gesunden haushoch überlegen zu sein – eine Prämisse, die vor allem im italienischen Zombiefilm der 80er vermehrt Verwendung fand und für THE DEAD 2: INDIA noch einmal aus der Mottenkiste gekramt wurde. Die teils altbackenen Zombie-Regeln funktionieren immer noch tadellos, denn HOWARD und JONATHAN FORD beweisen immer mal wieder ein geschicktes Händchen für nostalgisches Grauen. So gefällt eine Szene, in welcher Held Nicholas Burton mit einem Motorrad durch das Dunkel der Nacht düst und um Zombies fahren muss, die plötzlich wie aus dem Nichts im Lichtpegel des Scheinwerfers auftauchen und nach ihren noch lebenden Opfern schnappen.
 
Die andersartige, exotische Kulisse bekommt THE DEAD 2: INDIA gut, entpuppt sich doch das ländliche Indien als trügerische Idylle, wo hinter jedem Hügel und jedem Haus die infizierte Bedrohung auf den Filmheld lauert. Der Zuschauer folgt Protagonist Nicholas Burton durch malerische Landschaften und verlassene Dörfer, wo er sich zusammen mit einem kindlichen Begleiter namens Javed (ANAND HRISHNA) durch Horden von Zombies durcharbeiten muss. Die werden vermehrt umgangen, statt schaufreudig erschossen. Überraschenderweise konzentrieren sich die Macher in ihrem Zombie-Road-Movie weniger auf das stumpfe Ausradieren der Zombie-Brut, noch werden die Ursachen der Infizierung näher beleuchtet. Stattdessen wird in THE DEAD 2: INDIA von einer Odyssee voller Gefahren berichtet, die von nur einem Ziel vorangetrieben wird: der Liebe. Im Gegensatz zum Vorgänger haben die Macher einige Mankos in der Inszenierung ausgebessert. So wurde das Geschehen nun reichlich flotter gestaltet, hatte doch der Erstling unter dem teils recht langsamen Erzähltempo zu leiden. Zudem wurde noch etwas an den Spezialeffekten und der Technik gefeilt, die THE DEAD 2: INDIA deutlich hochwertiger erscheinen lassen als das, was man sonst so in Sachen „Zombiefilm“ geboten bekommt. Auch wen die Fortsetzung zu THE DEAD kein zweiter WORLD WAR Z geworden ist, gehört das von den FORD-Geschwistern neu geschaffene Untoten-Franchise zu den besseren Vertretern eine langen Reihe von Filmen dieser Art.
 
 
 


 
 
 

THE DEAD 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
THE WALKING DEAD goes Bollywood. Keine Angst in THE DEAD 2: INDIA gibt es keine tanzenden und singenden Zombies zu sehen. Vielmehr machen die beiden britischen Regisseure HOWARD und JONATHAN FORD Gebrauch von der exotischen Kulisse des Landes, die die Fortsetzung des Überraschungs-Hits THE DEAD (2010) zu einem etwas anderen Zombie-Spektakel werden lässt. Bis auf den ungewöhnlichen Schauplatz ist aber sonst alles beim Alten geblieben, so dass sich THE DEAD 2: INDIA eher wie ein actionreicheres Remake des Vorgängers anfühlt, zumal sich kein direkter Bezug (bis auf den Virus) zum Erstling finden lässt. Nichtsdestotrotz haben die Macher einige Defizite in der Inszenierung ausgebessert, so dass THE DEAD 2: INDIA flüssiger, rasanter und spannender als der erste Teil geworden ist. Mit viel Liebe zum Old-School wandeln die Toten hier gemächlich durch die Szenerie und sind dennoch allgegenwärtig. Fans klassischer Zombiefilme werden mit THE DEAD 2: INDIA ihre Freunde haben, schließlich orientiert sich diese Fortsetzung an den beliebten Zombie-Erzählungen eines GEORGE A. ROMEROS, der mit NIGHT OF THE LIVING DEAD eines der wohl bedeutendsten Horrorwerke unserer Zeit geschaffen hat. Selbstverständlich ist THE DEAD 2: INDIA noch weit von den Qualitäten des jungen ROMEROS entfernt; dennoch haben die FORD Brüder einen interessanten Beitrag zur mittlerweile nicht mehr ganz so frischen Zombie-Thematik geschaffen, der sogar minimal besser als der Erstling geworden ist. Ein würdiger Nachfolger!
 
