Kritik: „The Girl in the Photographs“ (2015)

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THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS

Story

 
 
 

Die Bewohner der kleinen Stadt Spearfish werden in Angst und Schrecken versetzt. Zwei maskierte Killer treiben ihr blutiges Unwesen und haben es auf die Verkäuferin Colleen (CLAUDIA LEE) abgesehen.

 
 
 


 
 
 

THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS – Kritik

 
 
 
Eine traurige Nachricht ereilte Horrorfans im Sommer 2015. Am 30. August starb Horrorlegende WES CRAVEN mit 76 Jahren in Los Angeles an einem Hirntumor. Craven hatte als Regisseur wegweisender Klassiker wie NIGHTMARE ON ELM STREET, THE HILLS HAVE EYES oder SCREAM Generationen von Horrorfans das Fürchten gelehrt. Zu einer der letzten Arbeiten des beliebten Filmemachers gehörte THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS. Für den zeichnete Craven als ausführender Produzent verantwortlich und überließ das Regiezepter NICK SIMON. Der schrieb bereits mit am Drehbuch zum Pyramiden-Grusler THE PYRAMID: GRAB DES GRAUENS und bleibt nach seinem ersten Spielfilm REMOVAL – EINFACH AUFGEWISCHT dem Horrorgenre treu. Glaubt man den vielen Interviews, die zur Veröffentlichung von THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS die Internet-Runde machten, fungierte Craven nicht nur als Geldgeber. Er war für den noch unerfahrenen NICK SIMON ein Mentor und überwachte vom Casting bis zum Drehbuchfeinschliff nahezu jeden Schritt der Produktion. Vermutlich dürfte das auch der Grund sein, weshalb THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS eine individuelle Handschrift des Regie-Newcomers missen lässt und unterm Strich doch mehr an die vielen Schauerstreifen aus der Angstschmiede von WES CRAVEN erinnert. Das mag sich auf den ersten Blick interessant lesen. Leider bleibt THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS weit hinter eventuellen Erwartungen zurück, denn der Film nervt mit unsympathischen Figuren und lässt viele Fragen offen. Ob sich der perfektionistisch veranlagte Altmeister den unerwarteten Abgang so glanzlos gewünscht hätte?
 
 
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THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS rückt die selbstbewusste Colleen in dem Mittelpunkt. Die fristet als Kassiererin eines Supermarktes im verschlafenen Ort Spearfish ein gelangweiltes Dasein. Doch das perspektivlose Leben erhält plötzlich frischen Wind, als die Mittzwanzigerin am schwarzen Brett des Geschäfts eine erschreckende Fotografie vorfindet, auf der eine ermordete Frau (KATHARINE ISABELLE aus SEE NO EVIL 2, GINGER SNAPS oder TORMENT) abgelichtet wurde. Schnell ist die Polizei vor Ort. Doch die glaubt an einen makabren Scherz. Immerhin berichten bald Onlinemedien über den Vorfall und rufen das Interesse von Starfotograf Peter Hemmings (deplaziert und kaum zu ertragen KAL PENN) auf den Plan. Der glaubt in der Stellung der abgelichteten Leiche Parallelen zu eigenen Arbeiten zu erkennen und reist mit seinen Mitarbeitern von L.A. nach Spearfish, um den ominösen Killer herauszufordern. Dort angekommen sind mittlerweile weitere Fotos verstümmelter Leichen aufgetaucht und bereiten Colleen Sorgen. Das ist auch kein Wunder, ist sie doch die vom Killer Auserwählte, die als erstes die grausigen Bilder zu sehen bekommt. Doch wer ist der brutale Mörder, der Menschen abschlachtet und sie dann fotografieren muss? Eine Frage, deren Antwort die junge Frau näher ist, als ihr lieb sein dürfte.
 
