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Filmkritik: „Book of Monsters“ (2018)

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BOOK OF MONSTERS

Story

 
 
 

Auf der Geburtstagsparty einer Außenseiterin geht es plötzlich blutig zu, weil böse Kreaturen aus einem Buch befreit werden.

 
 
 


 
 
 

BOOK OF MONSTERS – Kritik

 
 
 
Böse Bücher gehören im Horrorfilm mindestens genauso zum Standard wie teuflische Kinder, maskierte Psychopathen oder verfluchte Häuser. In den meisten Fällen schlummert auch in diesen Schriftstücken das abgrundtief Böse, das nur ein Ziel kennt: das Ende der Menschheit. Voraussetzung hierfür ist, dass die richtigen Passagen aus genau diesen Büchern gelesen werden. Wurden die ausgesprochen, öffnet man die Tore für Dämonen, Geister und andere Höllen-Kreaturen. Mit denen ist alles andere, als zu spaßen, wie auch die folgende Splatterkomödie beweist. Hier ist bereits der Titel Programm. BOOK OF MONSTERS lässt die Monster frei und geizt zweifelsohne nicht mit Schauwerten. Für die ist STEWART SPARKE verantwortlich, der offenbar ein großer Verfechter von Horror-Autor H.P. LOVECRAFT ist. Von dessen Cthulhu-Mythos hat sich der Regisseur für seinen Film inspirieren lassen. Das aber nicht zum ersten Mal. Bereits im Erstlingswerk THE DARK BELOW waren die Einflüsse des Schriftstellers nicht zu übersehen. Darin machte eine Meeresbiologin Bekanntschaft mit einem seltsamen Wesen aus der Tiefe, das alles andere als friedlich gesinnt war. Gleiches trifft natürlich auch auf die Kreaturen im zweiten Streich des ambitionierten Filmemachers zu. Die treiben es bunt auf der Mattscheibe und zetteln auch noch eine Splatterorgie an. Sowas hört man als Horrorfilmfan gern.
 
 
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Wenn fantasiebegabte Kinder nicht ernst genommen werden. Genauso ergeht es der kleinen Sophie. Die musste mit ansehen, wie die eigene Mutter von Kreaturen aus ihrem Märchenbuch in Stücke gerissen wurde. Doch leider wollte ihr niemand Glauben schenken. Viele Jahre später feiert Sophie ihren 18. Geburtstag und staunt nicht schlecht, als ihr genau jene Geschichten-Fibel vom Vater in die Hände gedrückt wird. Da werden Erinnerung an das furchtbare Ereignis von damals wach. Doch der Teenager hat anderes im Sinn. Die will lieber eine Geburtstagsfeier veranstalten und lädt hierzu Freunde und Klassenkameraden ein. Leider verläuft die Party schnell in ungeahnte Bahnen. Monster fallen über die Gäste her und richten an Blutbad an. Da ist guter Rat teuer. Doch Sophie kennt sich aus. Die erlebt ein Déjà-vu und weiß die Höllenwesen kommen. Es ist das vom Vater geschenkte Buch, welches die Tore für Monster öffnet. Ein Kampf gegen das Böse wird demzufolge unausweichlich. Kein Problem für die wackere Sophie. In der Schule Außenseiterin verwandelt sie sich in BOOK OF MONSTERS zur tapferen Kampfamazone. Nicht schlecht!
 
 
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Hurra, die 1980er sind zurück. Nun ja, nicht ganz. BOOK OF MONSTERS ist mal wieder einer dieser Horrorfilme, der auf Retro macht und versucht die Atmosphäre jener Ära auf Zelluloid zu bannen. Das haben in den letzten Jahren viele Filmemacher auf ähnliche Weise versucht, sind damit aber kläglich gescheitert. Da verwundert es dann doch schon sehr, dass es ausgerechnet einem No-Budget-Streifen gelingt genau jenes Gefühl auf Film festzuhalten, welches vor allem in Video-Produktionen genannten Jahrzehnts transportiert wurde. BOOK OF MONSTERS tritt in Fußstapfen von so Horror-Ware wie NIGHT OF THE DEMONS, SPOOKIES – DIE KILLERMONSTER, BAD TASTE oder Troma-Quatsch wie ATOMIC HERO. Die zeichneten sich vor allem durch eines aus: handgemachte Spezialeffekte, Splatter-Irsinn und jede Menge Spaß. Genau diese Zutaten verhelfen BOOK OF MONSTERS zum Ziel. Hier wurde mit minimalem Budget maximaler Aufwand betrieben. Im Minutentakt werden Körper ausgeweidet, Köpfe abgetrennt und literweise Kunstblut vor der Kamera verschüttet. Die Spezialeffekte sind einfach, dafür aber kreativ. So sehen wir dämonische Gartenzwerge, die an Hälsen knabbern, riesige Monster unter deren Kostümen wahrscheinlich mehrere Schauspieler gesteckt haben und natürlich: Blut, Blut, Blut. Da wird es garantiert nicht langweilig, zumal sich BOOK OF MONSTERS zu keiner Minute ernst nimmt und eine so unschuldige Naivität versprüht, dass man den Streifen nur gernhaben muss.
 
 
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Dabei ist BOOK OF MONSTERS eigentlich nichts Großes. Der Streifen wurde zum großen Teil mittels KICKSTARTER gestemmt – einer Webseite auf der sich seit Jahren Filmemacher tummeln, um sich dort das Geld für ihre Horrorstreifen von spendablen Genre-Fans zu holen. Ein Geben und Nehmen also, was sich im Falle von BOOK OF MONSTERS als gelungen und erfolgreich herausgestellt hat. Horrorkenner bekommen hier das, was sie von Horrorfilmen erwarten und Regisseur STEWART SPARKE konnte sich im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten richtig kreativ austoben. Das Resultat ist schwer unterhaltsam, zumal keine Minute vergeht in der nicht irgendetwas passiert. Da vergehen die knapp 80 Minuten wie im Fluge und der Zuschauer ist zufrieden. BOOK OF MONSTERS ist klein – keine Frage. Was aber mit wenigem Budget auf die Beine gestellt wurde, ist mehr als beachtlich. Da merkt man mal wieder, dass Hervorragendes inszeniert werden kann, wenn Fanboys auf dem Regiestuhl sitzen. Dass Regisseur STEWART SPARKE einer derer ist, lässt sich nicht bestreiten. Der weiß, was Genre-Liebhaber wollen und gibt ihnen das auch. Das freut den Horrorfilmfan.
 
 
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BOOK OF MONSTERS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Klein aber oho. BOOK OF MONSTERS ist liebenswerter Old-School-Horror, der nicht nur reichlich Blut, sondern auch jede Menge Spaß versprüht. Knapp 150.000 £ hat die britische Splatterkomödie gekostet – davon kamen knapp 45.000 £ durch Crowdfunding in die Kasse. Das knappe Budget kann die Produktion zwar nicht verbergen. Dennoch hat man sich nicht unterjochen lassen. Das Ergebnis schaut nach mehr aus, als es letztendlich gekostet hat, was vermutlich auch daran liegt, dass Regisseur STEWART SPARKE keinen Leerlauf zulässt. Der feiert sein Fun-Splatter-Feuerwerk in einem beachtlichen Tempo ab, dass erst gar nicht auffällt, dass einige Spezialeffekte (Stichwort: dämonische Gartenzwerge) etwas sehr improvisiert anmuten. BOOK OF MONSTERS verbeugt sich vor dem Schaffen des Schriftstellers H.P. LOVECRAFT, ist aber auch gleichzeitig Hommage an das Monster-Horror-Kino der 1980er, wo man noch kreativ mit Kleister, Gips und Elektronik Spezialeffekten Leben einhauchte. Wer handgemachte Manschereien bevorzugt und ein Faible für taffe Frauen hat, die sich gegen Dämonen zur Wehr setzen, ist mit dem charmanten BOOK OF MONSTERS gut beraten.
 
 
 


 
 
 

BOOK OF MONSTERS – Zensur

 
 
 
Wegen diverser Splatter-Szenen in denen Körper zerissen und geteilt werden, dürfte BOOK OF MONSTERS hierzulande wohl eine Freigabe mit rotem FSK-Sticker erhalten: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

BOOK OF MONSTERS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Dark Rift Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Night of Something Strange (2016)
 
The Demon’s Rook (2013)
 
Night of the Demons (2009)
 
Night of the Demons (1988)
 

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Filmkritik: „St. Agatha“ (2018)

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ST. AGATHA

Story

 
 
 

Eine schwangere Frau erlebt in einem abgelegenen Kloster die Hölle auf Erden. Mit der hier lebenden Schwesternschaft ist nicht zu spaßen, denn wer hier Zuflucht sucht, hat nach ganz eigenen, grausamen Regeln zu leben.

