Filmkritik: „Little Monsters“ (2019)

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LITTLE MONSTERS

Story

 
 
 

Ein Kindergartenausflug in einen Freizeitpark wird zum Horrortrip, weil plötzlich überall Zombies erscheinen. Nun müssen sich Straßenmusiker Dave und Erzieherin Miss Caroline zusammentun, um die Kinder sicher durch die Apokalypse zu bringen.

 
 
 


 
 
 

LITTLE MONSTERS – Kritik

 
 
 
Es ist immer wieder erstaunlich, wie hartnäckig sich das Zombie-Genre doch hält. In zig Varianten durften verwesende Leichen sich nun durch die Filmlandschaft fressen, ob in einer harmlosen Rom-Com oder sogar in einer Art Musical. Den kreativen Ideen sind keine Grenzen gesetzt, also warum nicht auch mal eine Variante mit Kindern drehen? „Little Monsters“ klingt auf dem Papier wirklich fulminant, kann das, was er auch nach den Trailern verspricht, jedoch nicht ganz halten. Im Grunde genommen hat man es mit einer derben Komödie zu tun, die zusätzlich ein paar Zombies beinhaltet. Wer sich daran nicht stört, könnte auf seine Kosten kommen.
 
 
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Der erfolglose Straßenmusiker Dave hat sich gerade frisch von seiner Freundin getrennt und kommt bei seiner Schwester unter, die einen kleinen Sohn namens Felix hat. Um sich nützlich zu machen bringt er seinen Neffen zum Kindergarten und macht dort die Entdeckung seines Lebens: Die wunderhübsche Erzieherin Miss Caroline. Um Eindruck bei ihr zu schinden, meldet Dave sich auch gleich freiwillig als Aufpasser für einen Ausflug in einen kleinen Freizeitpark. Doch im militärischen Gebiet nebenan sind leider scheinbar ein paar Versuche schiefgegangen und so wimmelt es im Park bald nur noch so vor Zombies. Die Idee ein Zombie-Szenario mit Kindern zu entwickeln, mag nicht unbedingt die originellste überhaupt sein, aber vielversprechend ist sie dennoch. Daraus hätte man schon reichlich viel machen können. Teilweise nutzt „Little Monsters“ dieses Potenzial auch und besonders das Spiel, dass die Kinder nicht erfahren sollen, dass sie in einem echten Albtraum stecken, ist recht gelungen. Im Endeffekt mangelt es aber über die Dauer von rund 90 Minuten Laufzeit schlichtweg an kreativen Einfällen, um das Szenario interessant zu halten.
 
 
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Viel mehr Aufmerksamkeit als die Zombies, bekommt da tatsächlich die Rom-Com spendiert. Denn sobald die Lage ausweglos erscheint und man sich in einer Hütte verbarrikadiert hat, nähern sich Dave und Miss Caroline immer mehr an. Das ist genauso vorhersehbar, wie die Entwicklung der Charaktere. Dave ist anfangs nicht unbedingt der Sympathieträger, ein typischer Taugenichts und wandelt sich dann hinterher selbstverständlich zum verantwortungsvollen Helden. So vorhersehbar dies auch geschieht, es stört eigentlich nicht. Die anderen Figuren sind allerdings noch eindimensionaler. Von der reinen, guten Erzieherin bis hin zum bösen TV-Star. Hier wird Schwarz-Weiss-Malerei betrieben, die weder störend, noch anziehend ist. Es gibt dann ja aber auch noch Kinder zu sehen – immer ein schweres Thema bei Filmen, die sich eher an ein erwachsenes Publikum richten. Positiv zu vermerken ist, dass kein Kind nervt und alle Kinderdarsteller ganz angemessen schauspielern. Negativ ist hingegen, dass alle völlig belanglos bleiben und ihr Fehlen kaum auffallen würde, wäre es nicht Teil der Prämisse.
 
 
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Regisseur Abe Forsythe, der bisher eher an kleinen Filmen oder Serien beteiligt war, macht seine Sache in der Inszenierung solide, mehr jedoch nicht. „Little Monsters“ sieht gut aus, besitzt allerdings nicht den größten Aufwand. Die Schauplätze sind begrenzt und hätten besonders im späteren Verlauf ruhig etwas ausgedehnt werden dürfen. Wer Horror erwartet, wird sowieso enttäuscht sein, denn die Zombies sind viel eher Mittel zum Zweck. Sie kommen selten zum Einsatz und müssen meistens vor Fenstern stehen. Damit soll zwar eine Bedrohung angedeutet werden, doch den Zuschauer erreicht diese zu selten. Also muss man sich eher auf die Komödie verlassen. In diesem Punkt ist der Film etwas besser. Es gibt ein paar nette Schmunzler und ab und zu lässt sich schon lachen. Die meisten Gags sind eher Schenkelklopfer, doch glücklicherweise ist der Humor fast niemals peinlich. Jedoch sollte man eine etwas derbere Form des Spaßes mögen, denn hier macht der Film seiner Freigabe ab 16 Jahren immerhin alle Ehre. Was man vom Splatter-Gehalt nicht unbedingt behaupten kann. Ab und zu wird etwas Blut vergossen, doch wenn man schon auf eine höhere Freigabe schielt und nebenbei Zombies vorkommen lässt, hätte etwas mehr Gore mit Sicherheit nicht geschadet. Zumindest sind die Effekte aber gut gelungen und die Zombies, wenn sie denn mal zu sehen sind, sehen von der Maske her auch gelungen aus.
 
