Filmkritik: „Der Fluch der reitenden Leichen – Die Rückkehr der Tempelritter“ (2020)

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DER FLUCH DER REITENDEN LEICHEN – DIE RÜCKKEHR DER TEMPELRITTER

(CURSE OF THE BLIND DEAD)

Story

 
 
 

Totgeglaubte Tempelritter aus dem 14. Jahrhundert stehen viele Jahrhunderte später von den Toten auf und wollen ein satanistisches Ritual beenden.

 
 
 


 
 
 

DER FLUCH DER REITENDEN LEICHEN – Kritik

 
 
Die reitenden Leichen sind zurück. Bitte wer? Eine berechtigte Frage, die sich Horrorfilmfans jüngeren Alters zu Recht stellen dürften. Dabei sind die modrigen Zombies auf muffigen Pferden eigentlich Pflichtprogramm im Genre. Im Jahre 1972 rief Regisseur AMANDO DE OSSORIO eine Horrorfilm-Reihe ins Leben, die bis heute Kultstatus genießt. Darin vermischte er Gothic-Horror, Zombie-Thematik und spanischer Folklore zu einem stimmigen Gruselmix, der es auf vier Filme brachte. Was Anfang der 1970er mit DIE NACHT DER REITENDEN LEICHEN begann, zog drei Fortsetzungen nach sich, die auch in den Fokus eifriger Sittenwächter gerieten. So ereilte Film Nummer drei das gleiche Schicksal, wie so einige Produktionen in den 1970er und 1980er. DAS GEISTERSCHIFF DER SCHWIMMENDEN LEICHEN wurde bundesweit beschlagnahmt, was zur Folge hatte, dass er sein Dasein im Giftschrank fristen musste – und das sogar bis heute. Was für ein Hohn.
 
 
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Umso erfreulicher, dass die Filmserie nun fortgeführt wird – wenn auch inoffiziell. DER FLUCH DER REITENDEN LEICHEN nennt sich der neuste Ableger und greift abermals die Geschichte von einer Gruppe Tempelritter auf, die im 14. Jahrhundert satanistische Rituale durchführen und dafür mit dem Tod bestraft werden. Die Sekte wird von den Bewohnern eines nahegelegenen Dorfes überwältigt, geblendet und lebendig verbrannt. Daraufhin erklären die Ritter Rache und schwören aus ihren Gräbern zurückzukehren, um die Ermordung zu vergelten. Viele Jahrhunderte später scheint es soweit zu sein. Die Erde steht kurz vor dem Untergang und die Menschheit wurde weitestgehend dezimiert. Nur wenige Überlebende schlagen sich durch eine postapokalyptische Welt, in der sich jeder selbst der Nächste ist. So auch ein Mann und seine schwangere Tochter. Die landen bei ihrer Suche nach Hilfe in den Fängen einer Sekte, die genau jene Tempelritter huldigen, die im Mittelalter das Böse anbeteten. Was folgt, ist leicht zu erraten. Die neuen Anhänger rufen die totgeglaubten Ritter aus ihren Gräbern. Die richten ihre morschen Knochen auf und sorgen für ein Blutbad. Halleluja.
 
 
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Die reitenden Leichen im düsteren Digitallook. Für Kenner der Originalfilme gewöhnungsbedürftig, denn der kontrastreiche Videolook passt leider gar nicht zu jenen Filmen, die gern mal die britischen Hammerstudios in Erinnerung holen. Vorbei mit gruseligem Gothic-Horror und wohliger Schaueratmosphäre. DIE NACHT DER REITENDEN LEICHEN verfügt über hochauflösende Digitalbilder und lässt lieber Spezialeffekte sprechen. Statt subtile Stimmungsmache will das Reboot mit Filmgewalt Aufmerksamkeit erregen. Da wird ordentlich gesplattert und das nicht gerade wenig. Gorehounds wird das freuen.
 
