Die neusten Horrorfilme getestet: Slasher, Folterfilme, Thriller, Splatterfilme, Gruselfilme. ☣☣☣ Wir stellen Euch die besten Horrorfilme vor ☠☠☠.

Beiträge mit Schlagwort “Folterfilme

Filmkritik: „The Bad Man“ (2018)

the-bad-man-2018-poster
 
 
 

THE BAD MAN

Story

 
 
 

Ein morbider Filmalbtraum aus Sex und Gewalt: Ein Paar bekommt es mit einem Psychopathen zu tun, der sie im eigenen Heim terrorisiert und erniedrigt.

 
 
 


 
 
 

THE BAD MAN – Kritik

 
 
 
Man stelle sich vor: es ist Weihnachten, man hat es sich richtig gemütlich zu Hause gemacht und will gemeinsam die Feiertage verbringen. Da klingelt es an der Haustür und ein Fremder bittet um Hilfe. Leider ist der Unbekannte aber nicht auf Frieden aus, sondern verfolgt nur ein Ziel: irgendwie in die Wohnung seines Opfers kommen und es darin terrorisieren. Ein Albtraum, den nun schon so einige Filmschaffende zum Thema ihrer Schocker gemacht haben. Da gab es FUNNY GAMES, der ähnliches Szenario abspielte und ganz nebenbei den Zuschauer als heimlichen Mittäter filmischer Grausamkeiten entlarvte. Aber auch im kommerziellen und glattgebügelten KNOCK KNOCK musste Schauspieler KEANUE REEVES schnell feststellen, dass nicht jede Schönheit ein Engel ist, der um Hilfe bettelnd an der Haustür steht. Der ließ zwei attraktive Damen ins sichere Heim, ohne zu ahnen, dass er da das personifizierte Böse in die eigenen vier Wände geholt hat. Heutzutage kann man eben niemandem mehr trauen.
 
 
the-bad-man-2018-bild-4
 
 
Das Home-Invasion-Genre erlebt seit Jahren ein Revival und scheut nicht davor, den Zuschauer mit polarisierenden Inhalten zu konfrontieren. Dabei gilt die Devise: je härter desto besser, denn offenbar erhalten Filme nur noch dann Aufmerksamkeit, wenn sie mit möglichst kontroversen Inhalten aus der Masse an Horrorkram hervorstechen können. Das gelang einigen Streifen immerhin ganz gut, weshalb nun auch der amerikanische Regisseur SCOTT SCHIRMER versucht mit genannter Erfolgsformel Zuschauer zu gewinnen. Der erhielt durch seinen brutalen Erstling vor einigen Jahren viel Lob in der Horrorszene, weil er mit dem etwas anderen Coming-of-Age-Film FOUND vor allem durch Extreme in Erinnerung blieb. Nun will es das kreative Multitalent ein weiteres Mal wissen und hat einen Horrorfilm gedreht, mit dem er abermals anecken wird. THE BAD MAN nennt sich das Terrorstück, das dem Mainstream-Publikum souverän den Mittelfinger entgegenstreckt und zweifelsohne polarisieren will. Diesmal geht es Schirmer aber etwas anders an. Der verzichtet weitestgehend auf Brutalitäten und macht eher von psychologischer Gewalt Gebrauch. Wer meint, dass das harmlos ist, irrt gewaltig. THE BAD MAN ist kein Kinderfasching.
 
 
the-bad-man-2018-bild-2
 
 
Eine Geschichte über sexuelle Devianz: Eigentlich wollten Mary (ELLIE CHURCH aus HEADLESS und HARVEST LAKE) und PJ (JASON CROWE aus KILL, GRANNY, KILL!) nur das alte Hotel der verstorbenen Großmutter auf Vordermann bringen und das Weihnachtsfest gemeinsam darin feiern. Doch ganz unverhofft kloppt es an der Tür und ein Gast (ARTHUR CULLIPHER aus FOUND) fragt nach einem Zimmer. Kein Problem für Mary. Die lässt den Fremden herein, bezieht ein Bett und kocht für den Durchreisenden Spaghetti. Leider hat man keinen Schimmer, wenn man sich da ins Haus geholt hat. Gast Lawrence ist nämlich ein ganz durchtriebener Psychopath. Der kleistert sich Schminke ins Gesicht, überfällt die neuen Hoteleigentümer und spielt als Clown mit seinen Opfern perverse Spiele. Mary muss sich in ein Puppenkostüm zwängen und PJ soll fortan als Hund sein Dasein fristen. Was folgt, ist für das Paar eine Tortur. Der im Titel angesprochene Peiniger denkt sich nämlich nicht nur abartiger Dinge aus, um den Willen seiner Opfer brechen zu können. Ach die sexuelle Dominanz über die Gepeinigten lässt den Psychopathen zu Hochtouren auffahren. Harter Tobak – nicht nur für die Leidtragenden.
 
 
the-bad-man-2018-bild-1
 
 
Hilfe, ist das ein Amateurfilm? Nicht ganz. Auch wenn THE BAD MAN recht günstig ausschaut, handelt es sich hier um eine routiniert durchinszenierte Produktion von Jemanden, der sein Handwerk versteht. Bei den Darstellern handelt es sich um richtige Schauspieler und auch hinsichtlich psychischer Gewalt hat Regisseur und Drehbuchautor SCOTT SCHIRMER weder Kosten noch Mühen gescheut, um Zuschauer wie Protagonisten durch die Hölle gehen zu lassen. THE BAD MAN ist keine Schlachtplatte. Mit allergrößter Ruhe frisst sich hier psychischer Terror nahezu minütlich durch eine rudimentäre Handlung, die in einem grotesken Finale mündet, wie man es schon lange nicht mehr auf der Mattscheibe zu sehen bekommen hat. Was unsere Helden nämlich nicht wissen ist, dass sie unter den Mitgliedern einer obskuren Fetisch-Organisation versteigert werden sollen. Bis die Handlung jedoch ihren Höhepunkt erreicht hat und die Auktion beginnen kann, werden die Opfer erst einmal ausreichend schikaniert, gedemütigt und psychisch gequält. Eine anstrengende Angelegenheit für die Gequälten genauso wie für den Zuschauer. Weil THE BAD MAN nämlich fast keinen Spannungsbogen besitzt fühlen sich die quasi aneinander gereihten Perversionen ziemlich unerträglich an. Dabei vermischt SCOTT SCHIRMER psychologische Gewalt mit Sex in einem Fetisch-Kontext, der nicht Jedermanns Sache sein dürfte.
 
 
the-bad-man-2018-bild-3
 
 
In Interviews gab Schirmer einige interessante Hintergründe zum Film bekannt, den er mithilfe einer Crowdfunding-Kampagne auf KICKSTARTER fertigstellen konnte. Wieder einmal besetzte er Rollen mit Schauspielern, mit denen er bereits zuvor gedreht hatte. Eine sichere Bank für den Filmschaffenden, dem nur zehn Tage Drehzeit zur Verfügung standen, um den vierten Langfilm auf Zelluloid bannen zu können. Interessanterweise hat THE BAD MAN trotz Quälthematik Hintergrund. So gab Schirmer zu verstehen, dass er nicht nur im Filmfach, sondern auch Soziologie studiert habe. Schaut man sich dessen Werke mit diesem Hintergrund erneut an, macht vieles Sinn. Fast alle bisherigen Werke handeln von sexuellem Verlangen – meist in Verbindung mit Gewalt. Auf die Frage nach dem Grund, erklärte Schirmer, dass ihn eben beides fasziniert und er es deshalb ergründen möchte. Ein interessanter Ansatzpunkt, der auch in THE BAD MAN aufgegriffen wird. Darin setzt er seine Erkundung der dunklen Seite von Sex und Sexualität fort, die er bereits in FOUND begonnen hatte. Experimentalfilm-Liebhaber und Fans obskurer Filmexperimente wird das freuen. Der breiten Masse ist das aber nix. Die dürfte mit THE BAD MAN so gar nichts anfangen können. Dafür ist der Streifen einfach zu speziell.
 
 
the-bad-man-2018-bild-5
 
 


 
 
 

THE BAD MAN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Obskurer Terrorfilm mit Fetisch-Elementen, der so einige Zuschauer verstören wird. THE BAD MAN ist ein grotesker Psychotrip, der vor allem durch eines in Erinnerung bleibt: der Freude am Demütigen und Quälen von Menschen. Damit verbringt der Film knapp 90 Minuten, bevor er seine Opfer aufatmen lässt. Das mag sich für Fans zweifelhaft brutaler Horrorfilme erstmal interessant anhören. Aber die werden hier so ziemlich enttäuscht die Glotze abschalten. THE BAD MAN besteht fast ausschließlich aus einer Aneinanderreihung von Szenen, in denen die Opfer psychisch gebrochen werden sollen und dadurch dem Wahnsinn verfallen. Dabei fällt vor allem die Kombination aus Sex mit psychologischer Gewalt ins Gewicht. Bis auf das fast schon surreal anmutende Ende, gibt es im Film keine physische Gewalt zu sehen. Stattdessen wird der Zuschauer auf eine beinahe schon befremdliche Reise sexueller Abnormitäten geschickt, die einmal mehr zeigt, dass sich Menschen immer noch wie Tiere verhalten, wenn es um Sex geht.
 
 
 


 
 
 

THE BAD MAN – Zensur

 
 
 
THE BAD MAN ist keine Gewalt- und Ekelgranate. Der Horror und die Folter hier ist eher psychischer Natur. Beide Opfer werden im Film vergewaltigt. Das wird aber nur angedeutet – nicht explizit gezeigt. Erst am Ende fließt etwas Blut. Ein Kopf wird eingeschlagen und Munition eines Gewehrs bohrt sich durch Körper. Hierzulande könnte THE BAD MAN ungeschnitten mit rotem FSK-Flatschen in die Händlerregale kommen. Anbieter INDEED FILM will den Film im Februar 2019 nach Deutschland bringen. Die FSK-Prüfung steht jedoch noch aus.
 
 
 


 
 
 

THE BAD MAN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei INDEED FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hate Crime (2013)
 
Funny Games (1997)
 
In Their Skin (2012)
 
Kidnapped (2010)
 
Bajo la Rosa (2017)
 

Advertisements

Filmkritik: „Scarecrows“ (2017)

scarecrows-2017-poster
 
 
 

SCARECROWS

Story

 
 
 

Vier Freunde laufen beim Badeausflug dem personifizierten Bösen in die Arme.

