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Beiträge mit Schlagwort “Zombie-Drama

Filmkritik: „It Stains the Sands Red“ (2016)

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IT STAINS THE SANDS RED

Story

 
 
 

Eine junge Frau irrt orientierungslos durch die Wüste von Nevada während ihr ein Zombie auf Schritt und Tritt folgt.

 
 
 


 
 
 

IT STAINS THE SANDS RED – Kritik

 
 
 
Zombies, Zombies und irgendwie kein Ende. Seit GEORGE A. ROMERO mit NIGHT OF THE LIVING DEAD den Grundstein für moderne Zombiefilme gelegt hat, wurden über die Jahrzehnte so viele ähnlich gestrickte Filme von ambitionierten Regisseuren gedreht, dass wohl eigentlich niemand weiß wie viele es unterm Strich wirklich sind. Leider haben sich über die Jahre Abnutzungserscheinungen bemerkbar gemacht. Weil die meisten Zombiefilme nach immer gleichem Schema gezimmert wurden und oft mit minimalem Budget zu kämpfen hatten, genoss der Zombiefilm vor allem in den letzten Jahren keinen guten Ruf. Dem wirkten aber kreative Filmemacher mit innovativen Ideen entgegen. Dank Frischzellentherapie entstanden zuletzt Streifen wie WARM BODIES, THE GIRL WITH ALL THE GIFTS oder DEAD SNOW 2, die dem angestaubten Zombie-Genre frischen Wind einverleibten und es so wieder bei gelangweilten Horrorfans interessant machen konnten. Auch Regisseur COLIN MINIHAN weicht mit IT STAINS THE SANDS RED vom üblichen Zombie-Einerlei ab. Der ist eigentlich Teil der in Horrorkreisen bekannten VICIOUS BROTHERS und zeichnet zusammen mit Kollegen STUART ORTIZ für Horrorware wie EXTRATERRESTRIAL, GRAVE ENTCOUNTERS sowie der nicht mehr ganz so gelungenen Fortsetzung GRAVE ENCOUNTERS 2 verantwortlich. Mit einem etwas anderen Zombiefilm geht VICIOUS BROTHERS-Mitglied COLIN MINIHAN aber erstmals eigene Wege und legt ungewöhnlichen Horrorstoff ab, der nicht ohne Grund auf Filmfestivals gelobt wurde.
 
 
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Auch dem IT STAINS THE SANDS RED liegt ein postapokalyptisches Weltuntergangsszenario zugrunde. Das ist aber hier eher Nebensache, denn warum und weshalb sich im Film plötzlich Menschen in Zombies verwandeln, bleibt weitestgehend ungeklärt. Im Mittelpunkt steht Stripperin Molly (BRITTANY ALLEN aus FARHOPE TOWER), die mit dem zwielichtigen Lover Nick durch die Wüste von Nevada düst, um auf einem kleinen Flugplatz vor der unaufhaltsamen Zombie-Seuche fliehen zu können. Leider erleidet der Wagen unterwegs eine Panne, was eine Reihe ominöser Umstände entfacht. Das Paar wird plötzlich von einem Zombie (JUAN RIEDINGER) attackiert. Minuten später ist Kleinganove Nick tot und Koksliebhaberin Molly auf der Flucht. Die irrt durch staubige Wüstenlandschaft und hofft auf Hilfe. Doch der hungrige Untote von der Landstraße folgt ihr auf Schritt und Tritt. Da ist guter Rat teuer, denn die wandelnde Leiche ist bald das kleinere Problem. Hier draußen herrschen andere Gesetze und auch Mutter Natur kennt kein Erbarmen mit drogenabhängigen Clubtänzerinnen. So muss sich die erschöpfte Molly in Richtung Zivilisation durchkämpfen und unzumutbare Temperaturen erdulden. Ob es dieser Film mit seiner Heldin am Ende gut meint?
 
 
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Wenn sich aus Flucht eine ungewöhnliche Freundschaft entwickelt. IT STAINS THE SANDS RED geht das Thema Zombieapokalypse etwas anders an. Statt Rudel von infizierten Personen fressgeil durch Hauptstädte zu jagen, fokussiert sich dieser Streifen auf eine Person, die auch nur von einem Zombie verfolgt wird. Das hört sich auf den ersten Blick langweilig an, ist es aber keineswegs. IT STAINS THE SANDS RED bietet Abwechslung und vermischt Versatzstücke unterschiedlicher Genres miteinander, was dazu führt, dass sich der Streifen in keine Schublade pressen lässt. So streift der Film Komödie, Zombie- aber auch Wüsten-Horror und macht sogar einen kurzen Abstecher ins Rape-and-Revenge-Fach. Regisseur COLIN MINIHAN verzichtet weitestgehend auf klassische Zombie-Klischees. Stattdessen führen im Film Hitze, Wassermangel und Orientierungslosigkeit zu viel größeren Problemen. Heldin Molly gehen nämlich schon bald Kippen, Koks und Alkohol aus. Das sorgt für ein Desaster, denn so wird die Protagonistin von der Realität eingeholt, die leider alles andere als rosig aussieht. Offenbar hat Molly in der Vergangenheit Tragisches erlebt. Weil Drogen nun nicht mehr den Verstand vernebeln, münden traumartigen Erinnerungsszenen zunehmend in eine Identitätsfindung. Da kommt ihr verwesender Verfolger gerade recht. Der verwandelt sich plötzlich vom gefräßigen Nimmersatt in einen verständnisvollen Begleiter und hilft der desorientierten Filmfigur aus so manch heikler Situation. Letztere erkennt schon bald, dass im toten Körper immer noch Menschlichkeit schlummert und dankt dem neuen Zombiefreund zunehmend mit Respekt und Achtung. Erfahrenen Horrorfans dürfte beschriebene Thematik nicht unbekannt sein. Bereits Zombievater GEORGE A. ROMERO gab in DAY OF THE DEAD zu verstehen, dass Zombies – trotz primitiver Instinkte – immer noch Menschen sind. Ein interessanter Ansatz den Regisseur COLIN MINIHAN daher verfolgt. Der lässt IT STAINS THE SANDS RED aus der verstaubten Zombie-Ecke hervorstechen und hebt den Streifen über den Durchschnitt. Wer daher im Zombie-Genre nach Neuerungen sucht, dürfte mit diesem unkonventionellen Horrordrama gut beraten sein.
 