 
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Dass die Handlung bei so viel Blut nebensächlich wird, ist ein Manko. Viel Substanz hat DER FLUCH DER REITENDEN LEICHEN nämlich nicht. Was wie 28 DAYS LATER beginnt und sogar über so etwas wie falsche Fährten verfügt, wird Regisseur RAFFAELE PICCHIO spätestens zur Halbzeit zu kompliziert. Vorbei mit Charakterentwicklung, Spannungsaufbau und Story. Gewalt muss her, um die letzten Filmminuten füllen zu können. Das ist einfältig und macht vor allem deshalb nur wenig Spaß, weil RAFFAELE PICCHIO spätestens dann nicht verbergen kann, aus welcher Genre-Ecke er eigentlich kommt. Der hat sich als Trashfilmer einen Namen gemacht und zeichnete bisher für Low-Budget-Filme verantwortlich, die sich auf gehobenem Amateurstatus befanden. Darunter: MORITURIS – DAS BÖSE GEWINNT IMMER und THE BLIND KING. Nicht unbedingt herausragende Horror-Unterhaltung. Aber immerhin brutal. Erfahrene Filmkenner wird das wohl kaum vom Hocker reißen.
 
 
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DER FLUCH DER REITENDEN LEICHEN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Nicht unbedingt perfekt – aber schaubar. DER FLUCH DER REITENDEN LEICHEN ist Reboot und Fortsetzung zugleich. Trashfilmer RAFFAELE PICCHIO tritt das Erbe von Regisseur AMANDO DE OSSORIO an und versucht dessen Saga über eine Sekte von Tempelrittern, welche von den Toten auferstehen und töten, weiterzuspinnen. In technischer Hinsicht macht der inoffizielle fünfte Teil eine gute Figur. Nur Drehbuch und Darsteller zeigen sich oft hölzern und amateurhaft. Das ist aber auch kein Wunder. Filmemacher RAFFAELE PICCHIO hat zuletzt Filme gedreht, die sich auf gehobenem Amateurstatus befanden. DER FLUCH DER REITENDEN LEICHEN macht da keine Ausnahme, ist aber hierbei die bis dato professionellste Arbeit des italienischen Filmemachers. Offenbar hat das auch der deutsche Rechteinhaber erkannt. Für Low-Budget-Filme wie diesen werden meistens lieblose Synchronisationen erstellt. So nicht im Falle von DER FLUCH DER REITENDEN LEICHEN. Dem deutschen Label war wohl die Wichtigkeit des Franchise bewusst. Daher hat man auch auf eine semiprofessionelle Laien-Übersetzung verzichtet und mehr Herz investiert. Löblich!
 
 


 
 
 

DER FLUCH DER REITENDEN LEICHEN – Zensur

 
 
 
DER FLUCH DER REITENDEN LEICHEN – DIE RÜCKKEHR DER TEMPELRITTER ist recht splattrig ausgefallen. In einer Szene (3-5 Sekunden) wird ein Baby zerteilt. Das musste entfernt werden, um eine Freigabe erhalten zu können. Die deutsche Fassung ist demnach geschnitten und besitzt den rote Freigabe-Sticker.
 
 
 


 
 
 

DER FLUCH DER REITENDEN LEICHEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Classics (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Curse of the Blind Dead; Italien 2020

Genre: Horror, Thriller, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 24.07.2020

 

Der Fluch der reitenden Leichen – Die Rückkehr der Tempelritter [Blu-ray] auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DER FLUCH DER REITENDEN LEICHEN – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Classics)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Nacht der reitenden Leichen (1972)
 
Das Blutgericht der reitenden Leichen (1975)
 
Die Rückkehr der reitenden Leichen (1973)
 

Filmkritik: „Seven – Die Super-Profis“ (1979)

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SEVEN – DIE SUPER-PROFIS

(SEVEN)

Story

 
 
 
Hawaii – schließlich haben wir hier einen Film des großen Andy Sidaris auf dem Schirm – ist in die groben Pfoten des organisierten Verbrechens gefallen. Eine Bande von sieben Gangstern teilt das Inselreich unter sich auf. Als man sich auf Behördenseite nicht mehr zu helfen vermag, heuert man den einstigen Agenten und jetzt professionellen Problemlöser Drew „Seven“ Savano (William Smith) und seine Gang von kampferprobten Haudegen an, um dem Gesindel die Leviten zu lesen. Drei Mal Sieben – feiner Sand!

