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Filmkritik: „The Greasy Strangler“ (2016)

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THE GREASY STRANGLER

Story

 
 
 
Die Beziehung von Vater Big Ronnie (MICHAEL ST. MICHAELS) und seinem Sohn Big Brayden (SKY ELOBAR) gerät aus den Fugen, nachdem eine Frau in die Leben der beiden einfällt und ein Killer im Viertel die Runde macht.

 
 
 


 
 
 

THE GREASY STRANGLER – Kritik

 
 
 
In Zeiten, in denen im Horror-Genre offenbar nur noch recycelt wird, dem großen Hollywood sowieso die Ideen ausgehen und man im Privatfernsehen ausschließlich gescripteten Reality-Kram vorgesetzt bekommt, tun Filme wie THE GREASY STRANGLER Not. Filme, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen. Irgendwo zwischen Arthouse, Trash und Groteske wird dem Zuschauer hier filmischer Irrsinn geboten, für den man unbedingt gewappnet sein sollte. Wer hier einen Film nach klassischem Aufbau erwartet, wird zügig eines Besseren belehrt. Der Streifen besitzt weder Spannungsbogen, noch glaubhafte Interaktionen oder gar Sympathieträger in der Besetzung. Stattdessen werden Geschmacklosigkeiten am laufenden Band serviert und die stets gleichen Szenenverläufe abgespult. Rein gar nichts macht hier Sinn. Das dürfte bei den meisten Zuschauern auf Unverständnis stoßen – ist aber so gewollt, denn in diesem schwer kategorisierbaren Film soll cineastische Anarchie regieren. Wer sich demzufolge auf dieses Sammelsurium der Skurrilitäten einlässt und für knappe 90 Minuten den Verstand ausschaltet, könnte einen der abgefahrensten Filme des Jahres 2016 zu sehen bekommen. Letzterer, der Verstand, ist hier ohnehin überflüssig, denn THE GREASY STRANGLER furzt sprichwörtlich auf Konventionen und sorgt mit seinem schwarzen Humor und Bekenntnis zum Bad Taste für allerhand Schmunzler. Das haben auch die Zuschauer des FANTASY FILMFEST 2016 erkannt, wo der Streifen seine Deutschlandpremiere feierte und dort gerade wegen seiner schräg-sonderbaren Machart von der Mehrheit des Publikums wohlwollend angenommen wurde. Offenbar haben die Macher mit ihrem sonderbaren Filmexperiment genau den Nerv gelangweilter Filmnerds getroffen. Anders lassen sich wohl die vielen Lobeshymnen im Netz nicht erklären, die THE GREASY STRANGLER (zu Deutsch: DER SCHMIERIGE WÜRGER) sogar von alteingesessenen Cineasten erhalten hat.
 
 
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Von ranzigem Frittenfett und übergroßen Monster-Penissen. In THE GREASY STRANGLER leben Vater und Sohn so in den Tag hinein. Sie verdienen sich den Lebensunterhalt damit, Touristen durch Los Angeles zu lotsen und an den meistberüchtigten Discotheken Halt zu machen. Doch die tägliche Routine wird von einer Begegnung mit Folgen gestört. Bei einer dieser Führungen ist nämlich die wissbegierige Janet (ELIZABETH DE RAZZO) am Start. Die interessiert sich nicht nur für die Clubs und Diskos erwähnter Großstadt, sondern hat auch bald ein Auge auf den Guildo-Horn-gleichen Reiseführer Big Brayden geworfen. Das will dem eifersüchtigen Vater so gar nicht gefallen. Der sieht seine tägliche Ration Frittiertes in Gefahr, die vom Sohnemann höchstpersönlich allabendlich auf den Tisch gebracht wird. So versucht Vater Big Ronnie dem Sohn das Mädchen auszureden. Als das nicht funktioniert, müssen schärfere Geschütze ausfahren werden. Der knöchrige Eigenbrötler dreht den Spieß einfach um und versucht die Aufmerksamkeit der attraktiven Schönheit für sich zu gewinnen. Doch der groteske Konkurrenzkampf zwischen Vater und Sohn ist bald das kleinere Übel. In der Gegend treibt derweil ein mit Fett besudelter Killer sein Unwesen. Der erwürgt seine Opfer mit kräftiger Hand und versetzt das Viertel in Angst und Schrecken. Die Polizei steht vor einem Rätsel. Bis Einzelgänger Big Brayden eine waghalsige Vermutung aufstellt und sein bis dato geregeltes Leben auf den Kopf stellt.
 
 
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Was es nicht alles gibt. Schaut man sich nämlich die Produzentenliste genauer an, fällt ein bekannter Name ins Auge. Kein geringerer als Herr-der-Ringe-Frodo ELIJAH WOOD hat als Geldgeber fungiert. Das ist etwas ungewöhnlich, vor allem auch deshalb, weil der bekannte Schauspieler selbst durch millionenschwere Blockbuster bekannt wurde und nun einen der wohl ungewöhnlichsten Filme der letzten Jahre mitproduziert hat. Absurder Humor wird geboten, der nicht jedermanns Sache sein wird und in seiner teils sinnbefreiten Machart an die vielen Filme des französischen Regisseurs QUENTIN DUPIEUX erinnert. Letztgenannter überraschte zuletzt mit Anti-Filmen wie REALITY, RUBBER oder WRONG COPS (übrigens ebenso gelobte FANTASY FILMFEST-Beiträge) und scharte damit sogar eine kleine Fangemeinde zusammen, die in seinen sonderbaren Werken große Filmkunst sahen. Gleiches trifft irgendwie auch auf THE GREASY STRANGLER zu, der eine faszinierende Aura des Blödsinns entfacht, der man sich leider nicht entziehen kann. Was hier über die Leinwand flimmert ist so unterirdisch, dass man meinen könnte, Gedrehtes käme von einem anderen Planeten. Helge Schneider goes international. Zu sehen gibt es ekelerregende Protagonisten, die entweder nackt frittiertes Essen futtern oder mit einem rosa T-Shirt bekleidet durch die Straßen von Los Angeles watscheln. Dazwischen lauscht man simplen Dialogen und sieht dabei zu wie sich schmierige Typen gegenseitig ins Gesicht furzen. Als wäre das nicht alles bereits grenzwertig genug, baumeln auch noch übergroße Geschlechtsteile vor der Kamera oder reiben sich unästhetische Körper im Liebesakt aneinander. Nein, die gezeigten Bilder in THE GREASY STRANGLER bekommt man so schnell nicht wieder aus dem Kopf und das ist auch gut so. Regisseur JIM HOSKING traut sich zu zeigen, was sonst niemand wagt auf die Leinwand zu bringen. Der Mut das Publikum gegen sich aufzubringen macht THE GREASY STRANGLER besonders und rechtfertigt allein schon die Sichtung dieses ominösen Kinospektakels, das sich keinen Deut darum schert, was der Zuschauer davon hält. Demzufolge sollte man diese Obskurität moderner Filmkunst auch mit einer gehörigen Portion Ironie genießen, denn ein tieferer Sinn erschließt sich zu keinem Zeitpunkt. Wer sich dessen bewusst ist und zelebrierten Irrsinn mit (Bier und) einem Augenzwinkern sieht, wird gut unterhalten werden. Alles andere wäre vertane Zeit.
 
