Filmkritik: „Party des Grauens“ (1976)

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PARTY DES GRAUENS

(DEATH WEEKEND | INFERNO IM MOOR | THE HOUSE BY THE LAKE)

Story

 
 
 

Der schmierige Zahnarzt Harry bumst gerne und lädt sich in diesem Sinne das ehemalige Model Diane in seine Ferienhütte ein. Er erzählt ihr zwar, dort würde eine Party steigen, sagt aber nicht, dass außer ihr und ihm (und seinem Aal) eigentlich keine weiteren Gäste eingeplant sind. Auf dem Weg ins ländliche Kanada legen sich die beiden mit dem angesoffenen Sportwagenfahrer Lep und seinen räudigen Kumpels an, als der die Power seiner Karre präsentieren will. Es kommt wie’s kommen muss und die Unholde lauern dem Pärchen, das keins ist, auf und veranstalten eine Menschenschinderei nach alter Väter Sitte.

 
 
 


 
 
 

PARTY DES GRAUENS – Kritik

 
 
 
William Fruet, mit strammen 87 noch immer unter den Lebenden, kann auf eine ungemein fruchtbare Karriere als Regisseur und Drehbuchdoktor zurückblicken. Neben zahllosen Episoden von Fernsehserien aller erdenklicher Genres fertigt der Kanadier in den Siebzigern und Achtzigern ein paar sichtlich kostengünstige aber sehr unterhaltsame Horror- und Exploitationfilme an, von denen der äußerst asoziale Backwoods-Schänder TRAPPED (1982) besonders erwähnenswert ist. 1976 entsteht, als Fruets zweiter Film, PARTY DES GRAUENS. Der ist nicht minder derb.
 
 
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In der wichtigsten Rolle des Films, als Drecksacks Lep nämlich, sehen wir Don Stroud, einen echten Beach Boy und Surfer erster Generation aus Hawaii, den es über die Arbeit als Stuntman irgendwann vor die Kamera geführt hat. Aus Interviews geht hervor, dass der Mann in Wirklichkeit ein ziemlich relaxter und dufter Typ ist. Das hält ihn aber nicht davon ab, in neun von zehn Rollen Lumpenhunde und Galgenstricke liederlichster Garnitur zu verkörpern. PARTY DES GRAUENS lässt ihn ein weiteres Mal alle Register seines schurkischen Könnens ziehen. Lep ist ein Baddie-Charakter, den man als Zuschauer vom ersten Auftritt an mit dem Schritt voran in eine Kreissäge werfen möchte. Das treue Gartengerät Häcksler wäre auch okay. Zusammen mit seinen debilen Kumpanen frönt der Saubock Schnaps und Marihuana in ungesundem Maß, was der Enthemmung im Quälen der Gefangenen ordentlich die Sporen gibt. Meine Herren!
 
 
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Vorbild der Produktion könnte durchaus Sam Peckinpahs STRAW DOGS – WER GEWALT SÄT sein. Der gilt in seiner Schonungslosigkeit schließlich als Klassiker unter den Filmen, in denen unbescholtene Protagonisten von Mordbrennern besucht und terrorisiert werden. Dort wie hier muss der belästigte Bürger das innere Wildschwein befreien, um den Spieß irgendwann in rächender Absicht herumzureißen. Diese Aufgabe fällt maßgeblich der armen Diane zu, was PARTY DES GRAUENS sogar noch eine als feministisch zu lesende Nuance verleiht.
 
 
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Angesiedelt zwischen der guten alten Menschenjagd, den Regeln des Rachefilms und dem, was man heutzutage Home Invasion nennt, nimmt der vom späteren GHOSTBUSTERS-Regisseur Ivan Reitman produzierte Fiesefilm hier – im Gegensatz zu Lep und seinen Teufeln – keine Gefangenen. Das wussten zu seligen Videozeiten auch die Zensurteufel verschiedener Länder und so landet der Film im panischen England zum Beispiel auf der ebenso berühmten wie paranoiden Liste der Video Nasties. Auch hierzulande hat Fruets grober Kino-Keil seinerzeit keinen leichten Stand. Das wird jetzt vielleicht anders.
 
