Filmkritik: „The Vigil – Die Totenwache“ (2019)

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THE VIGIL – DIE TOTENWACHE

(THE VIGIL)

Story

 
 
 
Ein Aussteiger aus der jüdischen Gemeinde nimmt das Angebot an, eine Totenwache zu absolvieren und muss sich dabei einem jüdischen Dämon stellen.

 
 
 


 
 
 

THE VIGIL – Kritik

 
 
Ein Horrorfilm, der sich um Dämonen dreht und an einem orthodoxen Schauplatz spielt, klingt nicht gerade besonders originell. Das ist „The Vigil“ auch absolut nicht. Trotzdem holt er aus dem Setting eine ganze Menge heraus und eignet sich für Zuschauer, die auf den eher kleinen Grusel stehen, auf jeden Fall gut.
 
 
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Yavoc will aus seiner ultraorthodoxen-jüdischen Gemeinde heraus und nimmt dafür an einer Selbsthilfegruppe teil. Erst vor kurzem verlor Yavoc seinen jüngeren Bruder und das Trauma sitzt tief. Außerdem findet er sich in der „normalen“ Welt nur schwer zurecht. Weil das Geld bei ihm knapp ist, nimmt er trotzdem das Angebot an, eine Totenwache abzuhalten. Ein altes Mitglied der Gemeinde ist verstorben und Yavoc soll die Nacht mit Gebeten verbringen, um die Seele des Verstorbenen zu trösten. Allerdings bekommt er es dabei mit einem alten, jüdischen Dämon zu tun, der nun auch Yavoc plagen möchte. Die Geschichte erfindet das Rad des Dämonenhorrors nun wirklich nicht neu und bedient eigentlich nur bekannte Zutaten. Der Unterschied ist nur, dass man es mit jüdischen Dämonen in diesem Bereich nicht jeden Tag zu tun bekommt. So erfährt man auch noch etwas mehr über den orthodoxen Glauben. Das Drehbuch ist schön zurückhaltend geschrieben, verurteilt nicht und heißt nichts gut, weshalb man sich darauf auch gut einlassen kann. Größere Überraschungen sollte man nicht erwarten, dafür bekommt man aber hübsch altmodisch gestalteten Spuk geboten.
 
 
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Allerdings sollte man es ruhiger mögen, denn „The Vigil“ besitzt seine Langsamkeit. Obwohl die Prämisse schnell eingeleitet wurde, dauert es eine halbe Stunde, bis der Grusel langsam los legt. Auch danach ist nie zu viel los und die Ereignisse überschlagen sich nicht. Selbst wenn die langsame Machart für ein paar Längen sorgt, so entsteht doch eine gelungene Atmosphäre, die für wohligen Schauer sorgt. Leider konnte Regisseur-Neuling Keith Thomas nicht auf ein paar obligatorische Jump-Scares verzichten, die ihre Schockwirkung am ehesten aufgrund des lauten Sounds erreichen, aber er hält sich damit doch angenehm zurück und ein paar Schockeffekte verfehlen ihr Ziel sicher nicht. Den größten Gruselfaktor besitzt der Film dabei nicht, aber man kann trotzdem genug mitfiebern. Die handwerkliche Arbeit wirkt gekonnt und die langsamen Kamerafahrten machen etwas her. Auch der minimalistische Schauplatz wurde solide genutzt und wirkt nicht zu beengt. Mit kleineren Spielereien, wie etwa das Einblenden des Textes vom Handy, wird für genügend Abwechslung gesorgt und die Inszenierung macht allgemein nicht viel verkehrt.
 
 
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Es gibt in „The Vigil“ nur einen Hauptdarsteller und da ist es natürlich wichtig, dass dieser auch abliefern kann. Dave Davis bekommt das gut hin und spielt seine Rolle glaubwürdig. Die Figurenzeichnung von Yavoc ist dabei nicht besonders kreativ, funktioniert allerdings und ausreichend Sympathien werden gesichert. Die restliche Besetzung ist sehr marginal, doch auch hier spielt niemand schlecht. Allgemein ist der gesamte Film reichlich simpel gestaltet. Oftmals wird minutenlang gar nicht gesprochen und die Bilder sprechen für sich. Dank einer normalen Laufzeit von nur 90 Minuten, ist das niemals zu langweilig und der Spannungsaufbau ist gelungen. Trotzdem führen ein paar Szenen auch etwas zu sehr ins Leere, so dass man von keiner besonders aufregenden Unterhaltung sprechen kann. Wirklich gut gelungen ist allerdings noch der elektronische Score, der manche Szenen dominiert und sich sehr gut anhören lässt. Viele Effekte gibt es übrigens nicht, doch diese braucht es hier auch überhaupt nicht, da sich der Film überwiegend dem altmodischen Grusel hingibt.
 
 
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THE VIGIL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„The Vigil“ ist ein minimalistischer Horrorfilm mit wenig Darstellern, begrenztem Schauplatz und einer sehr langsamen Herangehensweise. Manchmal ist das etwas zu langsam und strapaziert die Geduld, aber man kann daraus immerhin eine ansprechende Atmosphäre kreieren. Super unheimlich ist das Ganze nicht, aber der Schauer verfehlt seine Wirkung nicht und ein paar Schockeffekte wissen ebenfalls zu überzeugen. Zusätzlich wird der Film gut gespielt und besitzt einen sehr effektiven Score. Die handwerkliche Arbeit kann sich sehen lassen und ein paar Bilder besitzen definitiv ihre Eigenständigkeit. Somit bietet „The Vigil“ nicht den großen Wurf im Spuk-Genre, bedient dieses aber völlig souverän und verdient von Fans solcher Filme definitiv eine Sichtung!
 
 


 
 
 

THE VIGIL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Vigil – Die Totenwache“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Der Gruselfilm ist eher subtiler Natur. Großartige Gewaltmomente sind nicht zu erwarten.
 
 
 


 
 
 

THE VIGIL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Vigil; USA 2019

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 11.02.2021

 

The Vigil – Die Totenwache [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE VIGIL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Eurovideo Medien)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Amulet (2020)
 
Relic (2020)
 
Veronica (2017)
 
Lights Out (2016)
 

Filmkritik: „Abrakadabra“ (2018)

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ABRAKADABRA

Story

 
 
 
30 Jahre nachdem sein Vater bei einem tragischen Bühnenunfall verstorben ist, hat Lorenzo Mancini selber eine Karriere als Magier. Doch neben dem Alkoholismus und der überfälligen Miete muss er sich jetzt auch noch mit einem blutrünstigen Mörder rumschlagen, der seine Opfer auf Mancinis Bühne drapiert….

 
 
 


 
 
 

ABRAKADABRA – Kritik

 
 
Die Gebrüder Onetti dürften Genrefans nach den letzten Jahren bereits bekannt sein, zeichnet sich Luciano Onetti doch mitverantwortlich für die Regie, und eigenverantwortlich für die Score zu den bisherigen Neo-Gialli „Sonno Profondo“ und „Francesca“ sowie dem grimmigen Slasher „What the Waters left Behind“, während Nicolás Onetti sich hauptsächlich als (Mit-)Produzent bei Werken wie „Asylum“, – dessen Job als Creative Director er auch belegte – „Aquaslash“ oder gar „Trauma“ betätigt hat, aber neben den eigenen Filmen z.B. auch als Segment Director bei „A Night of Horror: Nightmare Radio“ vertreten war.
 
 
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Einige Jahre an Übung zur Perfektionierung der hauseigenen Low- bis No-Budget-Giallohommage also, und die Zeit hat sich gelohnt: Der mittlerweile dritte Langfilmanlauf setzt voll und ganz auf die audiovisuellen Stärken des Genres und versteht sich zugleich als Hommage, Stilübung und augenzwinkernde Parodie des – in erster Linie – Argentoschen Giallo, dezimiert jeden Anflug von Langeweile oder Aufgeblähtheit mit einer Kürze von gerade einmal 69 Minuten (mit Abspann!) und dürfte jedem Genrefan munden, der die abstrusen Geschichten, endlosen Twists und unbedarft chargierenden Charaktere der alten Filme ebenso genießen konnte, wie die oppulente Optik.
 
 
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Nach einem sehr stumpf brutalen Labelintro mit peinlichem 2000er-CGI, eben jenem Label, das bei der Laufzeitangabe auf dem Backcover stolze 24 Minuten dazu gedichtet hat, nehme ich an, beginnt „Abrakadabra“ mit einem Flashback ins Turin der 50er Jahre, direkt fällt auf wie die kräftig übersättigten Technicolor-Farben die roten Vorhänge nahezu glühen lassen, wie die Font 1:1 aus den Argentofilmen geliehen wurde, wie im Intro eine Femina Ridens-Anspielung zu finden ist, wie eine in Zeitlupe zerberstende Glasscheibe zusammen mit progressiven, verzerrten Gitarrensounds und einem auf der Bühen gehaltenem Vortrag über das Übernatürliche ganz eindeutig „Profondo Rosso“ sowie „Vier Fliegen auf grauem Samt“ Tribut zollen.
 
 
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30 Jahre später, so informiert uns die altmodische Texttafel, wird zu großartigen Panflöten und Chören eine Lustfahrt auf dem Mofa durch den Turiner Sommer gefeiert und von den Kostümen bis hin zum Framing der Einstellungen, Pacing der einzelnen Szenen für sich als auch in der Montage oder den Dialogen fühlt man sich in Rekordzeit in das Jahrzehnt, die Stadt, das Genre hineinversetzt. Als dann das erste Opfer vor dem Auftritt unserers Zauberers Lorenzo Mancini sowie auf dessen Bühne sein Schicksal erleiden darf, tobt sich der Film dermaßen aus was Stilmittel und Argento-Rhetorik angeht, – Nahaufnahmen panischer Augen, Puppen, Reißzooms, mörderische Kunst, artifizierte Tötungen, ermordete Künstler, Bühne als entkoppelter Raum, schnelle Schnittmontagen – dass erstmalig die Idee einer Parodie aufkommt. Auf dem Rückweg vom Theater wird Lorenzo nun fotografiert, was in schwarzweißen Freeze Frames festgehalten wird, erneut ganz wie beim italienischen Meister. Das Radio spricht derweil gelangweilt von einem weiteren Verbrechen im Theater, ich grinse und stelle schockiert fest, dass wir uns erst sieben Minuten im Film befinden.
 