 
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THE GREASY STRANGLER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein absurd-komisches Ekel-Fest für Fans von Kultregisseur QUENTIN DUPIEUX. Dieses skurrile Kinospektakel ist kein Film für Feingeister, Anstandsprediger oder Spaßbremsen. THE GREASY STRANGLER hat all das, was man eigentlich nicht in Kinofilmen sehen will: Hässliche Menschen, geschmacklose Outfits, stumpfsinnige Dialoge und eine sinnbefreite Handlung – Ekelmomente inklusive. Was nach Trash klingt, ist definitiv Trash – hat aber auch etwas von anarchistischer Kunst. Geboten wird eine gerne surreale Bilderflut an Geschmacklosigkeiten, die durchaus eine gewisse Faszination versprüht. Mut zeichnet THE GREASY STRANGER aus. Der Film folgt weder Konventionen, noch ist er an der Meinung des Publikums interessiert. Dieser Streifen folgt eigenen Regeln und das macht ihn interessant. Nichts macht hier Sinn oder entspricht gängigen Sehgewohnheiten. Ein gewisser Experimentiergeist ist da nicht von der Hand zu weisen. Regisseur JIM HOSKING (Segment „G“ in THE ABC’S OF DEATH 2) hat hier einen Antifilm inszeniert, der aber nur aufgeschlossenen Kinogängern zu empfehlen ist. Deshalb sollte man THE GREASY STRANGLER nicht mit der Hoffnung sehen, unterhalten zu werden. Wer das hier erwartet, wird enttäuscht werden. Sehen und wirken lassen, lautet die Devise. Dabei sollte der Kopf aus- und das Spaßzentrum eingeschaltet werden. Nur so wird man an THE GREASY STRANGLER Gefallen finden.
 
 
 


 
 
 

THE GREASY STRANGLER – Zensur

 
 
 
THE GREASY STRANGLER hat kaum blutige Schauwerte zu bieten. Ein paar kuriose Kills gibt es zu sehen, die aber derart grotesk zelebriert werden, dass Schmunzler nicht ausbleiben werden. Dieser Film dürfte mit viel Glück ab 12 Jahre freigegeben werden. Wir rechnen aber eher mit einer FSK16. THE GREASY STRANGLER soll im Sommer 2017 über TIBERIUS FILM im Handel stehen. Kann man sich schon mal vormerken.
 
 
 


 
 
 

THE GREASY STRANGLER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong (2012)
 
Wrong Cops (2013)
 
Rubber (2010)
 


Filmkritik: „Bodom“ (2016)

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BODOM

(LAKE BODOM)

Story

 
 
 
Vier Jugendliche wollen einen mysteriösen Mordfall untersuchen, der sich 50 Jahre zuvor abgespielt hat und werden mit einer Bedrohung konfrontiert, die ihr Leben in Gefahr bringt.

 
 
 


 
 
 

BODOM – Kritik

 
 
 
Finnland ist nicht gerade das Land, was man in Horrorfilmfan-Kreisen als Genre-Schmiede bezeichnen würde. Was hier bisher an Grusel- und Schockermaterial gedreht wurde, lässt sich an einer Hand abzählen. So dürften zuletzt nur RARE EXPORTS und DARK FLOORS bei Kennern im Gedächtnis geblieben sein, die immerhin auf einschlägigen Festivals positive Resonanz erhielten und sich deshalb auch außerhalb Finnlands einen Namen machen konnten. Gleiches könnte nun auch mit dem Horrorthriller BODOM (der für den Weltmarkt in LAKE BODOM umgetauft wurde) wiederholt werden, der sich einem erfolgreichen – wenn auch makabren – Marketingtrick bedient. Regisseur TANELI MUSTONEN nutzt fürs Angstmachen historischen Background. Das bedeutet, dass die Ereignisse des Films von einem Verbrechen inspiriert wurden, das sich 1960 tatsächlich am finnischen Bodom-See nahe der Stadt Espoo, nicht weit von der Hauptstadt Helsinki zugetragen hat. Dort wurden vier Camper am frühen Morgen des 06. Juni 1960 von einem unbekannten Täter überrascht. Drei von ihnen überlebten das Massaker nicht. Trotz jahrelangen Ermittlungen konnte nicht ermittelt werden, wer die Tat begangen hat. Dennoch wurde der Vorfall im Jahr 2004 erneut aufgerollt. So geriet der damals 18-jährige Nils Wilhelm Gustafsson unter Verdacht. Der konnte sich in der Mordnacht schwer verletzt in Sicherheit bringen und wurde 2004 erneut am Mord seiner Freunde beschuldigt. Weil man aber keine aussagekräftigen Beweise finden konnte, sprach man ihn von allen Vorwürfen frei und zahlte 45.000 Euro Schadensersatz für unbegründete Untersuchungshaft.
 
 
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Horrorfilme, die auf wahren Begebenheiten beruhen. Das ist nach wie vor eine gut funktionierende Prämisse in der Filmlandschaft, um sensationslüsterne Zuschauer ins Kino locken zu können. Was bereits bei Filmen wie PSYCHO oder TEXAS CHAINSAW MASSACRE kassenwirksam angewandt wurde, funktioniert natürlich auch im Film BODOM hervorragend, der vier Jugendliche bei der Rekonstruktion besagter Morde aus dem Jahr 1960 begleitet. Die machen sich mit Sack und Pack zum Bodom-See auf, um die dort vorgefallenen Ereignisse 50 Jahre später in Eigenregie noch einmal zu untersuchen. Was aber mit Neugierde beginnt, entwickelt sich für die vier Schüler bald zum Albtraum. Kaum stehen die Zelte und die Nacht bricht herein, bekommen es die Jugendlichen mit der Angst zu tun. Offenbar schleicht hier jemand durch die Wälder, um ahnungslosen Campern das Fürchten zu lehren. So ist bald schon der erste Tote zu beklagen. Der Rest flüchtet panisch durchs Gebüsch und versucht im Dunkel der Nacht die Landstraße zu erreichen. Weil BODOM nun mal im Horrorgenre beheimatet ist, dürften erfahrene Horrorfilmkenner bereits erahnen, wohin die Reise gehen wird. Trotzdem hat BODOM einige Überraschungen zu bieten, die ihn zu nicht uninteressanter Horrorware machen. Mehr zu verraten wäre gemein.
 
