Filmkritik: „Night of the Living Dead“ (1990)

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NIGHT OF THE LIVING DEAD

(DIE RÜCKKEHR DER UNTOTEN)

Story

 
 
 
In der Neuauflage von Romeros Klassiker „Die Nacht der lebenden Toten“ muss eine kleine Gruppe von Menschen sich erneut gegen eine Schar von Zombies zur Wehr setzen.

 
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE LIVING DEAD – Kritik

 
 
1968 erschuf George A. Romero mit seinem Debütfilm „Die Nacht der lebenden Toten“ mal gleich einen der prägendsten Horrorfilme überhaupt. Seitdem ist der Zombie massentauglich geworden und aus dem Horrorbereich nicht mehr weg zu denken. 1990 meinte Tom Savini dann, dass es an der Zeit für ein Remake dieses Klassikers wäre. Savini, der ja eher für seine Geniestreiche als Maskenbildner und Spezialeffektekünstler bekannt ist, hatte ein vielfaches an Budget zur Verfügung, war mit dem Resultat aber wohl nicht so richtig zufrieden, weil zu viel geändert werden musste. Ähnlich ging es scheinbar auch Romero selbst, der sogar mit am neuen Drehbuch arbeitete. Schlecht gelungen, ist „Night of the Living Dead“, in Deutschland auch unter dem Titel „Die Rückkehr der Untoten“ bekannt, allerdings nicht. Wer sich gerne altmodische Zombiefilme anschaut, wird hier nämlich ordentlich bedient.
 
 
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Barbara besucht mit ihrem Bruder den Friedhof, wo sich das Grab der Mutter befindet. Kurze Zeit später werden die Beiden von Untoten angegriffen und nur Barbara gelingt es sich in ein altes Farmhaus zu flüchten. Hier begegnet sie Ben, der sehr hilfsbereit ist und sich ebenfalls auf der Flucht vor der Bedrohung befindet. Doch im Keller hat sich noch eine kleine Gruppe von Menschen verscharrt. Jedoch gelingt es den Leuten nicht, sich gegenseitig zu helfen und die Gefahr draußen wächst stetig an. Kann es ein Entkommen geben?
 
 
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Tom Savini und George A. Romero schrieben das Drehbuch gemeinsam und es ist zum Glück keine stumpfe Kopie dabei entstanden. Obwohl das Szenario im Kern sehr gleich bleibt, gibt es genügend Unterschiede zu betrachten, was sich besonders in der Figurenzeichnung bemerkbar macht. Außerdem ist das Ende gänzlich anders geraten. Dies ist allerdings nicht unbedingt positiv zu vermerken, denn „Night of the Living Dead“ fehlt es komplett an der Gesellschaftskritik, welche das Original hatte. Ansonsten ist die Geschichte ähnlich simpel. Das heißt: Nichts wird weiter erklärt und Hintergründe sind egal. Bei einem solch schlichten Zombiefilm sei das erlaubt, aber den Anspruch, den das Werk von 1968 hatte, sucht man im Remake leider vergebens.
 
 
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Tom Savini kann man als Regisseur jedoch kaum Vorwürfe machen, denn er macht seine Sache schon ziemlich gut, baut die Szenen gekonnt auf und versteht etwas, von dem, was er da tut. Aus rein handwerklicher Sicht ist „Night of the Living Dead“ gut geworden und wenn Savini schon selbst einen Zombiefilm dreht, darf man sich sicher sein, dass es in diesem nicht gerade zimperlich zur Sache gehen wird. Der Splatter-Gehalt ist ordentlich und sollte jeden Gorehound befriedigen. Dass der Film in Deutschland aber so lange beschlagnahmt war, ist unverständlich, denn grenzwertig brutal ist das Ergebnis nun ebenfalls nicht. Dafür gibt es jedoch sehr schöne Effekte zu bestaunen, die herrlich altmodisch aussehen. Die Zombies können sich ebenfalls sehen lassen.
 
 
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Schön ist zudem, dass sie sich noch richtig altmodisch verhalten. Das heißt: Sie sind dumm und langsam, stellen alleine eigentlich keine Gefahr dar, kommen aber in so großen Massen vor, dass sie die Überhand gewinnen. Wenn man auf diese altmodische Herangehensweise abfährt, wird man in „Night of the Living Dead“ vollkommen bedient. Das Farmhaus ist als Schauplatz manchmal etwas unspektakulär und der Score klingt nun auch nicht so richtig einprägsam, aber insgesamt kann man mit dem Resultat schon zufrieden sein. Dies liegt auch am ordentlichen Unterhaltungswert. Gerade am Anfang ist das Tempo rasend hoch. Da vergehen keine fünf Minuten und schon ist viel los. Im Haus angekommen, nimmt Savini die Geschwindigkeit etwas heraus. Dann spielen vorerst die Spannungen in der Gruppe die Hauptrolle, doch in der letzten halben Stunde steht wieder reine Zombie-Action auf dem Programm und mit seinen 88 Minuten Laufzeit ist das schon ziemlich kurzweilig geraten.
 
 
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Lobenswert sind zudem noch die Darstellerleistungen. Sehr schön ist, dass Tony Todd eine große Hauptrolle spielt, was er charismatisch macht. Patricia Tallman gibt die kämpferische Frau ebenfalls überzeugend und Tom Towles spielt das Arschloch so richtig hassenswert. Der Horrorfan wird zudem mit ein paar Kleinigkeiten bedient, wie z.B. der kurze Auftritt von Bill Moseley am Anfang. Die Figurenzeichnung erfüllt insgesamt ihren Zweck und, wie bereits erwähnt, gibt es hier einige Abweichnungen zum Original. Ein paar Charaktere sind schon ziemlich nervig, doch man kann erkennen, dass dies so gewollt war und es macht die Spannungen in der Gruppe durchaus höher. Lange wird einem das sicher nicht in Erinnerungen bleiben, doch brauchbar kreiert wurden diese Figuren schon.
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE LIVING DEAD – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„Night of the Living Dead“ macht als Remake schon eine ganze Menge richtig, wenngleich er dem Original natürlich niemals das Wasser reichen kann. Die Story ist zwar gleich geblieben, wirkt aber nie stumpf kopiert, die Charaktere sind ganz anders gezeichnet und es gibt selbstverständlich deutlich mehr Splatter zu sehen, als im Original. Das neue Ende ist allerdings schade, denn Gesellschaftskritik oder Anspruch findet man somit gar nicht mehr vor. Trotzdem ist die Atmosphäre schön düster und da man sich zu den richtigen Momenten völlig auf die Zombies fokussiert, kann man sich über einen zu niedrigen Unterhaltungswert niemals beklagen. Savini macht seine Sache als Regisseur absolut nicht schlecht, die Darsteller taugen etwas, die Effekte sehen klasse aus und das Ergebnis macht schon Spaß. Ob es „Night of the Living Dead“ nun unbedingt gebraucht hätte, sei mal dahingestellt, aber als Fan von altmodischer Zombie-Unterhaltung macht man damit durchaus nichts verkehrt!
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE LIVING DEAD – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Night of the Living Dead“ war schon immer ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Im Jahr 1992 wurde der Streifen indiziert. Vier Jahre später wurde der Zombiefilm beschlagnahmt. Die Beschlagnahmen vom AG Tiergarten wurden im Februar 2020 aufgehoben. Im Juni 2020 gab die BPjM auch die Listenstreichung nach über 28 Jahren bekannt. Ende Juni 2021 folgte die FSK-Prüfung. Das Prüf-Gremium vergab die Einstufung: „Keine Jugendfreigabe“. Seit August 2021 kann „Die Rückkehr der Untoten“ (so der deutsche Videotheken-Titel) von allen erwachsenen Zuschauern legal, ungeschnitten und ohne Umwege über das deutschsprachige Ausland im hiesigen Handel gekauft werden.
 
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE LIVING DEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SONY PICTURES ENTERTAINMENT (Blu-ray im KeepCase)

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(c) SONY PICTURES ENTERTAINMENT (Blu-ray im Steelbook)

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(c) SONY PICTURES ENTERTAINMENT (DVD / Blu-ray im Mediabook + Büste)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Night of the Living Dead; USA 1990

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Minuten

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase | Steelbook | Mediabook

Extras: Audiokommentar von Regisseur Tom Savini, US-Kinotrailer (1:05 Min.), Making Of – The Dead Walk (24:54 Min.) | zusätzlich in der Büsten-Edition: Film auf DVD, Büste, Booklet

Release-Termin: KeepCase | Steelbook | Büste: 05.08.2021

 

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Night of the Living Dead [Blu-ray Büsten-Edition mit Büste & Mediabook] auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

NIGHT OF THE LIVING DEAD – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Nacht der lebenden Toten (1968)
 
Zombie – Dawn of the Dead (1978)
 
Verdammt, die Zombies kommen (1985)
 

Filmkritik: „She Dies Tomorrow“ (2020)

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SHE DIES TOMORROW

Story

 
 
 
Amy spürt, dass sie morgen sterben wird. In einer Mischung aus Panik, Befreiung, Disassoziation und Manie steckt sie ungewollt ihre Freundin mit dem Gedanken an, die ihrerseits auf eine Party eingeladen ist…

 
 
 


 
 
 

SHE DIES TOMORROW – Kritik

 
 
Die US-amerikanische Produzentin, Schauspielerin und, nach mehreren Kurzfilmen und dem Florida-Thriller „Sun Don’t Shine“ (2012), auch Regisseurin Amy Seimetz dürfte Genrefans spätestens durch Adam Wingard’s „You’re Next“, Shane Carruths grandiosen „Upstream Color“, in letzterer Zeit sonst durch das Pet Sematary-Remake oder „Alien: Covenant“ ein Begriff sein. Weniger „Alien“, Mainstream, Genreware und Action, mehr Arthouse-Anleihen, introvertiertes Reflektieren und persönliches Erzählen gilt es nun in ihrem zweiten Langfilm zu erwarten, dessen Protagonistin nicht zufällig den Vornamen mit der Regisseurin teilt.
 
