Filmkritik: „Bloody Hell – One Hell of a Fairy Tale“ (2020)

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BLOODY HELL – ONE HELL OF A FAIRY TALE

(BLOODY HELL)

Story

 
 
 
Ein Ex-Knacki im Urlaub gerät in die Hände einer äußerst unangenehmen Familie mit mysteriösen Beweggründen

 
 
 


 
 
 

BLOODY HELL – Kritik

 
 
Der australische Drehbuchautor und Regisseur Alister Grierson zeichnet sich bereits für diverse Werke wie „Sanctum“ oder „Kokoda“ verantwortlich, doch weder eine Comedy, noch einen allzu brutalen oder gar splatterigen Film hat er bisher inszeniert – umso erfreulicher also, dass „Bloody Hell“ nach langer Zeit mal wieder als Punktlandung im Bereich des reinen Unterhaltungsfilms zu sehen ist, da hier ohne Kompromisse, unnütze Dramaturgie oder totgeguckte Klischees ein höchst charismatischer und spannender Protagonist präsentiert wird, dessen innerer Monolog am laufenden Band Spaß macht, so aussichtslos die Situation auch wirkt. Aber der Reihe nach:
 
 

„In some versions you’re The Dark Knight, in others you’re The Joker!“

 
 
Nach einem atmosphärischen und gut fotografierten Opener im finnländischen Wald geht es zu gezupfter Countrygitarre nach Idaho, wo ein junger, gutaussehender Mann in der Bank ansteht, um „Maddy“, die hübsche Bankangestellte, zu sprechen. Die Rede ist von Rex, unserem von Ben O’Toole verkörperten Protagonisten, vermutlich in der bisherigen Rolle seines Lebens. Zackig geschnitten, professionell inszeniert und kurzweilig wird nun erzählt wie bewaffnete Bankräuber das Gebäude stürmen, Ben in Selbstjustiz alle davon fertigmacht, dafür als Held gefeiert wird, aber auch 8 Jahre ins Gefängnis kommt. Seines zweifelhaften Ruhms überdrüssig entscheidet er kurzerhand nach Finnland zu ziehen, um dort neu anzufangen.
 
 

„Fee Fi Fo Fum – I smell the blood of an American. May he alive, or may he dead, I grind his bones to make my bread.“

 
 
Direkt am Flughafen trifft Rex auf mehrere, ältere Finnen die irgend etwas unverständliches nuscheln, ihn merkwürdig beäugen und seine Paranoia auslösen, doch ein beruhigendes Selbstgespräch auf der Toilette später hat sich unser vermutlich nur überreagierender, PTSD- geplagter Protagonist genug beruhigt, um in den Flieger zu steigen. Jedes dieser Selbstgespräche zwischen Rex und seinem inneren Ich wird dabei durch technisch einwandfreie Szenen inszeniert, in denen O’Toole zweimal zu sehen ist und flüssig auf sich selbst reagiert, mit sich selbst diskutiert. Und so, durch einen Betäubungsgasangriff, ohne auch nur die kleinste Verschnaufpause, gelangen wir also nach weniger als 20 Minuten bereits nach Finland, wo Rex in einem dreckigen, schick beleuchteten Keller von der Decke baumelt und seinen rechten Unterschenkel vermisst…
 
 
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Wie so oft bei guten, überraschenden Filmen soll auch an dieser Stelle gar nicht weiter erzählt werden, denn auch wenn weder die Antagonisten, noch das Setting an sich allzu originell oder neu sind, so ist es hier einerseits das „Wie“, andererseits das „Warum“, das in einigen Flashbacks amüsant erzählt wird oder durch bissiges, witziges Writing immer wieder überzeugen kann. Die Selbstgespräche sind super realistisch und schwarzhumorig, die Kamerafahrten durch die Böden, Etagen und Decken des alten Hauses beeindruckend und flüssig, hauptsächlich aber reicht schon O’Toole in dieser sehr ungünstigen Situation beim Hadern mit sich selber, um zu unterhalten.
 
 
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Denn auch wenn mir eine Offenbarung sowie Ausführung jener etwas zu trashig und häufig gesehen ist, wir wenig über die Entführerfamilie erfahren und der Film sich im zweiten Akt mit zu viel Hintergrundgeschichte trotzdem noch etwas ausbremst, so überwiegt in erster Linie die Freude darüber, mal wieder einen charakterbasierten Film zu sehen, der um die Stärke seines Schauspielers und Drehbuchs weiß und darum nicht großartig versucht, mit Gore, Sadismus oder unnötig aneckenden Witzen auf sich aufmerksam zu machen.
 
 
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Was jedoch nicht heißen soll, dass „Bloody Hell“ harmlos wäre, ganz im Gegenteil: So amüsant und schwarzhumorig dieser Film auch sein mag, im der dramatische Kern ist tragisch, glaubhaft und funktioniert, wird gut erzählt und sorgt für mehr als nur die oberflächlichste Unterhaltung. Der Charakterwandel ist interessant nachzuvollziehen und wirkt nie zu aufgesetzt und auch wenn der Film es nie nötig hat, unbekannte Nebencharaktere für Gore-Einlagen zu töten, so ist der Gore, der dann später aufkommt, absolut schonungslos, wunderbar handgetrickst und geradezu kathartisch zu nennen. Man liest es schon raus, ich war höchst amüsiert von und zufrieden mit „Bloody Hell“: Trotz wenigen Settings und „kleiner“, simpler Story wurde hier ein großartig galliges, von vorne bis hinten frisches und spaßiges Script auf höchst brutale, clevere, sympathische Weise konsequent umgesetzt. Mit einem fantatischen Hauptdarsteller in einer auf ihn zugeschnittenen Rolle, spitzen Dialogen, höchst witzigen Galgenhumor-Einlagen, nicht zu unterschätzenden, brutalen Mini- Massakern und fast perfektem Pacing. Wäre ein Charakter ausgetauscht, eine Szene etwas umgeschrieben, ich wäre bei ganzen 8/10 Punkten, so aber schrappt der Film ganz knapp daran vorbei.
 
 
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BLOODY HELL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Bitterböse, witzige, sarkastische, höchst kurzweilige Comedy mit deftigen Gewalteinlagen, tragischer Backstory und fantastischer Performance von Ben O’Toole.
 
 


 
 
 

BLOODY HELL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Bloody Hell – One Hell of a Fairy Tale“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

BLOODY HELL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Splendid Film (2 Blu-rays im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bloody Hell; Australien | USA 2020

Genre: Horror, Thriller, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Minuten

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase | Mediabook

Extras: Making-of, Original-Trailer | zusätzlich im Mediabook: Film „We Summon the Darkness“ auf Blu-ray, 20-seitiges Booklet

Release-Termin: Mediabook | KeepCase: 24.09.2021

 

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BLOODY HELL – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Aggression Scale – Der Killer in dir (2012)
 
Very Bad Things (1998)
 

Filmkritik: „The Outsiders“ (1983)

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THE OUTSIDERS

Story

 
 
 
Im Klassiker „The Outsiders“ bekämpfen sich zwei verfeindete Jugendgangs, doch im Endeffekt siegt die Erkenntnis, dass Gewalt keine Lösung ist.

 
 
 


 
 
 

THE OUTSIDERS – Kritik

 
 
„The Outsiders“ ist ein Jugendroman der Autorin Susan E. Hinton, die gleich mit ihrem ersten Buch ein enorm populäres Werk in Amerika erschuf. Der autobiografische Stoff avancierte sich zur Pflichtlektüre in den amerikanischen Schulen und ist dort auch heute noch sehr beliebt. Dass nun ausgerechnet Francis Ford Coppola, Regisseur von solch monumentalen Epen wie „Der Pate“ und „Apocalpyse Now“, 1983 eine Verfilmung von diesem Stoff tätigte, geschah nicht ohne Mitwirken von außen. Die Bibliothekarin einer Schule schrieb einen Brief an Coppola. Da „The Outsiders“ so ziemlich die einzige Lektüre war, an der auch Jungs Interesse zeigten, wünschten sich die Klassen eine ansprechende Verfilmung. Coppola, der erst 1979 mit „Der schwarze Hengst“ eine passende Jugendbuch-Verfilmung abgeliefert hatte, schien da der richtige Ansprechpartner zu sein. Und als Coppola sich „The Outsiders“ durchgelesen hatte, sah er das Potenzial für eine Verfilmung. Diese kam dann 1983 in die Kinos, allerdings in etwas anderer Form, als Coppola das gerne gehabt hätte. Die Studios empfanden seinen Film mit knapp zwei Stunden Laufzeit als zu lang für das Zielpublikum. Also wurde der Streifen auf ca. 90 Minuten heruntergekürzt. Erst 2005 brachte Coppola seine damalige Vision des Filmes unter dem Zusatztitel „The Complete Novel“ heraus. Hier gab es rund 22 Minuten mehr Material zu sehen, wobei leider auch ein paar wenige Szenen, die in der Kinofassung existierten, nicht mehr mit dabei waren. Zusätzlich wurde der Soundtrack erweitert, so dass „The Complete Novel“ noch einige Songs von Elvis Presley besitzt. 2021 bekam „The Outsiders“ nun noch eine aufwendig restaurierte Fassung spendiert, die es auch erneut in die Kinos geschafft hat. Zeit, sich mit diesem Klassiker noch mal zu beschäftigen.
 