 
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Konstruiert wirkende Schnitzeljagd mit aufgezwungenem Humor. Das Gelbe im Ei ist THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS keineswegs, denn irgendwie fehlt dem Streifen das gewisse Etwas, das aus der Grauen Masse an immer einfallsloseren Slashern hervorstechen lässt. Simons zweites Langwerk hat erhebliche Problem mit Glaubwürdigkeit und ist nicht gerade das, was sich in Filmkreisen originell schimpft. So treiben zwei Killer ein grausames Spiel, doch niemand weiß so recht weshalb. Zudem wird die Identität der beiden Bösewichte bereits nach einer halben Stunden gelüftet, aber über ihre Beziehung zueinander zu keiner Minute ein Wort verloren. Plausible Antworten sind in THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS Mangelware, was angesichts des überschaubaren Geschichte unverständlich ist. Die passt eigentlich auf einen Bierdeckel, konzentriert sich aber in erster Linie auf unerträgliche Protagonisten, die den düsteren Film mit eigenwilligem Humor versorgen sollen. Vermutlich wollte man den Slasher auf Zwang in die SCREAM-Schublade pressen, schließlich kam dort der Mix aus Selbstironie und Suspense an Kinokassen gut ankam. Auch der Rollenname Hemmings ist ein filmhistorischer Inside-Joke in Richtung von Michelangelo Antonionis Foto-Thriller BLOW UP aus den Sechzigern. Trotzdem geht die ironische Rechnung nicht auf, was in erster Linie daran liegt, weil die unsympathischen Nebenfiguren irgendwie nicht in den Film passen wollen und kaum Identifikationsmöglichkeiten bieten. Sie nerven mit geschmacklosen Sprüchen, dienen aber ohnehin nur als Kanonenfutter, damit der Zuschauer auch etwas Gewalt zu sehen bekommt. So gibt es am Ende zwar ein Blutbad zu sehen; viele Fragen bleiben dennoch unbeantwortet, weil nicht für ausreichend Informationen gesorgt wurde. Das legt nahe, dass wohl mit einer Fortsetzung geliebäugelt wurde die Aufschluss geben soll. Angesichts weniger Schocks, fehlender Überraschungen und mangelnder Alleinstellungsmerkmale, dürfte THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS aber beim Zuschauer keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, um ein Sequel zu rechtfertigen.
 
 
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Immerhin sorgt der visuelle Still für atmosphärische Momente. Vor allem dann, wenn die zwei Killer durch wenig ausgeleuchtete Gänge und Zimmer schleichen, um ihren ahnungslosen Opfern aufzulauern und brutal zuschlagen, wächst THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS zu eigentlicher Größe heran. Die Kameraführung versteht es ungemütliche Bilder einzufangen, was aber auch kein Wunder ist, weil Kameramann DEAN CUNDEY sein Handwerk versteht. Der stand bereits in Carpenter-Meilensteinen wie THE THING, HALLOWEEN – DIE NACHT DES GRAUENS und THE FOG hinter der Kamera und hat dort für unheilvolle Bilder gesorgt. Dass Cundey in THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS erneut für visuelle Schauer sorgen sollte, kam nicht von ungefähr. Regisseur NICK SIMON bezeichnet sich nämlich selbst als einer der größten Carpenter-Fans und beteuert, dass dessen DIE KLAPPERSCHLANGE am meisten Eindruck hinterlassen hat. So kam er wegen der Mutter schon früh mit Carpenter-Streifen in Berührung. Die war großer Liebhaber von Horrorfilmen und lies Simon bereits in jungen Jahren sämtliche Schocker der 1980er schauen, die heute Kultstatus genießen. Das hatte prägenden Einfluss auf den Filmemacher, der THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS als Reminiszenz an das Kino dieser Zeit beschreibt. Er wollte einen Horrorstreifen drehen, der sich auch so anfühlt, wie die vielen Filme mit denen er aufgewachsen ist. Das ist leider nur bedingt gelungen, denn trotz Herzblut und gutem Willen ist THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS dann doch nur ein weiterer ästhetisch gefilmter aber dennoch beliebiger Slasher geworden, an den sich morgen leider niemand mehr erinnern wird.
 