 
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Der erste Akt des Films ist ein langsames Einatmen und realisieren, taktile Reize werden ausgespielt, haptisches, sinnliches Ergreifen der Umwelt sichtbar gemacht, kunstvolle Kameraarbeit und Lichtsetzung trifft auf eine One-Man-Show von Kate Lyn Sheil, einer begabten jungen Darstellerin die sich bereits in etlichen Indie-Perlen wie „The Comedy“, „Buster’s Mal Heart“ oder „The Sacrament“ beweisen konnte, häufig an Seimetz‘ Seite. In dieser Phase werden das behutsame Tempo des Films, der persönliche Ansatz an das Thema einer zutiefst beunruhigenden Vorahnung des eigenen Todes sowie die vortreffliche, soghafte Cinematographie etabliert. Und dadurch eine Erwartungshaltung aufgebaut, der die folgende Stunde leider nicht standhält. Sobald sich die durch „Happiness“, „Twin Peaks: The Return“ oder „Eternal Sunshine of the spotless mind“ berühmte Jane Adams nämlich als nächste Protagonistin herausstellt, deren Panik und Beunruhigung üblicherer und extrovertierter Natur ist, gleitet der Film in eine Reihe von Vignetten oder Episoden, in denen sich die Verzweiflung und Ängste wie eine Epidemie verbreiten.
 
 
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Langsamer, modern gefilmter, eindringlich persönlich gespielter sowie geschriebener, existentieller Grusel mit metaphorischer Doppelbödigkeit und Symbolgehalt, der den schwarzen Humor der Absurdität seiner konstruierten Situationen nicht zu kurz kommen lässt, liest sich erstmal wie der Traum vom perfekten Indie-Projekt und auch ich war sehr angetan, bin vorfreudig bei Nacht und mit Headset gewappnet an diesen Film getreten. Doch durch die Zerfaserung des Scripts in mehrere Einzelsituationen und -schicksale gehen Identifikationsfaktor und Stringenz einer einzelnen Protagonistin leider verloren. Dazu leider auch die Bildgewaltigkeit der Cinemtatographie, da die ansprechendsten Einstellungen und interessantesten Konzepte direk zu Beginn präsentiert werden.
 
 
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Der opulente Soundtrack impliziert Gänsehaut-Momente oder große Realisierungen, setzt aber zu hohe Ansprüche an die Bildebene des Films, die diegetische, sehr stimmige, klassische Musik der Exposition, ein letztes Feiern der Künste und Menschlichkeit vorm Abstieg, weicht immer öfter Szenen ohne Musikuntermaltung, die sich nur auf der Situation, dem Schauspiel und den Dialogen ausruhen. Trockener Humor, bunt beleuchtete, leicht trippige Szenen mit erhebender Score, tragisch angedachte Momente und romantisch-nostalgische Erinnerungen geben sich die Hand, doch vieles davon geht in der Montage und akuten Überlänge leider Gottes unter.
 
 
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Denn so kurz dieser knapp 80-minütige, leicht halluzinogene, lobenswert ambitionierte, von Ängsten und Neurosen und der Ahnung, dass etwas Schlimmes geschehen wird bestimmte Film, dessen spätere Cameos Spaß machen, dessen Schauspiel größtenteils sehr lobenswert ist, dessen Bilder sich einprägen und sehen lassen können und dessen Score ich immer wieder genießen konnte auch ist, so sehr fühlt es sich an, als würde sich hier ein prinzipiell überragender Kurzfilm verstecken, der, auf seine Langfilmzeit gestreckt, zu selten dazu kommt, seine Visionen und Stärken adäquat auszuspielen.
 
 
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SHE DIES TOMORROW – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Eigenständiges, sehenswertes und technisch nahezu makelloses, existentielles Drama im Gewand eines Horrorfilms, mit starken Peformances und super Exposition, aber auch einigen Längen und zu hinterfragenden Entscheidungen.

 
 


 
 
 

SHE DIES TOMORROW – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „She Dies Tomorrow“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

SHE DIES TOMORROW – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray + DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: She Dies Tomorrow; USA 2020

Genre: Horror, Mystery, Thriller, Drama, Fantasy, Komödien, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray + DVD im Mediabook

Extras: Original Trailer, Trailershow, Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: KeepCase: 22.07.2021

 

She Dies Tomorrow [Blu-ray + DVD im Mediabook] auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SHE DIES TOMORROW – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Signal (2014)
 
The Other Lamb (2019)
 

Filmkritik: „The Brave – Allein gegen das Syndikat“ (2019)

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THE BRAVE – ALLEIN GEGEN DAS SYNDIKAT

(LAZARAT)

Story

 
 
 
Albanien möchte der EU beitreten, doch damit dies geschehen kann, müssen die Verbrechen unter Kontrolle gebracht werden. Eine eigens dafür gegründete Spezial-Einheit soll dafür sorgen.

 
 
 


 
 
 

THE BRAVE – Kritik

 
 
Der B- und C-Movie-Sektor ist nicht nur im Bereich des Horrors dermaßen überschwemmt, dass es schwer fällt, sich mal eine kleine Perle zu angeln, nein, auch im Actiongenre ist dies der Fall. Hat man dann einen Streifen mit dem Namen „The Brave – Allein gegen das Syndikat“ vor sich, der im Ostblock gedreht wurde, rechnet man nicht unbedingt damit das nächste Highlight gefunden zu haben. Doch selbst wenn man dieses hier sicherlich nicht erwarten darf, verdient es das Werk angeschaut zu werden, denn es wird doch eine ganze Menge richtig gemacht.
 
 
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In Albanies Hauptstatdt Tirana regiert das Verbrechen, angeführt vom Ex-Marine Frank Pedulla, der nahezu die gesamte Stadt unter seiner Kontrolle hat. Da die albanische Regierung einen Eintritt in die EU herbeisehnt, ist Pedulla ein enormer Dorn im Auge. Eine Spezial-Einheit, angeführt vom Ex-Undercover-Cop Rei, soll gegen die Korruption vorgehen, doch die Korruption hat sich so weit ausgebreitet, dass es scheinbar selbst in den eigenen Reihen Maulwürfe gibt. Das Drehbuch von Marco Balsamo ist gar nicht mal so schlecht, wartet mit einer gewissen, aktuellen Brisanz auf und verpackt dieses Szenario in eine Geschichte, die man zwar schon etliche Male gesehen hat, die aber dennoch ein bisschen Substanz besitzt. So werden ein paar politische Hintergründe näher beleuchtet und allgemein wirkt das niemals so, als hätte man sich keine Gedanken darüber gemacht. Leider bringt das der Handlung allgemein aber nicht besonders viel, denn dafür ist sie im Endeffekt doch wieder zu generisch. Was hier geschieht, kennt man aus zahlreichen Vorbildern und neue Facetten gewinnt man dem simplen Szenario auch nicht ab. Was bleibt, ist ein gut gemeintes Drehbuch, welches phasenweise mehr Tiefe besitzt, als zu erwarten war, welches am Ende dann aber doch wieder nur den gewohnten Durchschnitt serviert.
 
 
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Dieser Eindruck wird von der Figurenzeichnung unterstützt, denn diese ist einfach nicht besonders aussagekräftig. Louis Mandylor kann die Hauptrolle zwar darstellerisch ziemlich solide tragen, aber seinen Charakter wird man schnell wieder vergessen haben. Noch schlimmer trifft es Armand Assante, der als Bösewicht immer nur eine Randfigur bleibt. Solche Filme brauchen markante, eindringliche Fieslinge, doch selbst wenn Assante solide abliefert, gönnt ihm schon alleine seine Figurenzeichnung keinen bleibenden Eindruck. Mit Ravshana Kurkova ist noch eine Schauspielerin mit dabei, die nicht mehr gänzlich unbekannt ist und allgemein kann man sich über die Darsteller keineswegs beklagen. „The Brave – Allein gegen das Syndikat“ besitzt hier im B-Movie-Sektor schon einige bekannte Namen und alle machen ihre Sache völlig brauchbar. Es mangelt am Ende eben mal wieder an einer besseren Figurenzeichnung, denn die Tiefe, die der Film manchmal erreichen möchte, kann er schlichtweg nicht erreichen, wenn diese Charaktere zu farblos bleiben.
 