 
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Der Film handelt von zwei rivalisierenden Jugend-Gangs. Auf der einen Seite, die der Zuschauer am nächsten erfährt, wären da die Greasers, die auf Rock’n’Roll abfahren und einen auf Rebellen machen, weil sie aus eher ärmlichen Verhältnissen stammen. Auf der anderen Seite gibt es die Socs, die sich aus wohlhabenderen Jugendlichen bilden. Die Unterschiede könnten größer nicht sein und deshalb steht Streit auf dem Tagesprogramm. Als eines Abends aus Notwehr einer der Socs umgebracht wird, soll sich das Leben aller Beteiligten drastisch ändern. Das ist gänzlich klassischer Stoff, den Hinton damals im Alter von nur 19 Jahren schrieb und er eignet sich tatsächlich wunderbar für eine Verfilmung. Dabei muss man jedoch sagen, dass Coppola in seiner Version von „The Outsiders“ eher auf Style-over-substance setzt, denn die Tiefe, welche die Vorlage hergibt, erreicht er nie. Das wurde damals auch von den Kritikern so gesehen, weshalb der Film früher kaum gute Rezensionen erhielt. Erst im Laufe der Zeit wurde daraus ein Kult-Streifen.
 
 
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Ganz sicher ist die Besetzung daran nicht ganz unschuldig, denn was man in „The Outsiders“ an Schauspielern sieht, kann jedem Nostalgiker eine Gänsehaut bescheren. C. Thomas Howell, Matt Dillon, Ralph Macchio, Patrick Swayze, Rob Lowe, Emilio Estevez und Tom Cruise gaben sich die Ehre als Greasers. Allerdings waren sie damals alle noch sehr jung und kaum einer von ihnen war ein großer Name in Hollywood. Eine Sache, die sich in den kommenden Jahren stark ändern sollte und gerade deshalb ist es eine Freude sich „The Outsiders“ auch heute noch anzusehen. Howell und Macchio spielen definitiv die größten Rollen und machen das ordentlich, aber auch Dillon und Swayze konnten schon damals mit enormen Charisma punkten. Der Rest ist eher weniger zu sehen und andere Darsteller spielen auch keine größere Rolle, aber alleine wegen diesen ganzen Namen macht der Film selbst knapp 40 Jahre später noch immer Spaß.
 
 
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Die Figurenzeichnung hingegen ist doch deutlich flacher ausgefallen, denn leider schöpft Coppola auch hier nicht das Potenzial aus, was aber sicher auch mit am Drehbuch liegt, welches man einfach tiefgründiger hätte schreiben können. Man muss die Vorlage nicht kennen, um zu erahnen, welche Rolle die verschiedenen Charaktere in „The Outsiders“ übernehmen. Die Verfilmung macht es sich in diesem Punkt ziemlich leicht und dient dem Publikum vor allen Dingen mit einem: Mit reichlich Schmalz. Ja, es wird nicht gerade geringfügig kitschig und sentimental. Das alleine soll allerdings nicht das große Problem sein und hätte ja eigentlich sogar gepasst. Viel schlimmer ist, dass die Emotionen beim Publikum einfach nicht so richtig ankommen. Für ein Drama bzw. ein Melodram ist das deutlich zu wenig. Die Figuren tun einem ein wenig Leid und was dort geschieht, ist manchmal leicht dramatisch, doch für echte Emotionen reicht dies kaum aus. Da es nebenbei jedoch selten Anflüge von Humor gibt, fühlt man sich von den Gefühlen etwas enttäuscht. Hier wäre definitiv mehr drin gewesen. Wenn der emotionalste und ehrlichste Moment erst ganz zum Schluss geschieht, fragt man sich, was die ganzen Szenen zuvor eigentlich sollten.
 
 
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Diese sind natürlich in erster Linie für Francis Ford Coppola höchstpersönlich da, denn was „The Outsiders“ an Tiefe nicht hergibt, macht er mit seinen Bildern wieder wett. Die Inszenierung ist ein Traum und die Optik könnte besser gar nicht sein. Man fühlt sich sofort wie in einem Film der 80er Jahre, wobei dieser einen dann wiederum bestens in das Zeitalter der 60er wirft. Da dürfen auch zahlreiche Anspielungen auf Klassiker nicht fehlen. Für den Cineasten sicher eine wahre Freude. Coppola macht aus der doch relativ simplen Geschichte einen epischen Stoff, so wie man das damals von ihm gewohnt war. Seine Inszenierung ist toll und entwirft Szenen, die sich in die Netzhaut brennen. Aus handwerklicher Sicht ist „The Outsiders“ auch heute noch ein echter Genuss, denn hier sieht einfach alles genial aus. Dass die Inszenierung dabei auf völlig theatralische Übertreibung setzt, passt zu Coppola. So muss es bei der finalen Schlägerei natürlich regnen, doch wenn das Ergebnis so wunderbar aussieht, dann soll das auch einfach so sein.
 
 
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Der Director’s Cut ist dabei die klar zu empfehlende Version, denn selbst wenn es schon hier an Tiefe mangelt, bekommt man doch noch mehr Hintergründe zu den Verhältnissen der Greasers und der Socs geboten. Außerdem ist diese Version mit seinen knapp zwei Stunden Laufzeit auch keineswegs zu lang geraten. Es ist schon erstaunlich, wie wenig man der Jugend schon Anfang der 80er Jahre zugetraut hat. Zu Längen kommt es eigentlich nie, weil alle Szenen ihre Berechtigung besitzen. Fast schon ist man geneigt zu sagen, dass noch mehr Laufzeit besser gewesen wäre. Gerade die ruhigen Momente besitzen ihre gewisse Melancholie und Nachdenklichkeit. Auf Action setzt „The Outsiders“ zwar sowieso eher weniger, aber meistens ist doch relativ viel los und das Tempo ist recht hoch. Hier passt dann natürlich auch der überarbeitete Soundtrack bestens.
 
 


 
 
 

THE OUTSIDERS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„The Outsiders“ ist ein Stück 80er-Jahre-Nostalgie, welches sich seinen Kult-Ruf erst erarbeiten musste und heute viel weniger kritisch aufgenommen wird, als damals noch. Die Geschichte ist sehr simpel, kommt mit guter Moral daher, wird im Film aber nicht so intensiv behandelt, wie man das hätte tun können. Allgemein geht es gerne mal kitschig zur Sache, aber gerade weil die Inszenierung so perfekt ist, verzeiht man das gerne. Außerdem wäre da ja noch dieser beeindruckende Cast. So viele angehende Superstars sieht man selten zusammen. Die Emotionen sitzen leider nicht so richtig und allgemein bleibt „The Outsiders“ ein recht oberflächlicher Film, der nicht mal in der längeren Fassung zu viel mehr Tiefe führen kann, doch aufgrund der echt tollen Atmosphäre wiegt das nicht so schwer. Jeder, der ein Faible für 80er-Jahre-Filme hat, kommt an diesem Klassiker eigentlich kaum vorbei!
 
 


 
 
 

THE OUTSIDERS – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Outsiders“ ist ungeschnitten und frei ab 12 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE OUTSIDERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) ARTHAUS | STUDIOCANAL (2 Blu-rays im KeepCase)

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(c) ARTHAUS | STUDIOCANAL (2 UHDs + 2 Blu-rays im Digipack)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Outsiders; USA 1983

Genre: Drama, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 115 Minuten

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase (Blu-ray) | Digipak im Schuber (4K-UHD)

Extras: Disc 1: Blu-ray Director’s Cut (The Complete Novel) (HD, ca. 115 Min.), Über die Restaurierung: Interviews, Geschnittene Szenen, Einführung von Francis Ford Coppola, “Outsider Looking In” – neues Interview mit Francis Ford Coppola über Schlüsselszenen eines Kultfilms, Featurette “Old House New Home” – Ein Museum für die “Outsiders”, Trailer, Audiokommentare, Featurette “Stay Gold”: Ein Blick zurück auf The Outsiders, Disc 2 Blu-ray: Kinofassung (HD, ca. 91 Min.), S.E. Hinton am Drehort in Tulsa, Das Casting der “Outsiders”, NBC’s News Today von 1983, ‚The Outsiders‘ Started by School Petition, Sieben Teammitglieder (Lowe, Swayze, Howell, Dillon, Macchio, Garret and Lane) lesen Auszüge aus dem Roman, Geschnittene und erweiterte Szenen, Kinotrailer von 1983

Release-Termin: KeepCase + Digipack: 11.11.2021

 

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The Outsiders [2 UHDs + 2 Blu-rays im Digipack] ungeschnitten im ARTHAUS-Shop kaufen

 
 


 
 
 

THE OUTSIDERS – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei ARTHAUS | STUDIOCANAL)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
… denn sie wissen nicht, was sie tun (1955)
 
Rumble Fish (1983)
 
Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers (1986)
 

Filmkritik: „The Trip – Ein mörderisches Wochenende“ (2021)

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THE TRIP – EIN MÖRDERISCHES WOCHENENDE

(THE TRIP)

Story

 
 
 
Für ein sich hassendes Ehepaar wird die Planung, den Partner umzubringen, zu einer viel größeren Gefahr, als auch noch ein paar entflohene Sträflinge auftauchen.

 
 
 


 
 
 

THE TRIP – Kritik

 
 
Wenn eine schwarze Komödie aus Skandinavien stammt, darf man sich sicher sein, dass es alles andere als politisch korrekt zur Sache gehen wird. Wenn dann auch noch Tommy Wirkola Regie führt, dann darf man sich zusätzlich sicher sein, dass es reichlich blutig werden wird. „The Trip – Ein mörderisches Wochenende“ klingt schon auf dem Papier reichlich abgefahren, ist in seiner Umsetzung jedoch tatsächlich noch verrückter. Schade, dass sich Wirkola manchmal etwas von belanglosen Nebensträngen ablenken lässt, denn sonst hätte aus dem Streifen ein echter Kulthit werden können, doch auch so kommen Fans von schwarzem Humor auf ihre Kosten!
 