 
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Kritik

 
 
 
Was erwartet man eigentlich von einem Film mit dem Titel SCARECROWS? Vermutlich in erste Linie ein Creature-Feature, in denen boshafte Vogelscheuchen nach dem Leben ahnungsloser Menschen trachten. Manchmal kann aber so ein vielversprechender Titel auch ein gemeiner Blender sein, wie der vorliegende Film beweist. Der von STUART STONE inszenierte Streifen hat nämlich mit garstigen Strohpuppen, die im Horrorfilm meist nach Blut lechzend durch Maisfelder streifen, so rein gar nichts am Hut. Stattdessen verbirgt sich hinter dieser Produktion ein beliebiger Backwood-Slasher mit Folterelementen, der – zumindest in der deutschen Fassung – wegen seiner semiprofessionellen Synchronisation schwer zu ertragen ist. Fans von so echtem Vogelscheuchen-Horror wie DIE NACHT DER VOGELSCHEUCHE oder SCARECROW – DAS GRAUEN STIRBT NIE dürften da enttäuscht aus der Wäsche schauen. Denen sei aber versichert, dass genannte Filme weitaus besser sind, als dieser schnell für den Videomarkt produzierte aus Kanada.
 
 
scarecrows-2017-bild-3
 
 
Alles fängt wie immer an und endet auch wie gehabt: Vier junge Leute, die nicht sonderlich helle sind, wollen an einem See knutschen und fummeln. Doch so einfach ist das Gewässer nicht zu finden. Ein Maisfeld versperrt den Weg. Darin befinden sich unheimliche Vogelscheuchen, die das Blut in den Adern gefrieren lassen. Beinahe will man da meinen, die Puppen wären lebendig. Ganz Unrecht hat man da nicht. Unter den Sackmasken der Strohmänner verbergen sich ahnungslose Durchreisende, die vom Besitzer des Maisfelds entführt, gefoltert und anschließend als Vogelscheuche verkleidet ans Kreuz genagelt wurden. Genau jenes Schicksal ereilt nun auch unseren vier intelligenzfreien Hauptdarstellern. Die werden nacheinander in Vogelscheuchen umfunktioniert und machen in ihrer neuen Verkleidung gar keine so üble Figur.
 
 
scarecrows-2017-bild-2
 
 
Technisch okay, aber das wars dann auch. SCARECROWS ist nicht gerade das, was man sich unter einem gelungenen Horrorfilm vorstellt. Die Figuren sind nervig und verhalten sich unklug, die Geschichte verläuft nach Schema F und auch hinsichtlich gezeigter Brutalität ist SCARECROWS nicht gerade das Gelbe vom Ei. Gewalt wird nämlich kaum eingesetzt, was angesichts der Tatsache unbefriedigend ist, weil SCARECROWS dem Backwood-Horror-Fach zuzuordnen ist. Das hat sich vor allem wegen zeigefreudiger Boshaftigkeiten in den letzten Jahrzehnten einen Namen machen können und mit so Filmen wie WRONG TURN, TEXAS CHAINSAW MASSACRE oder WOLF CREEK Erfolge gefeiert. Genannten Filmen kann diese kanadische Produktion freilich nicht das Wasser reichen. Dem Film fehlt das gewisse Etwas, um im Gedächtnis bleiben zu können. Regisseur STUART STONE spult seinen zweiten Spielfilm nach konventionellem Ablauf ab und lässt so kaum Überraschungen zu. Da macht sich bei erfahrenen Zuschauern schnell Langeweile breit, weil SCARECROWS so vorhersehbar ist, dass man bereits zu Beginn weiß, wie es ausgehen wird. Filmemacher STUART STONE liefert mit diesem Horrorthriller sein Zweitwerk ab. Der ist eigentlich erfahrener Schauspieler und tingelt seit knapp 40 Jahren als Darsteller durch die TV-Landschaft. Offenbar wollte er mal die Seiten wechseln. Die ersten Gehversuche als Regisseur waren – man muss es wirklich mal sagen – bisher eher bescheiden.
 
 
scarecrows-2017-bild-1
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Beliebiger 08/15-Teen-Horror ohne Überraschungen. Ein paar Anleihen an TEXAS CHAINSAW MASSACRE hier, etwas dreckiger HOSTEL-Look da. SCARECROWS besteht aus Versatzstücken diverser Horrorfilme und entpuppt sich als beliebiger Backwood-Horrorfilm, der mit seinem Titel in der Irre führt. Hier gibt es keine mordenden Vogelscheuchen zu bestaunen. Der Killer im Film ist menschlicher Natur und hat es mal wieder auf Teenager abgesehen. Slasher-Fans kommen da auf ihre Kosten, sollten aber kein kaltschnäuziges Gewaltfeuerwerk erwarten. Wer sich von den rauen Szenenbildern blenden lässt, wird enttäuscht werden. SCARECROWS hat – bis auf ein paar zugenähte Münder – kaum Gewalt zu bieten. Ein fataler Fehler, hätte dieser Film zumindest mit derben Schauwerten aus der Masse hervorstechen können. Weil die Geschichte mit ihren mehr als dämlichen Figuren vollkommen austauschbar und vorhersehbar ist, werden die meisten Zuschauer schnell abgeschalten haben. Die semiprofessionelle Synchronisation tut da ihr Übriges.
 
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Zensur

 
 
 
Die gute Nachricht: SCARECROWS ist ungeschnitten. Das ist aber auch kein Kunststück, denn im Film wird kaum Gewalt gezeigt. Es gibt einige zugenähte Münder zu sehen. Weiterhin werden als Vogelscheuche missbrauchte Menschen von Raben angeknabbert. Zudem schockieren abgeschnittene Finger und ein Protagonist reißt sich das Bein an einem Stacheldraht auf. Da fragt man sich doch glatt, was die FSK geritten und diesen Backwood-Slasher erst für Erwachsene freigegeben hat. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
scarecrows-2017-bluray

(c) I-ON New Media GmbH (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Scarecrows; Kanada 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 27.04.2018

 

Scarecrows [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei I-ON New Media GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Escape from Cannibal Farm (2017)
 
Inner Demon (2014)
 
Scathing (2016)
 
Killbillies (2015)
 


Filmkritik: „Blood Feast“ (2016)

blood-feast-2016-poster
 
 
 

BLOOD FEAST

(BLOOD FEAST – REMAKE)

Story

 
 
 

Ein Familienvater verfällt einer alten, ägyptischen Göttin, die ihn zu Mord und Kannibalismus anstiftet.

 
 
 


 
 
 

BLOOD FEAST – Kritik

 
 
 
Willkommen zu einer weiteren Folge: Remakes, die die Welt nicht braucht. Diesmal hat es einen Klassiker getroffen, der vor vielen Jahren wegen drastischer Gewaltszenen für Furore gesorgt hat und deswegen in vielen Ländern geschnitten werden musste. Die Rede ist vom Video Nasty BLOOD FEAST, der nun schon über 50 Jahre auf dem Buckel hat und seinerzeit etwas Neues zu bieten hatte. So gilt der Streifen als einer der ersten seiner Art, der drastische Splatter-Szenen auf die Leinwand brachte und damit seine Zuschauer schockieren wollte. Mit knapp 24.500 US-Dollar wurde in detaillierter Weise gezeigt, wie einem Menschen die Zunge herausgerissen, in Organen gewühlt oder eine Leiche zerstückelt wurde. Was heute ganz selbstverständlich in jedem Horrorfilm Verwendung findet, war im Jahr 1963 tabubrechend und machte nicht nur Regisseur und „Godfather of Gore“ HERSCHELL GORDON LEWIS über Nacht berühmt. Sein BLOOD FEAST stampfte ein neues Subgenre innerhalb des Horrorfilms aus dem Boden, das erst in den 1980ern so richtig an Fahrt gewinnen sollte und sich bis heute erfolgreich behaupten kann: der Splatter- und Gorefilm. Genau jenem wegweisenden Stück Zelluloid hat sich nun der deutsche Genre-Regisseur MARCEL WALZ angenommen. Der kennt sich mit Blut und Gewalt aus, hat der doch in der Vergangenheit viel Leid auf Blu-ray und DVD pressen lassen, das leider nur bei Fans unmenschlicher Grausamkeiten gut ankam. Umso mehr überrascht es, dass sich der Filmemacher nach so überflüssigem Bullshit wie SCHLARAFFENHAUS und LA PETITE MORT an einem wegweisenden Klassiker bedient. Ob das gut gehen kann?
 
 
blood-feast-2016-bild-1
 
 
Wenn Papa seine Pillen nicht schluckt. Fuad Ramses ist mit Frau und Tochter von Frankreich nach Amerika gezogen. Doch so wirklich glücklich ist der Vater hier nicht. Er führt ein Restaurant, das aber nicht sonderlich gut läuft. Damit man über die Runden kommt, arbeitet das Familienoberhaupt in einem Museum für alte, ägyptische Kultur. Hier ist er als Nachtwächter tätig und kommt so mit der Statue der Göttin Ishtar in Berührung, die schnell in den Bann zieht und dessen Verstand vernebelt. Die Folge: Fuad Ramses handelt von Sinnen und beginnt Menschen zu ermorden, um für die ägyptische Hoheit ein rituelles Fest vorzubereiten, das zufriedenstellen soll. Dass der Familienvater seine tägliche Ration Pillen vergisst einzunehmen, kommt der Göttin geradezu Recht. So lässt sich das Opfer leichter manipulieren und für eigene Zwecke missbrauchen. Ein großes Festmahl ist somit garantiert. Guten Appetit.
 
 
blood-feast-2016-bild-2
 
 
Erhält jetzt auch noch unterirdischer Trash eine Frischzellenkur? Zu aller Überraschung ist die Neuverfilmung – trotz des Regisseurs MARCEL WALZ – weitaus besser, als seine Vorlage. Erfahrene Horrorfilmkenner wundert das aber wenig. Zwar ist der Originalfilm aus filmhistorischer Sicht interessant, gilt aber dennoch als grottenschlechter Exploitationstreifen, der für heutige Verhältnisse dilettantisch und deshalb auch unfreiwillig komisch wirkt. Ganz anders die Neuverfilmung. Die wurde an die heutigen Sehgewohnheiten angepasst, besitzt hektische Schnitte, schwarzen Humor, dreckigen Look und professionell gemachte Spezialeffekte. Zudem erzählt der „neue“ BLOOD FEAST auch eine halbwegs gescheite Geschichte. Warum wir das erwähnen? Ganz einfach, weil der deutsche Indie-Regisseur MARCEL WALZ in der Vergangenheit mit eher billigem Unterground-Splatter und amateurhaften Folterunsinn von sich hören lassen hat, der es nur auf die niederen Instinkte abzielen wollte. Nun bot sich dem Regisseur die Gelegenheit endlich mal an einem richtigen Film zu arbeiten, der weitaus professioneller inszeniert werden sollte, als die bisherigen Werke des Filmemachers.
 
