Filmkritik: „Zombie Fieber“ (2013)

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ZOMBIE FIEBER

(ZOMBI KANIKULY)

Story

 
 
 
Ein Meteorit stürzt irgendwo in Russland vom Himmel und setzt ein Gas frei, das die Menschen in Zombies verwandelt. Ein kleiner Trupp Nicht-Infizierter (darunter Julija Wolkowa – eine der beiden Sängerinnen der mittlerweile aufgelösten russischen Erfolgsband t.A.T.u.) versucht zu retten, was noch zu retten ist.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE FIEBER – Kritik

 
 
 
Südamerikanische Zombies, britische Zombies, natürlich immer wieder amerikanische Zombies und nun also auch russische Zombies. Die Untoten regieren die (Horror)Welt, könnte man meinen. Aber braucht man das wirklich? Zombiefilme aus wirklich aller Herren Länder? Nun, diese Produktion von 2013, übrigens das Langfilmdebüt des Russen Kirill Kemnits, beschreitet sicher keine neuen Pfade. Aber die Unbekümmertheit, mit der Cast und Crew hier zu Werke gehen, hat durchaus etwas Erfrischendes. Das macht aus „Zombie Fieber“ natürlich keinen guten Film (im Gegenteil, er ist furchtbar grottig), aber man kann nicht bestreiten, dass es manchmal so hirnrissig zugeht, dass man sich den ein oder anderen Lacher nicht verkneifen kann. Ein Wissenschaftler wird Zeuge eines Meteoriten-Absturzes mitten auf einem Feld irgendwo in Russland. Der Professor schnappt sich eine fluoreszierende Ampulle, die aus dem Meteoriten ragt und bringt diese in sein Labor. Blöderweise wird das in der Ampulle befindliche Gas durch einen Unfall im Labor freigesetzt, so dass alle Anwesenden in einem bestimmten Radius zu Zombies mutieren. Diese machen sich dann auch gleich auf den Weg zu irgendeinem Strand, an dem gerade eine fette Party stattfindet. Auf dieser befinden sich auch die ungleichen Freunde Ivan und Alex, die hier auf ein amouröses Abenteuer hoffen. Zusammen mit einigen anderen (noch) nicht Infizierten flüchten sie vor der sich durchs Partyvolk knabbernden Zombie-Meute. Wenn man nur wüsste, wohin – denn die Zombies breiten sich schneller aus, als man zur Beruhigung Wodka trinken kann.
 
 
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Das alles klingt so abgedroschen und einfallslos, wie der 91-Minüter größtenteils auch ist. Dennoch…einen gewissen eigenwilligen Charme kann man diesem russischen Horrorfilm nicht absprechen. Dieser setzt sich aus sowohl positiven wie negativen Highlights zusammen: Die CGI-Effekte ist sind so unfassbar schlecht, dass man sich wirklich darüber amüsieren kann. Die künstlichen Blutfontänen, die herumfliegenden Schädel oder andere abgetrennte Gliedmaßen und zerschmetternde Körperteile sehen so offensichtlich am Computer generiert aus, dass man die Dreistigkeit der Macher fast schon wieder bewundern muss. Ebenso billig und schlecht gemacht ist die Zombie-Maskerade. Einfach ein bisschen graue Wandfarbe auf die Statisten-Gesichter gepinselt, sowie Ketchup und Mayo darauf verteilt – fertig ist die infektiöse Hackfresse. Dann gibt es noch ein paar völlig nutzlose und schlecht gezeichnete Comicsequenzen, die der Regisseur immer mal wieder in die Handlung einstreut, um diverse Handlungsverläufe nicht abfilmen, sondern per Comicbilder erklären zu können. Diese Idee hat bei „Dead & Breakfast“ gut funktioniert, in „Zombie Fieber“ wirkt sie einfach nur…blöd. Darüber hinaus war der Regisseur sich auch nicht zu schade, bei „Matrix“ zu klauen. Allerdings – ob des niedrigen Budgets – sieht auch der hier gezeigte Flug einer Patrone von der Pistole bis zum Ziel einfach nur billig aus. Ob der Name des Wissenschaftlers Dudikov zufällig oder mit Absicht an den ehemaligen Actionstar Michael Dudikoff angelehnt wurde, mag jeder selbst entscheiden. Und zu guter Letzt liefert der Film die wohl albernste und bescheuertste Schlussszene ever. Das ist wirklich so unfassbar dämlich, dass man gar nicht anders kann, als dem Regisseur ein gewisses Maß an Respekt für so viel Dreistigkeit zu zollen.
 
