Filmkritik: „The Cellar – Verlorene Seelen“ (2022)

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THE CELLAR – VERLORENE SEELEN

(THE CELLAR)

Story

 
 
 
Für eine Familie wird der günstige Kauf eines alten Herrenhauses auf dem Land schon bald zum wahren Horrortrip, denn im Keller lauert das Böse.
 
 
 


 
 
 

THE CELLAR – Kritik

 
 
 
Von „The Cellar – Verlorene Seelen“ war ehrlich gesagt nicht besonders viel zu erwarten. Ein deutscher Zusatztitel, der nicht beliebiger wirken könnte, eine Story, die es in den letzten Jahrzehnten immer wieder gab und eine Aufmachung, die nahezu danach schreit in der Belanglosigkeit unterzugehen. Doch siehe da: Der Film kommt nicht nur überraschend hochwertig daher, sondern er schafft es gleichzeitig auch noch relativ eigenständig zu wirken. Wer dem B-Movie-Grusel nicht abgeneigt ist und generell ein Faible für solche Streifen mit sich bringt, bekommt hier schon fast ein Highlight geboten.
 
 
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Keira und ihr Mann ziehen mit ihren beiden Kindern in ein altes Herrenhaus, welches sich abgelegen auf dem Land befindet. Besonders die Tochter Ellie findet dies überhaupt nicht gut und gruselt sich im neuen Anwesen. Als sie eines abends seltsame Ereignisse im Haus spürt und sich in den Keller wagt, verschwindet sie plötzlich. Mutter Keira fühlt sich dafür verantwortlich und glaubt nicht daran, dass Ellie einfach abgehauen ist. Irgendetwas scheint mit dem Haus, besonders mit dem Keller, nicht zu stimmen und nachdem ein paar Recherchen getätigt wurden, ist ganz klar, dass man es hier mit dämonischen Mächten zu tun hat. Die Zutaten sind nun wirklich so alt, dass sie eigentlich kaum noch von alleine gehen können. Da hätten wir das einsame, alte Haus, Türen, die sich von alleine schließen, Lichter, die wild umher flackern und Flüster-Geräusche, die von überall zu vernehmen sind. „The Cellar – Verlorene Seelen“ erfindet das Rad ganz gewiss nicht neu, macht aus der vorhandenen, alt bekannten Prämisse jedoch erstaunlich viel. Das Erfolgsrezept ist hier ganz simpel: Man verrät nicht zu viel, lüftet das Geheimnis kaum und ergänzt die vorhersehbaren Zutaten ein wenig mit mathematischen Formeln. Das ist interessanter ausgefallen, als man hätte vermuten dürfen, wird stimmig und rund erzählt und ergibt im eigenen Filmuniversum erfreulich viel Sinn.
 
 
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Von solchen Direct-to-Video B-Movies ist selten viel zu erwarten, gerade auch, was die handwerkliche Arbeit betrifft. „The Cellar – Verlorene Seelen“ ist zwar nicht besonders aufwendig gestaltet, wirkt allerdings erfrischend bodenständig. Regisseur Brendan Muldowney, der sich auch für das gelungene Drehbuch verantwortlich zeigte, hat seine Hausaufgaben im Gruselbereich definitiv gemacht. So bedient er die gängigen Klischees, macht dies jedoch auf eine angenehme Art und Weise. Man fühlt sich manchmal etwas an die Gruselwerke eines James Wan oder sogar mal kurz an „Shining“ erinnert. Natürlich wird eine solche Qualität niemals erreicht, doch Muldowney macht genau eines komplett richtig: Er lässt die Bedrohung lange Zeit nur erahnen. Während vieler solcher Filme besonders zum Ende hin oftmals die Luft ausgeht, wird „The Cellar – Verlorene Seelen“ eigentlich immer packender. Selbst das Finale kann sich da noch sehen lassen. Hier wurde noch etwas mehr Aufwand betrieben, doch es bleibt im erfreulich kleinen Rahmen und kann gerade deshalb so gut punkten. Ansonsten wirken die Kamerafahrten gekonnt, die Schauplätze sehen gut aus und so lässt sich rein optisch überhaupt nichts am Resultat aussetzen.
 
 
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Außerdem wird hier einfach die passende Atmosphäre geboten. Allgemein geht es schnell zur Sache. Eine Einleitung gibt es kaum und schon geht es los. Das reißt nicht sofort komplett mit und ist in der ersten Hälfte manchmal noch ein wenig zäh, bietet trotzdem früh genug ein paar interessante Ansätze und wird dann tatsächlich immer packender. Schockeffekte gibt es nur wenige und mit dem größten Grusel wird es hier nichts, aber das ändert nichts daran, dass das gesamte Szenario seine Bedrohlichkeit besitzt und einfach unterhaltsam ist. Besonders die zweite Hälfte bietet ein paar angenehm spannende Momente. Die Laufzeit von 94 Minuten wirkt da insgesamt schon fast zu kurz, denn es wäre gar nicht so verkehrt gewesen, dem Ganzen noch etwas mehr Tiefe zu verleihen. So kann man sich aber wenigstens über keine Längen beklagen. Außerdem ist es erfrischend, dass „The Cellar – Verlorene Seelen“ nahezu ohne Effekte auskommt und überhaupt keine Gewalt zu bieten hat. Im Finale wird es da zwar noch etwas fantastischer, doch das hat man so schön bodenständig bebildert, dass man sich echt nicht über Künstlichkeit beklagen kann.
 
 
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Wenn man überhaupt Gründe zum Meckern finden will, dann wird man in der Figurenzeichnung fündig. Diese ist nämlich wirklich sehr dürftig. Hintergründe erfährt man nahezu keine und die Familie wird dem Zuschauer überhaupt nicht näher gebracht. Deshalb entstehen auch nicht gerade die größten Sympathien. Es reicht zum Glück aus, doch hier hätte man sich gerne noch etwas mehr Mühe geben dürfen. Die Darsteller haben es da also von vornherein nicht so leicht. Die einzig echte Hauptrolle bekleidet dabei Elisha Cuthbert, die den meisten wohl als Kim Bauer aus der Serie „24“ bekannt sein dürfte. Cuthbert hat danach keine sonderlich große Karriere verfolgen dürfen und ist in Filmen nur sporadisch mal zu sehen. Man kann auch nicht behaupten, dass sie in „The Cellar – Verlorene Seelen“ besonders gefordert wird, aber sie spielt die kämpferische Mutter doch durchaus souverän und relativ glaubwürdig. Alle anderen bekleiden nur kleinere Rollen und fallen dabei weder besonders positiv, noch negativ auf. Mit den tollsten Dialogen braucht man sicherlich ebenfalls nicht zu rechnen, aber dem Ton lauscht man dennoch ganz gerne, weil Score und Soundkulisse sich durchaus hören lassen können.

 
 


 
 
 

THE CELLAR – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„The Cellar – Verlorene Seelen“ schlägt sich viel besser, als zu erwarten war. Der Film macht aus seiner simplen, absolut bekannten Geschichte echt nicht wenig und dient mit ein paar interessanten Ansätzen. Das wirkt alles rund, stimmig und wird gut erzählt. Die Darsteller haben nicht so viel zu tun und die Figurenzeichnung ist schon sehr mager, aber die Leistungen sind trotzdem zu gebrauchen und die Charaktere immerhin noch sympathisch genug. Besonders die Inszenierung wird allen zusagen, die es gerne schlichter mögen und selbst wenn der große Grusel ausbleibt, so ist der Film handwerklich einfach sehr gekonnt gestaltet. Außerdem besitzt die Atmosphäre das gewisse Etwas, was auch das Ende eindrucksvoll unterstreicht. Der Unterhaltungswert ist erfreulich hoch, weil das Tempo stimmt und „The Cellar – Verlorene Seelen“ mit fortschreitender Laufzeit immer spannender wird. Ein wirklich angenehmer B-Horrorfilm, der einfach gekonnt in Szene gesetzt wurde und kurzweilig zu unterhalten vermag. Mehr kann und sollte man von solchen Werken gar nicht erwarten!
 
 
 


 
 
 

THE CELLAR – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Cellar – Verlorene Seelen“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE CELLAR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Plaion Pictures (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Cellar; Irland 2022

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.40:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Interviews, Trailer

Release-Termin: KeepCase: 29.09.2022

 

The Cellar – Verlorene Seelen [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THE CELLAR – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Plaion Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 
Insidious (2010)
 
Conjuring – Die Heimsuchung (2013)
 

Filmkritik: „Jackass Forever“ (2022)

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JACKASS FOREVER

Story

 
 
 
Hochgesprengte Dixieklos, gebrochene Knochen, würgende Kameramänner – Jackass ist zurück!
 
 
 


 
 
 

JACKASS FOREVER – Kritik

 
 
 

„Hello, I’m Johnny Knoxville. Welcome to Jackass!“

 
 
Als Anfang der 2000er die erste Folge Jackass erschien, hätte man sich nicht erträumen können, was für ein riesiges Franchise, was für einen Hype, was für eine generationenprägende Erfahrung die wilden Stunts, Comedyskits und Ekelaktionen rund um die nun legendäre Jackass-Crew in den folgenden zwei Dekaden erblühen würde. In drei Staffeln und ebenso vielen Kinofilmen, in diversen Nebenprojekten, Shows und Deleted Scenes-Extrafilmen, zwischen MTV-Takeover, Rehabs, Live-Touren und Biografien sind Persönlichkeiten wie Johnny Knoxville, Danger Ehren, Bam Margera, Preston Lacey, Wee-Man, Steve-O usw. zu lebenden Legenden geworden, zu Social-Media-aktiven Weltstars, deren Höhen und Tiefen öffentlich dokumentiert wurden – und was für Höhen und Tiefen es doch gab.
 
 
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Inzwischen, anno 2022, man ahnt es kaum, trifft sich die rüstige Gruppe 50-jähriger Männer für ein vermutlich letztes Mal auf der großen Leinwand wieder und von Anfang an war klar: Wenn hier kein Castmitglied während der Dreharbeiten versterben soll, muss sich zumindest ein bisschen mehr zurückgehalten werden. Neue, junge Crew-Mitglieder sind zwar schön und gut, aber in erster Linie habe ich, als auch mit der Bande groß gewordener, damaliger „Viva la Bam“-Fan, mich auf eine witzige Re-Union alter Freunde gefreut, die Einblicke in ihr Leben geben und denselben pubertären Scheiß machen, wie damals.
 
