FILMCHECKER – Die Seite im Netz für Horror. ☠☠☠ Kritiken zu den besten Horrorfilmen ☣☣☣ Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme.

Beiträge mit Schlagwort “Wilderer

Filmkritik: „Quarries“ (2016)

quarries-2016-poster
 
 
 

QUARRIES

Story

 
 
 

Einige Frauen werden bei einem Wanderausflug von Hinterwäldlern attackiert, die ihnen nichts Gutes wollen.

 
 
 


 
 
 

QUARRIES – Kritik

 
 
 
Quäle nie eine Frau zum Scherz, denn die Rache des weiblichen Geschlechts kann gern auch mal tödlich sein. Dass Frauen in Horrorfilmen gern mal über sich hinauswachsen und sich nicht immer nur ihrem Schicksal ergeben wollen, ist auch im Genrefilm längst keine Seltenheit mehr. Auch Frauen lassen sich mittlerweile nicht mehr alles gefallen und bestrafen ebenso kaltblütig, wie ihre männlichen Filmkollegen – wenn es unbedingt sein muss. Zuletzt reißerisch und unnötig hart in der Neuauflage des Schmuddel-Klassikers I SPIT ON YOUR GRAVE zelebriert. Darin rechnete eine traumatisierte Autorin mit der Männerwelt ab und bewies dabei jede Menge Einfallsreichtum, damit jene Männer leiden mussten, die ihr nichts Gutes wollten. Wer meint, dass das aber schon alles gewesen ist, hat den folgenden Streifen noch nicht gesehen. Hier platzt nicht nur einer seelisch gequälten Frau der Geduldspfaden, sondern gleich einer ganzen Gruppe junger Damen. QUARRIES nennt sich der Rache-Horror in dem – ungewöhnlich taff – Frauenpower gezeigt wird, der von stumpfsinnigen Blondinen-Klischees, unnötigen Intrigenspielen und nervigen Zickereien Abstand hält. Eine lobende Alternative, die unbedingt Schule machen sollte. Nur ob das den hier besprochenen Film auch gleichzeitig besser macht?
 
 
quarries-2016-bild-3
 
 
Eigentlich sollte sich das Leben für Kat (NICOLE MARIE JOHNSON – hat übrigens auch mit am Drehbuch geschrieben) nun zum Besseren wenden. Die hat sich erst kürzlich von den Ketten ihrer schrecklichen Beziehung befreit in der sie regelmäßig vom Ex-Partner misshandelt wurde. Eine Rucksack-Wandertour mit anderen Frauen durch tiefe Wälder soll die tapfere Frau wieder auf richtige Gedanken bringen. Leider muss wegen wütender Waldbrände eine andere Route genommen werden, die einigen Teilnehmerinnen das Leben kosten wird. Im Schutze der Wildnis treiben hier nämlich gewissenlose Hinterwäldler ein bitterböses Spiel. Die lauern ahnungslosen Wanderern auf und bringen diese kaltblütig um die Ecke. Doch der Spaß am Morden wird den Hobbykillern bald vergehen. Die haben nämlich nicht mit der Schlagfertigkeit jener Frauen gerechnet, an deren Fersen sie sich geheftet haben. Die sind über die stillen Verfolger alles andere als erfreut. Nachdem man erste Verluste beklagt, drehen die Frauen den Spieß einfach um. Was folgt ist nicht sonderlich neu – wurde aber solide inszeniert. Tapfere Frauen werden zu Kampfamazonen und verteidigen ihr Leben – koste es was es wolle. Die greifen zu spitzen Mordwerkzeugen und zahlen es der blutgeilen Bande heim. Männer gegen Frauen und umgekehrt. Wer wird den Überlebenskampf überstehen?
 