 
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Lisa und Lars führen keine besonders glückliche Ehe, hassen sich irgendwie und können einfach keine Minute friedlich miteinander verbringen. Ein Wochenende in einem abgelegenen Ferienhaus soll es richten, nur was beide Partner voneinander nicht wissen: Der jeweils andere plant, den anderen umzubringen. Als das Ehepaar die Pläne in die Tat umsetzen möchte, stoßen plötzlich drei entflohene Sträflinge in das Szenario und die sind durchaus brutal. So darf sich das Gemetzel erweitern und dabei kommt es Lisa und Lars zu gute, dass sie sich schon ein paar Waffen besorgt haben.
Das klingt wie die weitaus brutalere Variante von „Mr. und Mrs. Smith“ und ungefähr ein solches Szenario erwartet den Zuschauer auch. Nur dass es hier nebenbei eben noch drei brutale Gangster gibt. Alleine diese Idee macht das Geschehen ziemlich abwechslungsreich, wobei Wirkola, der das Drehbuch selbst schrieb, manchmal etwas den Fokus aus den Augen verliert. So wäre es nicht unbedingt nötig gewesen, das Treiben noch mit Rückblenden anzureichern. Teilweise möchte die Geschichte mehr, als sie eigentlich hergibt. Hätte man sich da lieber auf das Wesentliche konzentriert, wäre die Handlung im Endeffekt stimmiger. Trotzdem hatte Wirkola einige stimmige Ideen und setzt diese gekonnt um.
 
 
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Sowieso macht er in seiner Inszenierung viel richtig. Kennt man seine vorherigen Filme wie z.B. „Dead Snow“, weiß man schon in etwa auf welche Richtung man sich gefasst machen sollte. „The Trip – Ein mörderisches Wochenende“ ist gnadenlos schwarzhumorig, pfeift auf politische Korrektheit und gibt sich möglichst derb. Egal ob es mal in Richtung Fäkalhumor geht oder ob es dann doch eher in Richtung „Vergewaltigung des Mannes“ geht – Man behandelt viele Faktoren. Dass der Anfang dabei sogar noch nach einem halbwegs ernsthaften Beziehungsdrama aussieht, macht die Sache nur noch abwechslungsreicher. Es dauert ca. 20 Minuten bis es zum ersten Mal zur Sache geht, aber so richtig starten, tut das Szenario erst nach 40 Minuten, wenn die Verbrecher dazu stoßen. Erstaunlicherweise wird die Atmosphäre danach sogar nahezu richtig fies und man könnte kurze Zeit fast vergessen, dass es ja humorvoll zur Sache ging. Da fühlt sich der Zuschauer fast wie in einem lupenreinen Terrorfilm alter Schule. Dieses Gefühl hält allerdings nicht lange an und schon bald wird wieder hemmungslos auf die Kacke gehauen. Niemand wird verschont und alle stecken ein.
 
 
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Leider sorgen die ganzen Rückblicke immer wieder für eine Unterbrechung und das wäre in dieser Form nicht notwendig gewesen. Hier bremst sich „The Trip – Ein mörderisches Wochenende“ unnötig aus. Allgemein ist der Plot für seine knapp zwei Stunden Laufzeit zu aufgebläht. Hätte Wirkola daraus einen 90-Minüter gemacht, hätte es gar keine Längen gegeben, aber in dieser Form ist der Unterhaltungswert nicht immer ganz oben. Spannung will eigentlich auch nicht wirklich aufkommen, weil das Treiben dafür nicht ernst genug erscheint. So bleibt einem im Endeffekt nichts anderes übrig, als einfach Spaß mit dem blutigen Treiben zu haben und wenn man es gerne böse hat, dann wird einem das nicht schwer fallen. Blut wird jedenfalls genügend vergossen und die Freigabe ab 18 Jahren hat sich der Film durchaus verdient. Die Morde fallen schön kreativ aus und jeder steckt reichlich ein. Die Effekte sind zudem gut gelungen und auch der Score begleitet das Geschehen passend.
 
 
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Das würde jedoch alles noch nicht ausreichen, wenn die Darsteller ihre Rollen nicht gut verkörpern könnten, doch hier kann sich Wirkola auf seinen Cast voll und ganz verlassen. Mit Noomi Rapace arbeitete er nicht das erste Mal zusammen und sie macht sich in ihrer Rolle echt gut. Aber auch Aksel Hennie geht als Lars vollkommen auf und holt den Zuschauer ab. Als die drei Sträflinge wissen Atle Antonsen, Christian Rubeck und André Eriksen zu überzeugen und die überschaubare Anzahl weiterer Schauspieler enttäuscht ebenfalls nicht. Der Fokus liegt sowieso stark auf diesen fünf Darstellern, die das schön übertrieben machen. Das passt, weil die Figurenzeichnung ebenso übertrieben ausgefallen ist. Hier wird mit einigen Klischees gearbeitet und das soll so sein. Das Resultat fördert zwar nicht gerade die Sympathien, aber zu viele davon wären in diesem Falle sowieso kontraproduktiv gewesen. Eine Ewigkeit bleiben einem diese Charaktere sicherlich nicht in Erinnerung, aber es ist markant genug, so dass man sich darüber nicht beschweren kann.
 
 


 
 
 

THE TRIP – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„The Trip – Ein mörderisches Wochenende“ ist ein böser, blutiger Spaß geworden, der sich keinen Deut um politische Korrektheit schert und dabei irgendwie typisch skandinavisch wirkt. Besonders die guten Darsteller fallen auf und die Inszenierung sitzt ebenfalls. Leider versucht die Story im Endeffekt mehr zu sein, als sie eigentlich ist und deshalb zieht sich das Treiben etwas in die Länge. Das bemerkt man auch an der Laufzeit, denn der Film ist insgesamt gute 20 Minuten zu lang geraten und das stört natürlich den Unterhaltungswert. Sieht man davon mal ab, bekommt man jedoch herrlich schwarzhumorige und reichlich blutige Unterhaltung geboten, die gute Effekte besitzt und ganz sicher nicht zimperlich mit seinen Figuren umgeht. Aus handwerklicher Sicht ist das souverän gestaltet, die Grundidee ist nicht sonderlich originell, aber spaßig und insgesamt lässt sich durchaus sagen, dass man mit diesem Werk seinen Spaß haben kann, wenn man es eben gerne böse und blutig hat!
 
 


 
 
 

THE TRIP – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Trip – Ein mörderisches Wochenende“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE TRIP – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SquareOne Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Trip; Norwegen 2021

Genre: Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Norwegisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.00:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 113 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Making of, Deutscher Trailer

Release-Termin: KeepCase: 29.10.2021

 

The Trip – Ein mörderisches Wochenende [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE TRIP – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei SquareOne Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mr. & Mrs. Smith (2005)
 
Der Rosenkrieg (1989)
 

Filmkritik: „Seance“ (2021)

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SEANCE

Story

 
 
 
An einer Mädchenschule macht das Gerücht des Geistes eines verstorbenen Mädchens den Umlauf. Als wirklich Menschen sterben, scheint an der Sache etwas dran zu sein.

 
 
 


 
 
 

SEANCE – Kritik

 
 
Man muss entweder sehr selbstbewusst sein oder von vornherein wissen, dass man nichts zu bieten hat, wenn man einen Film so wenig originell auf den Namen „Seance“ tauft. Immerhin gibt es nicht gerade wenige, billige Horrorfilmchen, die sich mit diesem Titel schmücken. Im Falle der 2021er Variante kann der geneigte Fan jedoch aufatmen. Hier bekommt man es nämlich nicht mit einem billigen, lieblosen Werk zu tun, sondern mit einem schön unaufgeregten, dafür aber ziemlich atmosphärischen Vertreter, der seine Zutaten sogar einigermaßen originell mischt.
 
 
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Camille ist neu an der renommierten Mädchen Academy Fairfield. Ihren Platz verdankt sie dem Tod einer anderen Schülerin, welcher unter ominösen Umständen geschah. An der Schule gibt es das Gerücht eines Geistes, weil ein Mädchen sich einst selbst umgebracht hatte. Als eine Mädchen-Clique einen Streich spielen will und den Geist beschwört, rechnet noch niemand damit, dass dies wirklich funktioniert. Doch die Nacht hat ihr Opfer und so kann Camille die Schule besuchen. Auch sie soll bald bemerken, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Das klingt zunächst wie eine total altbackene, ausgelutschte Geschichte, die man im Horrorbereich so schon etliche Male zu sehen bekommen hat und mit der man wohl 2021 niemanden mehr abholen dürfte. Doch weit gefehlt, denn bei „Seance“ macht alles einen falschen Anschein und so kann man sich auf ein paar gute Wendungen gefasst machen. Das ist zwar im Endeffekt nicht wirklich glaubwürdig und wirkt etwas konstruiert, doch da die Ideen gelungen sind, wiegt diese Tatsache in diesem Falle nicht so schwer. Außerdem ist es doch ziemlich clever, wie man mit der Erwartungshaltung des Publikums spielt.
 
 
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So macht alles von Anfang an den Eindruck eines gruseligen Geisterfilms und den bekommt man letztendlich ja auch, aber es gibt noch ein paar weitere Zutaten, die anfangs so nicht zu erwarten sind. So fühlt man sich im Endeffekt fast schon wie in einer Art Slasher und auch ein paar kleine Krimi-Anteile sind vorhanden. Alles in einem kann man „Seance“ wohl am besten als Mysteryfilm bezeichnen. Die Atmosphäre funktioniert dabei wunderbar. Von Anfang an wirkt die Stimmung unheilvoll und gruselig. Zwar kommen ein paar Szenen nicht ohne die bekannten Jump-Scares aus, aber dieses Stilmittel wird nicht zu übertrieben und eher zweckdienlich eingesetzt. Der größte Nervenkitzel bleibt aus, denn dafür ist der Film insgesamt doch zu entspannt, aber diese Atmosphäre kann den Zuschauer durchaus einlullen, wenn er eine Affinität zu diesem Genre besitzt.
 