 
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Was sich hier liest, wie ein beliebiger Slasher von der Stange ist weit mehr als gedacht. Der finnische Horrorthriller ist nämlich eine dieser fiesen Schauerproduktionen, die den Zuschauer versucht mit twistreicher Handlung an der Nase herumzuführen. Weil’s solche Horrorfilme aber mittlerweile wie Sand am Meer gibt, will sich BODOM dann doch gleich mit mehreren dieser Überraschungswendungen ein Denkmal setzen. Hier ist nichts wie es anfangs scheint. So besteht der Streifen aus zwei Filmhälften. Die erste entpuppt sich als atmosphärischer Slasher der alten Schule und mündet in eine zweite Hälfte, in der die Erfolgszutat gängiger Überlebens- und Terrorfilme Verwendung findet. Das bedeutet: gnadenlose Jagd durch dunkles Waldgebiet, die ein ungutes Bauchgefühl zurücklässt, weil Opfer bis zur psychischen Erschöpfung terrorisiert werden. Dabei kommt dem Film vor allem die unheimliche Kulisse zugute, die den Überlebenskampf zusätzlich erschwert. BODOM spielt mit menschlichen Urängsten, wobei die Angst vor Dunkelheit einen großen Stellenwert einnimmt. Die Jugendlichen irren hier durch ein minimalistisch ausgeleuchtetes Szenario und sehen die Hand vor Augen nicht. Dank hervorragender Kameraarbeit wird das Gefühl der Ausweglosigkeit zusätzlich verstärkt, denn Regisseur TANELI MUSTONEN lässt den Wald zu aussehen, als gebe es hier ohnehin kein Herauskommen mehr. Letzterer scheint übrigens viele Horrorfilme älteren und neueren Datum studiert zu haben. Der vermischt hier Oldschool-Lagerfeuer-Meuchelei mit unmenschlicher Kaltschnäuzigkeit, die man sonst eher in Filmen wie WOLF CREEK zu sehen bekommt. Das Resultat kann sich durchaus sehen lassen und braucht den Vergleich zum amerikanischen Horrormarkt nicht zu scheuen. Technisch und atmosphärisch fährt BODOM nämlich groß auf, was einmal mehr beweist, dass die wirklich mutigen, guten und innovativen Horrorfilme immer noch aus Europa kommen.
 
 
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BODOM – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kompromisslos, wendungsreich und definitiv nichts für Weicheier. Wenn ein rätselhafter Mordfall Stoff für einen Horrorfilm liefert. Bisher mussten oft die schockierenden Tatsachenberichte des berüchtigten Kriminellen CHARLES MANSON als Grundlage dafür herhalten, um Kinogänger mit fiktiven Gruselgeschichten schaurige Horrorunterhaltung bieten zu können. Doch es geht auch anders. Ein grausamer Mordfall aus Finnland bietet nun in BODOM (internationaler Titel: LAKE BODOM) die Ausgangsituation für knapp 90 Minuten Angst, Terror und Geschrei. Nach eher familienfreundlichen Produktionen geht es Regisseur TANELI MUSTONEN blutiger an. Der hatte mit THE REUNION im Jahr 2015 einen der erfolgreichsten finnischen Kinofilme gedreht und probiert sich jetzt im Horrorgenre aus. Das Endresultat kann sich sehen lassen und dürfte Slasher-Fans spannende Minuten versprechen, denn BODOM versucht mit geschickten Wendungen den Konventionen gängiger Slasher-Streifen zu entkommen. Zwar hat der Film mit den zugrundeliegenden Morden, die sich in den 1960ern in Finnland ereignet haben, nichts mehr zu tun. Trotzdem spinnt der Filmemacher die Ereignisse konsequent weiter und bietet Horrorfans spannenden Horrorstoff, der sich positiv vom üblichen Videobrei aus Amerika abhebt. Statt immer nur anspruchsvolles Arthaus- und Dramenkino zu inszenieren, täte es Finnland gut, wenn man mehr für den internationalen Filmmarkt tätig wäre. Ein Film wie BODOM dürfte sich wohl auch international zügig verkaufen lassen, denn offensichtlich beherrscht man auch in Finnland kompromissloses Horrorhandwerk tadellos. Ein uneingeschränkt empfehlenswerter Horrorschocker.
 
 
 


 
 
 

BODOM – Zensur

 
 
 
Trotz Slasher ist BODOM nicht sonderlich brutal. Einige Teenager werden mit spitzen Gegenständen durch Hals und Rücken erstochen. Der Fokus liegt in diesem Horrorthriller aber in erster Linie auf Terror. Demzufolge ist eine FSK16 durchaus realistisch.
 
 
 


 
 
 

BODOM – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte Film für Grafiken liegen bei Don Films | Münchhausen Productions)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
In Fear (2013)
 
Freitag der 13. (1980)
 
Manhunt Backwoods Massacre (2008)
 
Reykjavik Whale Watching Massacre (2009)
 
Vor Morgengrauen (1981)
 


Filmkritik: „Das Grauen aus der Tiefe“ (1980)

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DAS GRAUEN AUS DER TIEFE

(The HUMANOIDS FROM THE DEEP)

Story

 
 
 
Ein verpenntes Nestchen in amerikanischen Küstenregionen hat eines Tages seltsame Fälle von Vandalen-Kriminalität zu beklagen. Irgendwelche noch nicht identifizierten Unholde erlegen die Hunde der Bürgerlein und die weibliche Bevölkerung wird in beunruhigendem Maße von schattigen Figuren bedrängt, die es so eigentlich nicht geben sollte. Ja, mutierte Fischmenschen plagen den Landstrich, ihre äh maritimen Geschlechtsorgane bereit zur Paarung mit nichts Böses witternden Flachland-Pomeranzen all´Americana!. Die Herren der Schöpfung verweigern sich allzu blumigen Erklärungen. Nur ein amerikanischer Ureinwohner scheint zu wittern, was die Natur mit den frechen Menschen vor hat. Niemand glaubt ihm – natürlich. Als man die Meinungen zum alten Indianer ändert, ist der Käse allerdings längst in den Brunnen gefallen und das Kind gelutscht. Beim groß vorbereiteten Stadtfest nämlich ist Land unter. Die Fischkopf-Admiräle, also Stuntmänner in Taucheranzügen und Algen obendrauf, kommen ans Ufer und verstehen die Kleinstädter als warmes Büffet. Surf And Turf.

 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Kritik

 
 
 
Tja, Experimente mit kleinhirnigen Meeresbewohnern und ihrem Wohnort. Blubb und Autsch! Das war damals so. Wichtige Zutat eines jedes Katastrophen-Films. Großes Genre zwischen 1970 und 1983 etwa. Ob nun mit Naturereignissen, die dem Menschen den Arsch versohlen oder durchgedrehten Expeditionen ins Tierreich. Wenn die Natur zurückschlägt, dann geht es finster aus. Für die Vergewaltigungs-Landgänge scharfer Unterwasser-Lumpen bedarf es allerdings eher eines Roger Corman als eines Stephen Spielberg. Als kein Weißer Hai hier. Manchmal, so beim fassungslosen Wegdriften in die Realität von DAS GRAUEN AUS DER TIEFE greift man verdattert zur Hülle und schaut lieber noch mal nach, ob der Film nicht doch aus Italien stammt. Vor der Kamera mit Doug McClure (der immerhin zu einer eigenen SIMPSONS-Figur mutieren durfte, mit dem Vornamen „Troy“) und dem nur wenige Jahre später am Set von einem Helikopter enthaupteten Vic Morrow Schlachtrösser des Trash- und Sudelfilms, zu denen man eigentlich Sir sagen müsste. Und hinter den Kulissen? Meine Herren, es pocht im Hause FischMac!
 
