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Filmkritik: „68 Kill“ (2017)

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68 KILL

Story

 
 
 

Ein Geldraub und seine Folgen. Habgier sorgt in 68 KILL für Chaos. Das muss Chip durchleben, der für die Freundin alles tut, um die Angebetete glücklich zu machen. Diesmal hat Gutgläubigkeit aber ungeahnte Folgen, denn die Liebste entpuppt sich als gerissenes Miststück und geht für Kohle sogar über Leichen. Diamonds Are A Girl’s Best Friend.

 
 
 


 
 
 

68 KILL – Kritik

 
 
 
Wie verhalten sich Frauen eigentlich in Horrorfilmen? In den seltensten Fällen helle, denn Drehbuchautoren meinen es mit weiblichen Figuren im Horror-Genre nicht immer gut. So wird oft wenig von Protagonistinnen abverlangt. Die müssen in der Regel als Blickfang herhalten und sich in den meisten Filmen dem starken Geschlecht unterwerfen. Doch Frauen können auch anders. Wenn es nach Regisseur TRENT HAAGA geht, sind die nämlich alles andere als nett. Der ambitionierte Regie-Neuling hat mit 68 KILLS seinen zweiten Spielfilm inszeniert, ist aber im Filmbusiness kein Unbekannter. So konnte sich Haaga bereits als Schauspieler in Horror-Werken wie STARRY EYES oder ATOMIC HERO 4 einen Namen machen. Aber auch als Drehbuchautor war der Filmemacher schon mehrfach unterwegs. So gehen die Drehbücher zu DEADGIRL und IT CAME FROM THE DESERT auf das Konto des Multitalents, das sogar auch noch Filme hin und wieder produziert, wenn es die Zeit hergibt. Laut Interviews mit der Fachpresse kam die Idee zur zweiten Regie-Arbeit ganz nebenbei. Als leidenschaftlicher Fan der Bücher von Autor BRYAN SMITH verschlang Regisseur TRENT HAAGA dessen ersten nicht Horror-Roman 68 KILL, war begeistert und wollte aus der Novelle unbedingt einen Film machen. Er veränderte den Plot minimal und fand die Idee spannend einen Kerl auf eine Reise zu schicken, während der er lernen musste unabhängig zu werden. Entstanden ist ein rabenschwarzer Selbstfindungstrip, der sich wohlwollend vom üblichen Horrorbrei abzuheben versteht, weil hier endlich mal nicht Ware von der Stange abgeliefert wurde, sondern Indie-Kino mit Überraschungen, das man in derartiger Form bestimmt noch nicht auf der Mattscheibe hatte.
 
 
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Girlpower mal anders: Unterschätze niemals die Reize schöner Frauen. Die können nämlich auch schnell mal den Tod bedeuten. Mit jener Weisheit muss auch Angsthase Chip (MATTHEW GRAY GUBLER) Bekanntschaft machen, der in 68 KILL Tage voller Turbulenzen erlebt. Alles beginnt nach einem Schäferstündchen mit Freundin Liza (ANNALYNNE MCCORD). Die ist nicht auf den Kopf gefallen und stockt ihr Einkommen etwas auf, indem sie gelegentlich mit Männern in die Kiste springt und dafür Geld bekommt. Einer ihrer „Gönner“ scheint besonders reich zu sein. Der versteckt im Safe 68.000 Dollar, die Rebellin Liza natürlich auch gern ihr Eigen nennen würde. Prompt schmiedet sie einen Plan. Sie überredet Lover Chip zu einem Einbruch, um die Moneten zu stehlen. Doch es kommt alles anders. Kaum Zutritt zum Anwesen verschafft, zeigt Liza ihr wahres Gesicht. Die zückt ein Messer und tötet den spendablen Geldgeber sowie dessen Frau. Was folgt entwickelt sich für den verschreckten Chip zum Albtraum. Der muss nicht nur einsehen, dass seine Freundin eine skrupellose Psychopathin ist, sondern wird zudem in einen Strudel von Umständen gezogen, aus dem bald kein Entkommen mehr ist. So muss eine Zeugin (ALISHA BOE) überwältigt werden. Die war zum Zeitpunkt des Mordes im Haus und hat davon Wind bekommen. Deshalb wird sie kurzerhand in den Kofferraum gesperrt und soll als Folteropfer enden. Leider macht Chip Probleme. Der ist mit dem Vorhaben seiner Freundin gar nicht einverstanden und stellt sich ihr in den Weg. Keine gute Idee, denn Liza versteht keinen Spaß mit Liebhabern, die ihr in den Rücken fallen. Manchmal ist es eben besser, wenn man emanzipierten Damen aus dem Weg geht. Von denen wird Chip im späteren Verlauf nämlich noch einige treffen.
 