 
 


 
 
 

THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Durchaus interessant für Slasherfans, denn THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS ist düster, atmosphärisch und am Ende recht blutig. Regisseur NICK SIMON beschreibt seinen zweiten Langfilm selbst als ungemütliche Symbiose aus HALLOWEEN und DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER. Horrorfans sollten sich nicht von diesem vielversprechenden Lobgesang blenden lassen, denn was der Filmemacher da in einem Interview verlauten hat lassen, ist dann doch etwas sehr hochgegriffen. Vielmehr versteckt sich hinter dem Slasher nur eine weitere Light-Version von SCREAM. Die Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen. Das ist auch kein Wunder, denn SCREAM-Schöpfer WES CRAVEN höchstpersönlich war an der Produktion beteiligt. THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS trägt eindeutig die Handschrift des Altmeisters. So beginnt der Streifen mit einem deftigen Opener, streift etwas Sozialkritik (Frauenbilder in den Medien, Gleichberechtigung der Geschlechter am Arbeitsplatz) an, macht von Humor Gebrauch und hat selbstverständlich schöne Menschen zu bieten, die Slasher-typisch ums Überleben winseln. Leider war Drehbuchautor KEVIN WILLIAMS nicht mit an Bord, der vielen Teenager-in-Angst-Filmen der 1990er mit einem Mix aus Grauen und oft allzu selbstverliebter Selbstironie zum Kassenerfolg verholfen hat. So ist THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS nicht gerade das geworden, was man sich unter einem gelungenen Slasher vorstellt. Vieles im Film macht keinen Sinn und wirft Fragen auf, die aber nicht beantwortet werden. Das frustriert, vor allem auch deshalb, weil sich der Fokus auf unsympathische Figuren richtet, die unnötigen Blödsinn erzählen. Bei einem so unausgereiften und eher bescheidenen Slasher kann man nur hoffen, dass der 2015 verstorbene Horror-Altmeister WES CRAVEN in seinem Grab trotzdem friedlich ruhen kann.
 
 
 


 
 
 

THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS – Zensur

 
 
 
Eigentlich ist THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS hinsichtlich Gewalt kaum der Rede wert, wäre da nicht der rabiate Schluss, in dem diverse Protagonisten auf sehr deftige Art in den Filmhimmel befördert werden. Da werden Messer mehrmals in Brustkörbe gejagt und Kehlen aufgeschlitzt, was einem Massaker gleichkommt, weil die Morde sehr blutig zelebriert werden. Vor 20 Jahren wäre ein Film allein dadurch vermutlich auf dem Index gelandet. Heute dürfte es dafür eine umgeschnittene Erwachsenen-Freigabe (keine Jugendfreigabe) geben.

 
 
 


 
 
 

THE GIRL IN THE PHOTOGRAPHS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bastard (2015)
 
Lost After Dark (2015)
 
Warte, bis es dunkel wird (2014)
 
Scream – Schrei! (1996)
 
Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast (1997)
 

Filmkritik: „Final Cut – Die letzte Vorstellung“ (2014)

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FINAL CUT – DIE LETZTE VORSTELLUNG

(THE LAST SHOWING)

Story

 
 
 
Um beim dritten Date punkten zu können, lädt Martin (Finn Jones) seine Allie (Emily Berrington) zu einer Mitternachtsvorstellung ins Kino ein. Leider ist das Multiplex menschenleer, so dass der psychopathische Filmvorführer Stuart Lloyd (Robert Englund) die Gunst der Stunde nutzt, um einen eigenen Horrorfilm zu drehen, in dem sich die beiden frisch Verliebten den Filmregeln des selbsternannten Regie-Maestros unterwerfen sollen …
 
 
 


 
 
 

FINAL CUT – Kritik

 
 
 
Eine Kult-Ikone des modernen Horrorfilms meldet sich zurück – ausnahmsweise mal nicht mit Horror von der Stange. Genau dreißig Jahre ist es her, dass ROBERT ENGLUND durch die Rolle der Kindermörders FREDDY KRUEGER praktisch über Nacht zur Legende wurde. Sechs Fortsetzungen zog die ELM STREET-Reihe nach sich, bevor ENGLUND vom Studio die Kündigung bekam und die NIGHTMARE-Serie durch ein Remake und mit neuem Freddy-Darsteller gegen die Wand gefahren wurde. Viel Zeit ist seit ENGLUNDS letztem Meuchelfeldzug als Traumdämon vergangen und der Schauspieler hat nach den Freddy-Erfolgen das getan, was wohl jeder ehemalige Kinostar der 80er mittlerweile tut, um sein Lohn und Brot verdienen zu können. Wie vor NIGHTMARE ON ELM STREET tingelt er durch teils trashige Videoproduktionen, von denen immerhin die Kurzgeschichtensammlung SANITARIUM (2013) zu den besseren Vertretern in seiner mittlerweile sehr umfangreichen Film-Vita gehört. Der Zahn der Zeit hat auch an ENGLUND genagt. Aus dem sprücheklopfenden Traum-Killer ist ein greiser Mann geworden, der es aber scheinbar noch einmal wissen wollte. Er geht zu den Anfängen seiner Karriere zurück, wechselt noch einmal die Fronten und schlüpft für FINAL CUT – DIE LETZTE VORSTELLUNG (im Original: THE LAST SHOWING) erneut in die Rolle eines Bösewichts um zu zeigen, dass er das Morden und Fiessein nicht verlernt hat.
 