 
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Okay, selbst der einfallsloseste Drittgrad-Schreiblackel weiß es inzwischen und pupst es von den Dächern: Roger Corman war als Produzent sein Leben lang ein wahrer Mäzen, der jungen Regisseuren, Drehbuchautoren oder anderen Handwerkern des Filmbetriebs in seinen unterschiedlichen Kino-Firmen die Möglichkeit bot, unter realistischen und finanziell äußerst knappen Bedingungen ihr Metier zu erlernen. So etwa wie eine Hochdampf-Filmhochschule ohne Seil und doppelten Boden. Coppola, Bogdanovich, Demme, Nicholson – nur vier Namen von vielen, die beim Drive-In-Gott mit der sonoren Stimme durch die Lehre gegangen sind. Was nun noch kein Binsenweisheitszahn von Journalistico ausgeschlachtet hat: Sir Rogers Funktion als Pate quasi feministischen Filmemachens! Barbara Peeters, über längere Zeit als Regisseurin bei Cormans tätig, zählt zu den ersten Damen im geldscheffelnden Exploitation-Universum, die sich nicht á la Roberta Findlay oder Doris Wishman in die Niederungen der Pornographie begeben musste, um von ihrem obersten Studiochef ernstgenommen zu werden. Roger wusste, was er an der Frau hat. Zweiter Regisseur war der 2014 verstorbene Nippon-Amerikaner Jimmy T. Murakami, der bei Corman noch den irrwitzigen Ranz-Tanz SADOR – HERRSCHER IM WELTRAUM dirigieren durfte aber als Fachmann für Animation unter anderem am Kultfilm HEAVY METAL beteiligt war und Mitte der achtziger Jahre den todtraurigen Atomschlags-Trickfilm WENN DER WIND WEHT verantwortete. Sowas musste sich meine Generation von Sowjet-Fürchtern in der Schule ansehen. Anschließend tagelanges Verbarrikadieren untern Bett, meine Damen und Herren! In den Neunzigern gab es unglaublicherweise für DAS GRAUEN AUS DER TIEFE sogar ein wildes US-Fernsehremake mit ausrangierten Gesichtern aus Edel-TV wie DALLAS oder FALCON CREST. Hossa. Da rasselt´s beim alten Corman in der Kasse.
 
 
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DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Gemächlich startender, dann aber in die Vollen bretternder Fischmann-Vergewaltiigungs-Trash mit gelegentlichen Ausflügen zum Splatter. Als wenn Roger Corman sich eine Story aus den Fifties geborgt und als Grindhouse-Schlammpackung zur Wiedergeburt gebracht hätte. Genossen, der kursierende Bootleg, jetzt auch schon mit zehn Jährchen auf dem illegalen Buckel, war ganz gut, landet jetzt aber bitte im Spendentopf fürs Weihnachtswichteln. Hier liegt jetzt eine offizielle Veröffentlichung von ordentlichem Karat vor!
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Zensur

 
 
 
DAS GRAUEN AUS DER TIEFE wurde im Jahr 1980 ungeschnitten und für Erwachsene ins Kino gebracht. Seither erschien der Film nie legal auf DVD, VHS oder Blu-ray. Filmfans mussten demzufolge immer mit miserablen Bootlegs oder den ungeschnittenen TV-Ausstrahlungen Vorlieb nehmen. Dank dem Label OFDb FILMWORKS ändert sich das jetzt. Der Rechteinhaber bringt das GRAUEN AUS DER TIEFE erstmals ungeschnitten und offiziell auf Blu-ray und DVD in die Wohnzimmer. Die Fassung ist ungeprüft, wäre aber ein definitiver FSK16-Kandidat, sollte der Streifen der FSK zur Prüfung vorgelegt werden.
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB FILMWORKS – Digipack (auf 3000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Humanoids from the Deep; USA 1980

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack limitiert auf 3000 Exemplare

Extras: Audiokommentar mit Cutter Mark Goldblatt (englisch), Audiokommentar von Kai Naumann & Marcus Stiglegger (deutsch), The Making of Humanoids from the Deep (22:42 Min.), The Deep End mit Creature Effects Artist Steve Johnson (21:46 Min.), The Corman Sounds mit Sound Designer David Lewis Yewdall (14:39 Min.), Deleted Scenes (07:11 Min.), Deutscher Trailer (02:00 Min.), Englischer Trailer (01:47 Min.), TV-Spot (00:32 Min), Radio-Spot (00:29 Min.), Fotogalerie, The Directors: Roger Corman – Dokumentation über den Produzenten (58:33 Min.), Leonard Maltin interviewt Roger Corman über die Entstehung des Films (03:26 Min.), 16seitiges Booklet mit einem Text von Thorsten Hanisch, Limitierungszertifikat mit kurzem Geleitwort zum Film, Deckblatt-Karte mit dem „gewissen Extra“

Release-Termin: 25. November 2016

 

Das Grauen aus der Tiefe [Collector’s Edition im Dipipack – BD & 2 DVDs] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Digipack

 
 
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DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und Abbildungen liegen bei OFDB FILMWORKS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
It Came from Beneath the Sea (1955)
 
Humanoids from the Deep (1996)
 
Octaman – Die Bestie aus der Tiefe (1971)
 


Filmkritik: “ Incarnate“ (2016)

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INCARNATE

Story

 
 
 
Dr. Seth Ember (AARON ECKART) muss sich in INCARNATE seinen eigenen Dämonen stellen. Als Exorzist im Einsatz muss er erkennen, dass der neuste Patient einen Dämon beherbergt, der ihm kein Unbekannter ist.

 
 
 


 
 
 

INCARNATE – Kritik

 
 
 
Über 40 Jahre ist es nun bereits her, seit WILLIAM FRIEDKIN mit dem Okkult-Horror DER EXORZIST Millionen Kinogänger schockierte und damit nicht nur einen der größten Filmerfolge der frühen 1970er Jahre schuf. Die tricktechnisch beeindruckende Teufelsaustreibung gehört auch heute noch zu jenen verstörenden Filmen, die vor allem eines gut können: Angst beim Zuschauer verursachen. Deshalb nehmen sich auch vier Jahrzehnte später immer noch Filmemacher den Klassiker zum Vorbild, um mit ihren Filmen gleichen Schrecken bewirken zu können. Leider gelingt das nur den wenigsten von ihnen, weil eher plump kopiert wird, statt sich einen eigenen Kopf zu machen. Auch Regisseur BRAD PEYTON versucht mit seinem Horrorfilm INCARNATE auf der beliebten Exorzmus-Welle zu reiten. Der hat schon einschlägige Erfahrung mit Kino-Hits gemacht und zeichnet für Filme wie SAN ANDREAS oder CATS & DOGS 2 verantwortlich. Nach lautem Action-Blockbustern für Groß und Klein, folgt nun Erwachsenenunterhaltung. Dafür bedient sich Peyton ähnlichen Erfolgsmechanismen, die bereits das Kultwerk von WILLIAM FRIEDKIN so berüchtigt gemacht haben. Ob das aufgrund der meisterhaften Vorlage überhaupt gut gehen kann?
 