 
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PARTY DES GRAUENS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Komischer Titel, ist doch der Auslöser der ganzen Misere im Wald, dass die Party gar nicht stattfindet. Nichtsdestotrotz ist William Fruets Film ein Mosaikstein im großen Bild der Seventies-Exploitation, den der Schweinefilmliebhaber von Rang mit Vergnügen seiner Videothek einverleiben wird.
 
 
 


 
 
 

PARTY DES GRAUENS – Zensur

 
 
 
PARTY DES GRAUENS lief im Kino ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Im Jahr 1983 wurde der Film indiziert und wurde nach Ablauf der 25 Jahre auf Liste A folgeindiziert. Das ist bis heute so. Doch NSM RECORDS interessiert das nicht. Das Filmlabel aus Österreich hat sich die Rechte geschnappt und den indizierten Streifen ungeschnitten zum ersten mal im deutschsprachigen Ausland auf Blu-ray veröffentlicht. Der Filmfan hat die Wahl zwischen diversen Mediabooks und einer Blu-ray KeepCase. Die auf den Scheibe gepresste Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

PARTY DES GRAUENS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover D – auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover E – auf 222 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover F – auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover G – auf 111 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Death Weekend | Kanada 1976

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch DTS HD 2.0, Englisch DTS HD 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: KeepCase: ungeprüft (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar von Marco Erdmann vom Wicked Vision Magazin,
Originaltrailer | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet von Lars Dreyer-Winkelmann und den Film auf DVD

Veröffentlichung: Mediabook: 12.07.2019 | KeepCase: 28.08.2020

 
 
NSM hat 2019 sieben limitierte Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film veröffentlicht. Seit August 2020 kann man PARTY DES GRAUENS auch als deutsche Blu-ray im KeepCase erwerben. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ebenso ungeschnitten und – wie die Mediabooks – von deutschen Zensurbehörden ungeprüft. Interessant: PARTY DES GRAUENS besitzt noch keine weltweite Blu-ray-Auswertung. NSM RECORDS hat einige Jahre nach verwertbarem HD-Material gesucht, weil das vom Lizensgeber gelieferte Material nicht brauchbar gewesen war. Nach langer Suche hat man zwei mehr oder weniger gute Filmrollen gefunden und das 35mm-Material-Material neu abtasten lassen. Auf dieser Grundlage besteht nun die erste weltweite Blu-ray. Diese ist natürlich keineswegs referenzwürdig, wie der teils sehr übertriebene Kontrast zeigt. Dennoch kann man froh sein den seltenen Rachefilm endlich in einer Qualität zu sehen, die immer noch besser ist, als jede DVD und VHS des Klassikers.
 
 

Party des Grauens [Mediabook + KeepCase-Blurays] ungeschnitten auf beyond-media.at kaufen

 

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PARTY DES GRAUENS – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Wer Gewalt sät (1971)
 
Straw Dogs – Wer Gewalt sät (2011)
 
Funny Games (1997)
 
Ich spuck auf dein Grab (1978)
 
Trespass (2011)
 

Filmkritik: „Trapped – Die tödliche Falle“ (1982)

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TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE

Story

 
 
 

In den Hügeln von Tennessee, das wissen wir Jünger der organisierten Lebenszeit-Vernichtung durch Filmkonsum natürlich schon lange, sollte man sich nicht so unbedarft blicken lassen. Vor allem nicht, wenn man Teil eines Rudels blöder City-Teenager ist, die einfach mal ohne Sinn und Verstand campen gehen. Jetzt ist genau das aber passiert. Mancher Film jener Jahre würde jetzt einen irren Schlitzer oder gar verwilderten Inzucht-Sasquatch auf die Buben und Madeln loslassen, der stalkt und hackt und vielleicht sogar Einmachgläser mit Knaben-Nierchen befüllt. Nicht so TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE. Da ist die Sache schlimmer. Gewaltmensch Chatwill (Henry Silva) ist aus nicht näher erklärten Gründen der unbestrittene Regierende über ein abgelegenes Kaff, ganz in der Nähe der Wanderroute unserer, naja, Helden. Im Dauerhass bumst es sich nicht gut und so hat seine vernachlässigte Redneck-Flittchen-Frau dem Unhold gerade mit einem anderen Hinterwäldler die Hörner aufgesetzt. Das entgeht Chatwill nicht und er tritt dem Ehebrecher entschlossen gegenüber. Als Richter und Henker. Die Städter sehen das durch einen Drehbuchzufall und haben jetzt den groben Klotz und seine schießwütigen Unterlinge im Kreuz.