 
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IT STAINS THE SANDS RED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Einer der ungewöhnlichsten Zombiefilme, die bisher über die Mattscheibe geflimmert sind. Der Film mit der ungewöhnlichen Titelkreation dürfte vermutlich falsche Erwartungen schüren. IT STAINS THE SANDS RED ist keine Zombie-Fress-und-Gewalt-Granate wie man es bei einem derart reißerischen Titel vermuten würde. Im Genre-Mix wird viel gelaufen, getrunken und gekokst. Gefressen und gesplattert dafür umso weniger. IT STAINS THE SANDS RED schwankt zwischen grotesk und humorvoll. Da wird ein blutgetränkter Tampon als Zombie-Köder benutzt oder ein Schlauchboot an einen Zombie gebunden, damit die Hauptdarstellerin im Film ihr Gepäck nicht selbst durch die Wüste tragen muss. An absurden Einfällen wird nicht gespart. Das macht IT STAINS THE SANDS RED interessant, der aber vermutlich nicht bei allen Zombiefans gut ankommen dürfte. Der Film lässt sich nämlich viel Zeit und sonderlich viel passiert auch nicht. Wer sich dessen bewusst und offen für Neuerungen im Zombie-Genre ist, könnte hier aber dennoch gut unterhalten werden. Der Grund: IT STAINS THE SANDS RED geht nicht gleichen Weg, wie die gefühlt letzten 1000 Streifen gleicher Art. Da sieht man gern über Länge hinweg, schließlich bekommt man nicht alle Tage Zombiefilme vor die Linse, in denen lebende Leichen plötzlich jene beschützen, die sie eigentlich verspeisen würden.
 
 
 


 
 
 

IT STAINS THE SANDS RED – Zensur

 
 
 
Für einen Zombiefilm ist IT STAINS THE SANDS RED nicht sehr brutal. Es gibt wenige kurze Fressszenen zu sehen. Darin knabbert der untote Antiheld an Hälsen und zieht Gedärme aus den Körpern seiner Opfer. Am Ende greift auch Hauptfigur Molly zum Mordwerkzeug und macht einigen Zombies den Garaus. Gezeigtes ist FSK16-tauglich.
 
 
 


 
 
 

IT STAINS THE SANDS RED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Eurovideo Medien GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Fido (2006)
 
Warm Bodies (2013)
 
Die Nacht der lebenden Loser (2004)
 


Filmkritik: „Anger of the Dead“ (2015)

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ANGER OF THE DEAD

(AGE OF THE DEAD | APOCALISSE ZERO)

Story

 
 
 
Nach dem Ausbruch eines Virus ist die Menschheit auf der Flucht vor fressgeilen Zombies. Eine kleine Gruppe Überlebender versucht den Weg zu einer Insel zu finden, auf der sich der Virus noch nicht verbreiten konnte. Doch der Weg aufs Eiland ist voller Gefahren.
 
 
 


 
 
 

ANGER OF THE DEAD – Kritik

 
 
 
Der wohl polarisierendste Regisseur aus deutschen Landen ist zurück: DR. UWE BOLL. Er sorgt mit seinen teils durchwachsenen Werken in Fankreisen nicht immer für Begeisterung, hat aber mit den sozialkritischen Werken DARFUR und RAMPAGE bewiesen, dass nicht alles schlecht sein muss, was der Boll’schen Filmmaschinerie entspringt. Trotz konstantem Trommelfeuer an Negativ-Kritiken, die der Regisseur regelmäßig mit seinen Streifen erntet, muss man Boll dennoch zugute halten, dass der gebürtige Wermelskirchener vehement an seiner Leidenschaft zum Film festhält. Er dreht und produziert am Fließband Filme, damit sich Kritiker und Publikum auch weiterhin das Maul über den selbstbewussten Filmemacher zerreißen können.
 