 
blood-feast-2016-bild-3
 
 
Nun gut, der erhoffte Kracher ist das Remake leider nicht geworden. Der Film hat zweifelsohne seine Höhepunkte, die natürlich – als hätte man es geahnt – in der zelebrierten Gewalt zu suchen sind. Überraschenderweise wird diese wohldosiert eingesetzt und ist überschaubar. Das ist dahingehend verwunderlich, weil sich der deutsche MARCEL WALZ gerade deswegen in Fankreisen einen Namen machen konnte und nun den Blutfluss drosselt. Eingefleischten Anhängern des kontroversen Regisseurs dürfte das bitter aufstoßen. Der hat aber mit BLOOD FEAST den wohl rundesten Film gemacht hat, den man bisher von ihm zu sehen bekam. Das liegt einerseits an den professionellen Schauspielern, die zur Abwechslung mal was können. So konnte man für die Hauptrollen die aus TEXAS CHAINSAW MASSACRE 2 bekannte CAROLINE WILLIAMS gewinnen. Ihr zur Seite steht ROBERT RUSLER, der auch schon in einigen Horrorfilmen zu sehen war, die nicht unbekannt sind. Darunter NIGHTMARE 2 – DIE RACHE sowie die Stephen-King-Verfilmung MANCHMAL KOMMEN SIE WIEDER. Die Schauspielerfahrung der genannten Darsteller macht sich bezahlt. Dank deren Können, ist BLOOD FEAST weitaus ertragbarer, als die Vorlage. Dort wurden in erste Linie untalentierte Akteure engagiert, denen man ansah, dass sie ihre Texte ablasen. Den Amateurfilmstatus lässt die Neuverfilmung demnach hinter sich.
 
 
blood-feast-2016-bild-4
 
 
Dennoch sollte man sich die Neuverfilmung nicht zu schön reden. Momentan leben wir in einer Zeit, in der man regelrecht von Horrorfilmen überschüttet wird. Das ermüdet, weil die meisten Produktionen stets nach gleichem Ablauf inszeniert werden, die Überraschungen missen lassen. BLOOD FEAST bildet keine Ausnahme und daddelt seine dünne Geschichte nach gewohnter Manier ab. So werden regelmäßig Jungakteure abgeschlachtet und am Ende gibt es ein deftiges Finale zu bestaunen. Wem die Einfachheit der Verläufe ausreicht, um unterhalten zu werden, dürfte – gerade wegen einiger Blutszenen – solide unterhalten werden. Alteingesessene Filmkenner, die im Horrorfilme schauen geübt sind, werden früh gelangweilt abschalten, weil die Neuverfilmung weder Neuerungen noch Risikos wagt. Somit ist BLOOD FEAST ein Remake unter vielen. Wegen rudimentärer Dialoge, Ideenarmut und vorhersehbaren Handlungssträngen wird sich an diese Neuinterpretation wohl schnell niemand mehr erinnern können. Macht das einen guten Horrorfilm aus? Wir meinen: Nein!


 
 
 

BLOOD FEAST – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Düsteres Horror-Remake mit hervorragenden Splatter-Szenen. Die Neuverfilmung des Splatter-Klassikers ist ein zweischneidiges Schwert. Der Film dürfte wohl nicht einmal ansatzweise den Kultstatus erreichen, den das Original aus der Mache des HERSCHELL GORDON LEWIS mittlerweile genießt. Dazu fehlen der Neuauflage einfach Alleinstellungsmerkmale, um aus dem riesigen Pool an blutigen Filmen hervorstechen zu können. Wer BLOOD FEAST gesehen hat, dürfte verstehen, was gemeint ist. Das Remake ist beliebig und bleibt nicht einmal wegen seiner hervorragenden Spezialeffekte im Gedächtnis. Das mutet grotesk an, weil sich das Original vor über 50 Jahren gerade wegen seiner zelebrierten Schaufreudigkeit einen Namen machen konnte. Lobenswerterweise muss man aber sagen, dass Regisseur MARCEL WALZ eine positive Entwicklung an den Tag legt. Der bewegte sich mit seinen bisherigen Schmuddelfilmen eher auf gehobenem Amateurfilmstatus. Seine Interpretation zu BLOOD FEAST sieht zur Abwechslung mal aus, wie ein richtiger Spielfilm und besitzt endlich auch mal echte Schauspieler. Leider ist das Ergebnis nur ein solider Horrorfilm mit einigen Bluteinlagen. Erinnern wird sich an dieses Remake nach Sichtung niemand mehr. Dennoch Herr Walz, die Richtung stimmt schon mal. Mal schauen ob er’s in den nächsten Jahren auch noch in die Riege ernstzunehmender Horrorfilmemacher schaffen wird.
 
 
 


 
 
 

BLOOD FEAST – Zensur

 
 
 
Für einen Film aus der Mache von MARCEL WALZ ist die gezeigte Brutalität ungewöhnlich zurückhaltend. Es wird etwas Fleisch von Körperteilen geschnitten. Zudem gibt es einen Kehlenschnitt zu sehen. Am Ende wird genüsslich rohes Fleisch vom lebenden Menschen gefuttert. Mit etwas Glück gibt es für BLOOD FEAST eine ungeschnittene Freigabe ab 18 Jahren. Hierzulande liegen die Rechte bei TIBERIUS FILM. Das Label hat bereits eine Filmversion von der FSK prüfen lassen und dafür den roten FSK-Flatschen erhalten. Ob es sich hierbei um die Rated-R-Fassung handelt oder um die Unrated-Fassung, welche MARCEL WALZ nach dem US-Release der kürzeren Filmversion noch einmal in Amiland ins Kino gebracht hat, ist zum momentanen Zeitpunkt ungewiss. Eine deutsche Veröffentlichung ist voraussichtlich für Sommer 2018 angedacht.
 
 
 


 
 
 

BLOOD FEAST – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei GUNDO ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blood Feast (1963)
 
Blood Diner (1987)
 
American Burger (2014)
 
Hostel (2005)


Filmkritik: „Talon Falls“ (2017)

talon-falls-2017-poster
 
 
 

TALON FALLS

Story

 
 
 

Von dummen Teenagern und foltergeilen Bösewichten. In einer Geisterbahn in einem Vergnügungspark werden Menschen gefoltert, um Besucher zu schockieren. Das finden vier Jugendliche seltsam und wollen herausfinden, was wirklich dahintersteckt. Wie dämlich …

 
 
 


 
 
 

TALON FALLS – Kritik

 
 
 
Kennst Du einen, kennst Du alle. Der folgende Schocker macht es vielen Horrorfilmen gleich, die während der 2000ern entstanden sind. Dort herrschte im Heimkino ein raues Lüftchen, was vor allem durch brutale Gewaltkicks wie SAW, HOSTEL oder der französischen Terrorwelle begünstigt wurde. Weil auch unbekannte Filmemacher bekannt werden wollten, entstanden so viele grausame Ableger mit kleinem Budget, die es erst gar nicht ins Kino schafften und gleich auf dem Videomarkt veröffentlicht wurden. Zu einem derer gehört auch TALON FALLS – einer weiterer ach so krasser Horrortrip, der auf die niederen Instinkte des Filmfans abzielt. Leider kommt TALON FALLS mit Verspätung. Mittlerweile sind Folterfilme nämlich nicht mehr sehr lukrativ, weil sich die meisten Zuschauer daran sattgesehen haben. Das kümmert aber Regisseur JUSHUA SHREVE nicht. Der ist zwar noch relativ frisch im Filmbusiness, lässt aber reißerische Torture Porn-Zeiten wieder aufleben.
 
 
talon-falls-2017-bild-1
 
 
Der günstig gedrehte Nachzügler handelt von vier jungen Amerikanern, die mal wieder nicht sonderlich helle sind. Die tun Dinge, die kein normalsterbliche Menschen machen würde und entscheiden während eines Camping Trips einen Umweg zu fahren. Man erfährt von einer interessanten Attraktion, die man gesehen haben muss. Dabei handelt es sich um eines dieser legendären Spukhäuser in Amerika, die während der Halloween-Zeit im ganzen Land zum Erschrecken einladen und von Privatpersonen betrieben werden. Eine solche Geisterbahn befindet sich in einem ominösen Vergnügungspark und den wollen sich auch unsere vier Freunde nicht entgehen lassen. Doch weil man zu neugierig ist, wird man dafür bestraft. Die dort gezeigten Grausamkeiten kommen den Darstellern dieses Films nämlich spanisch vor. Deshalb schnüffelt man durch die Keller der Attraktion und findet heraus, dass es sich bei den Opferszenen nicht um Statisten handelt, sondern dass dort echte Menschen gequält werden. Leider wird die Erkenntnis zum Verhängnis. Die Macher der Geisterbahn überwältigen die neugierigen Schnüffelnasen und sperren sie in Käfige. Was kommt, kann man sich ausmalen. Unsere vier Helden werden selbst zu Statisten, die bald selbst ums Überleben winseln werden. Leider denken die Besucher der Attraktion, dass das alles nur Spaß ist. Wie makaber.
 
 
talon-falls-2017-bild-2
 
 
Man kann Regisseur JUSHUA SHREVE keine Talentlosigkeit vorwerfen. TALON FALLS schaut trotz Low-Budget-Herkunft nach etwas aus und sticht daher aus der Masse an ähnlich gestrickten Billigfilmen hervor. Der Mix aus HAUS DER 1000 Leichen und HOSTEL überzeugt durch atmosphärisches Folterset, stimmungsvollen Kamerafahrten und dreckigem Videolook. Zudem verfehlen die deftigen Folterszenen – vermutlich auch wegen der einfachen Machart – ihre schmerzhafte Wirkung zu keiner Minute. Was aber gar nicht gefallen will, ist das Schauspiel. Offenbar musste man wegen kleinem Budget Abstriche machen. Viel zu sagen haben die Darsteller nicht. Trotzdem ist offensichtlich, dass keiner derer je eine Schauspielschule von innen gesehen hat. Das stößt bitter auf und verleiht TALON FALLS Amateurfilmstatus, der immerhin ab Filmmitte an der Gewalt- und Temposchraube dreht. Horrorfans mit einer Vorliebe für Ekelhandwerk dürfte das freuen. Die werden durch eine kurzweilige Folterachterbahn gejagt in der reichlich geschrien und gestorben wird. Wer Substanz erwartet, ist hier jedoch falsch. Aufgrund des schmuddeligen Trailers war das aber abzusehen. Demzufolge richtet sich TALON FALLS eher an die, die Roths Folter-Hit HOSTEL als große Filmkunst betiteln. Nur jene werden mit diesem unsinnigen Gewaltrauch ihre Freude haben und sich nicht an genannten Mankos stören. Übrigens wurde der Film in einem bekannten amerikanischen Vergnügungspark gedreht. Der schimpft sich Talon Falls Screampark und befindet sich in Melber, Kentucky. Damit geht man gleichen Schritt wie andere Filme. Darunter so Gurken wie THE BATES HAUNTING oder HOUSES OF TERROR. Bei genauerer Betrachtung waren das eigentlich Werbefilme in Spielfilmlänge für unheimliche Freizeitparks, wo man Geld zahlen kann, um sich erschrecken lassen zu können.
 