 
 


 
 
 

THE DEAD 2 – Zensur

 
 
 
THE DEAD 2: INDIA orientiert sich in Sachen Gewalt an Streifen wie WORLD WAR Z oder bereits genannter Horror-Serie THE WALKING DEAD. Viele Schauwerte werden nicht geboten. Die meisten Geewaltszenen bestehen aus Ein- und Streifschüssen. Demnach wurde die Fortsetzung von der FSK für bereits Sechszehnjährige freigegeben. Aufgrund des Bonusmaterials der erhältlichen Heimkinofassung ist diese jedoch erst für Volljährige geeignet: Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

THE DEAD 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Daredo Media (ungeschnittene Fassung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Dead 2: India, Großbritannien 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1080p/24)

Laufzeit: ca. 98 Min. (uncut)

FSK: Film: FSK 16 (ungeschnittene Fassung) / Die Blu-ray ist aufgrund des Bonusmaterials jedoch erst für Volljährige geeignet: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer zu THE DEAD und THE DEAD 2, Deleted Scenes, Making of

Release-Termin: 28.11.2014

 

The Dead 2 [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE DEAD 2 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dead Within (2014)
 
Survival – Überlebe wenn du kannst! (2013)
 
Chrysalis (2014)
 
Infected (2012)
 
Zombie Night (2013)
 
Battle of the Damned (2013)
 
The Dead (2010)
 


Filmkritik: „Dead Within“ (2014)

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DEAD WITHIN

Story

 
 
 
Inmitten einer post-apokalyptischen Welt haben sich Kim und Mike in einer kleinen Hütte verschanzt und versuchen nun zu überleben. Doch leider gehen sechs lange Monate des Versteckens aus Schutz vor virusinfizierten Kreaturen nicht spurlos an Kim vorüber. Die leidet unter der momentanen Situation und verliert allmählich den Bezug zur Realität …
 
 
 


 
 
 

DEAD WITHIN – Kritik

 
 
 
Ein Zombiefilm ohne blutgeile Zombies – das geht? Mit DEAD WITHIN zumindest dürfte sich Regisseur BEN WAGNER unter den Fans solcher Filme keine Freunde machen, was angesichts der etwas anderen Herangehensweise an die totgefilmte Zombie-Thematik etwas bedauerlich ist, hat er doch mit seinem Horror-Drama einen gar nicht mal so üblen Vertreter jener Gattung Streifen gemacht. In diesem Film hat das wahllose Erschießen Infizierter und die fürs Genre typischen Fressattacken Selbiger Sendepause. Stattdessen rückt der Macher zwei Menschen in den Mittelpunkt seiner Geschichte, die sich in einer Hütte vor infizierten Menschen und diesmal auch Tieren in Sicherheit gebracht haben und allmählich den Verstand verlieren, weil ein gefahrloses Leben in Freiheit ohne Weiteres nicht möglich scheint. Interessanterweise geht es WAGNER anders an als sonst. Diesmal passiert alles auf kleinstem Raum. Sein klaustrophobische Kammerspiel spielt sich in nur zwei Zimmern ab und rückt ausschließlich die Differenzen zwischen den beiden Protagonisten innerhalb der eigenen vier Wände in den Fokus. Was sich letztendlich auf der anderen Seite der Haustür abspielt wird nie gezeigt. Ein intelligenter Schachzug, wird die Bedrohung hinter der Tür ausschließlich in Form von Geräuschen beschrieben, so dass der Schrecken im Kopf des Zuschauers entstehen kann. Mal ist es der infizierte Hund des Paares, der vor dem Haus knurrend seine Kreise zieht. Ein anderes Mal ist es das Lechzen wilder Zombies, die hungrig an der Tür kratzen und dem Paar nichts Gutes wollen. Der Minimalismus zahlt sich aus, denn WAGNER schafft es mit Leichtigkeit dem Zombiefilm neue Impulse zu verleihen, weil er sich schlicht und einfach den Konventionen jenes Sub-Genres widersetzt.
 