 
 
 


 
 
 

ST. AGATHA – Kritik

 
 
 
Nonnen im Genre-Kino. Da schwant alteingesessenen Horrorfilmkennern Schlimmes. Dass nicht ohne Grund, sind doch christliche Ordensgemeinschaften im Horrorfilm eng mit so Themen wie Exorzismus, Besessenheit und Dämonologie verwachsen, die in der Vergangenheit beinahe schon inflationär im Genre verwendet wurden. Da erfreut es zu sehen, dass ausgerechnet DARREN LYNN BOUSMAN was anderes ausprobiert. Der ist eigentlich für härtere Filmkost bekannt und hat sich mit den Regiearbeiten zu SAW 2-4 ein Denkmal gesetzt. Wer die gesehen hat, weiß dass hier vor allem der Fokus auf möglichst perfide Gewalt lag. Von der distanziert sich der Regisseur nun mit ST. AGATHA. Eine Wende, die bereits in der Vorgängerarbeit ABATTOIR eingeschlagen wurde. Interessanterweise beweist Bousman auch darin Talent und versucht sich im Nonnen-Horror ST. AGATHA vermehrt in Sachen psychologischer Gewalt. Statt grafisch vor der Linse Gliedmaßen abzutrennen oder Körper zerschneiden zu lassen, versucht er im hier vorgestellten Genrefilm seine Opfer psychisch zu brechen. Damit tritt ST. AGATHA in ähnliche Fußstapfen, wie der kürzlich besprochene GHOSTLAND. Gar nicht mal so übel!
 
 
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Die Wege Gottes sind oft unergründlich. Das muss auch die attraktive Mary erfahren, die das Glück nicht gepachtet hat. Die hat unter tragischen Umständen den jüngeren Bruder verloren und trägt nun auch noch ein Kind im Leib, das so nicht geplant war. Eigentlich keine große Sache, wäre da nicht die Tatsache, dass der Kindesvater ein hinterlistiger Betrüger ist, der der werdenden Mutter rein gar nichts bieten kann. Für die Mittellose ein Grund sich in die Hände Gottes zu begeben. Sie erhält die Adresse eines abgelegenen Klosters, das alleinstehenden schwangeren Frauen Zuflucht bietet. Doch das Frauenhaus entpuppt sich bald als Vorhof zur Hölle. Hier führt Mutter Oberin (CAROLYN HENNESY) ein hartes Regime, das die gestrandeten Frauen vor Angst erzittern lässt. Wer den Regeln nicht folgt, wird bestraft – bitter und grausam. Ein großes Problem für die unwissende Mary. Die ahnt schnell, dass diese Schwesternschaft nicht ehrenhaft handelt. Deshalb gerät sie schnell in den Fokus der Obernonne, die ein talentiertes Händchen dafür hat, rebellische Neuankömmlinge zu brechen.
 
 
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Der Meister blutiger Bilder ist zurück und kann auch überraschend anders. DARREN LYNN BOUSMAN bezeichnet ST. AGATHA selbst als Nunsploitation, was dahingehend aber nur bedingt richtig ist, weil der Film – bis auf eine kurze Einstellung – keinerlei Sex zeigt. Sein neuer Streich ist eine Mischung aus diversen Subgenres des Horrorkinos. So bedient sich der Regisseur von Elementen aus Sektenfilmen, Psychothrillern, Folterfilmen und reißerischen Frauengefängnis-Streifen. Letztere feierten vor allem in den 1970ern Dank so Exploitationkrachern wie ILSA – SHE WOLF OF THE SS oder DAS HAUS DER PEITSCHEN zweifelhafte Erfolge. Natürlich ist ST. AGATHA nicht annähernd aus deren Holz geschnitzt. CAROLYN HENNESY geht zwar als Mutter Oberin im Film mit aller Härte gegen ihre Schützlinge vor und kennt beim Bestrafen weder Gnade noch Erbarmen; Bousman verzichtet aber weitestgehend auf reißerisch zelebriertes Erniedrigen seiner hilflosen Oper und aktiviert stattdessen das Kopfkino des Zuschauers, in dem er nur kurz andeutet oder die grausamen Bestrafungsmethoden im Off abhandelt. Das funktioniert dahingehend ganz gut, weil so mehr Raum für subtile Angstmacherei bleibt. So wird gern mal in der Horror-Klischee-Kiste gekramt, um unheilvolle Stimmung zu erzeugen. Da poltert es ungewöhnlich laut im Obergeschoss, Türen und Treppen knarren und mysteriöses Flüstern erzeugt zusammen mit dem düsteren Set gern mal wohlige Schauer. Schnell entsteht so eine ungemütliche und angespannte Atmosphäre, die zusätzlich durch die Anwesenheit des Filmbösewichts verstärkt wird. Das bereichert den Horrorthriller ungemein.
 
 
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Leider ist nicht alles Gold, was glänzt. Der Nonnen-Grusler hat auch mit vielen Ungereimtheiten zu kämpfen. So bleiben am Ende viele Fragen offen. Woher kommen die geheimnisvollen Stimmen im Keller? Wer ist die Dame im Dachboden, die ständig für lautes Poltern sorgt? Und welche Rolle spielt ein zwielichtiger Priester, der von den Nonnen regelmäßig Geld erhält? Offenbar sind sich da zu viele Drehbuchschreiber in die Quere gekommen und haben den Überblick verloren. Vier Autoren sollen am Skript gearbeitet haben, was dahingehend grotesk anmutet, weil ST. AGATHA dann doch reichlich konventionell und nicht sonderlich tiefgründig abgehandelt wird. Vermutlich brauchte die Filmheldin einen Feinschliff. In Form von zwanghaft eingebundenen Rückblenden erhält die mehr Tiefgang. Darin wird erklärt, was Mary dazu getrieben hat sich in die Hände eines ominösen Klosters zu begeben und wie es zu der ungewollten Schwangerschaft gekommen ist. Weil die wahllos eingefügten Rückblenden gern mal den Spannungsbogen ausbremsen und nicht unbedingt wichtig für das Verständnis der Handlung sind, entpuppen sie sich schnell als Störfaktor in einem sonst gar nicht mal so üblen Horrorfilm. ST. AGATHA gehört daher neben den SAW-Filmen zu den besten Arbeiten, die Regisseur DARREN LYNN BOUSMAN bisher hervorgebracht hat. Mal schauen, wie es in Zukunft mit dem Filmemacher weitergehen wird.
 
 
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ST. AGATHA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Wenn Nonnen hinter düsteren Klosterwänden gequält, eingeschüchtert und gebrochen werden. Der neue Film von Regisseur DARREN LYNN BOUSMAN ist ein gemeines Stück Horrorkino, das vor allem von seiner beunruhigenden Atmosphäre lebt, die durch ein schauriges Set und einen skrupellosen Oberbösewicht bewirkt wird. ST. AGATHA erinnert stark an die Frauengefängnis-Streifen der 1970er, wo so polarisierende Filme wie ILSA – SHE WOLF OF THE SS oder DAS HAUS DER PEITSCHEN zweifelhafte Erfolge feierten. Darin wurden (meist weibliche) Gefangene von einem Oberschurken aus Freude misshandelt und erniedrigt. Das ist auch in ST. AGATHA Programm, nur mit dem Unterschied, dass Bousman dann doch etwas zurückhaltender die Bestie Mensch thematisiert. Der eher sonst für deftiges Gewaltkino bekannte Filmemacher geht es diesmal etwas subtiler an und setzt vermehrt auf düstere Kulissen und ungemütliche Stimmung. Die fürs Genre-Kino beliebten Schauwerte spielen hier eine untergeordnete Rolle. Stattdessen wird auf psychologische Gewalt gesetzt. Funktioniert ganz gut. ST. AGATHA ist ein stimmungstechnisch und handwerklich souverän inszenierter Thriller, der aber mit Drehbuchschwächen zu kämpfen hat. Wer daher nicht zu viel erwartet, dürfte unterm Strich kurzweilig unterhalten werden.
 
 
 


 
 
 

ST. AGATHA – Zensur

 
 
 
ST. AGATHA mach eher von psychischer Gewalt Gebrauch. Einige Gewaltszenen gibt es aber. So fällt eine der Filmfiguren in eine Bärenfalle, einer anderen wird die Zunge abgeschnitten. Weiterhin wird eine Protagonistin mit einer abgetrennten Nabelschnur (!) erdrosselt und andere sterben durch einen Rattengift-Cocktail. Hierzulande dürfte es für den Film eine FSK16 geben. SPLENDID FILM wird den Streifen im Mai 2019 in Deutschland veröffentlichen.
 
 
 


 
 
 

ST. AGATHA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Uncork’d Entertainment | Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die unbarmherzigen Schwestern (2002)
 
The Nun (2018)
 
The Bad Man (2018)
 
Ghostland (2018)
 


Filmkritik: „The Isle“ (2018)

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THE ISLE

Story

 
 
 

Exzellentes Gruselhandwerk der alten Schule: Auf einer Insel im Meer geht es nicht mit rechten Dingen zu. Drei Schiffbrüchige stranden hier und versuchen alles daran zu tun, dieses Eiland wieder verlassen zu können. Leider vergebens.

 
 
 


 
 
 

THE ISLE – Kritik

 
 
 
Eine Bootsfahrt, die ist lustig – manchmal aber auch nicht. Drei Schiffbrüchige irren im Jahre 1846 mit einem Rettungsboot übers Meer in der Hoffnung, hoffentlich bald Land zu finden. Sie sind die einzigen Überlebenden eines Handelsschiffs, das Waren von England nach Amerika bringen sollte. Doch es gab einen Unfall, das Schiff versank und riss alle in den Tod. Nun sind Kapitän Oliver Gosling und zwei Begleiter auf sich allein gestellt. Aber Rettung naht. Eine Insel vor der Westküste Schottlands taucht plötzlich im Nebel auf. Darauf leben von der Außenwelt abgeschieden wenige Menschen, die den Gestrandeten zur Hilfe eilen. Doch der Zufluchtsort offenbart sich schon bald als Tor zur Hölle. Die Insulaner wollen ihre Gäste nämlich nicht wieder gehen lassen und tun alles daran, dass eine Heimreise erschwert wird. Da ist guter Rat teuer, zumal sich plötzlich seltsame Ereignisse häufen. Da nimmt man unheimliches Geflüster im Dunkeln wahr, schauerhafte Sirenenklänge ziehen über das Meer und in der Nacht scheinen mysteriöse Schatten um die Häuser zu ziehen. Alles plausibel erklärbar oder doch schauriger Natur? Wer die Antwort darauf wissen möchte, muss THE ISLE dann doch bis zum Ende anschauen.
 