 
 
 


 
 
 

SEVEN – Kritik

 
 
Nehmen wir unsere wohlwollende Nachbetrachtung von SEVEN – DIE SUPER-PROFIS doch mal ganz launig zum Anlass, das Loblied auf einen Schauspieler anzustimmen, dessen meistens schnauzbärtige Großartigkeit inzwischen zumindest in seiner amerikanischen Heimat zu den anerkannten Tatsachen zählt: William Smith. Heute stolze 87 Lenzen auf dem Buckel, beginnt seine Showbusiness-Karriere als Kinderschauspieler, bevor er sein wohl angeborenes Talent für Fremdsprachen erst bei der Armee im Korea-Krieg und später im Studium schulen kann. William Smith, ein echter Renaissance-Man, ist also nicht nur Code-Knacker beim Militärgeheimdienst, Amateurboxer, Gewichtheber mit noch heute bestehenden Rekorden, Stuntman und Schauspieler.
 
 
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Nein, William Smiths Art, seine Rollen anzugehen, ist auf eine interessante Weise eigen und singulär. In seinem Spiel trifft amerikanische Charakterdarsteller-Kunst auf die toughe körperliche Präsenz eines kurz vor zwei Meter großen Bodybuilders mit Pockennarben und den Herrenausstatter-Looks der entsprechenden Handlungsjahre. Wenig verwunderlich spielt er zum größten Teil Bösewichter. In der auch hierzulande erfolgreichen Miniserie REICH UND ARM liefert er eine seiner bösartigsten Leistungen ab. Positive Rollen sind klein – etwa der Vater des Helden am Anfang von CONAN DER BARBAR oder eben in obskuren Filmen wie SEVEN – DIE SUPER-PROFIS. Im New Beverly Cinema, einem wunderschönen, klassizistischen, der Vergangenheit auch des B-Movies gewidmeten Kino-Palast in Los Angeles, der heute niemand geringerem als Quentin Tarantino gehört, ist Smith gern gesehener Gast und beantwortet freudig Fragen zu seinen Filmen, die dort immer wieder vor vollem Hause laufen.
 
 
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Wenn wir schon bei faszinierenden Figuren sind: Regisseur Andy Sidaris (1931 – 2007) war auch ein Phänomen. Finanziell hat der Mann aus Chicago schon recht früh ausgesorgt. Als Fernsehmacher zeichnet er verantwortlich für die ersten wirklich zu nationalen TV-Events aufgeblasenen Boxkämpfe und vor allem die millionenschwere „Monday Night Football“ Show der NFL. Erfahrungen im Bereich Handlungs-Programm sammelt Sidaris in den Siebzigern als Regisseur populärer Krimiserien wie EINSATZ IN MANHATTAN. Seine Filmographie trashiger Girls-With-Guns-Reißer ist somit eigentlich nur ein schrulliges Hobby und strotzt nur so von klirrendem Action-Schlock, der sich über kein Klischee erhaben fühlt und nur im guten Exploitation-Stil der alten Schule unterhalten will. Zwischen den Siebzigern und den Neunzigern schickt Sidaris immer wieder Amazonen mit großen Hupen und noch größeren Frisuren in den Kampf gegen räudige Drogenbarone und anderes Dunkelmänner-Material. Handlungsorte sind bevorzugt Las Vegas, Kalifornien oder eben Hawaii. Hauptsache Hitze. Es wird geschossen und gedroschen, Zeugs in die Luft gesprengt und natürlich auch im schlimmsten Playboy-Channel-Softsex-Stil das harte Silikon begrabbelt. Herrlich!
 