 
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Regisseur Simon Barrett, der vor allen Dingen durch die oftmalige Zusammenarbeit mit Adam Wingard bekannt ist und oftmals Drehbücher schreibt, führte hier zum ersten Mal bei einem Langfilm selbst Regie und man merkt ihm seine Erfahrung in diesem Genre durchaus an. So sind die ganzen Grusel-Szenen gekonnt aufgebaut und clever gestaltet. Sowieso ist die handwerkliche Arbeit hübsch anzuschauen. Die Kulissen wirken simpel, aber zweckdienlich und dass alles etwas kleiner gehalten wurde, ist im Falle von „Seance“ sympathisch. Hochwertige Arbeit steckt nämlich dennoch dahinter, was alleine die Optik beweist. Wenn Barrett, der übrigens auch hier selbst das Drehbuch verfasste, hinterher sogar noch Action-Elemente mit einbaut, wirkt das unerwartet und gibt abermals eine frische Dynamik her. Da gibt es sogar noch ein paar blutigere Szenen, mit denen vorher so nicht zu rechnen war. Dennoch ist die Freigabe ab 16 Jahren völlig berechtigt und die Effekte sehen allesamt brauchbar aus.
 
 
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Auf die Darsteller kann man sich zum Glück ebenfalls verlassen, denn hier liefert jeder das ab, was von ihm erwartet wird. Im Mittelpunkt steht dabei ganz klar die coole Suki Waterhouse, die gar nicht mal so viel machen muss, um zu gefallen. Das liegt aber auch an der gelungenen Figurenzeichnung. Die Hintergründe werden zwar nur angedeutet, dennoch wirkt ihr Charakter von Anfang an markant genug. Das ist bei den anderen Figuren ebenfalls geglückt. Es bleibt alles ziemlich oberflächlich, aber es ist einprägsam genug, um den Zuschauer damit über die angenehme Laufzeit von rund 90 Minuten zu unterhalten. Hier verstecken sich absolut keine Längen, denn selbst wenn der Aufbau ruhig und entspannt ist, ist immer etwas los und in der letzten halben Stunde ändert sich die Tonart sowieso noch mal grundlegend. Begleitet wird das Treiben von sehr dezenten Melodien, die passend sind. Der Score hat schon fast etwas Retro-artiges.
 
 


 
 
 

SEANCE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„Seance“ ist deutlich besser, als sein einfallsloser Titel vermuten lässt. Außerdem ist er origineller, als man hätte denken können, denn das ausgelutschte Geistergenre wird hier von anderen Zutaten ergänzt und insgesamt ist die Story zwar sicher kein Geniestreich, aber sie wirkt dennoch durchdacht und niemals lieblos. Besonders die handwerkliche Arbeit weiß dabei zu gefallen, denn die Inszenierung macht nichts verkehrt und die Optik weiß zu überzeugen. Zusätzlich sind die Darsteller allesamt brauchbar, die deutsche Synchronisation klingt gut und sogar die Figurenzeichnung ist einigermaßen gelungen. Ansonsten bekommt der Zuschauer noch eine schaurige Atmosphäre, die auf ihre eigene Art und Weise angenehm und entspannt wirkt. Der größte Nervenkitzel bleibt aus und wirklich glaubwürdig ist das Szenario niemals, aber dafür wird man hier kurzweilig unterhalten. Wer auf Gruselfilme abfährt, sollte „Seance“ also nicht verpassen!
 
 


 
 
 

SEANCE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Seance“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

SEANCE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Weltkino Filmverleih (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Seance; USA 2021

Genre: Horror, Drama, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 99 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Featurette, Trailer

Release-Termin: KeepCase: 22.10.2021

 

Seance [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SEANCE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Weltkino Filmverleih)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Woods (2006)
 
Düstere Legenden (1998)
 
The Ring (2002)
 

Filmkritik: „Gaia – Grüne Hölle“ (2021)

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GAIA – GRÜNE HÖLLE

(GAIA)

Story

 
 
 
Zwei Park-Ranger stoßen im südafrikanichen Dschungel auf eine große Bedrohung, welche die Existenz der gesamten Menschheit gefährden könnte.

 
 
 


 
 
 

GAIA – Kritik

 
 
Südafrika ist nicht gerade für seine großen Blockbuster bekannt, aber dass aus diesem Land auch starke Genreware kommen kann, beweist „Gaia – Grüne Hölle“. Der Film richtet sich nicht gerade an den Mainstream und ist zuweilen ganz schön sperrig, macht im Gegenzug optisch und audiovisuell jedoch alles richtig und wirkt dabei so anders, dass er definitiv eine Sichtung wert ist, wenn man den „normalen“ Horror satt hat.
 
 
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Die beiden Park-Ranger Gabi und Winston sind gerade auf Patrouille, als Gabi ihre Drohne verliert und diese wieder aufsammeln möchte. Im Wald verletzt sich Gabi jedoch ihren Fuß und flüchtet in eine Hütte. Hier leben tatsächlich zwei Menschen, Barend und sein Sohn Stefan, die von der Zivilisation Abschied genommen haben und sich merkwürdig verhalten. Woran das liegt, soll Gabi schon bald erfahren, denn im Wald lauert eine Gefahr und die beiden Männer wissen davon. Die Story ist durchaus interessant, selbst wenn sie teilweise etwas zerfahren wirkt. Der Zuschauer wird ohne große Erklärungen in das Szenario geworfen und muss sich Verständnis erst mal erarbeiten. Hinterher wendet sich das Blatt einige Male, so dass das Geschehen niemals zu vorhersehbar erscheint. „Gaia – Grüne Hölle“ bedient sich an vielen Vorbildern, wie z.B. „Predator“, „Green Inferno“, „Beim Sterben ist jeder der Erste“ und „Auslöschung“, bastelt sich aus den diversen Zutaten jedoch etwas ziemlich Eigenständiges. Dass alle Fragen beantwortet werden, sollte der Zuschauer dabei besser nicht erwarten, denn ein Interpretationsfreiraum bleibt durchaus offen. Zuweilen verliert die Geschichte auch etwas zu sehr ihren Fokus, so dass das Drehbuch keineswegs perfekt, aber definitiv interessant ausgefallen ist.
 
 
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Dabei ist es vor allen Dingen die Mischung, die „Gaia – Grüne Hölle“ so interessant macht. Das fängt nämlich wie ein recht gewöhnlicher Survival-Thriller im Dschungel an und gewinnt dann zunehmend an Mystery-Anteilen. Dann gesellt sich eine große Portion Monster-Horror mit hinzu und außerdem wäre da der psychedelische Drogen-Anteil. Dieser macht die Stimmung manchmal kaum greifbar. Die Halluzinationen sorgen für eine surreale Atmosphäre, welche zum Ende hin immer abgedrehter wird. Das wirkt alles ganz schön düster und besitzt überhaupt keinen Humor. Dialoge stehen ebenfalls nicht im Vordergrund und so lebt der Film am ehesten von seinen Bildern. Und vom Sound natürlich! Die Geräusche der Monster hören sich so richtig unheimlich an und wurden stark gestaltet. Dazu gibt es einen atmosphärischen Score zu hören, der sehr passend ist und so macht es nicht nur Spaß, sich „Gaia – Grüne Hölle“ anzusehen, sondern vor allen Dingen auch, sich ihn anzuhören.
 
 
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Aus handwerklicher Sicht kann man dem Werk sowieso kaum einen Vorwurf machen. Regisseur Jaco Bouwer, der zuvor am ehesten für das Fernsehen arbeitete, wird sicher kaum jemandem bekannt sein, aber er versteht sein Handwerk. Die Inszenierung macht einen sehr gekonnten Eindruck, wovon die Atmosphäre nur profitieren kann. Mit Hilfe des ordentlichen Kameramanns entstehen so einige berauschende Bilder, die ihre Faszination besitzen. Über die Effekte kann man sich dabei ebenfalls nicht beklagen, denn selbst wenn sie überwiegend aus dem Computer stammen, sehen sie ordentlich aus. Die Monster haben ein interessantes Design und die Halluzinationen wurden optisch äußerst ansprechend bebildert.
 
 
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Außerdem wird „Gaia – Grüne Hölle“ überraschend gut gespielt. Es gibt nur vier Darsteller zu sehen, doch von diesen liefern alle ab. Anthony Oseyemi ist zwar leider nur wenig zu sehen, aber Carel Nel und Alex van Dyk übernehmen größere Rollen und machen das souverän. Am ehesten sollte man jedoch die starke Monique Rockman nennen, welche die Hauptaufgabe bekommen hat und das eindringlich spielt. Für eine tiefere Figurenzeichnung ist hier allerdings leider kein Platz. Die wenigen Charaktere bekommen schon ihren kleinen Hintergrund, bleiben ansonsten jedoch blass. Das ist der Machart zu verschulden und eigentlich nicht so dramatisch, nur bleiben die Figuren kaum hängen und echte Sympathien entstehen hier ebenfalls nicht.
 
 
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Sowieso hat „Gaia – Grüne Hölle“ ein paar Probleme mit seinem Unterhaltungswert. Der Anfang ist noch sehr ruhig und in der ersten halben Stunde lässt man sich Zeit, das Geschehen aufzubauen. Dass dies nicht langweilig ausgefallen ist, liegt vor allen Dingen daran, dass man trotzdem sofort in ein ominöses Szenario geworfen wird. Danach variiert das Erzähltempo desöfteren, ist mal schneller und mal langsamer, aber innerhalb der 97 Minuten Laufzeit kommt es dann doch zu ein paar Längen. Ist das Geheimnis nämlich erst mal gelüftet und man hat die Monster gesehen, zieht sich das Geschehen etwas zu sehr. Hier hätte der Film ruhig noch länger warten dürfen, bis er dem Zuschauer gewisse Dinge zeigt. Die etwas actionvolleren Szenen passen nicht unbedingt zum restlichen Erzählstil und Spannung will leider kaum aufkommen. Sowieso wirkt der Film manchmal etwas zu trocken, aber gerade weil er so schön anzuschauen und anzuhören ist, wiegt das nicht zu schwer. Einen Großteil der Laufzeit über ist man nämlich doch relativ gebannt.
 