 
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Lorenzo Mancini, der dauerhaft saufende, Schulden habende Magier, ist der Sohn des im Intro verstorbenen Dante des Großen und wird nun des Mordes verdächtigt, dazu findet er nach seiner überraschend zahm inszenierten Zaubershow einen mysteriösen Brief in der Post. Die folgenden Szenen könnte man nun wahlweise konfus, sinnlos oder langsam nennen, ist man rein auf der Suche nach Slasher-Action oder Dialogen, die die Story vorantreiben, doch schon in den Originalfilmen ist szenenweise „nichts“ passiert und auch hier IST der Stil die Substanz. Bei besagter Bühnenshow wird aus Versehen für eine halbe Sekunde der nächste Track angespielt, beim rauchigen Pokerspiel werden drei Augenpaare gleichzeitig eingeblendet, wird nach einer Duschszene herumstolziert, dann natürlich im roten Handtuch und steht irgendwo eine dekorative Flasche rum, ist es selbstverständlich J&B.
 
 
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Wem dieser letzte Block zu zäh war, der dürfte durch das stimmungsvolle, farbenfrohe Licht und die einfallsreichen Winkel hoffentlich trotzdem noch am Ball bleiben, denn nun imitiert Onetti eine astreine Goblin-Score, die mit Hexenchören, Hammond-Orgel, Synthesizern und catchiger Bassgitarre in die Vollen geht, bevor als Nächstes die obligatorische 70s-Barszene mit Progressive Rock und anschließender Schmuseszene von der Genrefilmliste abgehakt wird. Weder die Duschszene, noch diese trippige Einlage mit Mehrfachbelichtung sind dabei je ausgewalzt oder exploitativ, da hier offensichtlich eher dem stilvollen, langsamen und sich auf Charaktere, ihre Umgebungen, und Ermittlungen konzentrierendem Giallo gehuldigt wird, denn den sleazigeren Machwerken der Marke Bianchi.
 
 
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Eine unfassbar stilvolle, mehrfach verspiegelte Präsentation der nächsten Leiche weiß zu beeindrucken, auch wenn die Schauspielerin natürlich noch atmet, etwas Recherche im Zeitungsarchiv, die nächste archetypische Genrestation, offenbart die ersten Hintergrundinformationen. Was von nun an geschieht, ist herrlich angedeutet und doch im Detail unvorhersehbar, leicht verworren präsentiert, blutig, nach gerade einmal 65 Minuten wieder vorbei und bis dahin jede Sekunde wert – denn ich möchte nicht spoilern, doch die Story versteht es trotz der wenigen Charaktere bestens, Giallo-Formulare zu adaptieren, zu überraschen und zu unterhalten. Okkultes, rituelles Zischen wechselt sich mit einem waschechten 80s-Beat ab, gotischer Horror mit neumodischer Parodie, Fulci-Puppen mit expliziten Tenebrae-Zitaten. Hier fühl ich mich wohl.
 
 


 
 
 

ABRAKADABRA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Ein bildhübscher, witziger, charmanter, atmosphärischer und größtenteils kurzweiliger Neo-Giallo mit guten bis „stimmigen“ Darstellern und einem unverwechselbarem Gespür für die Zeit und das Genre. Ein Fantraum im richtigen Bildformat, mit der richtigen Font, den richtigen Farben, Kostümen, Charakteren, Dialogen, Settings, Twists, Kills, Morden usw., ein kurzer Happen verspielter Nostalgie.
 
 


 
 
 

ABRAKADABRA – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Abrakadabra“ ist ungeschnitten und ungeprüft. Da bisher noch keine FSK-Prüfung erfolgte, ist die Veröffentlichung automatisch erst für Erwachsene geeignet. Sollte eine FSK-Prüfung erfolgen, kann man von einer ungeschnittenen Freigabe ab 16 Jahren ausgehen.
 
 
 


 
 
 

ABRAKADABRA – Deutsche Blu-ray

 
 
 

(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray Hardbox Cover A auf 66 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray Hardbox Cover B auf 66 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Quer-Mediabook auf 99 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A auf 666 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Abrakadabra; Argentinien | Mexiko | Neuseeland 2018

Genre: Horror, Mystery, Thriller, Krimi

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0, Italienisch DTS-HD MA 5.1, Italienisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 70 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Hardbox | Mediabook

Extras: Behind The Scenes „Abrakadabra Raw“ (11:25 Min.), Bildergalerie (2:15 Min.), Trailer (1:51 Min.) | zusätzlich im Mediabook: Hauptfilm auf DVD, Soundtrack, 24-seitiges Booklet von Leonhard Elias Lemke

Release-Termin: Mediabooks: 04.01.2021 | Hardbox: 15.12.2020

 

Abrakadabra [Blu-ray + DVD im Quer-Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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ABRAKADABRA – Trailer

 
 



 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Cinestrange Extreme)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Francesca (2015)
 
The Editor (2014)
 
Amer (2009)
 
Der Tod weint rote Tränen (2013)
 
Symphony in Blood Red (2009)
 
Masks (2012)
 
Tulpa (2012)
 

Filmkritik: „Dark Justice – Du entscheidest!“ (2018)

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DARK JUSTICE – DU ENTSCHEIDEST!

(DARK JUSTICE | JUSTICE DOT NET)

Story

 
 
 
Im Thriller „Dark Justice“ werden Umweltsünder entführt und direkt per Live-Übertragung ins Netz mit ihrer Schuld konfrontiert. Die Welt soll entscheiden, ob sie nicht vielleicht doch unschuldig sind.

 
 
 


 
 
 

DARK JUSTICE – Kritik

 
 
Unserem Planeten geht es nicht gut. Egal ob Ressourcen-Knappheit, Umweltverschmutzung oder Klimawandel – Der Mensch geht mit der Erde nicht gerade schonend um. Natürlich nehmen sich auch Filme diesem Thema an. So macht es z.B. „Dark Justice“, der dieses Thema mit einem Cyberthriller kombiniert und dabei durchaus kurzweilige Unterhaltung parat hält.
 
 
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Der Computerprogrammierer Jake hat sich schon lange dem Kampf gegen Ungerechtigkeit gegen Mutter Natur verschrieben. Er stellt ein Team zusammen und das Ziel ist es ein paar einflussreichen Umweltsündern den Kampf anzusagen. Dabei geht Jake sogar so weit, diese zu entführen und sie per Stream ins Internet zu übertragen. Die Zuschauer sollen entscheiden, ob die Enführten schuldig oder unschuldig sind. Doch natürlich schaltet sich auch die Polizei ein und so beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Die Story ist alles andere als schlecht und besitzt ihre gewisse Eigenständigkeit. Es gibt viele Filme, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen, aber „Dark Justice“ macht es doch auf etwas andere Art und Weise. Dabei wirkt die Umwelt-Message manchmal etwas plakativ (was das Ende noch mal deutlich unterstreicht), doch verkehrt ist diese Herangehensweise keineswegs. Somit bekommt man hier eine gute Portion Anspruch, die man vielleicht noch etwas subtiler hätte verpacken können, die aber trotzdem ihre Wirkung entfalten kann. Außerdem dient das Drehbuch noch mit ein paar Wendungen, so dass es stets interessant bleibt das Geschehen zu verfolgen.
 
 
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Für den luxemburgischen Regisseur Pol Cruchten war „Dark Justice“ der letzte Film, da er 2019 leider verstarb. Dass er eine gewisse Inszenierung beherrschte, kann man in diesem Werk jedoch noch deutlich sehen. Der Schauplatz ist zwar an sich begrenzt, aber es ist genügend Dynamik mit im Spiel. Die Kulissen machen allesamt etwas her und aus handwerklicher Sicht ist das durchaus zufriedenstellend. Darüberhinaus lebt das Szenario von einem hohen Tempo. Mit einer langen Einleitung hält man sich nicht auf und bevor man als Zuschauer alles verstanden hat, geht es auch schon zur Sache. Erst nach für nach erklären sich die Dinge und das sorgt schon für eine gewisse Spannung. Zu groß wird diese nie, denn dafür ist das Szenario zu klein angelegt, aber Langeweile kommt so trotzdem nie auf. Viel Action gibt es nicht, doch diese benötigt es nicht, denn mit seinen 87 Minuten Laufzeit ist „Dark Justice“ kurzweilig genug. Am Ende fehlt es sogar noch etwas an Tiefe, denn manchmal kommt man sich hier so vor, als hätte man es mit einer Pilotfolge für eine anstehende Serie zu tun. Uninteressant wäre eine solche sicherlich nicht, denn mit den Figuren, die man hier eingeführt hat, hätte man bestimmt noch mehr machen können.
 
 
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Das liegt auch daran, dass die Darsteller überzeugen können. Martin McCann gerät als Hauptfigur erst ein bisschen später in den Fokus, liefert dann aber durchaus ab. Mit Pascale Bussières kann man sich als Polizistin ebenfalls anfreunden, weil sie eine unparteiische Rolle einnimmt. Philippe Duclos nimmt man das reiche Arschloch sofort ab und in einer etwas unbedeutenden Nebenrolle gibt es noch Desiree Nosbusch zu sehen. Alle Schauspieler machen ihre Sache mindestens solide und tragen so weite Strecken des Filmes. Überwiegend gibt es nämlich Dialoge zu hören und besonders spektakulär wird es eher selten. Umso erfreulicher ist, dass die deutsche Synchronisation sich sehr gut anhören lässt und man dem Inhalt auch gerne lauscht. Dumm ist „Dark Justice“ nämlich keineswegs. Er besitzt eine gute Substanz und geht auch mit den Cyber-Thriller-Elementen ansprechend um. Das sehr offene Ende lässt schon fast eine Fortsetzung vermuten, aber vielleicht muss diese der Mensch einfach selber gestalten.
 