Über sechs Monate fristen Mike (DEAN CHEKVALA) und Kim (AMY CALE PETERSON) in einer provisorischen Behausung ihr Dasein, denn vor der Tür hat sich Tragisches ereignet. Ein globaler Virusausbruch hat dazu geführt, dass sich Menschen und Tiere zu wilden Bestien verwandelt haben, die den Nichtinfizierten nach dem Leben trachten. Während Kim die Hausarbeit übernimmt und versucht, den plötzlichen Tod ihres infizierten Babys zu verarbeiten, erkundet Mike tagtäglich die Umgebung nach Essbarem. Doch die Situation zerrt an den Nerven, was sich vor allem bei Kim bemerkbar macht für die das sichere Heim allmählich zum Gefängnis wird. Bald schon hört sie seltsame Funksprüche und hat grausige Visionen, die die Grenzen zwischen Einbildung und Realität verwischen lassen. Als dann auch noch die Wasserversorgung erlischt, scheint sie den Verstand zu verlieren.
 
Es ist schön, wenn Filmemacher an neuen Ideen tüfteln, damit der Zuschauer auch einmal etwas anderes zu sehen bekommt, als immer nur die gleichen Filmstoffe. DEAD WITHIN ist trotz irreführendem Filmplakat und einem etwas unglücklich gewähltem Filmnamen mit dem kaufwirksamen „Dead“ im Titel ein erschütterndes Zeugnis dafür, welch psychischen Verfall Menschen durchleben, wenn Sie in Extremsituationen ihrer Freiheit beraubt werden. Mit nahezu durchdachter Präzision beleuchtet WAGNER hier die Etappen des Wahnsinns seiner Filmheldin Kim, die in ihrer Paranoia schon bald am Vertrauen des Partners zweifelt, weil der das Haus verlassen darf – sie jedoch nicht. Der erlegt auf seinen Streifzügen durch die Stadt nicht nur Horden von Zombies, sondern bringt der Frau auch Unterwäsche von seinen Reisen mit nach Hause, damit das Liebesleben wieder aufgefrischt werden kann. Dass Kim jedoch andere Sorgen plagen, als sich mit dem Gatten im Bett zu vergnügen, dürfte mehr als verständlich sein. Die fühlt sich bald eingeengt und missverstanden, weil der Geliebte partout nicht auf ihre Bedürfnisse eingehen will. In ihrer kleinen Welt und inmitten des ewig gleichen, geregelten Tagesablaufs flüchtet sie sich in Tagträume, die jedoch bald schon einen ungemütlicheren Ton einschlagen.
 
DEAD WITHIN benötigt etwas um in die Gänge zu kommen, wobei WAGNER bewusst auf eine eher langsame Erzählmethode zurückgreift, damit der psychische Zerfall seiner Protagonistin umso schmerzlicher protokolliert werden kann. Dabei verwendet der Regisseur verschiedene Stilmittel, um die seelische Wandlung seiner Heldin besser zum Ausdruck bringen zu können. Mit fortlaufendem Abstieg verändert sich auch die Bildsprache, die in düstere und ungeschönten Farben getaucht wird. Zudem gelingt es WAGNER immer wieder neue Kameraeinstellungen zu finden, um das bedrückende und beschränkte Setting nie langweilig aussehen zu lassen. Die Quintessenz des Streifens sind jedoch die hervorragenden Darsteller, die DEAD WITHIN um eine glaubhafte Charakterisierung bereichern – etwas, was im vor Klischees und Stereotypen strotzenden Horrorfilm mittlerweile ziemlich selten geworden ist. AMY CALE PETERSON verkörpert die Verstand verlierende Kim mit beeindruckender Glaubwürdigkeit und schafft es selbst ihren männlichen Schauspielkollegen im direkten Vergleich blass erscheinen zu lassen. Auch wenn das weniger erfreuliche Happy End wie ein Faustschlag ins Gesicht wirkt und Fans blutiger Zombie-Massaker mit diesem eher anspruchsvoll inszenierten Ausnahme-Horrorfilm nur wenig anfangen dürften, ist DEAD WITHIN eine positive Randerscheinung im stumpfsinnigen und meist wenig originellen Untoten-Genre.