 
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Dr. Seth Ember (AARON ECKART aus dem Kinoflop I, FRANKENSTEIN) ist ein gebrochener Mann. Er hat bei einem Autounfall Frau und Kind verloren. Seither quälen ihn Selbstzweifel und Gewissensbisse, die den Alltag zur Hölle machen. Doch statt in Selbstmitleid zu verfallen, flüchtet sich der depressive Familienvater in die Arbeit. Er ist als Exorzist zum Wohle der Menschheit im Einsatz. Doch statt mit Bibel und Weihwasser Dämonen auszutreiben, kommen unkonventionelle Methoden zum Einsatz. Dämonenaustreiber Dr. Ember besitzt die Gabe in das Unterbewusstsein der Leidgeplagten vorzudringen. Einmal dort angekommen, bekämpft er finstere Mächte von innen heraus. Doch nicht jeder Dämonenparasit lässt sich so einfach in die Schranken weisen. So hat sich ein ganz heimtückischer Fiesling im Kopf des 11-jährigen Cameron (DAVID MAZOUZ aus THE DARKNESS und SANITARIUM) eingenistet, der bei genauer Betrachtung kein Unbekannter ist. Die ersten Austreibungsversuche verlaufen nicht nach Plan, denn dieser Dämon beherrscht die Gabe der Manipulation. Schnell wird klar, dass hier schärfere Geschütze ausgefahren werden müssen, denn das Wesen im Kopf des Jungen ist mit Kräften ausgestattet, die alles bisher Gesehene in den Schatten stellen.
 
 
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Hinter INCARNARE steckt eine leicht abgeänderte Version des Horrorklassikers DER EXORZIST. Die wurde mal wieder vom nicht gerade unbekannten Herrn Jason Blum mitproduziert, der schon allerhand kommerziellen Unfug (wie MARTYRS oder PLAY) für Hollywood fabriziert hat, um nimmersatte Mainstream-Zuschauer das Fürchten lehren zu können. Sonderlich furchteinflößend ist der hektisch zusammengeschnittene und konsequent durchgestylte INCARNATE jedoch nicht. Gänsehaut wird hier in erster Linie durch laute Schockmomente bewirkt, die in kommerziellen Horrorfilmen nun mal zum guten Ton gehören. Schlecht macht das diesen Horrorfilm aber nicht. Auch wenn INCARNATE weit weg ist von der Kreativität manch cleverer Indie-Produktionen, gehört dieser Okkult-Horror zu den besseren seiner Art. Drehbuchautor RONNIE CHRISTENSEN hat hier nicht nur wahllos Exorzisten-Klischees aneinandergereiht, um möglichst spektakuläre Spezialeffekte zeigen zu können. In dieser düsteren Dämonenaustreibung steckt weit mehr Hirn, als man es von Filmen der BLUMHOUSE PRODUCTIONS erwartet hätte. Der Film geht es überraschend psychologisch an, denn die Dämonen in diesem Horrorthriller verstecken sich hinter den Ängsten ihrer Opfer, die weit im Unterbewusstsein schlummern. Demzufolge fungiert Filmfigur Dr. Ember nicht nur als Exorzist und Dämonenaustreiber, sondern ist gleichzeitig auch Therapeut und Trostspender, der seine Patienten vom seelischen Ballast befreit. Der begibt sich in INCARNATE auf eine psychologische Reise durch den Geist eines kleinen Jungen, forscht nach Ursachen der Besessenheit und findet heraus, dass sein tapferer Patient unter der Trennung der Eltern zu leiden hat. Für den dämonischen Parasiten ein gefundenes Opfer. Der haust im Kopf des angeschlagenen Jungen, labt sich am Schmerz seines Wirtes und treibt ihn damit nur noch weiter in den Abgrund. Eine beunruhigende Diagnose.
 
 
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INCARNATE bläst frischen Wind in die Okkult-Ecke. Wer hier auf vom Teufel besessene Protagonisten hofft, die an Betten gefesselt werden und dabei vulgäres Zeug faseln, wartet vermutlich vergebens. INCARNATE macht vieles anders und vermutlich auch besser. Der etwas andere und erfrischende Umgang mit dem Thema Exorzismus verleiht dem längst eingerosteten Exorzismus-Genre neue Facetten und treibt den Spannungsaufbau voran, weil wegen der originellen Herangehensweise nervende Vorhersehbarkeiten ausbleiben. Bei einer so unkonventionellen Dämonenaustreibung schaut man doch gern über manch reißerische Effekthascherei hinweg, die vor allem im Finale etwas sehr aufdringlich zelebriert wird. Umso mehr sollte man Vorurteile ablegen und INCARNATE eine Chance geben. Auch wenn hinter dem Film eher kommerzielle Filmbuden wie BLUMHOUSE PRODUCTIONS und WWE STUDIOS stecken, hält der Thriller Abstand von hirnlose Stereotypen und Horror nach Schema F. Ungewöhnlich, clever und deshalb empfehlenswert.
 
 
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INCARNATE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
DER EXORZIST meets INCEPTION. Die etwas andere Psychotherapie. INCARNATE wurde bereits 2013 gedreht. Erst drei Jahre später erfolgte die amerikanische Kinoauswertung, was in den meisten Fällen nicht unbedingt Gutes bedeutet. Bei diesem Okkult-Horror kann aber Entwarnung gegeben werden. INCARNATE macht nämlich vieles richtig, wobei vor allem der interessante Umgang mit dem Thema Exorzismus Erwähnung finden sollte. Die üblichen Exorzisten-Klischees haben Sendepause. Es gibt hier weder Erbsenbrei spuckende Besessene zu sehen, noch werden mit Bibelversen und Weihwasser fiese Dämonen ausgetrieben. Das Böse wird mittels kurioser Psychotherapie in die Schranken gewiesen, was im Falle von INCARNATE originell umgesetzt wurde. Spannung ist da, Schocks fehlen nicht und blutige Schauwerte hat dieser Horrorthriller ebenfalls zu bieten. Was will das Horrorfilmherz mehr?
 
 
 


 
 
 

INCARNATE – Zensur

 
 
 
INCARNATE hat nicht viele Gewaltmomente zu bieten. Ein Arm wird auf unangenehme Weise gebrochen, ein Protagonist springt aus dem Fenster und landet unsanft auf dem Asphalt. Außerdem werden Gedärme aus einem Körper gezogen. Eine FSK16 ist sicher. Die Rechte des Films liegen hierzulande bei CONCORDE.
 
 
 


 
 
 

INCARNATE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Packshot und Grafiken liegen bei Concorde Filmverleih GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Exorzist (1973)
 
Exorzist II – Der Ketzer (1977)
 
Der Exorzismus von Emily Rose (2005)
 
Erlöse uns von dem Bösen (2014)
 
Besessen – Der Teufel in mir (2012)
 
Worry Dolls (2016)
 
The Cloth – Kampf mit dem Teufel (2013)
 


Filmkritik: „Beyond the Gates“ (2016)

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BEYOND THE GATES

Story

 
 
 
Ein mysteriöses Video-Brettspiel wird für zwei sich entfremdete Brüder zu Herausforderung. Wer es einmal begonnen hat, muss es zu Ende spielen. Anderenfalls ist der Tod bereits vorprogrammiert.
 