 
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DARK JUSTICE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„Dark Justice“ ist ein kleiner, recht unspektakulärer Thriller, der sich einer wichtigen Thematik annimmt, diese mit genügend Wendungen serviert und von der Story her schon mal punkten kann. Nicht alles daran ist komplett glaubwürdig und manchmal wird es etwas zu plakativ, aber lobenswert ist der Ansatz durchaus. Abgerundet wird das Szenario von guten Darstellern, einer funktionierenden Figurenzeichnung und einer handwerklich runden Umsetzung. Etwas mehr Ambivalenz hätte nicht geschadet und besonders aufregend ist der Film ebenfalls nicht, dafür stimmt jedoch das Tempo und Langeweile kommt nie auf. Wer sich für das Thema Umwelt interessiert und zusätzlich einen Thriller zu schätzen weiß, kommt hier jedenfalls auf seine Kosten!
 
 


 
 
 

DARK JUSTICE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Dark Justice – Du entscheidest! “ ist ungeschnitten und frei ab 12 Jahren.
 
 
 


 
 
 

DARK JUSTICE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Justice Dot Net; Irland | Kanada | Luxemburg 2018

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.38:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 14.01.2021

 

Dark Justice – Du entscheidest! [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DARK JUSTICE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Eurovideo Medien)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Snowden (2016)
 
Saw (2004)
 
Panic Room (2002)
 

Filmkritik: „The Outpost – Überleben ist Alles“ (2020)

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THE OUTPOST – ÜBERLEBEN IST ALLES

(THE OUTPOST)

Story

 
 
 
Nach wahren Begebenheiten erzählt „The Outpost“ von ein paar US-Soldaten, die sich gegen eine Schar von Taliban im Afghanistan-Krieg verteidigen müssen.

 
 
 


 
 
 

THE OUTPOST – Kritik

 
 
Der Afghanistan-Krieg liegt noch nicht lange zurück und hat sicherlich auch Amerika in keinem besonders guten Licht dargestellt. Einen Film über diese wahren Begebenheiten braucht man in momentaner Zeit bestimmt nicht unbedingt, aber gute Geschichten verdienen es auch erzählt zu werden. „The Outpost“ schlägt sich da ganz solide, denn er driftet nie zu sehr in die Patriotismus-Schiene ab und versucht das Geschehen authentisch nachzustellen.
 
 
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Im Norden Afghanistans liegt das Camp Keating. Hier sind 54 amerikanische Soldaten stationiert, die eigentlich Frieden bringen sollen und sich um die Bevölkerung kümmern. Gestört werden sie dabei jedoch immer wieder von feindlichen Taliban, die sich die ungünstige Lage zu nutze machen. Camp Keating liegt nämlich in einem Tal umgeben von Bergen und es gehört für die Soldaten zur Routine, dass jeden Tag ein paar Kugeln verschossen werden. Als eines Tages hunderte Taliban das Lager stürmen, kommt es zur finalen Konfrontation.
 
 
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Während viele Filme mit dem Spruch „Basierend auf wahren Begebenheiten“ dienen, stimmt dies bei „The Outpost“ wohl auch mal, denn der Film basiert auf einem Sachbuch, welches 2012 erschien und eine reale Situation beschreibt. Das wird besonders beim Abspann erkennbar, in welchem man die realen Vorbilder zeigt und diese auch ehrt. Diese Herangehensweise ist nicht neu, funktioniert aber dennoch immer wieder und die Ehrung ist definitiv lobenswert. Ansonsten lebt die Story am ehesten von einer etwas unüblichen Kriegs-Prämisse, weil man sich eben nicht im offenen Gefecht befindet, sondern umlagert und somit eher gefangen ist. Etwas Neues hat das Drehbuch dem Kriegsdrama dabei kaum hinzuzufügen, jedoch funktioniert die Herangehensweise solide und sie lässt den Zuschauer sicherlich nicht gänzlich kalt.
 
 
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Dafür investiert man in der ersten Hälfte nämlich zu viel Zeit in die Menschen. Zwar ist „The Outpost“ etwas überladen mit Charakteren, die man anfangs nicht wirklich auseinander halten kann, aber er versucht wenigstens Menschlichkeit zu erzeugen. Der Zuschauer wird nicht mit allen Figuren etwas anfangen können, aber genügend Profil ist eigentlich vorhanden und man lässt den verschiedenen Charakteren genug Raum. Allerdings profitieren nicht alle Darsteller davon. Scott Eastwood ist zwar wirklich solide, besitzt aber einfach noch immer nicht das Charisma seines Vaters und geht ein wenig unter. Anders ergeht es da schon Orlando Bloom, mit dem natürlich fleißig geworben wird, der nach einem Viertel der Laufzeit aber auch schon das Geschehen verlässt. Das ist wirklich schade, denn Bloom macht seine Sache einprägsam. Alle Darsteller sind gut und geben sich Mühe, aber viele bleiben dennoch hinter den Möglichkeiten zurück, was wohl auch an der Vielzahl liegt. Am ehesten fällt da noch Caleb Landry Jones aus dem Raster, der besonders in der zweiten Hälfte eine eindrucksvolle Leistung abliefert.
 
 
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In dieser geht es dann sowieso zur Sache. Während Regisseur Rod Lurie so ziemlich genau die erste Stunde dafür nutzt, um die Situation darzustellen, geht es in der letzten Stunde um die finale Schlacht, die es in sich hat. Hier gibt es Nonstop-Action mit Explosionen und Kugelgewitter. Das wurde schon aufwendig inszeniert und lässt einen den Krieg ansatzweise spüren. Völlige Intensität wird zwar nicht erreicht, weil es z.B. verhältnismäßig harmlos zur Sache geht (FSK-16er wie „Der Soldat James Ryan“ sind hundert Mal schonungsloser), aber Spannung wird trotzdem erzeugt und weil einem die Charaktere eben nicht völlig egal sind, man einen leichten Draht zu ihnen aufbauen konnte, fiebert man schon etwas mit. Die Schauplätze wirken ebenfalls authentisch und aus handwerklicher Sicht gibt es daran kaum etwas zu bemängeln. Nur ist der Anfang vielleicht etwas zu ausgedehnt. Dass man sich rund zwei Stunden Laufzeit genommen hat, ist an sich löblich, fördert anfangs jedoch nicht gerade die Spannung. Böse ist man „The Outpost“ dafür im Endeffekt nicht, denn er wirkt niemals zu stumpf, verzichtet auf zu viel Patriotismus, ist nie zu einseitig und dient zudem mit einem guten Score und soliden Effekten.
 
 
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THE OUTPOST – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„The Outpost“ ist ein Kriegsdrama, welches sich diesen Namen durchaus verdient hat und fast schon als Antikriegs-Film durchgehen könnte. Erfreulicherweise geht man mit der Thematik keineswegs plakativ um und zeigt einfach nur einen realen Fall, der den Wahnsinn des Kriegs ganz gut beschreibt. Für einen Klassiker reicht das nicht, denn dafür sind die Figuren nicht ausgefeilt genug, die Darsteller nicht markant genug und das Gefecht nicht packend genug, aber wer niedrige Erwartungen hat, wird sicherlich überrascht sein. Die Inszenierung kann nämlich wirklich etwas, Spannung kommt auf und allgemein ist hier alles relativ hochwertig verpackt. Die erste Hälfte zieht sich zwar etwas in die Länge, aber die zweite belohnt den Zuschauer dafür mit reichlich Action. Außerdem sind die Darsteller alles andere als schlecht und mit den Charakteren kann man zum Glück auch etwas anfangen. Alles in einem ein sehenswertes Kriegs-Drama!
 
 


 
 
 

THE OUTPOST – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Outpost – Überleben ist Alles“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE OUTPOST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Outpost; Bulgarien | USA 2020

Genre: Thriller, Action, Drama, Krieg, Historienfilm

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 124 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 28.01.2021

 

The Outpost – Überleben ist Alles [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE OUTPOST – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Eurovideo Medien)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Lone Survivor (2013)
 
Operation: 12 Strong (2018)
 
Sniper: Special Ops (2016)
 
Fort Bliss (2014)
 

Filmkritik: „Bloodline“ (2018)

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BLOODLINE

Story

 
 
 

Der Vertrauenslehrer einer High School nimmt private Probleme zum Anlass, um seine Wut an all jenen auszulassen, die den Schülern in seinen Sitzungen Böses wollen.

 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Kritik

 
 
 
RYAN REYNOLDS hat es in THE VOICES getan, ELIJAH WOOD konnte es im Remake zu MANIAC nicht lassen und auch ZAC EFRON hat in EXTREMELY WICKED, SHOCKINGLY EVIL AND VILE versucht, das ihm auferzwungene Image des smarten Hollywood-Schönlings abzuschütteln. In allen erwähnten Filmen haben genannte Schauspieler die Rollen getauscht und sich von anderen Seiten gezeigt. Statt sympathische Chaoten zu verkörpern, mutierten sie zu Serienmördern, die nur eines im Sinn hatten: kaltblütig zu morden. Genau Gleiches hat jetzt auch SEANN WILLIAM SCOTT vor. Der avancierte über Nacht als Partyschmeißer Steve Stifler in der erfolgreichen Teeniekomödie AMERICAN PIE zum Publikumsliebling und wurde diese Rolle nicht mehr los. Alle zukünftigen Filmauftritte schlugen in ähnliche Kerbe. Etwas, das der Schauspieler jetzt mit BLOODLINE ändern möchte.
 
 
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Darin spielt er den kühlen Ehegatten Evan, der sich sein Brot als Vertrauenslehrer an einer High School verdient. Doch der Alltagstrott wird durch gute Nachrichten unterbrochen. Zusammen mit Frau Lauren erwartet er ein Kind. Großes Glück, das bald einschlägige Veränderungen mit sich bringt. Die frischengebackenden Eltern sind nämlich mit ihrer Rolle überfordert. Der Säugling schreit und will kein Gramm zunehmen. Eine Belastung, die vor allem Evan zu einer besonderen Art des Stressabbaus zwingt. Er greift zum Messer und ermordet kurzum die Erziehungsberechtigten jener Schüler, die ihre Kinder missbrauchen und körperlich züchtigen. Leider ist Wut allein keine Rechtfertigung für Mord. Eine Tatsache, die auch unser Antiheld einsehen muss. Bald werden nämlich die Leichen seiner Opfer gefunden und die Gesetzeshüter kommen dem Familienvater auf die Schliche.
 