 
 
 


 
 
 

DEAD WITHIN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Der etwas andere Zombiefilm, der eigentlich gar kein Zombiefilm sein will. Regisseur BEN WAGNER geht die Untoten-Problematik anders an und verzichtet auf die üblichen Splatter- und Gewalteskapaden, die man ja sonst in dieser Art von Filmen zu sehen bekommt. Er reduziert seinen Film auf zwei Figuren, die anfänglich einander nahe stehen und sich im Verlauf des Filmes emotional voneinander distanzieren. Statt hohler Zombie-Action hat WAGNER ein minimalistisches und psychologisch feinfühliges Horror-Kammerspiel gemacht, das den Konventionen gängiger Zombie-Streifen trotzt und die bekannte Zombie-Thematik aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet. Demnach rückt DEAD WITHIN nicht den Überlebenskampf seiner Protagonisten gegen Horden Infizierter in den Mittelpunkt, sondern beleuchtet das Seelenheil seiner Helden während eines post-apokalyptischen Weltuntergangsszenarios. Wer Anspruch in Horrorfilmen voraussetzt und Horror nicht ausschließlich mit Gewalt in Verbindung setzt, sollte unbedingt einen Blick riskieren. Gorebauern werden jedoch mit DEAD WITHIN rein gar nicht warm werden – versprochen!
 
 
 


 
 
 

DEAD WITHIN – Zensur

 
 
 
Einiges an Gewalt gibt es natürlich auch in DEAD WITHIN (der eigentlich mal WHAT REMAINS heißen sollte) zu sehen. So rammt sich die Heldin eine Stricknadel in die Hand und klemmt ihrem Gatten mit einer Zange ein paar Finger ab. Zudem wird eine Machete durch einen Körper gejagt. In Deutschland dürfte es der Streifen dennoch bedenkenlos mit einer 16er-Freigabe durch die FSK schaffen.
 
 
 


 
 
 

DEAD WITHIN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Chrysalis (2014)
 
Attack of the Undead (2010)
 
The Last Days (2013)
 
28 Days Later (2002)
 
28 Weeks Later (2007)
 


Filmkritik: „Chrysalis“ (2014)

Chrysalis-2014
 
 
 

CHRYSALIS

Story

 
 
 
Ein Film, wie jeder x-beliebiger Weltuntergangsstreifen und am Ende wird man doch eines Besseren belehrt: Nach einer Terror-Katastrophe hat sich ein Virus freigesetzt, der die Menschen zu primitiven Kreaturen hat werden lassen. Einige noch nicht Infizierte versuchen zu überleben …
 
 
 


 
 
 

CHRYSALIS – Kritik

 
 
 
Ein weiteres post-apokalyptischen Weltuntergangsszenario bahnt sich seinen Weg in die Wohnzimmer. Wie so oft in derart Streifen wird der Mensch für die Vernichtung der eigenen Rasse zur Verantwortung gezogen, die entweder durch Naturkatastrophen oder Bio-Waffen in die Knie gezwungen wird. Im Horrordrama CHRYSALIS tragen letztere Schuld, die ein grausames Massensterben zur Folge haben und Menschen in wilde Kreaturen verwandeln. Man könnte meinen, Regisseur JOHN KLEIN habe hier nur ein weiteres, beliebiges Zombie-Spektakel auf Film gebannt, dem ist jedoch nicht so. Der Zuschauer bemerkt schnell, dass hier etwas anders ist als sonst. Die Macher waren darum bestrebt den Konventionen des modernen Zombie-Kinos den Rücken kehren zu wollen. Regisseur JOHN KLEIN betrachtet die Zombie-Thematik mit anderen Augen und lässt die Schlachtwerkzeuge im Keller. Die „Infizierten“ (so wie man sie im Film bezeichnet) werden hier nicht zur Freude des Zombiefans möglichst blutig in die ewigen Jagdgründe befördert. Stattdessen kommen die Protagonisten zu Wort, die von Macher JOHN KLEIN akribisch analysiert werden und sogar eine ernstzunehmende Charakterentwicklung erhalten. Für einen Zombiefilm mag eine derartige Vorgehensweise durchaus suspekt anmuten, konzentriert sich das Untoten-Genre seit jeher auf das grausame Ausradieren seiner fleischgeilen Filmkreaturen, denen nur ein Kopfschuss den Garaus machen kann. CHRYSALIS belehrt den Horrorfan eines Besseren und zeigt, dass eine Zombie-Geschichte auch ohne unnötiges Blutvergießen auskommen und dennoch packend unterhalten kann.
 