 
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Ein Vorteil von „Little Monsters“ ist dann sicherlich noch Lupita Nyong’o, denn sie besitzt von allen Darstellern am ehesten schauspielerische Klasse. Diese benötigt der Film eigentlich nicht zwangsläufig, doch angenehm ist es dennoch. Alexander England muss als Trottel vom Dienst nicht gerade viel Leistung bringen, stört aber ebenfalls nicht und Josh Gad darf in seiner Nebenrolle reichlich viel Overacting betreiben. Das mag für manchen lustig und für den anderen eher nervig sein. Die restlichen Darsteller haben wenig zu tun und das betrifft auch die Kinder, denn bis auf Diesel La Torraca steht hier absolut niemand im Fokus.
 
 


 
 
 

LITTLE MONSTERS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
„Little Monsters“ ist ein gänzlich leicht zu konsumierender Film, der eher die Komödie, als den Horror bedient und die Zombies letztendlich nur als Mittel zum Zweck einsetzt. Ist man sich darüber bewusst, bekommt man eine unbeschwerte, teilweise relativ amüsante Komödie geboten, die zwar nicht mit den größten Sympathieträgern aufwartet, dafür aber ganz gut von den Darstellern gespielt wird und zudem eine solide Inszenierung aufzuweisen hat. Ein paar Lacher sind vorhanden, ganz charmant ist das Treiben eigentlich auch, aber Dinge wie Spannung oder Splatter fehlen leider komplett. Für kurzweilige Unterhaltung reicht das definitiv aus, um nachhaltig in Erinnerung zu bleiben aber wohl eher nicht.
 
 
 


 
 
 

LITTLE MONSTERS – Zensur

 
 
 
„Little Monsters“ ist keine Splatter- oder Gewaltgranate. Zwar handelt es sich hier um einen Zombiefilm. Die Gewaltmomente werden aber ironisch zelebriert. Wohl ein Grund, warum „Little Monsters“ eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten hat. Sowohl in der Kinofassung, als auch bei der Heimkinoveröffentlichung auf Blu-ray und DVD.
 
 
 


 
 
 

LITTLE MONSTERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (KeepCase Blu-ray mit Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Little Monsters; Australien | Großbritannien | USA 2019

Genre: Horror, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover und Schuber

Extras: Trailer, Trailershow, Behind the Scenes, Interviews mit Cast und Crew

Release-Termin: 03.01.2020

 

Little Monsters [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

LITTLE MONSTERS – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cooties (2014)
 
Scouts vs. Zombies (2015)
 
Shaun of the Dead (2004)
 
Zombieland (2009)
 
Freaks of Nature (2015)
 

Filmkritik: „Friedhof der Kuscheltiere“ (2019)

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FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE – REMAKE | PET SEMATARY

Story

 
 
 
Im Remake zu Stephen Kings Klassiker „Friedhof der Kuscheltiere“ muss ein Familienvater feststellen, dass der Tod manchmal besser ist, als etwas Böses zu erwecken.

 
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE – Kritik

 
 
 
Seit den 70er Jahren ist der Horror-Stoff von Stephen King nicht nur in Romanform, sondern auch als Film sehr beliebt. Geändert hat sich daran innerhalb der letzten Jahrzehnte eigentlich kaum etwas, aber gerade nach dem Boom des Remakes von „Es“ werden nun viele alte Verfilmungen von King-Stoffen wieder auferleben. „Friedhof der Kuscheltiere“ ist eine davon. Das Original ist Kult und lebt von einer mächtigen Atmosphäre, die man eigentlich gar nicht kopieren kann. Es galt zu befürchten, dass sich diese Neuauflage im billigen Horror verliert, doch so schlimm ist es zum Glück nicht geworden. Kennt man das Original, hat man es hier mit einem ganz passablen Werk zu tun, kennt man es nicht, kann man sogar von einem relativ guten Film sprechen.
 
 
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Familie Creed zieht aus der Großstadt in ein kleines Örtchen, fernab vom großen Trubel. Auf dem Land ist es friedlich und einen netten Nachbarn hat man auch gleich noch dazu. Allerdings trügt der Schein und als eines Tages der Kater stirbt, soll der Horror so langsam seinen Lauf nehmen. Auf dem Grundstück der Creeds liegt ein versteckter Tierfriedhof im Wald. Mit diesem hat es aber scheinbar mehr auf sich, als man denken kann, denn der Friedhof ist weitläufig und birgt einen dunklen Fluch. Als der tote Kater dort begraben wurde, hat Vater Creed das Schicksal seiner Familie bereits beschlossen, ohne es auch nur zu ahnen.
 