 
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Positiv zu vermerken ist, dass einen bei „Zombie Fieber“ nicht die befürchtete Pornosynchro erwartet. Wider Erwarten hat man offensichtlich ein paar deutsche Synchronsprecher gefunden, die zumindest schon mal den ein oder anderen Film synchronisiert haben. Natürlich sind die Dialoge selbst – wie die meisten der Charaktere – grenzdebil, aber die Übertragung ins Deutsche ist zumindest phonetisch erträglich. Gleiches gilt für den Cast. Zwar handelt es sich bei den Charakteren um die üblichen Stereotype (der schüchterne Loser, der notgeile Moppel, der aussieht wie der ältere Bruder von Karlsson vom Dach, hirnhohle weibliche Kleiderständer, der Überlebenskämpfer usw.), dennoch verfügen die Darsteller über rudimentäres schauspielerisches Talent. Neben den Protagonisten-Klischees dürfen ein paar russische natürlich nicht fehlen. So wird immer mal wieder die Wodka-Pulle angesetzt, außer den Zombies säuft hier fast jeder wie ein Loch, und gekifft wird natürlich auch bis zum Umfallen. Aber Regisseur Kemnits hat auch ein paar wirklich lustige Ideen gehabt. So sorgt ein Karate-Zombie für Lacher, der auch noch nach seiner Verwandlung blitzschnell kämpfen kann. Aber auch über Zombie-Bikini-Models darf geschmunzelt werden. Schräg und durchaus amüsant.
 
 
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ZOMBIE FIEBER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Festzuhalten bleibt, dass „Zombie Fieber“ natürlich ein billig produzierter, mit haarsträubend dämlichen Dialogen versehener und mit unfassbar schlechter Tricktechnik ausgestatteter Murksfilm ist. Dennoch kann man Regie-Debütant Kemnits eine gewisse anarchische Kreativität nicht absprechen. So muss man dann doch das ein oder andere Mal schmunzeln oder sogar lauthals lachen, wenn man den Protagonisten bei ihrem wahnwitzigen Tun zusieht. Ob man sich wegen ein paar gelungener Ideen jedoch den ganzen Film antun muss, sei dahingestellt. Dennoch: Nachsichtige fünf von zehn Meteoriten, die für ein paar lustige Momente sorgen.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE FIEBER – Zensur

 
 
 
„Zombie Fieber“ wurde von der FSK ab 18 Jahren freigegeben und das sogar in der ungeschnittenen Fassung. Die erhältliche Heimkinofassung besitzt daher den roten „keine Jugendfreigabe“-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE FIEBER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
zombie-fieber-blu-ray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Zombi kanikuly 3D; USA 2013

Genre: Horror, Thriller, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Russisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Veröffentlichung: 18.02.2014

 
 
 

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ZOMBIE FIEBER – Weitere Fassungen

 
 
 
The-ultimate-Undead-Collection

(c) Maritim Pictures GmbH im Vertrieb der KNM Home Entertainment GmbH

 
„Zombie Fieber“ wurde nicht nur als Einzelveröffentlichung in den Handel gebracht. Der Film ist auch als Teil der „The ultimate Undead Collection“ erhältlich. Das 1-Disc-DVD-Set beinhaltet neben dem russischen Zombiestreifen auch die Filme: „Survival„, „Rockabilly Zombie“ und „Portrait of a Zombie“. Alle Streifen dieser Filmsammlung sind auf dieser DVD in ungeschnittener Form enthalten. Leider leidet unter der stattlichen Anzahl an Filmen auf einer DVD die Bildqualität. Immerhin ist der Preis für die Kollektion klein. Zombiefans können zugreifen.
 
 

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ZOMBIE FIEBER – Trailer

 
 


 
 

MissVega

(Mehr Kritiken von MISSVEGA gibt es hier zu lesen)

Die Rechte aller Grafiken liegen bei Maritim Pictures

 
 
 
Ähnche Filme:

Stalled (2013)

Cooties (2014)

Zombie Fight Club (2014)

Anger of the Dead (2015)

Filmreview: „Stalled“ (2013)

Stalled-2013
 
 
 

STALLED

Story

 
 
 
Hausmeister W.C. (Dan Palmer) sitzt in einer Damentoilette fest und wird unfreiwilliger Zeuge, wie sich eine vermeintlich harmlose Betriebsfeier zur blutigen Zombieapokalypse entwickelt …
 