 
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Dass man sich das Ganze dennoch gut anschauen kann, liegt auch mit an der souveränen Inszenierung von William Kaufman, der zuvor schon einige Werke gedreht hat. Seine Erfahrung bemerkt man und dass der Schauplatz vom Ostblock mal nicht nur genutzt wird, um die Kosten gering zu halten, ist ebenfalls schön. Zwar besitzt „The Brave – Allein gegen das Syndikat“ dasselbe Problem, wie viele B-Actioner, die man dort gedreht hat – nämlich eine zeitweise etwas langweilige Optik, aber rein visuell wird dem Zuschauer dann doch mehr geboten, als er bei solchen Werken erwarten darf. Die Inszenierung erfüllt ihren Zweck und ist manchmal etwas verspielter geraten. Gerade die Actionszenen können dann wirklich überzeugen, wobei es von diesen eindeutig zu wenige gibt. Eigentlich bietet der Streifen nur zwei ausgedehnte Szenen, in denen es reichlich zur Sache geht. Das Finale ist schön lang und weiß durchaus zu gefallen, denn hier fühlt man sich schon fast wie in einem Kriegsfilm. Dazwischen herrscht jedoch oftmals auch ein gewisser Leerlauf, der nicht gerade aufregend erscheint. Die 103 Minuten Laufzeit wechseln sich somit zwischen guter Unterhaltung und Langeweile stets ab. Dieser Zwiespalt überträgt sich auch auf die Effekte, die manchmal solide ausschauen, manchmal aber auch zu sichtlich aus dem Computer stammen. Der Gewaltgrad hätte für die Freigabe ab 18 Jahren gerne noch etwas höher ausfallen dürfen, ist im Endeffekt aber passabel.
 
 
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THE BRAVE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„The Brave – Allein gegen das Syndikat“ ist definitiv keine nächste B-Movie-Heimkino-Gurke, sondern der Film kann etwas. Zwar sollte man keine zu hohen Erwartungen haben, denn der Film schwächelt an altbekannten Zutaten, ist aber immerhin handwerklich brauchbar und zuweilen auch ziemlich hochwertig gemacht. Die Atmosphäre ist schön dreckig und der Unterhaltungswert bringt durchaus zufriedenstellende Momente mit sich. Leider wird es manchmal auch etwas langweilig und die Figurenzeichnung dient am Ende doch nur wieder mit den bekannten Klischees. Das ist sicher nicht hochspannend und bietet etwas zu wenig Action, doch gerade das lange Finale kann einige Punkte für sich verbuchen. Abgerundet wird „The Brave – Allein gegen das Syndikat“ von den absolut soliden Darstellern und einer gesunden Portion Gewalt. Wenn es also nicht gerade der nächste Action-Blockbuster sein muss, macht man mit diesem Genrewerk nicht viel verkehrt!
 
 


 
 
 

THE BRAVE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Brave – Allein gegen das Syndikat“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Weil sich auf der Blu-ray / DVD aber Trailer zu Filmen mit einer höheren FSK-Freigabe befinden, ist auf der Heimkinoveröffentlichung der rote FSK-Flatschen zu finden.
 
 
 


 
 
 

THE BRAVE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Lazarat; USA 2019

Genre: Action, Thriller, Krimi

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 103 Minuten

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Blu-ray im KeepCase

Extras: Original Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 25.06.2021

 

The Brave – Allein gegen das Syndikat [Blu-ray im KeepCase] auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE BRAVE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Legacy – Tödliche Jagd (2020)
 
Hard Kill (2020)
 

Filmkritik: „Superdeep“ (2020)

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SUPERDEEP

(KOLSKAYA SVERHGLUBOKAYA)

Story

 
 
 

Ein rund zwölf Kilometer tiefes Bohrloch bringt mysteriöse Erscheinungen zu Tage. Eine Gruppe von Wissenschaftlern soll die Sache erforschen.

 
 
 


 
 
 

SUPERDEEP – Kritik

 
 
 
Es ist nichts Neues, dass die Ungewissheit des Horrors besten Freund darstellt. Eine Gefahr, die man nicht kennt, wirkt am bedrohlichsten. Kombiniert man das mit Orten, an denen der Mensch eigentlich nichts verloren hat oder mit Dunkelheit, wie z.B. der geniale „The Descent“ das getan hat, dann darf man sich auf einen unheimlichen Horrorfilm freuen. Der russische Streifen „Superdeep“ versucht sich an einem solchen Szenario, scheitert daran zwar nicht wirklich, kann im Endeffekt aber leider kaum einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
 
 
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Die Wissenschaftlerin Anna wird zu einem Job gerufen. Ein mehr als zwölf Kilometer tiefes Bohrloch wirkt nämlich sehr mysteriös. Noch nie zuvor haben Menschen so tief gebohrt und als man Schreie im Erdinneren vernehmen kann, weiß niemand, wie man damit umgehen soll. Also sollen Anna und ein paar weitere Forscher die Sache untersuchen. Doch was sie dort unten finden, soll ihnen die Sprache verschlagen. Die Story basiert auf der echten Kola-Bohrung, die mit ihren 12.262 Metern Tiefe lange Zeit als die tiefste Bohrung aller Zeiten galt. Sich diese reale Begebenheit als Vorbild für einen Horrorfilm zu nehmen, liegt eigentlich auf der Hand. Schon Ende der 80er Jahre gab es Gerüchte, dass man die Hölle angekratzt hätte und über das Internet verbreiteten sich solche Informationen noch schneller. Genügend Substanz sollte also vorhanden sein oder? Eigentlich ja, denn man paart den übernatürlichen Anteil noch mit der Paranoia des Kalten Krieges und storytechnisch sind so durchaus genug Zutaten vorhanden und trotzdem will das Drehbuch niemals so richtig zünden. Mit Informationen hält man sich insgesamt nämlich ziemlich bedeckt, so richtig logisch will das Geschehen ebenfalls nie wirken und man redet im Endeffekt viel um den heißen Brei, ohne ihn denn mal wirklich zu zeigen. Gewisse Vorbilder wie z.B. „The Thing“ haben das zudem klar beeinflusst und obwohl gute Zutaten vorhanden sind, erreicht „Superdeep“ niemals eine richtige Eigenständigkeit.
 
 
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Zumal der Film leider auch recht langatmig wirkt. Die Einleitung lässt sich zu viel Zeit und bis es überhaupt mal etwas mehr zur Sache geht, ist bereits eine gute halbe Stunde vergangen. Wären die Charaktere interessanter, hätte der Zuschauer damit gut leben können, doch allgemein sind die Figuren hier doch viel zu belanglos. Lediglich die Hauptprotagonistin Anna bekommt etwas Hintergrund spendiert. Darstellerin Milena Radulovic nimmt dies dankend an und bietet solides Schauspiel. Die anderen Darsteller profitieren nicht gerade davon, dass die Figurenzeichnung langweilig gestaltet wurde. Zwar kann man sich auch über ihre Leistungen nicht unbedingt beschweren, aber im Gedächtnis bleibt dies sicher nicht. Somit ist dem Zuschauer das Schicksal der Protagonisten leider auch ziemlich egal, was natürlich wenig spannungsfördernd ist.
 
 
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Die deutsche Fassung basiert auf dem Alternate Cut und ist mit 100 Minuten Laufzeit noch gnädigerweise kürzer ausgefallen, als die Originalversion, welche knapp 15 Minuten länger läuft. Wichtiges Material entgeht einem hier eigentlich nicht, weshalb die gekürzte Fassung hier tatsächlich mal eine Daseinsberechtigung besitzt. So verleiht man „Superdeep“ noch etwas mehr Tempo, wobei das selbst in dieser Version selten auffällt. Insgesamt ist der Film nämlich einfach zu langsam. Natürlich will man damit Stimmung aufbauen, nur gelingt dies eben zu selten. Mit Spannung braucht man nämlich nicht zu rechnen und Action lässt sich auch eher selten blicken. Immerhin erhält der Horror im letzten Drittel ein paar Höhepunkte, die schon einen gewissen Unterhaltungswert aufkommen lassen.
 
 
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Aus handwerklicher Sicht gibt es an „Superdeep“ zudem nicht so viel auszusetzen. Regisseur Arseny Syuhin, der zuvor nur einige Kurzfilme drehte und mit diesem Werk sein Langfilmdebüt gab, macht seine Sache gar nicht mal so verkehrt. Sicherlich wäre mit mehr Budget auch deutlich mehr drin gewesen, aber die Inszenierung funktioniert und selbst wenn die Atmosphäre längst nicht so bedrohlich erscheint, wie sie es wohl gerne getan hätte, bemerkt man doch gerade im letzten Drittel, dass Syuhin sein Fach beherrscht. Hier kommt nämlich doch noch eine gute Stimmung auf, die auch von den soliden Effekten unterstützt wird. Diese stammen nämlich überwiegend von Hand und wirken schön oldschool. Die Kulissen machen im Endeffekt ebenfalls etwas her, hätten sicherlich mehr Schauwerte bieten können, wissen jedoch trotzdem zu überzeugen.
Der Score ist in Ordnung, aber nicht besonders einprägsam.
 
 


 
 
 

SUPERDEEP – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
„Superdeep“ will ganz schön viel und scheitert an seinen eigenen Ambitionen, macht allerdings trotzdem auch einiges richtig. Die Story, welche reale Ereignisse benutzt, ist interessant, besteht aus vielen Zutaten und wird am ehesten dadurch zerstört, dass die Figurenzeichnung so mau ist. Hier hätte man gerne mehr Feingefühl investieren dürfen. Der Film ist insgesamt zu ruhig und lässt zu selten Spannung aufkommen, wobei der Horror besonders im letzten Drittel doch noch einigermaßen intensiv geraten ist. Das ist zwar zu spät, aber besser als nichts. Der Unterhaltungswert pendelt so zwischen langweilig und passabel. Die Darsteller sind brauchbar, aber fast niemand kann aus seiner dünnen Figur etwas machen. Positiv sind noch die handgemachten Effekte zu vermerken. Alles in einem ist „Superdeep“ also sicher nichts, was man gesehen haben muss, doch wenn man auf langsamen, atmosphärischen Sci-Fi-Horror aus ist, bekommt man immerhin ein paar ziemlich starke Szenen geboten!
 