 

„Almost twenty years ago today, we filmed the original cup test… and now twenty years later we’re still doing the same stupid shit.“

 
 
Und zumindest „pubertär“ beschreibt viele der Stunts, „Witze“ oder Ideen nach wie vor ganz gut, lange – seit des letzten Jackass-Films nämlich – gab es nicht mehr so viele Penisse in Nahaufnahme auf der Kinoleinwand zu sehen, lange nicht mehr so viel nackte, krampfende, lachende, weinende Männer. Von unnötigem Scham oder Zurückhaltung in dem Department kann also keine Rede sein, es wird eklig und stumpf, schmerzhaft und explizit, schlägt einmal allzu sadistisch über die Stränge, wie es eigentlich jeder Film getan hat.
 
 
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Steve-O bricht sich gefühlt fast das Genick, Knoxville kann es auch im höheren Alter einfach nicht lassen, die Bullen zu ärgern, alles beim Alten – und gerade der nostalgische Abspann war eine perfekte Abrundung, da hier nochmal gezeigt wird, wie fast jeder Stunts das Remake einer früheren Idee war. Doch worüber das leider nicht hinwegtäuschen kann, das ist das fehlende, halsbrecherische Gruppenspektakel, für das die älteren Filme auch legendär waren.
 
 

„Concussions aren’t great, but as long as you have them before you’re 50, it’s cool, and Knoxville is 49, so we’re good.“

 
 
Die Skala vieler Aktionen wirkt ein wenig kleiner als zuvor, – vom epochalen Intro abgesehen – was absolut verschmerzbar wäre mit mehr Anekdoten, mehr Interviews, emotionalem Wert, Nostalgie, einem gemeinsamen Zurückgucken oder Besuchen alter Freunde. Doch so spontan sympathisch die neuen Cast-Mitglieder sind, so wenig erfahren wir über sie – und auch die Stammbesetzung hatte in den früheren Teilen zwar kaum Zeit für irgendwelche Interviews bis auf Reaktionen, war damals aber auch nicht 50 Jahre alt, reflektierter denn je, umso spannender als Charakter.
 
 

„He’s about to have 5 gallons of pig cum dumped on him.“

 
 
Ein Blick auf Netflix nimmt einiges dieser Kritik dann allerdings sofort wieder, da dort „Jackass 4.5“ erschienen ist, der nächste Film mit Extraszenen, gelöschten Einspielern, gestrichenen Stunts, usw. – und genau hier gibt es dann auch, im etwas ruhigeren Pace, einige schöne Charaktermomente oder Aussagen, Einblicke in die Behind-the-Scenes und den Prozess von „Jackass Forever“; all das, das ich vermisst habe – und dazu noch einige meiner Lieblingsstunts!
 
 
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Als zusammen genommenes Projekt sind „Jackass Forever“ und „Jackass 4.5“ also ein voller Erfolg, eine kurzweilige Stuntorgie mit verschiedensten Konzepten und Tieren, Star-Cameos und Wettkämpfen, Ekelmomenten und irrsinnig witzigen Reaktionen – als Einzelfilm allerdings, nach all den Jahren, bevorzuge ich zum ersten Mal in meiner Geschichte mit diesem Franchise den „Nachwurf“, einfach da „4.5“ mehr Herz hat, einen mehr auf die gemeinsame Reise dieses Projekts mitnimmt, mehr Kontext liefert statt „nur“ die Stunts. Doch versteht mich nicht falsch – auch wenn ich als jahrelanger Fan keine Tränen in den Augen hatte und darum ein wenig enttäuscht war vom Haupttitel, so ist dieser Film, in der richtigen Runde und Stimmung spätestens, ein spektakulärer Hochgenuss voll gefährlicher Tiere, dummer Entscheidungen, schmerzhafter Momente und schallendem Gelächters vor sowie hinter der Kamera.
 
 


 
 
 

JACKASS FOREVER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Jackass Forever indeed! Liebevolle, witzige, eklige, kurzweilige, grundsympathische Verquickung leicht nostalgisch anmutender Stunts, Skits und Cameos. Ein großer Spaß für Fans, für den vollen Kontext und Genuss unbedingt zusammen mit „Jackass 4.5“ zu gucken!
 
 
 


 
 
 

JACKASS FOREVER – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Jackass Forever“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

JACKASS FOREVER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
jackass-forever-2021-bluray

(c) Paramount Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Jackass Forever; USA 2022

Genre: Unterhaltung, Action, Dokumentation, Komödien

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DD 5.1, Spanisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Dänisch, Englisch für Hörgeschädigte, Englisch, Finnisch, Französisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Schwedisch, Spanisch

Bild: 1.78:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 09.06.2022

 

Jackass Forever [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

JACKASS FOREVER – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Paramount Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jackass: The Movie (2002)
 
Jackass: Nummer Zwei (2006)
 
Jackass 2.5 (2007)
 
Jackass 3D (2010)
 
Jackass 3.5 (2011)
 

Filmkritik: „Was geschah mit Bus 670?“ (2020)

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WAS GESCHAH IM BUS 670?

(IDENTIFYING FEATURES | SIN SEÑAS PARTICULARES)

Story

 
 
 
Nachdem ihr Sohn vor Jahren auf seinem Weg nach Amerika verschwunden ist, beschließt eine trauernde Mutter sich selbst auf die Suche zu machen.
 
 
 


 
 
 

WAS GESCHAH IM BUS 670 – Kritik

 
 
Das Langfilmdebüt der mexikanischen Regisseurin Fernanda Valadez nutzt einen Begriff aus der Forensik als Originaltitel, um den ansonsten ggf. nichtsahnenden Zuschauer bereits zu warnen. Dieser Film ist nicht an Action, Rache oder kurzweiliger Befriedigung des Zuschauers interessiert, weniger noch als „Catch the Fair One“ – Fuß- und Fingerabdrücke oder Zähne zur Identifikation einer Leiche, dann noch im Kontext mit einer Busreise und Mexiko als Handlungsort – die grausame Realität unfassbar brutaler Gangkriminalität, die auch schon publikumswirksam in z.B. „Sicario“ inszeniert wurde, wird hier wohl im Fokus stehen. Doch ähnlich wie das exzellente chilenische Rachedrama „To Kill a Man“ ist auch der vorliegende Film von leiser und zurückhaltender Natur, deutlich interessierter an den Menschen und Stimmungen, Lichtern und Bildern und realistisch auswegslosen Situationen, an der Sozialdynamik des Landes und den Konsequenzen der Umstände, denn an der Struktur der Gangs oder einer Stilisierung der eigentlichen Gewalt.
 
 
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Es beginnt mit langen Einstellungen nebliger Felder mit fahlem Lichteinfall, mit atmosphärischen und zurückhaltenden Opening Signals. Magdalena wird von ihrem Sohn informiert, dass dieser sich mit seinem Freund Rigo in einem Bus über die Grenze bewegen will, Rigos Onkel hätte in Arizona wohl Jobs für die beiden. Zu diesem Zeitpunkt präsentiert sich der Film noch besonders still, komplett ohne Soundtrack und mit spärlichem Sounddesign ausgestattet, wirken einige Szenen, mit einem Voiceover der trauernden Magdalena untermalt, nahezu dokumentarisch. Die Polizei kann nichts unternehmen, nach der nüchternen und soundtracklosen Titlecard geht es mit ungeschönten Nahaufnahmen einer Augen-OP weiter. Jahre nach dem Vorfall wird die Mutter von Diego, eines anderen Jungen aus dem Bus, kontaktiert, sie solle doch bitte eine gefundene Leiche identifizieren – und auch Magdalena lässt sich zum gefährlichen, von Bandenkriminalität dominierten Grenzbereich fahren, um dort nach ihrem Sohn zu suchen. Eine Blutprobe wird abgegeben, Kleidungsreste müssen durchgeguckt werden, in der steten Angst die selbst gepackte Tasche entdecken zu müssen, da die Leichenreste bis zur Unkenntlichkeit verbrannt wurden.
 
 

„Ich werde nicht zurückkommen, bis ich ihn gefunden habe.“

 
 
Sobald die beiden trauernden Mütter des Films aufeinandergestoßen sind und sich nach einem recht langen, nüchternen und sich auf realistische Weise Zeit nehmendem ersten Akt also die bisherigen Protagonistinnen verbündet haben, geht es zu einem anschwellenden, dröhnendem Soundtrack zur Grenze, wo ein junger Mann namens Miguel soeben zurück nach Mexiko abgeschoben wurde. Die eindringliche Orchesterkomposition untermalt die langen Tracking Shots des verlorenen Mannes, wie malerische, unscharfe Einstellungen nächtlicher Lichtquellen im Hintergrund zu erzählen wissen. Nach rund einer halben Stunde präsentiert „Identifying Features“ dann erstmalig Genreelemente eines düsteren Thrillers, da Magdalena bei ihren Versuchen, mit einem Busfahrer zu sprechen, nicht nur zurückgewiesen wird und auf taube Ohren stößt, sondern sogar eine eindringliche Warnung erhält, bloß zurück zu fahren und nicht weiter in dieser menschenfeindlichen, von Gangs kontrollierten Umgebung herumzustochern oder nach unbequemen Wahrheiten zu suchen. Von Gang-Mitgliedern, Bandenkriminalität oder Details des üblichen Tathergangs wird übrigens nie weiter gesprochen, denn auch ohne eine Thematisierung im Dialog ist das Machtverhältnis zu jedem Zeitpunkt eindeutig, die Angst vor Gewalt omnipräsent und die Mimik und Gestik der Überlebenden angespannt, ängstlich und kleinlaut.
 
 
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Ein wiederholtes Stilmittel in den Dialogszenen ist es dabei, dass die Kamera einzig Magdalenas Reaktionen und Mimik zeigt, nicht aber ihr Gegenüber – dies ist eine persönliche Geschichte über Schmerz, Trauer und Verlust und keine, die an kernigen Nebencharakteren oder klassischen Shot/Gegenshot-Inszenierungen interessiert ist. Die nächsten Stationen der mutigen Mutter sind ein Migrantenheim zum Unterkommen und ein weiteres Treffen mit Jemandem, der wohl Informationen über die vermissten Busse und Passagiere hat. Doch nicht, bevor wir zurück in Miguels Perspektive schneiden – dieser reist per Anhalter mit anderen deportierten Mexikanern auf der Ladefläche eines Pick-Up-Trucks, wird statt von der Polizei allerdings von einer bewaffneten Straßengang-Patrouille angehalten und in einer höchst anspannenden Szene missgünstig beäugt. Nahezu nebensächlich erzählte Details, wie dass die Gang die letzten x Bürgermeister der lokalen Großstadt umgebracht haben, intensivieren solche Einstellungen ganz ohne einen manipulativen Soundtrack oder effekthascherisches Editing noch auf sinnvolle Weise.
 