 
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Vertauschte Rollen. 68 KILL zeigt ein ungewohnt dominantes Bild der Frau. In diesem zynischen Indie-Thriller haben nämlich Damen die Hosen an und Männer nichts zu melden. Die verhalten sich wie Kerle, während Letztere selbst zu Weicheiern verkommen. Das gängige Klischee der unterwürfigen und nicht immer hellen Frau hat hier Sendepause. Regisseur TRENT HAAGA beschreibt seinen Heldinnen im Film als unberechenbar, furchtlos und knallhart, die ungewohnt ruppig zur Sache gehen, wenn Lösungen für Probleme gefunden werden müssen. Für den Zuschauer bedeutet das harte Action und blutige Gewalteinlagen, welche gern auch mal Grindhouse-Feeling ins Wohnzimmer holen und Fans fürs Grobe glücklich machen. Jene Filmliebhaber bekommen hier häppchenweise Exploitation aufgetischt, die sich selbst nicht immer ernst nimmt. 68 KILL erfreut mit bissigem Zynismus und hat auch noch Antiheldinnen an Bord, die Dank cooler Sprüchen auch gern mal Figuren aus Werken des oft gelobten QUENTIN TARANTINO in Erinnerung holen. Dabei erweist sich vor allem ANNALYNNE MCCORD als Glücksgriff. Die Darstellerin lieferte bereits in EXCISION meisterliches Schauspiel ab und verkörperte dort einen irren Teenager mit einer makabren Leidenschaft für den Tod. Offenbar hat die Amerikanerin eine Vorliebe für verhaltensauffällige Rollen. Im direkten Vergleich ist deren Rolle in 68 KILL nämlich nicht weniger durchgeknallt. Die entpuppt sich im Film als eiskalte Psychopathin und lässige Amazone, die Männer nur für Zwecke missbraucht, um Ziele erreichen zu können. Irgendwie cool, aber dennoch beunruhigend, denn bei so selbstbewussten Damen, bekommt man es als Mann schon mal mit der Angst zu tun
 
 
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68 KILL – Fazit

 
 
 

7 Punkte Final

 
 
 
Vier durchgeknallte Emanzen in gleich einem Streifen. 68 KILL ist die Erwachsenenversion von SPICEWORLD – DER FILM. Dass Frauen nicht nur gründlich putzen und gut kochen können, will der von Regisseur TRENT HAAGA inszenierte Exploitation-Heuler unter Beweis stellen. Die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Genre-Autor BRYAN SMITH handelt von furchtlosen Frauen, die mit Männern keine Gnade kennen. Letztere verfallen hier schnell den Reizen allzu taffer Damen und bemerken erst spät, dass man dem Netz einer Schwarzen Witwe nicht mehr entkommen kann, wenn man sich darin verfangen hat. 68 KILL ist ein rabenschwarzes Horror-Vergnügen mit allerhand Überraschungen, dreisten Weibern und deftigen Gewalteskapaden. Schauspielerisch ist Gebotenes erste Sahne und auch die Handlung überzeugt mit frischen Ideen und unerwarteten Wendungen. Leider trübt ein zäher Mittelteil den positiven Gesamteindruck. Der bremst den eigentlich rasant inszenierten Thriller ein klein wenig aus. Das sollte aber kein Grund sein, sich mit dieser kruden Amazonen-Bande nicht doch anzufreunden. Unterm Strich sorgen die Hauptdarstellerinnen im Film mit boshaften Sprüchen und gemeingefährlicher Rücksichtslosigkeit für jede Menge Laune und laute Lacher – nicht nur beim weiblichen Publikum.
 
 
 


 
 
 

68 KILL – Zensur

 
 
 
Durchschnittene Kehlen, abgehackte Unterarme, Messer in den Kopf, massakrierte Leiche in einer Hotelwanne. In 68 KILL geht die Post ab, was vermutlich Gewaltfans freuen dürfte. Viele der Gewalttaten sind aber derart grotesk inszeniert, dass sie nicht sonderlich hart wirken. Zudem mildert ein zynischer Unterton das blutige Treiben. Hierzulande hat der Streifen eine Erwachsenenfreigabe erhalten und kommt mit rotem FSK-Sticker im Oktober 2017 in den Handel.
 