 
 


 
 
 

STALLED – Kritik

 
 
 
Ein lautes Schnaufen macht in der Horrorszene die Runde, wenn die frohe Botschaft verkündet wird, dass es wieder ein Zombiefilm auf Blaustrahl geschafft hat. In letzter Zeit sind es vor allem die kleinen Indie-Label in Deutschland, die es sich scheinbar zur Aufgabe gemacht haben, jeden erdenklich miesen Zombieheuler auf Heimkinomedium pressen zu müssen. Unbeantwortet bleibt da oft die Frage nach dem „Warum“, gleichen sich die Streifen meist in Handlung und Blutgehalt und bieten in den wenigsten Fällen wirklich Neues. Anbieter MAD DIMENSION geht da andere Wege. Der wühlt sich nämlich durch das riesige Horrorangebot und schnappt sich nur die Perlen unter den Indie-Genreschockern. So überrascht es nicht, dass das Label sich langsam zum kleinen Geheimtipp unter Anhänger des Phantastischen Films mausert und wirklich sehenswerte Filme veröffentlicht, die da international für Aufsehen erregen. So auch im Fall von STALLED, bei dem es sich zwar ebenso um Zombiehorror handelt, der aber endlich mal wieder wirklich unterhaltsam ist und sich zur Abwechslung von üblichen Filmen dieser Art abzuheben versteht. Da wird auf dem Cover frech und werbewirksam mit SHAUN OF THE DEAD (2004) geworben, einer britischen Zombiekomödie, die unter Fans des düsteren Genres Kultstatus genießt. Oft versucht ein derartiges Marketing von den unzulänglichen Qualitäten des Hauptfilms abzulenken. Wir geben aber Entwarnung, denn im Falle von STALLED darf sich der Horrorfan endlich mal wieder auf einen kleinen Zombiekracher freuen, dem es gegönnt sei sich mit den ganz Großen des Zombiefilms zu vergleichen.
 
Im Film geht es um Hausmeister W.C. (nette Wortkreation), der die Spendengelder einer Betriebsfeier stibitzt und sich in eine Kabine der Damentoilette verzogen hat, um dort seine Beute zählen zu können. Leider wird der Kleinkriminelle bei seinem Vorhaben gestört, denn zwei heiße Damen betreten das Klo und verwandeln sich nach innigen Küssen in blutdürstige Zombies. Hausmeister W.C. gerät in Panik, erfährt aber sogleich, dass er nicht allein in Gefahr schwebt. Eine Kabine weiter fürchtet auch Heather (ANTONIA BERNATH) um ihr Leben. Die hatte Stress mit ihren Kollegen und wollte sich eigentlich auf der Damentoilette ausweinen. Nach kurzem „Beschnuppern“ plant man die Flucht. Leider taumeln jedoch immer mehr Zombies Richtung Damenklo, was ein Entkommen schier unmöglich macht.
 
STALLED bringt all das mit, was man in letzter Zeit im Horrorfilm vermisst. Wir erleben ein zaghaftes Kennenlernen zweier Außenseiter, die so rein gar nicht dem bekannten Heldenideal entsprechen wollen und die in ein Abenteuer geraten, das nicht mit blutigen Raffinessen und jeder Menge Situationskomik geizt. Hier werden Büstenhalter zweckentfremdet und zusammen mit menschlichen Fingern als Schleuder umfunktioniert. Der Zuschauer wird unfreiwilliger Gast einer abgefahrene Toilettenparty zu der jede Menge treudoof glotzender Zombies in total bescheuerten Kostümen geladen sind. Die grummeln sich herrlich schwarzhumorig durch die kleine Geschichte, in der es sich Hauptprotagonist W.C. (DAN PALMER) nicht nehmen lässt, bei wohlklingender Popmusik über blutbesudelte Gestalten zu crowdsurfen. Bei so viel dummen aber durchweg sympathischen Schabernack bleibt kein Auge trocken, schafft es doch Regisseur CHRISTIAN JAMES stets den Spagat zwischen platten Albernheiten und doch überraschend witzigen Situationen zu finden. STALLED scheut nicht davor, die ganz Großen des Actionfilms durch den Kakao zu ziehen. In einer haarsträubenden Toilettenkletterei wird gleich einmal die berüchtigte Laserszene (natürlich in abgeänderter Form) aus MISSION IMPOSSIBLE (1996) auf die Schippe genommen und selbst klaustrophobische Kino-Flicks, wie der Schumacher-Thriller NICHT AUFLEGEN (2002) bekommen auf ganz charmant ironische Weise ihr Fett ab. STALLED ist typisch britischer Humor, so wie man ihn in der Blood-and-Ice-Cream-Trilogie (SHAUN OF THE DEAD, HOT FUZZ, THE WORLD’S END) lieben gelernt hat. Die Wortspiele sind bissig, trocken und nicht selten unverblümt direkt, so dass STALLED einen wohltuenden und fast schon intellektuellen Kontrast zu den sonst so peinlich beschämenden Komödie aus Amerika darstellt, die eigentlich stets nur vom Feiern, Saufen und Sex haben handeln.
 