Der Streifen führt den Zuschauer ins Jahr 2038. Es ist Winter und ein Bio-Chemischer Terroranschlag hat beinahe die gesamte Menschheit ausgerottet und in aggressive Kreaturen verwandelt, die einen unstillbaren Hunger nach Menschenfleisch entwickelt haben. Doch ihr Untergang scheint längst besiegelt zu sein. Die Nahrungsgrundlage ist knapp geworden, was zu einem rasanten Massensterben unter den Infizierten führt und die Überlebenden hoffen lässt. Auch Joshua (Cole Simon) und Penelope (Sara Gorsky) bahnen sich ihren Weg durch eine sterbende Welt, stets darauf hoffend doch noch auf Überlebende zu stoßen, um die Zivilisation neu aufbauen zu können. Auf ihrer Suche nach Anschluss machen die beiden Bekanntschaft mit Abira (Tanya Thai McBride), die das Paar zu einer Gruppe Überlebender führen will. Doch der Weg dahin ist gefährlich und Abira hütet ein schreckliches Geheimnis, das die Reise vor unüberwindbare Herausforderungen stellt.
 
Manchmal zahlt sich Improvisationstalent aus. Macher JOHN KLEIN dürften nur wenig finanzielle Mittel zur Verfügung gestanden haben, damit er das interessante Drehbuch von BEN KURSTIN ansprechend adaptieren konnte. Letzterer erhielt die Inspiration zum Skript, als er durch eine kleine Stadt reiste, an der bereits der Zahn der Zeit nagte. Die Idee vom Verfall der Städte in einer Welt ohne Zivilisation fand er bei seinen Erkundungsstreifzügen durch das Kleinod so bewegend, dass er sich an den Schreibtisch setzte und seine Geschichte über Zerfall, Hoffnung und Neuanfang niederschrieb. KLEIN drehte in verfallenen Kirchen, verlassenen Lagerhallen sowie sanierungsbedürftige Altbauten und bewirkt dadurch maximales Grauen, das oftmals weitaus beunruhigender ist, als man es in manch teurem Zombie-Blockbuster zu sehen bekommt. Es bedarf nicht viel um erschütternde Weltuntergangsstimmung aufkommen zu lassen. Im Falle von CHRYSALIS sind es gut durchdachte, fast schon kränklich anmutende Bildkompositionen, die die gegenwärtige Situation in grau gefärbter Tristesse widerspiegeln. Der erschütternden Fäulnis werden starke Protagonisten gegenübergestellt, die trotz Niederlagen vehement für ihr Ziel kämpfen und den Neuanfang versinnbildlichen sollen. KLEIN hat das kleine Ensemble mit exzellenten Schauspielern besetzt, die der Geschichte eine emotionale Tiefe verleihen, wobei man lobend hervorheben sollte, dass die Charaktere überraschenderweise nicht den typischen Stereotypen entsprechen, die man sonst meist im Horrorfilm zu sehen bekommt. Die sympathische Charakterisierung hat aber auch so seine Tücken, schließlich nimmt sich CRYSALIS viel Zeit, um die Schicksale der Protagonisten zu beleuchten. Dass sich der Zuschauer mit den zugänglichen Helden rasch verbunden fühlt und am Ende mitfühlt, wenn KLEIN sie über die Klinge springen lässt, ist eine der wenigen Prämissen, die der Filmfreund in Kauf nehmen muss.
 