 
 


 
 
 

68 KILL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei MFA+ Filmdistribution)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Death Proof – Todsicher (2007)
 
Kill Bill – Volume 1 (2003)
 
Kill Bill – Volume 2 (2004)
 
True Romance (1993)
 


Filmkritik: „Bad Kids of Crestview Academy“ (2017)

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BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY

(BAD KIDS GO 2 HELL)

Story

 
 
 

Einige unartige Schüler müssen übers Wochenende nachsitzen. Leider passieren bald seltsame Unfälle. Alles nur Zufall oder schleicht durch die Flure der Schule ein Killer

 
 
 


 
 
 

BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY – Kritik

 
 
 
Teenager in Schuluniformen, die sich mit Mordwerkzeuge zu Wehr setzen müssen, um überleben zu können. Wenn man sich den Trailer zu BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY anschaut könnte man meinen, dass sich amerikanische Filmproduzenten mal wieder im Remake-Wahn befinden. Diesmal stecken aber andere Absichten dahinter, denn erwähnter Horrorfilm ist keine amerikanische Neuverfilmung des japanischen Kult-Actioners BATTLE ROYALE – wie es auf den ersten Blick scheint. Verfilmungen populärer Comics erleben derzeit Hochkonjunktur. Weil man aber die beliebtesten Bildergeschichten bereits auf die Leinwand gebracht hat, wird sich nun an weniger bekannten Comics vergangen. Zu einem derer gehört BAD KIDS GO TO HELL. Die Comic-Mini-Reihe für Erwachsene aus dem Jahr 2009 wurde bereits 2012 still und heimlich verfilmt. Leider blieb der Kinoerfolg aus, weshalb verwundert, warum man nun auch das Folgeband mit dem Titel BAD KIDS GO 2 HELL fürs Kino adaptiert hat. Um Verwechslungen zu vermeiden nahm man eine Titeländerung vor. Aus BAD KIDS GO 2 HELL wurde BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY, der – anders als der Vorgänger – mehr Budget verbraten durfte. Knapp fünf Millionen Dollar standen zu Verfügung, um abermals reiche Stadtgören für ihr ignorantes Verhalten blutig bestrafen zu können. Entstanden ist solider Teen-Horror mit zynischer Note, der zwar nicht perfekt ist, aber immerhin den zähen Vorgänger in den Schatten stellt. Trotzdem sollte man die Comic-Bücher den Verfilmungen vorzuziehen.
 
 
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Eine Schule des Grauens. Über der Privatschule im Ort Crestview scheint ein furchtbarer Fluch zu liegen. Vor vier Jahren (also im Vorgängerfilm) wurden hier einige Schüler von einem Killer in die ewigen Jagdgründe befördert. Jetzt scheint sich ähnliche Tragödie erneut abzuspielen. Im Mittelpunkt stehen einige Kids, die sich auf einer Party nicht ehrenhaft benommen und offenbar den Selbstmord einer Mitschülerin provoziert haben sollen. Die ist aus unerklärbaren Gründen vom Balkon eines Hochhauses gefallen und auf der Motorhaube des Autos von Schuldirektor Nash (SEAN AUSTIN) gelandet. Der findet die Aktion gar nicht lustig und bestraft die Schüler zu Wochenend-Arrest. Doch die Bestrafung führt ins Desaster. Kaum haben sich die verzogenen Gören in den Klassenräumen eingefunden, um die Strafe anzutreten, verschließen sich die Eingänge der Schule und ein tödliches Katz- und Mausspiel beginnt. Offenbar schleicht ein Killer durch die Flure und will unartigen Grünschnäbeln die Leviten lesen. Doch Siouxsie (SAMMI HANRATTY) weiß sich zu wehren. Die ist die Schwester der verunglückten Schülerin und mit allen Wassern gewachsen. Die Teenagerin nimmt zusammen mit dem arroganten Rest den Kampf gegen das personifizierte Böse auf, um das Wochenende heil überstehen zu können. Bis sich jedoch die Pforten wieder öffnen, springen einige der Gören über die Klinge.
 
