Filmkritik: „Viral“ (2016)

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VIRAL

Story

 
 
 

Ein Wurm-Parasit schlüpft in die Köpfe seiner Wirts-Menschen und funktioniert sie in willenlose, aggressive Marionetten um.

 
 
 


 
 
 

VIRAL – Kritik

 
 
 
Man kann den Produzenten BLUMHOUSE und WEINSTEIN unterstellen was man will. Die von ihnen finanzierten Filme sind zwar in der Regel nicht sonderlich helle auf der Nachdenkanzeige; einen Unterhaltungswert kann man den meisten der fabrizierten Popcorn-Steifen aber nicht aberkennen. So wird stets groß aufgefahren, denn was visuell festgehalten wird, ist nicht selten beachtlich. Blickt man jedoch hinter die Fassade, bekommt man das kalte Grausen. Von Originalität oder Eigenständigkeit ist weit und breit keine Spur. Die geheime Geheimrezeptur heißt Horror für den Massenmarkt. Damit konnte man in der Vergangenheit vor allem jugendliche Kinogänger ködern, die sich leider viel zu oft von glatt-makellosen Horrorfilmen wie DER KULT, EXITUS oder JESSABELLE blenden ließen. Um genau jenes Zielpublikum nicht durch Neuerungen zu verwirren, scheut auch der neuste BLUMHOUSE/WEINSTEIN-Film alles Unkonventionelle und peilt den gleichen Erfolgskurs an.
 
 
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Die Welt geht mal wieder unter und die Menschheit ist in Gefahr. Diesmal ist es jedoch kein Virus, der Menschen in unaufhaltsame Killermaschinen verwandelt. Ein Wurm-Parasit der sucher verbreitet wie ein Virus (daher auch der ungewöhnliche Titel) nistet sich im Genick der Leute ein und macht aus freundlichen Nachbarn mordende Furien. Die Regisseure HENRY JOOST und ARIEL SCHULMAN verirren sich nach PARANORMAL ACTIVITY 3 und 4 ins Zombie-Genre und konzentrieren sich in VIRAL auf die kecke Schülerin Emma (SOFIA BLACK-D’ELIA) und ihre größere Schwester STACY (ANALEIGH TIPTON). Beide gehen in die gleiche Schule und werden dort vom eigenen Vater unterrichtet. Letzterer gibt den Schülern eine Lehrstunde zum Thema Parasiten. Die wird auch dringend benötigt, denn schon bald ist in der Gegend die Hölle los. Als erste trifft es die beste Freundin der aufgeweckten Emma. Die leidet plötzlich an blutigen Husten und klappt auf dem Schulhof zusammen. Wenig später ist sie wie viele andere Einwohner des Ortes verschwunden. Doch die mysteriösen Vorkommnisse sind erst der Anfang. Die Kleinstadt wird unter Quarantäne gestellt und den Menschen geraten, in ihren Häusern zu bleiben. Warum dem so ist, leuchtet bald ein. Todbringende Gestalten gieren nach Blut. Sie laufen durch die Gassen und wollen ihre Brut verteilen. Es sind infizierte Menschen, die in ihren Körpern ekelerregende Würmer beherbergen, die den Wirt für eigene Zwecke missbrauchen. Das leuchtet bald auch den beiden Schwestern ein, die ihr Heim allein verteidigen müssen, denn der Vater sucht draußen die Mutter. Was folgt sind Stunden der Angst, denn der Parasit macht auch nicht vor Geschwisterliebe halt. Überleben ist das Ziel – wie ist egal.
 