 
 


 
 
 

STALLED – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
STALLED hat all das, was einen guten Film ausmachen sollte: Eine Menge Lacher, dezentes Gekröse, eine schmalzige Lovestory, geile Party-Mukke und schweißtreibende Action wie in MISSION IMPOSSIBLE. Natürlich ist das alles rein gar nicht ernst zu nehmen und auch noch vollkommen bescheuert. Aber gerade der Hang zur Absurdität und das Persiflieren schrottiger Zombiegurken ist in STALLED Programm. Insofern man zuvor mit Freunden ein Sixpack Bier hinter die Binde gekippt und es sich vor der Glotze gemütlich gemacht hat, dürfte dieser Horrorspaß doppelt Freude bereiten. Das FILMCHECKER-Team wünscht sich zumindest mehr von diesen kleinen Indie-Filmen mutiger Horrormacher, die wissen wie man ewig gleichen Brei anders würzt, damit er wieder allen mundet.
 
 
 


 
 
 

STALLED – Zensur

 
 
 
In STALLED gibt es schon die ein oder ander blutige Szene zu bewundern. Hierzulande hat es der Zombiefilm ungeschnitten durch die FSK geschafft. Der Streifen ist frei ab 18 Jahren (KEINE JUGENDFREIGABE) und ab sofort im Handel erhältlich.
 
 
 


 
 
 

STALLED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Stalled; Großbritannien 2013

Genre: Horror, Thriller, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 07.02.2014

 
 
 

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STALLED – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Little Bit Zombie (2012)
 
Ghost Team One (2013)
 
Shaun of the Dead (2004)
 
Zombieland (2009)
 
Fido (2006)
 

Filmreview: „Buck Wild“ (2013)

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BUCK WILD

Story

 
 
 
Vier Amateurjäger im Jagdrausch. Sie quartieren für ein Wochenende auf der Buck Wild-Ranch, um ein paar Hirsche zu erledigen. Leider kommen ihnen ein paar gefräßige Zombies und eine Gruppe einheimischer Hillbillies in die Quere, die ihnen den Jagdausflug natürlich gehörig vermasseln …
 
 
 


 
 
 

BUCK WILD – Kritik

 
 
 
Och nö, schon wieder bricht ein Zombie-Virus aus, im Horrorfilm ist das nichts Ungewöhnliches mehr. Doch diesmal wird die Gefahr nicht von Menschenhand verursacht. Das Grauen erscheint in Form eines tollwütigen Hundes (im Film auch als Chupacabra bezeichnet), der sich sogleich über einen schrulligen Ranch-Betreiber hermacht und zubeißt. Was folgt ist das Übliche: Der Gebissene besitzt bald die Symptome einer nicht näher beschriebene Zombieseuche, taumelt in ein Dorf voller Hinterwäldler und infiziert dort in null Komma nichts jeden, der einfach zu faul ist zum arbeiten. Der Splatter-Klassiker BRAINDEAD lässt grüßen, denn der dürfte beim vorliegenden BUCK WILD Pate gestanden haben. Dort passierte Ähnliches: Eine neue Spezies halb Affe, halb Ratte war schuld, dass am Ende ein göttliches Zombie-Gemetzel auf der Mattscheibe gefeiert werden konnte.
 