 
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Gutaussehender Publikumsliebling in böser Rolle, die SEANN WILLIAM SCOTT ganz gut steht. Für das für Horrorfilme bekannte Horrorstudio BLUMHOUSE PRODUCTIONS macht er mal keine Späße und bleibt bierernst. Damit wandelt auch die Schockerschmiede auf neuen Pfaden. Anders als die bisherigen von JASON BLUM produzierten Streifen ist BLOODLINE erstaunlich erwachsen und fokussiert kein junges Publikum. Zwar bleiben die Bilder glattgebügelt. Dafür sind die Figuren diesmal nicht so schönoperiert wie in den meisten Genre-Werken der amerikanischen Horrorfilmschmiede. Doch damit nicht genug. BLOODLINE ist der erste von JASON BLUM produzierte Streifen, der auch in puncto Gewalt neue Kapitel aufschlägt. Was sich die Spezialeffekte-Macher hier haben einfallen lassen, ist schon hart anzusehen. Zu sehen gibt es krude Mordsequenzen, die lang zelebriert werden. Offenbar zu hart für die hiesige FSK. Laut Labelinformationen wollte die Prüfbehörde anfänglich keine Freigabe erteilen. Bei so detailreichen Ansichten aufgeschlitzter Kehlen kein Wunder. Zartbesaitete Zuschauer werden an dieser Stelle gewarnt, denn BLOODLINE geht mit seinen Opfern nicht zimperlich ins Gericht.
 
 
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Dennoch sollte erwähnt werden, dass das hier vorliegende Psychogramm eines Serienmörders mit Mühe und Not am Ende doch ungeschoren das Prüfgremium passieren konnte. Leider scheint die Bezeichnung „Psychogramm“ etwas weit hergeholt. Die Erklärungen für das Morden wurden aus der Horror-Klischee-Kiste hervorgekramt und sind Bodensatz. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Psyche unseres Antihelden findet kaum Beachtung. Stattdessen wird die Ursachenforschung im Eiltempo abgehakt, damit dem blutigen Treiben mehr Zeit eingeräumt werden kann. Mal wieder ist die Mutter an allem schuld. Killer Evan musste in Kindertagen mit ansehen, wie der boshafte Stiefvater Aggressionen an der Mutter ausgelassen hat. Die Folge: ein Ödipussreflex. Klingt hanebüchen – ist es auch. Aber von Horrorfilmen erwartet man keine intellektuelle Unterhaltung.
 
 
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Fakt ist, dass BLOODLINE trotz oberflächlicher Erklärungen ein ganz passabler Thriller ist, der einen Vertrauenslehrer zum ultimativen Rächer gepeinigter Schüler umfunktioniert und dabei überraschend spannend bleibt. Der Zuschauer wird begleitend vom aggressiven Score von Mord zu Mord getrieben. Die Stimmung bleibt kühl und düster. Damit schwimmt der durchgestylte Serienkiller-Thriller auf der aktuell beliebten Selbstjustiz-Welle, die sich seit JOHN WICK, EQUALIZER und dem Remake zu DEATH WISH in Genre-Kreisen wieder großer Beliebtheit erfreut. Es wird gerächt und gemordet, als gebe es keinen Morgen mehr. Ein paar unerwartete Wendungen gibt es inklusive. So werden all jene gut bedient, die eine Leidenschaft für diese Art von Filmen besitzen. Dass BLOODLINE als Hollywood-Produktion in Sachen Ästhetik eine hervorragende Figur macht, dürfte den Streifen in die Karten spielen. Kann man schauen.
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Böser, konsequenter und eiskalter Serienkiller-Thriller mit ordentlichem Härtegrad aus dem Hause Blumhouse. BLOODLINE ist keine ernstzunehmende Charakterstudie eines Serienmörders, der unentdeckt mordet. Gezeigtes strotzt vor Horror-Klischees und erinnert oft an die TV-Serie DEXTER. Was aber ganz gut gefällt, sind Look und die Wandelbarkeit von Darsteller SEANN WILLIAM SCOTT. Der verkörpert hier einen ruhigen und in sich gekehrten Killer und distanziert sich so von seinem Blödel-Image. Statt Späße unter der Gürtellinie und Idioten-Humor überzeugt der AMERICAN PIE-Star mit permanenter Ernsthaftigkeit. Etwas, das dem Schauspieler sehr gut steht. Dieser sollte sich öfters in derartigen Rollen zeigen.
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Zensur

 
 
 
Schenkt man dem Label NAMELESS MEDIA Glauben, soll BLOODLINE anfänglich große Probleme mit einer FSK-Freigabe gehabt haben und erhielt keine Freigabe. Die Begründung: „Von Jugendschutzrelevanz sind die zahlreichen kaltblütigen, expliziten Tötungen von Evans wehrlosen Opfern“. Darum wurde der Streifen vor der regulären deutschen Kaufhausfassung mit SPIO/JK-Kennzeichnung im Mediabook von NAMELESS MEDIA veröffentlicht. Offenbar hatte aber die FSK letztendlich doch Gnade und erteilte dem Streifen in ungeschnittener Form überraschend eine FSK-Freigabe mit rotem Freigabe-Flatschen. Das verwundert aufgrund der Härte, hat aber zur Folge, dass BLOODLINE nun vom eigentlichen Lizenzinhaber LIGHTHOUSE HOME ENTERTAINMENT als KeepCase und im limitierten Steelbook ungeschnitten in die Kaufhäuser gebracht werden kann. Horrorfilmfans wird das freuen.
 
 
 


 
 
 

BLOODLINE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray im limitierten Steelbook)

(c) Nameless Media (Blu-ray + DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bloodline; USA 2018

Genre: Horror | Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: Mediabooks: Spio/Jk-geprüft (ungeschnittene Fassung) | Keepcase / Steelbook: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase im Wendecover + Steelbook + Mediabook

Extras: Trailer, Trailershow | zusätzlich im Mediabook: Booklet und Hauptfilm auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 16.10.2020 | Keepcase: 26.02.2021 | Steelbook: 23.04.2021

 

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Bloodline [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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BLOODLINE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von Lighthouse Home Entertainment / Nameless Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Maniac (1980)
 
Dahmer (2002)
 
Alexandre Ajas Maniac (2012)
 
Scars of Xavier (2017)
 
Simon Killer (2012)
 

Filmkritik: „Zehn Stunden Zeit für Virgil Tibbs“ (1970)

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ZEHN STUNDEN ZEIT FÜR VIRGIL TIBBS

(THEY CALL ME MISTER TIBBS!)

Story

 
 
 
Detective Virgil Tibbs ermittelt in San Francisco im Fall einer ermordeten Prostituierten. Im Kreis der Verdächtigen finden sich ein unsauberer Hausbesitzer mit Verbindungen ins Rotlichtmilieu und ein exaltierter Straßenprediger, der sich als zeitgemäßer Vermittler zwischen den Rassen und sozialen Schichten inszeniert. Nachdem die Spur fälschlicherweise zum Hausmeister der Wohnung des Opfers führt, muss Tibbs umdenken.

 
 
 


 
 
 

ZEHN STUNDEN ZEIT FÜR VIRGIL TIBBS – Kritik

 
 
Geiler Seventies-Thriller mit einer knackigen Besetzung. Sidney Poitier ist das am härtesten gekochte Ei am Platz, der immer kurz vorm Überschnappen stehende Martin Landau stiehlt ihm als Mann Gottes fast die Show und mit den Baddies Ed Asner und Anthony Zerbe, rappelt auch die Nebenrollencrew im Karton. ZEHN STUNDEN ZEIT FÜR VIRGIL TIBBS ist die zweite von drei Verfilmungen der an die zehn Bücher über den schwarzen Polizisten des Titels. Verspätet, in den Achtzigern, erscheint – fast wie ein kleines Revival – noch eine Fernsehserie. Auf Sidney Poitier in der Hauptrolle muss hierbei aber, zu Gunsten von Howard Rollins, verzichtet werden. Dafür spielt Rod Steiger erneut seine Oscar-Rolle aus dem Original. Im Gegensatz zu IN DER HITZE DER NACHT, diesem legendären und vielfach mit Preisen prämierten Vorläufer, ermittelt Virgil Tibbs diesmal nicht im schwer rassistischen Backwoods-Setting des Bundestaates Mississippi. Er ist Detective bei der Polizei von San Francisco, was sich auch in der Filmmusik aus der Feder des großen afroamerikanischen Produzenten Quincy Jones widerspiegelt. Statt mit ländlichen, von heimeligem Countryklang beeinflussten Stücken wird die Action diesmal von rhythmischen Funk-Sounds, die besser zum urbanen Background der nordkalifornischen Metropole passen, unterstrichen.
 
 
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Aber nicht nur musikalisch und vom städtischen Handlungsort her wird einem ganz besonderen, beliebten Genre der Steigbügel gehalten: Blaxploitation, also das dezidiert schwarze Action- und Kriminalkino, das in den Siebzigern das große Ding in den Filmtheatern der Vereinigten Staaten wird, ist ohne eine emanzipierte Heldenfigur wie Sidney Poitiers hartgesottenem Bullen Virgil Tibbs kaum denkbar. Die Ursprünge von SHAFT, SUPERFLY und vielen anderen der von Kultstars wie Fred Williamson oder Jim Brown verkörperten Leinwandmachos liegen deutlich hier.
 
 
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Dazu passt auch hervorragend der Originaltitel des Films. Auf Englisch heißt er nämlich THEY CALL ME MISTER TIBBS. Der Satz ist die Antwort, die im ersten Teil der Redneck-Sheriff kassiert, nachdem er den schwarzen Kollegen herablassend fragt, wie ihn die Kollegen im Norden denn anreden. Ein solches Selbstbewusstsein gegenüber Weißen im noch nicht lange von der Segregation befreiten US-Süden ist 1967 ein absolutes Novum in der Popkultur und zeigt den noch immer menschenverachtend miserabel behandelten Schwarzen ihre gesetzlich zugesicherte, in der Realität allerdings längst nicht verankerte Gleichberechtigung auf. Heute, in Zeiten, die eine „Black Lives Matter“-Bewegung notwendig machen, könnte man denken, das Elend ist bis heute noch nicht ausgerottet. Da helfen auch acht Jahre unter der Regierung Obama nur oberflächlich. Vielleicht wird’s ja 2021 besser. Falls Führer Trump nicht noch zum atomaren Knopf langt.
 