 
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Im Falle des Horrordramas ANGER OF THE DEAD (Alternativtitel: AGE OF THE DEAD) wird zwar mit Boll geworben; der Regisseur hat aber nur als Geldgeber fungiert und dem italienischen Newcomer FRANCESCO PIONE das Regieszepter überlassen. Der hat die Möglichkeit ergriffen und seinen gleichnamigen Kurzfilm aus dem Jahre 2013 in Spielfilmlänge neu verfilmt – freilich mit mehr Budget und richtigen Schauspielern. Hinter dem ambitionierten Erstling verbirgt sich eine zitatenreiche Hommage an die Kultwerke eines GEORGE A. ROMERO, der mit seiner „..OF THE DEAD“-Reihe dem Zombiefilm quasi über Nacht zum Erfolg verholfen hat. Zwar lockt auch Neuling FRANCESCO PIONE mit „..OF THE DEAD“ im Titel und suggeriert dem Zuschauer so einen Zusammenhang mit der bekannten Zombie-Saga von Romero; Horror-Kenner wissen natürlich gleich, dass das Quatsch ist – schließlich ist nur dort Romero drin, wo er auch draufsteht.
 
 
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Gute Zombieunterhaltung sieht anders aus. Viel Geschichte besitzt ANGER OF THE DEAD nicht. Der Film folgt einer kleinen Gruppe Überlebender auf ihrer ziellosen Flucht vor Horden Infizierter, irgendwie hoffend auf Hilfe und Sicherheit. Da hören sie von einer zombiefreien Insel und schöpfen neue Hoffnung. Währenddessen mehrere Meilen entfernt, nutzen skrupellose Schurken die Katastrophe aus, um Frauen zu missbrauchen und Kinder an Zombies zu verfüttern. Menschliche Befindlichkeiten spielen im Ausnahmezustand keine Rolle. Die gesetzlosen Kämpfer lassen lieber Waffen sprechen statt Überlebenden zu helfen. Kein gutes Omen für jene, die sich auf der Suche nach dem rettenden Eiland in das Jagdgebiet der Bösewichte verirren. Statt aggressiver Zombies sehen die sich in einem verlassenen Krankenhaus bald einer weitaus schlimmeren Bedrohung konfrontiert, deren Bekämpfung List und Mut voraussetzt.
 
 
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Willkommen zu einer neuen Episode von „Gute Überlebende gegen böse Überlebende“. Die Zombies spielen in ANGER OF THE DEAD nur eine untergeordnete Rolle, denn in diesem postapokalyptischen Albtraum wird einmal mehr gezeigt, dass der schlimmste Feind des Menschen immer noch der Mensch selbst ist. Somit orientiert sich Piones Horrordebüt dann doch eher an thematisch ähnliche Vertretern wie 28 DAYS LATER oder dem erst kürzlich besprochenen PLAGUE – Parabeln auf eine zunehmend barbarische, egoistische und ausbeuterische Gesellschaft, in denen die Bestie Mensch weitaus grausamer mit ihren Opfern umgeht, als der immer hungrige Zombie. Trotz sozialkritischer Tendenzen gelingt es FRANCESCO PIONE nicht zu fesseln oder gar mitzuleiden, denn ANGER OF THE DEAD verfängt sich zu oft in den längst totgefilmten Klischees des Subgenres und ermüdet dabei auch noch mit sehr gemächlichem Erzähltempo. So stolpern mal wieder Figuren unvorsichtig durch die Handlung, damit sie von Zombies gebissen werden und sich später selbst in Menschenfresser verwandeln.
 
 
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Immerhin schwimmt ANGER OF THE DEAD – vermutlich auch dank des erfahrenen UWE BOLL – technisch auf Höhe der Zeit. Das modrige Zombie-Make-up glänzt durch Liebe zum Detail und auch die überschaubaren Gewaltmomente kommen fast ohne den Computer aus. Zudem lässt Regisseur FRANCESCO PIONE immer mal wieder durchblitzen, dass er ein gutes Gespür für atmosphärisches Unbehagen besitzt. Leider müht sich ANGER OF THE DEAD damit, originell oder spannend zu sein. Gerade weil der Streifen nach bekanntem Schema konstruiert wurde, bleiben nahezu alle Szenenverläufe vorhersehbar. Spannung kommt da nur selten auf, weshalb mal wohl auch schnell das Finale herbeisehnen dürfte. Unterm Strich ist ANGER OF THE DEAD ein solides Regiedebüt – mehr aber auch nicht. Aufgrund der großen Namen im Hintergrund dennoch enttäuschend vor allem deshalb, weil mit UWE BOLL sowie MARCO RISTORI und LUCA BONI (Horrorfilmregisseure und Gründer des italienischen Filmstudios für Genrefilme EXTREME VIDEO SNC) eigentlich erfahrene Geldgeber zu Seite standen, die vor den gröbsten Fehlern im Horrorfilmemachen hätten warnen können.
 
 


 
 
 

ANGER OF THE DEAD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
28 DAYS LATER auf italienisch. Auch im Land der Pasta und Pizza gilt: alles gehabt und wie eh und je. Abermals kämpfen Menschen gegen Zombies und Zombies fressen Menschen. ANGER OF THE DEAD ist die Spielfilmversion eines mehrfach ausgezeichneten (besseren) Kurzfilms, mit dem Neuling FRANCESCO PIONE im Business Fuß fassen möchte. Technisch zwar ganz ordentlich, kränkelt sein Debüt jedoch an vorhersehbaren Handlungsverläufen und zu langsamer Erzählweise. Da Serienproduktionen wie THE WALKING DEAD oder Kinoblockbuster wie WORLD WAR Z die Messlatte in Sachen Zombieterror weit nach oben gesetzt haben, ist das, was ANGER OF THE DEAD zu bieten hat, Kinderfasching. Zwar wird Zombiepapst GEORGE A. ROMERO zitiert – Horrorfans jüngeren Semesters dürfte das jedoch Schnuppe sein, denn die erwarten von Zombiefilmen blutige Gewalt, hektische Schnitte, muskelbepackte Einzelkämpfer und leicht bekleidete Kampfamazonen. ANGER OF THE DEAD hat trotz gesellschaftskritischer Ansätze nichts dergleichen zu bieten.
 