 
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Nach etwa der Hälfte des Films ist es dann eine alte Kirche, in der unsere beiden hoffnungslosen Protagonisten/innen stranden und sich gegenseitig finden. Miguel war fünf Jahre in Amerika, hatte keine Möglichkeit sich zu melden und sucht nun das Haus seiner Mutter – Magdalena hingegen vermisst seit Jahren ihren Sohn. Gemeinsam streifen die beiden trauernden Opfer ihrer gewalttätigen Umstände durch die Wüste, auf der Suche nach Wahrheit, Empathie, Puzzlestücken – doch wer jetzt den Wandel zum herzerwärmenden „Feel-Good-Film“ nach Hollywood-Formular erwartet, der hat wohl kurz den Realitätsanspruch dieser Geschichte vergessen. Auf ihrem Weg ins Herz der Dunkelheit scheint „La Fragua“ die letzte Station zu sein – Magdalena müsste um einen ganzen Damm herum laufen um dorthin zu gelangen, doch ein Fischer nimmt sie in seinem Boot mit. Die Schlüsselszene des Films, die das (in Deutschland) titelgebende „Mysterium“ aufklärt, ist dann besonders filmisch stilisiert und ununtertitelt, gleichzeitig aber auch absolut alptraumhaft, rau und intensiv. Einen wirklichen Angriff auf die Sinne oder auch Angst vor explizit gezeigten Gewalttaten muss man hier nicht haben, von einer filmischen Wucht und mitreißend schonungslosen Inszenierung kann jedoch trotzdem die Rede sein.
 
 
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Gerade im Zusammenspiel mit und Kontrast zu den hübschen Aufnahmen von Wasserspiegelungen im fahlen Sonnenlicht und zurückhaltend benutzten Songs eine Szene, die sich absetzt und einbrennt – doch das ist noch nichts im Vergleich zum direkt hiernach einsetztendem Finale, aufgrund dessen Schonungslosigkeit und Emotionalität einem in mehrerlei Hinsicht defintiv die Spucke wegbleiben kann. Am Ende des Tages ist „Sin Señas Particulares“ ein wichtiger und effektiver Film, der mit seinem langsamen Tempo und seiner ruhigen Grundstimmung zwar in erster Linie an Realismus interessiert scheint, nichtsdestotrotz durch den Cast, die exzellente Kameraarbeit und Lichtstimmung sowie durch den Soundtrack zu betören und eindrucken weiß, bevor einem der Boden gekonnt unter den Füßen weggezogen wird.
 
 


 
 
 

WAS GESCHAH IM BUS 670 – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Stilles, subtiles, technisch hochwertiges Drama über Verlust und das Finden eines Abschlusses im Angesicht unmenschlicher Brutalität.
 
 
 


 
 
 

WAS GESCHAH IM BUS 670 – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Was geschah mit Bus 670?“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

WAS GESCHAH IM BUS 670 – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) MFA+ Cinema (DVD im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sin Señas Particulares; Mexiko | Spanien 2020

Genre: Drama

Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Spanisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,39:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 10.06.2022

 

Was geschah mit Bus 670? [DVD im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

WAS GESCHAH IM BUS 670 – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei MFA+ Cinema)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
To Kill a Man – Kein Weg zurück (2016)
 

Filmkritik: „Und wieder ist Freitag der 13.“ (1982)

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UND WIEDER IST FREITAG DER 13.

(FREITAG DER 13. – TEIL 3 | FRIDAY THE 13TH PART 3: 3D)

Story

 
 
 
Im dritten Teil der Kultreihe erhält Jason endlich sein Markenzeichen, die Eishockey-Maske, denn mit der mordet es sich einfach besser, als mit einem Kartoffelsack auf dem Kopf.
 
 
 


 
 
 

UND WIEDER IST FREITAG DER 13. – Kritik

 
 
Während Jason im ersten Teil einer der kultigsten Slasher-Reihen überhaupt ja quasi noch gar nicht auftauchte, durfte er in „Jason kehrt zurück“ ein Jahr später bereits das Morden üben. Und da der Film in Amerika durchaus erfolgreich war, folgte nur ein weiteres Jahr später, nämlich 1982, die nächste Fortsetzung. Im Deutschen fast schon humorvoll-stagnierend mit „Und wieder ist Freitag der 13.“ betitelt, wiederholt man das stumpfe Szenario zwar eigentlich nur, aber in diesem Teil bekommt Jason endlich seine Eishockey-Maske. Dies ist jedoch nicht der einzige Grund, weshalb man es mit einem der besten Teile der Reihe zu tun bekommt, selbst wenn das längst nicht jeder Fan so sieht.
 
 
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Wenn man hier etwas kritisieren möchte, dann sollte es am ehesten die Handlung treffen, denn diese könnte einfallsloser kaum sein. Ein paar Freunde, Crystal Lake, Jason – Mehr Worte braucht man nicht, um die Geschichte zu erläutern und jeder weiß, wie das alles ablaufen wird. Auf Logik hat man nebenbei ebenfalls verzichtet. So soll sich das Treiben zwei Tage nach dem letzten Teil abspielen, was dann streng genommen gar nicht mehr Freitag der 13. sein könnte. Das ist jedoch alles egal, denn ein altmodischer Slasher-Fan wird keine echte Story brauchen. Immerhin hatte man hier zahlreiche blöde Ideen, die man eingebaut hat und die den Zuschauer erheitern können.
 
 
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„Und wieder ist Freitag der 13.“ hat hier tatsächlich zwei Faktoren zu bieten, die man selten beide von einem Film der Reihe geboten bekam. Auf der einen Seite ist der Film nämlich ganz schön bescheuert, ja teilweise arg trashig, besitzt Fehler und ein paar Charaktere, die man nun absolut nicht ernst nehmen kann. Das sorgt für Belustigung und macht den dritten Teil schon mal unterhaltsam. Auf der anderen Seite will Steve Miner, der wie schon beim Vorgänger Regie führte, aber auch gerne Atmosphäre aufbauen. Das sieht man am oftmals sehr langsamen Aufbau, den manche für langweilig halten mögen, der aber tatsächlich eine bedrohliche Stimmung entstehen lässt. Außerdem ist Jason hier noch kein Übermensch, durchaus verletzbar und das besitzt seine ganz eigene Note. Somit gelingt „Und wieder ist Freitag der 13.“ die Symbiose aus Trash und spannendem Slasher, was man in diesem Subgenre nun durchaus nicht oft finden kann.
 
 
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Gerade deshalb fällt es auch gar nicht so negativ auf, dass man eigentlich nur schon wieder die bekannten Zutaten vorgesetzt bekommt. Von Vorteil ist ebenfalls, dass Crystal Lake nun anders aussieht, als zuvor und eher an eine Farm erinnert. Hier spielt sich ein Großteil des Filmes ab und die Optik weiß durchaus zu gefallen. Ein weiterer, belustigender Aspekt ist, dass „Und wieder ist Freitag der 13.“ damals in 3D-Version in die Kinos kam, was in den 80er Jahren gerade in Amerika ja unheimlich beliebt war. Ständig werden Gegenstände in die Kamera gehalten und was damals im Kino vielleicht als Attraktion galt, verführt heute eher zu einem nostalgischen Grinsen. Das alles sorgt aber für eine unschlagbare Atmosphäre, die eben nahezu alle Facetten bedient. Der dritte Teil von „Freitag der 13.“ ist doof, unfreiwillig komisch, amüsant, aber auch spannend, bedrohlich und vor allen Dingen ganz schön blutig.
 
 
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Über Gewalt muss man bei dieser Reihe ganz ausführlich sprechen, denn kaum eine Reihe hatte so viele Probleme mit der Zensur. Schon bevor die Filme ins Kino kamen, wurden sie leider entschärft, um ein X-Rating zu vermeiden. In Deutschland landeten sie dann aber obligatorisch trotzdem schnell auf den Index und wurden zusätzlich gekürzt. Wenn man sich „Und wieder ist Freitag der 13.“ heutzutage anschaut und überlegt, dass er mittlerweile ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben wurde, kann man die ganzen Beschlagnahmungen von früher natürlich nur belächeln. Aber trotzdem ist der Gewaltgrad höher, als in den beiden Vorgängern und für einen Slasher aus damaliger Zeit, lässt man es hier ganz schön krachen. Die Effekte sind nicht perfekt, aber eben von Hand gemacht. Manche sehen sehr derb aus, andere animieren eher zum Schmunzeln.
 
 
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Wobei man schon etwas warten muss, bis es hier mal zur Sache geht. In der ersten Hälfte ist mit Jason wirklich noch nicht so viel los und es dreht sich eher um die bekloppten Teenies, um ihre Streiche, ums Kiffen, natürlich um den Beischlaf (wobei der Film leider zu wenig nackte Haut für einen Slasher bietet) und dann kommen auch noch bedrohliche Biker mit hinzu. Obwohl hier slasher-technisch nicht so viel geschieht, ist das alles überhaupt nicht langweilig und höchst amüsant ausgefallen. Außerdem lässt man es dann im langen Finale ordentlich krachen. Da steigt der Bodycount dann doch schnell an und der finale Überlebenskampf ist sogar ziemlich spannend geraten. Vorher ist das alles eher entspannende Unterhaltung, die aber eben dennoch die notwendige Portion Atmosphäre besitzt. Nur auf die Wiederholung des Finales aus dem zweiten Teil hätte man gerne verzichten können, aber da bereits der zweite Teil dieses Element nutzte, sei dem Werk dies verziehen.
 
 
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Was gehört sonst noch so zu einem Slasher? Natürlich dumme Charaktere, die nur als Kanonenfutter dienen. Davon gibt es hier genügend, aber erstaunlicherweise wirken diese gar nicht mal so unsympathisch. Zumindest größtenteils nicht. Und ganz ansprechend gespielt, werden die Figuren ebenfalls. Mit Dana Kimmell ist ein brauchbares Final-Girl anwesend und auch sonst versprühen die vielen, belanglosen Charaktere so ihren Charme. Jason wurde übrigens zum ersten und letzten Mal von Richard Brooker gespielt, was dieser ordentlich gemacht hat. Er gibt dem Killer mit seinen Körperbewegungen eine psychopathische Note, welche weit entfernt ist vom späteren Übermenschdasein. Und den typischen Jason-Sound gibt es natürlich auch genügend zu hören. Ein solch simpler Sound, an dem man sich kaum satthören kann. Insgesamt ist der Score brauchbar und begleitet das Treiben atmosphärisch.
 