 
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ZEHN STUNDEN ZEIT FÜR VIRGIL TIBBS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Sehr schön. Wo IN DER HITZE DER NACHT anno 1967 noch eine Krimihandlung mit dem Hinweis zur Selbsthilfe fürs afroamerikanische Publikum verbindet, weiß Virgil Tibbs in der Fortsetzung vier Jahre später schon genau, was er zu melden hat und haupt dem Gesocks der Großstadt den Arsch voll. ZEHN STUNDEN ZEIT FÜR MISTER TIBBS ist ein unterhaltsamer Blaxploitation-Vorläufer mit funky Soundtrack und für Fans sicher kein Fehlkauf.
 
 


 
 
 

ZEHN STUNDEN ZEIT FÜR VIRGIL TIBBS – Zensur

 
 
 
ZEHN STUNDEN ZEIT FÜR VIRGIL TIBBS wurde 1970 ungeschnitten in den deutschen Kinos aufgeführt und lief anschließend regelmäßig ungeschnitten im Free-TV. Leider blieb dem Streifen in Deutschland eine VHS-Veröffentlichung verwehrt. Erst 2003 entschloss sich Anbieter MGM zu einer DVD-Veröffentlichung des Sequels. Dank WICKED VISION erfolgt nun eine weitere Heimkinoveröffentlichung – und zwar direkt auf Blu-ray. Die darauf enthaltende Filmfassung ist ebenso komplett und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

ZEHN STUNDEN ZEIT FÜR VIRGIL TIBBS – Blu-ray

 
 
 
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(c) Wicked-Vision (KeepCase Blu-ray – auf 1.500 Exemplare limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: They Call Me Mister Tibbs!; USA 1970

Genre: Mystery, Drama, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 109 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Scanavo-Box

Extras: Europäische HD-Premiere, 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Thorsten Hanisch, Exklusiv: Audiokommentar mit Dr. Gerd Naumann und Christopher Klaese, Exklusiv: Featurette: „Von Mr. Tibbs zu John Shaft: Neue Stars und Perspektiven“, Originaltrailer, Bildergalerie, DVD mit dem Hauptfilm

Release-Termin: Scanavo-Box: 18.12.2020

 

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ZEHN STUNDEN ZEIT FÜR VIRGIL TIBBS – Trailer

 
 



 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei Wicked-Vision

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Foxy Brown (1974)
 
In der Hitze der Nacht (1967)
 
Die Organisation (1971)
 
Ein Mann sieht rot (1974)
 
Dirty Harry (1971)
 

Filmkritik: „Asylum – Irre-phantastische Horror-Geschichten“ (2020)

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ASYLUM – IRRE-PHANTASTISCHE HORROR-GESCHICHTEN

(ASYLUM: TWISTED HORROR AND FANTASY TALES)

Story

 
 
 
Ein alternder, von seiner Frau verlassener Stand-Up-Comedian assoziiert sich durch Genre-Kurzfilme mit Bruchstücken seiner düsteren Vergangenheit.

 
 
 


 
 
 

ASYLUM – Kritik

 
 
Die Liste internationaler Indie-Horroranthologien ist endlos und nur für abenteuerlustige Genrefans in Gänze zu empfehlen, um einen argentinisch-neuseeländischen, so glaube ich, Titel erweitert wird sie durch den vorliegenden Streifen. Produzent und Creative Director Nicolás Onetti, den man schon durch den ideenlosen, aber recht harten Backwood-Slasher „What the Waters Left Behind“ oder den scheinbaren Neogiallo „Abrakadabra“ kennen dürfte, hat hierfür ganze zehn Regisseure zusammengetrommelt, die allesamt entweder einen bereits existenten Kurzfilm beigesteuert, oder einen neuen Beitrag gedreht haben. Was genau der Fall ist, war mir aufgrund fehlender Blu-ray-Extras oder imdb-Einträge leider nicht ersichtlich.
 
 
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Wie dem auch sei: Zu verzerrten, dröhnenden E-Gitarren präsentiert Nicolas Ornetti Opening Credits und hochaufgelöste Nahaufnahmen eines rauchenden, sich auf seinen Auftritt vorbereitenden Clowns. Er betritt die Bühne und erzählt sardonisch von seiner traurigen Geschichte, seiner Ex-Frau und seinen Depressionen.
 
Nach diesen ordentlich gespielten und geschriebenen, wenn auch tonal verwirrenden ersten fünf Minuten startet der erste Kurzfilm, „The Cleansing Hour“. Dieser sehr gelungene Exorzistenhorror mit Twist ist zwar bereits einige Jahre alt und zahlreichen Usern durch das Internet bekannt – doch weniger effektiv macht das die Episode keinesfalls. Mir waren der bissige Dialog, der wunderbar gespielte Fake-Pastor, das erfrischend locker und knackig präsentierte Konzept noch neu. Auch wenn der Zusammenhang zum Anthologie-Intro mit dem Clown nicht klar wird, die Effekte am Ende des Shorts ziemlich peinlich aussehen und der letzte Twist vorhersehbar ist, so gehören diese knapp 20 Minuten definitiv mit zu den besten dieser Anthologie: Noch 8(-)/10.
 
Übrigens ist „The Cleansing Hour“ ein Kurzfilm aus dem später ein Langfilm wurde. Der Streifen lief lange vor Auswertung in dieser Kurzgeschichtensammlung auf Genre-Festivals und kam dort ziemlich gut an. Für Regisseur Damien LeVeck Grund genug, das Exorzismus-Spektakel ein weiteres Mal als Langfilm mit mehr Budget zu adaptieren. Das Ergebnis: „Exorzismus 2.0“, der vor einiger Zeit auch in Deutschland veröffentlicht wurde.
 
 
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Ein bestenfalls mittelmäßiges Bühnenintro mit einer halbnackten, an einen Stuhl gefesselten Frau und vagen Andeutungen später spielt „Asylum – Irre-phantastische Horror-Geschichten“ dann seine Wildcard aus, denn der folgende Zehnminüter, „Drudge“, ist je nach Gusto genial oder absolut dämlich.
 
Ein Mann flext sich zuhause eine metallene Maske und befestigt eine Klinge an seinem Handgelenk, mit epischer Musik und lauten Trommeln im Hintergrund. Eine junge Frau wird von einer Gestalt am Fenster verängstigt und ruft ihre Freundin an. Das Colourgrading ist hässlich und lieblos, die Einstellungen selber aber durchaus ansprechend. Pseudo-Jumpscare, der unfassbar unsympathische Jerk-Boyfriend erscheint und darf miesen Dialog sprechen. ABER DANN kommt der Maskenmann vom Beginn zurück und was folgt, ohne Erklärung, ohne Pointe, mit schwachem CGI, ist so rabiat, kurz, sinnlos und brachial, dass ich es absolut gefeiert habe. 7.5/10
 
 
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Zurück beim, inzwischen hat man es erfasst, in verschiedene Kostüme und grob an die Kurzfilme angepasste Rollen schlüpfenden Moderator für weitere Erinnerungen über die Ex-Freundin, dann geht es weiter mit dem absoluten Tiefpunkt der Sammlung, dem Zombiefilm.
 
Zombies hat vermutlich jeder Horrorfan irgendwann lieben und dann wieder hassen gelernt: Atmosphärische, alte, handgemachte Produktionen lege ich dann und wann immer noch gerne ein, doch die endlose Reihe billiger Non-Produktionen der letzten 25 Jahre hat einer ehemaligen Schreckensgestalt längst jeden Terror genommen und egal ob als Comedy, Drama, Romanze, Schwulenporno, Actionfilm, Thriller, Musical oder Kunstfilm, jedes Genre wurde bereits mehrfach in jeder Länge beackert und mit Zombies durchexzerziert bis zur absoluten Übermüdung. „A Father’s Day“ versucht sich scheinbar an einer leicht dramatischen Rom-Com im postapokalyptischen Zombieszenario, kann aber trotz deftiger Goreeffekte seinen billigen Look nicht verstecken, trotz dauerhaft pseudosentimentaler Streicher im Soundtrack auch seine Ideenlosigkeit nicht. Schlechte Computereffekte, klischeehafte Geigen, eine zu niedrig aufgelöste, letzte Sequenz – immerhin ist dieser belanglose, französische Unfall von einem Beitrag nur 8 Minuten kurz. 3(-)/10
 
 
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Das nächste Zwischenspiel spielt zu Beginn in einer Scheune mit Scheinwerfern und blauem Licht und begnügt sich scheinbar damit, einfach nur eine Zombie- Fressanspielung zu machen – doch dann folgt ein recht abgefuckter Monolog mit beunruhigender Stimmung die wirkt wie die verrückten Reden eines verbitterten Typen mitten im Nichts und siehe da, nach 43 Minuten, also etwa dem ersten Drittel des gesamten Werks, hat „Asylum“ sogar in den bisher nur halb geglückten Interludes meine Aufmerksamkeit.
 