Während Penelope sich mit der Tatsache abfinden muss niemals Kinder bekommen zu können und sich mit ihrem Analphabetismus mehr schlecht als recht durchs Leben mogelt, hat Abira ganz andere Probleme. Sie wurde als Kind bereits mit dem Virus infiziert, hat aber überlebt. Seither wird sie rastlos von den Infizierten verfolgt, die der wackeren Kämpfernatur stets an den Fersen haften. Keine guten Voraussetzungen um zu überleben, sind doch all jene in permanenter Gefahr, die sich in Abiras unmittelbarer Nähe aufhalten. CRYSALIS, was hier gleichzusetzen ist mit „Evolution“, ist kein einfacher Film für Zwischendurch. Der Streifen thematisiert Urängste und setzt sich tiefgründig mit Themen wie Einsamkeit, Überlebenswillen und Zusammenhalt auseinander. Die Zombies sind leider nur Beiwerk, was Gorehound vermutlich gar nicht schmecken dürfte. Für die Splatter-Gemeinde wurde CHRYSALIS ohnehin nicht gemacht, vermittelt KLEIN den Anspruch auch ohne dumme Gewalt ernsthaft unterhalten zu wollen. Gelungen ist ihm das allemal, denn mit seinem zweiten Spielfilm verleiht er dem totgefilmten Zombie-Genre (welch nettes Wortspiel) endlich neue Facetten, die wieder Lust auf mehr Horrorstreifen dieser Art machen.
 
 
 


 
 
 

CHRYSALIS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Packend inszenierter Indie-Horror, der darauf wartet entdeckt zu werden. Regisseur JOHN KLEIN verknüpft in CHRYSALIS drei seiner Leidenschaften, nämlich die für Horrorfilme, Dramen und Filmen mit glaubhafter Charakterentwicklung. Die Symbiose seiner drei Vorlieben ist im Falle seines Zweitwerks eine erstaunlich runde Sache geworden, denn sein Horror-Drama glänzt mit spannendem Storyverlauf und gut durchdachtem Drehbuch. Das besticht durch Tiefe und Glaubwürdigkeit und distanziert sich sogar gänzlich vom übertriebenen Blutgematsche, das ja bekanntlich zum Zombie-Genre gehört, wie das Salz in die Suppe. Gewalt erhält in CHRYSALIS kaum Gewichtung und die vom Zerfall gezeichneten Kreaturen sind nur Beiwerk. Stattdessen konzentriert sich die gemächlich erzählte Geschichte fast gänzlich auf seine drei Protagonisten, die einander verstehen und unterstützen und sich durch eine Welt voller Gefahren kämpfen, ohne jedoch den Respekt vor den Infizierten zu verlieren, die schließlich einst auch Menschen gewesen sind. Für das Resultat darf man Drehbuchautor BEN KURSTIN und Regisseur JOHN KLEIN nur beglückwünschen. Das dynamische Duo hat einen der besten Weltuntergangs-Indies gedreht, den man in letzter Zeit gesehen hat – und das sogar noch mit überschaubaren Budget. Man darf gespannt sein, um welche Filmstoffe sie das Genre in Zukunft bereichern werden. Fakt ist: CHRYSALIS bringt frischen Wind in das totgefilmte Zombie-Genre und erhält von uns das seltene Prädikat „Geheimtipp“!
 
 
 


 
 
 

CHRYSALIS – Zensur

 
 
 
CHRYSALIS ist kein brutaler Film. Gewalt spielt sich wenn dann nur im Off ab und reduziert sich auf das Ende des Streifens. In Deutschland dürfte das für eine FSk16 reichen.
 
 
 


 
 
 

CHRYSALIS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Attack of the Undead (2013)
 
Zombie Night (2014)

Antisocial (2013)
 
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28 Days Later (2002)
 
28 Weeks Later (2007)
 
Crazies (1973)
 
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Filmreview: „The Last Days“ (2013)

the last days 2013
 
 
 

THE LAST DAYS

Story

 
 
 
In Barcelona ist das „The Panic“-Syndrom ausgebrochen. Eine Panikerkrankung, die durch die Asche eines Vulkans hervorgerufen wird und zum Tod führt, wenn man sich im Freien bewegt. Marc (Quim Gutiérrez) versucht sich einen Weg durch den Untergrund der Stadt zu bahnen, um seine schwangere Freundin Julia (Marta Etura) wiederzufinden …
 
 
 


 
 
 

THE LAST DAYS – Kritik

 
 