 
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Wenn Filmtrailer falsche Erwartungen schüren. Was der Werbefilm zu BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY zeigt ist schon irreführend. Der suggeriert abgebrühten Überlebenskampf – hektisch und schnell inszeniert. Was da aber letztendlich über die Mattscheibe flimmert ist alles andere als das. Temporeich wird es erst in den letzten 15 Minuten, wenn klar ist wer da eigentlich mordgeil durch Klassenzimmer schleicht. Bis dahin muss man sich durch eine mühsam und leicht konfus erzählte Geschichte quälen, die immer wieder holprig zwischen Zeitebenen springt und von eingeblendeten Comic-Szenen Gebrauch macht. Während die Kids in einer verschlossenen Schule nacheinander ausradiert werden, wird in eingestreuten Rückblenden aufgedeckt, was auf jene Party tatsächlich geschehen ist. Als würde man es ahnen, sind die bestraften Jugendlichen am Tod der Mitschülerin nicht ganz unschuldig. Weil man jegliche Sympathien aus dem Drehbuch gestrichen hat, berührt deren Ableben aber zu keinem Zeitpunkt. Nur Heldin Siouxsie bleibt im Gedächtnis. Die verwandelt sich im Verlauf der Geschichte von der arroganten Zicke in die taffe Rächerin, nimmt einen Hochleistungsbrenner und wackelt ab, was bei drei nicht auf den Bäumen ist. Leider stolpert der Comic-Slasher wegen seiner abstrusen Handlungsverläufe des Öfteren über die eigenen Beine. Das macht das Folgen für jene schwer, die nicht die Comics gelesen oder den Vorgängerfilm gesehen haben. Weil in BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY immer wieder Verweise zum ersten Teil zu finden sind, dürften viele Szenen unplausibel und blödinnig erscheinen. Deshalb sollten jene besser noch einmal BAD KIDS GO TO HELL schauen, um Antworten auf viele Fragen zu erhalten. Anderenfalls macht Vieles in BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY keinen Sinn.
 
 
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BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
SCREAM trifft auf BREAKFAST CLUB. BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY ist ein zynischer Horror-Slasher, der auf dem Erwachsenen-Comic BAD KIDS GO 2 HELL basiert und den bitterbösen Ton der Vorlage beibehält. Als wäre das nicht schon genug, handelt es sich bei diesem Streifen auch noch um ein Sequel. BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY ist die Fortsetzung des Films BAD KIDS GO TO HELL von 2012 an den man sich zu Recht kaum noch erinnern kann. Gleiches Schicksal dürfte auch diesem Comic-Slasher ereilen, der sich recht schwerfällig zum Ziel quält und sich mit seiner verwirrenden Erzählweise keine Freunde macht. Weiterhin fatal: BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY nimmt keine Rücksicht auf Zuschauer, die den Vorgänger nicht gesehen oder die Bücher gelesen haben. Demzufolge kommen viele Fragen auf, was auch nicht verwundert, weil eben die „2“ im Filmtitel fehlt. Nichtsdestotrotz ist BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY besser als die Verfilmung zum ersten Teil. Der Blutzoll ist höher, die Morde werden grotesk zelebriert und höheres Budget ließ mehr Möglichkeiten zu. Trotzdem schaut auch dieser Streifen mehr nach schnell heruntergekurbelter TV-Ware aus und hat in (amerikanischen) Kinos nichts zu suchen. Demzufolge ist BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY auch nur etwas für Harcore-Slasher-Fans, die auch jeden Meuchel-Blödsinn gesehen haben müssen. Herausragende Horrorunterhaltung sieht eben nun mal anders aus. Dann doch besser noch einmal die Mini-Comics aus der Feder von MATTHEW SPRADLIN und BARRY WERNICK lesen. Die sind bedeutend spannender und unterhaltsamer als die zugehörigen Verfilmungen. Vermutlich ist das auch der Grund, weshalb sich die Bildergeschichten im Gegensatz zu den Kinoadaptionen nach wie vor gut verkaufen und selbst eingefleischte Fans der Comics nicht einmal wissen, dass es diese Filme gibt. Nicht jeder erfolgreiche Comic funktioniert ebenso gut im Kino.
 
 
 


 
 
 

BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY – Zensur

 
 
 
BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY hat einige Schauwerte zu bieten. Die werden aber derart überzogen dargestellt, dass sie nicht sonderlich hart anzuschauen sind. Zudem versucht sich der Film nicht immer ernst zu nehmen, was viele der Gewalttaten milder erscheinen lässt. Es werden Chemikalien statt Koks konsumiert und ein Bohrer dringt in den Körper einer Filmheldin ein. Weiterhin wird eine Lehrerin enthauptet und lebende Fackeln gibt es auch zu sehen. Blutiger Höhepunkt ist eine Skalpierung. Hierzulande dürfte es wohl eine Freigabe ab 16 Jahre geben. Ungeschnitten versteht sich!
 