Weiter geht es mit dem argentinischen Beitrag „RIP“, der mit warmen Farben und gemütlicher Wohnzimmer-Stimmung einlullt, bevor sich durch den neugierig machenden Dialog langsam aber sicher Surrealismus und wachsende Verlaufsspannung einstellt. Diese äußerst makabere und schwarzhumorige, wirklich witzige Episode wird zwar leider vom Menü gespoilt, verwandelt sich aber trotztdem auf höchst amüsante und stellenweise immer noch überraschende Weise in eine echte Schlammschlacht, die zwar nie sonderlich explizit ausfällt, aber doch als originell, böse und blutig im Gedächtnis bleibt. Eine witzige, wenn auch in letzter Konsequenz etwas unpointierte Viertelstunde. 7/10
 
 
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Die nächste Überleitung hat man sich quasi ganz gespart, hier ist lediglich ein minimalistisches Set ohne Dialog zu sehen, dann wird man auch schon in die Perspektive eines Patienten geworfen, der in einem spanischen Krankenhaus spanisch in die Notaufnahme gerollt wird. Nach wenigen wirren Sekunden ändert sich das Setting schlagartig zu einer leeren, weiten Landschaft und mit, für das vermutlich überschaubare Budget, sehr überzeugenden Effekten fallen zahlreiche Objekte und Menschen, Krankenhausutensilien sowie ganze Familien, scheinbar aus offenem Himmel in den Shot. Einige Details sorgen für Lacher durch visuelle Comedy, danach offenbart sich schnell der eigentliche Punkt des Shorts: Wir befinden uns vor Trumps Mauer zwischen Mexiko und den USA, die protestierenden Menschen wurden gerade wortwörtlich herausgeworfen. Doch es kommt noch schlimmer, etwas kommt aus Amerika auf die hilflosen Leute zu… Eine kurze und amüsante Polit-Satire mit dem Holzhammer, die weiß ab wann es anstrengend oder zu beliebig werden würde und ein paar nette Ideen hat – 7/10.
 
 
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Eine langsame Mariachi-Einlage in hübschen Bildern leitet eine Ansprache des wandlungsfähigen Moderators ein. Darüber, dass er nur so unglücklich geworden ist, weil er es seinem Vater beweisen bzw. heimzahlen wollte und darüber, dass die Halbzeit erlangt ist. Mein Highlight dieser knappen zwei Stunden lässt sich nun folgend im Animationsbereich finden, da „The Death, Dad and Son“ eine herzerwärmende und stilistisch deutlich von Tim Burton beeinflusste Stop-Motion- Animation ist, die das Nutzen von Film Noir-Vibes ebenso meistert wie visuelle Comedy, nonverbales Charakterisieren oder allgemein ästhetische Einstellungen. Die Animationen begeistern, die Schlusspointe passt perfekt zum verfolgten Stil, der schwarze Humor sitzt. 8.5/10 für diese ideal gepaceten 11 Minuten und „schon“ fehlen nur noch drei Geschichten.
 
 
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Die Zwischenstücke, die bereits düster geworden und ins Manische abgedriftet sind, steuern natürlich auch auf ihren Höhepunkt zu: Zwar kann man schwerlich von einer eigenen Story oder funktionierend aufgebauten Dramaturgie sprechen, für sich allerdings funktionieren mit der Zeit mehr und mehr der Einspieler – so geht es nun vier Minuten lang in einem Bauchredner-Skit in die Vollen, in dem mit männlicher Zerbrechlichkeit und Paranoia gearbeitet wird, mit Alarmsirenen und somit einem perfekten Übergang zur nächsten Episode.
 
Denn in „Entity“ wird, bis auf den Kopf der Hauptdarstellerin wohl komplett mit CGI animiert, die seit Gravity fast schon übliche Geschichte einer Astronautin in misslicher Lage erzählt, die nach einem Unfall alleine im Weltall verloren ist. Die Effekte sind dabei leider allenfalls durchschnittlich und deutlich als solche zu erkennen, doch da die Episode fortan nicht auf Länge und Realismus setzt, sondern auf kurzes Eye-Candy mit bunten Lichtern, einer prägenden letzten Einstellung und pompösen Sounddesign, geht das in Ordnung. Kein Meisterwerk, aber zehn Minuten sehr hübsche Videospiel-Cutscene, die auf Leinwand definitiv zu wirken weiß. 7.5(+)/10
 
 
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Die erste der letzten vier Sequenzen des Films ist nun die wohl gelungenste Zwischensequenz der ganzen Chose, da in bester Aphex-Twin-Manier und mit bunten Lichtern sowie Störgeräuschen endgültig geistiger Zerfall inszeniert wird, bevor die letzte meiner Lieblingsepisoden folgt: „Bloodbath“ ist garstig, böse, konsequent, mit fünf Minuten perfekt lang für das Script und sieht profesionell aus – eine humorlose und nüchtern-realistisch erzählte Situation, mehr braucht es manchmal nicht, 8/10.
 
 
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Ein letztes Mal zurück zu unserem gematerten Präsentator und abseits seiner lächerlichen Mimik wird ein „nettes“, wenn auch unspektakuläres Finale seiner Rahmengeschichte geliefert, die letzte, neunte Episode des Films heißt dann „The Last Show“ und übt sich leider Gottes in reiner Nerverei: Überblende nach Überblende, Wackelkamera und zu schnelle Schnitte, anstrengend unpassende Alternative Rock/Metal-Musik. Hier wollte jemand unbedingt einen auf Rob Zombie machen und dachte „Mehr ist mehr“, aber noch so viele Bildverschmutzungen und aufgesetzte Retro-Looks können nicht über fehlendes Talent hinwegtäuschen, nicht darüber dass einfach nur brutal und eklig und sadistisch sein, ohne gute Effekte oder auch nur annährend ansprechende Bildsprache, nicht annährend genug ist. Weil es nur vier Minuten waren, das Ende nett und ein einzelner Kill spaßig konzipiert wurde noch knappe 4/10, aber hiermit hat sich niemand einen Gefallen getan.
 
 
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Und das war es dann also, nach gerade einmal 103 statt 117 Minuten „schon“, denn der Rest ist Abspann. Was bleibt zu sagen? „Asylum“ hat eine der unüblichsten und unnachvollziehbarsten Entscheidungen für eine Rahmenhandlung bzw. -moderation, die ich bisher gesehen habe und auch wenn die Performance größtenteils zu gefallen weiß, so hätte man sich einige der Passagen ganz sparen, andere verlängern oder gehaltvoller schreiben können. Der Rest ist relativ wild und unzusammenhängend international zusammengeklaut und kann schwerlich in Verbindung zum jeweils letzten Segment gebracht werden, weiß dafür aber auch fast durchgängig zu unterhalten, oder zumindest überraschen. Der altbekannte Horrorkurzfilm „The Cleansing Hour“ konnte punkten, bei der liebevollen Stop-Motion-Animation „The Death, Dad and Son“ ist mir das Herz aufgegangen, „Entity“ war ein bildgewaltiger Weltraum-Trip und „Bloodbath“ zeigt, wie man mit einem Set und einer netten Idee einen auf den Punkt gegarten, garstigen Fünfminüter erstellt – doch der Rest der Filme reicht entweder nur für ein vergnügtes Schmunzeln beim einmaligen Sehen, – „Drudge“, „RIP“ und „Mamon“ sind alle keine Meisterwerke, aber machen noch Spaß – oder aber es handelt sich um einen der beiden echten Rohrkrepierer, auch wenn diese zusammen keine Viertelstunde ausmachen.
 
 
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ASYLUM – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Etwas über 100 Minuten für neun Episoden und eine Rahmenhandlung sind weise gewählt. Durch die Reihenfolge der Stories ist das Pacing trotzdem teils etwas zu behäbig, zum Ende hin dann merkwürdig rasant. Ein echter Hit, gruseliger Horror, durchgängig überzeugender Film oder auch nur mit ein mit einem Geniestreich versehender Streifen ist „Asylum – Irre-phantastische Horror-Geschichten“ also schlußendlich nicht geworden. Doch genug Originalität, Kurzweil, Abwechslung und Blut für aufgeschlossene Genrefans und Fans internationaler Anthologien ist trotzdem zu finden. Rein mathematisch wären es in etwa 6,7, runden wir also doch auf knappe 7/10 auf.
 
 


 
 
 

ASYLUM – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Asylum – Irre-Phantastische Horror-Geschichten“ ist ungeschnitten und besitzt den roten FSK-Flatschen. Horrorfans und Sammler können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

ASYLUM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray Mediabook Cover A)

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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray Mediabook Cover B)

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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray Mediabook Cover C)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Asylum: Twisted Horror and Fantasy Tales; Argentinien | Neuseeland 2020

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1., Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 118 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Trailer, Trailershow | zusätzlich im Mediabook: Poster, Booklet + Hauptfilm auf DVD

Release-Termin: Mediabook 27.11.2020

 

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Asylum – Irre-phantastische Horror-Geschichten [Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Asylum – Irre-phantastische Horror-Geschichten [Mediabook – Cover C] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

ASYLUM – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei PIERROT LE FOU)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
A Night of Horror: Nightmare Radio (2019)
 
México Bárbaro 2 – In Blut geschrieben (2017)
 
Stories Of The Dead – Die Farm (2019)
 
Monsterland (2016)
 
Southbound (2015)
 
The Theatre Bizarre (2011)
 

Filmkritik: „Skinner …lebend gehäutet“ (1991)

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SKINNER … LEBEND GEHÄUTET

(POPCORN)

Story

 
 
 
Ein Gesichter wechselnder Killer lässt auf unübliche Weise die Besucher eines William Castle-Marathons über die Klinge springen.

 
 
 


 
 
 

SKINNER – Kritik

 
 
Sphärisch spukende Klänge addieren sich mit beunruhigendem Uhrenticken und eingelegten Gesichtern zu verzerrt surrealen Schreckensbildern, als eine junge Frau, Maggie, wiederholt von Explosionen, dem Tod und einem mysteriösen Mann träumt. Eine Szene später, zum schmissigen Soundtrack, geht’s dann zu Pony und wahnsinnige Hemden tragenden Kommilitonen aus dem Film Department der University of California, die an einem Horrorfilm-Allnighterprogramm arbeiten, in dem den William Castle-Gimmickstreifen, 50er-Jahre Monsterfilmen und allgemein älterer B-Moviekost Tribut gezahlt werden soll. Die Studentengruppe ist dabei realistisch eingefangen, charismatisch gespielt und erlaubt es dem Zuschauer bestens, sich mit den Charakteren zusammen auf das Event zu freuen und Identifikationspotential zu finden.
 