 
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Und das ist auch schon die Quintessenz dieses ansprechend verpackten Mysterythrillers. Regisseur MATTHEW BUTLER-HART macht nämlich ein großes Geheimnis über die Gründe seltsamer Vorkommnisse und löst das Mysterium dieser Insel erst im Finale auf. Bis dahin passieren immer wieder unerklärliche Dinge, die so schnell nicht erahnen lassen, was den Zuschauer hier erwarten wird. Glücklicherweise halten auch die wenigen Protagonisten dicht. Die faseln in Rätseln und versuchen das Publikum immer wieder auf falsche Fährten zu locken, um die Auflösung möglichst lang hinauszögern zu können. Ein Schachzug, der THE ISLE über weite Strecken interessant macht.
 
 
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Bei soviel Geheimniskrämerei werden Erinnerungen an den 2004 von M. NIGHT SHYAMALAN inszenierten THE VILLAGE wach. Auch hier stand ein Dorf im Mittelpunkt, in dem allerhand seltsame Dinge geschahen. Dabei wurde der Zuschauer geschickt an der Nase herumgeführt, um am Ende mit einem unerwarteten Twist vor den Kopf gestoßen zu werden. Ganz so rabiat geht Regisseur MATTHEW BUTLER-HART dann doch nicht vor. Der verstreut immer mal wieder Hinweise und lässt so schneller erahnen, welch gruseliges Mysterium dieses abgelegene Dorf umgibt. Handwerklich kann man da nicht meckern. Die nebelverhangene Kulisse Schottlands trägt einen großen Teil zur Atmosphäre bei. Da wird bei den Farben gespart und die Nebelmaschine auf Anschlag gestellt. Kühle Farbfilter tun ihr übriges. Eine permanent beunruhigende aber zugleich rätselhafte Stimmung ist garantiert. Freunde subtiler Gruselschauer und unheimlicher Geschichten wird’s gefallen.
 
 
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THE ISLE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Meisterliches Gruselhandwerk vor historischer Kulisse. THE ISLE ist ein Vertreter der alten Gruselschule und kann vor allem durch eines überzeugen: Geheimniskrämerei. Die liegt im Fokus, um jenes Mysterium bewahren zu können, das einer Insel im Meer umgibt. THE ISLE ist dem klassischen Horror verpflichtet und versucht demnach Schrecken auf subtilem Wege zu bewirken. Das bedeutet: Hektik und Adrenalin haben Sendepause. Stattdessen gilt es in langsamen Schritten einem Geheimnis auf die Schliche zu kommen. Hierbei glänzt vor allem die nebelverhangene schottische Kulisse, die prädestiniert dafür ist, schlaflose Nächte zu bereiten. THE ISLE ist stark vom übernatürlichen Kino der 1970er Jahre beeinflusst und kann sein Spannungsniveau gerade wegen seiner undurchsichtigen Handlung auf hohem Niveau halten. Regisseur MATTHEW BUTLER-HART lässt nämlich nicht so schnell durchscheinen, wohin die Reise gehen soll. Der entführt uns mit seinem Ausflug ins Mysteryfach zurück ins 19. Jahrhundert und hat hier ein eigenes Drehbuch verfilmt, das er zusammen mit Ehefrau TORI BUTLER-HART geschrieben hat. Letztere hat es sich nicht nehmen lassen auch gleich eine Rolle im Film zu übernehmen. Beide scheinen zumindest sicher darin zu sein, was sie tun. THE ISLE ist ein souverän abgehandelter Gruselstreifen, der vor allem für Mysteryfilm-Fans interessant sein dürfte. Die kommen hier auf ihre Kosten. Kann man schon mal auf seine Filmliste setzen.
 
 
 


 
 
 

THE ISLE – Zensur

 
 
 
THE ISLE ist eher ein subtiler Mysterystreifen der auf Stimmung und Atmosphäre legt. Im Film gibt es selbst keine explizit zelebrierten Todesszenen. Es gibt Tote; man bekommt aber nicht zu sehen, wie sie umgebracht wurden. Hierzulande dürfte THE ISLE von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE ISLE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Brainstorm Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Village – Das Dorf (2004)
 
The Witch (2015)
 
The Wicker Man (1973)
 
The Wicker Man (2006)
 


Filmkritik: „Braid“ (2018)

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BRAID

Story

 
 
 

Drei Freundinnen aus Kindertagen finden plötzlich wieder zusammen. Leider haben zwei von ihnen nur ein Ziel: sie wollen an das Vermögen der Dritten.

 
 
 


 
 
 

BRAID – Kritik

 
 
 
Kreative Geister haben es nicht leicht in Hollywood. Was sich nämlich fernab des Mainstreams bewegt, wird einfach nicht von großen Studios produziert, weil sich damit schlecht Geld verdienen lässt. Doch mittlerweile gibt es auch Möglichkeiten unkonventionelle Geschichten auf Zelluloid zu bannen. Eine derer nennt sich Crowdfunding und hat sich in den letzten Jahren zu einem regelrechten Boom entwickelt – vor allem im Genrefilm. Da machen spendable Horrorfilmfans einfach etwas Geld locker, damit die Schocker gedreht werden können, die die privaten Geldgeber sehen wollen. Mittlerweile sind so schon einige Filme entstanden, die in Genre-Kreisen Kultstatus genießen. Ob das auch BRAID gelingen kann?
 
 
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Der amerikanische Psychothriller von Regisseurin MITZI PEIRONE ist nämlich etwas ganz besonderes. Nicht, weil er das Genre revolutioniert. Bei diesem Film handelt es sich um das erste Crowdfunding-Projekt, das allein mittels Kryptowährung finanziert wurde. Alles begann im Jahr 2017. Noch vor dem großen Bitcoin-Durchbruch verkaufte die Filmemacherin Blockchain-Tokens. Deren Käufer beteiligten sich zu 30 Prozent an künftigen Profiten des Streifens. Ein lukratives Angebot, das dafür sorgte, dass binnen weniger Monate knapp 1,7 Millionen Dollar zusammenkamen. Von so einem stattlichen Budget kann manch anderer Indie-Film nur träumen.
 
 
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BRAID handelt von zwei Drogendealerinnen, die vor der Polizei fliehen müssen. Problem: einen Teil der Dealer-Ware müssen die beiden zurücklassen. Das sehen die Drogenbosse gar nicht gern. Die wollen verständlicherweise ihr Geld zurück, was die Freundinnen vor große Probleme stellt. Doch Tilda (SARAH HAY) und Petula (IMOGEN WATERHOUSE) haben eine Idee. Die besuchen Freundin Daphne (MADELINE BREWER) mit der sie die Kindheit verbracht haben. Letztere hat es in den letzten Jahren zu einem beachtlichen Vermögen gebracht, das nun zum Begleichen der Schulden dienen soll. Doch wie an das Geld kommen? Ganz einfach: man erschleicht sich das Vertrauen der ehemaligen Seelenverwandten und bestiehlt das Opfer in einem günstigen Moment. Leider hat die Sache nur einen Haken. Daphne hat einen an der Klatsche und scheint nicht von Sinnen. Die hat sich in eine Fantasiewelt zurückgezogen in der die drei Freundinnen als Kinder viel Zeit verbrachten. Während Tilda und Petula schon lange den Absprung geschafft und den Weg zurück in die Realität gefunden haben, verharrt die psychotische Daphne immer noch in der seltsamen Traumwelt. Das macht die Suche nach der Kohle nicht gerade einfach.
 
 
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BRAID ist ein eigensinniger und schwer zugänglicher Streifen, auf den man sich einlassen muss. Regisseurin MITZI PEIRONE nutzt die Möglichkeiten des Indie-Kinos aus, um eine Geschichte zu erzählen, die sich große Studios nicht trauen zu verfilmen. Was gezeigt wird, ist ziemlich unkonventionell und deshalb auch nicht jedermanns Sache. So gestaltet sich das Wiedersehen zwischen den Freundinnen als reichlich grotesk. Kaum angekommen verfallen nämlich alle drei Frauen in die gleichen Rollen, in die sie bereits als Mädchen geschlüpft waren. Während die eine einen Arzt verkörpert, sind die beiden anderen fortan Mutter und Tochter. Das wirkt auf den Zuschauer bizarr und befremdlich, hat aber seinen Sinn. Das Spiel der beiden Kleinkriminellen Tilda und Petula ist nur Schein. Die erhoffen sich so Zeit, um den Safe mit dem Vermögen ihrer psychisch labilen Gastgeberin zu finden. Weil BRAID immer noch im Horror-Genre beheimatet ist, dürfte den meisten Zuschauern schwanen, dass der Plan scheitern wird. In der Tat passieren sonderbare Dinge, mit denen man nicht gerechnet hat. Da tun sich Abgründe auf und die fürs Horror-Genre mittlerweile obligatorisch gewordenen Plotwendungen fehlen natürlich ebenso nicht.
 