Es mag ja immer noch Horrorfans geben, die in Zeiten von MARTYRS, HOSTEL und SAW nicht wissen, dass es „krasse“ Horrorfilme auch schon viel früher gab. Zu einem dieser ganz „bösen“ Streifen gehörte jene von PETER JACKSON inszenierte Splatter-Persiflage auf das blutrünstige Zombie-Genre mit dem Titel BRAINDEAD. Die genießt heute Kultstatus und hat in den 90ern der FSK ne Menge Kopfzerbrechen bereitet. Nach viel Splatter-Klamauk (darunter auch BAD TASTE) hat sich Jackson viele Jahre später mit der Buchverfilmung zu Tolkiens DER HERR DER RINGE ein Denkmal gesetzt. Dennoch ist vielen Filmfans heute nicht bewusst, dass der neuseeländische Filmemacher in den Anfangsjahren viel Horror gemacht hat und damit auch noch erfolgreich war.
 
Was Jackson mit viel Herz- und Kunstblut 1992 auf Zelluloid festgehalten hat, will TYLER GLODT nun auch mal ausprobieren. Der ist zwar noch recht unbekannt im Filmbusiness, hat aber bereits beim Kassenhit POSSESSION – DAS DUNKLE IN DIR in der Postproduktion mitarbeiten dürften. Nun versucht er auch mit einer Horrorkomödie was Eigenes auf die Beine zu stellen. Damit sein Schaffen auch die nötige Aufmerksamkeit bei Horrorfans findet, wird gleich erstmal ausgiebig kopiert und bei anderen Filmen Inspiration geholt. So bildet der Plot aus BRAINDEAD das Fundament und die aus Spoof-Komödien wie SCARY MOVIE bekannten Albernheiten das Gerüst für diesen Film.
 
Die Geschichte dreht sich um vier Freunde, die den gängigen Klischees entsprechen und ein chilliges Jagdwochenende in ländlicher Natur verbringen möchten. Der naive Craig (Matthew Albrecht) hat die Sause geplant und will partout nicht wahrhaben, dass ihn die Verlobte nach Strich und Faden betrügt. Immer wieder versucht er die Freundin auf dem Telefon zu erreichen. Die hat Besseres im Sinn und vergnügt sich viel lieber mit knackigen Kerlen auf trinkfreudigen Partys und hatte auch schon ein Techtelmechtel mit Kumpel und Bunny-Checker Lance (Isaac Harrison), der als Großstadtcasanova eine Schwäche für paarungsbereite Frauen hegt, die für ihn wichtiger sind, als die Luft zum atmen. Als Reiseführer fungiert Cousin Jerry (Jarrod Pistilli). Selbiger kennt sich bestens in der dörflichen Tristesse aus und ist dazu noch ein Hillbilly wie er im Buche steht. Er hat nicht nur eine Leidenschaft für schnelle Schusswaffen, sondern auch noch einen riesigen Sprung in der Schüssel. Jerry liebt nämlich nicht nur allmorgendliches Karate ohne Klamotten, er besitzt auch noch einen sehr speziellen Humor, der den Freunden nicht nur einmal aus der Patsche hilft. Letzter im Bunde ist Tom (Dru Lockwood), ein gar nerdiger Clark Kent-Verschnitt. Der gerät im späteren Verlauf des Streifens an den exzentrischen Gangster Billy Ray, der ihm zusammen mit seiner Hinterwäldler-Bande (kein Scherz) den blanken Hintern versohlt.
 
Natürlich dürfen in einer Zombiekomödie nicht die Zombies fehlen, die im Horrorfilm grundsätzlich damit beschäftigt sind, sich die Mägen mit Menschenfleisch zu füllen. Doch bevor die Untoten über noch lebendes Buffet herfallen dürfen muss der Horrorfan etwas Geduld aufbringen, schließlich braucht der tollwutartige Virus etwas Zeit um sich in der südtexikanischen Einöde verbreiten zu können. Bis dahin bekommen die Freunde erst einmal Stress mit den eigenbrötlerischen Bewohnern des Kaffs. Die mögen es nämlich gar nicht, wenn verzogene Großstadtkids ungefragt ihr Revier erkunden und zu viele Fragen stellen. In BUCK WILD gibt es ne Menge abgedrehtes Zeug zu sehen. Hier drehen dumme Hinterwäldler triviales Trash-TV, das sogar noch im regionalen Fernsehen gezeigt wird. Zudem kommt die legendäre PATE-Trilogie von FRANCIS FORD COPPOLA ganz ungefragt in die Gunst einer mehr als lächerlichen Hommage. Und als wäre das alles nicht schon dämlich genug, finden Haschisch-Brownies in BUCK RANCH auch noch einen neuen Verwendungszweck. Der Kuchen wird versehentlich an einen Zombie verfüttert, der sich wenig später zurück in zivilisierte Wesen verwandelt. Wenn da mal nicht Schleichwerbung für den Konsum von Drogen betrieben wird.
 