 


 
 
 

TALON FALLS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Dreckig-blutiger Mix aus HOSTEL, TEXAS CHAINSAW MASSACRE und HAUS DER 1000 LEICHEN. Da muss wohl jemand eine Menge Terror- und Folterfilme geguckt haben. Parallelen zu vielen bekannten Filmen dieser Subgenres sind nicht von der Hand zu weisen, denn hier wird ausführlich zitiert und kopiert. Die simple Geschichte von TALON FALLS kann man in zwei Sätzen zusammenfassen, ist hier aber nicht sonderlich wichtig. Untalentierte wurden von der Straße aufgelesen und sollen nun in einem Horrorfilm ums Überleben winseln. Das Schauspiel ist haarsträubend und als eher zweckmäßig zu betiteln. Unterm Strich keine schlimme Angelegenheit, denn der Fokus liegt in TALON FALLS eher auf das Sterben. Wer das ausklammern kann, dürfte gut unterhalten werden. Zuschauer, die aber von hastig heruntergerasselten Billigproduktionen so langsam die Nase voll haben, sollten am besten schnell die nächste Kritik lesen. TALON FALLS ist nämlich eines dieser Machwerke, die man in erster Linien für den Videomarkt dreht, um rasch etwas Geld verdienen zu können. Nachhaltig ist Gebotenes nicht und dürfte wenige Tage nach Veröffentlichung schon wieder in den Wühltischen landen, weil sich niemand mehr dafür interessiert. TALON FALLS ist kein Horrorfilm für die Ewigkeit, sondern austauschbarer Horror-Trash, der aber wegen plakativer Gewalt dennoch sein Publikum finden wird.
 
 
 


 
 
 

TALON FALLS – Zensur

 
 
 
TALON FALLS hat einige schmerzhafte Szenen zu bieten. Der heftigste Part reduziert sich auf eine sehr lang zelebrierte Folterszene in der Ohren abgeschnitten und Zehennägel abgeschlagen werden werden. Sollte TALON FALLS veröffentlicht werden, kann man von einer Erwachsenenfreigabe ausgehen – vermutlich ungeschnitten mit rotem FSK-Flatschen.

 
 
 


 
 
 

TALON FALLS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von der Webseite zum Film.)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Darkroom – Das Folterzimmer (2013)
 
Hostel (2005)
 
Haus der 1000 Leichen (2003)
 
Slasher in the Woods (2013)
 
Deadly Weekend (2013)
 
Another Deadly Weekend (2015)
 


Filmkritik: „Blutrache – Blood Hunt“ (2017)

blood-hunt-2017-poster
 
 
 

BLUTRACHE – BLOOD HUNT

(BLOOD HUNT)

Story

 
 
 

Ein junges Paar gerät an vier Hinterwäldler, in deren Entwicklung offenbar etwas schiefgelaufen ist. Die haben Spaß daran ahnungslose Stadtmenschen zu entführen und sich irgendwo am Hintern der Welt an ihnen zu vergehen. Rape-and-Revenge-Horror vom Feinsten.

 
 
 


 
 
 

BLOOD HUNT – Kritik

 
 
 
Manche Filmthemen sind einfach nicht totzukriegen und kommen deshalb wieder und wieder. Das kann einerseits daran liegen, weil sie ohne viel Aufwand auf Zelluloid gebannt werden können und sich damit leicht Geld verdienen lässt. Andererseits gibt es mittlerweile Filmstoff, der so beliebt ist, dass man schlichtweg damit beschäftigt ist der hohen Nachfragen nach den immer wieder gleichen Filmen Herr zu werden. Beide Thesen könnten vermutlich auch für den folgenden Streifen gelten. Der spult im Grunde genommen ab, was man schon bis zum Erbrechen gesehen hat. Dennoch ist die Gier nach solchen Filmen vor allem unter Fans deftiger Hausmannskost groß. Viele derer erleben Glücksmomente, wenn im Horrorfilm Anarchie regiert. Daher erleben vor allem Rachefilme seit einigen Jahren ein Comeback, die schon in den 1970er und 1980er Jahren Hochkonjunktur feierten. Ebenso im Rache-Genre beheimatet ist der australische BLUTRACHE – BLOOD HUNT, der sich im Original schlicht BLOOD HUNT schimpft. Hier geht es nicht zimperlich zu – wie der kontroverse Prolog im Film zu verstehen gibt. Der zeigt die Vergewaltigung eines Opfers in der Egoperspektive. Was danach kommt ist nicht minder schockierend. Rache-Thriller wie THE LAST HOUSE ON THE LEFT und I SPIT ON YOUR GRAVE lassen grüßen.
 
 
blood-hunt-2017-bild-2
 
 
In BLOOD HUNT erlebt ein junges Paar die Hölle auf Erden. Das wollte eigentlich Beziehungsprobleme in den Griff bekommen, gerät aber schon bald in die Fänge des personifizierten Bösen. An einer Tankstelle machen Dean (DEAN KIRKRIGHT) und Claire (KAHLI WILLIAMS) Bekanntschaft mit einem unheimlichen Zeitgenossen, der aggressives Verhalten an den Tag legt. Doch man kann der Bedrohung in letzter Minute entkommen – zumindest vorerst. Kaum vom ersten Schreck erholt, folgt der Zweite. Das Auto macht unterwegs schlapp und man wartet auf Hilfe. Die kommt auch bald in Form des Sensenmannes. Der Psychopath von der Tankstelle macht nämlich mit seinen Freunden Halt. Die verschleppen das Paar und erteilen eine Lektion in Sachen Terror. Was folgt, sollten ungeübte Zuschauer besser meiden. Die vier Hinterwäldler missbrauchen, foltern und demütigen ihre Opfer. Um die Grausamkeiten ertragen zu können, braucht man schon Nerven wie Drahtseile. Das Leben ist eben nun mal kein Ponyhof.
 
 
blood-hunt-2017-bild-1
 
 
Vom Demütigen und Rächen – Horrorfilmthemen, die offenbar nie aus der Mode kommen. Auch wenn bereits zuvor viele ähnlich gelagerte Filme polarisiert haben und erfahrene Zuschauer mittlerweile abgehärtet sein dürften, lässt BLOOD HUNT nicht kalt. Was hier gezeigt wird, ist nicht minder hart anzuschauen. Regisseur SAM CURTAIN ist noch unerfahren im Filmedrehen. Dennoch zeugt das Langfilmdebüt von Geschick im Schockieren. Der Newcomer scheint viele Werke der Herren Craven, Peckinpah und Zarchi genau analysiert zu haben. Auch in deren Streifen mussten ahnungslose Protagonisten Unmenschliches über sich ergehen lassen und haben anschließend rot gesehen. Weil zweifelhafter Ablauf damals schon gut ankam, verfolgt SAM CURTAIN ähnliches Konzept und schaut weder nach links oder rechts. Überraschenderweise kommt trotz bekanntem Ablauf kaum Langeweile auf. BLOOD HUNT wurde schnörkellos inszeniert und besitzt mit seinen 76 Minuten kaum Längen. Der Film überzeugt mit ungeschliffenem Digitallook und erinnert dadurch irgendwie an Amateurware. Doch keine Panik. Die semiprofessionelle Optik stört zu keiner Minute und lässt das Treiben kruder erscheinen. Dank ungeschönter Bilderflut und pulsierender Soundkulisse, wird schnell ein Gefühl permanenten Unbehagens heraufbeschworen. Das zieht sich durch den gesamten Film und sorgt so für schnellen Herzschlag. Handgemachten Spezialeffekte tun da ihr Übriges. Die dürften in ihrer blutigen Zurschaustellung nicht jedermanns Sache sein und hinterlassen ein flaues Gefühl in der Magengegend. BLOOD HUNT ist definitiv kein Schnellschuss. Dazu ist der bewusst auf unprofessionell getrimmte Racheschocker zu professionell geraten. Weil der erste Langfilm durchaus (grausame) Höhepunkte besitzt, darf man gespannt sein was Regie-Neuling SAM CURTAIN noch an heftigen Gewalt-Epen auf die Fanbase loslassen wird. Der erste Ausflug ins Horrorfach zumindest kann sich sehen lassen – insofern man so etwas denn sehen will und überhaupt ertragen kann.
 
 
blood-hunt-2017-bild-3
 
 


 
 
 

BLOOD HUNT – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Heftiger Tobak. Ein weiteres Quälfilmchen über die Unberechenbarkeit von Bestie Mensch. BLUTRACHE – BLOOD HUNT (OT: BLOOD HUNT) läuft nach gleichem Schema ab, das bereits Streifen wie THE LAST HOUSE ON THE LEFT und I SPIT ON YOUR GRAVE zum Erfolg verholfen hat. Neuerungen gibt es kaum, dafür jede Menge unmenschlicher Bilder, die Gewaltfans Freudentränen bescheren werden. BLOOD HUNT zeigt Exploitation in Reinform. Es werden Menschen gedemütigt, vergewaltigt und gerächt. Einfache Zutaten, die BLOOD HUNT über Wasser halten. Erfreulicherweise funktioniert der Mix aus Schandtaten, Quälstimmung und Geschrei recht gut. Der Rachestreifen besitzt ungemütliche Terrorstimmung und rasante Verfolgungsjagden. Schnelligkeit spielt hier überhaupt eine tragende Rolle. Macher SAM CURTAIN hakt im Eiltempo ab. Das lässt kaum Längen entstehen, weshalb die oberflächliche und eindimensionale Charakterisierung gar nicht so schwer ins Gewicht fällt. Die ist in dieser Art von Streifen aber nicht sonderlich wichtig. BLOOD HUNT ist einer der besseren Rachefilme. Wer auf diese Art von Horror steht, kann gern einen Blick riskieren ohne gleich enttäuscht zu werden.
 