 
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Mit Remakes ist das immer so eine Sache, denn nicht selten besitzen sie einfach wenig Daseinsberechtigung. Mittlerweile sind allerdings 30 Jahre seit dem Original vergangen und gegen eine Auffrischung des altmodischen, aber zeitlosen Stoffes gibt es überhaupt nichts einzuwenden. In der ersten Hälfte wirkt „Friedhof der Kuscheltiere“ dann nahezu wie eine 1:1 Kopie des Originals, bei dem immerhin sogar Stephen King selbst das Drehbuch schrieb. Wahrscheinlich bewegte sich auch gerade deshalb der Film von 1989 ziemlich nah am Roman. In der zweiten Hälfte häufen sich dann aber die Änderungen und das wird dann mit der Zeit schon ziemlich immens, so dass es sogar ein komplett anderes Ende zu sehen gibt. Wenn man offen dafür ist, dann sind manche Veränderungen eigentlich gar nicht mal so schlecht und dennoch rauben sie dem Werk etwas Atmosphäre. Das Ende ist an sich immer noch richtig schön unhappy und trotzdem besitzt es nicht diese finstere Tragik des Originals. Wem dieses Ende nicht schmeckt, der kann jedoch noch auf einen alternativen Schluss zugreifen, welcher insgesamt etwas stimmiger, etwas düsterer und auch etwas tragischer wirkt, wobei das Ende vom Original in beiden Fällen nicht erreicht wird. Immerhin kann man behaupten, dass sich die Drehbuchautoren Gedanken gemacht haben und nicht stumpf kopieren, aber alles in einem ist die Story im Roman und auch in der ersten Verfilmung stimmiger und düsterer.
 
 
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Ein kleiner Vorteil von „Friedhof der Kuscheltiere“ ist Anno 2019 eine leicht bessere Besetzung. Jason Clarke macht seine Sache nämlich schon sehr ordentlich und kann vollkommen überzeugen. Hinzu gesellt sich ein John Lithgow, mit dem man einfach nichts verkehrt machen kann und der auch bestens in diese Rolle passt. Amy Seimetz muss zwar den eher nervigen Part übernehmen, macht das jedoch solide und Jeté Laurence wird dann im weiteren Verlauf immer facettenreicher, was man anfangs noch nicht ahnen kann. Für ihr Alter ist das eine durchaus brauchbare Leistung. Die Charaktere wurden nicht großartig verändert und behalten auch ihre Hintergründe. An manchen Stellen wurde dieser etwas ausgebaut, an anderen aber auch etwas reduziert. Im Endeffekt nimmt sich das nichts und hier bleibt man dem Geist der Vorlagen doch relativ treu.
 
 
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Lobenswert ist an dieser Neuauflage auf jeden Fall, dass sich „Friedhof der Kuscheltiere“ nicht dem Trend der billigen Jump-Scares hingibt und sich, so wie das Original auch, der Atmosphäre widmet. Das Szenario wird langsam und ruhig aufgebaut und in der ersten Hälfte kommt das noch ohne den großen Horror aus. Danach häufen sich die Änderungen, was das Schauen zumindest interessanter macht, wenn man das Original schon gut kennt und zum Ende hin muss es dann obligatorisch noch etwas mehr zur Sache gehen, aber Action gibt es dennoch nur sehr wenig und plumpe Schockeffekte sucht man vergebens. Die Stimmung ist durchaus finster und wird niemals auch nur ansatzweise mit Humor aufgelockert. Nur so richtig gruselig oder unheimlich will das Ganze leider nur selten werden. Hier hat der Film von 1989 definitiv die Nase vorn. Dabei gibt es durchaus stimmungsvolle Bilder zu sehen. Allgemein ist die Optik hervorragend und ein paar Schauwerte sind vorhanden. Gewalt spielt dabei keine so große Rolle, wobei es zwei Szenen schon relativ in sich haben und die Effekte sehen sehr gelungen aus. Zum Schluss soll noch erwähnt werden, dass es eine schöne Entscheidung war, beim Abspann ein Cover zu Ramones‘ „Pet Sematary“ zu spielen, denn das war schon damals beim Original toll.
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
„Friedhof der Kuscheltiere“ von 2019 ist eine etwas modernere, hinterher schon recht stark abgeänderte Variante des Klassiker-Romans von Stephen King, die den Fokus lobenswerterweise stark in Richtung Atmosphäre lenkt. Deshalb ist es fast schon bedauerlich, dass die Horror-Stimmung nie so ganz wirken möchte, obwohl man alles so düster und ohne Freude gehalten hat. Die ganzen Veränderungen im Verlauf der Geschichte sind daran aber sicher nicht gänzlich unschuldig. Dafür gibt es ordentliche Darsteller zu sehen und die Inszenierung ist auf jeden Fall gelungen. In der ersten Hälfte erinnert das oftmals an das Original und es lädt geradezu dazu ein, sich dieses mal wieder anzuschauen, in der zweiten Hälfte wird das eigenständiger und leider auch etwas konventioneller. Ein guter Versuch, der nicht langweilt und mit Qualität dienen kann, doch der Film von 1989 wird nicht erreicht und der Roman sowieso nicht!
 