 
 
 


 
 
 

TRAPPED – Kritik

 
 
 
Hat man in dieser Konstellation auch nicht oft. Der kanadische Filmemacher William Fruet wird in seriöseren Kreisen als denen, die wir nie verlassen werden, als Drehbuchautor und Bühnenstück-Dramatiker geschätzt. Freunde des ruppigeren Kinos verbinden seinen schwierigen Namen mit schmieriger Grindhouse-Ware wie AVANAIDA – TODESBISS DER SATASVIPER, dem superduper-knochigen DER MANN, DER AUS DEM DSCHUNGEL KAM oder eben TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE. Dieser jenige welche, jetzt auf fürwahr netter und limitierter BluRay eingetrudelte Exploiter von Herrn Fruet wildert in den zumeist lebensgefährlichen Mischwäldern des Backwoods-Films. Oh, und er unterhält den Fan, dort unten am Bahnhof, am schmuddeligen Ende des Kino-Spektrums, geradlinig und direkt. Eine, wie – Friede sei mit ihm – Frank Zappa mal (nicht über TRAPPED!) gesagt hat, „titties-and-beer“-Version von BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE. Bang Bang!
 
 
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Heiliger Hodenteufel, entfährt es dem oft missverstandenen Rezensenten, dem das Vergnügen, TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE zu schauen, anno dazumal schon auf VHS vergönnt war, auch nach tagesaktueller Eigentherapie mit der fließbandfrisch glänzenden BluRay erneut. Und Heiliger Hodenteufel, ist das verstörend, Henry Silva – Hank, motherfucking Silva! – in einem ländlichen Film spielen zu sehen. Geht das überhaupt? Damals gab es doch noch gar kein CGI! Ich war der festen Überzeugung, der Mann zerfiele zu betongrauem Staub, sobald er die Häuserschluchten von New York oder meinetwegen noch die engen und vermüllten Pflasterstein-Gassen von Palermo verlässt. Der Mafiaboss, nein, Boss der Bosse, kaltherzig gespielte Trumpfkarte des Syndikats und granitgesichtiger Drahtleib sizilianischer New Yorkigkeit ! Da thront er, verpackt in das schlecht sitzende Karohemd der verarmten Landbevölkerung und Schwarzbrenner-Jeans und bedroht die blöden Teenies, die sich in die Tennessee-Hills gewagt haben. Dort hat er genau so das Regiment wie in der Bronx. Sein Chatwill ist ein jähzorniger Hassbock selbstherrlicher Un-Rechtsprechung. Jahrzehnte des Method Acting ergießen sich brüllend und brutal über die verdutzte und zu Statisten degradierte Restbesetzung. Henry, trag´ uns diesen Film!
 
 
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TRAPPED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Damals in den Fluten von Video-Veröffentlichungen untergegangener Hinterwäldler-Thriller mit Hang zum Schmierigen, der auf dem neuen Medium darauf wartet, entdeckt zu werden. Eine Grinsen machende Henry-Silva-One-Man-Show und ein Brutalinski-Grindhouse-Rupfer für Kenner und solche die es werden wollen.
 
 
 


 
 
 

TRAPPED – Zensur

 
 
 
TRAPPED – DIE TÖDLICHE FALLE wurde 1983 indiziert. Nach 25 Jahren erfolgte eine Listenstreichung. Nun ist der Streifen frei ab 18 Jahren und darf sogar im Handel ausgelegt werden. Die nun in Deutschland erhältliche Blu-ray ist trotz Aufhebung des Index-Status ungekürzt und kann von allen Käufern gekauft werden, die volljährig sind.
 
 
 


 
 
 

TRAPPED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Schröder Media Handels GmbH (Blu-ray KeepCase im Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Trapped; Kanada | USA 1982

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover im Schuber. Darauf aufgedruckte Limitierungsnummer (auf 2000 Stück limitiert).

Extras: Originaltrailer (1:36 Min.) in englischer Sprache mit festen deutschen Untertiteln

Veröffentlichung: KeepCase: 08.09.2016

 
 

Trapped – Die tödliche Falle [Blu-ray im limitierten Schuber] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 

 
 
 


 
 
 

TRAPPED – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei Schröder Media Handels GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 
Open Season (1974)
 
Eden Lake (2008)
 
Straw Dogs (1971)