 
 


 
 
 

SUPERDEEP – Zensur

 
 
 
„Superdeep“ wurde von der FSK für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben und ist komplett ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

SUPERDEEP – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Kolskaya sverhglubokaya; Russland 2020

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.66:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Featurette „Wie ein Monster entsteht“, Trailer

Release-Termin: KeepCase: 24.06.2021

 
 

Superdeep [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SUPERDEEP – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Abbildungen stammen von Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Ding aus einer anderen Welt (1982)
 
The Thing (2011)
 
Ghosts of Mars (2001)
 
Blutgletscher (2013)
 

Filmkritik: „Palm Springs“ (2020)

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PALM SPRINGS

Story

 
 
 

Zwei junge Hochzeitsgäste entwickeln romantische Anziehung, während sie in einer Zeitschleife immer wieder den selben Tag erleben.

 
 
 


 
 
 

PALM SPRINGS – Kritik

 
 
 
So kritisch ich Mainstreamunterhaltung die es allzu vielen Zielgruppen gleichzeitig bequem machen will auch gegenüber stehe, so großer und jahrelanger Fan bin ich doch von Andy Samberg, The Lonely Island, den Comedyfilmen der Gruppe und kreativ genutzten, wenn auch nicht neuen Prämissen – ein frischer Neunzigminüter mit Urlaubsflair und Zeitschleifenprämisse dürfte also für kurzweilige Lacher und Möglichkeiten für verrückte Szenenkonzepte sorgen, richtig?
 
 
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Jein, leider nicht so richtig: Denn wofür „Palm Springs“ von der FSK ab 16 eingestuft wurde, bleibt unklar, da hier bis auf extrem kurze und comichafte Gewaltspitzen von jeglicher „heftigeren“ Möglichkeit der kompletten Freiheit und Konsequenzlosigkeit der Prämisse weggeschreckt wird. Was bleibt also, wenn für unsere Protagonisten weder elaborierte Pranks an der Umgebung, noch zu dezimierende Bösewichte auf dem Programm stehen? Nun, in erster Linie dialoglastige, romantisch angedachte Szenen und frustrierend repetitive Abläufe, in denen gerne mal auf der Stelle getreten wird.
 
 
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So weiß Sambergs Charakter Nyle, ebenso wie der durch x Variationen der Idee geschulte Zuschauer, natürlich längst um die Regeln seiner Welt und muss glücklicherweise nicht extra in diese etabliert werden, nur damit die zweite Protagonistin dann aber doch mehrere Erklärbär- Szenen einfordert. Auch erzählt Nyle mehrfach von witzigen, dramatischen, oder spannenden Episoden und Experimenten aus der Vergangenheit, die wir nur leider nie zu sehen bekommen obwohl sie spannender klingen als die aktuelle Handlung. Ein Film über die Leere und Auswegslosigkeit dieser, auf den ersten Blick reizvollen Situation der komplett ausbleibenden Konsequenzen wird ebenso wenig ernsthaft dramatisch inszeniert, wie die wilden Möglichkeiten der endlosen Arten, Chaos zu stiften oder Wunder zu vollbringen. Stattdessen plagen Zuschauer und Charaktere sich tatsächlich mit moralisch ekelhaft abtrünnigen Betrügereien rum, die deutlich besser in eine x-beliebige Teeniecomedy ganz ohne Zeitschleifenthematik passen würden.
 
 
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Es ist eine frustrierende Angelegenheit, einen Film mit derart guten Startbedingungen, mit Starcast und genug Budget, mit hübschen Locations und überraschenden Nebendarstellern derart belanglos und oft gesehen vor sich hin plätschern zu sehen, aber leider Gottes bleiben in erster Linie nur zwei kurze Montagesequenzen positiv in Erinnerung, die das Potential des Unterfangens gut widerspiegeln. Denn die Chemie zwischen Samberg und Cristin Milioti stimmt in jeder Szene, weshalb das gemeinsame Rumalbern sowie der spätere Weg zum Finale, zeitlich gerafft, mit charmanten Ideen und guter Musik unterlegt, auch funktioniert und Lust auf mehr macht – doch weil der Film in erster Linie nicht an dieser Kurzweil interessiert scheint, sondern zwischen selten durchschimmernder „Hot Rod“-Anarchohumor-Genialität und allzu oft gesehenen Genrebeats in erster Linie eine solide, aber oft gesehene, romantische Komödie inszeniert, in der Moral oder Originalität klein und massentaugliche, zahme, harmlose Unterhaltung eben doch viel zu groß geschrieben wird, reicht es kaum für mehr als gemütlichen Durchschnitt mit bitterem Nachgeschmack.
 
 


 
 
 

PALM SPRINGS – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
Zahnloser, wenig origineller, gut gecasteter Zeitschleifen-Film mit ein paar charmanten Szenen und zündenden Witzen, der es möglichst sicher spielt und sich dank seines Settings für einen verregneten Nachmittag eignet.
 
 
 


 
 
 

PALM SPRINGS – Zensur

 
 
 
„Palm Springs“ wurde von der FSK für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben und ist komplett ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

PALM SPRINGS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Leonine (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Palm Springs; Hong Kong | USA 2020

Genre: Liebesfilme, Mystery, Fantasy, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer-Show, Trailer

Release-Termin: KeepCase: 09.07.2021

 
 

Palm Springs [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

PALM SPRINGS – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Abbildungen stammen von Leonine)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Und täglich grüßt das Murmeltier (1993)
 
Sechzehn Stunden Ewigkeit (2021)
 
Hello again – Ein Tag für immer (2020)
 

Filmkritik: „Sharknado 4: The 4th Awakens“ (2016)

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SHARKANDO 4: THE 4TH AWAKENS

(SHARKANDO 4)

Story

 
 
 
Eigentlich galt die Gefahr der Sharknados als vernichtet, doch dann entwickeln selbst Sandstürme ein gefährliches Eigenleben mit Haien.

 
 
 


 
 
 

SHARKANDO 4 – Kritik

 
 
2016 gehörte es schon fast zum guten Ton, dass jedes Jahr ein neuer Teil der „Sharknado“ Reihe herauskam, so wie das auch mal bei „Saw“ der Fall war. Ist eine Kuh erfolgreich, wird diese eben so lange gemolken, bis echt kein Profit mehr herauszuschlagen ist. Selbst wenn diese Reihe keinen guten Ruf besitzt, so war sie bis zum dritten Teil doch ganz spaßig und zumindest für Nonsense-Trash-Liebhaber sehenswert. Dies soll sich mit dem vierten Teil nun aber so langsam ändern. Die Macher haben es sich viel zu bequem gemacht und bauen darauf, dass das Ganze ein Selbstläufer ist. Gerade deshalb funktioniert „Sharknado 4“ allerdings nicht mehr so gut.
 
 
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Fünf Jahre sind seit dem dritten Teil vergangen und ein Technikmogul hat mit einer Erfindung dafür gesorgt, dass die Zeit der Sharknados vorbei ist. Dummerweise kommt es in Las Vegas zu einem Sandsturm und prompt zeigt sich: Auch in diesen fühlen sich die Haie pudelwohl. Es geht also erneut ums nackte Überleben und wer wäre geeigneter dafür, sich der Gefahr zu stellen, als Fin Shepard? Zum vierten Mal in Folge schrieb Thunder Levin das Drehbuch und es wäre vielleicht mal an der Zeit gewesen, jemand Neuen zu involvieren. Es ist nicht unbedingt so, als ob „Sharknado 4“ keine neuen Ideen hätte, aber man bemerkt schon, dass sich das alles sehr abgenutzt hat. Wie soll man dem Wahnsinn auch noch die Krone aufsetzen, wenn es im vorherigen Teil bereits ins Weltall ging? Die Story hat darauf keine echte Antwort parat, geizt aber natürlich nicht mit Quatsch, der Kopfschmerzen machen kann, wenn man sich darauf nicht einlassen möchte. Allgemein ist das alles dermaßen großer Humbug, dass man es niemals ernst nehmen kann. Doch wo die vorherigen Teile bisher immer mit einer gewissen Selbstironie am Start waren, lässt „Sharknado 4“ gerade solche Zutaten oftmals vermissen, weshalb der Trash dann auch viel mehr kalkuliert wirkt, als das zuvor noch der Fall war.
 