 
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Bei letzteren wird deutlich, dass Regisseurin MITZI PEIRONE das Spiel mit der Manipulation des Zuschauers ziemlich gut beherrscht. Die hat nicht nur ein ausgeprägtes Gespür für ästhetische Bilder, sondern scheint auch richtig viel Spaß daran zu haben das Publikum an der Nase herumzuführen. In BRAID ist nichts, wie es auf den ersten Blick scheint und der Streifen endet demnach so, wie man es definitiv nicht vorhergesehen hat. Gute Attribute, die diesen kuriosen Psychotrip weit über den Durchschnitt heben. In Interviews gab die in Italien geborene, aber in New York lebende Filmemacherin MITZI PEIRONE interessante Hintergrundinformationen preis. So wurde das Drehbuch bereits im Jahr 2015 geschrieben. Bis aber die Finanzierung sichergestellt und Schauspieler gefunden waren, vergingen drei Jahre. Im Film verarbeitet die Newcomerin eigene Schicksalsschläge. Als die damals 22-jährige von Italien nach Amerika zog, um dort Karriere machen zu können, wurde sie schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die von Erfolg süchtige Italienerin verlor unerwartet ihren Job, stand nun als arbeitsloser Immigrant ohne Geld da und machte sich Gedanken über den Sinn des Lebens, selbstgebaute Fantasiewelten und Träume, die den Blick auf die Realität vernebeln. Komplizierte Gedankengänge, die ins Drehbuch eingeflossen sind und in BRAID Gewichtung erhalten – aber nicht immer plausibel erläutert werden. Je näher der Streifen nämlich seiner Zielgrade entgegensteuert, umso wirrer werden die Ereignisse. Kennt man demzufolge den privaten Background von Newcomerin MITZI PEIRONE nicht, könnte manch einem der Sinn dieses Regiedebüts verborgen bleiben. Ein wesentlicher Kritikpunkt in einem sonst engagierten und gleichzeitig interessanten Filmprojekt.
 
 
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BRAID – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Bizarrer Rollentausch mit bitterbösem Ausgang. BRAID ist der erste Horrorfilm, der allein durch Kryptowährung finanziert wurde. Der psychologischer Thriller stiftet mit seiner teils abstrusen und nicht immer schlüssigen Handlung Verwirrung. Als würde das den Zuschauer nicht schon genug fordern, hält sich Drehbuchautorin und Regisseurin MITZI PEIRONE auch nicht mit plötzlichen Plotwendungen zurück, die das Folgen der verschachtelten Handlung unnötig erschweren. Trotzdem, einen solchen Horrorthriller wie BRAID hat man schon lange nicht mehr auf der Mattscheibe gehabt. Der Film ist mit seinen kuriosen Antiheldinnen und der ungewöhnlichen Handlung so unkonventionell gestrickt, dass sich eine gewisse Abneigung der Filmemacherin gegenüber den kommerziellen und massentauglichen Strukturen Hollywoods nicht von der Hand weisen lässt Vielleicht ist BRAID auch gerade deswegen eine Sichtung wert.
 
 
 


 
 
 

BRAID – Zensur

 
 
 
RAID ist nicht sonderlich brutal. Es wird eine längere Szene gezeigt, in der ein Polizist lang mit Hiebwaffen zusammengeschlagen wird, sodass Blut spritzt. Ansonsten bekommt der Zuschauer zu sehen, wie sich eine Filmfigur erhangen hat, eine andere schneidet sich die Pulsadern auf. Zudem wird eine Filmfigur aus Strafe mit einem Messer bearbeitet, sodass ihr Gesicht nicht mehr ganz so frisch ausschaut. Hierzulande dürfte BRAID eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

BRAID – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Blue Fox Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
68 Kill (2017)
 
Tragedy Girls (2017)
 


Filmkritik: „Prodigy – Übernatürlich“ (2017)

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PRODIGY – ÜBERNATÜRLICH

(PRODIGY)

Story

 
 
 

Ein Kind mit geheimnisvollen Kräften wird von Wissenschaftlern in einem Hochsicherheitstrakt festgehalten. Ein Psychologe will herausfinden, was dahinter steckt.

 
 
 


 
 
 

PRODIGY – Kritik

 
 
 
Kinder mit besonderen Gaben sind im Horrorfilm schon lange keine Seltenheit mehr. Spätestens seit Kings CARRIE haben die sich im Genre einen festen Platz ergattert und sind beim Erschrecken und Morden mindestens genauso erfinderisch, wie erwachsene Bösewichte. Mit PRODIGY – ÜBERNATÜRLICH gibt es jetzt Nachschub in Sachen Killerkinder, wobei das Cover der hiesigen Heimkinoauswertung doch etwas in die Irre führt. Darauf zu sehen: ein Kind mit Hannibal-Lecter-Maske. Die wird zwar auch im fertigen Film von einer jungen Protagonistin getragen; dennoch ist PRODIGY weit weg von reißerischer Horrorunterhaltung, die das auffällige Blu-ray-Cover nicht unbegründet vermuten lässt.
 
 
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Psychologe Fonda (RICHARD NEIL) erhält einen ganz sonderbaren Auftrag. Er wird in einen Hochsicherheitstrakt gerufen, um dort einen Patienten genauer unter die Lupe zu nehmen. Doch der Arzt staunt nicht schlecht, als plötzlich ein neunjähriges Mädchen (SAVANNAH LILES) vor ihm sitzt. Offenbar handelt es sich hier um ein Kind mit ganz besonderer Gabe. Um die genauer erforschen zu können, benötigt Psychologe Fonda Antworten. Leider ist sein Gegenüber alles andere als kooperativ. Wunderkind Ellie ist nämlich besonders zäh und macht dem Arzt das Analysieren nicht leicht. Doch der erfahrene Psychologe kennt sich mit schwierigen Patienten gut aus. Der lässt sich auf einen geistigen Zweikampf ein und ist am Ende überrascht, dass seine kleine Patientin doch pflegeleichter ist, als er erwartet hätte.
 
 
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Interessant, wie man den Zuschauer bei Stange halten möchte. PRODIGY fällt nicht mit der Tür ins Haus. Statt gleich zu Beginn zu erklären, was es mit dem geheimnisvollen Mädchen auf sich hat, erhält der Zuschauer erst nach und nach Aufschluss darüber, was hier im Argen liegt. So hat Psychologe Fonda ganz zufällig vergessen die Akte seiner neuen Patientin zu lesen. Der will sich ein eigenes Bild machen und muss anhand diverser Befragungen herausfinden, warum seine kleine Patientin abgeschirmt von der Außenwelt in einem Hochsicherheitstrakt ihr Dasein fristen muss. Weil er – ebenso wie der Zuschauer – keine Ahnung von dessen hat, was auf ihn zukommen wird, kann die Spannung konstant gehalten werden. Das ist dahingehend bemerkenswert, weil PRODIGY ausschließlich in einem Verhörraum spielt und auf Effekte oder Action verzichtet. Statt Effekthascherei wird das Rede-Duell zweier Menschen in den Mittelpunkt gerückt, die sich mittels Konversation versuchen gegenseitig zu analysieren.
 
 
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Viel Sitzfleisch, Aufmerksamkeit und Geduld wird deshalb vorausgesetzt. Das ist freilich nichts für konventionelle NETFLIX-Zuschauer, die es schnell, grell und hektisch mögen. Dieser Film ist alles andere – nur nicht das. Die Regisseure ALEX HAUGHEY und BRIAN VIDAL gehen es ruhig an und bewirken gerade durch Minimalismus ein beklemmendes Gefühl. Was anfangs einen ungleichen Kampf vermuten lässt, entwickelt sich bald zum Duell auf Augenhöhe. Psychologe Fonda entwickelt Mitgefühl für seine anstrengende Patienten. Die fasst nach anfänglicher Skepsis Vertrauen und entpuppt sich sehr schnell als verletzliches Kind, das sich wegen traumatischer Ereignisse in eine emotionale Festung verschanzt hat. Hierbei glänzt vor allem Jungdarstellerin SAVANNAH LILES. Die spielt sogar ihre erwachsenen Schauspielkollegen an die Wand. Da können sich so einige erfahrene Darsteller eine Scheibe von abschneiden.
 
 
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PRODIGY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Es lebe der Minimalismus. PRODIGY – ÜBERNATÜRLICH zeigt eindrucksvoll, dass nicht viel benötigt wird, um spannende Geschichten zu erzählen. Der Film entpuppt sich als Kammerspiel, in dem vornehmlich zwei Protagonisten miteinander sprechen. Das hört sich erstmal langweilig an, ist aber alles andere – nur nicht das. Hier gilt es Rätsel zu ergründen. Ganz langsam machen sich da Abgründe auf und der Zuschauer ist live dabei. PRODIGY ist kein lupenreiner Horrorfilm. Vielmehr verbirgt sich hinter dieser amerikanischen Indie-Produktion ein wilder Genre-Mix, der besser ist, als es das reißerische Filmplakat vermuten lässt. Die Regisseure ALEX HAUGHEY und BRIAN VIDAL vermischen in ihrem dialoglastigem Spielfilm Elemente aus Dramen, Mystery- und Science Fiction-Filmen. Das Resultat ist vor allem wegen der permanent unbehaglichen Atmosphäre und den überzeugenden Schauspielern eine Sichtung wert. Für Fans mysteriöser Gruselfilme eine Empfehlung.
 