 
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Makellose Bilder, hanebüchene Handlung und typisch amerikanische Teenager. Mit VIRAL bekleckert sich das Regie-Duo HENRY JOOST und ARIEL SCHULMAN zweifelsohne nicht mit Ruhm. Die Geschichte ist nach dem gleichen Schema aufgebaut wie viele postapokalyptische Horrorfilme neueren Datums. Auch hier gilt es zu überleben – da komme, was wolle. So wird gerannt, geschrieen und sich verteidigt, um bloß selbst nicht mit dem manipulativen Schmarotzer infiziert zu werden. Was jedoch 08/15 vermutet, ist nicht ohne. VIRAL ist trotz bekannter Geschichte wirklich spannend. Sympathische Figuren sind der Grund, warum man wissen will wie’s ausgeht. Die sind „von Nebenan“ und wurden so charakterisiert, dass man ihnen nichts Böses wünscht. Leider ist das den Drehbuchschreibern aus Hollywood egal. Die lassen selbst liebenswerte Schulkameraden und freundliche Nachbarn für kurze Schocks über die Klinge springen, damit dem Zuschauer die Selbstsicherheit vergeht. VIRAL wird zum erschütternden Survival-Drama umfunktioniert, in dem zwei Schwestern Entscheidungen treffen müssen, um zumindest das Überleben einer der beiden zu gewährleisten.
 
 
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So atmosphärisch dicht und packend das alles inszeniert wurde – so dumm sind viele Handlungen der Protagonisten. Denen scheint des Öfteren nicht bewusst zu sein, in welcher Gefahr sie sich befinden. Da wird sich trotz Quarantäne auf Partys herumgetrieben, infizierten Opfern die Hände entgegengestreckt und Operationen in Eigenregie durchgeführt. Tut das nicht, mag man da rufen. Leider bleibt die Warnung wie so oft im Horrorfilm ungehört. Die Konsequenz folgt auf dem Fuß. Hinter der Idee zum Film stecken übrigens die Autoren BARBARA MARSHALL und CHRISTOPHER LANDON. Letzterer sorgte bereits als Regisseur für Lacher. In der Horrorkomödie SCOUTS VS. ZOMBIES tastete er sich langsam ans Zombie-Genre heran. Mit VIRAL gibt’s den Feinschliff. Trotz Klischees und Logiklücken kein übler Vertreter dieser Gattung, dazu ist er einfach zu spannend geraten. Selbst BLUMHOUSE-Gegner und WEINSTEIN-Hasser müssen sich das leider eingestehen.
 
 


 
 
 

VIRAL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärisch dichter Parasiten-Albtraum mit gut getricksten Ekeleffekten. Nö, VIRAL erfindet das Rad nicht neu. Der Film ist irgendwo im Zombie-Genre verwurzelt, auch wenn es kein reiner Zombie-Film ist. Ein Parasit benutzt Menschen, um Unheil anzurichten. Die Bevölkerung wird unter Quarantäne gestellt und das Militär versucht der Lage Herr zu werden. Neu ist die Geschichte von VIRAL definitiv nicht. Sie spielt mit der gleichen Angst vor unbekannten Bedrohungen wie viele Epidemie- und Virusfilme zuvor. Trotzdem rast das Herz – vor allem dann, wenn man den Parasiten zu sehen bekommt. Nach den Überwachungskamera-Grusel-Schnarchern PARANORMAL ACTIVITY 3 und 4 können die Regisseure HENRY JOOST und ARIEL SCHULMAN endlich mal ernsthaft unter Beweis stellen, dass sie auch in spannend können. Wenn VIRAL nur der Anfang ist, will man nicht wissen was man zu sehen bekommt, wenn sich die beiden erst mal warmgelaufen haben. VIRAL überzeugt vor allem der beklemmenden Atmosphäre wegen. Die ist ausreichend vorhanden und der eigentliche Pluspunkt in einem Drehbuch, das eigentlich bei genauerer Betrachtung nur aus einer Aneinanderreihung von Klischees und bekannten Handlungssträngen besteht. Wer aber Epidemiestreifen mag, den wird auch das kaum stören. Anschauen dieses Body-Horrorfilms lohnt.
 