 
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Dass diese Reihe zu einer reinen Cameo-Show verkommen ist, dürfte kein Geheimnis mehr sein, aber selbst hier bot der dritte Teil deutlich unterhaltsameres Material. Es macht schon irgendwie Spaß David Hasselhoff wieder zu sehen und mit Gary Busey gibt es den nächsten, bekannten Darsteller in einer Nebenrolle zu sehen. Die Hauptrolle übernimmt wie immer Ian Ziering, der zuvor aber auch schon mal mit mehr Enthusiasmus mit dabei war. Tara Reid bleibt der Reihe selbstverständlich ebenfalls erhalten. Bei solchem Nonsens ist es eben keinerlei Problem eine tote Figur einfach zurückzuholen. Danach reihen sich Cameos aller Art aneinander. Egal ob Wayne Newton, die Chippendales, Steve Guttenberg, Dog oder sogar Sarah Knappik. „Sharknado 4“ verkommt zur einen Werbeshow für B- und C-Promis und für irgendwelche It-Girls. Da passt es gut, dass es sowieso sehr viel Product-Placement gibt. Sicherlich war das in den Vorgängern teilweise auch schon der Fall, aber es wird immer offensichtlicher und die Cameos werden mittlerweile auch reichlich lieblos aneinandergereiht, so dass man hier kaum noch das Gefühl bekommt, dass es für Fans gemacht ist.
 
 
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So sehr das Treiben zeitweise auch an Charme verliert, so wenig kann man sich dennoch über den Unterhaltungswert beklagen, denn in „Sharknado 4“ ist ständig etwas los. Es gibt kaum eine Einleitung und sofort beginnt die Action. Das bleibt innerhalb der 85 Minuten auch stets so. Der Humor verliert dabei deutlich an Boden und ist längst nicht mehr so sympathisch, dafür gibt es im Gegenzug ein wahres Fest an Filmanspielungen zu begutachten. Das mag nicht unbedingt originell erscheinen, macht aber manchmal schon Spaß und sorgt immerhin halbwegs für Kurzweil. An die miesen Effekte, die trotzdem nicht immer völlig katastrophal sind, hat man sich schon lange gewöhnt und wenn es einem zuvor nichts ausgemacht hat, bleibt das hier sicher ebenfalls der Fall. Allerdings übertreibt es Regisseur Anthony C. Ferrante dann manchmal doch etwas mit seiner Inszenierung, besonders wenn es um Szenenwechsel geht. Da bleibt der rote Faden nämlich ganz schön auf der Strecke und selbst wenn man den Unsinn aufmerksam verfolgt, kommt man manchmal gar nicht mehr so richtig mit. Ein kleiner Cliffhanger warnt dann vor, dass es mit der Reihe noch immer nicht zu Ende ist und so darf man gespannt sein, ob die Qualität noch mal steigen kann oder dem Trend nach unten folgt.
 
 
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SHARKANDO 4 – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Sharknado 4“ ist die typische Fortsetzung einer Trash-Reihe, will mehr bieten, tut dies eigentlich auch, verliert dabei aber nach für nach an Charme. Die Macher haben es sich mittlerweile sehr gemütlich gemacht und geben sich deutlich weniger Mühe, was sich vor allen Dingen in der fehlenden Selbstironie bemerkbar macht. Deshalb ist die Atmosphäre auch nicht mehr so überzeugend. Die ganzen Cameos wirken überwiegend lieblos eingesetzt, doch die Darsteller gehen noch in Ordnung. Die Inszenierung ist chaotisch und die Effekte bleiben gewohnt billig, sehen jedoch nicht immer völlig mies aus. Die Story macht es sich ebenfalls recht bequem und lebt am ehesten von ein paar neuen, super bekloppten Ideen und ansonsten noch von den vielen Anspielungen auf bekannte Filme. Eine kleine Kontinuität ist innerhalb der Figurenzeichnung zum Glück vorhanden und über zu viel Langeweile kann man sich eigentlich nicht beklagen, aber die Reihe nutzt sich trotzdem weiter ab und spätestens hier hätte man dann doch lieber einen Schlussstrich ziehen sollen!
 
 


 
 
 

SHARKANDO 4 – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Sharknado 4: The 4th Awakens“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

SHARKANDO 4 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray + DVD im Steelbook – auf 1000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sharknado 4: The 4th Awakens; USA 2016

Genre: Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 83 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Steelbook

Extras: Original Trailer, Trailershow

Release-Termin: Steelbook: 25.06.2021

 

Sharknado 4: The 4th Awakens [Blu-ray + DVD im Steelbook] auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SHARKANDO 4 – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sharknado – Genug gesagt! (2013)
 
Sharknado 2 (2014)
 
Sharknado 3: Oh Hell No! (2015)
 

Filmkritik: „The Banishing – Im Bann des Dämons“ (2020)

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THE BANISHING – IM BANN DES DÄMONS

(THE BANISHING)

Story

 
 
 
Die Geschichte eines jungen Vikars, der in den 1930ern mit seiner Familie in ein prunkvolles Anwesen mit düsterem Geheimnis zieht.

 
 
 


 
 
 

THE BANISHING – Kritik

 
 
Wer in den Zweitausendern bereits Horrorfan war, der hat definitiv schon den Namen „Christopher Smith“ gehört, zeichnet sich dieser britische Regisseur doch verantwortlich für den hochgelobten U-Bahn-Horror „Creep“, die höchst vergnügliche, sowie überraschend kaltschnäuzig-harte Backwoods-Torture-Dekonstruktion & Horrorkomödie „Severeance“, sowie den originellen, spannenden Zeitschleifen-Thriller „Triangle“, der nicht immer logisch verläuft, aber mit einem guten Cast und spannenden Szenario punkten kann. Alles Filme mit eigener Handschrift also, die sich technisch sehen lassen und inhaltlich auf originelle, spritzige, kurzweilige Weise punkten konnten. Wagt ein solcher, genreerprobter Regisseur sich nun an einem scheinbar allzu konventionellen Haunted-House-Streifen, Jahre nachdem der große Hype um „The Conjuring“ etc. zumindest ein wenig abgeklungen ist, erwartet man demnach also einen neuen „Severance“, einen überraschenden Film mit eigenen Ideen, alles andere jedenfalls als eine Fließbandproduktion.
 
 
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Wie unfassbar enttäuschend also, genau diese zu bekommen – denn jeglichen Esprit, jede Eigenständigkeit, aber auch nur grundlegende Idee von Grusel, Spannung, Horrorelementen oder Kurzweil geht diesem sterbenslangweiligem Totalausfall derart verloren, dass ich nicht fassen konnte, dass wir es hier mit dem selben Regisseur zu tun haben. Zugegeben, das Script wurde hier von ganzen drei unbekannten, sowie auch augenscheinlich unbegabten Autoren verbrochen und dürfte das Hauptproblem sein, nicht etwas die Inszenierung – doch diese absolut totgeguckte Geistergeschichte überhaupt in dieser Form anzunehmen und als Projekt umsetzen zu wollen, ist an sich schon fraglich. Die quälenden 97 Minuten dieses unfreiwilligen Genre-Abgesangs starten mit einer großen, alten, blutbefleckten Bibel, die von einem Vikar umgeblättert und im Gebet rezitiert wird. Es dröhnt charakterlos und gewollt unheimlich, dann hört er dumpfe Schläge und läuft in einen Raum, in dem er sich selbst sieht – dabei, wie er eine junge Frau ersticht. Aha. Lautes Telefonklingeln wird als Szenenübergang abgespielt, erzählt dabei aber nichts, John Lynch, der schon in Smiths mediokren „Black Death“ mitspielen durfte, mimt den Bischof Malachi, der zum prunkvollen Anwesen des Vorfalls anreist, und den Vikar erhängt, seine Frau ermordet vorfindet.
 
 
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„Clean all that you can, burn the rest“, lässt er es raunen, dann folgt die Titlecard und schleppend langsame Opening Credits vergehen, in dem ein älteres Paar zu Klaviermusik tanzt, die aus einem Grammophon tönt. „A Christopher Smith Film“ steht auf dem Bildschirm, aber irgendwie beißt sich der moderne HD-Look ganz gewaltig mit der angestrebten Zeit der Handlung und irgendwie hab ich nach diesen ersten sechs Minuten bereits das Gefühl, dass diese Reise sich recht ermüdend gestalten könnte. Drei Jahre später, so informiert uns eine Texttafel, zieht der Vikar Linus mit seiner Familie in die Villa ein und besichtigt sie ohne jegliche Musik. Die Tochter findet natürlich eine unheimliche Puppe, seufz, aber immerhin fallen hier bereits das gekonnte Framing, die lobenswerte Lichtsetzung, die gekonnte Cinematographie auf, da hier durch Kostüme, Tapeten, einfallendes Licht und gekonnte Schattensetzung immer wieder Bilder geschaffen werden, in die man zu gern eintauchen würde. Was in dieser hübsch eingefangenen Langeweile erzählt wird ist dabei nur derart generisch und oft gesehen, dass es schnell in den Hintergrund rückt.
 