 
quarries-2016-bild-2
 
 
Kennst Du noch BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE oder DELIVERANCE – so wie sich der Survival-Thriller im Original schimpft? Wenn ja, dann dürfte QUARRIES wohl ein alter Hut sein, denn im Grunde genommen spult Regisseur NILS TAYLOR hier mit dem zweiten Spielfilm gleichen Inhalt ab, den auch schon JOHN BOORMAN zuvor in den 1970ern schockierend auf der Kinoleinwand gebracht hat. Wilderer jagen ahnungslosen Menschen, die in der Natur Erholung vom stressigen Alltag suchen. Das hört sich grausam an und ist es auch, weil man auch in QUARRIES mit der Unwissenheit nichtsahnender Wanderer spielt, die plötzlich aus dem Nichts beschossen werden und sich vor einem offenbar unsichtbaren Gegner in Sicherheit bringen müssen. Auch wenn die Ausgangssituation reichlich perfide anmutet, verpufft ein Großteil der psychischen Härte wegen Vorhersehbarkeiten. Wer hier sterben und überleben wird, steht bereits in den ersten Minuten fest, denn auch QUARRIES macht sich zu sehr von den Regeln des Genres abhängig. So verwandelt sich die zu Beginn noch eher als zurückhaltend beschriebene Kat im Film zum weiblichen Rambo, die sich nicht minder kaltblütig gegen ihre Gegenspieler zu wehren weiß und Aggressionen freien Lauf lässt, die sich während ihrer gewalttätigen Beziehung angestaut haben. Bis im Film jedoch ausgiebig gerächt, geschrien und getötet wird, wird Geduld vorausgesetzt. QUARRIES braucht nämlich etwas bis er seine Richtung gefunden hat und an Tempo zulegt. So vergeudet Macher NILS TAYLOR unnötig Zeit mit der Charakterisierung und einer Geschichte, die lange braucht bis sie endlich zum Punkt kommt. In Anbetracht der Tatsache, dass QUARRIES letztendlich nur ein weiterer Film übers Töten ist vergeudeter Aufwand, der in Längen ausartet. Trotzdem will man gnädig sein. Nach vierzig Minuten geht der Überlebenskampf endlich los. Spätestens dann wird kurzweiliges Spannungskino geboten, dem es ab und an sogar gelingt am Nervenkostüm des Zuschauers zu zerren. Bemerkenswerte Suspense-Arbeit sieht aber definitiv anders aus. Dazu fehlt NILS TAYLOR noch nötige Fingerfertigkeit und das richtige Gespür für schnörkellosen Thrill.
 
 
quarries-2016-bild-1
 
 


 
 
 

QUARRIES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
DELIVERANCE mit Frauen. In QUARRIES hat das weibliche Geschlecht zur Abwechslung mal die Hosen an, denn Frauen können im Horrorfilm auch anders. Statt sich wie in THE DESCENT mit aufbrausendem Zickenkrieg selbst in die ewigen Jagdgründe zu befördern oder sich ihrem Schicksal – wie so oft im Horror-Genre – tatenlos zu fügen, krempeln die Damen in QUARRIES die Ärmel hoch. Die geben nicht so schnell auf und kämpfen gegen Widersacher, die sich ihrer Sache zu sichern sind. QUARRIES ist ein weiterer Thriller übers Töten, der nicht sonderlich viel Substanz besitzt und einzig auf schnelle Schocks aus ist. Die Protagonisten verhalten sich nicht immer helle und auch mit der Vorhersehbarkeit hat dieser Überlebens-Horror so seine Probleme. Weil sich Regisseur NILS TAYLOR auch noch unnötig viel Zeit nimmt, bis die Überlebens-Achterbahn in die Gänge kommt, werden wohl viele Zuschauer schon frühzeitig den Ausschalter ihres Abspielgerätes drücken. Zu eigentlicher Größe wächst QUARRIES erst in den letzten dreißig Minuten heran. Dann zumindest geht es Schlag auf Schlag und die Figuren im Film sterben wie Fliegen. Wer Geduld besitzt wird entschädigt. Ein sonderlich herausragender Horrorthriller ist QUARRIES aber nicht.
 