 


 
 
 

ANGER OF THE DEAD – Zensur

 
 
 
Auch wenn die Gewalt in ANGER OF THE DEAD weitaus dezenter zum Einsatz kommt, als in diversen Zombiefilmen gleicher Machart, gibt es trotzdem böse Momente zu sehen. Neben Köpfschüssen und einem Kehlenschnitt wird ein Bein mit einer Machete abgetrennt sowie die Hand vom Arm eines Protagonisten geschlagen. Vielen Gewaltmomente geschehen im Off oder werden nur angedeutet. Das dürfte wohl auch der Grund sein, weshalb ANGER OF THE DEAD in Deutschland problemlos die rote FSK-Plakette erhalten hat – keine Jugendfreigabe und ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

ANGER OF THE DEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) MIG FILM (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Anger of the Dead; Italien | Kanada 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 08.12.2016 (BD KeepCase)

 

Anger of the Dead [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

ANGER OF THE DEAD – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken, Packshot liegen bei MIG FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Plague (2014)
 
Wyrmwood: Road of the Dead (2014)
 
The Dead 2: India (2013)
 
Dead Within (2014)
 
Chrysalis (2014)
 


Filmkritik: „Dead Within“ (2014)

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DEAD WITHIN

Story

 
 
 
Inmitten einer post-apokalyptischen Welt haben sich Kim und Mike in einer kleinen Hütte verschanzt und versuchen nun zu überleben. Doch leider gehen sechs lange Monate des Versteckens aus Schutz vor virusinfizierten Kreaturen nicht spurlos an Kim vorüber. Die leidet unter der momentanen Situation und verliert allmählich den Bezug zur Realität …
 
 
 


 
 
 

DEAD WITHIN – Kritik

 
 
 
Ein Zombiefilm ohne blutgeile Zombies – das geht? Mit DEAD WITHIN zumindest dürfte sich Regisseur BEN WAGNER unter den Fans solcher Filme keine Freunde machen, was angesichts der etwas anderen Herangehensweise an die totgefilmte Zombie-Thematik etwas bedauerlich ist, hat er doch mit seinem Horror-Drama einen gar nicht mal so üblen Vertreter jener Gattung Streifen gemacht. In diesem Film hat das wahllose Erschießen Infizierter und die fürs Genre typischen Fressattacken Selbiger Sendepause. Stattdessen rückt der Macher zwei Menschen in den Mittelpunkt seiner Geschichte, die sich in einer Hütte vor infizierten Menschen und diesmal auch Tieren in Sicherheit gebracht haben und allmählich den Verstand verlieren, weil ein gefahrloses Leben in Freiheit ohne Weiteres nicht möglich scheint. Interessanterweise geht es WAGNER anders an als sonst. Diesmal passiert alles auf kleinstem Raum. Sein klaustrophobische Kammerspiel spielt sich in nur zwei Zimmern ab und rückt ausschließlich die Differenzen zwischen den beiden Protagonisten innerhalb der eigenen vier Wände in den Fokus. Was sich letztendlich auf der anderen Seite der Haustür abspielt wird nie gezeigt. Ein intelligenter Schachzug, wird die Bedrohung hinter der Tür ausschließlich in Form von Geräuschen beschrieben, so dass der Schrecken im Kopf des Zuschauers entstehen kann. Mal ist es der infizierte Hund des Paares, der vor dem Haus knurrend seine Kreise zieht. Ein anderes Mal ist es das Lechzen wilder Zombies, die hungrig an der Tür kratzen und dem Paar nichts Gutes wollen. Der Minimalismus zahlt sich aus, denn WAGNER schafft es mit Leichtigkeit dem Zombiefilm neue Impulse zu verleihen, weil er sich schlicht und einfach den Konventionen jenes Sub-Genres widersetzt.
 
Über sechs Monate fristen Mike (DEAN CHEKVALA) und Kim (AMY CALE PETERSON) in einer provisorischen Behausung ihr Dasein, denn vor der Tür hat sich Tragisches ereignet. Ein globaler Virusausbruch hat dazu geführt, dass sich Menschen und Tiere zu wilden Bestien verwandelt haben, die den Nichtinfizierten nach dem Leben trachten. Während Kim die Hausarbeit übernimmt und versucht, den plötzlichen Tod ihres infizierten Babys zu verarbeiten, erkundet Mike tagtäglich die Umgebung nach Essbarem. Doch die Situation zerrt an den Nerven, was sich vor allem bei Kim bemerkbar macht für die das sichere Heim allmählich zum Gefängnis wird. Bald schon hört sie seltsame Funksprüche und hat grausige Visionen, die die Grenzen zwischen Einbildung und Realität verwischen lassen. Als dann auch noch die Wasserversorgung erlischt, scheint sie den Verstand zu verlieren.
 