 
 


 
 
 

BAD KIDS OF CRESTVIEW ACADEMY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Class of Nuke ‚Em High (1986)
 
Class of Nuke ‚Em High 2 (1991)
 
Die Klasse von 1984
 
Die Klasse von 1999 (1990)
 
Scream – Schrei! (1996)
 
Final Hour (1995)
 
Detention – Nachsitzen kann tödlich sein (2011)
 
Der Fluch von Downers Grove (2014)
 
Sex oder Stirb (2000)
 
Bloody Homecoming (2013)


Filmkritik: „Fear, Inc.“ (2016)

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FEAR, INC.

Story

 
 
 
Horror-Fan Joe gerät an ein mysteriöses Unternehmen, das seinen furchtlosen Kunden die ultimative Erfahrung in Sachen Horror verspricht. Wie es in unserem Lieblingsgenre nun mal üblich ist, wird das für blutige Momente sorgen. Was die Angstmacher sich so ausdenken, dürften die Auftraggeber ihr Lebtag so schnell nicht wieder vergessen.

 
 
 


 
 
 

FEAR, INC. – Kritik

 
 
 
Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen. Mit diesem alten Märchentitel lässt sich in wenigen Worten ein Film beschreiben, der auf einschlägigen Festivals mit Lob und Preisen ausgezeichnet wurde. FEAR, INC. heißt der neuer Horror-Spaß, der eigentlich gar nicht zum Lachen ist, weil Regisseur VINCENT MASCIALE es gar nicht gut mit dem Zuschauer meint. Statt mit lauten Schocks für schnellen Puls zu sorgen, schockiert der Filmemacher mit rabenschwarzer Handlung, die sich so schnell nicht durchschauen lässt. FEAR, INC. basiert auf einem Kurzfilm gleichen Titels, den VINCENT MASCIALE bereits 2014 gedreht und veröffentlicht hat. Einige der Beteiligten haben sich die Ehre gegeben, auch in der Spielfilmfassung mitzuwirken, die natürlich ein Stück professioneller in Szene gesetzt wurde, als es der Vierminüter war. So wird Meta-Horror á la SCREAM – SCHREI geboten in dem man sich über Horrorfilme und deren Klischees lustig macht. Doch das heitere Filme Zitieren verwandelt sich bald zum ultimativen Horror, denn FEAR, INC. schlägt nach der Halbzeit eine Wendung ein, die es in sich hat. Was dort gezeigt wird, ist definitiv nichts für zartbesaitete Gemüter.
 
 
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Joe Fost (leider äußerst anstrengend: LUCAS NEFF) ist ein Horrorfilm-Junkie, wie er im Buche steht. Er hat nahezu jeden Schocker gesehen und kennt sich im Genre bestens aus. Leider bringt der tägliche Horror-Konsum auch einige Nachteile mit sich, denn der Film-Nerd fühlt sich so langsam übersättigt und abgestumpft. Weil ihn kein Horror-Streifen mehr schocken kann, sucht er nach neuen Adrenalinkicks. Die versprechen die Leute hinter FEAR, INC. – einer ominösen Organisation, die sich auf das Erschrecken von Menschen spezialisiert hat. Leider ist Joe spät dran, denn das Unternehmen erklärt dem Interessenten am Telefon, dass man aufgrund der hohen Nachfrage dem gestellten Auftrag nicht nachkommen kann. Doch das Schicksal hat andere Pläne mit dem unerschrockenen Horrorfilm-Fan. Kaum zu Hause angekommen, wird er zusammen mit seinen Freunden von einer vermummten Gestalt bedroht. Die macht Jagd auf die Clique und kennt kein Erbarmen. Nacheinander sterben die Freunde wie Fliegen und Joe muss sich einem Albtraum stellen, den er so vermutlich nicht kommen gesehen hat.
 