 
 


 
 
 

PRODIGY – Zensur

 
 
 
PRODIGY – ÜBERNATÜRLICH hat keine Gewalt zu bieten. Es werden ein paar Wissenschaftlicher mithilfe von Telekinese durch die Luft gewirbelt – das war’s. Hierzulande gab es für den Mysterystreifen eine FSK12 in ungeschnittener Form. Wegen Bonusmaterial besitzt die erhältliche Heimkinoauswertung aber einen blauen FSK16-Flatschen.
 
 


 
 
 

PRODIGY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Indeed Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Prodigy; USA 2017

Genre: Thriller, Drama, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.40:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 79 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung) | Wegen Bonus ist Blu-ray aber FSK16

Verpackung: Keepcase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 25.01.2019

 

Prodigy – Übernatürlich [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

PRODIGY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei INDEED FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dark Touch (2013)
 
Alena (2015)
 
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)
 
Carrie (2013)
 
Stephanie – Das Böse in ihr (2017)
 
Der Feuerteufel (1984)
 


Filmkritik: „Rust Creek“ (2018)

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RUST CREEK

Story

 
 
 

Eine Studentin gerät an widerwärtige Hillbillies, die so gar keine Manieren kennen und der jungen Frau nach dem Leben trachten.

 
 
 


 
 
 

RUST CREEK – Kritik

 
 
 
Schöne Landschaft, aber skrupellose Leute: In manchen ländlichen Gegenden der USA herrscht ein rauer Ton – zumindest, wenn es nach so einigen Filmschaffenden geht. Dort leben gern mal jene, die sich von der Regierung vergessen fühlen und deshalb ihre eigenen Gesetzen schaffen. Das ist kassenträchtiger Stoff, den man gern für Horrorfilme nutzt. Darin wird der Zuschauer bevorzugt in ärmere Gegenden Amerikas entführt, wo deren sozial und finanziell schwachen Einwohner es nicht selten gut mit durchreisenden Städtern meinen. Letzteren schwant in dieser Art von Filmen Böses. Die geraten in die Fänge kompromissloser Hillbillies und müssen am Ende ums Überleben kämpfen, während der Rest der Gemeinde stillschweigend zusieht und nichts nach Außen dringen lässt.
 
 
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Terror hinter der Fassade idyllischer Provinz ist ein Thema, mit dem sich auch der Thriller RUST CREEK beschäftigt. Der Streifen ist zwar kein lupenreiner Horrorfilm, was aber nicht bedeuten soll, dass der Film nicht minder unangenehm ist. Darin muss eine College-Studentin eine Lektion in Sachen Überleben machen. Die hat ein wichtiges Vorstellungsgespräch und macht sich auf den Weg nach Washington D.C., um dort den nächsten Karrieresprung abzusichern. Doch die Straßen auf dem Highway sind nicht frei, weshalb Sawyer (HERMIONE CORFIELD) beschließt eine Abkürzung über die Dörfer Kentuckys zu nehmen. Keine gute Idee, denn bald hat sie das Interesse zweier Provinzler auf sich gelenkt, die der Durchreisenden ungefragt auf die Pelle rücken. Die kann sich verletzt in die Wälder flüchten und muss nun einen Weg zurück in die Zivilisation finden. Leider sind ihre Verfolger ziemlich hartnäckig. Die verfolgen die Flüchtige und entfachen dadurch einen Strudel von Umständen, der das Nervenkostüm des Publikums beanspruchen wird.
 
 
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Auf den Spuren von BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE. RUST CREEK ist ein unabhängig produzierter Thriller, der wie ein weiterer Streifen der Marke Survival-Horror beginnt. In der Vergangenheit gab es da so einige unangenehme Vertreter im Heimkino zu sehen, in denen wehrlose Frauen von triebgesteuerten Alpha-Männern so lange missbraucht und erniedrigt wurden, bis ihnen die Sicherungen durchgebrannt sind. Ganz so krude geht Regisseurin JEN MCGOWAN mit seiner Filmheldin nicht ins Gericht. Die lenkt ihren Film dann doch ziemlich schnell in eine andere Richtung und macht es dabei Horror-Autor STEPHEN KING gleich. Letzterer ist dafür berüchtigt, dass er gern Geheimnisse verschlafener Kleinstädte ans Tageslicht bringt. Ein ähnliches Thema ist auch in RUST CREEK Programm. Statt explizite Gräueltaten vor der Kamera zu zelebrieren, will Filmemacherin JEN MCGOWAN dann lieber doch eher dunkle Machenschaften im amerikanischen Hinterland aufdecken. Die entfachen schnell eine Reihe von Umständen, welche am Ende den Bösewichten eine Lehre sein werden. Viel Backwood-Horror-Gematsche wird demnach nicht geboten. Wer’s deftig mag, wird mit diesem Film gar keinen Spaß haben.
 
 
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Starken Frauen, schwache Kerle. RUST CREEK wurde auf einschlägigen Festivals mit Preisen ausgezeichnet. Die sind nicht unberechtigt, denn der Thriller schafft es schnell den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Ein wesentlicher Grund hierfür sind die hervorragenden Darsteller. Für Indie-Verhältnisse agieren die beachtlich souverän vor der Kamera, wobei vor allem die widerlichen Fieslinge Erwähnung finden sollten, von denen eine Aura permanenter Bedrohlichkeit ausgeht. Filmemacherin JEN MCGOWAN hat mit RUST CREEK einen kleinen und zurückhaltenden Thriller inszeniert, der keine ausufernden Gewaltexzesse benötigt, um im Gespräch bleiben zu können. Stattdessen kleistern Plot-Wendungen, Schauspiel und natürlich eine clevere Story den Zuschauer mindestens genauso fest an die Glotze.
 
 
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RUST CREEK – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kleiner Indie-Thriller, der mindestens genauso viel Puls verursacht, wie die großen Produktionen aus Hollywood. RUST CREEK ist einer dieser unscheinbaren Thriller, denen zu Unrecht kaum Beachtung geschenkt wird, weil mit keinem bekannten Namen geworben werden kann. Das ist schade, denn gerade deswegen gehen den meisten Cineasten viele Filmperlen durch die Lappen. Zu einer dieser Überraschungen gehört RUST CREEK, der ziemlich konventionell als Survival-Horror im Schlage eines I SPIT ON YOUR GRAVE beginnt, aber dann doch die Kurve bekommt und in eine andere Richtung gelenkt wird. Zwar herrschen in diesem Thriller eher die leisen Töne – dennoch umschweift den Thriller die ganze Zeit über eine Aura merklicher Bedrohung. Thriller-Fans wird’s gefallen – vor allem auch deshalb, weil sich das psychologische Grauen schleichend den Weg durch die Handlung frisst. Spannend, wendungsreich und gut besetzt. Da sollte man mal einen Blick drauf werfen.
 
 
 


 
 
 

RUST CREEK – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt hat RUST CREEK nicht zu bieten. Ein spitzer Gegenstand wird in Bein und Bauch gestoßen, eine Nase wird gebrochen und ein Gewehr kommt auch zum Einsatz. Weiterhin gibt es Verbrennung am menschlichen Körper zu sehen. Hierzulande dürfte RUST CREEK dafür eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

RUST CREEK – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC FILMS | IFC MIDNIGHT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Keeping Room (2014)
 
Autumn Blood (2012)
 


Filmkritik: „Elizabeth Harvest“ (2018)

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ELIZABETH HARVEST

Story

 
 
 
Die attraktive Elizabeth macht nach der Heirat eine furchtbare Entdeckung. Offenbar hält ihr Mann im Keller etwas verborgen, von dem sie nichts wissen darf.

 
 
 


 
 
 

ELIZABETH HARVEST – Kritik

 
 
 
Es war einmal ein Mann, den nannten alle Blaubart. Der fand keine Frau, weil sein blauer Bart so hässlich war. Nach langer Suche erbarmte sich die jüngste Tochter der Nachbarin. Die heiratete den älteren Herren und zog in dessen Haus. Als Blaubart für sechs Wochen verreisen musste, übergab er seiner Gattin das Schlüsselbund für alle Türen. Die durfte sich bis auf das Kellerzimmer frei im Anwesen bewegen. Doch die Neugier der Frau war zu groß. Kaum war der Ehemann aus dem Haus, schlich sich das Weib in den Keller und öffnete den verbotenen Raum. Darin fand sie die toten Körper aller bisherigen Ehefrauen ihres Mannes. Letzterer kam früher nach Hause und wollte auch die neue Frau aus Wut mit dem Tode bestrafen. Doch deren Brüder eilten herbei und töteten Blaubart. Gut für die Witwe: die erbte alle Besitztümer, heiratete neu und hatte ein gutes Leben.
 
 
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Seit mehreren Jahrhunderten ist das Märchen vom Blaubart fester Bestandteil der Literatur. Die schaurige Erzählung um den frauenmordenden Blaubart wurde mittlerweile für zahlreiche Werke adaptiert und weiterverarbeitet. So hörten auch die Gebrüder Grimm von der mündlichen Überlieferung des Blaubarts und nahmen die düstere Geschichte mit in die Sammlung ihrer Kinder- und Hausmärchen auf. Offenbar Lektüre, die Regisseur SEBASTIAN GUTIERREZ in der Kindheit ziemlich oft gelesen haben muss. Der venezolanischer Filmemacher erklärte nämlich in Interviews, dass ihn die Geschichte des blaubärtigen Mannes seit Kindertagen nicht mehr loslässt. Wohl einer der Gründe, warum seine mittlerweile bereits neunte Regiearbeit mit dem Titel ELIZABETH HARVEST Ähnlichkeiten zum französischen Märchen Blaubart aus dem späten 17. Jahrhundert besitzt.
 