 
 


 
 
 

BEYOND THE GATES – Kritik

 
 
 
Wir begeben uns jetzt zurück in eine Zeit, wo man sich als Fan noch von der Couch erheben musste, um neue Filme sehen zu können. Die hat man bis vor einigen Jahren noch ganz unkompliziert in der Videothek leihen können, wo selbst ausgefallene Nischenfilme ihre Daseinsberechtigung fanden. Was aber mit der Einführung der Videokassette Anfang der 1980er zu einem regelrechten Heimkino-Boom führte, ist im Zeitalter der Digitalisierung Schnee von gestern. Die Videotheken erleben seit Jahren ein Massensterben, weil die Kinohits dank schnellem Breitbandanschluss aus dem Internet in die Wohnzimmer kommen. Dass in solch fortschrittlichen Filmzeiten kaum noch jemand in müffelnden Videotheken stöbern oder auf bereits verliehene Streifen warten möchte, dürfte eine bittere Konsequenz sein mit der sich einige Filmemacher nicht so recht anfreunden möchten. Die lassen längst vergessene Zeiten in ihren Streifen erneut aufleben und versuchen einer neuen Generation an Filmfans nahe zu bringen, wie noch die Eltern in der Jugend Film geschaut haben.
 
 
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Nicht zurück in die Zukunft, dafür zurück in die 1980ern geht es mit dem Indie-Horror BEYOND THE GATES, der sich ehrfürchtig vor längst vergessene VHS-Zeiten verbeugt. Darin müssen sich die beiden Brüder Gordon (GRAHAM SKIPPER aus THE MIND’S EYE und ALMOST HUMAN) und John (CHASE WILLIAMSON aus SIREN) durch das Vermächtnis des Vaters arbeiten. Von dem ist seit geraumer Zeit weit und breit keine Spur, weshalb sich die entfremdeten Geschwister aufmachen, um die Videothek des verschollenen Familienoberhauptes auszuräumen. Bei der Entrümpelung stoßen sie auf ein merkwürdiges Video-Brettspiel, das wohl der Vater zuletzt benutzt haben muss. Weil man noch einmal kurz die schmuddelige Videotheken-Ära aufleben lassen und in Erinnerungen schwelgen möchte, beginnt man das mysteriöse Game mit dem eigensinnigen Titel „Beyond the Gates“ zu spielen. Was daraufhin folgt, lässt den Brüdern das Blut in den Adern gefrieren. Die Moderatorin auf der Videokassette zum Spiel scheint ein schauriges Eigenleben zu führen. Deren Kommentare passen aus unerklärbaren Gründen immer zum Spielablauf, was den Geschwistern Sorgen bereitet. Die ist auch berechtigt, denn bald passieren weitaus mysteriösere Dinge. Erst sind es furchterregende Albträume, die die Männer um den Schlaf bringen. Später ist es eine allgegenwärtige Aura des Bösen, die das Verhältnis der Geschwister auf die Probe stellt. Natürlich ist der Ursprung allen Übels im Brettspiel zu suchen. Leider lässt sich „Beyond the Gates“ nicht ohne Weiteres beenden. Wer das Spiel einmal begonnen hat zu spielen, muss es auch zu Ende bringen. Tut man es nicht, wartet der Tod. Tja, manchmal ist es eben besser, wenn man Gebrauchsanleitungen studiert.
 
 
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Willkommen zur Erwachsenen-Version von JUMANJI. So lässt sich BEYOND THE GATES nämlich am besten beschreiben, bei dem es sich mal wieder um einen ungeschliffenen Horror-Indie handelt, der sich was traut. Regisseur JACKSON STEWART versucht hier gegen den Strom zu schwimmen und scheut Konventionen. Das bedeutet, dass der Handlungsverlauf vor allem auch wegen der teils surrealen Einfälle nicht einfach zu durchschauen ist. In BEYOND THE GATES kommen nicht nur zarte Synthesizerklänge aus den 1980ern zum Einsatz, bei denen man schwören könnte, dass man die schon in anderen Horrorfilmen jener Zeit zu hören bekommen hat. Hier wird sich zudem vor Genre-Regisseuren genannter Dekade verbeugt, die dieses Jahrzehnt vor allem bei Zensurwächtern so berüchtigt gemacht haben. Da erinnert Filmemacher und Newcomer JACKSON STEWART mit befremdlichen Farbspielereien an die Werke des mittlerweile eingerosteten DARIO ARGENTO. Handgemachte Splatter- und Matschorgien lassen Revue passieren, wie kreativ man mit Glibber, Gips, Kunstblut und Latex in der Blütezeit des Horrorfilms noch experimentiert hat. Zwar braucht BEYOND THE GATES ein wenig um in Fahrt zu kommen. Hat er endlich seine Richtung gefunden, dürfte der mutige Brettspiel-Horror vor allem Nostalgiker in Verzückung setzen. Wir meinen: Leidenschaftlicher Retro-Horror von einem ambitionierten Horrorfan, der mit Sicherheit die halbe Jugend in den Gruselabteilungen verschiedener Videotheken verbracht hat. Alte Horrorfilmkenner wird die extravagante Hommage Freudentränen bescheren. Wer’s makellos und glatt poliert braucht, ist hier an der falschen Adresse.
 
 
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BEYOND THE GATES – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Wenn ein mysteriöses Brettspiel das Tor in eine andere Dimension öffnet. BEYOND THE GATES ist nichts fürs Massenpublikum. Dieser Streifen entpuppt sich als cineastische Herzensangelegenheit und richtet sich in erster Linie an jene, die in den 1980ern aufgewachsen sind. Dieses interessante Regie-Debüt vereint eine clevere Geschichte mit handgemachten Spezialeffekten und reichlich Retro-Feeling, das Nostalgiker ein Grinsen bescheren wird. Regisseur JACKSON STEWART, der sich selbst als großer Horrorfan bezeichnet und schon als Assistent für STUART GORDON tätig war, konnte für seinen ersten Spielfilm sogar eine namhafte Größe des Horrorgenres gewinnen. So war BARBARA CRAMPTON anfangs nur als Produzentin angedacht, ließ sich dann aber überreden in BEYOND THE GATES auch noch eine kleine Rolle als unheimliche Spielmoderatorin zu übernehmen. Die erfahrene Kult-Schauspielerin scheint nach Auftritten in Splatter-Granaten wie RE-ANIMATOR und FROM BEYOND offenbar Gefallen am Angstkino gefunden zu haben, weshalb man die beliebte Genre-Ikone immer mal wieder in solchen Streifen zu sehen bekommt. Zuletzt war das in YOU’RE NEXT und WE ARE STILL HERE der Fall. Dahinter verbarg sich gelungene Horrorunterhaltung neueren Datums, die man durchaus empfehlen kann. Gleiches gilt auch für BEYOND THE GATES, der wirklich gelungen ist – insofern man etwas mit den Horrorfilmen aus den 1980er und deren Machart anfangen kann. Atmosphärisch bewegt sich der Streifen irgendwo zwischen Euro-Horror aus der Mache des LUCIO FULCI und DARIO ARGENTO, was aber keinesfalls negativ zu bewerten ist. Ganz im Gegenteil. Hinter BEYOND THE GATES steckt ein leidenschaftliches und ehrgeiziges Filmprojekt mit viel Liebe zum Detail und jeder Menge Herzblut. Wer das zu schätzen weiß, wird gut unterhalten werden.
 