 
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„Dr. M’s movie memorabilia shop“ stellt die nächste Station der Exposition dar und liefert sehr spaßiges Schauspiel von Ray Walston, einen groovigen Reggae-Soundtrack, weitere waghalsige Hemden sowie geschickt und unterhaltsam montierte Vorbereitungsimpressionen später ist nach gerade einmal 13 Minuten Film bereits alles soweit eingerichtet und das Event kurz davor, gestartet zu werden. Der Fund einer scheinbaren Horror-Filmrolle samt blutiger 60s acid-Massenmord-Vorgeschichte triggert Maggies Trauma, scheinbar hat ein gewisser Lennard Gates damals live vor den Zuschauern seine Familie ermordet und dann das Kino niedergebrannt…
 
 
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Mit dieser Vorgeschichte, einem Haufen absolut liebevoll, kreativ, originalgetreu und witzig inszenierter Fake-Horrorfilme aus den früheren Jahrzehnten, Meta-Spielereien, Slasher-Whodunnit-Einschlag und ziemlich einzigartigen Morden versehen, rotiert „Popcorn“ ziemlich schnell einen ganzen Haufen voll Teller, übernimmt sich dabei aber nie. Rätsel- sowie Verlaufsspannung kommen gleichermaßen auf und dank Nebelschwaden, Synthesizern und eines nachvollziehbaren Settings auch stellenweise leicht gruselige Atmosphäre, in erster Linie bleibt dieser Titel aber hängen, weil er einfach eine gute Stunde lang einfach nur Spaß macht. Für Retrohorrorfans gibt es zahlreiche Referenzen, Anspielungen, Zitate und Merchandise-Produkte zu entdecken, Giallo-Fans dürften an den Spielen mit Licht & Schatten, den Silhouetten und Puppen und dem Whodunnit ihren Spaß haben und wenn Tarantino in einem seiner Interviews über Jackie Brown vorschlägt, den Film einfach zum Chillen zu Gucken wenn man keine Freunde da hat, aber was Trinken und Viben will, dann kann ich „Popcorn“ in dem Sinne absolut empfehlen wenn man Lust auf ein Filmfestival, auf eine Nerd-Orgie von Fans für Fans, auf eine gesellige Filmguckrunde hat: Denn anstrengend intelektuell werden die Reflektionen über Zuschauer und die vierte Wand nie, was bietet sich also besser an als sich ohne falschen Scham mit in die Reihen zu drängen die aus johlenden, gackernden, trinkenden, singenden, kostümierten Fans besteht und sich das Horrorspecial zur reinen Belustigung anschaut, ohne sich dem umgebenden Grauen gewahr zu sein.
 
 
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Es gibt einen Pseudo-Jumpscare der tatsächlich witzig ist, einen funktionierenden Running Gag, einige Minuten Reggae-Konzert mit gut abgemischten Tracks und Partystimmung pur, irrwirtzige Szenen im handgemachten Mosquito-Horror-Film-im-Film und inmitten dieser charmanten Liebeserklärung wird dann noch ein mysteriöser, sein Gesicht regelmäßig wechselnder oder gut handgetrickst abziehender Killer aktiv, der, bei allem Humor, ziemlich erbarmungslos vorgeht. Nach etwa 50 der 90 Minuten Laufzeit bemerken auch die Protagonisten, dass etwas im Kino nicht mit rechten Dingen zugeht und nach dem Stromausfall macht die Reggaebang wieder Party, dazu kommen die psychdelischen Traumsequenzen zurück und eine dicke, twistende Offenbarung wird entdeckt – was für ein absolut feierbares Midnight-Movie doch!
 
 
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Eine Kick-Ass Szene mit starken Frauen in der Kinolobby, ein Horror-Insert mit gruseligem Gesicht und ein fieser Kill bestätigen diesen, überwältigend positiven Eindruck des Films noch, doch in den letzten 20 Minuten geht dieser rabiaten, mit Fanservice gespickten Horror- und Kino-Hommage mit spielfreudigem Cast und schierer Kurzweil als Hauptattraktion dann leider doch etwas die Luft aus: Der Killer kriegt zu lange, zu peinliche, zu entmystifizierende Szenen mit kindischem Overacting und macht sich lächerlich, die schlechten Wortwitze zu den jeweiligen Kills haben es zwar schon angedeutet, nie aber war es bisher so drüber. Das Finale ist konstruiert bis zum geht nicht mehr und passt somit bestens in die Kino/Filmset-Kulisse, doch nach so kreativen und teils überraschenden 80 Minuten hätte ich schon etwas Wilderes erwartet als das zu standartisierte, wenig selbstreferenzielle Happy End, in dem selbst der gute alte „Gürtel als Seilbahn nutzen“-Trick nicht fehlen darf. Für diese leichten Ausbremser und Probleme im letzten Akt gibt es Punktabzug – trotzdem noch ein höchst unterhaltsamer Horrorspaß und Genremix, der als Filmfan nur zu empfehlen ist.

 
 


 
 
 

SKINNER – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Das Regiedebüt des Porky’s-Darstellers Mark Herrier ist überraschend amitioniert, aufwendig produziert, witzig, gut getrickst, voller Referenzen an eine vergessene Kino-Ära und höchst kurzweilig – eine leicht blutige, leicht witzige, dauerhaft kreative Kinobesuch-Simulator-Wundertüte zum Rudelgucken, die aber auch gut genug ist um alleine genossen werden zu können.
 
 


 
 
 

SKINNER – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Skinner …lebend gehäutet“ kam ungekürzt auf Videokassette heraus, landete aber 1992 auf dem Index. Erst Ende 2016 wurde der Film von dort gestrichen. Nun wurde der Film neu geprüft und erhielt in ungeschnittener Form eine Freigabe ab 18 Jahren. Alle Blu-ray-Veröffentlichungen sind ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

SKINNER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) CMV Laservision (Blu-ray KeepCase – Erstauflage)

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(c) CMV Laservision (Blu-ray KeepCase – Zweitauflage)

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(c) CMV Laservision (Blu-ray Mediabook Cover A)

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(c) CMV Laservision (Blu-ray Mediabook Cover B)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Popcorn; USA 1991

Genre: Horror, Thriller, Komödie

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabooks

Extras: Original Trailer und TV-Spots, Umfangreiche Bildergalerie, Programmtrailer | zusätzlich im Mediabook: Booklet + Hauptfilm auf DVD

Release-Termin: Mediabook 24.11.2017 + 08.12.2017 | KeepCase Erstauflage:
24.11.2017 | KeepCase Zweitauflage: 30.10.2020

 

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SKINNER – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei CMV Laservision)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Behind the Mask (2006)
 
Im Augenblick der Angst (1987)
 
Freddy’s New Nightmare (1994)
 
Reise zurück in der Zeit (1988)
 
Dämonen 2 (1985)
 

Filmkritik: „Malasaña 32 – Haus des Bösen“ (2020)

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MALASAÑA 32 – HAUS DES BÖSEN

(32 MALASANA STREET | MALASAÑA 32)

Story

 
 
 

Madrid im Jahre 1976: Eine sechsköpfige Familie zieht in eine neue Wohnung, die lange leer stand. Es dauert nicht lange, bis klar ist, warum das der Fall war, denn etwas Böses hat sich hier einquartiert und terrorisiert die Familie.

 
 
 


 
 
 

MALASAÑA 32 – Kritik

 
 
 
James Wan hat mit seinen beiden Reihen „Insidious“ und „The Conjuring“ den Geisterhorror wieder richtig salonfähig gemacht. Seitdem schaffen es wieder viele solcher Filme auf die große Leinwand und Studios sind scheinbar weiterhin bereit, etwas mehr Geld in solche Produktionen zu stecken. Mit „Malasana 32“ gibt es nun ein spanisches Exemplar zu sehen, welches zwar keineswegs originell daherkommt, seine Zutaten aber ordentlich bedient.
 
 
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Manolo zieht zusammen mit seiner Frau Candela, ihren drei Kindern und dem Großvater vom Dorf in die Großstadt. Mitten im Jahr 1976, unter der Franco-Diktatur, hofft die Familie hier auf ein besseres Leben. Ihr neues Apartment, für welches man extra eine Hypothek aufnehmen musste, bietet mehr Luxus, als die Familie gewohnt ist und man konnte damit scheinbar ein großes Schnäppchen machen, welches allerdings nicht von ungefähr kommt. Jahrelang stand die Wohnung leer, denn hier haben sich einst schreckliche Dinge abgespielt und es dauert auch nicht lange, da machen ein paar Familienmitglieder bedrohliche Sichtungen. Storytechnisch lockt man mit einem solchen Szenario 2020 wohl sicher niemanden mehr hinterm Ofen hervor, aber wer sich im Spukgenre wohlfühlt, erwartet sowieso mehr eine gute Umsetzung, als eine innovative Story. Trotzdem kann man sagen, dass „Malasana 32“ mit seiner Mischung aus „Insidious“, „The Conjuring“ und „Poltergeist“ nicht so ausgelutscht erscheint, wie man vermuten könnte. Hinterher bekommt die Prämisse durchaus noch etwas Hintergrund, welcher zwar nicht mit „Aha“ und „Wow“ Effekten überrascht, dafür aber eine passende Geschichte erzählt, bei der dann auch die Zeit, in der sich das abspielt, nicht ganz so unwichtig erscheint. Von daher kann man dem Drehbuch keine großen Vorwürfe machen.
 
 
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Es gab in den letzten Jahren dermaßen viele solcher Filme, dass es für einen Regisseur bestimmt nicht mehr so leicht ist, noch mit einer eigenständigen Inszenierung zu dienen. Für Albert Pintó stellt „Malasana 32“ erst der zweite Langfilm dar und er bedient hier eigentlich nur die bekannten Klischees, macht das aber in einer souveränen Art und Weise, dass man damit doch sehr zufrieden sein kann. Türen und Fenster öffnen sich mal wieder von alleine, unheimliche Geräusche sind zu vernehmen und gruselige Gestalten zu sehen. So wenig originell das wirken mag, es wurde sehr stilsicher umgesetzt und besitzt ein paar ungemein spannende Szenen. Wobei der Schauplatz schon etwas eigenständiger wirkt. Meistens sind es Spukhäuser, hier nur eine Spuk-Wohnung, aber der Unterschied ist am Ende nicht besonders groß. Das Spiel mit gewissen Kameraeinstellungen ist auf jeden Fall gelungen und zum Ende hin wird der Horror immer lauter. Wer es gerne etwas subtiler hat, wird leider kaum bedient, denn von Anfang an gibt es eher Jumpscares, als richtige Schockeffekte. Trotzdem sind einige davon wirklich gut gemacht, die Soundkulisse allgemein ist stark und die visuelle Umsetzung des Geistes sieht richtig gut aus.
 