 
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Ist das ein unnötiges Sequel des Überraschungs-Hits SCARE CAMPAIGN? Zumindest legt das die Vermutung nahe, wenn man die Handlung zum Film liest und regelmäßig die Filmvorstellungen auf FILMCHECKER verfolgt. So haben wir vor einiger Zeit bereits einen ähnlichen, von David Finchers THE GAME (1997) beeinflussten Streifen besprochen, der dem hier vorliegenden FEAR, INC. nicht unähnlich ist. Natürlich können wir Entwarnung geben. FEAR, INC. ist selbstverständlich kein dreistes Plagiat zum wendungsreichen SCARE CAMPAIGN, in dem bitterböse Scherze eine neue Dimension des Schreckens einläuten. Dennoch hält sich der von Regisseur VINCENT MASCIALE inszenierte Horror-Spaß weitestgehend an dessen Machart und geht das Angstmachen überraschungsreich und schwarzhumorig an. Für Zuschauer und Protagonisten bedeutet das: Manipulativer Horror mit makabrer Note, der einzig darauf aus ist, hinters Licht zu führen. Drehbuchautor LUKE BARNETT hat sich für FEAR, INC. einige hinterlistige Wendungen ausgedacht, die man so vermutlich nicht kommen sehen wird. So folgt hier Twist auf Twist – eine Portion Zynismus gibt’s inklusive. Mehr über den raffinierten Plot zu verraten wäre fatal, denn FEAR, INC. lebt von seinen unerwarteten Wendungen und gemeinen Überraschungen. Wer demzufolge eine Leidenschaft für blutigen Galgenhumor besitzt, ist mit dieser fiesen Horror-Komödie bestens bedient – auch wenn ihm das Lachen schnell im Halse stecken bleiben wird.
 
 
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FEAR, INC. – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Einfallsreiche Horror-Komödie mit bitterbös-zynischer Note, bei der einem das Lachen schnell vergehen wird. FEAR, INC. wurde nicht umsonst auf einschlägigen Filmfestivals von Kritikern und Filmfans gelobt. Der Film überzeugt nämlich durch frische Ideen, die das Horror-Genre dringend nötig hat. Hier erhält das Wort „Erschrecken“ eine gänzlich neue Bedeutung, was scheinbar aktuell in Mode zu sein scheint. Statt einen gruseligen Clown auf ahnungslose Fußgänger zu hetzen, hat sich hier eine skrupellose Organisation auf makabre Scherze spezialisiert. Wegen der unvorhersehbaren Handlung kann man da begründeterweise eine Empfehlung aussprechen, denn hier hält man endlich mal Horror in den Händen, der schockieren kann. In FEAR, INC. wird von THE SIXTH SENSE bis A NIGHTMARE ON ELM STREET alles zitiert, was in der Horror-Welt Rang und Namen hat. Das dürfte alteingesessene Genre-Fans freuen, die mit Sicherheit über die ein oder andere Anspielung ihrer Lieblingsfilm schmunzeln werden. Leider entwickelt sich die spaßige Hommage an beliebte Horrorklassiker bald zum blutroten Albtraum. FEAR, INC. besteht nämlich aus zwei Filmhälften. Die erste brennt sich durch Selbstironie und Filmzitate ins Gedächtnis, die zweite durch Blut, Splatter und bitterböse Wendungen. Mehr über die Handlung zu verraten, wäre dem Zuschauer unfair gegenüber. Der bekommt hier nämlich einen originellen Schocker vor die Linse, den man nicht alle Tage zu sehen bekommt.
 
 
 


 
 
 

FEAR, INC. – Zensur

 
 
 
Die zweite Hälfte von FEAR, INC. hat es ganz schön in sich. So gibt es eine an SAW angelehnte Szene zu sehen, in der ein Gegenstand aus dem zugenähten Körper eines noch lebenden Protagonisten geholt werden muss. Hinzu gesellen sich Messerstiche, Kehlenschnitte, Kopfschüsse und ein Pfeil, der sich durch ein Auge einer Filmfigur bohrt. Mit etwas Glück gibt es für all das eine FSK16. Wir rechnen aber eher mit einer Freigabe für Erwachsene.
 