 
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SEVEN – DIE SUPER-PROFIS ist optisch noch nicht ganz so glatt wie die späteren Sidaris-Filme, atmet stattdessen die Luft der zahllosen geilen und unbarmherzig politisch unkorrekten Söldner-Actioner aus jenen Jahrzehnten, wo, angelehnt ans filmhistorische Vorbild der GLORREICHEN SIEBEN oder, um noch eine Generation weiter in die Vergangenheit zu reisen, DIE SIEBEN SAMURAI, eine schlagkräftige Truppe für testosterongeschwängerte Ordnung sorgt. Zu VHS-Zeiten war der Film zwar stilecht in einem der rosafarbenen Covers zu finden, die bei der Firma VPS für das Actionprogramm standen, dafür aber geschnitten.
 
 
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SEVEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Den Scherz mit den 7 Punkten konnten wir uns jetzt nicht sparen. Geht aber auch mit gutem Gewissen klar. SEVEN – DIE SUPER-PROFIS ist eine reine William-Smith-Tough-Guy-Show, in der Action-Trash-Regiemeister extraordinär Andy Sidaris so richtig die Fetzen fliegen lässt. Spät-Siebziger-US-Exploitation reinsten Wassers, kurzweilig und wild, obendrein mit einer kernigen deutschen Synchro gesegnet. Macht man als Freund des Bahnhofskinos oder der einen oder anderen vergessenen Expedition ins Videothekenreich nix falsch.
 
 


 
 
 

SEVEN – Zensur

 
 
 
Alle Veröffentlichungen von SEVEN – DIE SUPER-PROFIS waren bisher geschnitten. Die nun auf Blu-ray erhältliche Fassung ist nicht nur zum ersten Mal ungeschnitten. Die Veröffentlichung des Actionklassikers beinhaltet zudem den ungekürzten Director’s Cut. Fans des Streifens sollten daher schnell zugreifen. Der Release im Mediabook ist streng limitiert. Info am Rande: Auf der deutschen Blu-ray ist ein roter FSK-Flatschen zu finden.
 
 
 


 
 
 

SEVEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Classics (DVD + Blu-ray im Mediabook – Auf 1500 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Seven; USA 1979

Genre: Action, Drama, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: 16-seitiges Booklet mit Fotos und weiteren interessanten Zusatzinformationen, Originaltrailer (1:01 Min.), Artworkgalerie (2:18 Min./ 23 Bilder)

Release-Termin: Mediabook: 26.06.2020

 

Seven – Ungekürzter Director`s Cut [Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SEVEN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Classics)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Wildgänse kommen (1978)
 
Kommando Leopard (1985)
 

Filmkritik: „D-Railed – Zugfahrt in die Hölle“ (2018)

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D-RAILED – ZUGFAHRT IN DIE HÖLLE

(D-RAILED)

Story

 
 
 

Eine Zugfahrt endet im Chaos und führt zum Tod. Der Grund: Ein Zugunfall und See-Monster.

 
 
 


 
 
 

D-RAILED – Kritik

 
 
In Zeiten, in denen Filme schon inflationär für verschiedenste Auswertungen produziert werden, ist es ganz schön schwer geworden, die Spreu vom Weizen zu trennen. Überall wird Stoff für ausgehungerte Horrorfilmfans benötigt. So dürstet es dem Fernsehen nach immer neuen Streifen, um seine Zuschauer versorgen zu können. Aber auch Streaming-Portale brauchen Inhalte, um Abonnenten zu ködern. Ganz nebenbei geht es dem Videomarkt nicht anders. Wird der nicht mit frischer Ware beliefert, verdient er keinen einzigen Cent. Die Nachfrage nach Horror ist dementsprechend groß. Da wird gern mal auf Qualität gepfiffen – gekauft wird es ja trotzdem. Eine traurige Entwicklung, wie mittlerweile jeder Horrorfilmliebhaber realisiert haben dürfte. Gute Schocker sind rar geworden. Stattdessen überfluten Billigproduktionen Händlerregale und Heimkinos, wegen denen so langsam die Lust am Genre vergeht. D-RAILED – ZUGFAHRT DES GRAUENS ist so ein Übeltäter. Bei dem ist bereits die Bewertung auf der IMDB Warnung genug. So ist schon dem Trailer das magere Budget anzusehen. Der fertige Film bestätigt die Vermutung. Ist hier etwa die für Trash-Horror berüchtigte Produktionsfirma THE ASYLUM am Werk? Wir geben Entwarnung. Die hat diesmal Sendepause. Qualitativ besser macht das D-RAILED aber nicht. Demzufolge ist dieser Gruselstreifen nur etwas für Hardcore-Low-Budget-Filmfans.
 