 
Spanien ist seit einigen Jahren immer wieder für eine Überraschung gut und entwickelt sich nach der erfolgreichen Terrorwelle aus Frankreich zum neuen Mekka eines selbstbewussten, europäischen Horrorfilms. Ob Found-Footage (APARTMENT 143), Kannibalen-Schocker (OMNíVOROS) oder subtiles Schauermärchen (DAS WAISENHAUS) – was neuerdings aus Spanien kommt, steht für Qualität und lehrt uns das Fürchten. Das hat auch Hollywood begriffen und kopiert fleißig, was im Land des Stierkampfs an den Kinokassen erfolgreich war (u.a. [REC]). Der neuste Clou aus Spanien heißt LOS ÚLTIMOS DÍAS und wurde für den internationalen Filmmarkt kurz und bündig in THE LAST DAYS umbenannt, was nicht ohne Grund an apokalyptische Szenarien gemahnt. Die spanischen Brüder DAVID und ÀLEX PASTOR stecken hinter dem Endzeitdrama und haben sich mit der Problematik bereits 2009 in CARRIERS beschäftigt. Dort standen einige Kids im Mittelpunkt der Geschehnisse, die während einer Pandemie ums nackte Überleben kämpfen mussten. Der, für den internationalen Markt produzierte Überlebens-Thriller war zwar handwerklich durchweg solide anzuschauen, kam aber bei vielen Kritikern und Filmfans nicht so gut weg, so dass man sich dann doch lieber wieder dazu entschloss, mit kleinem Budget in eigener Landessprache zu drehen. THE LAST DAYS ist der erste spanische Langfilm der Geschwister und handelt kurioserweise wieder vom Weltuntergang. Diesmal sind es weder Viren, Aliens oder Atomkriege, die für das Massensterben verantwortlich gemacht werden, sondern schlicht und einfach Mutter Natur, die aus unerklärlichen Gründen die Menschheit in die Knie zwingt.
 
Auf der gesamten Welt herrscht der Ausnahmezustand. Auch Barcelona ist von der Außenwelt abgeschnitten, die Wasserversorgung wurde gekappt und Elektrizität gibt es nicht. Grund hierfür ist ein Vulkanausbruch, dessen Asche bei den Menschen eine Art Panik auslöst und zum Tod führt, wenn sie ins Freie müssen. Fortan trauen sich die Bewohner nicht mehr auf die Straße und bewegen sich stattdessen in den Abwässerkanälen und U-Bahnschächten der Stadt zum gewünschten Ziel. Auch Programmierer Marc Delgado (QUIM GUETIÉRREZ) sitzt seit einer Ewigkeit auf der Arbeit fest und hat schon seit Wochen Freundin Julia (MARTA ETURA) nicht mehr gesehen. Die erwartet ein Kind von ihm und hat sich kurz vor dem Vorfall mit dem Liebsten gestritten. Als Marc davon Wind bekommt, dass sein Vorgesetzter ein Navigationssystem in seinem Rucksack versteckt hält, beschließen beide sich mittels GPRS-Ortungssystem einen Weg durch den Untergrund Barcelonas zu bahnen. Doch tief unter der Stadt herrscht das Recht des Stärkeren. Hier wartet eine Welt voller Chaos und Gefahren, was die Suche nach den Familienangehörigen erheblich erschwert.
 
Es muss nicht immer der Zombievirus sein, der nach einer vom Mensch verursachten Umweltkatastrophe die halbe Menschheit dezimiert. Warum soll nicht einfach mal Mutter Natur gnadenlos zuschlagen, um der vermeintlich überlegenen Menschheit ihre Macht zu demonstrieren. In THE LAST DAYS werden keine Hintergründe beleuchtet. Über die Suche nach Antworten und den Ursachen der Katastrophe wird in diesem Streifen keine Zeit verschwendet. Stattdessen konzentriert sich das Regieduo ausschließlich auf seine Protagonisten, die in derart schwierigen Zeiten immer noch soviel Solidarität beweisen, um ihr gemeinsames Ziel sicher erreichen zu können. Aus Gegnern werden kurzerhand Verbündete und der von Stress geplagte Marc kooperiert gemeinsam mit seinem erfolgsorientierten Chef Enrique (JOSÉ CORONADO), der seinen Angestellten zuvor noch mit ausreichend Überstunden unter Druck gesetzt hat. Auf ihrer Reise bewegen sie sich durch verlassene Einkaufscenter und verwüstete Kirchen, kämpfen mit Bären und stoßen auf Überlebende, die aus Hunger heraus sogar zu Mördern werden. Für rund fünf Millionen Euro Produktionskosten hat man bei THE LAST DAYS erheblich oft in die Trickkiste gegriffen, um eine stetige Untergangsstimmung bewirken zu können. Die diversen Computereffekte machen dabei einen hervorragenden Eindruck, so dass das was man dann letztendlich an Endzeitfeeling auf der Leinwand präsentiert bekommt, sich freilich nicht vor den üblichen Verdächtigen aus Hollywood verstecken braucht. Es wird vorwiegend mit erdig-düsteren Farbtönen gearbeitet, die sich durch das verfallene und scheinbar Menschen leere Barcelona fressen. Das dreckig-farblose Setting unterstreicht das postapokalyptische Szenario perfekt und lässt sogar hin und wieder subtiles Gruselfeeling aufkommen. Dennoch handelt es sich bei THE LAST DAYS um keinen Vertreter innerhalb des Horrorgenres. Das macht sich auch beim Gewaltpegel bemerkbar. Auf blutgeiles Massengemetzel wird fast gänzlich verzichtet, was ja in Zeiten der Virus infizierten Zombies schon nahezu unmöglich scheint. Kommt dann doch einmal Gewalt ins Spiel, ist sie weniger expliziter Natur, sondern resultiert einzig aus Verzweiflung vor dem Hungertod heraus.
 