 


 
 
 

GAIA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„Gaia – Grüne Hölle“ ist auf jeden Fall ein erfrischend anderer Horrorfilm, der aus vielen Zutaten besteht, einige Vorbilder besitzt und sich daraus eine interessante, eigenständige Story bastelt, die zwar nicht perfekt ist, aber große Ambitionen erkennen lässt. Sowieso ist der Film toll gemacht. Die Bilder sehen hervorragend aus, der Sound hört sich stark an und audiovisuell ist das eine ganz schöne Wucht. Leider kann der Unterhaltungswert daran nicht anknüpfen, denn Spannung kommt selten auf und ein paar Längen sind hinterher schon vorhanden. Dafür entschädigen ordentliche Darsteller und solide Effekte. Das böse Ende weiß ebenfalls zu überzeugen und unterstreicht die Öko-Botschaft noch mal fett. Die Macher haben sich durchaus Gedanken gemacht und liefern mit „Gaia – Grüne Hölle“ keinen stumpfen Horrorfilm ab, sondern einen sehr abwechslungsreichen, atmosphärischen Streifen, den man sich als Fan der etwas anderen Filmkost nicht entgehen lassen sollte!
 
 


 
 
 

GAIA – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Gaia – Grüne Hölle“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

GAIA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SquareOne Entertainment / Leonine (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Gaia; Südafrika 2021

Genre: Horror, Drama, Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 96 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 24.09.2021

 

Gaia – Grüne Hölle [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

GAIA – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei SquareOne Entertainment / Leonine)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Predator (1987)
 
Auslöschung (2018)
 
The Green Inferno (2013)
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 

Filmkritik: „Truck Turner – Chicago Poker“ (1974)

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TRUCK TURNER – CHICAGO POKER

(TRUCK TURNER | BLACK BULLET)

Story

 
 
 
Truck Turner (Isaac Fucking Hayes) verdingt sich nach dem verletzungsbedingten Ende seiner Football-Karriere in Los Angeles als Kopfgeldjäger. Auf der Suche nach dem flüchtigen Luden Gator gerät Turner in einen Revierkampf zwischen brutalen Zuhälterfraktionen. Der fieseste unter den Nuttenhauern ist Harvard Blue (Yaphet Kotto), der sich gerne den Kopf des Kopfgeldjägers über den Kamin hängen würde.

 
 
 


 
 
 

TRUCK TURNER – Kritik

 
 
Ein Film aus dem Fundus der American International Pictures (AIP) könnte nicht mal dann enttäuschen, wenn er es versucht. Was nicht heißen soll, dass TRUCK TURNER eine Enttäuschung wäre. Im Gegenteil! Roger Cormans langjähriges Heimatstudio versteht in den Seventies auch, die innerstädtischen Kinos, maßgeblich von einem schwarzen Publikum besucht, mit perfekt aufgezogenen Billigreißern zu beliefern. Dabei wird das Script des Films anfänglich für einen weißen Schauspieler geschrieben. Lee Marvin oder Ernest Borgnine sind im Gespräch für den Part des Bounty Hunters. Knarzige Altherren-Action also. Interessant, so aber besser.
 
 
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TRUCK TURNER funktioniert nach den liebgewonnenen Mustern des Black-Action-Cinema. Kampf der afroamerikanischen Alpha-Wasserbüffel in grausigen Garderoben vor urbaner Kulisse. Die Herren sind gleichermaßen gewaltbereit und übercool und selbst im Angesicht wildester Schlägereien wäre, wenn nötig, genug Hoden-Überdruck vorhanden, eine der scharfen Afro-Schnitten zu bespaßen, die mindestens genau so tough redet und handelt wie die Herren der Schöpfung. Das Betrachten eines Blaxploitation-Films dürfte in jedem feministischen Universitätsfilmclub zu spontanen Selbstentzündungen im Publikum führen.
 
 
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TRUCK TURNER (hierzulande übrigens früher CHICAGO POKER, obwohl er in LA spielt. Deutschland, meine Damen und Herren, Deutschland!) läuft in den USA als tatsächlicher B-Film (also Film Nummer zwei eines Double Features) für den genialen FOXY BROWN, ist aber auch separat ein Knüppel. Bei dieser Besetzung ja auch nicht weiter verwunderlich.
 
 
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Isaac Hayes (1942 – 2008), sagenhaft kreativer Musiker und Songschreiber des besseren Soul und Funk, landet mit seinem „Theme From Shaft“ Anfang 1971 einen Crossover-Hit, der nicht nur die Charts stürmt, sondern auch noch die Soundtrack-Blaupause zum Blaxploitation-Genre wird. Es folgen Jahre des Prominenz-Exzesses, Kokain, schlechte Weiber und schlechtere Finanzberatung. Dafür aber auch Auftritte in Kultprogrammen wie John Carpenters DIE KLAPPERSCHLANGE, wo er den Gangsterboss Duke Of New York spielt. Die Musik von TRUCK TURNER übernimmt er natürlich auch.
 
 
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Später Comeback-Erfolg ist dem Mann mit der tiefen Stimme als Chefkoch im wilden Erfolgs-Cartoon SOUTH PARK vergönnt. Er spricht und singt die Parts des stets potenten Cafeteria-Küchenmeisters mit jederzeit hörbarer Freude an der Sache ein. Seine immer deutlich unter der Gürtellinie landenden Sprüche sind wichtiger Beitrag zum frühen Erfolg der langlebigen Serie von Matt Stone und Trey Parker bis sich der bekennende Scientologe mit den beiden Machern überwirft. Grund ist natürlich eine Folge über L. Ron Hubbards kontroverse Science-Fiction-Sekte aus Kalifornien.
 
 
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Nichelle Nichols, die echte Uhura aus RAUMSCHIFF ENTERPRISE spielt mit, dann als blutgeiler Pimp der gewohnt intensiv agierende Yaphet Kotto, den’s ja leider auch dieses Jahr erwischt hat. Turners Auftraggeber spielt Dick Miller, den jeder Filmfan in mindestens fünf Filmen gesehen hat, wofür man ihm die Filmbiografie THAT GUY DICK MILLER geschenkt hat.
 
 


 
 
 

TRUCK TURNER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Populärer Blaxploitation-Standardfilm in großartiger Qualität. Isaac Hayes, der sich auf einem Plattencover auch mal ordentlich größenwahnsinnig Black Moses nannte, erfreut den Bahnhofskino-Freund als lässiger Sex- und Fressevoll-Gott im brütenden Los Angeles der Wilden Siebziger. TRUCK TURNER ist ein Beispiel für einen Genrefilm, bei dem tatsächlich alles stimmt.
 
 


 
 
 

TRUCK TURNER – Zensur

 
 
 
TRUCK TURNER ist ein Kultfilm, der während der Blaxploitation-Welle in den 70er-Jahren erschien und in Deutschland um zehn Minuten gekürzt auf VHS-Kassette veröffentlicht wurde. Diese Fassung wurde im Jahr 1984 indiziert. 20 Jahre stand der Streifen auf dem Index. Erst im September 2011 erfolgte eine Neuprüfung, die dem Kultfilm eine FSK16 in der ungeschnittenen Fassung attestierte. Die nun erhältliche Blu-ray besitzt einen roten FSK-Flatschen. Der Grund ist im von der FSK höher eingestuftem Bonusmaterial zu suchen, denn der Streifen selbst besitzt eine Jugendfreigabe. Die Blu-ray-Fassung des Streifens ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

TRUCK TURNER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM RECORDS (Blu-rays + DVDs in 6 Mediabooks)

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(c) NSM RECORDS (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Black Bullet; USA 1974

Genre: Thriller, Krimis, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase | Mediabook

Extras: Die ehemaligen nachsynchronisierten Fehlstellen wurden 2020 nochmal neu nachsynchronisert und ersetzen die bisherige Nachsynchro, Trailer, Radio-Spots | zusätzlich im Mediabook: 24-seitiges Booklet mit Text von Mike Blankenburg, Film auf DVD

Release-Termin: KeepCase: 24.09.2021 | Mediabook: 18.12.2020

 

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Truck Turner – Chicago Poker [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover F] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

TRUCK TURNER – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hammer (1972)
 
Wenn es Nacht wird in Manhattan (1970)
 
Coffy – die Raubkatze (1973)
 

Filmkritik: „Chuckys Baby“ (2004)

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CHUCKYS BABY

(SEED OF CHUCKY)

Story

 
 
 
In „Chucky und seine Braut“ schon angedeutet, ist es bei „Chuckys Baby“ nun so weit. Die ikonische Killerpuppe bekommt Nachwuchs, denkt aber gar nicht daran nun als gutes Vorbild zu fungieren.

 
 
 


 
 
 

CHUCKYS BABY – Kritik

 
 
Abgesehen von der riesigen Reihe „Puppet Master“, gibt es wohl keine langlebigere Puppenhorror-Reihe, als „Chucky“. Das fing 1988 noch recht ernst, als düsterer Horrorfilm an und selbst wenn das Original mittlerweile etwas angestaubt ist, ist es für Fans noch immer brauchbar. Danach wurden schnell zwei Fortsetzungen hinterher geschmissen und dabei wurden die Komödien-Anteile von Teil zu Teil erhöht. Seinen Höhepunkt fand das 1997 in „Chucky und seine Braut“, einer reinen Horrorkomödie, die der Reihe neues Leben einhauchen konnte. Weitere sieben Jahre sollten vergehen, bis es zu „Chuckys Baby“ kommen sollte und dieser setzt den vorher eingeschlagenen Weg konsequent fort.
 