 
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Marianne würde gerne mit ihrem Mann schlafen, dieser aber „braucht Zeit“ und hat Schuldgefühle Gott gegenüber, in einer ästhetischen, aber ebenfalls klischiert inszenierten Sequenz wird Marianne beim Kämmen beobachtet und lünkert durch die Wand sich selbst an, in dem altertümlichen Flur einer Psychiatrie umherlaufend. Von Jumpscares, einer wahren Bedrohung, subtil aufgebauter Atmosphäre, Rätsel- oder Verlaufsspannung zu dem Zeitpunkt keine Spur, aber wir befinden uns ja auch keine 20 Minuten im Film. Linus gibt, wie erwartet, den Rationalisten und redet von Mäusen oder Ratten, die für die Stimmen und Visionen verantwortlich sein sollen, dann startet durch einen letzten Charakter der „eigentliche Plot“. Denn abseits zahlreicher WWII-Anspielungen inkl. Propaganda im Kino und mehrerer Dialogfetzen über die Ausweglosigkeit der Situation, die sich nie sinnvoll in den Film fügen oder wirkliche Aussagekraft besitzen, darf Sean Harris, bekannt etwa aus Prometheus, Mission Impossible oder Harry Brown, sich noch als pseudomysteriöser Heide mit femininen Touch blamieren, der erzwungene Konfrontationen mit Linus heraufbeschwört um auch nur irgendein Konfliktpotential in den Film zu bringen. Das einzig fehlende Element, das vielleicht noch für irgendeine Anspannung oder Fragezeichen sorgen konnte, wird nun in Rekordzeit auch noch ausbuchstabiert, das Haus ist auf den Ruinen eines alten Ordens gebaut, der natürlich an Folter und das Bestrafen von Sündern geglaubt hat, Unrecht ist geschehen, yadda yadda, jetzt spukt es halt.
 
 
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Die Hintergrundgeschichte wurde also erzählt, die Stimmen und komischen Geräusche wurden etabliert, der scheinbare Antagonist offenbart, was gibt es jetzt noch über 70 Minuten lang zu tun? Zeit füllen, ganz einfach. Durch ein Kind, das ganze drei Mal verloren geht und unpointiert wieder auftaucht, durch ganze drei Szenen in denen im Dunkeln mit Taschenlampe durch den Keller gelaufen wird, durch ganze drei Szenen auch, ich lüge euch nicht an, in denen die belanglose, unoriginelle und oft gehörte Hintergrundgeschichte um irgendwelche Mönche, Erbsünden oder falsch gelagerte Kadaver durchgekaut, vertieft und wiederholt wird. Zieht man diese Szenen ab, hat man einen blassen und langweiligen, generischen Horrorfilm mit hübschen Bildern und ohne jegliche Herausstellungsmerkmale, so aber wird „The Banishing“ durch massive Repetition und Überlänge tatsächlich zum Ärgernis. Im alten Spiegel gibt es einen erwarteten, aber halbwegs funktionierenden Schreckmoment, auch bannt der Film nach etwa einer geschlagenen Stunde Laufzeit tatsächlich so etwas wie ein alptraumhaftes, gruseliges Bild zwischen seine austauschbaren Dialoge – doch für diese zwei Stellen gelungenen Horrors hagelt es auch unfreiwillig komische Momente mit schlechten Dialogen, schlechten Reaktionen und unglaubwürdigem Schauspiel.
 
 
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Linus macht im Laufe des Films natürlich einen „Shining“-Verlauf inklusive Eifersucht, lauten Ausrastern und einschleichendem Wahnsinn durch, der wenig bedrohlich, spannend oder überzeugend gespielt ist, die Tochter baut kommentarlos einen Kellerraum mit kapuzetragenden Kultisten in ihr Puppenhaus, der Doktor verstummt ganz plötzlich und mysteriös, sobald er von der Adresse des geplagten Paares erfährt, wie in jedem Horrorfilm.
Nach etwa 50 Minuten war der Zeitpunkt gekommen, an dem ich innerlich mit diesem Film abgeschlossen habe, als weitere ungruselige Schluchzer und Schreie aus der Klischeekiste in die Wohnung gedröhnt sind, nur um weitere dunkle Ecken abzulaufen. Gezwungene Nazi- Verbindungen zu den offensichtlichen Antagonisten helfen niemandem, subtile Andeutungen in den Dialogen sind auch nicht genug, wenn es keinen subtilen Horror oder irgendeine Art von Anspannung gibt, die nicht von der Überlänge des Films selber, seiner fehlenden Eigenständigkeit oder dem endlosen Überprüfen der Laufzeit herrühren.
 
 
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Das totlangweilige Editing, unmotivierte Colourgrading und die Trivialität, mit der hier prinzipiell vielleicht mal gruselig gewesende Tropen, die aber durchaus noch funktionieren könnten, inszeniert, nein, lieblos abgefilmt werden, sind dabei der endgültige Todesstoß – so etwa, wenn das Auftauchen einer prinzipiell tödlichen Entität mit einem alltäglichen „Have you seen a monk?“ abgetan wird, oder ein absurdes Konzept, das anfänglich wie eine falsche Fährte wirkte, später wirklich als „Grund“ oder Teil des Plots angeführt wird. Ein Haunted House, das Leute warum auch immer korrumpiert, in den Wahnsinn stürzt oder umbringt, ist seit etwa 200 Jahren im Horror etabliert und bedarf deutlich mehr als ein paar hübscher Bilder, um Zuschauer jetzt noch zu locken – erst Recht, wenn eine Stunde in dieser unoriginellen Suppe drin noch immer neue Exposition, dafür am Ende nicht einmal ein vernünftiges Finale folgt. „This House is cursed, Mrs. Forster“ – nach 75 Minuten Laufzeit, als sei das nicht allen schon von Beginn an klar gewesen. So sehr gelangweilt habe ich mich zuletzt bei „Inner Ghosts“ z.B., gerade im dritten Akt, was für ein überlanger, quälend spannungsloser, belangloser, unorigineller, endlos kopierender, konfrontationsloser Bockmist, bar jedes Mehrwerts, jeder Existenzberechtigung. Eine handvoll hübscher Aufnahmen und ein pseudomotiviertes Ende mit „Hänschen Klein“-Soundtrack retten hier überhaupt gar nichts mehr.
 
 


 
 
 

THE BANISHING – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
Herr, hab Erbarmen. Religiöser Haunted-House-Standardhorror mit guten Bildern und inhaltichen Abgründen der Unoriginalität. Für wirklich niemanden zu empfehlen.
 
 


 
 
 

THE BANISHING – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Banishing – Im Bann des Dämons“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Die Freigabe ist gerechtfertigt, denn hinter diesem Gruselstreifen verbirgt sich eher subtiler Schauer und kein Splatter-Spaß.
 
 
 


 
 
 

THE BANISHING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Banishing; Großbritannien 2020

Genre: Horror, Grusel, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 97 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase

Extras: Original Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 24.06.2021

 

The Banishing – Im Bann des Dämons [Blu-ray im KeepCase] auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE BANISHING – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Inner Ghosts – Schlüssel zur Hölle (2018)
 
The Awakening (2011)
 
The Turning (2020)
 

Filmkritik: „The Rookies“ (2019)

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THE ROOKIES

(SU REN TE GONG)

Story

 
 
 
Versehentlich gerät der Extremsportler Zhao in ein illegales Handelsgeschäft und wird fortan als Geheimagent von einer ominösen Organisation benutzt.

 
 
 


 
 
 

THE ROOKIES – Kritik

 
 
Seit „James Bond“ in regelmäßigen Abständen die Kinoleinwände besucht, ist der Agententhriller aus dem Mainstream-Blockbuster-Segment nicht mehr wegzudenken. Ab und zu gesellen sich dann auch auf amüsant getrimmte Ableger wie z.B. „Kingsman“ hinzu. Genau in eine solche Kerbe möchte auch der chinesische „The Rookies“ schlagen. Das Ergebnis wäre vielleicht noch halbwegs brauchbar gewesen, wenn es nicht so gnadenlos albern und pubertär wäre.
 
 
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Der junge Zhao gibt sich am liebsten seiner Leidenschaft, dem Extremsport hin und klettert auf die höchsten Hochhäuser. Nach einer solchen Aktion gerät Zhao allerdings plötzlich in eine geheime, illegale Geschäftsaktion, bei welcher es um einen Kauf von wertvollem Gut geht. Da er sich der Situation verblüffend gut stellt, wird er danach sofort von einer geheimen Agentin namens Bruce angeheuert. Zusammen mit einem eigens dafür kreierten Team, soll Zhao den Untergang der Welt aufhalten, denn ein verrückter Bösewicht hat teuflische Pläne.
Das Drehbuch ist vollkommen naiv und wirkt zu jedem Zeitpunkt kindlich. Wobei es wohl selbst einem Kind leichter fallen sollte, sich kreativere Zutaten auszudenken. Wenn da von einem Mr. X und einem Kelch, der ewige Jugend bringen soll, gesprochen wird, fragt man sich echt, ob „The Rookies“ von 2019 ist oder nicht doch eher aus dem Jahre 1970 stammt. Der Rest der Handlung ist nicht weiter der Rede wert und verpulvert jedes halbwegs gängige Klischee, welches man aus solchen Agenten-Streifen kennt. Originell ist das nicht, doch es ist zudem dermaßen einfallslos geschrieben, dass einem bereits am Drehbuch die Freude an diesem Werk vergehen kann.
 