THE LAST DAYS entpuppt sich unterm Strich als dramenlastiger Überlebens-Thriller, der den Zuschauer rund 100 Minuten packend unterhält und bis auf wenige Momente ganz auf Action und Gewaltexzesse verzichtet. Das Schicksal von Protagonist Marc wird im Verlauf des Films in mehreren Rückblenden geschildert, was dem Charakter mehr Menschlichkeit verleiht. Damit auch die weiblichen Zuschauer am Ende ruhigen Gewissens das Kino verlassen können, orientiert sich das Finale an den gängigen Kitsch-Klischees der amerikanischen Traumfabrik. Wenn sich in den letzten Sekunden das Pärchen verliebt in die Arme schließt, sich saftiges Grün hoffnungsvoll durch Berge tumber Betonklötzer frisst und die Natur den Neuanfang der Spezies einläutet, bleibt kein Auge trocken. Das wirkt zwar im Vergleich zum Rest des Films etwas arg dick aufgetragen; das zuckersüße Happy End dürfte aber den mainstreamverwöhnten Filmfan nicht weiter stören, auch wenn bei derart disneyesken Bildern eine unfreiwillige Komik nicht von der Hand zu weisen ist.
 
 
 


 
 
 

THE LAST DAYS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ist Spanien das neue Mekka des phantastischen Films? Wenn man die diversen inländischen Genreproduktionen der letzten Zeit näher betrachtet, könnte man meinen, dass das Land am Mittelmeer dem erfolgsverwöhnten Hollywood die Stirn bieten möchte. Im direkten Vergleich zum sonst so schachsinnigen Mainstream-Schund aus Übersee schneidet THE LAST DAYS gar nicht mal so übel ab. Nach dem eher durchschnittlichen CARRIERS beweisen die PASTOR-Brüder, dass man bedeutend frischere und sehenswerte Filme machen kann, wenn man sich nicht zwingend an den Vorgaben geldgeiler US-Produzenten orientieren muss. THE LAST DAYS ist ein packender Überlebens-Thriller mit sympathischen Helden und spannender Inszenierung. Da schaut man am Ende doch etwas verdutzt aus der Wäsche, dass das sogar alles ohne großartiges Blutvergießen gelingt. Wozu braucht man EMMERICH, BAY und Co., wenn man doch weiß, dass es auch spanische Filmemacher drauf haben? Gut gemacht, mehr davon!
 
 
 


 
 
 

THE LAST DAYS – Zensur

 
 
 
THE LAST DAYS verzichtet fast gänzlich auf Gewalt, so dass der Streifen hierzulande ungeschnitten ab 12 Jahren in den deutschen Handel gekommen ist.
 
 
 


 
 
 

THE LAST DAYS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-Last-Days-Blu-ray

(c) Capelight Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Los Últimos días; Spanien 2013

Genre: Abenteuer, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 102 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making of, Entfallene Szenen, Virale Clips, Kinotrailer

Release-Termin: 02.05.2014

 
 
 

The Last Days [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE LAST DAYS – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
 
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28 Days Later (2002)
 
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