 
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Darin geht es um die attraktive Elizabeth (bisher eher als Model bekannt: ABBEY LEE), die frisch vermählt mit in die Villa des reichen Wissenschaftlers Henry (CIARÁN HINDS) zieht, um dort ihren Verpflichtungen als Ehefrau nachzugehen. Dort wird die junge Schönheit erst einmal vom Gatten aufgeklärt. Sie darf im Haus tun und lassen, was sie will, soll aber die Finger von einem Zimmer im Keller lassen. Doch die Neugier bringt die Frischvermählte in Teufels Küche. Kaum ist der Ehemann aus dem Haus, geht Elizabeth auf Erkundungstour und verschafft sich Zutritt in den verbotenen Raum. Der entpuppt sich als Forschungslabor in dem sie sich selbst als Klon wiederfindet. Eine folgenreiche Entdeckung, die weite Kreise nach sich zieht. Als Ehemann Henry nämlich nach Hause kommt und vom Vertrauensbruch seine Frau erfährt, ist der Ehefrieden vorbei.
 
 
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Mehr über die verstrickte Geschichte dieses ungewöhnlichen Science-Fiction-Horrors zu verraten, ist unfair dem Zuschauer gegenüber. Der Film ist nämlich voll mit unerwarteten Plotwendungen und komplexen Rückblenden, die die volle Aufmerksamkeit des Publikums beanspruchen. Letzteres wird im Falle von ELIZABETH HARVEST ganz schön gefordert. Die nicht lineare Erzählweise versucht nämlich den Zuschauer zu täuschen und stiftet für reichlich Verwirrung. Ein zweischneidiges Schwert, wie sich bald herausstellen wird. Zwar kann so der Spannungsbogen konstant gehalten werden; dennoch macht die Handlung mit fortschreitender Handlung immer weniger Sinn und driftet beinahe ins Surreale ab. Für viele Zuschauer etwas zu kompliziert. Die dürften den schwer einzuordnenden ELIZABETH HARVEST als Blödsinn abstempeln – wohl auch, weil der nicht immer schlüssig deutbare Mysteryplot auf Konventionen pfeift. Das hebt ELIZABETH HARVEST deutlich von den üblichen Verdächtigen ab und macht ihn für anspruchsvolle Cineasten zum Geheimtipp.
 
 
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ELIZABETH HARVEST – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein ungewöhnliches Filmerlebnis für das man wegen der fordernden Erzählweise ausgeschlafen sein sollte. ELIZABETH HARVEST beginnt konventionell und driftet aber so ziemlich schnell in eine unerwartete Richtung ab. Da wird das Publikum in zwei Lager gespalten. Wegen zu vieler Plotwendungen und übertriebener Geheimniskrämerei dürften die Einen schnell das Interesse am komplizierten Handlungsverlauf verlieren. Filmfans, die aber von Horrorfilmen einen gewissen Anspruch erwarten, werden umso mehr von ELIZABETH HARVEST begeistert sein. Das zu Recht. Regisseur SEBASTIAN GUTIERREZ liefert nämlich Genre-Ware ab, die sich in keine Schublade stecken lässt und sich so souverän vom Massenmarkt abheben kann. Hierbei trägt auch die hervorragende Kameraarbeit von CALE FINOT bei. Nahezu jede Kameraeinstellung und Kamerafahrt ist genau bedacht. Das beschert dem Film eine visuelle Eleganz und lässt den ästhetischen ELIZABETH HARVEST mindestens genauso makellos erscheinen, wie Hauptdarstellerin ABBEY LEE.
 
 
 


 
 
 

ELIZABETH HARVEST – Zensur

 
 
 
ELIZABETH HARVEST ist kein sonderlich brutaler Film. Das sah auch die FSK so. Diese hat den Film bereits für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben. Die erhältliche deutsche Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

ELIZABETH HARVEST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) CAPELIGHT PICTURES (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) CAPELIGHT PICTURES (limitiertes Mediabook mit Blu-ray und DVD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Elizabeth Harvest; USA 2018

Genre: Drama, Horror, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | limitiertes Mediabook | Steelbook

Extras: Trailer, Trailershow, Making-of | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet

Release-Termin: 25.01.2019

 

Elizabeth Harvest [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Elizabeth Harvest [Blu-ray + DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ELIZABETH HARVEST – Mediabook

 
 
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ELIZABETH HARVEST – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei CAPELIGHT PICTURES)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rebecca (1940)
 
Ex Machina (2015)
 
Happy Deathday (2017)
 


Filmkritik: „Pledge“ (2018)

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PLEDGE

Story

 
 
 

Einige Außenseiter suchen Anschluss auf dem Campus und nehmen an einem Aufnahmeritual teil. Was sie nicht wissen: die Prozedur ist alles andere als schmerzfrei.

 
 
 


 
 
 

PLEDGE – Kritik

 
 
 
Schule kann grausam sein – vor allem dann, wenn Protagonisten im Horrorfilm zum Außenseiter auserkoren werden. Die müssen nicht selten grausame Schikanen über sich ergehen lassen, die sich Mitschüler ausdenken, um für die Betroffenen den täglichen Schulbesuch zum Albtraum zu machen. Doch wer meint, dass es mit dem Schulabschluss getan ist, der irrt. Auch auf dem Campus herrscht ein rauer Ton – zumindest, wenn es nach dem Horrorthriller PLEDGE geht. Der zieht drei Außenseiter in einen Strudel grausamer Umstände und lässt am Ende die Bombe platzen. Klingt nach einer Variation der King-Kurzgeschichte CARRIE, ist aber ne Schippe radikaler und kompromissloser. Versprochen!
 
 
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Für die Freunde David, Justin und Ethan ist das Leben an der Uni alles andere als schön. Die gehören zu den Außenseitern auf dem Campus, weshalb keine Verbindung die Studenten aufnehmen möchte. Dabei würden die Kumpels auch gern zu den coolen Leuten gehören, an aufregenden Partys teilnehmen und von attraktiven Mädels umgarnt werden. Da kommt eine Einladung zu einer dieser Veranstaltungen geradezu gelegen, um endlich den erhofften Anschluss finden zu können. Doch irgendwie scheint hier alles suspekt zu sein. Die attraktiven Leute auf dieser Party verhalten sich ziemlich eigenartig und sind dazu auch noch sonderbar nett. Kein Mobbing, keine Demütigungen, keine Schikanen. Ist das etwa das Paradies? Nun, nicht ganz. Weil PLEDGE immer noch ein Horrorfilm ist, lösen sich bald Träume in Luft auf. So nehmen die Freunde an einem Aufnahmeritual teil mit dem Ziel, in bessere Kreise zu kommen. Leider ist der Weg dahin steinig und blutig.
 
 
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Endlich mal keine Geister, Serienmörder oder Dämonen. Die dominieren zurzeit das Horror-Genre. Beinahe schon als erfrischend anders erweist sich da ein fieser Film, wie PLEDGE. Dessen Handlung ist zwar auch nicht unbedingt eine Sternstunde des Horror-Kinos. Dafür macht der Streifen Nägel mit Köpfen und geht dabei alles andere als zimperlich mit seinen Helden um. Regisseur DANIEL ROBBINS bringt Nachschub für jene, die es dann doch etwas deftiger im Horror-Bereich wünschen. Der Film ist irgendwo im Tortur-Genre beheimatet und lässt gutgläubige Außenseiter durch die Hölle gehen. Die werden im Film körperlich und psychisch von skrupellosen Studenten einer Verbindung zurechtgestutzt, damit Hobby-Masochisten feuchte Hosen bekommen. Zugegeben, die altbekannte Exploitationformel vom Quälen wehrloser Menschen funktioniert auch Jahre nach HOSTEL und Konsorten immer noch tadellos. Im Falle von PLEDGE liegt das wohl in erster Linie daran, weil lang unbeantwortet bleibt, was das denn hier alles soll. Haben hier Studenten aus gutbürgerlichen Kreisen einfach nur Spaß am Schikanieren ahnungsloser Erstsemester? Oder steckt hinter deren Taten doch etwas weitaus Größeres? Die Auflösung treibt die Handlung voran und funktioniert den Zuschauer zum heimlichen Mittäter um. Letzterer ist sich zwar durchaus bewusst, dass die Taten auf der Mattscheibe widerlich sind. Dennoch dürfte sich das Publikum dem Treiben aus Neugierde nicht entziehen können, weil es doch wissen will, wie und ob die Schandtaten ein Ende finden.
 