 


 
 
 

UND WIEDER IST FREITAG DER 13. – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein Hauch von Handlung, hinzu eine ziemliche Kopie des zweiten Teils und dennoch ist „Und wieder ist Freitag der 13.“ ein toller Slasher geworden. Die Mischung aus Trash (der hinzu nicht selten auch noch unfreiwillig entsteht) und spannendem Slasher ist eine Seltenheit. Hier kann man sich entspannt zurücklehnen, sich amüsieren und bekommt dennoch eine gelegentlich ansprechende Atmosphäre mit gelungenem Spannungsaufbau geboten. Die Figuren sind überwiegend doof, aber markant und gar nicht so unsympathisch, die Darsteller spielen völlig passabel, die Kulissen sehen gut aus und die Inszenierung funktioniert. Hat man die ganzen amüsanten Momente hinter sich, bekommt man zudem eine gute Portion harten Splatter geboten. Nein, perfekt ist das nun wirklich nicht, aber so verdammt charmant und nur für den Fall, dass es jemand noch nicht mitbekommen hat: Jason bekommt hier halt seine ikonische Eishockey-Maske! Noch Fragen?
 
 
 


 
 
 

UND WIEDER IST FREITAG DER 13. – Zensur

 
 
 
„Und wieder ist Freitag der 13.“ erschien in Deutschland ungekürzt auf VHS. Im Jahr 1985 wurde Teil 3 indiziert und 1988 wurder der Slasher vom Amtsgericht Frankfurt beschlagnahmt. Ein Jahr später erfolgte die Einziehung und der 3. Teil der Freitag-Reihe landete für viele Jahre im Giftschrank. Erst im Juni 2016 gelang es dem Anbieter 84 Entertainment die Indizierung aufheben zu lassen. Man ließ „Und wieder ist Freitag der 13.“ von der FSK neu prüfen und erhielt für den Streifen in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 16 Jahren. Seither kann er ungeschnitten und legal im stationären Handel gekauft werden.
 
 


 
 
 

UND WIEDER IST FREITAG DER 13. – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Paramount Pictures (Blu-ray im KeepCase – Erstauflage)

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(c) 84 Entertainment (Blu-ray im KeepCase – Zweitauflage)

(c) Paramount Pictures (Freitag der 13. Blu-ray-Collection mit den Teilemn 1-8)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Friday the 13th Part 3: 3D; USA 1982

Genre: Thriller, Horror, Splatter

Ton: Deutsch DD 2.0 (Mono), Englisch Dolby TrueHD 5.1, Französisch DD 2.0 (Mono), Italienisch DD 2.0 (Mono), Spanisch DD 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Spanisch, Portugiesisch, Schwedisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Frische Schnitte: 3D Terror, Slasher Filme: Immer die Halsschlagader, Die Geschichte der Maske, Vergessene Geschichten aus dem Camp Blood – Teil 2, Vergessene Geschichten aus dem Camp Blood – Teil 3, Original Kinotrailer

Release-Termin: KeepCase Erstauflage: 12.02.2011 | KeepCase Zweitauflage: 10.02.2021 | 8-Movie-Collection: 13.05.2022

 

Und wieder ist Freitag der 13. [Blu-ray im KeepCase – Erstauflage] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Und wieder ist Freitag der 13. [Blu-ray im KeepCase – Zweitauflage] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Und wieder ist Freitag der 13. [Freitag der 13. Blu-ray-Collection mit den Teilemn 1-8] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

UND WIEDER IST FREITAG DER 13. – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Paramount Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Freitag der 13. (1980)
 
Freitag der 13. – Jason kehrt zurück (1981)
 
Das Camp des Grauens 2 (1988)
 
Das Camp des Grauens 3 (1989)
 

Filmkritik: „Jason X“ (2001)

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JASON X

(FREITAG DER 13. – TEIL 10 | FRIDAY THE 13TH – PART 10)

Story

 
 
 
Im zehnten Teil der legendären „Freitag der 13.“ Reihe führt es Jason ins Weltall. Und was macht er da? Natürlich wieder metzeln bis zum geht nicht mehr.
 
 
 


 
 
 

JASON X – Kritik

 
 
Schon der fünfte Teil der „Freitag der 13.“ Reihe bemühte sich um Veränderungen. Hier war es gar nicht Jason selbst, der sich durch die Gegend mordete. Das kam selbstverständlich schlecht an. Danach bekam er es noch mit telekinetischen Fähigkeiten zu tun, durfte auf einem Schiff morden, kam in die Großstadt und wurde letztendlich sogar von seltsamen Würmern befallen. „Jason Goes to Hell“ wirkte schon eher wie ein Fantasy-Film und die Einnahmen wurden immer geringer. Deshalb wurde es auch acht lange Jahre still um den Killer mit der Eishockey-Maske. Und was macht man, wenn einem nichts mehr einfällt? Genau, man schickt Jason einfach ins Weltall. Hat man bei „Critters 4“ (wobei es da wenigstens noch etwas Sinn ergab) und „Leprechaun 4“ ja immerhin auch schon gemacht. Damit ist Jason allerdings der einzige der ikonischen Slasher-Figuren der bisher das Weltall besuchen durfte und so doof die Idee auf dem Papier auch klingt; die Umsetzung ist überraschend gut gelungen.
 
 
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Dabei hatte der letzte Teil Jason ja eigentlich in die Hölle geschickt und ein Crossover mit Freddy Krueger wurde angedeutet. Dieses kam jedoch erst zwei Jahre später zustande und um vorherige Geschehnisse kümmert sich „Jason X“ nicht. Da unser Jason einfach nicht totzukriegen ist, wird er nun als biologische Waffe angesehen. Doch alles geht mal wieder schief, Jason gerät in eine Kryo-Kammer und erwacht erst 455 Jahre später. Die Erde ist mittlerweile unbewohnbar, also muss sich der gute, alte Killer eben im Weltall durch die Gegend meucheln. Die Umgewöhnung fällt ihm jedoch nicht besonders schwer und schon ist wieder alles beim Alten.
Es mag wirklich affig und Banane klingen, diese Reihe jetzt mit Science-Fiction zu kombinieren, aber die Story schlägt sich erstaunlich solide. Zumindest wurde es einigermaßen gut konstruiert, weshalb Jason sich jetzt im Weltall befindet und der Rest besteht dann sowieso aus den altbekannten Zutaten. Dadurch, dass sich das Treiben allerdings weit in der Zukunft abspielt, konnte man noch ein paar kreative Ideen mit einbauen und das hat man schon genutzt. Obwohl sich an der Prämisse „Jason metzelt alles nieder“ überhaupt nichts geändert hat, wirkt „Jason X“ frisch.
 
 
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Dabei ist es nun wirklich keine Selbstverständlichkeit, dass eine Reihe, die ihre Ursprünge in den 80er Jahren hat, den Sprung ins neue Jahrtausend so solide bewältigt. Aber Regisseur Jim Isaac hat seine Hausaufgaben gemacht, bedient beliebte Markenzeichen, kann durch das etwas andere Szenario aber auch genügend eigenständige Dinge unterbringen. Was da im weiteren Verlauf so geschieht, hätte man damals von einem „Freitag der 13.“ Film sicherlich kaum erwartet. Das gibt sogar Raum für ein paar witzige Szenen und der Endkampf ist einfach mal obercool. Außerdem gibt es noch eine schöne Hommage an das Original. Man muss sich selbstverständlich auf diesen Quatsch einlassen können, doch wenn dem so ist, bietet „Jason X“ amüsante, völlig übertriebene Unterhaltung, die nicht mehr so viel mit einem üblichen Slasher zu tun hat, von der Atmosphäre aber genau die Zutaten bietet, die man erwartet.
 
 
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Die Einleitung ist innerhalb von wenigen Minuten abgehakt und bis Jason wieder zur Bedrohung wird, vergeht gar nicht mal so viel Zeit. „Jason X“ lebt von einem hohen Tempo und besitzt überraschend viel Action. Spannend ist das Ganze zwar eigentlich nie, doch dafür ist die Stimmung auch viel zu locker. Interessant war damals sicherlich auch, wie sich der Sprung ins neue Jahrtausend denn auf den Gewaltgrad auswirken würde. Und auch hier macht der zehnte Teil der Reihe alle Ehre. Zwar wird nicht alles explizit gezeigt, doch es splattert schon ordentlich. Die Effekte stammen mittlerweile oftmals aus dem Computer, was bei dem Thema Zukunft jedoch irgendwo als logisch erscheint. Für einen Film mit doch eher geringen Budget können sich aber sogar die Außenaufnahmen des Weltalls einigermaßen sehen lassen. Und wenn es blutig wird, stammt zum Glück noch viel von Hand, so dass jeder Gorehound auf seine Kosten kommen dürfte.
 
 
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Am wichtigsten ist jedoch die Frage, wie sich Jason im Weltall so schlägt und da macht er eine gewohnt gute Figur. Seine Optik ist mal wieder gelungen und der Über-Jason sieht auch ganz schön cool aus. Kane Hodder übernahm hier leider zum letzten Mal die Rolle von Jason, was bedauerlich ist, da er ihn doch am besten darstellte. Von den restlichen Darstellern sollte man genretypisch nicht zu viel erwarten, aber schlecht agiert hier fast niemand. So ist Lexa Doig als neues Final Girl ziemlich sympathisch und Lisa Ryder weiß ebenfalls zu gefallen. Dazwischen befinden sich viele Schauspieler, die Nebenrollen bekleiden und am ehesten als Kanonenfutter dienen, so wie sich das gehört. Man bekommt hier keine besonderen Leistungen geboten, aber brauchbare und die Charaktere sind auf jeden Fall markant genug. Dass manche recht unsympathisch erscheinen, ist volle Absicht und auch dies erfüllt seinen Zweck. Außerdem schaut David Cronenberg kurz vorbei, was ganz witzig ist. Der Score ist leider weniger der Rede wert und vom typischen Jason-Sound hat man etwas zu selten Gebrauch gemacht.
 
 


 
 
 

JASON X – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„Jason X“ ist unrealistisch, unlogisch, völlig übertrieben und die Idee mit dem Weltall mag manchen zu doof sein, aber für einen zehnten Teil schlägt er sich überraschend gut und bietet genügend Abwechslung innerhalb der Reihe. Lässt man sich auf das Szenario ein, bekommt man kreative und auch witzige Ideen serviert, die erstaunlich gut funktionieren. Außerdem gibt es reichlich Action und es ist immer etwas los. Jason darf auch im All blutig genug und sogar noch abwechslungsreicher morden. Das ist brauchbar inszeniert, besitzt eine spaßige Atmosphäre, die Darsteller spielen solide und die Figurenzeichnung ist niemals zu nervig. Von daher hat man eigentlich alles richtig gemacht und es ist schon ein bisschen schade, dass dies mit sehr niedrigen Einspielergebnissen bestraft wurde. Denn auch wenn Jason zwei Jahre später noch mal auf Freddy Krueger traf und „Freitag der 13.“ 2009 ein schlechtes Remake erhielt, blieb „Jason X“ doch der letzte echte Solo-Film. Dafür wurde die Reihe hier aber würdevoll beendet und das Ergebnis ist auch heute noch wunderbar spaßig!
 