 
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D-RAILED – ZUGFAHRT DES GRAUENS erzählt die Geschichte eines ganz besonderen Abendschmauses. Daran nehmen gutzahlende Gäste teil, um im Stile der 1930er-Jahre an einem Krimi-Dinner teilzunehmen, das sich in einem fahrenden Zug abspielt. Die Stimmung ist ausgelassen und die Lok rollte los. Doch aus Spannung über das bevorstehende Spektakel wird bald unbändige Angst. Ein paar Kleinkriminelle haben sich unter die Schauspieler gemischt. Die wollen den Schmuck aller Anwesenden und erhoffen sich fette Beute. Doch Habgier bleibt ihnen im Halse stecken. Der Zug entgleist und landet im See. Dort warten auf die Verunglückten mysteriöse Fischmenschen (?), die großen Appetit haben.
 
 
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Dreiste Mogelpackung. Im Vorspann wird der Name eines Altstars eingeblendet. Kein geringerer als LANCE HENRIKSEN ist angeblich mit von der Partie und dürfte Horrorfilmfans kein Unbekannter sein. Den Amerikaner sah man schon in unzähligen Genre-Streifen. Einige davon genießen Kultstatus. Darunter: ALIENS und DAS HALLOWEEN MONSTER. Seit einigen Jahren geht es Henriksen langsamer an. Statt großer Blockbuster lässt er sich bevorzugt in B-Horrorfilmen oder Low-Budget-Ware blicken. Genau das tut er auch in D-RAILED und macht so indirekt Werbung für den Film. Was Zuschauer aber nicht wissen: Henriksen dient hier nur als Zugpferd, um Verkäufe anzukurbeln. Im Werk selbst ist er genau drei Minuten zu sehen. Eine enttäuschende Prämisse, die Fans des alternden Hollywood-Stars so gar nicht schmecken dürfte.
 
 
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Wenig erfreulich ist auch die Tatsache, dass D-RAILED dank des Kurzauftritts nicht besser wird. Der Film ist genau das, was man beim Einblenden des UNCORK’D-ENTERTAINMENT-Logos zu Beginn des Streifens erwartet. Das ist ein Vertrieb der Billig-Filme vertreibt, von denen nur die wenigsten was können. Genau das trifft auch auf die hier vorliegende Zugfahrt zu. Die beginnt mit einem Twist und entwickelt eine solide Dynamik, sodass mancherorts sogar so etwas wie ein Spannungsbogen entsteht. Leider ist nach dem Zugunglück damit Schluss. Das Fahrzeug stürzt ins Wasser, schlechte Bluescreen-Technik tut da ihr Übriges. Das Resultat: Schnee von gestern, denn ähnlich wie in FROM DUSK TILL DAWN wagt man auch hier einen riskanten Richtungswechsel. Schluss mit Geiselnahme und Ganoven. Was folgt, ist die Verwandlung zum Creature-Feature. Das passt nicht sonderlich gut zusammen und ist auch sonst eine äußerst lahme Nummer.
 