 
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Unterm Strich ist PLEDGE so etwas, dass man in Filmkreisen eine kleine Überraschung nennt. Die Horror-Zutaten, mit denen Regisseur DANIEL ROBBINS unterhalten will, sind simpel. Dennoch legt er mit seiner dritten Regiearbeit ein rasantes Tempo an den Tag, weshalb dem Zuschauer erst gar nicht auffällt, dass hier ausschließlich niedere Instinkte befriedigt werden sollen. Da werden falsche Fährten gelegt, die zu einem makabren Twist führen. Hektische Morde und panisches Geschrei runden das zynische Kammerspiel ab, das in seinen besten Momenten an so aktuelle Genre-Ware wie THE INVITATION oder GREEN ROOM erinnert. Weil auch noch auf technischer Ebene gute Arbeit geleistet wurde, die Spannung konstant gehalten wird und die Bösewichte mal wieder herrlich hinterlistig in Szene gesetzt werden, gehört PLEDGE schon jetzt zu den besseren Horrorfilmen des Jahres 2019. Da nimmt man als alteingesessener Cineast gern schon mal in Kauf, dass sich dieser glattgebügelte Thriller mit seiner doch schon sehr konventionellen Handlung eher an die Generation NETFLIX richten will. Die mag es bekanntlich wenig fordernd – dafür aber blutig. Das muss nicht immer Schlechtes bedeuten. Auch Filmfans mit Hang zur intellektuellen Arthaus-Kunst haben auch manchmal das Bedürfnis einfach nur schnörkellos-kompromissfreie Gewaltware zu sehen, damit der Kopf wieder frei werden kann.
 
 


 
 
 

PLEDGE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kompromisslos, fies und bitterböse. Nach der eher durchwachsenen Horrorkomödie UNCAGED gelingt Regisseur DANIEL ROBBINS mit PLEDGE ein Überraschungshit. Fast schon könnte man meinen hier einen Film aus dem horrorfilmerfahrenen Hause BLUMHOUSE zu sehen. Auch wenn PLEDGE mit seinen makellosen Bildern den Eindruck erweckt aus einem größeren Studio zu kommen, handelt es sich hier keineswegs um kostspieliges Mainstreamkino. Der Streifen ist ein waschechter Indie und konnte erst durch Crowdfunding fertiggestellt werden. Darin rechnet Regisseur DANIEL ROBBINS mit alten amerikanischen Traditionen ab. So sind es fragwürdige Aufnahmerituale an amerikanischen Universitäten, die immer mal wieder in den Medien für Furore sorgen. Das hatte bereits HANGOVER-Regisseur TODD PHILLIPS im Jahr 1998 erkannt. Der veröffentlichte mit FRAT HOUSE einen schockierenden Dokumentarfilm, um der Öffentlichkeit zu zeigen, wie brutal der Kampf nach Akzeptanz an amerikanischen Universitäten vonstattengeht. Von genau jenem Stück Zelluloid hat sich auch PLEDGE-Macher DANIEL ROBBINS inspirieren lassen, wenngleich sein Beitrag zum kontroversen Thema dann doch eher aus Unterhaltungszwecken gedreht wurde, statt wachzurütteln. Macht nichts – Horrorfilmfans wird’s gefallen.
 
 
 


 
 
 

PLEDGE – Zensur

 
 
 
PLEDGE ist was die Gewalt angeht so ziemich fies. Zwar hält nicht immer die Kamera explizit darauf und lässt den Streifen so im Blut ersäufen. Weitaus heftiger prasselt hier die Kombination aus psychischer und physischer Gewalt auf den Zuschauer aus. So werden die Opfer gleich zu Beginn mit einem heißen Eisen gebrandet, später schikaniert und am Ende mit Dolchen ermordet. In einer Szene frisst sich sogar eine Ratte durch die Bauchdecke eines der Opfer. Mit etwas Glück gibt es für PLEDGE eine FSK16. Wir gehen aber wegen der doch heiklen Thematik von einer Erwachsenenfreigabe aus. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die FSK mit Streifen gar keinen Spaß versteht, in denen Menschen sinnlos gequält und schikaniert werden.
 
 
 


 
 
 

PLEDGE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Stag Pictures | IFC FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cruel Summer (2016)
 
The Invitation (2015)
 
Green Room (2015)
 
The Final – Nächste Stunde: Rache! (2010)
 
The Lesson (2015)
 


Filmkritik: „The Cabin“ (2018)

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THE CABIN

(A NIGHT IN THE CABIN)

Story

 
 
 

Ein junges Paar fährt zu einer Hütte auf dem Land und muss feststellen, dass der Nachbar kein Engel auf Erden ist.


 
 
 


 
 
 

THE CABIN – Kritik

 
 
 
Ländliche Idylle kann trügerisch sein. Wer regelmäßig Horrorfilme schaut, dürfte mittlerweile erkannt haben, dass es sich das Böse gern auch dort gemütlich macht, wo man meinen würde, dass hier die Welt noch in Ordnung ist. Da werden schnell mal verschlafene Ortschaften, abgelegene Holzhütten oder naturbelassene Wälder zum Ort alles Übels gemacht in denen skrupellose Serienkiller, gemeingefährliche Dämonen oder gefräßige Monster ihr Unwesen treiben. Längst nicht mehr ist man auf dem Lande sicher, was auch der Horrorthriller THE CABIN einmal mehr bekräftigt. Der mahnt zu forsche Stadtmenschen davor, dass sich hinter der Fassade vermeintlich freundlicher Landmenschen auch das abgrundtief Böse verbergen kann.
 
 
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Genau jene Erfahrung müssen auch Rose (CAITLIN CROMMETT) und Harry (CRISTOPHER LEE PAGE) machen. So wirklich gut läuft deren Beziehung nicht. Längst hat man den Respekt voreinander verloren und die Liebesbindung steht vor dem Aus. Daran kann auch eine gemeinsame Reise zu einem Haus am See nichts mehr ändern, das Harry unbedingt besuchen möchte, weil er darin die Kindheit verbracht hat. Doch je näher man dem Ziel kommt, umso unentspannter wird die Liebste. Die hat hier draußen keinen Handyempfang und will eigentlich lieber wieder zurück in die Stadt. Daraus wird aber nichts, denn das Schicksal hat andere Pläne mit dem Paar. Kaum angekommen, trifft man auf den Nachbarn und gleichzeitig auch einzigen Bewohner des Orts. Der ist alles andere als freundlich, zeigt den Streithähnen aber, welchen Weg sie einschlagen müssen, um zum Haus der Eltern zu kommen. Doch der Friede hier ist nur von kurzer Dauer. Der Nachbar ist nämlich ein durchtriebener Schlingel und zersägt gern Menschen mit der Kettensäge. Schlecht für die unangemeldeten Besucher. Die stehen nämlich jetzt auf dessen Meuchelliste.
 
 
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Fieser Terrorstreifen vor friedlicher Naturkulisse. THE CABIN – Alternativtitel: A NIGHT IN THE CABIN – ist einer dieser Horrorfilme, der aus wenig das Maximum herauskitzelt. Die Handlung ist rudimentär und viel Budget stand wohl auch nicht zur Verfügung. Dennoch ist dieser Thriller weit besser, als es die bescheidene Bewertung in der Filmdatenbank der IMDB vermuten lässt. Der schwedische Regisseur JOHAN BODELL hat mit THE CABIN seinen ersten Langfilm gedreht, der sich auf das Wesentliche konzentriert. Die Geschichte ist schnell erzählt und man fällt auch gleich mit der Tür ins Haus. So vermittelt man dem Zuschauer ohne Umwege, wer hier der Bösewicht ist, damit THE CABIN mit seiner eigentlichen Aufgabe beginnen kann: die Nerven des Publikums zu strapazieren.
 
 
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Während sich die erste Hälfte mit dem Herlauf der Geschichte beschäftigt und die Figuren mit ihren Konflikten einführt, geht es nach der Halbzeit wesentlich unbequemer zugange. Dann nämlich entpuppt sich THE CABIN als hinterlistiges Katz- und Mausspiel bei dem die Opfer terrorisiert und verfolgt werden. Die schleichen sich durch die Dunkelheit und müssen dabei versuchen unentdeckt zu bleiben, nur mit dem Ziel: einen Weg zurück in die Zivilisation zu finden. Leider ist Hoffnung auf Hilfe vergebens: die nächste Stadt ist Meilen entfernt. Demzufolge muss man die Konfrontation mit dem Bösen suchen, was für so einige Adrenalinschübe sorgt.
 
 
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Überhaupt ist Atmosphäre der größte Pluspunkt von THE CABIN. Das beinahe schon wortkarge Szenario wird von zwei gut gewählten Schauspielern getragen, die auch was können. Die müssen im Verlauf der Geschehnisse erkennen, dass man den Kampf gegen einen Serienmörder nur dann gewinnen kann, wenn man Streitigkeiten beilegt. Ganz nebenbei findet man so sogar wieder zueinander – auch wenn Regisseur JOHAN BODELL am Ende dann doch andere Pläne mit seinen Filmfiguren hat. Unterm Strich ist THE CABIN nichts Großes. Trotz minimalistischer Kulisse und wenig überraschendem Drehbuch hält man hier aber einen düsteren Überlebensthriller in den Händen, der weitaus besser ist, als die vielen schnell und günstig produzierten Horrorfilme in letzter Zeit. Die Kameraarbeit ist hervorragend und Filmemacher JOHAN BODELL beweist ein gutes Gespür für Spannung und Schocks. Wer etwas Herzklopfen sucht ist mit THE CABIN demzufolge gut beraten. Zwar klein, aber oho.
 