REDNECKS VS. COLLEGE KIDS VS. ZOMBIES hätte die wilde Mischung auch heißen können, die uns TYLER GLODT mit seinem BUCK WILD auf schlabbrigen Papptellern serviert. Für gutes Porzellan hat es nämlich nicht mehr gereicht, denn die Zombie- und Hinterwädler-Parodie kränkelt an billigen und flachen Witzen, die zudem nicht gerade vor Originalität strotzen. Viele der etwas sehr hanebüchenen Wortspielchen zünden nur selten und wiederholen sich auch noch ständig. Für eine Komödie kein gutes Omen, wenn den Lachern die Puste ausgeht. Immerhin wuseln durch BUCK WILD ne Menge bescheuerter Typen, deren stereotypen Rollen bei Weitem erheiternder sind, als deren krampfhaft auf cool getrimmten Dialoggefechte. Da verblassen selbst die Zombies, deren obligatorische Fress-Exzesse in BUCK RANCH leider arg kurz kommen. Der Splatter-Faktor ist erstaunlich gering, was angesichts der Thematik bei Horrorfans nicht gerade Freudensprünge verursachen dürfte. So bleibt unwichtiger Light-Spass, der erfolgreichen Horrorparodien nachzueifern versucht, aber dem irgendwie die wirklich guten Gags fehlen, damit er länger in Erinnerung bleibt. BUCK WILD ist zwar mit Sicherheit kein Zeiträuber, enttäuscht aber durch mageren Splatter-Gehalt und erreicht nicht einmal annähernd die Qualitäten jener Filme, mit denen Regisseur TYLER GLODT des Öfteren liebäugelt. Von daher Anspruch drosseln und Bier zur Hand, denn nur mit gut gekühltem Alkohol kann man sich diesen Murks schöntrinken und darüber auch noch lachen.
 
 


 
 
 

BUCK WILD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
REDNECKS VS. COLLEGE KIDS VS. ZOMBIES – BUCK WILD ist ein abgedrehter Zombie-Spaß mit gut platzierten Schenkelklopfern und ner Menge skurriler Typen, die den lieben langen Tag nur abstruses Zeug von sich geben. Das ist nicht negativ zu verstehen, sondern ein Grund warum BUCK WILD lohnt gesehen zu werden. Leiden gehen dem Film ganz schnell die guten Sprüche aus, denn die meisten der lustig gemeinten Gags wollen einfach nicht zünden. Zudem kommen die Untoten für eine Zombieparodie etwas sehr kurz, was vor allem Fans solcher Filme bitter aufstoßen dürfte. Im Vergleich zu erfolgreichen Spoof-Komödien mit ähnlichem Inhalt zieht BUCK WILD nämlich den Kürzeren, denn der Streifen erreicht nicht einmal annähernd die Genialität von Horrorkomödien wie BRAINDEAD, ZOMBIELAND oder SHAUN OF THE DEAD. Denen wollte Regisseur TYLER GLODT mit seinem selbstironischen Machwerk nacheifern. Um seine Geschichte abheben zu können wirft er zusätzlich noch allerlei Hinterwäldlerklischees in die Handlung und verdirbt damit den Brei. Vielleicht wäre es besser gewesen der Regisseur hätte sich nur auf eine Zutat konzentriert, denn der Mix aus Hillbilly- und Zombiefilm verliert sich des Öfteren in der Unentschlossenheit seines Machers. Der wollte vermutlich besonders kreativ sein und mit seiner schwarzhumorigen Hinterwädler-Untoten-Verarsche etwas ganz Neues machen, hat aber schon bald keine Kontrolle mehr über seinen Flick. Die handvoll inhaltsloser Gags können da leider auch nix mehr retten – schade!
 
 
 


 
 
 

BUCK WILD – Zensur

 
 
 
Aufgrund des humoristischen Untertons, dürfte es BUCK WILD hierzulande mit blauen FSK16-Flatschen in den Handel schaffen. Der Gewaltpegel ist so in etwa mit dem von SHAUN OF THE DEAD zu vergleichen, erreicht aber nie die übertrieben splattrige Intensität eines BRAINDEAD.
 
 
 


 
 
 

BUCK WILD – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Little Bit Zombie (2012)
 
Juan of the Dead (2011)
 
Shaun of the Dead (2004)
 
Braindead (1992)
 
Dead Snow (2009)