 
 


 
 
 

VIRAL – Zensur

 
 
 
Für einen Zombie- oder Epidemiestreifen hält sich VIRAL sehr zurück mit Gewalt. Ein paar Schüsse und Schläge auf Körper gibt es zu sehen. Zudem spuken Infizierte Blut und wirbeln ein paar Menschen unsanft durch die Gegend sobald sie vom Parasit befallen wurden. Der wächst übrigens im Nacken heran und sorgt so für einige Ekelmomente. Hierzulande ist VIRAL mit FSK16 erschienen. Das entspricht auch der Freigabe der meisten Filme aus dem Hause BLUMHOUSE.
 
 


 
 
 

VIRAL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Capelight Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Viral; USA 2016

Genre: Horror, Drama, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Keepcase mit Wechselcover und im Schuber

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 21.07.2017

 

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VIRAL – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Capelight Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Faculty (1998)
 
The Bay – Nach Angst kommt Panik (2012)
 
Hungerford (2014)
 
Die Nacht der Creeps (1986)
 
Splinter (2008)
 
Shivers – Parasitenmörder (1975)
 

Filmreview: „Dawn of the Undead“ (2008)

The Burrowers (2008)
 
 
 

Dawn of the Undead

Story

 
 
 
Wir schreiben das Jahr 1879 und im mittleren Westen der USA toben noch immer die Kämpfe gegen die Zurückdrängung der indianischen Ureinwohner des Kontinents. Einem derartigen Konflikt scheint auch eine unschuldige Farmerfamilie zum Opfer gefallen sein, worauf sich eine selbsternannte Bürgerwehr sowie eine Einheit der US-Kavallerie auf den Weg macht, den Täter zu finden. Doch die Suche nach der vermeintlich rachsüchtigen Rothaut erweist sich rasch als durchaus schwieriges Unterfangen. Nachts verschwinden Soldaten auf mysteriöse Weise, was plausibel als Fahnenflucht deklariert wird. Doch der wahrer Grund für das Verschwinden lauert tief unter der Erde: nach dem Auslöschen der Büffelherden gieren riesige, wurmartige Ungeheuer nach Beute. Um ihren Appetit zu stillen, verschlägt es die Kreaturen hin und wieder an die Oberfläche, wo friedliche Bürger alsbald in den Schlund der „Burrower“ verschwinden …
 
 
 


 
 
 

Dawn of the Undead – Kritik

 
 
 
Zwischen all den konventionellen Horrorgurken der letzten Zeit, mag man als Filmfan kaum glauben, dass es da draußen noch Filmstoffe gibt, denen man bisher kaum Aufmerksamkeit geschenkt hat und die noch nicht bis zum Erbrechen totgefilmt wurden. Zu einer, dieser kleine Genre-Überraschungen gehört der bereits im Jahre 2008 entstandene THE BURROWERS – DAS BÖSE UNTER DER ERDE, der nun unter dem reißerischen Titel DAWN OF THE UNDEAD erneut seinen Weg in die deutschen Kaufhäuser findet. Warum sich das hiesige Label INTERGROOVE/SAVOY FILM für eine Neuveröffentlichung unter einem anderen Namen entschieden hat, ist bei derart lukrativen Titel offensichtlich: hier versucht man auf den aktuell so beliebten Zombie-Zug aufzuspringen, um flink den schnellen Euro zu erhaschen. Natürlich hat DAWN OF THE UNDEAD rein gar nichts mit fleischfressenden Zombies am Hut, denn statt amoklaufender Untoter bekommt es der Zuschauer in diesem Horrorfilm mit raffinierten Killerwürmern zu tun, die tief unter der Erde lauern und ahnungslose Menschen verspeisen. Natürlich lassen sich Parallelen zum Trash-Spaß TREMORS – IM LAND DER RAKETENWÜRMER (1990) nicht leugnen, wobei DAWN OF THE UNDEAD natürlich etwas klassischer daherkommt und eher im Western-Milieu anzusiedeln ist. Dennoch ist das zugrundeliegende Wurm-Prinzip das Gleiche, wenn auch in THE BURROWERS bedeutend ernster, spannender und sozialkritischer inszeniert. Hier stiften mysteriösen Erdbewohnern für reichliche Unfrieden, wobei Regisseur J.T. PETTY stets bedacht ist nur soviel von den seltsamen Kreaturen zu offenbaren, wie nur nötig. Mit jedem Angriff erfährt der Zuschauer mehr über das Vorgehen der grotesken Wesen, wobei die Monster im Verlauf der Handlung natürlich auch in seiner ganzen Pracht präsentiert werden. Das Creature-Design weiß hierbei erstaunlich solide zu überzeugen. In Anbetracht des Low-Budget-Status sind die Effekte sogar als durchaus beachtlich zu betiteln. Die technisch saubere Umsetzung der Würmer sorgt gerade in den Kampf- und Angriffsszenen für einige ziemlich Adrenalin fördernde Momente, so dass der Zuschauer mit THE BURROWERS rund 90 Minuten erstklassig unterhalten wird. Einige sozialkritische Seitenhiebe bekommt der Filmfan in DAWN OF THE UNDEAD natürlich auch zu spüren. So wird nicht nur die sinnlose Gewalt und die Vorurteile gegenüber Minderheiten (in diesem Falle die Ureinwohner Amerikas) zum Thema des Films gemacht, sondern auch das skrupellose Ausbeuten des Lebensraums durch den Menschen. Umso gerechter die Bestrafung durch Mutter Natur, die kurzerhand den Mensch zur neuen Beute der Würmer deklariert, nachdem dieser die Nahrungsgrundlage der Kreaturen vernichtet und für das Ausrotten ganzer Büffelherden verantwortlich gemacht wird.
 