 
 


 
 
 

JASON X – Zensur

 
 
 
„Jason X“ kam mit „SPIO/JK: strafrechtlich unbedenklich“-Siegel nach Deutschland, wurde im Jahr 2004 indiziert und lief entsprechend gekürzt im Pay-TV. Nachdem im Laufe der letzten Jahre alle vorherigen Teile vom Index gestrichen wurden und ungeschnitten mit FSK-Freigabe in den Handel kamen, wurde auch „Jason X“ nach 16 Jahren vom Index genommen. Mittlerweile wurde der Slasher ebenso von der FSK geprüft und ist ungeschnitten frei ab 18 Jahren im regulären Handel erhältlich.
 
 
 


 
 
 

JASON X – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Warner Home Video (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Jason X; USA 2001

Genre: Thriller, Horror, Komödie, Splatter, Science Fiction

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DD 2.0

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte; Spanisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Audiokommentar mit Jim Isaac, Todd Farmer und Noel Cunningham, Die vielen Leben des Jason Voorhees (29:56 Min.)
By Any Means Necessary: The Making of Jason X (17:33 Min.), USA-Kinotrailer (2:01 Min.), Bonusfilm „Jason goes to Hell (Ratedfassung)“

Release-Termin: KeepCase: 10.06.2021

 

Jason X [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

JASON X – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Warner Home Video)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jason Goes to Hell – Die Endabrechnung (1993)
 
Space Platoon (1996)
 
Critters 4 – Das große Fressen geht weiter (1992)
 

Filmkritik: „Hard Ticket To Hawaii“ (1987)

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HARD TICKET TO HAWAII

Story

 
 
 
Auf der polynesischen Privatinsel des Rauschgift-Kingpins Romero beißen zwei Drogenfahnder ins Gras und zwei Agentinnen werden einer Diamantenlieferung an den Gangster habhaft. Holterdipolter überschlagen sich die Ereignisse, Nebensächlichkeiten wie innere Drehbuchlogik werden ignoriert und mehrere Geheimdienste ringen mit Romeros Killern. Um dem Ganzen völlig den Ritterschlag des Psychiatriefilms zu verpassen, befindet sich auf dem Eiland auch noch eine Mörderschlange, die man mit der DNS krebskranker Ratten ausgestattet hat. Nein, das haben wir nicht dazuerfunden.

 
 
 


 
 
 

HARD TICKET TO HAWAII – Kritik

 
 
Den Namen Andy Sidaris kennen aufmerksame Leser unseres Blogs aus der Kritik seines 1979er Harte-Männer-Bolzens SEVEN – DIE SUPER-PROFIS, in dem sich der unsterbliche William Smith mal so richtig austoben darf. Die Nase immer im kassenträchtigen Wind, bedient sich der greco-amerikanische Regisseur von Mitte der Achtziger bis Ende der Neunziger Jahre unzählige Male am Regelwerk des „Schlagkräftige-Truppe-gegen-Gesocks“-Subgenres. Jene so kommode Spielart des Action-Kinos, die bis heute wohl zehntausend Mal in die Kameras einfallsloser Produzenten all over the globe gesogen worden ist. Bloß wendet Meister Sidaris einen Kniff an, der zu seinem Markenzeichen wird: Seine Sondereinsatz-Superagenten (diverse Geheimdienste, wenig Zusammenhang) sind weiblich und nicht nur das, sondern gleich noch ehemalige Nackedei-Modelle aus Playboy und Penthouse. Wenig überraschend beschränkt sich der schauspielerische Horizont der knusperbraunen Damen in etwa auf die Fähigkeiten eines Schmalzbrots, das sich für eine Perlenkette hält. Das ist aber erstens völlig wurscht und zweitens kommt die Exploitation-Kinowelt so auch in den privilegierten Bekanntenkreis der leider vor Kurzem elend verstorbenen Z-Film-Ikone Julie Strain.
 
 
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Nachdem Sidaris anno 1973 mit STACEY – BLOND, SCHNELL UND TÖDLICH! schon mal probt, was er nach seiner Millionenkarriere als revolutionärer Gestalter des amerikanischen Sportfernsehens so machen könnte, was Spaß und Geld in die Urlaubskasse bringt, liefert er mit HARD TICKET TO HAWAII im Jahre 1987 vielleicht das Konzentrat, die endgültige Blaupause für den „Andy-Sidaris-Film“. Hübsche Frauen, exotische Locations, vergnügte Zerstörung von Dingen und Knochen. Die diesmal angeheuerten hochhaarigen Eighties-Playmates Dona Speir, Hope Marie Carlton, Patty Duffek und Cynthia Brimhall sorgen gemeinsam mit dem auch fest in diese Zeit gehörenden Schönling Ronn Moss für Tabula Rasa unter den Schergen des Drogenkönigs Romero. Hierbei wird nicht gezimpert – die Fetzen fliegen, großer Wert wird auf das möglichst groteske Darstellen roher Gewalt im Auftrag der Freien Welt gelegt, der Zuschauer rülpst zufrieden und selbstvergessen. Erwartungsgemäß mittel-nackte Tatsachen und unglaubliche Arschlochsprüche komplettieren dann das geschmeidige Filmerlebnis HARD TICKET TO HAWAII ganz vortrefflich.
 
 
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HARD TICKET TO HAWAII – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„Triple B – Bullets, Bombs & Babes“ nennt der Fachmann die derben und trashigen Action-Krimis aus der blinkenden Film-Hauswerkstatt des ehemaligen Erfolgs-Fernsehmachers Andy Sidaris (1931 – 2007). Ob wir, hierzulande oder via sorgfältig kuratierter Master-Veröffentlichungen aus den USA, eine Aufwertung des Rufs von Sidaris oder sogar die direkte Beförderung des umtriebigen Filmemachers in den inoffiziellen Exploitation-Olymp erleben werden, ist wohl zu bezweifeln. Noch zu nah am Jetzt sind die glitternden, koksigen Abenteuer seiner volumenmöpsigen Action-Playmates angelegt. Es fehlt die Fremdartigkeit des Grindhouse-Films vorangegangener Dekaden. Andererseits: Wer hätte gedacht, dass die wuchtigen, von SEVERIN FILMS präsentierten Karriere-Boxsets der Regie-Verbrecher Al Adamson (!), Andy Milligan (!!) und demnächst Ray Dennis Steckler (!!!) dermaßen einschlagen würden? Das aufwendige und mit über 50 Seiten Booklet-Text (doppelt so viel wie das Drehbuch) versehene Mediabook von HARD TICKET TO HAWAII ist ein toller Einstieg in die Mondo Sidaris und was für Freunde kerniger Achtziger-Fresse-Voll-Action aus seligen Videotheken-Zeiten. All Hail King Sidaris!
 
 


 
 
 

HARD TICKET TO HAWAII – Zensur

 
 
 
HARD TICKET TO HAWAII ist ein R-Rated-Trash-Actioner, der von 1988 bis 2013 in Deutschland auf dem Index stand. 2006 erschien der Streifen hierzulande ungeschnitten auf DVD. Mittlerweile ist der Streifen nicht mehr indiziert und erscheint nun erstmalig auf Blu-ray im Mediabook. Letzteres ist ungeprüft. Die darin enthaltene Fassung ist ebenso ungekürzt.
 
 
 


 
 
 

HARD TICKET TO HAWAII – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A auf 333 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B auf 222 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover C auf 111 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hard Ticket to Hawaii ; USA 1987

Genre: Action, Thriller, Trash, Komödie

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz Hz

Laufzeit: 96 Minuten (ungeschnittene Fassung)

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray + DVD im Mediabook

Extras: 52-seitiges Booklet von Ash, Interview mit Arlene Sidaris (58 Min), Audiokommentar (engl.), Featurette (38 Min.) engl. m. dt UT, Bildergalerie, Trailer, Soundtrack-CD, Film auf DVD

Release-Termin: Mediabooks: 30.05.2022

 

Hard Ticket To Hawaii [diverse Veröffentlichungen] ungeschnitten im CINESTRANGE EXTREME ONLINE SHOP kaufen

 
 


 
 
 

HARD TICKET TO HAWAII – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei Cinestrange Extreme)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Kannibalinnen im Avocado-Dschungel des Todes (1989)
 
Seven – Die Superprofis (1979)
 

Filmkritik: „Hellbender – Growing Up Is Hell“ (2021)

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HELLBENDER – GROWING UP IS HELL

(HELLBENDER)

Story

 
 
 
Teenagerin Izzy lebt mit ihrer Mutter zurückgezogen in den Wäldern, da sie angeblich todkrank und ansteckend ist. Als sie eines Tages das erste Mal auf eine andere junge Frau trifft, häufen sich die merkwürdigen Vorfälle und dunklen Vorahnungen…
 
 
 


 
 
 

HELLBENDER – Kritik

 
 
„Wonder Wheel Productions“ ist der Name der US-amerikanischen Produktionsfirma der Familie Adams, bestehend aus Toby Poser, Ehemann John Adams und ihren Töchtern Zelda und Lulu. Zusammen drehen die vier seit mittlerweile einer Dekade unabhängige Spielfilme, die von Titel zu Titel wohl größer und bekannter geworden sind und stets auch im Script Themen wie Familiendrama oder -zusammenhalt behandeln. Nach „Rumblestrips“, „Halfway to Zen“, „The Shoot“, „Knuckle Jack“ und dem sogar von Arrow Video releasten „The Deeper You Dig“ wurde mit „Hellbender“ nun auch endlich ein Titel der von Indiefans hoch gelobten Familienschmiede in Deutschland veröffentlicht.
 