 
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Der Grund: Szenenabläufe wiederholen sich zu oft und die Überlebenden sind nicht unbedingt am Überleben interessiert. Wir sehen wie die wenigen Protagonisten von eigensinnigen See-Monstern attackiert und verspeist werden. Man muss sich zum Ufer vorkämpfen und verschanzt sich dort in einem Haus. Keiner der Charakter verhält sich rational, was in Kombination mit der nicht immer stimmigen, deutschen Synchronisation oftmals unfreiwillig komisch wirkt. So kommt, was man erwartet hat. D-RAILED wird der Vorahnung gerecht, die man bei Filmen aus dem Vertrieb von UNCORK’D ENTERTAINMENT eben grundsätzlich hat. Monster töten, töten, töten und Protagonisten schreien, schreien und sterben. Der Inbegriff purer Langeweile und Ideenlosigkeit, zumal sich Regisseur DALE FABRIGAR nicht einmal ansatzweise um Abwechslung bemüht. Das „Du-bist-der-Nächste“-Prinzip wird inflationär angewandt und nacheinander sterben alle Anwesenden. Ein schlussendlicher – aber zugegeben cleverer Twist – reißt da leider auch nichts mehr.
 
 


 
 
 

D-RAILED – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Low-Budget-Horror von der Stange, der ganz gut beginnt, aber nach 30 Minuten in die Belanglosigkeit abdriftet, weil er in die falsche Richtung abbiegt. Aus einem hitzigen Überfall in einem fahrenden Zug entwickelt sich auf einmal ein Creature-Feature. Die Idee ist skurril, aber an der Umsetzung hapert es. Beinahe mag man meinen die Drehbuchschreiberlinge hätten nach dem passablen Auftakt weder Lust noch Ideen gehabt, um die Geschichte zu Ende zu bringen. Das Ergebnis: Langweile, weil sich der Film ausschließlich mit dem unspektakulären Töten seiner wenig klugen Protagonisten beschäftigt. Die beginnen ziemlich schnell zu nerven, werden aber kurz und schmerzlos von See-Kreaturen umgebracht. Immerhin sind die Kreaturen-Effekte ganz okay. Besser wird – ZUGFAHRT DES GRAUENS aber dadurch nicht. Dazu fehlen dem Film einfach spannende Momente und frische Ideen.
 
 


 
 
 

D-RAILED – Zensur

 
 
 
D-RAILED – ZUGFAHRT IN DIE HÖLLE hat von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Diese Einstufung ist angemssen. Viel Gewalt gibt es nämlich nicht zu sehen. Diese begrenzen sich auf einen Kopfschuss, weitere Verletzungen durch Pistolenmunition und diverse Monsterangriffe, die aber kaum der Rede wert sind. Bei letzterem gibt es aber immerhin einen netten Spezialeffekt. Hier befindet sich ein Kopf im Schlund eines der Wesen. Dieser wird zerdrückt und die Augen quillen aus dem Schädel. Die deutsche Fassung ist übrigens ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

D-RAILED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: D-Railed; USA 2018

Genre: Horror, Thriller, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Englisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 26.06.2020

 

D-Railed – Zugfahrt in die Hölle [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

D-RAILED – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Grauen aus der Tiefe (1980)
 
Mosquito Man (2005)
 
Scarecrow (2013)
 
Leprechaun: Origins (2014)

Filmkritik: „The Pack – Die Meute“ (2015)

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THE PACK – DIE MEUTE

(THE PACK)

Story

 
 
 
Auch tierliebende Menschen sind nicht vor den Launen der Natur sicher. Im Horrorfilm THE PACK geht es einer verschuldeten Familie an den Kragen, die auf ihrer Farm von einem Rudel wilder Hunde attackiert wird. Man versucht zu entkommen, doch leider wird jeder Fluchtversuch von den tollwütigen Bestien unterbunden. Was folgt ist ein unerbittlicher Kampf zwischen Mensch und Tier, der am Ende nur einen Sieger kennt.
 