 
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Schon im letzten Teil wurde es angedeutet, jetzt ist es so weit: Chucky und Tiffany haben ein Baby gezeugt. Allerdings sind die beiden mordlustigen Puppen nicht mehr am leben. Ihr Baby sorgt jedoch dafür, dass sie bald wieder morden können. Dafür nisten sich Chucky und Tiffany bei der Schauspielerin Jennifer Tilly ein, die gerade erst eine Rolle für einen neuen Chucky-Film angenommen hat und eine Beziehung mit dem Regisseur eingeht. Der Plan ist simpel: Die beiden Puppen wollen in die Körper der beiden Menschen. Nebenbei gilt es jedoch auch Elternpflichten zu übernehmen. Die Meta-Ebene in „Chuckys Baby“ ist enorm. Das sieht man schon daran, dass sich die Darsteller selbst spielen. Dieses Drehbuch, welches natürlich erneut von Don Mancini stammt, ist sehr verspielt, bietet dem Fan allerdings auch nicht mehr unbedingt die Zutaten, die man zuvor von „Chucky“ gewohnt war. Trotzdem hatte Mancini einige abgefahrene Ideen und verpackt diese ziemlich kreativ. Alleine die Sache mit dem Baby ohne Geschlecht ist amüsant. Es gibt zudem einige Anspielungen auf andere Filme und somit bietet diese Handlung genügend Spaß.
 
 
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Den sollte man auch erwarten, denn selbst wenn die Komödien-Anteile von Teil zu Teil größer wurden, war doch immer noch Horror vorhanden. Dies ändert sich mit „Chuckys Baby“ komplett, denn der Film stellt eigentlich eine reine schwarze Komödie dar, die zudem reichlich grotesk daherkommt. Das ist alles ganz schön verrückt, hysterisch und durchgeknallt. Leider wird es zuweilen auch mal arg albern, weshalb der Humor definitiv nicht jedem zusagen dürfte. Einige Gags sind echt lustig, manche überspannen den Bogen dann allerdings auch. Fakt ist trotzdem, dass Mancini die Reihe hier mehr oder weniger neu erfunden hat. Er übernahm zum ersten Mal auch selbst die Regie und aus handwerklicher Sicht kann man dem Werk kaum Vorwürfe machen. Wenn die Puppen animiert sind, sieht das nicht ganz so toll aus, doch ansonsten kommen Chucky und Tiffany so daher, wie man es sehen will und werden durch noch eine neue Puppe ergänzt. Die Inszenierung erfüllt ihren Zweck, aber ein paar Horror-Elemente wären für die Abwechslung dennoch gut gewesen. Der groteske Anteil strapaziert nämlich manchmal etwas die Nerven.
 
 
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Die Darsteller passen sich diesem Niveau an und betreiben überwiegend Overacting. Eigentlich hätte „Chuckys Baby“ in diesem Bereich nicht sonderlich viel zu bieten, wäre da nicht Jennifer Tilly, die zuvor Tiffany ihre Stimme lieh, das weiterhin macht, aber nun auch als Darstellerin zu sehen ist und sich selbst spielt. Dabei ist sich Tilly nicht zu schade schön selbstironisch zu agieren und das macht sie einfach köstlich. Der Rapper Redman spielt sich ebenfalls selbst und kann nur bedingt überzeugen. Ansonsten lieh natürlich erneut Brad Dourif im Originalton Chucky seine Stimme. Es gibt noch ein paar ganz nette Gastauftritte wie etwa von John Waters. Ansonsten wird einem schauspielerisch nicht besonders viel geboten, doch das Hauptaugenmerk liegt ja sowieso auf den Puppen. Diese agieren so, wie man das gewohnt ist und Chucky darf einen bösartigen Spruch nach dem anderen heraushauen. Auch die neue Puppe Glen(da) erfüllt ihren Zweck vollkommen. Dass sich viele Schauspieler selbst spielen, sorgt nebenbei für den ein oder anderen netten Seitenhieb auf Hollywood. Für eine tiefgründige Figurenzeichnung ist da selbstverständlich kein Platz.
 
 
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Über den Unterhaltungswert kann man sich dann überhaupt nicht beklagen, denn in „Chuckys Baby“ ist ständig etwas los. Die Geschichte wird schnell vorangetrieben und legt niemals Pausen ein. Das Treiben ist zwar überhaupt nicht spannend, legt den Fokus aber ja sowieso viel mehr auf Humor und deshalb ist das nicht schlimm. An Action mangelt es definitiv nicht und an Gewalt ebenso wenig. Obwohl der Splattergehalt nie größer war, ist die deutsche Freigabe ab 16 Jahren trotzdem gerechtfertigt, denn die Effekte sind völlig over the top. Da fließt literweise Blut und realistisch wirkt daran überhaupt nichts. Schön ist, dass die meisten Effekte von Hand stammen und da verzeiht man es auch gerne, dass nicht alles optimal aussieht. Nach 86 Minuten Laufzeit ist der Spaß dann schon zu Ende und Längen sind da eigentlich keine zu verbuchen.
Score und Soundtrack erfüllen ihren Zweck und sind passend ausgefallen.
 
 
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CHUCKYS BABY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„Chuckys Baby“ ist purer Nonsens und gibt sich völlig als Groteske. Wer hier noch nach Horror sucht, wird definitiv nicht fündig. Wer hingegen schwarzen Humor haben will und es verkraften kann, dass es manchmal sehr albern wird, befindet sich an der richtigen Adresse. Die Handlung ist zwar relativ simpel, wird aber durch viel Einfallsreichtum aufgewertet und der ganze Meta-Humor ist ebenfalls gelungen. Am Ende steht und fällt „Chuckys Baby“ mit dem Humor des Zuschauers, denn Geschmackssache ist diese neue Herangehensweise schon. Da jedoch einige Treffer bei den Gags vorhanden sind, es schön splatterig wird und Chucky einfach Spaß macht, überwiegen doch die positiven Seiten. Gute Darsteller braucht es da nicht zwangsläufig, aber der Film hat immerhin eine tolle Jennifer Tilly zu bieten. Die Inszenierung sitzt und der Unterhaltungswert ist teilweise schon sehr gut. Nicht jeder wird das gut finden, aber die Neuausrichtung funktioniert überraschend gut und wer die Reihe danach weiterhin verfolgte, weiß ja auch, dass es noch mal ernster werden sollte!
 
 


 
 
 

CHUCKYS BABY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Chuckys Baby“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Das betrifft die R-Rated-Fassung (Kinoversion) ebenso wie die Unrated-Fassung genannter Slasher-Komödie. Letztere wurde erst 16 Jahre nach Veröffentlichung der R-Rated-Fassung synchronisiert und im Zuge der HD-Premiere auf den deutschen Markt gebracht. Die Unrated-Fassung beinhaltet nicht mehr Gewalt. Stattdessen gibt es einige Dialogszenen mehr zu begutachten.
 
 
 


 
 
 

CHUCKYS BABY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Constantin Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Seed of Chucky; Großbritannien | Rumänien | USA 2004

Genre: Horror, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 87 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Unrated-Fassung (HD, 87:15 Min.), R-Rated-Fassung (HD, 86:22 Min.), Nur für die Ratedfassung: Audiokommentar mit Regisseur Don Mancini und Schauspielerin Jennifer Tilly, „Hell-iday“ – Das Familienalbum (3:25 Min.), Making of „Chuckys Baby“ (18:44 Min.), Interview mit den „Chucky-Stars“ (4:25 Min.)

Release-Termin: KeepCase: 02.09.2021

 

Chuckys Baby [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

CHUCKYS BABY – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Constantin Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Chucky 2 – Die Mörderpuppe ist wieder da (1990)
 
Chucky 3 (1991)
 
Chucky und seine Braut (1998)
 
Curse of Chucky (2013)
 
Cult of Chucky (2017)
 

Filmkritik: „Night of the Living Dead“ (1990)

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NIGHT OF THE LIVING DEAD

(DIE RÜCKKEHR DER UNTOTEN)

Story

 
 
 
In der Neuauflage von Romeros Klassiker „Die Nacht der lebenden Toten“ muss eine kleine Gruppe von Menschen sich erneut gegen eine Schar von Zombies zur Wehr setzen.

 
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE LIVING DEAD – Kritik

 
 
1968 erschuf George A. Romero mit seinem Debütfilm „Die Nacht der lebenden Toten“ mal gleich einen der prägendsten Horrorfilme überhaupt. Seitdem ist der Zombie massentauglich geworden und aus dem Horrorbereich nicht mehr weg zu denken. 1990 meinte Tom Savini dann, dass es an der Zeit für ein Remake dieses Klassikers wäre. Savini, der ja eher für seine Geniestreiche als Maskenbildner und Spezialeffektekünstler bekannt ist, hatte ein vielfaches an Budget zur Verfügung, war mit dem Resultat aber wohl nicht so richtig zufrieden, weil zu viel geändert werden musste. Ähnlich ging es scheinbar auch Romero selbst, der sogar mit am neuen Drehbuch arbeitete. Schlecht gelungen, ist „Night of the Living Dead“, in Deutschland auch unter dem Titel „Die Rückkehr der Untoten“ bekannt, allerdings nicht. Wer sich gerne altmodische Zombiefilme anschaut, wird hier nämlich ordentlich bedient.
 
 
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Barbara besucht mit ihrem Bruder den Friedhof, wo sich das Grab der Mutter befindet. Kurze Zeit später werden die Beiden von Untoten angegriffen und nur Barbara gelingt es sich in ein altes Farmhaus zu flüchten. Hier begegnet sie Ben, der sehr hilfsbereit ist und sich ebenfalls auf der Flucht vor der Bedrohung befindet. Doch im Keller hat sich noch eine kleine Gruppe von Menschen verscharrt. Jedoch gelingt es den Leuten nicht, sich gegenseitig zu helfen und die Gefahr draußen wächst stetig an. Kann es ein Entkommen geben?
 