 
 


 
 
 

QUARRIES – Zensur

 
 
 
Vergleicht man die Gewalt im Film mit ähnlichen Vertretern der Gattung Survival-Horror ist Gebotenes nicht sonderlich hart anzuschauen. Protagonisten werden angeschossen oder mit Messern bearbeitet. Oftmals blendet die Kamera weg oder Gewalttaten werden im Off zelebriert. Eigentlich wäre QUARRIES demnach ein sicherer FSK16-Kandidat, wäre da nicht die heikle Thematik. Hier wird das Töten als einziger Ausweg beschrieben, um das eigene Leben retten zu können. Statt leise durchs Gebüsch zu schleichen und so einen Weg hinaus aus dem Wald zu finden, wird Selbstjustiz ausgeübt. Mit sowas versteht die FSK keinen Spass. Es würde demnach nicht wundern, wenn QUARRIES mit rotem FSK-Flatschen ins Händlerregal kommt.
 
 
 


 
 
 

QUARRIES – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 
Carnage Park (2016)
 
Downhill (2016)
 
King of the Hill (2007)
 
Outback – Tödliche Jagd (2011)
 
Tower Block (2012)
 
Preservation (2014)
 
Autumn Blood – Zeit der Rache (2013)
 
The Mooring (2012)
 


Filmreview: „Night Drive – Hyänen des Todes“ (2010)

 

 

Jack Darwin ist ein Kopfgeldjäger, der seinen Lebensunterhalt damit verdient, Wilderer in der afrikanischen Wildnis aufzulauern und deren Handwerk zu entlarven, denn deren illegalen Machenschaften reduzieren sich schon lange nicht mehr nur allein auf das Jagen von seltenen Tierarten. Hin und wieder werden in südafrikanischen Wildreservaten bestialisch zugerichtete Menschenkörper entdeckt, deren grauenhafte Verstümmelungen die brutalen Praktiken dieser Unmenschen beweisen.

Leider nimmer Darwin sein ehrgeiziges Vorhaben zu ernst, sodass er nach einem unkontrollierten Rachefeldzug gegen dieses Gesindel vom Kopfgeldjäger abgerufen und zum Touristenbegleiter deklariert wird.

Auch sein Sohn Sean musste in seinem bisherigen Leben diverse Niederschläge erleiden. Als Undercover-Cop hat er schon einiges erlebt. Sein letzter Auftrag, einen bekannten Drogenhändler zu stellen scheiterte, als im Schusswechsel eine unschuldige junge Frau tödlich verwundet wird.

Von Schuldgefühlen geplagt und um Abstand zu gewinnen, reist er zu seinem Vater Jack Darwin in die afrikanische Wildnis, um ihm bei einem nächtlichen Touristenausflug zu unterstützen. Eine grausige Legende umgibt den Ort , eine Legende die von einem mysteriösen Hexenmeister handelt und welche die Einheimischen nach wie vor in Angst und Schrecken versetzt. Kaum mit der nächtlichen Safari gestartet, vernehmen die Gäste bereits die ersten mysteriösen Geräusche. Doch je dunkler die Nacht wird, umso mehr scheinen sich die Geschichten um den berüchtigten „Hyänenmann“ zu bewahrheiten …

 

 

 

Regie-Neuling Justin Head hat mit seinem Debüt-Werk „Night Drive“ einen recht durchwachsenen Horrorfilm geschaffen, der eigentlich recht gute Ansätze verspricht, aber in der Umsetzung arg holprig wirkt.

Bevor seine „Nachtfahrt“ überhaupt starten darf, holt er leider etwas zu weit aus und erzählt vorab erst einmal von den Schicksalsschlägen der beiden Hauptfiguren Jack und Sean.

Keine schlechte Idee, wäre die Charakterisierung weniger unnahbar, dafür mehr emotional brauchbarer und nachvollziehbarer strukturiert und vor allem wäre sie denn halbwegs für den weiteren Story-Verlauf förderlich und klar erzählt.

Der Einstieg in das Geschehen gestaltet sich für den Zuschauer als relativ wirr und ungeordnet.

Diverse Erklärungen über die Handlungsbeweggründe der beiden Hauptprotagonisten erklären sich erst durch lose Flashbacks im Verlauf der Handlung.