 
 


 
 
 

BLOOD HUNT – Zensur

 
 
 
Die FSK hat bekanntermaßen große Probleme mit Filmen, in denen skrupellos gerächt, vergewaltigt und gemordet wird. Das ist auch in BLUTRACHE – BLOOD HUNT (Originaltitel: BLOOD HUNT) nicht anders. Ein Mann wird aufgehängt und als menschlicher Boxsack missbraucht. Ein anderer auf ebensolche Weise gefoltert und aufgeschlitzt, so dass er ausblutet. Weiterhin wird ein Kopf von einer Autotür zermatscht und die obligatorische Vergewaltigung fehlt natürlich auch nicht. Das Gewaltspektakel wird mit Schuss- und Stichverletzungen abgerundet. BLOOD HUNT hat in Deutschland keine ungeschnittene Freigabe erhalten. Das Label INDEED FILM musste eine gekürzte Fassung bei der FSK einreichen um eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten zu können. Eine ungeschnittene deutsche Veröffentlichung wurde über das deutschsprachige Ausland im Mediabook veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

BLOOD HUNT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
blood-hunt-bluray-cut

(c) Indeed Film (Blu-ray im KeepCase – geschnittene Fassung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Blood Hunt; Australien 2017

Genre: Horror, Thriller, Crime

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 76 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Interviews, Behind the Scenes, Originaltrailer, Deutscher Trailer

Release-Termin: 20.07.2018

 

Blutrache – Blood Hunt [gekürzte Blu-ray] auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

BLOOD HUNT – Deutsche Blu-ray im Mediabook

 
 
 
blood-hund-mediabook-cover-a

Cover A – auf 444 Stück limitiert (c) INDEED FILM | ILLUSIONS UNLIMITED

blood-hund-mediabook-cover-b

Cover B – auf 333 Stück limitiert (c) INDEED FILM | ILLUSIONS UNLIMITED

blood-hund-mediabook-cover-c

Cover C – auf 222 Stück limitiert (c) INDEED FILM | ILLUSIONS UNLIMITED

blood-hund-mediabook-cover-d

Cover D – auf 222 Stück limitiert (c) INDEED FILM | ILLUSIONS UNLIMITED

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Blood Hund; Australien 2017

Genre: Horror, Thriller, Crime

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 77 Min.

FSK: nicht geprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook in vier verschiedenen Ausführungen

Extras: Mehrseitiges Booklet, Making the Beast, Interviews mit Cast & Crew, Trailer, DVD auf der noch einmal der Film enthalten ist.

Release-Termin: 30.10.2018

 

Blood Hund – Mediabook Cover A [Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Blood Hund – Mediabook Cover B [Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Blood Hund – Mediabook Cover C [Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Blood Hund – Mediabook Cover D [Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

BLOOD HUNT – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Abbildungen liegen bei INDEED FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I Spit on Your Grave (2010)
 
I Spit on Your Grave (1978)
 
I Spit on Your Grave 2 (2013)
 
I Spit on Your Grave 3 (2015)
 
Hidden in the Woods – Remake (2014)
 
I’ll never die alone (2008)
 
Storm Warning – Überleben kann tödlich sein (2007)
 
Last House on the Left (2009)
 


Filmkritik: „Slasher.com“ (2017)

slashercom-2017-poster
 
 
 

SLASHER.COM

Story

 
 
 

Jetzt wird wieder gekreischt und gewimmert, denn zwei Mittzwanziger geraten während eines Kennenlernens in die Fänge einer Familie, die das Foltern zum Hobby gemacht hat.

 
 
 


 
 
 

SLASHER.COM – Kritik

 
 
 
Was erwartet man eigentlich von einem Film, der sich SLASHER.COM schimpft? Handelt es sich hier um einen Horrorstreifen über eine kontroverse Webseite auf der das Töten zum Sport deklariert wird. Oder steckt dahinter gar einen Schocker über eine ominöse Vereinigung, die mit Hilfe des Internets ahnungslosen Teenager das Fürchten lehren möchte. Jede Art von Spekulation ist im Falle von SLASHER.COM vertane Zeit, denn hier hat der Titel rein gar nichts mit dem eigentlichen Inhalt gemein, der in diesem B-Movies über den TV-Apparat flimmert. Statt kreischende Teenager und maskierte Killer gibt es eine kuriose Familie zu sehen, die unwissenden Touristen mit Folter das Leben schwer. Doch wie es im Horrorfilm nun mal so ist, geraten auch Bösewichte irgendwann mal an ihre Meister, die sie dann für Vergehen bestrafen. Was jedoch hartes Horrorfutter vermuten lässt, ist leider übler Tobak, der an Dilettantismus kaum zu überbieten ist. Der Grund: SLASHER.COM erweckt den Anschein, als hätte hier ein zwar ambitionierter aber auch unerfahrener Filmliebhaber einen Horrorstreifen mit Null Kapital gedreht. Das Resultat befindet sich auf Amateurniveau und quält mit unbeholfenen Kampfszenen, schlechten Schauspielern und unprofessionellen Gewaltszenen. Letztere dürften in ihrer trivialen Umsetzung Fans der härteren Gangart nicht mal ein Schmunzeln entlocken können. Das sind keine guten Vorraussetzungen, um das Interesse horrorhungriger Zuschauer wecken zu können. Obwohl mit R.A. MIHAILOFF (TEXAS CHAINSAW MASSACRE 3 oder HATCHET 2) und JEWEL SHEPARD ein paar bekannte Gesichter aus berüchtigten Horrorfilmen der 1990er am Start sind, sollte man angesichts der semiprofessionellen Machart besser einen Bogen um SLASHER.COM machen.
 
 
slashercom-2017-bild-1
 
 
Das grenzt an Naivität: Jack Roper (BEN KAPLAN) und Kristy Smith (MORGAN CARTER) versuchen sich auf anderem Wege zu daten. Man hat sich in einer Singlebörse im Internet kennengelernt und will sich nun bei einem Wochenende im Wald genauer beschnuppern. Dazu hat man eine Hütte gemietet, deren Eigentümer (zumindest beim Zuschauer) keinen vertrauenerweckenden Eindruck hinterlassen. Es sind drei Hinterwäldler, die Bungalows jungen Stadtmenschen anbieten, damit die hier in ländlicher Natur vom Großstadtleben abschalten wollen. Doch die Ferienwohnung ist nur Tarnung. „Momma“ und Anhang sind nämlich ausgefuchste Killer, die erst das Vertrauen ihrer Gäste gewinnen wollen, um sie dann foltern zu können bis ihnen das Lebenslicht ausgeht. Auch Jack und Kristy fallen auf ihre Gastgeber herein, obwohl sich „Momma“ bereits beim Unterzeichnen der Mietpapiere verhaltensauffällig benimmt. Sie lutscht lasziv an Löffeln und reibt sich an den Genitalien ihrer Gäste. Offenbar sind die neusten Opfer nicht die Hellsten, weshalb sie sich wenig später auch schon gefesselt auf Stühlen wiederfinden. Was folgt, kennt man wohl schon aus Filmen, wie HOSTEL und Konsorten. Es wird gequält, geschrieen, geflüchtet und gerächt. Bei einer so ausgelutschten Handlung hätte selbst mehr Budget aus SLASHER.COM keinen Horror-Hit gemacht. Langweilig!
 
 
slashercom-2017-bild-3
 
 
Ist SLASHER.COM eigentlich eine Horrorkomödie? Zumindest liegt der Verdacht nahe, denn einige Schauspieler im Film sind mit übertriebenem Eifer bei der Sache. Allen voran JEWEL SHEPARD. Die war schon in Horrorstreifen wie SCANNER COP 2 oder VERDAMMT, DIE ZOMBIES KOMMEN zu sehen und spielt hier das Oberhaupt einer skrupellosen Familienbande, das den Zuschauer bereits nach wenigen Minuten mit penetrantem Overacting nervt. Ihr Schauspiel wirkt zu keinem Zeitpunkt glaubhaft und macht SLASHER.COM mehr zu Parodie – was vermutlich von den Regisseur CHIP GUBERA nicht beabsichtigt gewesen sein dürfte. Letzterer versucht mit SLASHER.COM auf Pfaden des berüchtigten Video-Nasty MUTTERTAG zu wandeln, erreicht aber zu keinem Zeitpunkt die Bissigkeit des (in Deutschland immer noch beschlagnahmten) Klassikers, der nicht unbegründet zu den wichtigsten Horrorfilmen der Videotheken-Ära gehört. Der kopiert fleißig, vergisst aber eigene Ideen. So läuft alles nach bekanntem Schema ab und mündet ins obligatorische Überraschungsende, das mittlerweile zum Horrorfilm gehört, wie das Amen in die Kirche. SLASHER.COM ist kein Film, auf den die Welt gewartet hat und hakt brav all das ab, was man seit Jahren in jeder Genre-Produktion zu sehen bekommt. Angesichts der unübersehbaren Ideenarmut macht das müde und dürfte – vor allem auch wegen technischer Defizite – bereits nach wenige Minuten zum Abschalten bewegen. Horrorfilme sind eben auch nicht mehr das, was sie früher mal waren.
 
 
slashercom-2017-bild-2
 
 


 
 
 

SLASHER.COM – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Ist das Schund oder kann das weg? Man sollte sich nicht vom Filmplakat und dem reißerischen Titel blenden lassen. Titel und Poster passen nämlich gar nicht zum Inhalt von SLASHER.COM, der irgendwie an den Klassiker MUTTERTAG von 1980 erinnert und eher im Folter-Genre beheimatet ist. Leider wirkt hier alles unbeholfen. Die Handlung ist geklaut, die Schauspieler schlecht und Kampfchoreographien oder Gewalteffekte dürften selbst eingefleischten Amateur-Horror-Fans einen kalten Schauer über den Rücken laufen lassen. Immerhin wird die vorhersehbare Handlung zügig abgespult, so dass keine Längen entstehen. Besser macht das SLASHER.COM aber nicht gerade. Weil der Horrormarkt nahezu täglich mit Unfug überschüttet wird, dürfte so ein austauschbarer und vor allem miserabel umgesetzter Streifen wie SLASHER.COM kaum Eindruck hinterlassen können. Dazu besitzt er weder Alleinstellungsmerkmale noch gute Schauspieler – Grundvoraussetzungen, um überhaupt erst einmal das Interesse des Zuschauers zu wecken. Da reist auch ein Twist am Ende nichts mehr, der sich vehement darum bemüht einzigartig und originell zu sein. SLASHER.COM ist kaum der Rede wert. Mehr ins Detail zu gehen, wäre im Falle dieser Low-Budget-Produktion vergeudete Zeit.
 
 
 


 
 
 

SLASHER.COM – Zensur

 
 
 
Es gibt einige Gewaltmomente zu sehen. So wird ein Gegenstand in einen Oberschenkel getrieben, ein Kopf wird mit einem Stein „bearbeitet“, eine Machete bohrt sich durch einen Körper und ein spitzer Gegenstand wird in einen Unterkiefer geschoben. Wegen der unprofessionellen Machart wirkt die Zurschaustellung der Gewalt amateurhaft und nicht sonderlich hart. Sollte SLASHER.COM überhaupt in Deutschland erscheinen, gibt es vermutlich eine Freigabe mit rotem FSK-Flatschen: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

SLASHER.COM – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Mucho Mucho Mucho Productions)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mum & Dad (2008)
 
Darkroom – Das Folterzimmer (2013)
 
Muttertag (1980)
 
Mother’s Day – Mutter ist wieder da (2010)
 


Filmkritik: „Happy Birthday“ (2016)

happy-birthday-casey-tebo-poster
 
 
 

HAPPY BIRTHDAY

Story

 
 
 
Eine Geburtstagsfeier wird zum Albtraum: Die besten Freunde Tommy (RILEY LITMAN) und Brady (MATT BUSH aus dem Splatter-Trash PIRANHA 3DD) machen sich auf zum Feiern nach Mexiko. Was sie aber dort erwartet, werden sie so schnell nicht wieder vergessen.