 
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Interessanterweise ist er seiner menschlichen Gebrechlichkeit bewusst und macht sie sich in seinem neuen Horrorfilm zu Eigen. Als Psycho-Opa Stuart terrorisiert er in FINAL CUT – DIE LETZTE VORSTELLUNG ein frisch verliebtes Pärchen während einer Leinwandvorstellung des Klassikers THE HILLS HAVE EYES 2. Die wollten eigentlich nur ein bisschen knutschen und fummeln, bis sie selbst zu unfreiwilligen Statisten in einem selbstgedrehten Horrorfilms werden und ums Überleben bangen müssen. Als betagter Technik-und Filmnerd gewinnt ENGLUND hier recht schnell das Vertrauen seiner naiven Hauptdarstellerin und hetzt sie mit sicherem Gespür für Taktik und Manipulation gegen ihren Liebsten auf. Der versucht seine Unschuld mit allen Mitteln zu beteuern, hat aber nicht mit der Cleverness seines Widersachers gerechnet, der scheinbar schon einige Krimis studiert hat, um sein Opfer subtil in den Tod treiben zu können.
 
 
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Zurück zu den Anfängen: Erfahrene Horror-Fans wittern die Fährte und verstehen einige der im Film platzierten Zitate. So steckt hinter dem in der Mitternachtsvorstellung gezeigten Mutantenspektakel (Er)Schreckmeister WES CRAVEN – jener Regisseur, der mit der NIGHTMARE ON ELM STREET-Reihe nicht nur Filmgeschichte schrieb, sondern ENGLUND in der Rolle des Horror-Monsters „Freddy Krueger“ zu Weltruhm verholfen hat. Letzterer läuft in FINAL CUT – DIE LETZTE VORSTELLUNG noch einmal zu Hochform auf und stellt seine Wandlungsfähigkeit unter Beweis. Ähnlich wie der verstorbene ROBERT WILLIAMS im Thriller ONE HOUR FOTO verkörpert ENGLUND hier einen filmbewanderten Einzelgänger älteren Semesters hinter dessen vertrauenerweckender Fassade das unbeschreiblich Böse lauert. Rasch wird das Szenario zum Puppenspiel in dem ENGLUND die Strippen hält und seine Marionetten gegeneinander aufhetzt. Trotz gerissener Skrupellosigkeit bleibt Stuart aber immer noch Mensch. Regisseur PHIL HAWKINS räumt seiner Psychopathenfigur Sympathien ein. Nicht selten gelingt es dem Zuschauer so, einen kurzen Einblick in die Psyche einer fragilen und unsicheren Persönlichkeit zu werfen, die schnell an ihre Grenzen kommt, sobald sie unter Druck gerät. Auch wenn die genaueren Hintergründe für Stuarts Handel horrorfilmtypisch rasch unter den Teppich gekehrt werden und die Geschichte von FINAL CUT um allerhand Zufälle bereichert wurde; ENGLUND scheint die Rolle des greisen Psychopathen wie auf den Leib geschneidert zu sein, obwohl er bisher noch nie in Charakterrollen glänzen konnte.
 