Es ist schön, wenn Filmemacher an neuen Ideen tüfteln, damit der Zuschauer auch einmal etwas anderes zu sehen bekommt, als immer nur die gleichen Filmstoffe. DEAD WITHIN ist trotz irreführendem Filmplakat und einem etwas unglücklich gewähltem Filmnamen mit dem kaufwirksamen „Dead“ im Titel ein erschütterndes Zeugnis dafür, welch psychischen Verfall Menschen durchleben, wenn Sie in Extremsituationen ihrer Freiheit beraubt werden. Mit nahezu durchdachter Präzision beleuchtet WAGNER hier die Etappen des Wahnsinns seiner Filmheldin Kim, die in ihrer Paranoia schon bald am Vertrauen des Partners zweifelt, weil der das Haus verlassen darf – sie jedoch nicht. Der erlegt auf seinen Streifzügen durch die Stadt nicht nur Horden von Zombies, sondern bringt der Frau auch Unterwäsche von seinen Reisen mit nach Hause, damit das Liebesleben wieder aufgefrischt werden kann. Dass Kim jedoch andere Sorgen plagen, als sich mit dem Gatten im Bett zu vergnügen, dürfte mehr als verständlich sein. Die fühlt sich bald eingeengt und missverstanden, weil der Geliebte partout nicht auf ihre Bedürfnisse eingehen will. In ihrer kleinen Welt und inmitten des ewig gleichen, geregelten Tagesablaufs flüchtet sie sich in Tagträume, die jedoch bald schon einen ungemütlicheren Ton einschlagen.
 
DEAD WITHIN benötigt etwas um in die Gänge zu kommen, wobei WAGNER bewusst auf eine eher langsame Erzählmethode zurückgreift, damit der psychische Zerfall seiner Protagonistin umso schmerzlicher protokolliert werden kann. Dabei verwendet der Regisseur verschiedene Stilmittel, um die seelische Wandlung seiner Heldin besser zum Ausdruck bringen zu können. Mit fortlaufendem Abstieg verändert sich auch die Bildsprache, die in düstere und ungeschönten Farben getaucht wird. Zudem gelingt es WAGNER immer wieder neue Kameraeinstellungen zu finden, um das bedrückende und beschränkte Setting nie langweilig aussehen zu lassen. Die Quintessenz des Streifens sind jedoch die hervorragenden Darsteller, die DEAD WITHIN um eine glaubhafte Charakterisierung bereichern – etwas, was im vor Klischees und Stereotypen strotzenden Horrorfilm mittlerweile ziemlich selten geworden ist. AMY CALE PETERSON verkörpert die Verstand verlierende Kim mit beeindruckender Glaubwürdigkeit und schafft es selbst ihren männlichen Schauspielkollegen im direkten Vergleich blass erscheinen zu lassen. Auch wenn das weniger erfreuliche Happy End wie ein Faustschlag ins Gesicht wirkt und Fans blutiger Zombie-Massaker mit diesem eher anspruchsvoll inszenierten Ausnahme-Horrorfilm nur wenig anfangen dürften, ist DEAD WITHIN eine positive Randerscheinung im stumpfsinnigen und meist wenig originellen Untoten-Genre.

 
 
 


 
 
 

DEAD WITHIN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Der etwas andere Zombiefilm, der eigentlich gar kein Zombiefilm sein will. Regisseur BEN WAGNER geht die Untoten-Problematik anders an und verzichtet auf die üblichen Splatter- und Gewalteskapaden, die man ja sonst in dieser Art von Filmen zu sehen bekommt. Er reduziert seinen Film auf zwei Figuren, die anfänglich einander nahe stehen und sich im Verlauf des Filmes emotional voneinander distanzieren. Statt hohler Zombie-Action hat WAGNER ein minimalistisches und psychologisch feinfühliges Horror-Kammerspiel gemacht, das den Konventionen gängiger Zombie-Streifen trotzt und die bekannte Zombie-Thematik aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet. Demnach rückt DEAD WITHIN nicht den Überlebenskampf seiner Protagonisten gegen Horden Infizierter in den Mittelpunkt, sondern beleuchtet das Seelenheil seiner Helden während eines post-apokalyptischen Weltuntergangsszenarios. Wer Anspruch in Horrorfilmen voraussetzt und Horror nicht ausschließlich mit Gewalt in Verbindung setzt, sollte unbedingt einen Blick riskieren. Gorebauern werden jedoch mit DEAD WITHIN rein gar nicht warm werden – versprochen!
 
 
 


 
 
 

DEAD WITHIN – Zensur

 
 
 
Einiges an Gewalt gibt es natürlich auch in DEAD WITHIN (der eigentlich mal WHAT REMAINS heißen sollte) zu sehen. So rammt sich die Heldin eine Stricknadel in die Hand und klemmt ihrem Gatten mit einer Zange ein paar Finger ab. Zudem wird eine Machete durch einen Körper gejagt. In Deutschland dürfte es der Streifen dennoch bedenkenlos mit einer 16er-Freigabe durch die FSK schaffen.
 