Im Film wird Vater Jack als relativ abgehärtet und bestialisch beschrieben, der sich mit seiner ganz eigenen Art von Vergeltung und Strafe auf die gleiche unmenschliche Stufe stellt, wie die Wilderer.

Sein Sohn Jack dagegen, wird als loyaler, bedachter und emotionaler Kerl skizziert, der dennoch eine unnahbare Schutzwand um sich aufgebaut hat, die offenbar niemand zu durchdringen vermag. Leider wirken die anfänglich ausführlich erzählten Geschichten der beiden Hauptcharaktere vollkommen deplatziert und für den weiteren Verlauf der Geschichte absolut unwichtig. Dem Zuschauer gelingt es zu keiner Minute überhaupt irgendwelche relevanten Sympathien für einen der beiden Hauptprotagonisten zu entwickeln. Demnach gestaltet sich der eigentlich gut umgesetzte Einstieg als relativ überflüssig.

Ebenfalls vollkommen störend, dass „Night Drive“ nervig zwischen den Genres hin und her switcht. Als Zuschauer möchte man das Gefühl nicht loswerden, dass sich Regisseur Justin Head nicht wirklich entscheiden konnte oder wollte, was sein Erstlingswerk denn nun letztendlich sein soll. Tierhorrorfilmschnipsel treffen auf Fragmente aus Abenteuerfilmen, Backwood-Horror meets Action-Movie und Elemente aus Okkult-Filmen werden mit denen von Überlebensthriller gemischt.

Das ist einfach viel zu viel. Teilweise dürfte der wilde Genre-Mix gerade ungeübte Zuschauer vollkommen überfordern, da sich der roter Faden des öfteren im Dunkel der Nacht verliert.

Trotzdem, es lässt sich nicht leugnen, dass auch der Horrorthriller „Night Drive“ einige atmosphärisch recht sehenswerte Momente vorweisen kann. Einige Nachtszenen schaffen es sogar ein erschreckend klaustrophobisches und hilfloses Gefühl zu vermitteln.

Gerade weil der Film aus unzählig vielen Genres zusammengebastelt wurde, lässt sich bis kurz vor Schluss nicht einordnen, was denn da im Dickicht des Waldes lauert und nach dem Leben der teilweise schon arg stereotypen Charaktere trachtet.

Zumindest geht das, was sich da in der Dunkelheit versteckt (um was es sich dabei handelt, sei an dieser Stelle nicht veraten) , nicht zimperlich mit den Gästen der Nachtsafari zugange. Diverse, recht professionell umgesetzte Gore-Effekte dürften zumindest alle Kunstblutfreunde des phantastischen Films halbwegs zufriedenstellen.

Das Rote Nass findet erstaunlicherweise oft seinen Einsatz und der Horrorfilmfreund dürfte überrascht sein, dass das gesamte Gekrösel sogar ungeschnitten die FSK passieren durfte.

 

 

Mit seinem Debüt-Film „Night Drive“ hat Regisseur Justin Head ein recht wirren Genre-Mix geschaffen, der durchaus einige recht sehenswerte Momente vorweisen kann, der roter Faden sich dennoch zu oft im Dunkel der Nacht verliert. Leider bewahrheitet sich hierbei das Sprichwort vom ungenießbaren Brei, der von zu vielen Köchen gewürzt wird.

Die stattliche Anzahl von diversen Elementen andere Genres verwirrt den Zuschauer ungemein.

Schade eigentlich, die Ausgangssituation und das Grundkonzept des Filmes haben nämlich recht gute Ansätze.

 

 

 

Fazit 5/10 Punkte

 

Durchwachsene Buschjagd, die leider etwas arg mit der recht wirren Erzählweise des Films zu kämpfen hat.

Ist das gesamten Treiben jedoch erst einmal richtig in Fahrt gekommen, unterhält der Thriller eigentlich überraschend solide.

FSK-Fassung: mit „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung ungeschnitten!

 

 

Hellraiser80