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE – Zensur

 
 
 
„Friedhof der Kuscheltiere“ ist nicht sehr brutal. Es gibt ein entstelltes Gesicht zu sehen. Ansonsten werden die Gewaltszenen zum großen Teil im Off zelebriert. Hierzulande ist der Streifen ungeschnitten ab FSK16. Die Freigabe ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Paramount Home Entertainment (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Pet Sematary; USA | Kanada 2019

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch Dolby Atmos, Englisch Dolby TrueHD 7.1, Französisch DD 5.1, Kanadisches Französisch DD 5.1, Italienisch DD 5.1, Brasilianisches Portugiesisch DD 5.1, Spanisch DD 5.1, Lateinamerikanisches Spanisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Dänisch, Englisch für Hörgeschädigte, Englisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Brasilianisches Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: All-New Alternate Ending, 7 Deleted/EXTENDED Scenes, Night Terrors, Family Haunting Visions

Release-Termin: 15.08.2019

 

Friedhof der Kuscheltiere – Remake [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Paramount Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Friedhof der Kuscheltiere (1989)
 
Friedhof der Kuscheltiere 2 (1992)
 
Kinder des Zorns 4 – Mörderischer Kult (1996)
 
Cujo (1983)
 

Filmkritik: „Redcon-1: Army Of The Dead“ (2018)

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REDCON-1: ARMY OF THE DEAD

(REDCON-1)

Story

 
 
 
Und täglich grüßt das Murmeltier: REDCON-1 – ARMY OF THE DEAD ist ein Zombiefilm, der die gleiche Handlung abspielt, wie gefühlt 100.000.000 vor ihm. Ein Virus bricht in England aus und macht aus netten Menschen aggressive Furien. Eine militärische Spezialeinheit soll sich dem Problem annehmen und eine Lösung suchen.

 
 
 


 
 
 

REDCON-1 – Kritik

 
 
 
So langsam wird es ruhig im Zombie-Sektor. Nach den Erfolgen von so Zombiefilmen wie 28 DAYS LATER, RESIDENT EVIL oder der Neuverfilmung des Horrorklassikers DAWN OF THE DEAD wurde in den 2000ern eine Welle an Produktionen losgetreten, die das Zombiegenre noch einmal neu aufleben ließen. Was anfangs noch von Fans begrüßt wurde, entwickelte sich aber schnell zur Plage. Kaum ein Monat verging ohne dass neue Zombiefilme gedreht wurden. Da trat schnell ein Sättigungsgefühl ein. Mittlerweile haben das auch Produzenten erkannt. Die Zahl an Produktionen in denen Untote die Erde überlaufen, wurde stark zurückgefahren. Da muss man neue Vertreter der Gattung Zombiefilm so langsam mit der Lupe im Händlerregal suchen. Aber man wird nach wie vor fündig. Der Horrorthriller REDCON-1 – ARMY OF THE DEAD beweist, dass es mittelmäßige Zombiefilme immer noch gibt. Da wird auf dem Cover von einer krass-blutigen Mischung aus THE RAID und 28 WEEKS LATER gesprochen. Verheißungsvolles Marketing-Geplapper auf das offenbar immer noch Zuschauer hereinfallen. Gute Horrorfilme haben nämlich so plakative Vergleiche gar nicht nötig. Von gut ist REDCON-1 – ARMY OF THE DEAD noch weit entfernt.
 
 
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Der Ausnahmezustand wird ausgerufen. In England ist ein Virus ausgebrochen, das Menschen in Killermaschinen umfunktioniert. Alles begann offenbar nach einem Gefängnisaufstand in der Londoner Haftanstalt Wentwoth, wo die Krankheit bei einem Insassen diagnostiziert wurde. Ist das etwa Patient Zero? Das zumindest ist der Verdacht, weshalb man eine militärische Spezialeinheit dazu beauftragt Wissenschaftler Dr. Julian Raynes ausfindig zu machen. Der soll angeblich nicht nur Hintergründe kennen, sondern auch von einem Heilmittel wissen, das den Infizierten helfen soll. Doch leider ist dessen Aufenthaltsort im Zuge der Katastrophe nicht klar auszumachen, was die suchende Kampfeinheit vor große Probleme stellt. Nicht nur die Zombies sitzen den Männern im Nacken. Auch die knappe Zeit macht der Heldentruppe zu schaffen. 72 Stunden bleiben, um den Wissenschaftler zu finden. Danach soll jene Quarantäne-Zone gesäubert werden, in welche man die infizierten Menschen eingepfercht hat. Eine Extremsituation, die nicht nur gefährlich ist, sondern auch an Grenzen bringt.
 
 
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REDCON-1 bietet im Grunde nichts Neues. Der Film wandelt auf ähnlichen Pfaden, wie der 2007 gedrehte Endzeit-Horror 28 WEEKS LATER. Abermals sehen wir Endzeitstimmung, Militäreinsätze und Horden von Zombies. Qualitativ trennen beide Filme aber Welten. Wo Regisseur JUAN CARLOS FRESNADILLO trotz erzählerisch ausgetretenen Zombiepfaden immer noch versuchte eine spannende Geschichte zu erzählen, fehlt die in REDCON-1 gänzlich. Es wird zwar viel geschossen und auch die Spezialeffekte können sich sehen lassen. Interessant oder gar packend will es aber leider so gar nicht werden. Oft will man das Gefühl nicht loswerden wollen, als habe es anfangs nur Kampf- und Gewalteinlagen gegeben. Weil das allein einen Film nicht zusammenhalten kann, musste so etwas wie eine Geschichte her. Die wurde holprig um die unzähligen Actionmomente geschrieben, kommt aber so gar nicht in Fahrt. Angesichts der stattlichen Laufzeit von knapp zwei Stunden dürfte da so mancher Horrorfilmfan schnell die Geduld verlieren.
 