 
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Wenn man es dann noch mit höchst albernem Humor zu tun bekommt, ist das Maß endgültig voll. Von den Japanern ist man dies ja gewohnt, aber die Chinesen besitzen oftmals noch eine gewisse Bodenständigkeit. Bei „The Rookies“ ist das nicht der Fall. Man kommt sich vor wie in einer Mischung aus späteren Direct-to-Video-Ablegern von „American Pie“ und einem reinen Kinderfilm. Hier und da darf es mal ein wenig schlüpfrig werden, was wahrscheinlich humorvoll gedacht war, aber nur peinlich wirkt. Ansonsten schielt der Humor gnadenlos in Richtung Kinderunterhaltung und verursacht damit am ehesten Kopfschmerzen. Dass „The Rookies“ dann sogar eine deutsche Freigabe ab 16 Jahren besitzt, setzt dem Ganzen die Krone auf. Abgesehen von ein wenig vergossenem Blut, ist das Treiben nämlich echt harmlos. Wenn man dann auch noch versucht ein paar ernste Szenen zu entwickeln, könnte das Ergebnis kaum unglaubwürdiger sein. Jungs in der Pubertät können dieser viel zu gewollten Coolness vielleicht noch etwas abgewinnen, aber der Erwachsene schaut damit völlig in die Röhre. Leider kommt die Atmosphäre nämlich ohne den Hauch von Charme daher. Einfach alles an dem Film wirkt erzwungen und künstlich.
 
 
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Die Darsteller haben da quasi von vornherein verloren und begeistern kann hier niemand. Wang Talu quält sich albern durch den Film ohne jemals überzeugen zu können. Sandrine Pinna wirkt mit ihrer Leistung auch eher unentschlossen, was jedoch an der absolut unglaubwürdigen Figurenzeichnung liegt. Keinem Charakter kauft man es ab, was er hier darstellen soll. Eigentlich ist jede Figur sowieso nur dafür konstruiert ein paar Lacher zu provozieren. Humor ist Geschmackssache und vielleicht findet das chinesische Publikum das ja witzig, aber die Gags sind wirklich dermaßen platt, billig und pubertär, dass keine Freude aufkommen mag. Um den Rest der Welt auch noch etwas für „The Rookies“ begeistern zu können, hat man Milla Jovovich in einer anfangs gar nicht mal so kleinen, aber später unwichtigen Rolle für sich gewinnen können. Mit Jovovich macht man im Actiongenre bekanntlicherweise nicht viel verkehrt, aber sie wirkt hier noch gelangweilter, als ein Bruce Willis in seinen B-Movies.
 
 
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Dass „The Rookies“ am Ende doch noch drei, objektiv gemeinte Punkte erhält, liegt an der sauberen Inszenierung. Dass der Film nicht gerade mit wenig Aufwand realisiert wurde, sieht man nämlich deutlich. Die Inszenierung ist zwar fast durchgehend hektisch und knallbunt, übertreibt es mit den coolen Slow-Motions und hat keine Action zu bieten, die man woanders nicht schon besser gesehen hätte, aber sie besitzt einen gewissen Style und bietet ein paar hübsche Bilder. Die meistens recht künstlichen Effekte besitzen ebenfalls Qualität und aus handwerklicher Sicht lässt sich hier durchaus nicht meckern. Dazu gesellt sich ein solider Score und es ist wirklich ständig etwas los. Wenn man den Grundton vom Film mag, kann man sich also gar nicht langweilen. Wenn man ihn nicht mag, quält man sich durch fast zwei Stunden Laufzeit, die niemals Spannung aufkommen lassen.
 
 


 
 
 

THE ROOKIES – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
„The Rookies“ wäre wohl gerne eine Variante von „Kingsman“ und versucht eine altmodische Agentenstory in ein hypermodernes Gewand zu stecken, scheitert aber schon alleine aufgrund der wahnsinnig unoriginellen Ideen. Außerdem ist der Humor hier wirklich zu viel des Guten. Es geht albern, hektisch, hysterisch, schrill, pubertär zur Sache und das Ergebnis will so gar keine Freude aufkommen lassen. Die Figurenzeichnung ist unsympathisch, die Darsteller können echt nichts aus diesen doofen Charakteren machen und nicht mal eine Jovovich bietet hier Qualität. Die Action sieht solide aus und aus handwerklicher Sicht kann man dem Werk definitiv keine Vorwürfe machen, aber der gesamte Rest ist für die Tonne. Wenn man sich nicht gerade im Alter von 8 bis 12 Jahren befindet, wird man mit diesem lächerlichen, fast debilen Ton sicher wenig anfangen können. Ein gänzlich lieblos gestaltetes Produkt, dessen Sinn man wohl erst noch erfinden muss!
 
 


 
 
 

THE ROOKIES – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Rookies“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE ROOKIES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Su ren te gong; China | Ungarn 2019

Genre: Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 113 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase

Extras: Original Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 22.07.2021

 

The Rookies [Blu-ray im KeepCase] auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE ROOKIES – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Eurovideo Medien)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Kingsman: The Secret Service (2014)
 
Spy Kids (2001)
 

Filmkritik: „Memoir of a Murderer“ (2017)

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MEMOIR OF A MURDERER

(SALINJAUI GIEOKBEOB)

Story

 
 
 

Ein mit Alzheimer diagnostizierte Tierarzt, der eine mörderische und tragische Vergangenheit verbirgt, versucht in den letzten Wochen klaren Verstandes noch einem anderen Serienkiller das Handwerk zu legen, der ausgerechnet seine Tochter im Visier hat.

 
 
 


 
 
 

MEMOIR OF A MURDERER – Kritik

 
 
 
Nachdem die – ebenfalls koreanische – Thrillerkomödie „A Hard Day“ mich ohne viel Hype und ohne allgemein vorher etwas von dem Film gehört zu haben, positiv überraschen konnte, war es beim nächsten Titel hingegen umgekehrt – bekannt war mir Kim Young-has Roman „Aufzeichnungen eines Serienmörders“ von 2013 bereits, mit seiner prägnanten Würze und genialen Prämisse, wenn auch nur durch Empfehlungen anderer Leute und nicht vom eigenen Lesen. Doch als dann auch noch der Film in ähnlich hohen Tönen gelobt und als zukünftiger Kult- Klassiker erwähnt wurde, bin ich doch hellhörig geworden, und wurde – zumindest nach der erstmaligen Sichtung der Kinofassung – doch etwas enttäuscht. Denn auch wenn sich dieser knapp zweistündige Serienkiller-Thriller dank meiner fehlenden Kenntnis der Vorlage nicht mit diesem Vergleich herumschlagen muss, so doch sehr wohl mit anderen zeitgenössischen, koreanischen Thrillern aus diesem und dem letzten Jahrzehnt und stellt man die Ermittlungen, Bilder und Spannungen neben einen „Memories of Murder“ z.B., so werden sowohl Ähnlichkeiten, als auch Pacing-Probleme sichtbar, die mir in diesem Genre sonst eher selten auffallen.
 
 
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Es beginnt mit einem älteren Herren im Schnee, der vor einem Tunnel im Wind steht. Sein Voiceover startet, vor drei Monaten wurde Demenz diagnostiziert – also ja, der Protagonist ist tatsächlich der titelgebende Serienkiller, dessen Erinnerung schwindet – und der aber nicht nur Panik kriegt, wenn Frauenleichen auftauchen, da er es selbst gewesen sein könnte – sondern der auch noch aktiv versucht einen anderen, aktiven Serienkiller dranzukriegen, welcher Polizist ist und seine Tochter datet. Mit einer solch gewitzten Prämisse voll Konfliktpotential und deutlich mehr Farbe, Charakter und eigener Handschrift als „A Hard Day“ war mir eigentlich klar, dass dieser Thriller von „The Suspect“ Regisseur Won Shin-yeon leichtes Spiel bei mir haben würde, doch tatsächlich wirkte das Projekt auf mich wie die Versatzstücke anderer, besserer und vor allem konzentrierterer Filme, aneinandergestückelt.
 
 
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Das soll nicht heißen, dass die Tonalitäten sich beißen, der Film unausgereift ist oder nicht aus einem Guss wirkt, sondern viel eher, dass die Thrillerkomponente der Killerhatz, die Konfrontationen und Verfolgungsjagden, das stille, leise, tragische Charakterdrama über einen Vater, der langsam seine Persönlichkeit und Verbindung zu seiner Tochter verliert und die schwarzhumorige Geschichte um einen sehr menschlichen Killer, der Gutes tun will aber im Alltag scheitert allesamt einen eigenen Film wert wären und bestens im jeweiligen Genre funktionierten, ich so aber keinen herausragenden Eigenwert in irgendeinem dieser Felder bekommen konnte, einfach weil die Zeit gefehlt hat.
 
 
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So großartig vom Hauptdarsteller gespielt, hübsch gefilmt, teilweise nahezu atemberaubend inszeniert, spannend, hier und da gar witzig und dabei zu jeder Sekunde geerdet und menschlich dieses Thrillerdrama also auch ist, so gerne hätte ich einen konzentrierteren Film gesehen, der einen Aspekt dieser prinzipiell faszinierenden Handlung besser ausarbeitet, oder aber schlichtweg mehr Zeit hat. Der Director’s Cut hat das bessere Ende und ist laut Beitrag im Portal schnittberichte.com definitiv lohnenswerter als die Kinofassung, mehr als acht Punkte wären aber vermutlich auch dann nicht drin.
 
 
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MEMOIR OF A MURDERER – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Technisch großartiger Thriller mit guten Schauspielern und spannender Vorlage, der für mich zu unfokussiert in seine drei Richtungen ausgeschlagen ist. Für Thriller/Serienkillerfans aber trotzdem eine Empfehlung in der längeren Fassung. Letztere befindet sich nur in der limitierten Mediabook-Sonderveröffentlichung aus dem Hause Busch Media Group.
 