 
 


 
 
 

DEAD WITHIN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Chrysalis (2014)
 
Attack of the Undead (2010)
 
The Last Days (2013)
 
28 Days Later (2002)
 
28 Weeks Later (2007)
 


Filmkritik: „Chrysalis“ (2014)

Chrysalis-2014
 
 
 

CHRYSALIS

Story

 
 
 
Ein Film, wie jeder x-beliebiger Weltuntergangsstreifen und am Ende wird man doch eines Besseren belehrt: Nach einer Terror-Katastrophe hat sich ein Virus freigesetzt, der die Menschen zu primitiven Kreaturen hat werden lassen. Einige noch nicht Infizierte versuchen zu überleben …
 
 
 


 
 
 

CHRYSALIS – Kritik

 
 
 
Ein weiteres post-apokalyptischen Weltuntergangsszenario bahnt sich seinen Weg in die Wohnzimmer. Wie so oft in derart Streifen wird der Mensch für die Vernichtung der eigenen Rasse zur Verantwortung gezogen, die entweder durch Naturkatastrophen oder Bio-Waffen in die Knie gezwungen wird. Im Horrordrama CHRYSALIS tragen letztere Schuld, die ein grausames Massensterben zur Folge haben und Menschen in wilde Kreaturen verwandeln. Man könnte meinen, Regisseur JOHN KLEIN habe hier nur ein weiteres, beliebiges Zombie-Spektakel auf Film gebannt, dem ist jedoch nicht so. Der Zuschauer bemerkt schnell, dass hier etwas anders ist als sonst. Die Macher waren darum bestrebt den Konventionen des modernen Zombie-Kinos den Rücken kehren zu wollen. Regisseur JOHN KLEIN betrachtet die Zombie-Thematik mit anderen Augen und lässt die Schlachtwerkzeuge im Keller. Die „Infizierten“ (so wie man sie im Film bezeichnet) werden hier nicht zur Freude des Zombiefans möglichst blutig in die ewigen Jagdgründe befördert. Stattdessen kommen die Protagonisten zu Wort, die von Macher JOHN KLEIN akribisch analysiert werden und sogar eine ernstzunehmende Charakterentwicklung erhalten. Für einen Zombiefilm mag eine derartige Vorgehensweise durchaus suspekt anmuten, konzentriert sich das Untoten-Genre seit jeher auf das grausame Ausradieren seiner fleischgeilen Filmkreaturen, denen nur ein Kopfschuss den Garaus machen kann. CHRYSALIS belehrt den Horrorfan eines Besseren und zeigt, dass eine Zombie-Geschichte auch ohne unnötiges Blutvergießen auskommen und dennoch packend unterhalten kann.
 
Der Streifen führt den Zuschauer ins Jahr 2038. Es ist Winter und ein Bio-Chemischer Terroranschlag hat beinahe die gesamte Menschheit ausgerottet und in aggressive Kreaturen verwandelt, die einen unstillbaren Hunger nach Menschenfleisch entwickelt haben. Doch ihr Untergang scheint längst besiegelt zu sein. Die Nahrungsgrundlage ist knapp geworden, was zu einem rasanten Massensterben unter den Infizierten führt und die Überlebenden hoffen lässt. Auch Joshua (Cole Simon) und Penelope (Sara Gorsky) bahnen sich ihren Weg durch eine sterbende Welt, stets darauf hoffend doch noch auf Überlebende zu stoßen, um die Zivilisation neu aufbauen zu können. Auf ihrer Suche nach Anschluss machen die beiden Bekanntschaft mit Abira (Tanya Thai McBride), die das Paar zu einer Gruppe Überlebender führen will. Doch der Weg dahin ist gefährlich und Abira hütet ein schreckliches Geheimnis, das die Reise vor unüberwindbare Herausforderungen stellt.
 
Manchmal zahlt sich Improvisationstalent aus. Macher JOHN KLEIN dürften nur wenig finanzielle Mittel zur Verfügung gestanden haben, damit er das interessante Drehbuch von BEN KURSTIN ansprechend adaptieren konnte. Letzterer erhielt die Inspiration zum Skript, als er durch eine kleine Stadt reiste, an der bereits der Zahn der Zeit nagte. Die Idee vom Verfall der Städte in einer Welt ohne Zivilisation fand er bei seinen Erkundungsstreifzügen durch das Kleinod so bewegend, dass er sich an den Schreibtisch setzte und seine Geschichte über Zerfall, Hoffnung und Neuanfang niederschrieb. KLEIN drehte in verfallenen Kirchen, verlassenen Lagerhallen sowie sanierungsbedürftige Altbauten und bewirkt dadurch maximales Grauen, das oftmals weitaus beunruhigender ist, als man es in manch teurem Zombie-Blockbuster zu sehen bekommt. Es bedarf nicht viel um erschütternde Weltuntergangsstimmung aufkommen zu lassen. Im Falle von CHRYSALIS sind es gut durchdachte, fast schon kränklich anmutende Bildkompositionen, die die gegenwärtige Situation in grau gefärbter Tristesse widerspiegeln. Der erschütternden Fäulnis werden starke Protagonisten gegenübergestellt, die trotz Niederlagen vehement für ihr Ziel kämpfen und den Neuanfang versinnbildlichen sollen. KLEIN hat das kleine Ensemble mit exzellenten Schauspielern besetzt, die der Geschichte eine emotionale Tiefe verleihen, wobei man lobend hervorheben sollte, dass die Charaktere überraschenderweise nicht den typischen Stereotypen entsprechen, die man sonst meist im Horrorfilm zu sehen bekommt. Die sympathische Charakterisierung hat aber auch so seine Tücken, schließlich nimmt sich CRYSALIS viel Zeit, um die Schicksale der Protagonisten zu beleuchten. Dass sich der Zuschauer mit den zugänglichen Helden rasch verbunden fühlt und am Ende mitfühlt, wenn KLEIN sie über die Klinge springen lässt, ist eine der wenigen Prämissen, die der Filmfreund in Kauf nehmen muss.
 