 
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Für einen beinahe nur auf Action ausgelegten Zombiefilm sind zwei Stunden Ballerei auf Zombies etwas sehr lang, zumal Regisseur CHEE KEONG CHEUNG im Blutrausch ganz vergisst dem Zuschauer auch mal die Soldaten nahezubringen. Offenbar erachtete man Charakterisierungen als nicht besonders wichtig, schließlich ist REDCON-1 ohnehin damit beschäftigt seine Heldentruppe nach und nach auszuradieren. Die Folgen sind gravierend. Da bleiben Figuren egal und deren Ableben beliebig. Statt zu erzählen wird ständig wiederholt. Laufen, ballern, sterben. Nach rudimentären Dialogen noch mal vorn: laufen, ballern, sterben. Damit sich das Effekte-Team richtig austoben kann, wird gleicher Handlungsablauf bis zum Abspann ausgereizt und regelmäßig wiederholt. Leider hat man nicht bedacht, dass sich das Publikum daran vielleicht schnell sattsehen könnte. Genau diese Übersättigung tritt nämlich schnell ein. Ein Drücken der Vorspultaste bleibt da nicht aus. Spannend ist anders, zumal man nichts Wichtiges verpasst, wenn man mal für zehn Minuten ins Live-TV zappt und anschließend wieder dem durchwachsenen REDCON-1 Aufmerksamkeit schenkt.
 
 
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REDCON-1 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eintöniger Zombie-Actioner in dem ausschließlich geballert und gesplattert wird. Das hört sich erstmal gut an. Aber man hat sich schnell sattgesehen. Handlungsabläufe wiederholen sich ständig und im Zuge von Martial-Arts-Fights, Munitionshagel und Zombie-Attacken muss man eine Handlung mit der Lupe suchen. Letztere besitzt nur Alibifunktion und ist offenbar nur dafür da, um den Dauerbeschuss irgendwie zusammenhalten zu können. Dabei ist die inhaltliche Leere gerade deshalb so bedauerlich, weil dieser Actionfilm mit Zombies eigentlich in technischer Hinsicht einiges kann. Filmemacher CHEE KEONG CHEUNG ist um schnelle Schnitte bemüht und bringt so Tempo in das austauschbare Szenario. Ein düsterer und kontrastreicher Digitallook sorgt für Atmosphäre und erinnert hin und wieder an die neueren Werke des MICHAEL BAY. Deftige, fast ausschließlich handgemachte Spezialeffekte bringen Splatterfans in Wallung. Nur beim Drehbuch hapert es. Da wäre mehr möglich gewesen.
 
 
 


 
 
 

REDCON-1 – Zensur

 
 
 
ON-1: ARMY OF THE DEAD hat viele blutige Szenen zu bieten, die man eben auch von Zombiefilmen erwartet. Wir bekommen eklige Beißszenen ebenso zu sehen, wie nette Verwesungseffekte, die die Stadien der Verwandlung durch den Zombievirus dokumentieren. Weiterhin hat man es etwas zu gut mit Einschüssen gemeint. Die bekommt man hier nahezu minütlich zu sehen. Es wird geschossen und geballert, als gebe es keinen Morgen mehr. Hierzulande hat REDCON-1: ARMY OF THE DEAD von der FSK in ungeschnittener Form eine Erwachsenenfreigabe erhalten. Die ist gerechtfertigt.
 
 
 


 
 
 

REDCON-1 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB Filmworks

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

 

Originaltitel: Redcon-1; Großbritannien 2018

Genre: Horror, Action, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 118 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover und im Schuber

Extras: Trailershow, Trailer

Release-Termin: 27.06.2019

 

Redcon-1 – Army of the Dead [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

REDCON-1 – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei OFDB Filmworks)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
28 Weeks Later (2007)
 
Dawn of the Dead (2004)
 
The Crazies – Fürchte deinen Nächsten (2010)
 
World War Z (2013)
 
Alone (2015)
 

Filmkritik: „Zoo“ (2018)

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ZOO

Story

 
 
 

Das letzte Paar auf der Erde: Zwei Menschen am Ende ihrer Beziehung finden während einer Zombie-Apokalypse plötzlich wieder zusammen.

 
 
 


 
 
 

ZOO – Kritik

 
 
 
Mal wieder ein Film über einen Zombie-Virus, der unbescholtene Bürger in aggressive Furien verwandelt. Och nee, nicht schon wieder – das gab es doch in den letzten Jahren zu Genüge in Kino und Fernsehen. Das zumindest dürften sich Stammleser von FILMCHECKER denken. Seit Gründung dieser Seite im Jahr 2011 haben wir so ziemlich viele dieser Kandidaten besprochen. Einige derer sind einfallsreich, kreativ und manchmal sogar kritisch mit der abgenutzten Zombie-Thematik umgegangen. Andere wiederum haben einfach nur des schnellen Geldes wegen bekannte Zombie-Klischees aneinandergereiht und sind damit kläglich gescheitert. Irgendwo dazwischen bewegt sich der folgende Indie-Horror. ZOO ist eine europäische Genre-Produktion, die den Mut wagt, den Zombie-Ausbruch aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Weniger Zombies, dafür mehr Figurenentwicklung und Drama. Ob sowas bei eingefleischten Fans von Zombiefilmen positiv ankommt?
 