 
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Hier und da haben sich ein paar Längen eingeschlichen, weil oftmals jede Szene erneut seine Stimmung aufbauen muss und der Fluss deshalb immer wieder unterbrochen wird. Erst im Finale, welches gekonnt auf zwei Schauplätze aufgeteilt wurde, ändert sich dies. Dass das manchmal etwas an Spannung vermissen lässt, liegt sicher auch an den etwas mageren Figuren. Zwar ist die Familie nicht unsympathisch, aber sie erhalten leider keinen richtigen Hintergrund. Da werden zwar Andeutungen gemacht, doch insgesamt bleibt das etwas zu belanglos. Zum Glück sind die Darsteller aber allesamt brauchbar und die deutsche Synchronisation ist ebenfalls hochwertig ausgefallen. So wie eigentlich die gesamte handwerkliche Arbeit. Die Schauplätze sind zwar begrenzt, machen jedoch genügend her und teilweise gibt es auch einige Effekte zu sehen. Nur wenn man den Faden am Schaukelstuhl als Zuschauer schon erkennen kann, ist das ein Fehler, den man hätte vermeiden können.
 
 
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MALASAÑA 32 – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
„Malasana 32“ kann nicht mit dem Gruselterror eines „The Conjuring“ dienen und ist auch nicht so fantasiereich wie „Poltergeist“, macht aber dennoch Spaß. Der Horror setzt mehr auf laute Jumpscares, doch die Atmosphäre besitzt durchaus ihre Bedrohlichkeit. Die Story gewinnt hinterher noch an Tiefe, nur die Charaktere tun dies leider kaum. An der handwerklich soliden Arbeit ändert das nichts und ein paar Szenen sind auf jeden Fall einprägsam genug, um nicht sofort wieder aus den Gedanken zu verschwinden. Zusätzlich agieren die Darsteller passend und die 105 Minuten Laufzeit vergehen im Endeffekt zügig. Wer also vom Haunted-House-Thema nicht genug bekommen kann, sollte sich „Malasana 32“ nicht entgehen lassen!
 
 
 


 
 
 

MALASAÑA 32 – Zensur

 
 
 
„Malasaña 32 – Haus des Bösen“ hat kaum Gewaltmomente zu bieten und bietet eher psychologisches Grauen. Der Film hat eine FSK16 erhalten und ist ungeschnitten. Eigentlich sollte der Streifen am 5.11.2020 in den deutschen Kinos laufen. Wegen der Corona-Pandemie und einem weiteren bundesweiten Lockdown im November 2020 wurde der Kinostart aber auf unbestimmte Zeit verschoben.
 
 
 


 
 
 

MALASAÑA 32 – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei STUDIOCANAL)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Conjuring (2013)

Insidious (2010)

Poltergeist (1982)

Filmkritik: „Yummy“ (2019)

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YUMMY

Story

 
 
 
Der Besuch in einem osteuropäischen Krankenhaus für Schönheitsoperationen endet in einem blutigen Gemetzel, als sich Zombies dazu gesellen.

 
 
 


 
 
 

YUMMY – Kritik

 
 
Irgendwann kommt jedes Land mal mit seinem eigenen Zombiefilm. Also warum nicht auch mal Belgien? Außer Mode scheinen diese Streifen sowieso nicht mehr zu geraten, also kann man gar nicht viel falsch machen, wenn man nur genügend Splatter bietet. In Zeiten, in denen aber gefühlt jeder zweite Vertreter des Zombiefilms als augenzwinkernde Komödie erscheint, tut es gut, dass „Yummy“ mal wieder den altmodischen Funsplatter bedient und das macht er sogar richtig ordentlich.
 
 
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Alison ist von einem zu großen Vorderbau geplagt, aber da Schönheitsoperationen so teuer sind, fährt sie mit ihrem Freund Michael nach Osteuropa, um sich dort die Brust verkleinern zu lassen. Was niemand ahnt: Die Klinik nimmt kostenlose Abtreibungen vor, um mit den Föten Experimente durchzuführen. Als Michael versehentlich eine festgeschnallte Frau los macht, die mit einem Virus infiziert ist, wimmelt es schon bald in der gesamten Klinik nur so vor Zombies.
Obwohl einem hier am ehesten eine weitere von zig Zombie-Varianten geboten wird, ist das Drehbuch im Falle von „Yummy“ sogar halbwegs originell, denn der Schauplatz passt einfach wie die Faust aufs Auge. Da sind sogar anfangs ein paar Seitenhiebe gegen den Schönheitswahn mit drin, bevor es dann zum splatterigen Spaß übergeht. Aus dem Schauplatz und der Prämisse hat man jedenfalls eine ganze Menge gemacht und man hatte durchaus amüsante Ideen, weshalb jeder Zombiefan mit dieser Story gut leben können wird.
 
 
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Erfreulich ist allerdings auch, dass „Yummy“ nicht als reine Komödie daherkommt. Es gibt immer mal wieder Gags, die zum Schmunzeln einladen und auch etwas alberner Natur sind, aber ansonsten sind es vor allen Dingen die bizarren Ideen, die hier für Spaß sorgen. Etwa wenn da eine Penis-Prothese zum Einsatz kommt oder aber auch der Gebrauch von Körperfett (Yummy eben) den Bildschirm ziert. Das, was wohl alle Zombiefans sehen wollen, nämlich reichlich Splatter, ist hier auf jeden Fall gegeben und die Effekte sind dabei herrlich altmodisch von Hand gemacht. Nur ganz wenig stammt aus dem Computer und so macht das Gemetzel gleich noch mal deutlich mehr Spaß. Übrigens ist auch der Bodycount erfreulich hoch und hält sich keineswegs zurück. So kann man sich hier über die 90 Minuten Laufzeit ordentlich unterhalten lassen. „Yummy“ begeht nicht den Fehler einer zu langen Einleitung und kommt nach dem sympathischen Start schnell in die Gänge. Gerade weil die beiden Hauptcharaktere einigermaßen charismatisch erscheinen, ergibt sich im weiteren Verlauf sogar eine gewisse Spannung. Man nimmt sich nie zu ernst, geht aber auch nicht konsequent lächerlich zur Sache und diese Mischung sorgt für Abwechslung.
 
 
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Dass das nicht perfekt ist, liegt am ehesten daran, dass man solche Szenarien einfach schon zu oft geboten bekam und auch die Figurenzeichnung macht es sich hier relativ einfach. Nicht jeder wirkt da besonders markant und auch nicht alles erscheint besonders logisch. Wenigstens kann man sich aber nicht über die Darsteller beklagen. Maaike Neuville und Bart Hollanders funktionieren als Sympathieträger ganz gut und auch alle anderen agieren zweckdienlich, mal mehr, mal weniger übertrieben. Aus handwerklicher Sicht ist ebenfalls alles im grünen Bereich. Dass kein riesiges Budget zur Verfügung stand, erkennt man aufgrund der etwas monotonen Kulissen schon, aber Regisseur und Drehbuchautor Lars Damoiseaux gelingt es meist dies mit genügend Blutvergießen zu kaschieren. Und das Ende kommt dann auch noch mal mit einer geballten Portion schwarzem Humor daher, so dass man hier nicht den kompletten Standard bedient.
 
 


 
 
 

YUMMY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„Yummy“ ist ein brauchbarer Vertreter des Funsplatters, der sich nicht als reine Komödie versteht und deshalb ab und zu auch mal etwas Spannung aufkommen lässt. Vor allen Dingen sind es aber die schön abgefahrenen Ideen, welche es immer wieder zu reichlich Splatter kommen lassen, die hier zu gefallen wissen. Und natürlich die hübschen Effekte. Die Grundprämisse ist erfrischend und selbst wenn das hinterher wieder nur einen gewissen Standard bedient, gab es genügend eigenständige Ideen. Aus handwerklicher Sicht ist alles in Ordnung, die Darsteller sind gut und über die etwas magere Figurenzeichnung kann man hinweg sehen. Wer mal wieder ein amüsantes, blutiges und etwas geschmackloses Zombie-Spektakel braucht, ist bei „Yummy“ jedenfalls an der richtigen Adresse.
 
 


 
 
 

YUMMY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Yummy“ ist zwar ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Dennoch hatte es der Film bei seiner ersten FSK-Prüfung nicht leicht. Das Label Busch Media reichte den Streifen für die Heimkinoauswertung bei der FSK zur Prüfung ein und kassierte zunächst statt der erhofften Altersfreigabe eine Ablehnung – die Gewalt war den Prüfern zu zeigefreudig. Ein groteskes Unterfangen, zumal der Trailer bereits erkennbar darlegte, dass der Film die Zombiethematik auf deutlich humorige Weise verarbeitete. Doch das Label ließ sich nicht beirren und ging in Berufung. Mit tatkräftigen Argumenten konnte man die FSK überzeugen und erhielt für die Heimkinofassung in der ungeschnittenen Fassung die Kennzeichnung: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

YUMMY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Busch Media Group (KeepCase Blu-ray)

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(c) Busch Media Group (Mediabook DVD + Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Yummy; Belgien 2020

Genre: Horror, Thriller, Action, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, O-Ton DTS-HD MA 5.1 (O-Ton = Flämisch, Englisch)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Original Trailer, Deutscher Trailer, Trailershow | zusätzlich im Mediabook: 2 exklusive Kurzfilme von Regisseur Lars Damoiseaux, Director’s Diary, Promo Videos, Booklet

Release-Termin: Mediabook + KeepCase: 23.10.2020

 

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Yummy [2 Blurays im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

YUMMY – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Braindead (1992)
 
Planet Terror (2007)
 
Dead Snow: Red vs. Dead (2014)