 
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Eigentlich ist FINAL CUT – DIE LETZTE VORSTELLUNG nichts Großes. Regisseur PHIL HAWKINS profitiert jedoch von der immer noch enormen Beliebtheit seines bekannten Hauptdarstellers. Der plappert wie zu besten NIGHMARE-Zeiten makabre Floskeln in die Kamera und hat den Zuschauer schnell auf seiner Seite, wenngleich seine Sprüche nur selten die grandios zynische Art erreichen, die einst Pizza-Face Freddy Krueger ausgezeichnet haben. FINAL CUT ist Indie-Horror, so wie er sein sollte: Knackig, fesselnd und unterhaltsam. Ohne großartige Umwege kommt die kleine Geschichte recht zügig zum Punkt und hat trotz bekanntem Psycho-Allerlei immerhin noch einige recht frische Wendungen in petto, damit der Zuschauer bei Laune gehalten werden kann. Statt übertriebenem Blutreigen orientiert sich Macher PHIL HAWKINS vermehrt am klassischen Suspense-Cinema und zieht lieber die Spannungsschraube an, statt das Treiben im Blut zu ersäufen. Die kurzweilige Kombination aus lobenswerter Kameraarbeit, spannungsreichem Drehbuch und witzigen Zitaten heben FINAL CUT über dem Indie-Durchschnitt. Somit darf diese Sondervorstellung gern besucht werden, schließlich erleben ENGLUND-Fans hier den besten ENGLUND seit Jahren.
 
 
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FINAL CUT – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein Horror-Thriller, so wie er sein sollte: Temporeich, fesselnd und unterhaltsam. Freddy Krueger-Darsteller ROBER ENGLUND bleibt seinem Schlitzer-Hobby treu, lässt aber das Schlafwandeln sein. In FINAL CUT – DIE LETZTE VORSTELLUNG (Originaltitel: THE LAST SHOWING) wandelt er auf den Pfaden eines ROBIN WILLIAMS, der vor einigen Jahren mit ONE HOUR FOTO einen ähnlichen Film gemacht hat. Abermals bekommt der Zuschauer einen Killer vor die Linse, der hinter der Fassade eines scheinbar fragilen Greises ausschließlich Böses im Schilde führt und Leichen im Keller stapelt. Regisseur PHIL HAWKINS hat die Regeln für ultimativen Thrill verstanden. Sein FINAL CUT entpuppt sich als erstklassiger Suspense-Thriller mit überraschungsreichen Wendungen, der für Indie-Verhältnisse auch noch bemerkenswert gut in Szene gesetzt wurde. Kult-Ikone ROBERT ENGLUND überzeugt mit gutem Schauspiel, das zum Besten gehört, was man seit Jahren vom ihm gesehen hat. Demnach können wir für FINAL CUT – DIE LETZTE VORSTELLUNG nur empfehlen, denn gut unterhalten wird man hier auf jeden Fall.
 
 
 


 
 
 

FINAL CUT – Zensur

 
 
 
FINAL CUT – DIE LETZTE VORSTELLUNG (der im Produktionsland Großbritannien als THE LAST SHOWING vermarktet wird) ist ein Psycho-Thriller der sich eher züchtig in Sachen Gewalt gibt. Außer zwei gezielten Todesschüssen gibt es nichts an Brutalität zu sehen. Verwunderlich ist das keineswegs, denn FINAL CUT konzentriert sich eher auf Suspense und Spannung. Hierzulande hat der Film eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

FINAL CUT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (normale Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Last Showing; Großbritannien 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: 3 Deleted Scenes (7:38 Min.), 3 Extended Scenes (9:38 Min.), Trailer Deutsch, Trailer Englisch, Trailershow

Release-Termin: 12.05.2016

 

Final Cut – Die letzte Vorstellung (Blu-ray) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

FINAL CUT – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei TIBERIUS FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scorned (2013)

Mindscape (2013)

Coherence (2013)

Simon Killer (2012)

One Hour Foto (2002)

Filmreview: „Scream 4“ (2011)

 

Vor 15 Jahren erschuf Regisseur Wes Craven den Auftakt einer Horrorreihe, die den eigentlich totgesagten Horrorfilm, wieder zu neuem Leben verhelfen sollte.

Sein Slasher „Scream“ reanimierte 1996 das „Teenager in Angst –Kino“ der späten 70er und der frühen 80er, welches mit „Halloween“, „Freitag der 13.“ und „Nightmare on Elm Street“ Mitte der 80er Jahre seinen Höhepunkt erreicht hatte.

Nachdem 1998 „Scream 2“ und im Jahr 2000 „Scream 3“ folgten, galt die Trilogie um die Hauptprotagonistin Sidney Prescott, welche sich in allen 3 Teilen gegen diverse Serienkiller in Ghostface – Kostümen zur Wehr setzte, als abgeschlossen.