 
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Wenn eine Zombie-Apokalypse eine Ehe kittet: Genau im ungünstigsten Moment stellen Karen und John fest, dass die Beziehung so gar keinen Sinn ergibt. Beide haben sich voneinander entfernt und stehen kurz vor ihrer Scheidung. Da wird plötzlich der Ausnahmezustand ausgerufen. Eine ominöse Seuche breitet sich in London aus und macht auch nicht im Haus der verzweifelten Streithähne Halt. Was tun? Am besten gar nichts. So zumindest entscheiden die Helden der Genre-Komödie ZOO. Sie verbarrikadieren sich in den eigenen vier Wänden und hoffen auf Hilfe. Bis dahin plündert man die Wohnungen der übrigen Mietparteien, um nicht auf den täglichen Wohlstand verzichten zu müssen. Eine gute Sache, die sich auch positiv auf die Beziehung von Karen und John auswirkt. Die lernen sich neu kennen und sind sich auf einmal vertrauter denn je. Ob die Ehe doch noch gerettet werden kann? Eine Frage mit der ZOO viel Zeit verbringt.
 
 
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ZOO ist kein konventioneller Horror-Spaß, was vermutlich auch darauf begründet ist, weil hinter dem Streifen jemand steckt, der bisher eher eine Schwäche für Geschichten jenseits des Massengeschmacks hegt. ANTONIO TUBLÉN nennt sich der schwedische Filmemacher, der bereits auf Festivals wegen seiner eigensinnigen Regiearbeiten wie dem Science-Fiction-Drama LFO oder der Komödie ORIGINAL viel Lob erhielt. Die individuelle Handschrift des Filmemachers und dessen Liebe fürs Unkonventionelle ist auch im dritten Spielfilm unverkennbar. Dabei irritiert vor allem die Richtung in welche ZOO tendiert. Viel mit Zombie-Horror hat der Streifen nichts am Hut. ZOO nutzt eine Zombie-Seuche als Alibi-Funktion aus, um den Fokus auf eine der wohl sonderbarsten Beziehungskonstellationen zu richten, die man im Horror-Genre zu sehen bekommen hat. Unsere beiden Filmhelden finden nämlich im Film bisher ungeahnte Dinge über sich heraus, die wohl im Verlauf der Beziehung unentdeckt blieben.
 
 
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Während sich Karen plötzlich als Expertin für Betäubungsmittel entpuppt und in der Wohnung ein ganzes Arsenal an harten Drogen vor ihrem Mann versteckt hält, gewährt Gatte John endlich Zutritt in seine emotionale Festung und ermöglicht seiner Partnerin so tiefe Einblicke in dessen emotionales Seelenchaos. Mit neu gewonnenen Erkenntnissen schmiedet man perfide Pläne und geht damit sogar über Leichen. Nein, ZOO ist nicht der Liebesfilm, den man sich wohl in erster Linie vorstellt, wenn man sich die Inhaltsangabe durchliest. Regisseur ANTONIO TUBLÉN schmückt seine etwas andere Liebesschmonzette mit allerhand schwarzem Humor aus, der seine Bahnen unterschwellig durch die Handlung zieht. Da bekommt man plötzlich Besuch von den Nachbarn, deren Wohnungen man zuvor noch geplündert hat. Als die nach etwas Proviant fragen und um Hilfe bitten, denkt man lieber über Mord nach, statt die Nachbarn höflichst darum bitten, nach einer Stärkung doch wieder die Wohnung zu verlassen. Mit Zynismus geizt ZOO keineswegs. Wer diese Art des Humors schätzt, dürfte sich an so einigen bitterbösen Wendungen erfreuen.
 
 
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Leider kann ZOO aber nicht die ganze Laufzeit überzeugen. Während sich die erste Filmhälfte alle Türen offenhält und durch schwarzhumorige Späße nicht immer bierernst nimmt, wendet sich in der letzten halbe Stunde das Blatt. Da verliert ZOO plötzlich seinen Humor und verläuft sich in überschwänglicher Sentimentalität und bedeutungsschwangeren Gesprächen – Tränen inklusive. Aus Spaß wird Ernst, was irgendwie so gar nicht zum Rest des übrigen Films passen will. So nimmt eine aufgesetzte Beziehungstragödie ihren Lauf, die die beiden Protagonisten plötzlich über den Sinn der Liebe fachsimpeln lässt. Da werden viele Zugeständnisse gemacht, die man innerhalb der Beziehung nie eingehen wollte und plötzlich ist man sich näher, als man sich zuvor nie war. Alles gut und schön, nur warum belästigt man damit den Zuschauer? Der plötzliche Wandel und die gekommene Einsicht machen aus zuvor coolen und überzeichneten Antihelden, teils langweilige und dazu auch noch gewöhnliche Menschen. Eine etwas unglückliche Entscheidung.
 