 
 


 
 
 

MEMOIR OF A MURDERER – Zensur

 
 
 
„Memoir of a Murderer“ wurde von der FSK für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben und ist komplett ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

MEMOIR OF A MURDERER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Busch Media Group (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Busch Media Group (2 Blu-rays im Mediabook mit Kinofassung und längerem Director’s Cut)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Kkeut-kka-ji-gan-da; Südkorea 2017

Genre: Thriller, Action, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Koreanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 118 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Trailer-Show, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Memoir of a Murderer im Director’s Cut auf Blu-ray, Booklet

Release-Termin: KeepCase + Mediabook: 04.06.2021

 
 

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MEMOIR OF A MURDERER – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Abbildungen stammen von Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Memories of Murder
 
Oldboy (2003)
 
Parasite (2019)
 

Filmkritik: „Honeydew“ (2020)

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HONEYDEW

Story

 
 
 

Schauspieler Sam und seine Freundin, die Botankerin Riley, fahren für eine Forschungsarbeit über den Ausbruch eines agressiven Mutterkornpilzes aufs Land, stranden aber ungewollt im Haus der allzu freundlichen, alten Farmerin Karen…

 
 
 


 
 
 

HONEYDEW – Kritik

 
 
 
Das Debütwerk des offensichtlichen Horror- und Arthousefans Devereux Milburn wurde sehr durchwachsen aufgenommen und dabei einheitlich für seine Technik und Optik gelobt, dafür aber auch im Scriptdepartment oftmals heftig kritisiert – nach 108 erwartungsreichen, zu Beginn höchst vergnüglichen Minuten Indiehorror kann ich auch absolut verstehen, wieso dem so ist.
 
 
„Do you not know that our bodies are temples for the holy spirit?“
 
 
Nach einem leicht arthousigen Intro folgen Szenen einer Beerdigung, dann sehr kryptische bis zumindest uneindeutige, mysteriöse, erste Minuten in denen bereits unübliche Klopfgeräusche und Stöhner, prominent Klingen und Gläser und platzende Blasen, die fast an Hyperpop-Songs erinnern, im Soundtrack benutzt werden und für eine aufwühlende, verschrobene, angespannte Atmosphäre sorgen, ohne dass man narrativ überhaupt folgen könnte. Riley schaut eine alte Dokumentation über den Schädling, über den sie ihre Arbeit schreibt, Sam übt seine Zeilen. Simple Szenen wie diese peppt der Film teilweise durch Splitscreens, verwirrend überlappendes Editing oder ähnliche Spielereien auf, treibt es dabei aber nicht zu weit.
Nach acht trippigen Minuten mit super kreativen und originellen Sounds und leichtem „The Rambler“-Feeling wird das Pärchen nun erst von einem undurchsichtigen, jungen Typen auf einem Fahrrad beäugt, entscheidet sich dann auf einem Grundstück ihr Zelt aufzuschlagen, das leider nicht so öffentlich ist, wie es zu sein scheint. In einer hübschen Einstellung mit Scheinwerferlicht reden sie nun mit dem stoffeligen Eulis, der sie auf ein Motel im Norden hinweist, doch der Wagen will natürlich nicht mehr anspringen. Für ein paar Sekunden setzen wohlig altmodische Orgel-Synthies ein, dann brilliert auch schon das super überfreundliche, verschrobene, authentisch altersschwache und genau so charismatische wie unangenehme Schauspiel von Barbara Kingsley, – eine Performance, die mich am meisten an die geniale Dinnersequenz aus „I’m thinking of ending things“ erinnert hat – die die beiden natürlich bei sich aufnimmt, bekocht und eine Übernachtung anbietet.
 
 
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Ein älterer, schweigender Typ im Rollstuhl mit Bandage am Kopf isst Zitronen mit Salz oder Zucker als wären es Chips, Weihnachtsmusik spielt von einem alten Band, die Beleuchtung und Einstellungen sitzen, es pocht und flüstert und knirtscht und klopft im Soundtrack, der versprochene, leicht halluzinogene, sich gefühlt steigernde Fiebertraum, den ich erhofft habe, setzt wirklich ein. „Gunni“, so der Name des Bandagierten, schüttelt sich und fängt an zu bluten, Smalltalk gibt es keinen, das Gespräch über den hilfsbereiten Nachbarn, der zum Abschleppen vorbei kommen soll, zögert sich heraus und verläuft im Nichts, da scheinbar kein Nachbar auftaucht. Sam, der aufgrund seines Cholesterinwertes eine strenge Diät eingehalten hat bisher, plündert nachts den Kühlschrank und gönnt sich seine dicke Ausnahme, Gunni setzt sich dazu, beide gucken alte Animationen, Popeye und Max Fleischer Cartoons werden sehr häufig in den Film geschnitten. Weitere düstere Atmosphäre und etwas Recherche von Riley, Goony versucht zu reden, dann folgt eine surreale Alptraumszene in einer natürlich belichteten Scheune, mit einem derben Effekt und durchaus packender Inszenierung. Eine weitere Vordeutung für kommendes Grauen? Als Sam zurück in den Raum kommt, fehlt seine Freundin und er macht sich nachts, alleine, im dunklen Feld, auf die Suche nach ihr…
 
 
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Was ich bis hierhin wiedergegeben habe klingt vielleicht wie der erwartete Standardverlauf der ersten Hälfte eines 2000er-Standardslashers á la „Timber Falls“, mit naiven Protagonisten und generischen Fanatikern auf dem Land oder im tiefen Wald, stellt aber tatsächlich fast die gesamte erste Stunde dieses 2020er-Horrors mit Kunstansprüchen dar – und funktioniert aber trotzdem! Wenn „Honeydew“ an einer Stelle nämlich nicht leidet, dann ist es sein Aufbau – die gesamte erste Stunde konnte mich packen, unterhalten, neugierig machen und hat vermutlich genau so funktioniert, wie intendiert – zwar wird hier auf Plotebene auch nur Altbekanntes aufgetischt, doch die Inszenierung, das Tempo, der liebevoll-langsame Aufbau und gerade der unerwartet eigenwillige Soundtrack lassen die Zeit recht schnell vergehen, werten diesen sehr hübsch fotografierten Film stetig auf und lassen eine unheilvolle, düstere, erwartungsvolle Atmosphäre aufkommen, auf die nach 20 Jahren Standardhorror mit altbekannten Sadisten, Sekten, Fanatikern, Mutanten und Kannibalen jetzt doch sicherlich mal etwas Neues, oder zumindest subversiv anders gefärbtes folgen dürfte, oder?
 
 
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Aber nein, denn wenn „Honeydew“ ein Problem hat, und das hat er, dann ist es die unglaubliche Belanglosigkeit, Unoriginalität und Vorhersehbarkeit des gesamten dritten Aktes, der im Gegensatz zum Rest des Films nicht an Rätsel- oder Verlaufsspannung, Mysterien oder Fragezeichen interessiert ist, sondern mit einem einzigen, statischen, wenig beeindruckenden Setting und gefesselten Protagonisten ein belangloses und erbärmlich oft gesehenes Szenario und Finale runterspult, das selbst anno 2004 kaum noch jemanden mitgerissen hätte, seinerzeit aber zumindest nicht negativ aufgefallen wäre.
Lange Zeit hält der Film seine Karten also sehr nahe bei sich, übt sich in Andeutungen und Atmosphäre und weiß damit zu unterhalten, ganz ohne Jumpscares oder Gore oder allzu exzessives Editing, doch alles was zu Beginn noch spannend und neu war wird in Rekordzeit überbenutzt, nervig, repetitiv, enttäuschend und ultimativ gar prätentiös, da eine maximal simple Prämisse und Story derart aufgeblasen und rätselhaft aufgebaut wird, dass die Enthüllung nur umso enttäuschender sein kann. Unverständliches Charakterverhalten so wie ein waschechter Deus-Ex- Machina Moment aus der Mottenkiste der Genrefilmrettungen gesellen sich dazu, auch ein viiieeell zu sehr in die Länge gezogenes, auf den Teufel raus möglichst zynisches, langweiliges Ende kann da nichts mehr ausgleichen. Sieben bis Acht Punkte für die erste Hälfte bzw. Stunde also, denn hier kann man wirklich von gelungener, moderner Horrorkost mit eigenen Ideen in der Inszenierung sprechen, doch alles danach ist für jeden Genrefan leider nichts als reine, belanglose Routine.
 
 
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HONEYDEW – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
Honeydew hat das belanglose Standardscript eines beliebigen 2000er-Horrorfilms, aber weiß die erste Stunde durch gekonntes Editing, einen wilden Soundtrack, eine starke Performance und gute Bilder ordentlich aufzuwerten. Jammerschade um die Technik, die Weihnachtsmusik, die Gimmicks und die Kameraarbeit also, dass nichts von Substanz hängen bleiben wird.
 
 
 


 
 
 

HONEYDEW – Zensur

 
 
 
„Honeydew“ wurde von der FSK für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben und ist komplett ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

HONEYDEW – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-On New Media (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Honeydew; USA 2020

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer-Show, Trailer

Release-Termin: KeepCase: 25.06.2021

 
 

Honeydew [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

HONEYDEW – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Abbildungen stammen von I-On New Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Timber Falls (2007)
 
What the Waters Left Behind (2017)
 
Escape from Cannibal Farm (2017)
 
Dark Paradise (1988)
 
Spell (2020)