 
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Stöhnende, rasselnde Geräusche zu rot schimmernden Leichenresten auf einem Waldboden, danach sehen wir eine ältere Dame mit blutverschmiertem Mund. Eine Gruppe verkutteter Frauen inszeniert die rituelle Hängung einer vermummten Person, diese fliegt nach ihrem Ableben mittels mediokrer CGI-Effekten brennend in die Luft – unerwartet, aber auch leicht trashig. „HELLBENDER“ prankt es auf der Titlecard und „Women!“ ist jetzt erst einmal der einzige Songext, den das Mutter-und-Tochter-Gespann zu krachenden E-Gitarren als Band performen. Im eigenen Wohnzimmer spielend, auf Deutsch die Takte anzählend und mit an Metalbands erinnernder Gesichtsbemalung kostümiert, schafft der Film es in seinem fast schon hyperrealistisch hochaufgelöstem Look innerhalb weniger Minuten einiges an Charakter und Flair zu verbreiten, wodurch man die liebende, aber isolierte Existenz von Izzy (Zelda Adams) und ihrer Mutter (Toby Poser) schnell abkauft.
 
 

„I’m on my way to hunt you down.“

 
 
Ein mystischer, langsamer, atmosphärischer Folk-Song läuft während Izzy erfährt, dass sie nicht mit in die weit entfernte Stadt fahren darf, aus Sicherheitsgründen natürlich; vom Einkauf mitgebracht wird eine mysteriöse schwarze Krone, mit der auch gleich lachend posiert wird. Doch dass wir es hier nicht mit einer „Verfluchtes Objekt zerstört Familienidyll“-Geschichte zu tun haben, stellt diese kurzweilige Genreproduktion alsbald in einer verheißungsvollen Szene klar, in der Izzys Mutter zu kreischenden Sirenen aus Stöcken, Spucke und zerkauten Beeren ein okkultes Symbol bastelt, welches daraufhin zu schweren Seufzern in den Himmel zu steigen scheint. Durch exzellentes Framing, unter die Haut gehendes Sounddesign und eine posterreife Cinematographie werden solche, inhaltlich aber auch nie zu ausgelutschten Szenen, massiv aufgewertet.
 
 
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Die nächsten Bröckchen Information über unsere Protagonistinnen sind die, dass Izzy natürlich ausschließlich daheim Unterricht von ihrer Mutter erhält und somit keine Schule besucht oder je soziale Kontakte knüpfen durfte, sowie die, dass zu Hause wohl nur Beeren, Tannenzapfen, Wurzeln und dergleichen auf dem Speiseplan stehen. Und wenn Izzys Mutter nicht gerade flüsternd ominöse, geisterhafte Rituale auf der Treppe vollführt, achtet sie mit wachem Auge darauf, dass auch kein im Wald verlorener Wanderer zufällig auf ihre Tochter trifft. Den entscheidenden Schritt raus aus der Überwachung und Isolation, hinein in die Unabhängigkeit und das soziale Leben ist es nun, den Izzy, mit einem Fernglas bewaffnet und heimlich im Wald unterwegs, wagen will – und ich bin nach knapp 20 Minuten schon absolut hooked.
 
 

„You wanna beer, neighbor?“

 
 
Nach kurzer Zeit ist ihr Unterfangen von Erfolg gekrönt und sie trifft auf die ähnlich junge Amber, mit der das Eis trotz aller Ungewohntheit der Situation recht schnell gebrochen wird – doch der augenscheinlichen Normalität werden sogleich Einstellungen der Mutter entgegengesetzt, die einen Schlüssel aus ihrer rechten Hand zieht und dann ein schwarzes Buch berührt. Und somit werden das harmlose Planschen und Kichern des Nachwuchs also mit psychdelisch bunten Horrortripvisionen konterkariert, das unschuldige Trinken des ersten Biers mit sich alptraumhaft verformenden Gesichtern, das kathartische Kennenlernen einer anderen Person mit gruselig-dämonischen Lachern – und ich fühle mich verstanden, an dekadealten Horror erinnert, grinse breit.
 
 
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Ein herrlich drückender Track mit räudiger Bassgitarre läuft, nach dem gelungenen Nachmittag wird Izzy auch zugleich eingeladen, am nächsten Tag zu einer kleinen Party wieder zu kommen. Und da die „tödliche, ansteckende Krankheit“, die Izzy laut ihrer Mutter angeblich hat, beim letzten Treffen ja auch nichts gemacht hat, wieso nicht die Chance zur Sozialisierung nutzen? Eine knappe halbe Stunde dieses knackigen 80-Minüters ist schon vergangen, ein Großteil der Exposition durch und zack kommt auch schon das auslösende Moment, der storytriggernde Vorfall, der kleine Haken an der Geschichte. Denn gerade als unsere Protagonistin mit ihren Schlagzeugskills die Gruppe begeistern und Anschluß finden konnte, fällt auf dass das edle Anwesen keinesfalls Amber oder ihrer Familie gehört – und, mehr noch, dass sie den letzten Kurzen vielleicht doch nicht hätte trinken sollen. Bald schon sehen sich Izzy sowie der Zuschauer mit einem omnipräsenten Flüstern in fremden Sprachen konfrontiert, während der Genrefan sich auf weitere unheilvolle Visionen freuen darf.
 
 

„Magic comes from the fear, the fear of death…“

 
 
War man in den letzten Jahren im Horrorgenre unterwegs, könnte man schon fast sagen dass selbst so eine spezifisch klingende Unterkategorie wie „Feministisch angehauchter Coming-of-Age-Horror“ sein eigenes Genre geworden ist, haben sich doch etliche Regisseure/innen mit diesem, oder einem sehr ähnlichen Thema beschäftigt, spezifisch mit der Verquickung von Body Horror, Unsicherheitsängsten des Erwachsenwerdens und anti-patriarchischer Weltsicht. Mit einem überschaubaren Budget ausgestattet, dem Titel nach recht generisch und durch sein wäldliches Setting jetzt auch nicht sonderlich hervorstechend, sollte „Hellbender“ demnach also auch wirklich nicht der Rede wert sein, eine achselzuckende, vielleicht einmalig sehenswerte, durchschnittliche Genreerfahrung darstellen. Doch über jegliches rein technisches Lob hinaus wurde hier mit viel Herzblut, Charme, Mut und Kreativität ein ziemlich ambitioniertes, teils bemerkenswert aussehendes, authentisch gespieltes, kurzweiliges Stück Horrorkino geschaffen, das man als Fan definitiv mal auschecken sollte.
 
 
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Steht das semioriginelle, dafür aber wunderbar griffig inszenierte Hauptkonzept nach etwa der Hälfte des Films nämlich, zieht es sich um die 50-Minuten-Marke herum zwar erstmalig ganz leicht, dafür hat man hier aber auch seinen Tritt gefunden: Fortan wird nämlich ganz bewusst die Balance gehalten zwischen leicht trashigen, merkwürdigen Ideen der Marke „Hasenmasketragender Mönch vor CGI-Feuer“ und bemerkenswert ästhetisch eingefangenen, leicht schwarzhumorigen und absolut ernst zu nehmenden Mutter-Tochter-Szenen. Und als sei das auch noch nicht genug, gibt es eine logisch erscheinende, überzeugend inszenierte und befriedigende Idee zum Okkultismus noch dazu, inklusive verdammt cooler Hintergrundgeschichte und sympathischer Drogentripszene. Dass selbst das ruppige, erstmalig richtig drastisch-brutale Finale mit seinen flirrenden Störfrequenzen, bunt flickernden Visionen, fleischigen Gedärmgängen und immer wieder verdammt überzeugenden Jungdarstellerinnenperformances nicht enttäuscht, ist da wirklich nur die Kirsche obendrauf.
 
 


 
 
 

HELLBENDER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Überraschend professionell inszenierter, betörend gedrehter, trotzdem punkrockigen Indie-Flair verbreitender Coming-of-Age-Horrorfilm mit einer großartigen Hauptdarstellerin und atmosphärischen Klängen, dessen teils sehr durchwachsenes CGI sich nur leider selbst im Weg steht. Sympathisch, kurzweilig, teils gar originell und sehenswert, trotz kleiner Schwächen.
 
 
 


 
 
 

HELLBENDER – Zensur

 
 
 
„Hellbender – Growing Up Is Hell“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Wegen einiger von der FSK höher eingestufter Trailer auf der Heimkinoscheibe ist selbige aber erst für Erwachsene geeignet.
 
 
 


 
 
 

HELLBENDER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-On New Media (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hellbender; USA 2021

Genre: Drama, Mystery, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: Film: FSK16 | Blu-ray wegen höher eingestuftem Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 29.04.2022

 

Hellbender [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

HELLBENDER – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei I-On New Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Raw (2016)
 
The Devil’s Candy (2015)
 
Deathgasm (2015)
 

Filmkritik: „When I Consume You“ (2021)

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WHEN I CONSUME YOU

Story

 
 
 
Ein unter steter Gewalt und Verwahrlosung aufgewachsenes Geschwisterpaar hat es gerade geschafft sich eine halbwegs stabile Perspektive aufzubauen, als die Wunden der Vergangenheit unvermittelt wieder aufgerissen werden.
 
 
 


 
 
 

WHEN I CONSUME YOU – Kritik

 
 
 
Der letzte Film meiner Festivalauswahl stammt aus der Feder und Regie des amerikanischen Regisseurs Perry Blackshear, dessen eindringlichen, psychologischen Charakter-Dramathriller „They Look Like People“ ich indieaffinen Genrefans nur ans Herz legen kann. Sowohl die grobe Genrebezeichnung, als auch die bewusst kleine Skalierung hat sein neuestes Werk mit dem Film aus 2015 gemein, doch während „They Look Like People“ noch vom Kontrast der Charakter seiner Hauptprotagonisten lebte und zudem einige perfekt durchkomponierte, distanzierte Einstellungen präsentierte, geht es bei „When I consume you“ noch eine gute Spur düsterer, persönlicher, eindringlicher und nahgegehender zu.
 
 

„Are you okay?“

 
 
Zu einem lauten Knall springt eine Tür auf und Daphne spuckt Blut sowie einen Zahn ins Waschbecken. Die junge Frau hat ein mysteriöses Symbol auf ihr Handgelenk tättowiert und hört einen Piepton, dann sitzt eine nackte Person mit leuchtenden Augen unvermittelt direkt vor dem Zuschauer und meine Nackenhaare haben sich innerhalb weniger Minuten aufgestellt. Willkommen bei 90 Minuten Angstzuständen.
 