 
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ZOO – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein etwas anderer Beitrag zum Subgenre des Zombiefilms. Viele Zombies und die für diese Art des Films obligatorischen Fress- und Knabber-Szenen gibt es nicht zu sehen. Vielmehr nutzt man den Hintergrund einer Zombie-Apokalypse aus, um eine ungewöhnliche Liebesgeschichte zu erzählen. ZOO spielt sich fast die gesamte Laufzeit über in den Räumen einer Wohnung ab. Dabei passieren allerhand schräge Dinge, die vor allem durch eines glänzen: schwarzer Humor. Leider ist ZOO aber kein nennenswerter Film. Irgendwie kann sich der Streifen nicht entscheiden, was er denn nun eigentlich sein will. Regisseur ANTONIO TUBLÉN will seinen dritten Spielfilm offenbar nicht krampfhaft in eine Schublade stecken. Er bedient sich Elementen aus apokalyptischen Zombie-Szenarien, kramt aber auch Zutaten klaustrophobischer Kammerspiele hervor, wo sich Handlungen auf nur begrenzte Schauplätze fokussieren. Als wäre das nicht schon eine Menge, schmückt der Filmemacher die Handlung dazu noch mit viel Dramatik, schwarzem Humor und überschwänglicher Sentimentalität aus. Ein ganz schön kalorienlastiger Cocktail, der wohl nicht jedem Zuschauer schmecken wird.
 
 
 


 
 
 

ZOO – Zensur

 
 
 
ZOO hat wenige Gewaltszenen zu bieten. Zwei Protagonisten werden vergiftet und einer Filmfigur wird in den Hals gestochen, sodass diese verblutet. Weiterhin gibt es Zombies zu sehen und Wunden, die die Kreaturen ahnungslosen Protagonisten zugefügt haben. Außerdem kommen Schusswaffen zum Einsatz. Hierzulande hat ZOO ohne Probleme eine FSK16 erhalten. Sonderlich blutig ist der Film nicht. Weil aber auf der Blu-ray diverse Trailer anderer Film des Anbieters zu finden sind, besitzt die Blu-ray einen roten FSK-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

ZOO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON NEW MEDIA (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Zoo; Dänemark | Schweden 2018

Genre: Horror, Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Wegen Bonusmaterial ist Blu-ray FSK18

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Original Kinotrailer, weitere Trailer

Release-Termin: 29.11.2019

 

Zoo [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

ZOO – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei PingPongFilm | I-ON NEW MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dead Within (2014)
 
Chrysalis (2014)
 

Filmkritik: „Shed of the Dead“ (2019)

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SHED OF THE DEAD

Story

 
 
 

Ein fauler und unsympathischer Möchtegerngärtner verschläft beinahe eine Zombie-Invasion und wird am Ende als Held gefeiert. Sowas kann es eigentlich nur im Film geben.

 
 
 


 
 
 

SHED OF THE DEAD – Kritik

 
 
 
Vor einiger Zeit hatten wir so etwas schon einmal auf dem Schirm. Da wollte man es dem Actionkracher THE EXPENDABLES gleich machen und möglichst viele bekannte Horrorfilmstars in einen Splatterstreifen pressen, um dem Genre-Fan feuchte Höschen bescheren zu können. Leider war DEATH HOUSE – trotz stattlicher Anzahl an bekannten Gesichtern – alles andere als gut. Kein Hals- und Beinbruch dachte sich Filmemacher DREW CULLINGHAM. Der wagt einen weiteren Versuch in eine ähnliche Richtung. Für den konnte er ebenso Ikonen des Horrorfilms gewinnen, die nun ein weiteres Mal vereint das Genre unsicher machen wollen. SHED OF THE DEAD nennt sich das Resultat, das trotz verheißungsvoller Sprüche auf dem DVD- und Blu-ray-Cover auch wieder nicht das geworden ist, das man von einem derartigen Vorhaben erwarten würde. Hier versuchen namhafte Schlitz- und Splattergrößen wie KANE HODDER, MICHAEL BERRYMAN und BILL MOSELEY einen miserablen Film zu tragen, der schon nach wenigen Minuten langweilt, weil er einfach nichts Neues zeigt und all das mit Füßen tritt, was gute Horrorkomödien auszeichnet. Keine sympathischen Figuren, keine zündenden Gags und eine Story, die das Dümmste ist, was man zuletzt im Horrorfilm zu sehen bekommen hat. Wenigstens hatten alle Beteiligten Spaß. Schade nur, dass sich Letzterer überhaupt nicht auf den Zuschauer übertragen will. Sowas nennt man normalerweise Bruchlandung. Setzen, 6!
 
 
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Der gefühlt tausendste Film über ein Zombie-Invsion, die aus heiterem Himmel ausbricht. Genau jenes Szenario muss auch Verlierer Trever durchleben, der aber davon kaum etwas mitbekommt, weil er mit sich selbst und seinem vermasselten Leben beschäftigt ist. Privat läuft es nämlich nicht so gut. Um der nervigen Ehegattin aus dem Weg zu gehen, hat sich der arbeitslose Trevor einen Schrebergarten gemietet, wo er heimlich Wodka aus gestohlenen Kartoffeln braut und mit Kumpel Graham Tabletop-Figuren bemalt. Eigentlich ein entspannter Rückzugsort vom Alltagsstress. Würde da nicht der spießige Gartenbesitzer Mr. Parsons Probleme bereiten. Der hat nämlich bereits Wind davon bekommen, dass Trevor ein fauler Schmarotzer ist. Deshalb will er ihn aus der Gartenidylle vertreiben. Er startet eine Petition und findet unter den übrigen Schrebergärtnern Verbündete, die ebenso den Abgang des Störenfrieds wünschen. Da kommt es zur Konfrontation und plötzlich ist Mr. Parsons tot. Was nun? Eine gute Frage, die unser Antiheld mit der Säge löst. Er zerteilt den Körper der Leiche in kleine Teile und staunt nicht schlecht, als der eigentlich tote Schrebergärtner plötzlich wieder von den Toten aufersteht. Willkommen zu einer weiteren Episode: Zombie gegen Menschen und umgekehrt.
 