Während Penelope sich mit der Tatsache abfinden muss niemals Kinder bekommen zu können und sich mit ihrem Analphabetismus mehr schlecht als recht durchs Leben mogelt, hat Abira ganz andere Probleme. Sie wurde als Kind bereits mit dem Virus infiziert, hat aber überlebt. Seither wird sie rastlos von den Infizierten verfolgt, die der wackeren Kämpfernatur stets an den Fersen haften. Keine guten Voraussetzungen um zu überleben, sind doch all jene in permanenter Gefahr, die sich in Abiras unmittelbarer Nähe aufhalten. CRYSALIS, was hier gleichzusetzen ist mit „Evolution“, ist kein einfacher Film für Zwischendurch. Der Streifen thematisiert Urängste und setzt sich tiefgründig mit Themen wie Einsamkeit, Überlebenswillen und Zusammenhalt auseinander. Die Zombies sind leider nur Beiwerk, was Gorehound vermutlich gar nicht schmecken dürfte. Für die Splatter-Gemeinde wurde CHRYSALIS ohnehin nicht gemacht, vermittelt KLEIN den Anspruch auch ohne dumme Gewalt ernsthaft unterhalten zu wollen. Gelungen ist ihm das allemal, denn mit seinem zweiten Spielfilm verleiht er dem totgefilmten Zombie-Genre (welch nettes Wortspiel) endlich neue Facetten, die wieder Lust auf mehr Horrorstreifen dieser Art machen.
 
 
 


 
 
 

CHRYSALIS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Packend inszenierter Indie-Horror, der darauf wartet entdeckt zu werden. Regisseur JOHN KLEIN verknüpft in CHRYSALIS drei seiner Leidenschaften, nämlich die für Horrorfilme, Dramen und Filmen mit glaubhafter Charakterentwicklung. Die Symbiose seiner drei Vorlieben ist im Falle seines Zweitwerks eine erstaunlich runde Sache geworden, denn sein Horror-Drama glänzt mit spannendem Storyverlauf und gut durchdachtem Drehbuch. Das besticht durch Tiefe und Glaubwürdigkeit und distanziert sich sogar gänzlich vom übertriebenen Blutgematsche, das ja bekanntlich zum Zombie-Genre gehört, wie das Salz in die Suppe. Gewalt erhält in CHRYSALIS kaum Gewichtung und die vom Zerfall gezeichneten Kreaturen sind nur Beiwerk. Stattdessen konzentriert sich die gemächlich erzählte Geschichte fast gänzlich auf seine drei Protagonisten, die einander verstehen und unterstützen und sich durch eine Welt voller Gefahren kämpfen, ohne jedoch den Respekt vor den Infizierten zu verlieren, die schließlich einst auch Menschen gewesen sind. Für das Resultat darf man Drehbuchautor BEN KURSTIN und Regisseur JOHN KLEIN nur beglückwünschen. Das dynamische Duo hat einen der besten Weltuntergangs-Indies gedreht, den man in letzter Zeit gesehen hat – und das sogar noch mit überschaubaren Budget. Man darf gespannt sein, um welche Filmstoffe sie das Genre in Zukunft bereichern werden. Fakt ist: CHRYSALIS bringt frischen Wind in das totgefilmte Zombie-Genre und erhält von uns das seltene Prädikat „Geheimtipp“!
 
 
 


 
 
 

CHRYSALIS – Zensur

 
 
 
CHRYSALIS ist kein brutaler Film. Gewalt spielt sich wenn dann nur im Off ab und reduziert sich auf das Ende des Streifens. In Deutschland dürfte das für eine FSk16 reichen.
 
 
 


 
 
 

CHRYSALIS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Attack of the Undead (2013)
 
Zombie Night (2014)

Antisocial (2013)
 
Open Grave (2013)
 
28 Days Later (2002)
 
28 Weeks Later (2007)
 
Crazies (1973)
 
The Crazies (2010)
 


Filmreview: „Exit Humanity“ (2011)

 

 

Tennessee 1871 – Der amerikanische Bürgerkrieg ist zu Ende und Soldat Edward Young kehrt nach Hause zurück. Doch anstatt die geliebte Familie vorzufinden ist die Heimat gänzlich von wandelnden Toten übersät. Auch Frau und Sohn sind dem blutgierigen Pack unter die Zähne gekommen, sodass sich Edward Young aufmacht den sterblichen Überresten seines geliebten Sohnes die letzte Ehre zu erweisen. Auf seiner Reise lernt er Isaac kennen, der ihn bittet seine Schwester Emma aus den Fängen des skrupellosen Generals Williams zu befreien. Dieser forscht, zusammen mit seinen Handlangern, auf gänzlich grausamer und unmenschlicher Weise nach dem Sinn der Herkunft, der Zombies. Als die beiden es schaffen Emma aus den Fängen des Generals zu befreien und Unterschlupf bei einer Medizinfrau suchen, finden sie letztendlich auch die schockierende Antwort, auf all ihre Fragen …

 

 

 

Wenn Filmfreunde aus aller Welt lesen, dass ein Regie-Laie an einem Zombiefilm werkelt, dann schwant dem Genre-Fan oftmals nichts Gutes, denn leider hat man in der Geschichte des geschundenen „Untoten“-Genre leider bisher zu viele schlechte Vertreter seiner Art gesehen, als das da ein Filmneuling mit wenig Budget überhaupt überzeugen könnte.