 

„Evil is still out there and I will find it.“

 
 
Daphne und Wilson sind Geschwister, die nur durch gegenseitige Unterstützung eine traumatisierende und gewalttätige Kindheit, danach ihre unausgeglichenen und überstürzten Zwanziger überlebt haben. Nach Jahren der Therapie und Vergangenheitsbewältigung scheinen beide noch täglich an ihren Wunden zu knabbern zu haben, doch da Daphne erfolgreich als Project Manager einer großen Firma arbeitet und Wilson einer geregelten Existenz als Hausmeister nachkommt, neben der er auch noch eine Abendschule besucht um irgendwann Lehrer zu werden und anderen Leuten zu helfen, wagen sie es nun erstmals über eine Adoption nachzudenken. „With your history, what would you do if you were me?“ lautet die niederschmetternde Antwort auf die Nachfrage, die handgefilmten Einstellungen der überzeugend gespielten Verzweiflung auf Seiten unserer Protagonisten sind stets nah dran und unmittelbar, wirken authentisch.
 
 

„I have plans for you.“

 
 
Ebenfalls realistisch wirkt die beklemmende Panikattacke die Wilson unerwartet plagt, als er in bester Stimmung mit seinen Freunden Karten spielt – erst als er mit Daphne zusammen die Nacht auf dem Balkon verbringt und den Sonnenaufgang beobachtet, scheint er sich wieder etwas zu sammeln. Doch selbst diese kleine Hoffnung auf Besserung oder eine geregelte Zukunft wird am schicksalhaften Tag seines Job-Interviews dann auch noch genommen, und von hier an startet, unterstützt von clever genutzten POV-Aufnahmen, der eigentliche Ritt in den Abgrund.
 
 

„All this pain is just part of a process!“

 
 
Während ich die Wiedergabe des „Was“ aus Spoiler- und Effektivitätsgründen bereits an dieser Stelle beenden möchte, so ist das „Wie“ doch noch einige Zeilen wert: Denn „When I Consume You“ lebt viel mehr von seiner Atmosphäre, Trostlosigkeit, Inszenierung und durch die Charaktere statt Drastik nahegehender Brutalität, denn von einer allzu originellen oder neuen Story. Die dreckige Großstadtkulisse ist auf dunkle Wohngebiete, unterbeleuchtete Parkplätze und versiffte Seitengassen beschränkt, im Hintergrund stets die Mischung aus dröhnenden Autobahnen, Schüssen, kläffenden Hunden und Polizeisirenen. Inmitten dieses Molochs finden sich zwei verzweifelte und vernarbte Seelen, die nur ihr gegenüber haben um mit sich, ihrer Situation und Vergangenheit klar zu kommen.
„Everything is the ocean and we’re just waves.“
 
 
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Dass die ab Zeitpunk x angedeutete Route bzw. Auflösung bis zum Ende durchgehalten wird ist im späteren Verlauf genau so konsequent wie vorhersehbar und dadurch weniger effektiv, auch stört das teils laienhafte Schauspiel eines einzelnen, overactenden Charakters den Fluss des Films und die Grundprämisse und Spannung von Blackshears vorherigen Slowburn fand ich deutlich spannender. Dennoch, von zwei eher unnötigen Jumpscares und einer nervigen Übererklärung am Ende abgesehen klappt der leichte Horror-Faktor im Hintergrund des Films dadurch so gut, dass die Ausgangssituation glaubhaft und beklemmend ins Wohnzimmer transportiert wird, was neben dem eindringlichen Sounddesign und der ernsten Thematik an sich in erster Linie an den Performances von Evan Dumouchel und Lilly Ewing liegt, denen man ihre gepeinigte Existenz, nur abgeschwächt durch wenige harmonische, menschliche und friedliche Momente, zu jedem Moment abkauft.
 
 
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Es ist nämlich ein äußerst realistischer, wahrhaftiger und darum auch so perfider, geradezu nihilistischer Horror, den Blackshear dem Zuschauer zumutet und je nach der eigenen Persönlichkeit oder Hemmschwelle des Zuschauers für eine solche Narrative, kann der Effekt so mancher prinzipiell gar nicht so bemerkenswerter Szene schnell verdoppelt werden, ohne dass es je in exploitative „misery porn“-Gefilde abdriften würde.

 
 


 
 
 

WHEN I CONSUME YOU – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Düsterer, nihilistischer, dramatischer, realistischer psychologischer Horror über die angestauten Dämonen der Vergangenheit und ihre drastischen Konsequenzen.
 
 
 


 
 
 

WHEN I CONSUME YOU – Zensur

 
 
 
„When I Consume You“ ist keine Schlachtplatte. Der Film schlägt eher leise Töne an und ist mehr Drama als Horror. Der Film zehrt von einer hoffnungslosen Atmosphäre und belastenden Themen. Saftig-blutige Momente sind kaum vorhanden. Demnach kann man hier mit einer FSK 16 rechnen.
 
 
 


 
 
 

WHEN I CONSUME YOU – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Yellow Veil Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hemorrhage (2012)
 
Where the Devil Dwells (2014)
 

Filmkritik: „Catch the Fair One“ (2021)

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CATCH THE FAIR ONE

Story

 
 
 
Kaylee hat sich geschworen, ihre Schwester wieder zu finden, koste es was wolle.
 
 
 


 
 
 

CATCH THE FAIR ONE – Kritik

 
 
 
Es scheint mir wirklich, je ausgegorener und entschlackter, tonal überzeugender und kurzweiliger, spannender und alles in Allem gelungener die Filme, desto kürzer und simpler können auch meine Reviews gehalten werden – „Catch the Fair“ One ist ein spannender, geradliniger und rauher Thriller, der Realismus höher priorisiert als Stilisierung oder Action und wenn man jetzt noch einen Einblick in die Story kriegt, ist auch fast schon alles gesagt.
 
 
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Die Boxerin Kaylee trainiert vor ihrem nächsten Kampf auf einem roten Teppich, über Wasser halten tut sie sich und ihre Tochter mit einem Job als Kellnerin. Da ihre Schwester Weeta vor einiger Zeit verschwunden ist, kanalisiert sie die Frustration und den Schmerz dieser Erfahrung sichtlich in den Kampfsport, was Kali Reis‘ äußerst physische Performance vom ersten Moment an deutlich werden lässt. Seit nunmehr zwei Jahren fehlt Weeta in ihrem Leben und jede Spur fehlt, seit nunmehr zwei Jahren gibt sich Kaylee dafür die Schuld und verletzt sich selber. Ein einzelner, wuchtig inszenierter Kampf gegen einen echten Berg von Mann, ein unterkühltes bis feindseliges Gespräch mit ihrer entfremdeten Mutter – dann startet auch schon die Anspannung.
 
 
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Denn die eine Fährte, die nach zwei Jahren dann eben doch an die Oberfläche gelangt, ist die einer Menschenhändlerorganisation, die junge Frauen zwangsprostituiert – und die Kaylee nun, ganz im Foxy Brown-Style unter dem Deckmantel einer weiteren Prostituierten, unterwandern will. Doch da hören die Parallelen auch schon wieder auf, denn während Foxy Brown bei aller sozialpolitischen Relevanz so leichtfüßig wie exploitativ daherkommt, ist „Catch the Fair One“ hingegen an bitteren, unverblümt realistischen Szenen interessiert, die ohne unnötige Drastik einfach konzeptionell so unangenehm sind, dass sie sich beim Zuschauer einbrennen. Szenen ohne Kleidung sind hier nicht sexy und dienen nicht der voyeuristischen Befriedigung des male gazes, sondern sind beklemmend, Menschen abwertend und objektifizierend, nie erstrebenswert. Das Verabreichen von Heroin ist keine trippige, psychdelische oder halbnackte Szene sondern tut beim Zusehen weh, auch weil der Kontext hier besonders perfide ist. Vom selbstzweckhaften „misery porn“ oder einer insgesamt unangenehmen Filmerfahrung distanziert sich Josef Wladykas Debütwerk trotzdem mit Leichtigkeit, denn dafür ist man als Zuschauer zu investiert in den Charakter und die Story, dafür ist die Inszenierung zu wertig, dafür ist der Soundtrack zu imposant, nervös und bedrohlich, Spannung verursachend. Wer aufgrund solcher Beschreibungen und einer Boxerin als Protagonistin jetzt viel Action erwartet oder ausgefeilte Straßenkampf-Konfrontationen, der liegt allerdings falsch.
 
 
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Konfrontationen gibt es wenige, aber die die es gibt sind kurz und schmerzhaft, nüchtern und realistisch. Das Editing ist unauffällig und routiniert, die Bildsprache ikonisiert teils die Protagonistin, wirkt aber nie zu künstlich. Und auch wenn der weitere Verlauf der Handlung dieses gerade einmal 78 Minuten kurzen Films recht schnörkellos verläuft und man keine großen Überraschungen erwarten darf – so reicht das bei einer derart humorlosen, gnadenlosen und geerdeten Inszenierung auch einfach aus, um mitzufühlen, mitzuleiden und sich auf die spannende Gradwanderung der Identifikation zu begeben. Denn auf wessen Seite man in welcher Szene ist, wen man noch nachvollziehen kann und wen nicht, das ist sicherlich eine kleine Diskussion wert. Das Finale zeigt dann noch einmal, fast schon frech grinsend, wo eben der Unterschied zwischen einem „Taken“, einem Hollywood-Actionfilm mit Klischeeeinlagen und dem typischen Ende, und einer so viel mehr Einschlagswucht und Unterschied machenden Produktion wie „Catch the Fair One“ liegt – Chapeau!
 
 


 
 
 

CATCH THE FAIR ONE – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Rauer, realistischer, nüchterner und trotzdem äußerst spannender, effektiver Thriller mit starker Hauptdarstellerin.
 
 
 


 
 
 

CATCH THE FAIR ONE – Zensur

 
 
 
Da die FSK in der letzten Dekade auch bei der vorher oftmals so problematischen Selbstjustiz-Thematik etwas liberaler zu agieren scheint, wirkt eine FSK 16 für diesen Film wahrscheinlich.
 
 
 


 
 
 

CATCH THE FAIR ONE – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Memento Films International)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Peppermint: Angel of Vengeance (2018)
 
Colombiana (2011)
 
Hard Candy (2005)
 

Filmkritik: „Arboretum“ (2020)

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ARBORETUM

Story

 
 
 
Erik und Sebastian leben auf dem Dorf, sind gelangweilt und werden gemobbt. Ohne Hilfe zu erhalten oder wirkliche Alternativen zu sehen liebäugeln sie mit Rachegedanken, bevor die Realität sie einholt.
 
 
 


 
 
 

ARBORETUM – Kritik

 
 
 
So richtig kann eine grobe Ersteinschätzung ungesehener Filme doch sein: „Night Caller“ war wie zu erwarten als Genre-Allesgucker oder reiner Bildästhet vielleicht sehenswert, sonst aber eher zu vernachlässigen, „Offseason“ hingegen definitiv eine kleine Indieperle für Freunde genau solcher Atmosphären, aber auch kein wirklich gut geschriebener Film. Eine weitere Qualitätsstufe nach oben geht es dann mit dem deutschen Indie-Genrefilm „Arboretum“, der 2018 mit einem überschaubaren Team in Hessen abgedreht wurde und auf mutig eigensinnige Weise Genrestile mischt, die man so nicht häufig zusammen in einem Film sieht.
 