 
 


 
 
 

FEAR, INC. – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scare Campaign (2016)
 
The Prank – Der Streich (2013)
 
The Jokesters (2015)
 
Cabin in the Woods (2011)


Filmreview: „Scorned“ (2013)

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SCORNED

Story

 
 
 
Die Rache einer Frau kann so grausam sein. Genau jene Erfahrung muss Kevin (Billy Zane) machen, dessen Freundin Sadie (AnnaLynne McCord) erfährt, dass er es ab und an mal mit deren bester Freundin Jennifer (Viva Bianca) treibt. Die Betrogene findet das alles aber gar nicht witzig und plant grausige Rache …
 
 
 


 
 
 

SCORNED – Kritik

 
 
 
Unterschätze nie die Rache einer Frau, denn sie wird mit Sicherheit grausam sein. Im Rape’n Revenge-Genre gehört diese Erkenntnis mittlerweile zum obligatorischen Standard, denn seit Regisseur INGMAR BERGMAN mit seiner JUNGFRAUENQUELLE (1960) die Jagd auf skrupellose Frauenschänder vor bereits mehr als 50 Jahren eingeläutet hat, mussten mittlerweile viele jener Sadisten in dutzenden Streifen dieser Art auf oftmals nicht gerade zimperliche Weise ihr Leben lassen. Ob LAST HOUSE ON THE LEFT (1972), EXTREMITIES (1986) oder dem umstrittenen I SPIT ON YOUR GRAVE 2 (2013); der Rape’n Revenge-Film bietet trotz seiner zweifelhaften Darstellung von Gewalt und der nicht minder kontroversen Ausübung von Selbstjustiz Jahrzehnte nach Entstehung immer noch genügend Zündstoff, damit besorgte Sittenwächtern und eifrige Zensurbehörden auf die Barrikaden klettern können. Dem Horrorfan kann’s egal sein, denn auch wenn es derart Werke in Deutschland nicht gerade einfach haben, gibt’s die meisten dieser Gewaltpornos ohnehin im Ausland ungeschnitten zu kaufen. Die Bezeichnung Rape’n Revenge ist für den vorliegenden Rachefilm mit ANNALYNNE MCCORD etwas unglimpflich gewählt, bekommen wir hier zwar kein Rape dafür aber umso mehr Revenge vor die Linse. Die MCCORD spielt hier mal wieder eine ziemlich abgefahrene Hauptrolle und dürfte dem Zuschauer mit ihrer außergewöhnlichen Performance als abnormale Tagträumerin Pauline im Horrordrama EXCISION (2012) in Erinnerung geblieben sein. Dort hat sie sich eine reichlich verhaltensauffällige Rolle ergattern können, mit der sie auf einschlägigen Festivals viel Lob ernten konnte. Die Schauspielerin scheint eine Leidenschaft für verwirrte Filmhelden zu hegen, denn in ihrem neuen Schaffen gibt sie sich nicht minder sonderbar. Für ihren aktuellen Streifen mit dem Titel SCORNED (übersetzt: verachtet) legt sie kurzerhand die schmuddelige College-Kluft ab und wirft sich in sexy Dessous, um ihrem Kevin (BILLY ZANE) zu gefallen.
 
Mit ihm will sie ein romantisches Wochenende verbringen, damit sie dem Liebsten mit der freudigen Kunde über kommenden Nachwuchs überraschen kann. Doch ganz so erfreut ist Kevin über die Botschaft seiner Freundin Sadie (ANNALYNNE MCCORD) nicht gerade, findet er sich doch wenig später festgekettet auf dem eigenen Bett wieder und muss allerhand boshafter Folterspielchen über sich ergehen lassen. Das Warum ist schnell erklärt, denn Freund Kevin ist ein ganz schön triebgesteuerter Lüstling, der es hinterrücks auch gerne mal mit Sadies bester Freundin (VIVA BIANCA) im gemeinsamen Schlafgemach treibt. Die wird natürlich unwissenderweise auch zur erheiternden Foltersause eingeladen, um wenig später ebenso gefesselt die Wut der Betrogenen zu spüren. Da werden Erinnerungen an Stephen Kings MISERY (1990) wach, jenem Lieblingsfilm den Sadie zuvor dutzende Male gesehen hat. Sie schnappt sich ein Stück Holz, legt es zwischen die Füße des Geliebten und trommelt mit einem Ambosshammer dagegen. Dem Kevin tut’s weh, Freundin Jennifer flennt und Folterexpertin Sadie bereitet die neue Freizeitgestaltung sichtlich Vergnügen.
 