 
 


 
 
 

Dawn of the Undead – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
THE BURROWERS / DAWN OF THE UNDEAD ist ein raffiniert umgesetzter Horror-Western für Horrorfreunde, die ein Faible für klassischen Monster-Trash hegen. Dieses kurzweilige Wurm-Abenteuer ist spannend, originell und ziemlich gemein. Ein kleiner Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

Dawn of the Undead – Zensur

 
 
 
Der Film ist ungeschnitten ab FSK 16 freigegeben. Wirklich viele brutale Schauwerte hat der Film nicht. Dennoch sind einige der ekligen Creature-Effekte nicht ganz ohne.
 
 
 


 
 
 

Dawn of the Undead – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Burrowers; USA 2008

Genre: Horror, Thriller, Western

Ton: Deutsch+Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Slideshow, Werbeclip zum Film – alle Extras ohne dt. UT

 
 
 
Bei der Neuauflage zu The BURROWERS unter dem kassenfreudigen Titel DAWN OF THE UNDEAD handelt es sich um ein etwas seelenloses Re-Pack, der bereits erhältlichen Scheibe. Wie bereits bei der Vorlage aus dem Hause Schröder Media kommt diese Blu-ray mit sehr bescheidenem Bild daher. Die Qualität schwankt von sehr gut (vor allem bei den Tageslichtszenen) bis fürchterlich verpixelt und grobkörnig. Vor allem in den dunklen Szenen vermisst man einen anständigen Schwarzwert. Auf tonaler Ebene gibt es jedoch nix zu meckern. Der Ton erweist sich gerade in den Angriffsszenen als durchaus förderlich. Zudem überzeugt er mit einer permanenten Räumlichkeit. Leider sind die Extras etwas mager ausgefallen. Bis auf einer Slideshow, den Trailer und einen Promotion-Clip in bescheidener VHS-Qualität, hat es rein gar nichts Nennenswertes auf die Scheibe geschafft. Bleibt zu erwähnen, dass die Neuauflage mit einem Wechselcover daherkommt und günstig zu haben ist. Für den Hauptfilm gibt es übrigen deutsche Untertitel. Wer über die Mängel hinwegsieht und gern Horrorfilme schaut, die eher ruhig und stimmig erzählt werden, ist bei dem eher unblutigen Creature-Feature THE BURROWERS / DAWN OF THE UNDEAD genau richtig.
 
 

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Dawn of the Undead – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Tremors 3 – Die neue Brut (2001)

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