 
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Es beginnt mit lautem Rechtsrock der im Auto die Nachrichten übertönt während durch die ländliche Umgebung Deutschlands gefahren wird, danach stochert unser Protagonist in einem toten Vogel rum, den er auf der Straße findet und zu gedämpften Bässen fährt die Kamera verdächtig lange auf den Wald zu.
 
 

Kapitel I: Es war einmal in Thüringen

 
 
Erik und Sebastian, so die Namen unserer gepeinigten Protagonisten, zocken in Eriks Zimmer ein Prügelspiel und unterhalten sich über ihre gelangweilte Dorfexistenz, „Ich will dass irgendwas passiert, irgendwas Wichtiges, irgendwas Großes!“ heißt es dort, nur um danach auf dem lokalen Scheunenfest von unangenehm realistischen Mobbern schikaniert und wortwörtlich angepisst zu werden. Während der Szenen der Feier selber verwundert es massiv, dass scheinbar schales Bier ohne Schaum getrunken wird, auch überzeugt Niklas Doddo in der Rolle des jüngere, ungeduldigen, zweiten Protagonisten nicht immer, doch insgesamt kommt trotzdem eher der Eindruck eines hübschen und originellen Indiefilms auf, nicht der einer peinlichen deutschen Studentenproduktion.
 
 

„Ich bin nicht politisch, ich bin gelangweilt.“

 
 
Als Erik Nachts nach Hause kommt, steht sein Vater still in seiner alten NVA-Grenzkompanieuniform vorm Spiegel und begutachtet sich mit getrübten Blicken. Auch in der Schule geht das Mobbing durch Patrick und seinen Kollegen weiter, Erik verteidigt Sebastian indem er mit expliziten Gewaltfantasien abschrickt, melancholische E-Gitarren klingen an. In einer Kneipe unterhalten sich die beiden über mögliche Racheideen, danach verlässt „Arboretum“ das erste Mal die bodenständige und realistische Inszenierungsweise, da Erik im Spiegel des Baderaums eine Vision hat, dreckiges Wasser aus dem Hahn läuft, ihn weiße Augen aus der Dunkelheit eines Waldes anstarren.
 
 

„Schau sie dir an.“

 
 
Als Erik zurück kommt hat Elke, eine alte Bekannte von Sebastian, sich dazu gesellt und zu Sebastians Enttäuschung verstehen die beiden sich direkt äußerst gut. Elke ist Punkerin und lädt zu einer Feier in einem besetzten Haus ein, Erik ist natürlich direkt Feuer und Flamme, Sebastian sagt widerwillig zu. Während das Schauspiel dieser möglichst authentisch wirken müssenden, längeren Dialogszenen teils etwas ungleichmäßig ist, wissen Framing und Perspektive stets zu gefallen. Und während Sebastian allgemein kein Verständnis dafür zu haben scheint, dass Erik nun mit dieser Punkerin anbändeln will, sich als unpolitisch bezeichnet und beide Extreme verachtet, eifersüchtig ist – wenn auch nicht eindeutig ist, auf wen genau… – und frustriert in seinem Zimmer masturbiert, fängt Erik an flüsternde Stimmen zu hören und sieht einen Frosch in der Umkleidekabine, der ihn zu der Silhouette einer wartenden Baumgestalt führt.
 
 

„Folge mir.“

 
 
Einige Streitereien später überzeugt Erik seinen Freund dann doch noch ganz knapp, mit auf die Party zu kommen; auf der Party selber dann stürmt aber eine aggressive Gruppe Neo-Nazis samt Kampfhund den Raum und während gerade Erik und Elke, genannt Elli, sich retten können, wird ausgerechnet der unpolitische und unfreiwillig überhaupt Besucher seiende Sebastian aufs Übelste verprügelt, zumal Mobber Patrick und sein Bruder scheinbar Teil der Nazigruppe sind. Elli und Erik verhalten sich merkwürdig gelassen und albern herum, trotz des tragischen Vorfalls.
 
 

Kapitel II: Das Moor

 
 
Ohne auch nur eine Sekunde zu verschwenden startet Julian Richbergs Genrebiest nach einer griffigen Exposition also sowohl mit den Themen deutscher Vergangenheit, ihrer Bewältigung und Spuren, als auch dem Andeuten überatürlicher, symbolhaft zu verstehender Genreszenen und einer Gewaltspirale, deren Eskalation sowohl im Freundeskreis, als auch in der Schule, auf dem Dorffest oder in den eigenen vier Wänden zu spüren ist. Sebastian fragt seinen Großvater explizit wie es sich denn anfühlt Juden zu vergasen, nachdem ihn seine nahezu geschichtsrevisionistische, Fakten unter den Teppich kehrende, aber auch Mitleid mit ihrem kranken, alten Vater habende Mutter ihn derart gereizt hat mit ihrer Art, Erik macht derweil einen grausigen Fund und wacht blutverschmiert im Wald auf.
 
 

„Entweder du bist Nazi oder Punk oder Teil der willenlosen Schafe.“

 
 
Dass jeder dieser Stränge sich irgendwann zum Nachteil aller Beteiligten entladen wird ist dabei genau so klar, wie dass hier zugleich Gesellschaftsstudie, Kommentar zum politischen Klima Deutschlands, Coming-of-Age-und-Sozialdrama, Horrorfilm und arthousig metaphorisch erzählte Waldwesen-Szenen zu einem gerade einmal 76-minütigen Langfilmdebüt vermengt wurden, wie es eigentlich nur überambitioniert zu Boden fallen und fehlschlagen kann. Doch, siehe da: Es funktioniert. Denn auch wenn es ungewohnt und ggf. gar etwas trashig wirkt, wenn die unheilvollen Flüsterstimmen auf Deutsch statt Englisch ertönen, auch wenn das Kunstblut leider viel zu hell ist und einige Reaktionen oder Handlungen unserer Charaktere imo absolut unnachvollziehbar sind – allein der Mut, eine prinzipiell gerne auch mal mit erhobenem Zeigefinger handzahm und langweilig, öffentlich-rechtlich inszenierte Geschichte wie diese so frech, eigenartig und originell abzudrehen, verdient dickes Lob und vollsten Zuspruch.
 
 

Kapitel III: Die Schatten zwischen den Bäumen

 
 
Zugegeben, die Rolle der jungen Punkerin Elli, die natürlich eine anrüchige Vergangenheit hat in der Dinge „halt passiert“ sind und die sich natürlich geritzt hat, wirkt etwas zu klischeehaft und ohne weiteren Belang aus dem Leben gegriffen, Sebastians mehrfache Aussagen bezüglich der Radikalisierung auf dem Dorf sind auch etwas zu holzhammerhaft und offensichtlich geschrieben. Doch dass die beste der Genreszenen mir wirklich eine Gänsehaut zaubern konnte, die Gewalt hier stets schmerzhaft und realistisch rüberkommt und mir teils naheging, der Handlungsort authentisch und überzeugend ist und ich mich an diverse Meisterwerke ihres Genres erinnert gefühlt habe in den jeweiligen Szenen, inklusive idyllischer, natürlicher Flirtereien im Grünen, scheint ein Großteil von „Arboretum“ schon wirklich zu funktionieren.
 
 

Kapitel IV: Teenage Werwolf

 
 
Zu großen Teilen liegt das an Hauptdarsteller Oskar Bökelmann, den Kinofans vielleicht schon im Kriegsdrama „Land of Mine“ gesehen haben, aber auch viele der realistischen, trotzdem hübsch komponierten Bilder von Elias C.J. Köhler leisten ihren Beitrag dazu bei. Und sollte ein Zuschauer eine halbe Stunde vorm Abspann immer noch etwas im Dunkeln tappen was Leitthemen oder Hauptmotive des Films angeht, oder diese zumindest als zu kurz gedacht und trivial abstempeln, so zaubert Richbergs Script noch einen fast schon Haneke-esk inszenierten, durchaus cleveren kleinen subtextuellen Twist hin, bevor ein verdammt emotionaler, verbitterter, mitreißender Monolog folgt, der einen bis dato sehr zurückhaltend agierenden Schauspieler nochmal besonders auszeichnet.
 
 

„Du bist ein guter Kerl. Bleib ein guter Kerl.“

 
 

Letztes Kapitel

 
 

„Es ist soweit.“

 
 
Aus Spoilergründen bin ich schon lange nicht mehr auf die genauen Details der Handlung eingegangen, aber allein schon der Titel des letzten Kapitels könnte hier etwas vorwegnehmen. Die Ereignisse spitzen sich auf weder allzu originelle, noch vorhersehbare oder enttäuschende Weise zu, mit bitterer Konsequenz und mutigen letzten Sekunden. Dass sich die eine Metapher des Films wirklich noch ausbuchstabieren und übererklären muss zeigt zwar, wie wenig man dem deutschen Genrepublikum inzwischen noch zutraut, aber Lichtjahre entfernt vom nächsten „Heilstätten“ ist ein solcher Beitrag hier trotzdem und ich hoffe sehr, dass „Arboretum“ veröffentlichungstechnisch in Deutschland auch mindestens so wertig repräsentiert wird, wie seinerzeit „Der Nachtmahr“ – denn eine Entdeckung wert ist diese kleine Indie-Perle auf jeden Fall und ich hoffe schwer, dass sich zwischen Filmen wie diesem hier, Werken wie „Der Samurai“ und zum Beispiel „Luz“ ein neues, metaphorisch aufgeladenes, genretreues und doch originelles, sozial relevantes Genrekino für die nächste Generation finden lässt.
 
 
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ARBORETUM – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Mutiges, kurzweiliges, spannendes deutsches Genrekino zwischen Donnie Darko und Elephant, Sozialdrama und Genrefilm, Gesellschaftsanalyse und Indie-Fingerübung, die jede Entdeckung und Sichtung wert ist.
 
 
 


 
 
 

ARBORETUM – Zensur

 
 
 
Auch wenn „Arboretum“ seine Brutalität größtenteils nicht zeigt oder überhaupt physisch gestaltet, dürften die ernsten Grundthemen und der Realismus hier für eine FSK 16 sorgen.
 
 
 


 
 
 

ARBORETUM – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Stadtfuchs Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Donnie Darko (2001)
 
Elephant (2003)
 
Der Samurai (2014)