 
 
 


 
 
 

HAPPY BIRTHDAY – Kritik

 
 
 
Stell dir vor, du hast Geburtstag und alles läuft schief. Das ist eigentlich Stoff für leichte Filme mit Schenkelklopf-Garantie. Doch es geht auch anders. Im Horrorthriller von CASEY TEBO zum Beispiel avanciert die Geburtstagsfete zum Albtraum und verirrt sich fast ohne Lacher irgendwo dorthin, wo ELI ROTH in den 2000ern den Begriff Torture Porn salonfähig gemacht hat. HANGOVER meets HOSTEL – so ähnlich lässt sich in knappen Worten umschreiben, was dem Zuschauer in HAPPY BIRTDAY vorgesetzt wird. Das klingt durchaus vielversprechend, wenn man denn gern mal im Kino den Kopf ausschalten möchte. Leider dürfte einem der Film schnell einen Dämpfer verpassen, denn während die erste Hälfte von HAPPY BIRTHDAY durchaus Laune verbreitet, schwächelt der Film auf der Zielgeraden wegen eines zu früh gelüfteten Plottwists. So etwas betitelt man üblicherweise als Anfängerfehler. Und in der Tat: Regisseur CASEY TEBO hat nach diversen Musik-Specials fürs Fernsehen und als langjähriger Konzertfilmer von AEROSMITH mit HAPPY BIRTHDAY seinen ersten richtigen Spielfilm gemacht. Der besitzt durchaus Unterhaltungswert und überrascht mit fiesen Einfällen. Da will man auch nicht zu hart mit seiner bitterbösen Geburtstagssause ins Gericht gehen. Man hat da schon Schlechteres auf der Leinwand gehabt.
 
 
happy-birthday-casey-tebo-bild-1
 
 
Im Film zieht es zwei beste Kumpel (MATT BUSH und RILEY LITMAN) nach Mexiko, die dort die Sau raus lassen wollen. Brad soll auf anderen Gedanken kommen, dann ausgerechnet am Jahrestag wurde der Mittzwanziger von seiner Freundin betrogen. Wenige Meter von der amerikanischen Grenze entfernt, sucht man in einem kleinen mexikanischen Kaff Spaß. Den bekommt man anfangs auch. So lassen trinkreiche Drogenorgien, illegale Hahnenkämpfe und leicht bekleidete Mädchen echte Sorgen vergessen. Doch die Party gerät bald aus den Fugen – hier in Mexiko ticken die Uhren etwas anders. Schnell geraten die Freunde ins Visier des Kleinganoven El Gato. Der weiß wie man aus wohlhabenden jungen US-Amerikanern schnelles Geld erpressen kann und hat mit den Kumpels so seine Pläne. Die finden sich bald gefesselt in Betten wieder und werden von zwei Schönheiten alles andere als zimperlich behandelt. Wetten, dass zuvor kleinlaute Männer wie verängstigte Kinder winseln können, wenn das letzte Stündlein geschlagen hat?
 
 
happy-birthday-casey-tebo-bild-3
 
 
Man muss kein Filmexperte sein, um zu erkennen, vor wem sich Macher CASEY TEBO hier ehrfürchtig verbeugt. Mit coolen Sprüchen und durchgestylter Optik erinnert HAPPY BIRTHDAY ganz gern mal an die Filme von Regielegende QUENTIN TARANTINO. Leider erreicht der Streifen zu keinem Zeitpunkt die stilistische Extravaganz und wortgewandte Coolness, die das Oeuvre des gefeierten Filmemachers ausmachen. HAPPY BIRTHDAY mangelt es im platten Nacheifern nicht nur an Originalität. Dem Horrorthriller fehlt es zudem an Konsequenz und Orientierung, denn irgendwo zwischen HOSTEL und HANGOVER bleibt unschlüssig, in welche Schublade man denn nun HAPPY BIRTHDAY hineinstecken soll. Für einen Folterfilm werden zu wenige Schauwerte geboten. Von amerikanischem Sex- und Fäkalhumor ist ebenfalls kaum etwas zu verzeichnen. Stattdessen sucht HAPPY BIRTHDAY – trotz Oberflächlichkeiten und glattgebügelter Bilder – krampfhaft nach Sinn, der mal wieder im unverzichtbaren Plottwist zu finden ist. Der kommt zugegebenermaßen überraschend und lässt die Kinnladen herunterklappen. Leider macht Regisseur und Drehbuchschreiber CASEY TEBO einen Fehler: Er wiederholt den gleichen Twist wenige Minuten später noch einmal. Das wirkt aufgezwungen und vorhersehbar. Offensichtlich hat der Spielfilm-Newcomer nicht mit der Intelligenz des Zuschauers gerechnet. Der lässt sich leider kein zweites Mal auf ähnliche Weise hinters Licht führen lässt und wird den missglückten Doppeltwist als überflüssig abstempeln. Letztendlich ist HAPPY BIRTHDAY weder Fisch noch Fleisch. Die Figuren sind unsympathisch und ab der Halbzeit tut sich der Film schwer mit dem Fortgang der Handlung. Dafür entschädigt ein Wiedersehen mit AEROSMITH-Frontmann STEVEN TYLER. Dem hat Regisseur CASEY TEBO seine Karriere als Musikfilmer zu verdanken. Klar, dass da ein amüsanter Cameo-Auftritt im ersten Spielfilm nicht fehlen durfte.
 
 
happy-birthday-casey-tebo-bild-2
 
 


 
 
 

HAPPY BIRTHDAY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein mexikanischer Geburtstagstrip der besonders makabren Sorte. HAPPY BIRTHDAY beginnt stark und baut danach ab. Der Grund ist die fehlende Richtung, denn irgendwie konnte sich Regisseur CASEY TEBO mit seinem Tarantino-Light-Trasher nicht so recht entscheiden, wohin die Reise gehen soll. Ein paar angedeutete Folterversuche hier, etwas oberflächlicher Ami-Klamauk da – der obendrein nicht mal sonderlich lustig ist. Irgendwo dazwischen skurrile Typen, die einem aber ziemlich schnell auf den Zünder gehen. Da kann man nur hoffen, dass Macher CASEY TEBO irgendwann mal auf jenen Meister trifft, von dem er sich hat offensichtlich inspirieren lassen. Vermutlich könnte QUENTIN TARANTINO dem amerikanischen Newcomer so einige Kniffe beibringen, damit der irgendwann auch mal ähnliche Qualität auf die Leinwand bringen kann, wie man sie vom Vorbild gewohnt ist.
 
 
 


 
 
 

HAPPY BIRTHDAY – Zensur

 
 
 
Der auf dem FANTASY FILMFEST 2016 gezeigte Horrorthriller hat nicht viel zu bieten. Auch wenn HAPPY BIRTHDAY in die Richtung HOSTEL geht, ist der Film keinesfalls in Sachen Brutalität mit dem Folterstreifen gleichzusetzen. Auf zwei Charaktere wird eingeschossen. Der Rest wird nur angedeutet. Eine FSK16 ist durchaus annehmbar, denn Schauwerte gibt es nahezu keine.
 
 
 


 
 
 

HAPPY BIRTHDAY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Darko Entertainment | Arclight Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hostel (2005)
 
The Prank – Der Streich (2013)
 
Scare Campaign (2016)
 
Girls against Boys (2012)


Filmkritik: „The Lesson“ (2015)

the-lesson-2015
 
 
 

THE LESSON

Story

 
 
 

Ein Lehrer sieht rot: Mr. Gale wird von seinen Schülern im Unterricht so lange schikaniert, bis ihm die Sicherungen durchbrennen. Mit Folterspielchen will er zwei besonders unbelehrbare Exemplare zurück auf den Pfad der Tugend bringen.

 
 
 


 
 
 

THE LESSON – Kritik

 
 
 
Wenn alle Stricken reißen, mach was mit Folter, schließlich kommt brutale Menschenquälerei beim Horrorpublikum immer gut an. Ähnliches dürfte sich wohl auch Regisseurin RUTH PLATT gedacht haben, die sich mit dem Spielfilm THE LESSON in einem Subgenre behaupten muss, das in erster Linie von männlichen Kollegen dominiert wird. Die Regie-Newcomerin war in der Filmbranche bisher stets als Schauspielerin (in DER PIANIST und diversen TV-Serien) unterwegs, wollte aber wohl auch mal etwas anderes ausprobieren und nahm so auf dem Regiestuhl Platz. Entstanden ist kontroverser Torture-Horror mit gesellschaftskritischen Ansätzen, der sich nicht ausschließlich auf brutales und zeigefreudiges Misshandeln hilfloser Menschen konzentriert. RUTH PLATT beweist Mut zum Analysieren, denn neben Foltern und Quälen versucht die Autorin und Filmemacherin die Wurzeln der Gewalt zu erforschen – wenngleich nicht sonderlich tiefgründig.
 
 
The-Lesson-bild-1
 
 
Wenn Schüler nicht mehr bloß Mitschüler mobben. Im ersten eigenen Spielfilm der Regisseurin wird ein brisantes Thema unter die Lupe genommen, mit dem sich wohl immer häufiger auch Lehrer in Brennpunkt-Gegenden konfrontiert sehen. Dort ist es nicht selten, dass auch Dozenten, Lehrer und Pädagogen ins Visier respektloser Schüler geraten, die die Autorität der Schutzbeauftragten mit Füßen treten. So auch geschehen zu Jugendzeiten der Filmemacherin. Die berichtete in einem Interview, dass sie sich für das Filmdebüt von Erlebnissen aus der eigenen Schulzeit inspirieren lies. RUTH PLATT erinnerte sich an einen Vorfall bei dem ein Lehrer von Schülern in einem Schrank eingeschlossen wurde und in Tränen ausbrach. Schon damals stellte sie sich die Frage, was Schüler zu solch Verhalten getrieben haben könnte. Weiterhin beunruhigte ein Zeitungsartikel. Darin lass der Regie-Neuling von einem Lehrer, der zuvor nie straffällig gewesen war und einem Schüler unerwartet schwere Kopfverletzungen zugefügt hatte. Das rief Interesse für Ursachenforschung hervor. Demzufolge setzte sich Platt an einen Tisch und begann an einem Drehbuch zu schreiben, in dem sie mögliche Indikatoren und Auswirkungen für solche Taten genauer unter die Lupe nehmen wollte.
 