 
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THE CABIN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Überraschend routiniert inszenierter Indie-Horror mit perfider Atmosphäre und einem gelungenen Spannungsbogen. Der schwedische Regisseur JOHAN BODELL hat die Dreharbeiten seines Erstlings gleich mal nach Schweden verlagert und das tut dem Horrorthriller so ziemlich gut. Die schwedische Kulisse ländlicher Tristesse verursacht mindestens genauso Unbehagen, wie die vermeintliche Idylle im amerikanischen Hinterland. Wieder einmal geraten Durchreisende an böse Hinterwäldler, die in der Abgeschiedenheit unmenschliche Dinge mit Menschen veranstalten. Statt wie sonst in solchen Filmen üblich, die Identität der Übeltäter erst am Ende zu lüften, verrät Regisseur JOHAN BODELL so ziemlich schnell, wer denn in THE CABIN der Böse ist. Da mögen erfahrene Filmkenner die Hände über den Kopf schlagen. Im Falle von THE CABIN hat man sich aber reichlich einfallen lassen, um die Spannung dennoch konstant halten zu können. THE CABIN ist überraschend kurzweilig und sieht auch noch hervorragend aus. Für ein Langfilmdebüt saubere Horrorfilm-Arbeit.
 
 
 


 
 
 

THE CABIN – Zensur

 
 
 
THE CABIN ist eher ein kleiner Psychothriller, der nur wenige Schauwerte zu bieten hat. Ein Kopf wird mit einer Schaufel eingeschlagen, ein Körper wird mit einer Kettensäge zerlegt und eine Heugabel kommt auch zum Einsatz. Klingt reißerisch – die meisten Grausamkeiten passieren aber im Off. Hierzulande dürfte THE CABIN ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE CABIN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei KW STUDIOS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Funny Games (1997)
 
Next Door – Manche Türen sollten nie geöffnet werden (2005)
 
House at the End of the Street (2012)
 
The Hamiltons (2006)
 
The Ones Below – Das Böse unter uns (2015)
 


Filmkritik: „The Clovehitch Killer“ (2018)

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THE CLOVEHITCH KILLER

(CLOVEHITCH)

Story

 
 
 

Minimalistisches Thriller-Drama mit grandiosen Darstellern: Ein Teenager kommt einem gesuchten Serienkiller auf die Schliche und bringt sich dabei mit seiner Freundin in Teufels Küche.

 
 
 


 
 
 

THE CLOVEHITCH KILLER – Kritik

 
 
 
Interessant, welche Erkenntnisse man bekommt, wenn man plötzlich im düsteren Genre dreht. Eigentlich dachte Regisseur DUNCAN SKILES, dass er im Comedy-Fach zuhause ist. Der drehte bisher eher erheiternden Filmspaß und dachte eigentlich, dass er sich damit wohl festgelegt habe. Doch dann entwickelte der Filmemacher eine Obsession für Serienmörder und ließ ein Drehbuch zu einem ungewöhnlichen Serienkillerfilm schreiben bei dem der Regisseur schnell merkte, dass er ein talentiertes Händchen für Spannung besitzt. So oder so ähnlich soll es laut DUNCAN SKILES zu den Arbeiten an THE CLOVEHITCH KILLER gekommen sein, der vor allem eines erhielt: überraschend viel Lob. Die positive Resonanz spornte das Multitalent an. Schenkt man Interviews Glauben, war der Regisseur selbst von den positiven Stimmen der Presse überrascht. Für ihn ein wesentlicher Grund in Zukunft mehr von diesen Thrillerstoffen auf die Leinwand zu bringen. Manch einer entdeckt erst spät verborgene Talente.
 
 
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Tyler Burnside (CHARLIE PLUMMER) ist eigentlich ein ganz normaler Teenager. Der wächst als christlich erzogener Pfadfinder in einer amerikanischen Kleinstadt auf, die immer noch unter einer schrecklichen Mordserie zu leiden hat. Vor zehn Jahren hat hier der sogenannten Clovehitch-Killer mehrere Frauen bestialisch ermordet. Leider wurde der Täter nie gefasst, sodass auch Jahre nach den Ereignissen keine Ruhe im Ort einziehen will. Da findet Tyler ganz beiläufig eine Spur zu den Mordfällen. Während eines Dates mit der attraktiven Katti (MADISEN BEATY) entdeckt er ein grauenerregendes Foto im Auto seines Vaters. Da keimen schnell schrecklichen Gedanken auf. Ist etwa der eigene Vater ein Serienmörder? Ein Verdacht, der den Heranwachsenden dazu bewegt das Leben des Familienoberhaupts genauer zu ergründen. Was er wohl bei seinen Recherchen herausfinden wird?
 
 
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Irgendwie kommen soeben Déjà-vu-Gefühle auf. Einen ähnlichen Film haben wir erst kürzlich auf FILMCHECKER besprochen. In SUMMER OF 84 hatten auch Teenager böse Vorahnungen. Die waren der Meinung, dass der Nachbar ein gewissenloser Kindermörder ist, was die neugierigen Jungen dazu veranlasste dem vermeintlichen Killer nachzustellen, um Beweise zu sammeln. Eine ähnliche Richtung schlägt nun auch THE CLOVEHITCH KILLER ein, der aber bei genauerer Betrachtung nur noch wenig mit Horror am Hut hat. Ganz unaufgeregt erzählt Regisseur DUNCAN SKILES hier die tragische Geschichte einer Familie, deren Mitglieder meinen sich einander zu kennen. Dank ruhiger Inszenierung tun sich da Abgründe auf, die am Ende eine Tragödie zutage fördern, die traurig wie erlösend zugleich ist. THE CLOVEHITCH KILLER zieht seinen Reiz daraus, dass er nicht mit der Tür ins Haus fällt und den Zuschauer an der langen Leine zappeln lässt. Ist der fürsorgende Vater wirklich eine mordende Bestie oder steckt hinter den vielen Morden doch ein anderer Übeltäter? Regisseur DUNCAN SKILES lässt sich für die Beantwortung der Frage Zeit und konzentriert sich dabei vornehmlich auf seine wenigen Figuren, die genug Spielraum erhalten, um sich entwickeln zu können. Statt blutiger Effekthascherei wird die subtile Erforschung eines Mordfalls fokussiert, der bei genauerer Betrachtung mehr an einen Coming-of-Age-Film erinnert. Hier brilliert vor allem Hauptdarsteller CHARIE PLUMMER, der nicht nur glaubhaft einen verunsicherten Teenager verkörpert, der die Schwelle zum Erwachsenwerden betritt. Auch seine nicht minder begabte Schauspielkollegin MADISEN BEATY entpuppt sich als attraktiver Glücksgriff.
 
 
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Beide lösen nicht nur eine Mordserie. Sie finden im Film auch zusammen. Das hört sich für manch einen belanglos an, ist aber schauspielerisch, wie dramaturgisch eine runde Sache. Leider wird THE CLOVEHITCH KILLER Zuschauer in zwei Lager spalten. Der Titel suggeriert nämlich genau das, was er eigentlich nicht ist. Wer hier das wilde Schlachten eines Serienmörders auf der Mattscheibe verfolgen möchte, dürfte so ziemlich schnell enttäuscht werden. Der Film zeigt weder Morde noch Gewalt. Stattdessen wird beinahe schon naiv-zurückhaltende Detektivarbeit geleistet, die am Ende dann doch etwas sehr kitschig das Happy End einläutet. THE CLOVEHITCH KILLER ist ein Coming-of-Age-Drama mit Thriller-Elementen, das sich vor allem an ein anspruchsvolles Publikum richtet, dem Dialogarbeit und Charakterentwicklung wichtiger sind, als literweise Blut und unmenschliche Gewalt. Offenbar ein Grund, warum der Film auf einigen Festivals gefeiert wurde. Das Zusammenspiel aller Beteiligten ist lobenswert und auch handwerklich braucht sich THE CLOVEHITCH KILLER für einen Indie-Film nicht zu verstecken.
 
 
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THE CLOVEHITCH KILLER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Mehr bedächtig inszeniertes Coming-of-Age statt knüppelharter Horror- und unerträglicher Thrill. THE CLOVEHITCH KILLER ist die wohl bravste Killer-Hatz, die man seit Jahren zu sehen bekommen hat. Der Film handelt vom Leben in einer kleinen Stadt und einem schrecklichen Geheimnis, das seit Jahren unentdeckt im Verborgenem schlummert. Der eher für spaßigen Comedy-Ulk bekannte Regisseur DUNCAN SKILES taucht diesmal in dunkle Abgründe ab und hat dabei eine realistische Serienkiller-Geschichte auf Zelluloid gebannt, die so ziemlich authentisch umgesetzt wurde. Dabei dringt er in das friedliche Leben einer amerikanischen Kleinstadt ab und erklärt, dass das Böse manchmal hinter den Türen von scheinbar friedliebenden Menschen schlummern kann. THE CLOVEHITCH KILLER besitzt keinerlei grafische Gewaltmomente und auch die Figuren sind alles andere als klischeebelastet. Der Film will lieber Abgründe analysieren, statt sich in Blut zu suhlen. Das Resultat ist interessant und vor allem für jene befriedigend, die sich eher mit psychologischem Horror konfrontieren wollen, statt Splatter mit der Holzkeule serviert zu bekommen.
 
 
 


 
 
 

THE CLOVEHITCH KILLER – Zensur

 
 
 
Eine Frau wird gefesselt, ein Kopf wird gegen eine Wand geschlagen und ein Teenager wird bewusstlos geschlagen. Gewalt oder Morde gibt es im Film nicht zu sehen. Alle Morde werden nur angedeutet oder erwähnt – aber nicht gezeigt. Demzufolge dürfte THE CLOVEHITCH KILLER eine unproblematische FSK16 in der ungeschnittenen Fassung erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE CLOVEHITCH KILLER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC Midnight | IFC Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
I Am Not a Serial Killer (2016)
 
Summer of 84 (2018)
 
Dämonisch (2001)
 
Mr. Brooks – Der Mörder in Dir (2001)