 
 


 
 
 

THE PACK – Kritik

 
 
 
Das Böse auf vier Pfoten – Home Invasion mal anders. Diesmal sind es keine Psychopathen, Serienkiller oder maskiere Teenager, die einer ahnungslosen Familie nichts Gutes wollen. In diesem Horror-Thriller warten wilde Hunde vor der Haustür verängstigter Bürger, die aus unerklärlichen Gründen nur eines im Sinn haben: knurren, töten und fressen. THE PACK ist Tier-Horror für (fast) die ganze Familie, der im Frühjahr 2015 auf dem Filmfestival in Cannes zum ersten Mal gezeigt wurde und hierzulande im Zuge des FANTASY FILMFESTES seine Deutschlandpremiere feierte. Leider ist der Terrorstreifen dort beim Publikum nicht sonderlich gut angekommen, was hauptsächlich am schläfrigen Inszenierungsstil von Regisseur NICK ROBERTSON gelegen hat, der in seinem Regiedebüt Spannung mit Tiefschlaf verwechselt. Keine guten Vorraussetzungen für einen Genrefilm, der eigentlich in erster Linie Angst einjagen und nicht zum Einschlafen verleiten soll. Umso mehr verärgert die Titelgebung. Die verwirrt nämlich den Zuschauer unnötig, weil sie suggeriert, dass es der Horrorfan hier mit einer unnötigen Neuauflage zu tun bekommt. Dem ist natürlich nicht der Fall. THE PACK hat nichts mit dem gleichnamigen Tier-Horror aus dem Jahre 1977 gemeint, der hierzulande als DIE MEUTE vermarktet wurde und mit ähnlicher Handlung Nervenkitzel bescheren konnte.
 
 
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Von Nervenkitzel ist im vorliegenden Horrorfilm keine Spur. Stattdessen wird die dünne Geschichte um selten nachvollziehbare Handlungenverläufe bereichert, die daran zweifeln lassen, dass die Macher das auch ernst meinen, was sie da auf Film gebannt haben. Warum in Gottes Namen verlässt man das Haus, wenn man weiß, dass draußen aggressive Killerhunde lauern? THE PACK ist ein Film der Fragen aufwirft. Nicht nur aggressive Köter haben aus unerklärlichen Gründen ihren Gehör- und Geruchssinn verloren. Auch mit den Protagonisten des Films scheint etwas nicht zu stimmen, handeln die zu keiner Zeit nachvollziehbar oder taktisch klug. So versucht man sich selbst in Gefahr zu bringen, um anschließend irgendwie gebissen oder attackiert zu werden. Nein, THE PACK ist kein sinnbefreiter Trash mit schlechten Effekten. Was da an Logikfehlern über die Mattscheibe flimmert, entspring tatsächlich dem Geist eines ambitionierten Drehbuchautors, der entweder noch nie einen Horrorfilm gesehen hat oder bewusst versucht Fans dieses Subgenres zu verärgern. Geglückt ist ihm Letzteres alle Mal, denn auch wenn Regisseur NICK ROBERTSON viele Ungereimtheiten mit immerhin atmosphärischer Optik und hektischen Schnitten zu überspielen versucht, gehört THE PACK zweifelsohne zu einem der dümmsten Tierhorrorfilme, die das Kinojahr 2015 hervorgebracht hat.
 
 
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Ein Grund mehr an dieser Stelle auf einen ähnlich gestrickten Horror-Thriller zu verweisen, der bereits 2010 unter der Regie des Amerikaners CARLOS BROOKS entstanden ist. In BURNING BRIGHT – TÖDLICHE GEFAHR lässt man einen Tiger auf einen Teenager und dessen autistischen Bruder los, die sich im Haus des Stiefvaters gegen die Attacken der hungrigen Kreatur zur Wehr setzen müssen. Entstanden ist ein packendes und zugleich schweißtreibendes Katz-und-Maus-Spiel, das beispielhaft zeigt, wie wichtig konsequenter Spannungsaufbau für einen Horrorfilm ist. Nach dem sucht man in THE PACK leider vergebens. Stattdessen tragen sich die teils behäbig in Szene gesetzten Ereignisse haargenau so ab, wie in bereits all den Tier-Schockern, die seit den 70ern Kinos und Wohnzimmer unsicher machen. Umso bedauerlicher, dass Regisseur NICK ROBERTSON und Drehbuchautor EVAN RANDALL GREEN viel Aufwand in die Charakterisierung ihrer Figuren (darunter ANNA LISE PHILLIPS aus HEADHUNT) investiert haben, denen in THE PACK eine angemessene Tiefe zuteil wird. Vergeudete Arbeit, hat doch dieser Horror-Schnarcher – mal abgesehen von dummen Ideen – nichts, was positiv im Gedächtnis haften bleibt. Enttäuschend!
 