 


 
 
 

BEYOND THE GATES – Zensur

 
 
 
Auch wenn es der Film auf den ersten Blick nicht vermuten lässt – in einigen Szenen geht ordentlich die Post ab. Der wird die Splatter-Keule geschwungen und Köpfe zermatscht oder Därme aus Körpern gezogen. Hierzulande dürfte es für diese Zeigefreudigkeit vermutlich eine Erwachsenenfreigabe geben. Aber immerhin angeschnitten. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

BEYOND THE GATES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen und Trailer liegen bei IFC Midnight)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jumanji (1995)
 
Zathura – Ein Abenteuer im Weltraum (2005)
 
Stay Alive (2006)
 


Filmkritik: „SiREN“ (2016)

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SIREN

Story

 
 
 
Ein Spin-Off des Found-Footage-Horrors: V/H/S – EINE TÖDLICHE SAMMLUNG. Darin wird eine singende Schönheit – auch Sirene genannt – zur tödlichen Gefahr für alle Männer im Film.
 
 
 


 
 
 

SIREN – Kritik

 
 
 
Wenn ein kurzer Kameraschwenk zum großen Leinwand-Wiedersehen führt. Das ist in der Welt der Kinofilme mittlerweile nicht ungewöhnliches mehr. So erhielten in den vergangenen Jahren immer mal wieder Figuren eigene Spielfilm-Abenteuer, die in anderen Werken nur in einer Nebenrolle zu sehen waren. Was aber sich vor allem im Marvel- und DC-Universum großer Beliebtheit erfreut, hat längst auch im Horrorfilm Einzug gehalten. Antiheld MACHETE wäre an dieser Stelle zu nennen. Der huschte in einem fiktiven Trailer der Bahnhofskino-Hommage GRINDHOUSE durch die Kamera. Weil der blutige Clip den Horror-Hunger beim Zuschauer weckte, musste der Machete schwingende Rächer zum Doppeltäter werden. Aus dem coolen Fake-Trailer wurden zwei Spielfilme und Hauptdarsteller DANNY TRJEO zur gefeierten Genre-Ikone. Ganz ähnlich passiert das jetzt wieder. Diesmal ist es kein fiktives Werbefilmchen, das zum Spielfilm gemacht wird. Für den Horrorstreifen SIREN musste eine der wohl erfolgreichsten Gruselanthologien der letzten Jahre herhalten. V/H/S – EINE MÖRDERISCHE SAMMLUNG entpuppte sich 2012 wegen seiner damals noch unverbrauchten Machart zum Überraschungs-Hit. Der Zuschauer bekam hier diverse Kurzgeschichten zu sehen, die wegen verrauschtem Videokassetten-Look den Eindruck erwecken sollten, als hätten hier ganz normale Menschen mysteriöse Ereignisse mit der Videokamera gedreht. Eine dieser Kurzgeschichten genannter Sammlung schimpfte sich AMATEUR NIGHT. Darin machten einige sexhungrige Freunde Bekanntschaft mit einer schüchternen Schönheit, die kurz darauf einen unstillbaren Hunger nach Menschenfleisch an den Tag legte. Weil die Episode gut ankam, war es nur eine Frage der Zeit, bis jemand auf die Idee kam, der geheimnisvollen Kreatur einen eigenen Spielfilm zu widmen. Der ist nun fertig und soll mehr Details um das männermordende Wesen preisgeben. Ob sich die Arbeiten zum Spin-Off gelohnt haben, das übrigens – nur so am Rande – ganz auf den Found-Footage-Stil verzichtet?
 
 
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SIREN erzählt praktisch das Davor oder Danach der Episode aus dem Found-Footage-Horror V/H/S. Ganz schlüssig ist das leider nicht gelöst. Trotzdem hat sich Regisseur GREGG BISHOP um kreative Antworten bemüht, damit der Horrorfilmfan mit interessanten Facetten über das mysteriöse Fabelwesen Lily versorgt werden kann. Die permanent nackt umherlaufende Frau ist definitiv nicht von dieser Welt, durchlebt sie doch im Jagdtrieb eine merkwürdige Metamorphose. Da wachsen der singenden Jungfrau plötzlich Schwanz, Flügel und spitze Zähne, was das Interesse eines Kreaturensammlers auf den Plan ruft. Der ist immer auf der Suche nach grotesken Gestalten, die er dann in seinem Prachtbau zahlenden Gästen vorführen kann. Mit genau jenem finsteren Zeitgenossen machen auch die Freunde Jonah, Mac, Rand und Elliott Bekanntschaft. Die wollten es eigentlich auf einem Junggesellenabschied so richtig krachen lassen. Doch es kommt mal wieder alles anders. Ein Fremder spielt den Kumpels die geheime Adresse eines zwielichtigen Nachtclubs zu. Kaum angekommen geht es dort drunter und drüber. Jonah begegnet hier der eingesperrten Lily und sorgt sich um das Wohlergehen der verschreckten Gestalt. Der lässt die schüchterne Dame aus ihrem Käfig, ohne zu ahnen, dass er damit die Büchse der Pandora öffnet. Die attraktive Gefangene wird zum Monster, richtet ein Blutbad an und heftet sich dankend an die Fersen ihres Retters. Der ist über die Dankbarkeit alles andere als erfreut und flüchtet vor der todbringenden Gestalt. Leider keine gute Idee, denn die Flucht vor der nach Männern gierenden Schönheit macht alles nur noch schlimmer.
 
 
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SIREN könnte man gut und gerne auch als weiteren Spielfilmableger der beliebten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Serie sehen. Hier gibt es nämlich allerhand groteskes Zeug zu sehen, das bereits die TV-Serie und die dazugehörigen Kinoabenteuer so erfolgreich gemacht hat. Neben genug schwarzem Humor und zynischen Sprüchen, ist es vor allem die bitterböse Pointe am Ende des Films, mit der man sich vom üblichen Horror-Nonsens abheben will. Leider ist SIREN bei genauerer Betrachtung aber auch nichts weiter als konventionelles Horrorkino, das eher auf die schnelle Mark aus ist und mit bekannter Mixtur aus Gewalt, Schocks und dämlichen Handlungsverläufen unterhalten möchte. Das macht SIREN aber immerhin souverän, damit erst gar kein Leerlauf entsteht. Zuschauer und Protagonisten werden hier rastlos durchs Drehbuch getrieben, weshalb erst gar nicht auffällt, dass die Filmhandlung dann doch so ziemlich dünn geraten ist. Die passt auf einen Bierdeckel und scheint sich des Öfteren auch nicht im Klaren darüber zu sein, welche Figur denn nun eigentlich im Film als Identifikationsfigur für den Zuschauer dienen soll. Sonderlich tiefgründig ist keiner der Charaktere ausgearbeitet, weshalb es schwerfallen dürfte überhaupt für jemanden Sympathien zu entwickeln. Im Zuge der zügigen Inszenierung ist das aber nicht weiter tragisch. SIREN ist unterhaltsamer Popcorn-Horror ohne tieferen Sinn, der von schnellen Schnitten und guten Spezialeffekten lebt. Trotzdem sollte man nicht zu viel erwarten, denn der von CHILLER FILMS mitproduzierte Fast-Food-Horror kann nicht verbergen, wo die Ursprünge des Produktionsstudios liegen. Die Genre-Schmiede ging aus der Beliebtheit des amerikanischen TV-Senders CHILLER hervor. Der zeigt seit 2007 Thriller- und Horrormaterial – oftmals sogar in Eigenproduktion. Irgendwo dort lässt sich auch SIREN einordnen, der straffen aber auch überraschend blutarmen Horror auf TV-Niveau zelebriert. Für einen kurzen Mitternachtssnack reicht Gezeigtes aber allemal.
 