 
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Tom Savini und George A. Romero schrieben das Drehbuch gemeinsam und es ist zum Glück keine stumpfe Kopie dabei entstanden. Obwohl das Szenario im Kern sehr gleich bleibt, gibt es genügend Unterschiede zu betrachten, was sich besonders in der Figurenzeichnung bemerkbar macht. Außerdem ist das Ende gänzlich anders geraten. Dies ist allerdings nicht unbedingt positiv zu vermerken, denn „Night of the Living Dead“ fehlt es komplett an der Gesellschaftskritik, welche das Original hatte. Ansonsten ist die Geschichte ähnlich simpel. Das heißt: Nichts wird weiter erklärt und Hintergründe sind egal. Bei einem solch schlichten Zombiefilm sei das erlaubt, aber den Anspruch, den das Werk von 1968 hatte, sucht man im Remake leider vergebens.
 
 
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Tom Savini kann man als Regisseur jedoch kaum Vorwürfe machen, denn er macht seine Sache schon ziemlich gut, baut die Szenen gekonnt auf und versteht etwas, von dem, was er da tut. Aus rein handwerklicher Sicht ist „Night of the Living Dead“ gut geworden und wenn Savini schon selbst einen Zombiefilm dreht, darf man sich sicher sein, dass es in diesem nicht gerade zimperlich zur Sache gehen wird. Der Splatter-Gehalt ist ordentlich und sollte jeden Gorehound befriedigen. Dass der Film in Deutschland aber so lange beschlagnahmt war, ist unverständlich, denn grenzwertig brutal ist das Ergebnis nun ebenfalls nicht. Dafür gibt es jedoch sehr schöne Effekte zu bestaunen, die herrlich altmodisch aussehen. Die Zombies können sich ebenfalls sehen lassen.
 
 
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Schön ist zudem, dass sie sich noch richtig altmodisch verhalten. Das heißt: Sie sind dumm und langsam, stellen alleine eigentlich keine Gefahr dar, kommen aber in so großen Massen vor, dass sie die Überhand gewinnen. Wenn man auf diese altmodische Herangehensweise abfährt, wird man in „Night of the Living Dead“ vollkommen bedient. Das Farmhaus ist als Schauplatz manchmal etwas unspektakulär und der Score klingt nun auch nicht so richtig einprägsam, aber insgesamt kann man mit dem Resultat schon zufrieden sein. Dies liegt auch am ordentlichen Unterhaltungswert. Gerade am Anfang ist das Tempo rasend hoch. Da vergehen keine fünf Minuten und schon ist viel los. Im Haus angekommen, nimmt Savini die Geschwindigkeit etwas heraus. Dann spielen vorerst die Spannungen in der Gruppe die Hauptrolle, doch in der letzten halben Stunde steht wieder reine Zombie-Action auf dem Programm und mit seinen 88 Minuten Laufzeit ist das schon ziemlich kurzweilig geraten.
 
 
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Lobenswert sind zudem noch die Darstellerleistungen. Sehr schön ist, dass Tony Todd eine große Hauptrolle spielt, was er charismatisch macht. Patricia Tallman gibt die kämpferische Frau ebenfalls überzeugend und Tom Towles spielt das Arschloch so richtig hassenswert. Der Horrorfan wird zudem mit ein paar Kleinigkeiten bedient, wie z.B. der kurze Auftritt von Bill Moseley am Anfang. Die Figurenzeichnung erfüllt insgesamt ihren Zweck und, wie bereits erwähnt, gibt es hier einige Abweichnungen zum Original. Ein paar Charaktere sind schon ziemlich nervig, doch man kann erkennen, dass dies so gewollt war und es macht die Spannungen in der Gruppe durchaus höher. Lange wird einem das sicher nicht in Erinnerungen bleiben, doch brauchbar kreiert wurden diese Figuren schon.
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE LIVING DEAD – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„Night of the Living Dead“ macht als Remake schon eine ganze Menge richtig, wenngleich er dem Original natürlich niemals das Wasser reichen kann. Die Story ist zwar gleich geblieben, wirkt aber nie stumpf kopiert, die Charaktere sind ganz anders gezeichnet und es gibt selbstverständlich deutlich mehr Splatter zu sehen, als im Original. Das neue Ende ist allerdings schade, denn Gesellschaftskritik oder Anspruch findet man somit gar nicht mehr vor. Trotzdem ist die Atmosphäre schön düster und da man sich zu den richtigen Momenten völlig auf die Zombies fokussiert, kann man sich über einen zu niedrigen Unterhaltungswert niemals beklagen. Savini macht seine Sache als Regisseur absolut nicht schlecht, die Darsteller taugen etwas, die Effekte sehen klasse aus und das Ergebnis macht schon Spaß. Ob es „Night of the Living Dead“ nun unbedingt gebraucht hätte, sei mal dahingestellt, aber als Fan von altmodischer Zombie-Unterhaltung macht man damit durchaus nichts verkehrt!
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE LIVING DEAD – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Night of the Living Dead“ war schon immer ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Im Jahr 1992 wurde der Streifen indiziert. Vier Jahre später wurde der Zombiefilm beschlagnahmt. Die Beschlagnahmen vom AG Tiergarten wurden im Februar 2020 aufgehoben. Im Juni 2020 gab die BPjM auch die Listenstreichung nach über 28 Jahren bekannt. Ende Juni 2021 folgte die FSK-Prüfung. Das Prüf-Gremium vergab die Einstufung: „Keine Jugendfreigabe“. Seit August 2021 kann „Die Rückkehr der Untoten“ (so der deutsche Videotheken-Titel) von allen erwachsenen Zuschauern legal, ungeschnitten und ohne Umwege über das deutschsprachige Ausland im hiesigen Handel gekauft werden.
 
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE LIVING DEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SONY PICTURES ENTERTAINMENT (Blu-ray im KeepCase)

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(c) SONY PICTURES ENTERTAINMENT (Blu-ray im Steelbook)

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(c) SONY PICTURES ENTERTAINMENT (DVD / Blu-ray im Mediabook + Büste)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Night of the Living Dead; USA 1990

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Minuten

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase | Steelbook | Mediabook

Extras: Audiokommentar von Regisseur Tom Savini, US-Kinotrailer (1:05 Min.), Making Of – The Dead Walk (24:54 Min.) | zusätzlich in der Büsten-Edition: Film auf DVD, Büste, Booklet

Release-Termin: KeepCase | Steelbook | Büste: 05.08.2021

 

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NIGHT OF THE LIVING DEAD – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Nacht der lebenden Toten (1968)
 
Zombie – Dawn of the Dead (1978)
 
Verdammt, die Zombies kommen (1985)
 

Filmkritik: „Memoir of a Murderer“ (2017)

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MEMOIR OF A MURDERER

(SALINJAUI GIEOKBEOB)

Story

 
 
 

Ein mit Alzheimer diagnostizierte Tierarzt, der eine mörderische und tragische Vergangenheit verbirgt, versucht in den letzten Wochen klaren Verstandes noch einem anderen Serienkiller das Handwerk zu legen, der ausgerechnet seine Tochter im Visier hat.

 
 
 


 
 
 

MEMOIR OF A MURDERER – Kritik

 
 
 
Nachdem die – ebenfalls koreanische – Thrillerkomödie „A Hard Day“ mich ohne viel Hype und ohne allgemein vorher etwas von dem Film gehört zu haben, positiv überraschen konnte, war es beim nächsten Titel hingegen umgekehrt – bekannt war mir Kim Young-has Roman „Aufzeichnungen eines Serienmörders“ von 2013 bereits, mit seiner prägnanten Würze und genialen Prämisse, wenn auch nur durch Empfehlungen anderer Leute und nicht vom eigenen Lesen. Doch als dann auch noch der Film in ähnlich hohen Tönen gelobt und als zukünftiger Kult- Klassiker erwähnt wurde, bin ich doch hellhörig geworden, und wurde – zumindest nach der erstmaligen Sichtung der Kinofassung – doch etwas enttäuscht. Denn auch wenn sich dieser knapp zweistündige Serienkiller-Thriller dank meiner fehlenden Kenntnis der Vorlage nicht mit diesem Vergleich herumschlagen muss, so doch sehr wohl mit anderen zeitgenössischen, koreanischen Thrillern aus diesem und dem letzten Jahrzehnt und stellt man die Ermittlungen, Bilder und Spannungen neben einen „Memories of Murder“ z.B., so werden sowohl Ähnlichkeiten, als auch Pacing-Probleme sichtbar, die mir in diesem Genre sonst eher selten auffallen.
 
 
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Es beginnt mit einem älteren Herren im Schnee, der vor einem Tunnel im Wind steht. Sein Voiceover startet, vor drei Monaten wurde Demenz diagnostiziert – also ja, der Protagonist ist tatsächlich der titelgebende Serienkiller, dessen Erinnerung schwindet – und der aber nicht nur Panik kriegt, wenn Frauenleichen auftauchen, da er es selbst gewesen sein könnte – sondern der auch noch aktiv versucht einen anderen, aktiven Serienkiller dranzukriegen, welcher Polizist ist und seine Tochter datet. Mit einer solch gewitzten Prämisse voll Konfliktpotential und deutlich mehr Farbe, Charakter und eigener Handschrift als „A Hard Day“ war mir eigentlich klar, dass dieser Thriller von „The Suspect“ Regisseur Won Shin-yeon leichtes Spiel bei mir haben würde, doch tatsächlich wirkte das Projekt auf mich wie die Versatzstücke anderer, besserer und vor allem konzentrierterer Filme, aneinandergestückelt.
 
 
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Das soll nicht heißen, dass die Tonalitäten sich beißen, der Film unausgereift ist oder nicht aus einem Guss wirkt, sondern viel eher, dass die Thrillerkomponente der Killerhatz, die Konfrontationen und Verfolgungsjagden, das stille, leise, tragische Charakterdrama über einen Vater, der langsam seine Persönlichkeit und Verbindung zu seiner Tochter verliert und die schwarzhumorige Geschichte um einen sehr menschlichen Killer, der Gutes tun will aber im Alltag scheitert allesamt einen eigenen Film wert wären und bestens im jeweiligen Genre funktionierten, ich so aber keinen herausragenden Eigenwert in irgendeinem dieser Felder bekommen konnte, einfach weil die Zeit gefehlt hat.
 