 
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THE PACK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein Home-Invasion-Thriller der vierbeinigen Art, dem es vor allem an einem mangelt: Originalität und Logik. Wer auch beim Horrorfilm den Grips nicht ausstellen kann, der sollte THE PACK meiden. Hier verhalten sich nicht nur Killerhunde komisch; auch die Protagonisten stellen sich selten dämlich an. Während man anfänglich noch um eine angemessene Tiefe aller Figuren bemüht ist und die Spannung konstant zu steigern versucht, fällt das zuvor akribisch erdachte Handlungsgerüst wie ein Kartenhaus in sich zusammen, sobald die bösen Hunde vor der Haustür knurren. Die besitzen plötzlich weder Geruchs- noch Gehörsinn und springen wie Superdog durch Autoscheiben, um Menschen zu reißen. Aber auch die Opfer sind von Sinnen. So bleibt man nicht hinter schützenden Mauern und bemüht sich um Hilfe, sondern läuft nach draußen geradewegs ins Visier der Hunde. Kopfschütteln ist in THE PACK Programm, bekommt es der Zuschauer hier mit einem behäbig inszenierten Tier-Grusler zu tun, der kaum Überraschungen zu bieten hat und mit unglaubhaften Handlungsverläufen zugemüllt wurde. Wer glaubt hier geht es blutig zu irrt. Schauwerte sind Mangelware. Die reduzieren sich auf Nahaufnahmen von Hundemäulern und blutverschmierte Gesichter wehrloser Opfer, die im Todeskampf um Hilfe winseln. Letztendlich gehört THE PACK trotz stimmiger Optik zu den enttäuschendsten Tierhorrorfilmen, die man in Filmjahr 2015 zu sehen bekommen hat. Viel Potenzial war vorhanden, welches nicht ansatzweise ausgeschöpft wurde. Umso mehr sollte man noch einmal ähnliche gestrickte Filme Revue passieren lassen, die böse Hunde bedeutend besser und gruseliger in Szenen gesetzt haben: THE BREED, CUJO oder DIE MEUTE.
 
 


 
 
 

THE PACK – Zensur

 
 
 
Jene Szenen in denen Menschen vor der Kamera von Hunden zerfetzt werden sind so hektisch und konfus geschnitten, dass man kaum etwas erkennen kann. So bekommt man teils nur knurrende Hundemäuler und blutverschmierte Gesichter von Opfern zu sehen, die um ihr Leben winseln. Ein geschickter Schachzug, um den teuren Einsatz von Spezialeffekten umgehen zu können. Weil die Morde von Tieren ausgeht, hat THE PACK von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Wegen höher eingestuftem Bonusmaterial (Trailer), ist die erhältliche Blu-ray aber erst für Erwachsene geeignet und besitzt den roten FSK-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

THE PACK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Daredo | Soulfood | White Pearl Classics (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Pack; Australien 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Kinotrailer

Release-Termin: 06.03.2020

 

The Pack – Die Meute [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE PACK – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken + Packshot liegen bei Daredo | Soulfood | White Pearl Classics

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cujo (1983)
 
Wolf Town (2010)
 
The Breed (2006)
 
Die Meute (1977)
 
Der Tod kommt auf vier Pfoten (1993)
 
Rottweiler (2004)
 
Killerhunde (1976)
 
Man’s Best Friend (1993)