Das Regie-Debüt des Amerikaners John Geddes macht da eine der wenigen Ausnahmen, und kann sich mit seinem recht ungewöhnlichen und frischen Setting vollends sehen lassen.

Er verfrachtet die Geschehnisse nicht in die Neuzeit, und begründet das Zombie-Problem mit einem künstlichen, von Menschen entwickelten Virus, sondern seine Geschichte spielt weit über 100 Jahre in der Vergangenheit und die Vorkommnisse gestalten sich eher mystischer Natur.

Dabei beginnt er seinen Film nicht in bluttriefenden Bildern und in minutiös zelebrierten Fressorgien zu ertränken, sondern erzählt seinen kleinen ungemütlichen Film stimmig, ruhig und größtenteils actionfrei.

„Exit Humanity“ beginnt wie ein zutiefst trauriges Drama, dass den Hauptprotagonisten Edward durch die Hölle gehen lässt. Von den Qualen des Bürgerkrieges seelisch zerfressen, muss er nun auch noch zusätzlich den schmerzlichen Verlust seiner geliebten Familie verarbeiten. In seiner Ausweglosigkeit richtet er sogar die Waffe gegen sich, scheitert aber an der Inkonsequenz seiner Selbst gegenüber. Auf seiner (Selbsfindungs-)Reise wird Edward immer wieder mit den Themen „Liebe“, „Freundschaft“ und „Zugehörigkeit“ konfrontiert, wobei die Untoten in diesem Film nur eine untergeordnete Rolle spielen und eigentlich mit ihrer fast schon trollig-wirkenden Gemächlichkeit wenig angsteinflößend wirken. Vielmehr beängstigt hier der kontroverse Kontext „Bestie Mensch“, denn in „Exit Humanity“ verstört nicht die blutige Vorgehensweise der lebenden Toten, sondern die eiskalte Abgebrühtheit der noch lebenden menschlichen Protagonisten, die unabhängig von jeglicher Moral aus reiner Selbstsucht und Gier über Leichen gehen.

Dass bei derart ungewöhnlicher Thematik die Gewaltschraube etwas außer Acht gelassen wird, kommt „Exit Humanity“ definitiv zugute. Der Großteil der Konfrontationen mit den lebenden Toten wird künstlerisch gekonnt durch den Einschub von kurzen Comic-Clips dokumentiert. Zwar gibt es hin und wieder einige passgenaue „richtige“ Headshots zu bewundern, ein Krösel-Fest der Sonderklasse verbrät Regie-Neuling John Geddes allerdings nicht. Die zurückhaltende Zurschaustellung genretypischer Grausamkeiten funktioniert beachtlich gut und schenkt dem Film mehr Zeit und Freiraum, um den nur wenigen Charakteren mehr Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten einzuräumen.

Leider mangelt es dem aktuellen Genre-Beitrag, trotz vieler ambitionierten Filmideen, ein wenig am letzten Feinschliff.

An einigen Stellen im Film entwickelt der sehr dialoglastige „Exit Humanity“ ein etwas sehr zähes und gemächliches Erzähltempo, das zudem auch einige unschöne Längen vorweist und nicht wirklich auf den Punkt kommen möchte. Trotzdem, aufgrund der hervorragenden Inszenierung (sehr lyrische Unterteilung des Films in Kapitel), einiger wirklich schöner kreativen Filmmomente (Kämpfe werden in einem animierten Comic ausgefochten, tolle Kamerafahrten) und die ideale Besetzung der Hauptcharaktere machen „Exit Humanity“ zu einem Zombiefilm der etwas anderen Art, der sich erfrischend vom Einheitsbrei ähnlich gestrickter Zombie-Werke abhebt.

„Exit Humanity“ ist wahrlich ein seltsames aber innovatives Filmchen, denn gänzlich gegen die Regeln einer jeden üblichen Zombie-Gurke wird hier weniger auf schweißtreibende Untoten-Hatz und reißerische Fressszenen gesetzt, sondern vielmehr die Bestie „Mensch“ in den Mittelpunkt der Gegebenheiten fokussiert. Dieser Ansatz gibt dem geschundenen und totgefilmten „Zombie-Genre“ einige wirklich interessante und neue Facetten und die Umsetzung hebt sich wohlwollend von der Masse an gleichwertig gestrickten Filmproduktionen ab.

Leider hat der Filmfreund auch mit einigen unschönen Tempobremsen zu kämpfen, denn „Exit Humanity“ ist mit seinen fast zwei Stunden Filmlaufzeit einfach zu lang geraten.

Wer allerdings auf der Suche nach einem interessanten Film ist, der sich nicht immer wieder in den genreüblichen Horror-Klischees verläuft und in Fontänen von Gedärm und Blut ertrinkt, dem sei das Drama „Exit Humanity“, trotz kleiner Schnitzer zur Sichtung empfohlen!

 

 

 

Fazit: 6/10

 

Überraschend gutes Regie-Debüt, dass den Zombiefilm aus einer gänzlich anderen Sicht betrachtet und dem „überfilmten“ Untoten-Genre neuen, frischen Wind verleiht!

FSK-Version: Deutsche Version mit FSK16 uncut – Deutsche Heimkinoversion bezieht sich mit seiner „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung auf das Bonus der Scheibe, der Film selbst ist frei ab 16 Jahren!

 

 

 

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