 
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So großartig vom Hauptdarsteller gespielt, hübsch gefilmt, teilweise nahezu atemberaubend inszeniert, spannend, hier und da gar witzig und dabei zu jeder Sekunde geerdet und menschlich dieses Thrillerdrama also auch ist, so gerne hätte ich einen konzentrierteren Film gesehen, der einen Aspekt dieser prinzipiell faszinierenden Handlung besser ausarbeitet, oder aber schlichtweg mehr Zeit hat. Der Director’s Cut hat das bessere Ende und ist laut Beitrag im Portal schnittberichte.com definitiv lohnenswerter als die Kinofassung, mehr als acht Punkte wären aber vermutlich auch dann nicht drin.
 
 
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MEMOIR OF A MURDERER – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Technisch großartiger Thriller mit guten Schauspielern und spannender Vorlage, der für mich zu unfokussiert in seine drei Richtungen ausgeschlagen ist. Für Thriller/Serienkillerfans aber trotzdem eine Empfehlung in der längeren Fassung. Letztere befindet sich nur in der limitierten Mediabook-Sonderveröffentlichung aus dem Hause Busch Media Group.
 
 
 


 
 
 

MEMOIR OF A MURDERER – Zensur

 
 
 
„Memoir of a Murderer“ wurde von der FSK für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben und ist komplett ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

MEMOIR OF A MURDERER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
memoir-of-a-murderer-2017-bluray

(c) Busch Media Group (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Busch Media Group (2 Blu-rays im Mediabook mit Kinofassung und längerem Director’s Cut)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Kkeut-kka-ji-gan-da; Südkorea 2017

Genre: Thriller, Action, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Koreanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 118 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Trailer-Show, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Memoir of a Murderer im Director’s Cut auf Blu-ray, Booklet

Release-Termin: KeepCase + Mediabook: 04.06.2021

 
 

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MEMOIR OF A MURDERER – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Abbildungen stammen von Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Memories of Murder
 
Oldboy (2003)
 
Parasite (2019)
 

Filmkritik: „Scare Package“ (2019)

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SCARE PACKAGE

Story

 
 
 
In der Horror-Anthologie „Scare Package“ ist nichts wie es scheint und mit den kleinen Geschichten hat es mehr auf sich, als der Zuschauer zunächst vermuten darf.

 
 
 


 
 
 

SCARE PACKAGE – Kritik

 
 
Der Episodenhorror geht in die nächste Runde. Dass Horror-Anthologien noch immer hoch im Kurs stehen, sieht man daran, wie viele von solchen Werken es mittlerweile gibt. Doch selbst Wes Craven bemerkte irgendwann, dass es nicht verkehrt ist, ein ausgelutschtes Szenario auf eine Meta-Ebene zu hieven. Und so haben wir mit „Scare Package“ quasi den „Scream“ der Horror-Anthologie vor uns. Dass das Werk allerdings so gut funktioniert, liegt am Herzblut, denn man bemerkt einfach, dass er von Fans für Fans gemacht wurde.
 
 
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Bei solchen Kurzfilmsammlungen macht es meistens Sinn jeden einzelnen Beitrag extern zu besprechen, doch bei „Scare Package“ ist dies tatsächlich mal relativ unnötig, weil der Film andere Wege geht. Da werden zwar innerhalb von kürzester Zeit sechs verschiedene Episoden erzählt, aber mehr als ein Drittel der Laufzeit räumt man der Rahmenhandlung ein, die zum Schluss zur eigenen Episode wird. In dieser geht es um den Videothekenbetreiber Chad, der völlig vernarrt ist in Horrorfilme und einen neuen Angestellten sucht. Diesen findet er in Hawn, doch da sich dieser gar nicht so gut mit Schlitzer-Perlen auskennt, muss Chad natürlich Nachhilfe leisten. Und so werden ein paar alte Stories herausgekramt.
 
 
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Das ist der Aufhänger für ein Szenario, welches hinterher deutlich mehr Raum spendiert bekommt, als das bei solchen Werken sonst der Fall ist. Klar, eine Rahmenhandlung, welche die einzelnen Stories zusammenhält, ist immer gerne gesehen und oftmals zum Glück auch vorhanden, aber „Scare Package“ geht dennoch eigenständige Wege und kombiniert „Clerks“ mit „The Cabin in the Woods„. Was da hinterher an Meta-Ebenen aufgefahren wird, kann sich echt sehen lassen, aber bereits der Einstieg „Cold Open“ gibt die Marschrichtung schon vor. Humor wird in dem gesamten Werk nämlich wirklich groß geschrieben und man parodiert auch gerne. So verarbeitet man bekannte Slasher-Klischees mit einem Augenzwinkern, aber auch Werwölfe oder das super seltene Subgenre des Melting-Movies kommen an die Reihe. Die Drehbücher besitzen durchaus ihren Reiz, sind aber nicht immer richtig zielführend geschrieben. Manchmal mag das etwas verwirrend sein, aber die Vielzahl an Ideen, die hier verarbeitet wurden, können trotzdem punkten. Vor allen Dingen wird sich der Horrorfan an extrem vielen Anspielungen erfreuen können. Ein Highlight ist z.B. eine große Hommage an „Freitag der 13. – Teil 4“.
 
 
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Die handwerkliche Arbeit ist dabei vollkommen in Ordnung, selbst wenn man es der Optik manchmal anmerkt, dass es an Budget mangelte. Die verschiedenen Episoden stammen auch von verschiedenen Regisseuren, aber „Scare Package“ wirkt dennoch wie aus einem Guss. Über die Darsteller kann man sich ebenfalls kaum beklagen. Große Namen sucht man eher vergebens und großartiges Schauspiel ist das selbstverständlich nicht, aber für das, was der Film sein will, reicht es vollkommen aus. Mit Noah Segan und Joe Bob Briggs konnte man aber schon ein paar Namen für sich gewinnen, die dem ein oder anderen bekannt vorkommen könnten.
 
 
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Wie das bei solchen Sammlungen meistens der Fall ist, kann nicht jede Episode überzeugen. „Scare Package“ besitzt sogar drei ziemlich unnötige Kurzfilme. „M.I.S.T.E.R.“, „Girls Night Out Of Body“ und „So Much To Do“ wirken jedenfalls recht belanglos und haben nicht viel zu erzählen, aber da sie sowieso schnell vorbei sind, ist man dem Endprodukt dafür gar nicht mal böse. Außerdem ist mit „One Time In The Woods“ ein herrliches Highlight vorhanden, welches man leider schon recht früh zu sehen bekommt. Hier geht es dermaßen schräg und bescheuert zur Sache, dass man das nur abfeiern oder völlig doof finden kann. Außerdem sieht man hier die wohl besten Effekte im Film. Die Schmelz-Szenen muss jeder Freund von handgemachten Effekten feiern. Allgemein geht es in „Scare Package“ nicht gerade harmlos zur Sache und es gibt eine schöne Menge an handgemachtem Splatter zu betrachten, der zudem schön kreativ serviert wird.
 
 
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Das letzte Drittel besteht dann quasi nur noch aus der Meta-Ebene, die hier natürlich nicht verraten werden soll. Auch hier geht es unterhaltsam, blutig und humorvoll zur Sache, selbst wenn das mit den Filmregeln nicht mehr besonders originell erscheint. Erwähnt werden, sollte auch noch die absolut schöne Atmosphäre, die herrlich einen auf Retro macht. Alleine die Videothek als Schauplatz (was für eine Zeit vor Streamingdiensten!) kann dem Nostalgiker ein paar Tränchen in die Augen drücken. Und auch sonst bekommt man den kompletten Fan-Service mit Synthesizer-Score, versteht sich. Dass sich „Scare Package“ dabei niemals ernst nimmt, ist eine prima Sache, denn gerade durch den Humor funktioniert der Film so gut.
 
 


 
 
 

SCARE PACKAGE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„Scare Package“ ist eine kunterbunte, kreative Splatter-Wundertüte, die alle Fans der 80er-Horror-Jahre anspricht. Die verschiedenen Episoden sind gar nicht mal alle wirklich gut, aber die Art und Weise, wie man das verpackt hat, ist verspielt und eigenständig. Dass man der Rahmenhandlung so viel Laufzeit einräumt, ist jedenfalls mal etwas anderes. Dazu gibt es eine Gaga-Episode, die ihresgleichen sucht und allgemein viel solides Material. Die Ideen waren vielseitig vorhanden, nicht immer originell, aber durchaus einfallsreich. Aus handwerklicher Sicht ist das etwas günstiger gestaltet, sieht jedoch gut genug aus und die Effekte sind meistens echt der Hammer. Der Zuschauer darf sich jedenfalls auf reichlich Gore freuen. Dass die Darsteller passabel sind, die deutsche Synchronisation sich anhören lässt und die Figuren durchaus sympathisch erscheinen, ist da nur noch erfreulicher. Das Resultat ist alles andere als perfekt, aber wirklich höchst charmant und ein Muss für alle Horror-Nostalgiker!
 
 


 
 
 

SCARE PACKAGE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Scare Package“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

SCARE PACKAGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Studio Hamburg (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Scare Package; USA 2019

Genre: Horror, Thriller, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 112 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase

Extras: Original Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 18.06.2021

 

Scare Package [Blu-ray im KeepCase] auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SCARE PACKAGE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Studio Hamburg)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scream – Schrei! (1996)
 
The Cabin in the Woods (2011)
 
V/H/S – Eine mörderische Sammlung (2012)
 
Holidays – Surviving Them Is Hell (2016)
 
Monsterland (2016)