Da im Verlauf der folgenden 10 Jahre das sogenannte „Remake“ – Syndrom Hollywood heimsuchte und nahtlos jede halbwegs berühmte „Horrorikone/serie“ der 70er und 80er Jahre neuverfilmt wurde, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch eine Neuverfilmung des beliebten „Scream – Franchise“ auf der Remakeliste Hollywoods stand.

Gott sei Dank verschonte man die Fans mit einem Neuverfilmung und entschied sich letztendlich gegen das „Scream“ – Remake und führte die Reihe mit einem Sequel fort.

 

Nach mehreren Jahren kehrt, die nun erwachsene Autorin Sidney Prescott (Neve Campbell) aufgrund einer Lesereise in das kleine Städtchen Woodsboro zurück.

Ihre damaligen traumatischen Erlebnisse hat sie erfolgreich in einem Roman verarbeitet.

Kaum in Woodsboro angekommen frischt sie wieder die Kontakte zu alten Bekannten auf und muss unerfreut und wortlos das Jubiläum der damaligen „Woodsboro – Morde“ hinnehmen.

Doch kaum an die vertraute Umgebung gewöhnt, beginnen die Morde von neuem.

Wieder hat es ein Killer im schwarzen Gewand und Geistermaske auf Sidneys Leben und das ihrer Freunde abgesehen.

 

Was erwartet uns vom nunmehr 4. Teil der Horrorserie „Scream“?

Sagen wir so, ein vertrautes Treffen alter Bekannter.

Schnell fühlt man sich im sympathischen und riesigen „Scream“ – Universum heimisch.

Ob Sidney (Neve Campbell), ob Reporterin Gale (Courteney Cox) oder Sheriff Dewey (David Arquette) – schön wieder bekannte, wenn auch merklich gealterte, Gesichter wieder zu sehen.

Schön auch, dass sich Regisseur Wes Craven und Drehbuchautor Kevin Williams nicht an den aktuellen Folter, Gore und Splatterstreifen der aktuellen Dekade bedienen. „Scream 4“ bleibt wahrlich schön schrullig oldschool, was vor allem damaligen „Scream“-Fans gefallen dürfte.

Egal ob Morde, Charakterzeichnung oder Erzählstruktur. Es gibt nichts was alteingesessenen Horrornerds nicht auch schon von damaligen „Scream“- Teilen her kennen.

Dennoch, das Einhalten von gewohnten „Scream“ -Strukturen und Mustern dürfte vor allem der nachgerückten Kinogeneration übel aufstoßen. Zu wenig Action, zu weniger Terror, zu wenig Blut und Gewalt, zu oft wiederholte Szenenabläufe (Ghostface im Schrank – springt hervor und sticht zu, Ghostface auf der Treppe – springt hervor und sticht zu, Ghostface vor dem Auto – springt hervor und sticht zu etc.pp). Ich glaube Kids von heute dürften Filme wie „Scream“ weniger beeindrucken, als uns Kids in den 90ern.

Vielleicht lag darin auch der Grund, warum „Scream 4“ nicht wirklich den Erfolg an den Kinokassen einspielte, den man letztendlich gern erwartet hätte. Ghostface und Co. wirken neben dem ganzen “Transformers”, “Avatars” und “Final Destinations” 3D-Schnick Schnack schon recht altbacken, was letztendlich nichts schlechtes bedeuten muss. Aber, ich für meinen Teil, bin der Meinung, das mit „Scream 4“ das Thema Sidney und Ghostface seinen Zenit erreicht hat und ausgereizt ist.

Zu oft hatte ich das Gefühl, alles schon einmal gesehen zu haben.

Hoffentlich belässt es Hollywood bei diesem abschließenden 4. Teil.

Bis auf das wirklich geniale Filmintro und die letztendliche Auflösung der Story am Ende konnte ich nichts wirklich frisches, neues entdecken. Vielleicht hat man sich im Laufe der Jahre von „Scream“ auch einfach nur satt gesehen.

 

Fazit 7/10 Punkte

 

Vertrautes Wiedersehen mit alten Bekannten, einem coolen Intro und einem genialen Finale.

Aber sich ständig wiederholenden Hetzjagden, die man bereits aus unzähligen „Slasher“ -Filmen her kennt und in den vorherigen 3 „Scream“ – Teilen bereits zu Genüge gesehen hat. Hoffentlich findet Sidney jetzt endlich ihren verdienten„Frieden“ – ich würde es ihr gönnen!

 

Hellraiser80