 
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SHED OF THE DEAD hat mal wieder die of the Dead-Kreation im Titel. Erfahrene Zuschauer wissen mittlerweile, dass eine an die Kult-Klassiker des verstorbenen GEORGE A. ROMERO angelehnte Titelbezeichnung in der Regel den regelmäßigen Zombie-Wahnsinn einleitet. Im Falle von SHED OF THE DEAD ist aber so langsam das Maß aller Dinge erreicht. Der Film will nämlich in die Fußstapfen des britischen Horrorspaßes SHAUN OF THE DEAD treten. Leider befindet sich die Produktion weit weg von den Qualitäten jener Horrorkomödie, die unter Fans des Genres seit Jahren Kult genießt. Dafür verantwortlich sind infantile Witze, Fäkal-Humor und Späße weit unter der Gürtellinie. Wirklich clever oder gar einfallsreich ist hier nichts. SHED OF THE DEAD ist plump, quält mit nervigen Hauptdarstellern und zieht ermüdend Zombie-Klischees durch den Kakao, bereits so oft persifliert wurden, dass man darüber schon lange nicht mehr lachen kann. Regisseur und Drehbuchautor DREW CULLINGHAM füllt seine belanglose Geschichte mit pubertären Zoten, die wohl ein Teenager besser zu Papier gebracht hätte. Hinzukommt, dass der Zombie-Ulk zu keiner Minute witzig ist. Für eine Komödie fatal, die das Publikum eigentlich zum Lachen bringen möchte.
 
 
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SHED OF THE DEAD erweckt den Eindruck, als habe man das Budget falsch investiert. Offenbar floss das meiste Geld in die Auftritte der bekannten Schauspieler, um damit zugkräftige Verkaufsargumente für die Fanbase zu besitzen. Deshalb musste anderenorts gespart werden. So kommen die für Zombiefilme essenziellen Splatter-Szenen größtenteils aus dem Computer. Die wenigen Schauplätze zeichnen sich durch Minimalismus aus und über das fertige Drehbuch konnte man offenbar nicht noch einmal einen Profi lesen lassen, weil der wohl zu viel Kapital verschlungen hätte. Nein, SHED OF THE DEAD ist keine Sternstunde des Zombiefilms und dürfte wohl nur deshalb etwas Aufmerksamkeit erhalten, weil man drei bekannte Ikonen des modernen Horrorkinos engagieren konnte, denen offenbar mittlerweile vollkommen egal ist, für was man seinen bekannten Namen hergibt, solange es dafür Geld gibt. Hier wird im wahrsten Sinne des Wortes BAD TASTE geboten – wenngleich auch im negativen Sinne.
 
 
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SHED OF THE DEAD – Fazit

 
 
 

5 Punkte Final

 
 
 
BAD TASTE meets SHAUN OF THE DEAD. Auch wenn wir zwei ganz große Streifen des Horror-Genres in einem Atemzug nennen, um damit in etwa ausdrücken zu können, wohin die Reise in SHED OF THE DEAD gehen soll, hält man hier alles andere als nennenswerte Zombie-Unterhaltung in den Händen. Regisseur und Drehbuchautor DREW CULLINGHAM klaut von überall etwas zusammen. Ob ein paar Ideen aus Jacksons Kult-Titel BRAINDEAD oder dem rabenschwarzen SHAUN OF THE DEAD – an Zitaten mangelt es freilich nicht. Die Huldigungen hätte man diesem Zombiefilm auch gerne gegönnt, wenn SHED OF THE DEAD nicht undankbar witzfrei wäre. Der Streifen entpuppt sich als Sammelsurium infantiler Späße, die wohl nicht mal pubertäre Teenager witzig finden werden. Als wäre das alles nicht schon schlimm genug, kommt auch die Geschichte nur selten in Schwung. Da kann man es vielen Horrorfilmfans nicht vergönnen, wenn die behaupten, dass das Zombie-Genre so langsam die besseren Tage hinter sich hat. Ein ideenloser Film wie SHED OF THE DEAD unterstreicht diese These geradewegs.
 
 
 


 
 
 

SHED OF THE DEAD – Zensur

 
 
 
SHED OF THE DEAD hat von der FSK eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Das ist für eine Zombiekomödie etwas ungewöhnlich. Zwar fließt etwas Blut und ein paar Splatter-Momente gibt es auch zu sehen. Diese sind aber so überzogen, dass die Erwachsenenfreigabe verwundert. SHED OF THE DEAD wurde in Deutschland ungeschnitten veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

SHED OF THE DEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Meteor Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Shed of the Dead; Großbritannien 2019

Genre: Horror, Splatter, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,39:1 / (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Behind the Scenes, B-Roll, Bildergalerie

Release-Termin: 31.05.2019

 

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SHED OF THE DEAD – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Meteor Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
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