 
The-Lesson-bild-3
 
 
In THE LESSON erteilt ein Lehrer (ROBERT HANDS) zwei Schülern mit problematischem Elternhaus die Lektion ihres Lebens. Die nehmen die Schule nicht sonderlich ernst, treiben in der Freizeit nur Unfug und schikanieren im Unterricht mit unbändiger Unverfrorenheit Lehrer Mr. Gale. Der hat irgendwann die Nase voll. Er entführt die beiden Teenager, verschleppt sie in den Keller seines Hauses und erteilt ihnen dort schmerzhaften Privatunterricht. Die müssen sich ihrem Schicksal beugen und zur Abwechslung genau zuhören, was der Lehrer zu sagen hat. Das ist auch zwingend notwendig, denn Ungehorsamkeit wird in THE LESSON mit Nagelpistole und Bohrmaschine bestraft. Werden die Burschen die etwas andere Schulstunde heil überstehen und fürs Leben lernen?
 
 
The-Lesson-bild-2
 
 
Von unterprivilegierten Familien Großbritanniens, Schwächen im britischen Bildungssystem und Problemen des Erwachsenwerdens. THE LESSON greift gesellschafskritische Debatten auf und bietet viel Zündstoff – reist kontroverse Problematiken jedoch nur oberflächlich an und untersucht nichts detaillierter. Während fiesen Bestrafungs- und Foltermomenten vergisst Regisseurin RUTH PLATT verdächtig schnell, dass sie eigentlich analysieren wollte. So verpufft die Intension der Filmemacherin zügig. Dabei war sie anfangs doch so ambitioniert darum bestrebt, die Entstehung aggressiven Verhaltens von Lehrern wie Schülern zu studieren. Immerhin kommt sie zur Erkenntnis, dass Boshaftigkeit nicht angeboren ist. So wachsen die Teenager im Film in familiär verkorksten Verhältnissen auf und sind erschreckend oft auf sich allein gestellt, so dass sie sich letztendlich selbst erziehen müssen – ohne Regeln, Normen und Werte. Ein Teufelskreis, denn der Film stellt klar, dass fehlgeleitetes und aggressives Verhalten nur Reflektion einer fehlerbehafteten und inkonsequenten Erziehung ist, das früher oder später für Chaos sorgt, weil es jene ansteckt, die in gutbehüteten Familien aufgewachsen sind. Leider werden die guten Ansätze im Film zu Gunsten zeigefreudiger Folterei rasch abgehandelt. Demzufolge ist THE LESSON dann doch mehr Horror statt ernstzunehmendes Gesellschaftsdrama mit dem man sich im Anschluss auseinandersetzen möchte. Ob Gezeigtes mindest der Gewaltfraktion zusagen dürfte, bleibt fraglich. Zwar gibt es einige schmerzhafte Bestrafungen zu sehen; reichen dürfte das aber den meisten Gorebauern weniger, denn in THE LESSON wird eindeutig zu viel gequasselt. So entpuppt sich das Debüt als unausgegorener Schnellschuss, der sich nicht so recht entscheiden kann, in welche Genre-Schublade er gesteckt werden möchte. Immerhin: Technisch ist trotz ungeschliffenem Indie-Look zumindest schon mal Potenzial vorhanden und auch die Schauspieler waren gut gewählt. Trotzdem ist THE LESSON weit entfernt von jenem Ausnahmefilm, der bei der Regisseurin großen Eindruck hinterlassen hat: FUNNY GAMES.
 
 
The-Lesson-bild-3
 
 
 


 
 
 

THE LESSON – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Kontrovers, ungemütlich und brisant. Regie-Neuling RUTH PLATT versucht im ersten Spielfilm die Ursachen dafür zu ergründen, was Schüler dazu treibt Lehrer zu schikanieren und wie es dazu kommen kann, dass Lehrer plötzlich rot sehen. Einige Interpretationsansätze sind ganz interessant; dennoch stiert THE LESSON zu angestrengt Richtung Torture-Genre und zeigt schmerzhafte Quälerei von Minderjährigen. Im Geschrei der Opfer verliert die anfänglich aufgegriffene Gesellschaftskritik ihre Wichtigkeit. Das macht THE LESSON austauschbar, denn aus der Idee über Ursachenforschung von Mobbing und Gewalt wird schnell 08/15-Folterblödsinn für die, die so etwas mögen. Anfänglich Drama mit Hintergrund, später Gewalt-Horror ohne Sinn. Passt vorn und hinten nicht zusammen.
 
 
 


 
 
 

THE LESSON – Zensur

 
 
 
Wie es sich für Folterfilme gehört, gibt es auch in THE LESSON diverse Gemeinheiten zu sehen. Die Opfer müssen jede Menge Quälerei über sich ergehen lassen. So werden Nägel in Hände geschlagen. Mit einer Nagelpistole werden zudem Nägel in Körper und Hälse geschossen. Selbstverständlich kommen auch andere Werkzeuge zum Einsatz. Zwar halten sich die Gewaltakte in Grenzen; weil im Film aber Heranwachsende von Schutzbefohlenen gequält werden, hat die FSK dem Film eine Erwachsenenfreigabe spendiert. Ungeschnitten, keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

THE LESSON – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the-lesson-bluray

(c) MFA Film Distribution (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Lesson; Großbritannien 2015

Genre: Horror, Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: ohne Bonusmaterial

Release-Termin: 03.03.2017

 

The Lesson [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE LESSON – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei MFA Film Distribution)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Big Bad Wolves (2013)
 
The Tortured – Das Gesetz der Vergeltung (2010)
 
Hard Candy (2005)
 


Filmkritik: „Cassidy Way“ (2016)

Cassidy-Way-2016-poster
 
 
 

CASSIDY WAY

Story

 
 
 

Drei Filmstudenten (darunter NIKKI MOORE aus SCARY OR DIE und CRAWLSPACE) geraten an einen zornigen Familienvater, der mit den Mittzwanzigern ein grausiges Bestrafungsspiel spielt.

 
 
 


 
 
 

CASSIDY WAY – Kritik

 
 
 
Immer wenn man meint, polarisierende Horror-Trends hätten an Reiz verloren, tauchen Sie aus unerklärlichen Gründen wieder auf, um Zuschauern weiterhin den Nerv rauben zu können. Einige Jahre sind nun schon ins Land gegangen, seit das Foltern fürs Kino salonfähig gemacht wurde. Filme wie SAW und HOSTEL zeigten einer neuen Generation von Horrorfans, auf welch sadistisch-kreative Weise man Menschen quälen kann. Mehr als zehn Jahre hat man damit gut Geld verdient, bis niemand mehr Tortur sehen wollte. Mittlerweile sind Folterstreifen im Heimkino die Ausnahme geworden. Dennoch versuchen immer noch Filmemacher mit dem Leid unschuldiger Menschen Kasse zu machen. Verwunderlich ist das leider nicht, braucht man nicht viel, um Quälfilme zu drehen. Das sah wohl auch Multitalent HARVEY LOWRY ähnlich. Der ist im Horror-Geschäft kein Unbekannter und war schon als Produzent und F/X-Künstler an Kino-Mainstream beteiligt. So entwarf Lowry schaurige Spezialeffekte und ekliges Grusel-Make-up für DIE KILLERHAND, NIGHT OF THE DEMONS (Remake) oder I AM LEGEND, finanzierte gleichzeitig aber auch günstiges Horrorfutter wie CABIN MASSACRE, TRAILER PARK OF TERROR oder den No-Budget-Trash SINDBADS FÜNFTE REISE. Leider alles mäßig unterhaltsames Zeug. Trotzdem scheint HARVEY LOWRY ein neugieriges Arbeitstier zu sein, denn die Liste seiner bisherigen Arbeiten liest sich lang. Interessant ist dabei, dass der Amerikaner gern mal über den Tellerrand schaut, um Dinge auszuprobieren, die ihm bisher fremd waren. Demzufolge verwundert es nicht, dass er seit einiger Zeit auch als Regisseur tätig ist und selbst Filme dreht. Erfolgreich war er damit bisher leider nicht, denn herausragend war bisher keine seiner Regiearbeiten.
 
 
cassidy-way-2016-bild-3
 
 
Es wird wieder gefoltert, denn mit CASSIDY WAY soll dank einfach zusammengebrauter Horror-Rezeptur endlich der Durchbruch als Regisseur gelingen. Ob der ausgerechnet mit diesem Film folgen wird, dürfte fraglich bleiben, denn Macher HARVEY LOWRY rechtfertigt Folterei mit einer Geschichte, die weder Hirn noch Logik besitzt. Drei Freunde kommen hier einem paranoiden Familienvater in die Quere. Der hat vor langer Zeit eines seiner Kinder auf tragische Weise verloren, weil ein skrupelloses Unternehmen auf der anderen Straßenseite sogenanntes Fracking betreibt und auf alles schießt, was sich versehentlich aufs Grundstück verirrt. Das Vorgehen hat auch seinen Grund, denn niemand soll wissen, dass Chemikalien im Grundwasser landen, die durch Erdgasgewinnung freigesetzt werden. Zehn Jahre später müssen drei Studenten für skrupellose Geschäftsmethoden bezahlen. Die wollten eigentlich nur eine Dokumentation über die Machenschaften besagter Firma drehen und stoßen bei Recherchen auf genau jenen Vater, der vor vielen Jahren sein Kind unter tragischen Umständen verloren hat. Der glaubt, dass das Filmteam mit den Inhabern des Fracking-Unternehmens unter einer Decken steckt und erteilt den Freunden im Keller seines Hauses eine Lektion des Grauens. Gott hab ihn gnädig!
 