Foltern einmal anders und zwar herrlich schräg und wunderbar zynisch. ANNALYNNE MCCORD weiß mal wieder, wie man eigentlich trivialen Video-Stuff raffiniert abnormal aufzuwerten versteht. Die zeigt in SCORNED einmal mehr, dass sie eine richtig gute Schauspielerin ist und ihr vor allem die etwas kranken Rollen liegen. Sie spielt die verschrobene Sadie mit derart souveräner Glaubwürdigkeit, dass man meinen könnte, die MCCORDS sei auch im wahren Leben nicht ganz richtig im Kopf. Hinter dem erheiternden Rache-Thriller steckt MARK JONES, der im Horror-Genre kein Unbekannter ist. Vor Ewigkeiten hat der nämlich für den legendäre LEPRECHAUN auf dem Regiestuhl gesessen und den nicht minder unterhaltsamen RUMPELSTILTSKIN (1995) in die Videotheken gebracht. Nach kleinen Erfolgen in den 90ern ist es danach erstaunlich ruhig um den Filmemacher geworden, was sich aber im Falle von SCORNED auch nicht ändern dürfte. In SCORNED steckt der Wurm. Zwar ist MCCORDS Darbietung der psychopathischen Sadie ein großer Pluspunkt; das eher mittelmäßige Drehbuch lässt aber kaum Spannung aufkommen. Sadie findet eine ganz eigenwillige Methode der Genugtuung und beginnt Partner und Freundin für deren Vergehen zu bestrafen. Anfangs sind es subtile Demütigungen; später kommen Schraubstock und Strömschläge zum Einsatz. Leider hört sich die grobe Zurschaustellung gemeiner Abartigkeiten deftiger an, als sie es eigentlich sind, denn ein neuer ultra-derber Tortur-Reißer ist SCORNED nämlich nicht.
 
Wir sehen einen ziemlich desinteressierten BILLY ZANE, der vermutlich einzig der Kohle wegen, die Rolle des potenten Kevin angenommen hat, um seine Vita um ein weiteres B-Movie zu ergänzen. Immerhin winselt sich VIVA BIANCA als gerissene Freundin Jennifer durchaus glaubhaft durch den Film und fordert immer mal wieder zum Duell zwischen den beiden Frauen, damit die kleine Geschichte auch etwas Dynamik erhält. Übrigens hat hier SADIE KATZ (was für ein Zufall, dass die Heldin des Films gleichen Namen trägt) mit am Drehbuch gepinselt. Die blonde Schönheit war zuletzt im ziemlich schläfrigen Zickenkrieg HOUSE OF BAD zu sehen und meistert ihre erste Arbeit als Co-Autorin ganz solide. So gibt es am Ende sogar einige haarsträubende Wendungen zu sehen, die dem Rache-Streifen einen fast schon komödiantischen Einschlag verleihen. Für knapp zwei Millionen Dollar kann man nicht meckern. SCORNED ist wahrlich kein Meisterwerk und der furchtbare Amateur-Soundtrack lässt nicht gerade Filmkunst erwarten. Dank ANNALYNNE MCCORD mausert sich der eigentlich austauschbare und vollkommen unbedeutende SCORNED zum schwarzhumorigen Rachespaß, der dem Horrorfan ab und an sogar ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern dürfte.
 
 
 


 
 
 

SCORNED – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Achtung, eine Frau sieht rot! SCORNED ist ein erheiterndes und rabenschwarzes Rachefilmchen mit reichlich gemeinen Wendungen und der vermutlich durchgeknalltesten Psychopathin der Filmgeschichte. Wir haben reichlich geschmunzelt, obwohl SCORNED im eigentlichen Sinne gar keine Horrorkomödie ist und vermutlich auch gar nicht zum Lachen animieren möchte. Schuld an allem ist mal wieder ANNALYNNE MCCORD, die nach ihrer Glanzleistung in EXCISION erneut eine äußerst spezielle Rolle gefunden hat, in der sich so richtig aufblühen kann. Die foltert sich erfrischend zynisch durch den Film und hat während der Ausführung ihrer eigenwilligen Erziehungsmethoden stets einen trockenen Spruch auf den Lippen. So gilt hier: Wer die Folterkomödie JULIA X mochte, wird SCORNED lieben.
 
 
 


 
 
 

SCORNED – Zensur

 
 
 
Einige Foltersachen in SCORNED haben es in sich. Da werden Zähne gezogen, mit Strom gefoltert und Füße mit einem Hammer gebrochen. Ganz so rabiat geht es aber nicht zur Sache, so dass SCORNED in Deutschland die KJ-Einstufung in ungeschnittener Form erhalten wird.
 
 
 


 
 
 

SCORNED – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Eine Frau sieht rot (1976)
 
Die Frau mit der 45er Magnum (1981)