 
cassidy-way-2016-bild-2
 
 
Fragen über Fragen, dumm handelnde Figuren und ein Plot mit dem man sich keine Freunde macht – der aber von wahren Begebenheiten inspiriert sein soll. Regisseur HARVEY LOWRY versucht in CASSIDY WAY tragischen Familien-Horror als Vorwand zu benutzen, um etwas Leid auf der Mattscheibe zeigen zu können. Leider wirkt die Handlung aber so konstruiert und unglaubwürdig, dass bereits vor der Halbzeit die Lust vergeht, dem plumpen Treiben weiter folgen zu wollen. So kauft ein Erdgasunternehmen eine ganze Stadt auf, um weiter erfolgreich nach Erdgas bohren zu können und ahnungslose Bürger werden wahnsinnig, weil sie vergiftetes Wasser trinken. CASSIDY WAY ist kein Film für schlaue Köpfe, denn was hier passiert hat jemand krampfhaft zu Papier gebracht, der auf Heller und Pfennig ein Drehbuch schreiben musste, ohne gute Ideen zu besitzen. Anders lässt sich wohl nicht erklären, warum die erzwungene Handlung absurde Wendungen erhält, denen kein Zuschauer Glauben schenken möchte. Das macht sich auch im Spannungsbogen bemerkbar,. Der ist nahezu kaum vorhanden und macht Horrorfans ungeduldig, weil fiese Foltermethoden zu lang auf sich warten lassen. Die gibt es erst in den letzten 15 Minuten zu sehen – dafür aber heftig und grausam. Vom Körperzerteilen bis Ausbluten gibt Schmuddelkram zu sehen, der vor allem Gewaltfans zusagen dürfte. Bevor jedoch Vorfreude entsteht: die meisten Quälereien werden nur kurz gezeigt – verfehlen ihre Wirkung aber keineswegs. Wer demzufolge die Geduld aufbringen möchte, sich durch einen Film mit übler Handlung wegen etwas Tortur zu quälen, kann einen Blick riskieren. Die, die spannende Geschichten und zugängliche Figuren voraussetzen, um mitfiebern zu können, sollten diesen Film besser meiden. CASSIDY WAY ist ein unnötiges Machwerk, das hastig und spannungsarm für den Videomarkt gemacht wurde. Wer da einschaltet und enttäuscht wird, ist selber schuld.
 
 
cassidy-way-2016-bild-1
 
 
 


 
 
 

CASSIDY WAY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ungemütlicher Folter-Albtraum mit unappetitlichen und schmerzhaften Spezialeffekten. Wer aber denkt, dass CASSIDY WAY ein weiterer Quälfilm im Schlage eines HOSTEL ist, wird enttäuscht. Vielmehr verbirgt sich hinter genanntem Gewaltblödsinn ein beliebiger Horrorfilm, in dem ein tragisches Familienschicksal als Alibi herhalten muss, damit ein wenig Folter und Tortur gezeigt werden kann. Wie es letztendlich zum Gewaltakt kommt, wirkt an den Haaren herbeigezogen und ist keineswegs glaubhaft. So verhält sich eine Familie paranoid und psychopathisch, weil sie vergiftetes Wasser getrunken hat. Als drei Studenten auf die Eigenbrödler stoßen, wird an den Freunden ein Exampel statuiert. Apropos Glaubwürdigkeit: CASSIDY WAY soll angeblich auf wahren Begebenheiten beruhen. Wer’s glaubt, wird selig.
 
 


 
 
 

CASSIDY WAY – Zensur

 
 
 
Wie es sich für einen Folterfilm gehört, gibt es auch in CASSIDY WAY allerhand Elend und Leid zu sehen. Fersen werden aufgeschnitten, damit Opfer nicht davonlaufen können. Außerdem gibt es Elektrofolter zu sehen, einem Opfer wird ein Schraubendreher in den Gehörgang geschlagen und eine Szene in der ein Opfer zerstückelt wird, hat es auch in den Film geschafft. Weil die FSK sehr kleinlich mit Folterfilmen ins Gericht geht, dürfte auch CASSIDY WAY gleiches Schicksal ereilen, wie viele thematisch ähnliche Horrorfilme zuvor: die ungeschnittene Freigabe bleibt fraglich.
 
 
 


 
 
 

CASSIDY WAY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Grafiken & Abbildungen stammen von der Filmwebseite)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mum & Dad (2008)
 
Jack Ketchums Evil (2007)
 


Filmkritik: „Pernicious“ (2014)

pernicious-2014
 
 
 

PERNICIOUS

Story

 
 
 
JU-ON: THE GRUDGE in Thailand. Drei amerikanische Urlauberinnen werden in Thailand von einem wütenden Kindergeist terrorisiert, der sich den Körpern der Frauen bemächtigt, um Rache zu nehmen.
 
 
 


 
 
 

PERNICIOUS – Kritik

 
 
 
Einmal Horror immer Horror – zumindest gibt es nicht wenige Regisseure, die am blutigen Genre Gefallen finden und plötzlich Horrorstreifen am Fließband drehen, als gebe es nichts Besseres. Das mag zwar durchaus löblich sein, wird aber spätestens dann gefährlich, wenn Quantität auf Kosten der Qualität geht. Einer derer, der in seiner Arbeitswut nicht mehr zwischen guten und schlechten Drehbüchern unterscheiden kann ist JAMES CULLEN BRESSACK. Der brachte es mit dem widerwärtigen Home-Invasion-Schund HATE CRIME zu beachtlicher Bekanntheit und das, obwohl sein kontroverses Machwerk in vielen Ländern erst gar nicht ausgewertet wurde. Dennoch sah Trash-Schmiede THE ASYLUM Potenzial. Das berüchtigte Produktionsstudio beauftragte den Filmemacher für die Umsetzung hauseigener Videoware. So entstand günstiger Schwachsinn wie 13/13/13 oder BLOOD LAKE der Bressack lehrte, wie man mit einfältigen Filmen möglichst große Gewinne erzielt! Seither produziert, schreibt und dreht der ambitionierte Horrorfan, als wäre der Teufel hinter ihm her. Zum Leidwesen des Zuschauers, der unwissend durchwachsene Film kauft, obwohl mit vielversprechenden Coverabbildungen geworben wird.
 
 
Pernicious-2014-Bild-5
 
 
Nach TO JENNIFER (übrigens der erste vollständig mit dem iPhone5 gedrehte Spielfilm) ist PERNICIOUS ein weiterer Streifen aus dem umfangreichen Portfolio des strebsamen Newcomers. Der nimmt den Zuschauer mit nach Thailand und begleitet drei Schönheiten durch einen blutigen Albtraum – Geist inklusive. Die suchen im Land des Lächelns nach Erholung, stoßen in der Ferienunterkunft jedoch auf die rastlose Seele eines kleinen Mädchens, die versehentlich aus einer goldenen Statue befreit wird. Rache steht auf den Plan, denn auch in PERNICIOUS ist ein furchtbares Ableben dafür verantwortlich, dass ein Geist keine Ruhe finden kann. Der bringt die drei Frauen unter seine Kontrolle und tötet so grausam all jene, die Schuld am Tod des Mädchens haben.
 
 
PERNICIOUS-2014-Bild-4
 
 
Günstige Videoproduktion – souverän inszeniert. PERNICIOUS ist Grusel-Horror, der für den amerikanischen DVD-Markt gemacht wurde. Das bedeutet einmal mehr Fast-Food-Schauer ohne Tiefgang oder Anspruch, der vor allem Feingeister übel aufstoßen lassen dürfte. Zu sehen gibt es konventionelles Grauen, das sich teils ganz frei beim japanischen JU-ON bedient und mit etwas Folterei sowie derzeit beliebter Besessenheitsthematik verfeinert wurde. Die weiblichen Darsteller fallen durch Optik nicht durch Können auf und falsche Fährten sind dann doch vorhersehbarer, als vermutlich gewollt. Trotzdem schafft BRESSACK das, was vielen Horror-Regisseuren eben nicht gelingt: sein PERNICIOUS unterhält und sorgt für Lacher, denn die Heldinnen besitzen trotz misslicher Lage genügend Humor, um den männliche Zuschauer mit naivem Wortwitz (zumindest in der Originalfassung) und knackigen Rundungen bei Laune halten zu können. PERNICIOUS kommt fast ohne Längen aus, denn Regisseur JAMES CULLEN BRESSACK gibt Gas. Nach kurzem Ausflug ins Tortur-Genre muss ein mysteriöses Puzzle gelöst werden, das erst nach und nach ein Ganzes ergibt. Die unwissenden Protagonisten werden von einem Schauplatz zum nächsten getrieben und versuchen das zu entschlüsseln, was das erfahrene Publikum ohnehin schon weiß. Weitaus rätselhafter als die vorhersehbaren Ereignisse im Film ist die Tatsache, wie es den drei Mädchen nach albtraumreichen Nächten gelingt am Morgen danach perfekt geschminkt und frisch frisiert aus dem Bett zu steigen. Ein mysteriöses Phänomen, das am Ende leider nicht aufgelöst wird. Vermutlich wird das obligatorische Making-of wichtige Antworten liefern.
 
 
Pernicious-2014-Bild-6
 
 


 
 
 

PERNICIOUS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ungewöhnliche Mischung aus brutalem Folter-Horror und japanischem Gruselexport – kurzweilig und souverän inszeniert. Im Falle von PERNICIOUS ist dennoch nicht alles Gold was glänzt. Nicht nur, dass eine goldene Statue im Film Unglück bringt; Regisseur JAMES CULLEN BRESSACK stibitzt viel aus anderen Horrorstreifen, um Interesse zu wecken. So erinnern viele Momente an die klassischen Geisterfilme aus Fernost – allen voran JU-ON: THE GRUDGE. Zudem werden Fans der HOSTEL-Reihe manch unerwartetes Déjà-vu erleben, denn auch in PERNICIOUS scheint man daran Gefallen gefunden zu haben, intensiv an heraushängenden Augäpfeln zu schnippeln. Leider lassen sich viele Zitate nur mit geschultem Auge erkennen. So bemerken wohl ausschließlich erfahrene Horrorfans Anspielungen wie die, in der sich das Geistermädchen im Film krampfhaft versucht in die Ecke der Zimmerdecke zu zwängen. Aufmerksame Zuschauer haben da vermutlich gleich das Filmplakat zum Austreibungs-Horror THE LAST EXORZISMUS mit ähnlichem Motiv vor Augen. Nichtsdestotrotz ist PERNICIOUS nicht so einfältig, wie viele der genannten Zitate. Filmemacher JAMES CULLEN BRESSACK zündet den Turbo und lässt kaum Längen entstehen. Sein Film ist zwar nicht sonderlich helle, besitzt aber genügend Unterhaltungswert und bietet mit seinen drei attraktiven Hauptdarstellerinnen auch was fürs Auge. Männliche Zuschauer sehen da vermutlich gern über Defizite im Schauspiel hinweg, ist PERNICIOUS ohnehin nichts Großes, sondern astrein gemachtes Videofutter für den kleinen Horror-Hunger zwischendurch.
 
 


 
 
 

PERNICIOUS – Zensur

 
 
 
Der Folter-Anteil in PERNICIOUS ist recht zeigefreudig. Da werden Zangen und Macheten geschwungen und Zähne, Fingernägel aber auch Augäpfel bearbeitet. Auch im übrigen Film finden Gore-Bauern an unangenehmen Schlitzmethoden Gefallen. Dennoch kann man davon ausgehen, dass PERNICIOUS hierzulande ungeschnitten erscheinen wird: keine Jugendfreigabe!
 
 


 
 
 

PERNICIOUS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
An American Terror (2014)
 
The Scarhouse (2014)
 
Grave Halloween (2013)
 
Sadako 3D – Ring Originals (2012)
 
Hostel (2005)
 
Ju-On: The Grudge (2002)