 
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SIREN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kurzweiliger und rasant inszenierter Grusel-Horror mit geheimnisvollem Filmmonster aber überraschend zurückhaltendem Blutzoll. SIREN ist ein Kurzfilm, der krampfhaft auf Spielfilmlänge geblasen wurde, aber eine Geschichte erzählt, die man hätte auch in 30 Minuten abhandeln hätte können. Große Horrorfilmkunst ist SIREN keineswegs. Hier wird von einer Kreatur aus der griechischen Mythologie berichtet, die Männer mit ihrem Gesang verzaubert und damit ins Verderben stürzt. Anders als in den vielen Fabeln, wo im Meer singende Sirenen bevorzugt Seefahrer in den Tod gerissen haben, erhält die heimtückische Fabelkreatur in diesem Film ein neues, modernes Gesicht. Dank sehenswerten Make-up-Künsten ist der Horrorfilm auch über weite Strecken ganz passabel geraten, weil GREGG BISHOP zusätzlich aufs Gaspedal tritt, als gäbe es keinen Morgen mehr. Der konnte für sein Spin-Off einer Episode der Kurzgeschichtensammlung V/H/S – EINE MÖRDERISCHE SAMMLUNG noch einmal die gleiche Schauspielerin gewinnen, die auch schon dort im Segment AMATEUR NIGHT als mordende Sirene triebgesteuerten Männern nach dem Leben trachtete. Ein guter Schachzug – wie wir finden – denn dank der hervorragenden Leistungen von HANNAH FIERMAN geht von dem unberechenbaren Filmmonster eine gewisse Faszination aus. Weil das griechische Fabelwesen im Vergleich zu den vielen Serienmördern, Zombies und Geistern eine wohlwollende Abwechslung darstellt, kann man davon ausgehen, dass SIREN mit Sicherheit eine Fortsetzung erhalten wird. Angesichts vieler offener Fragen, die Filmemacher GREGG BISHOP (bewußt?) unbeantwortet gelassen hat, ist ein Sequel ohnehin unvermeidlich.
 
 


 
 
 

SIREN – Zensur

 
 
 
Was im Trailer reißerisch beworben wird, ist im Film nur ein laues Lüftchen. Wer hier meint, dass es so richtig ans Eingemachte geht und die Gewaltkeule geschwungen wird, dürfte so ziemlich schnell dumm aus der Wäsche schauen. Die meisten Morde der singenden Lily passieren im Off. Das bedeutet, dass man meist nur ein Schmatzen aus der Ferne hört oder entsetzte Gesichter sieht, die die Überfälle der mordenden Kreatur stumm beiwohnen. Ansonsten gibt es einen Kehlenschnitt, ein übel zugerichtetes Gesicht und eine abgeschlagene Kniescheibe zu sehen. Sonderlich brutal ist der Film nicht. SIREN ist ein todsicherer FSK16-Kandidat.

 
 
 


 
 
 

SIREN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(echte für Abbildungen und Trailer liegen bei CHILLER FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Siren – Verführung ist mörderisch (2010)
 
Der Todesengel aus der Tiefe (2001)
 
Nymph (2014)
 


Filmkritik: „Pet“ (2016)

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PET

Story

 
 
 
Holly (KSENIA SOLO) ist jung, attraktiv und begehrt. Nicht nur der Ex, kann scheinbar nicht von ihr loskommen. Auch Tierheimmitarbeiter Seth (DOMINIC MONOGHAN aus den HERR DER RINGE-Filmen) kann den Reizen der schönen Blonden nicht widerstehen, mit der er zu Schulzeiten die gleiche High School besucht hat. Nachdem er der blonden Schönheit im Bus begegnet ist, entwickelt er eine Obsession attraktive Mittdreißigerin und stellt der jungen Frau nach. Da werden in sozialen Netzwerken Recherchen über Vorlieben angestellt, um die Angebetete auf der Arbeit mit Präsenten zu überraschen. Doch Holly ist über die aufdringliche Art ihres Verehrers alles andere als erfreut. In einer Bar kommt es zur Eskalation und die ungewünschten Annäherungsversuche führen zu einer Schlägerei. Da reicht es dem verschmähten Liebhaber. Der schmiedet einen teuflischen Plan und entführt die unnahbare Schönheit. Als die wieder zu sich kommt, traut sie ihren Augen nicht. Der Entführer hat Holly in einen Käfig gesperrt und redet wirres Zeug. Leider sind die Wände dick und aus Stein, weshalb niemand die Hilfeschreie hören kann. Ob am Ende doch noch alles gut ausgehen wird?
 
 
 


 
 
 

PET – Kritik

 
 
 
Was sich in der Inhaltsangabe liest, wie ein Film der während der französischen Terror-Welle in den 2000ern entstanden sein könnte, ist alles andere als das. Liebhaber deftiger Hausmannskost und unerträglicher Menschenquälerei werden so ziemlich enttäuscht aus Wäsche schauen. Hinter PET verbirgt sich nämlicher kein weiterer Horror-Sicky mit deftigen schauwerten. PET ist ein Psychothriller, der vor allem wegen seiner perfiden Wendung überrascht. Was Drehbuchautor JEREMY SLATER hier zu Papier gebracht hat, ist gut überlegt und distanziert sich weit von den üblichen Genre-Klischees, mit denen sich die meisten Horrorfilme versuchen über Wasser halten. So werden für PET mal wieder beliebte Taschenspielertricks aus der Ideenkiste gekramt, die aber immerhin klug angewandt werden. Eigenbrödler Seth ist nämlich gar nicht so krank, wie er noch zu Beginn des Films dargestellt wird. Der ist nur schwer verliebt und will erleuchten, nachdem er herausgefunden hat, wer die Angebetete wirklich ist. Die besitzt eine dunkle Vergangenheit und hält grausame Geheimnisse im Verborgenden, die im Verlauf des Streifens gelüftet werden.
 
 
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Nach dem Found-Footage-Spuk APARTMENT 143 meldet sich CARLES TORRENS mit einem makabren Schlagabtausch zurück, der von den Abgründen seiner hervorragend besetzten Protagonisten lebt. Da wird in der verletzten Seele einer hilflosen Frau geforscht, die aber gar nicht so wehrlos ist, wie sie auf den ersten Blick scheint. PET verteilt schon bald die Rollen neu. Hier werden Opfer zu Tätern und Täter zu Opfer. Dabei entpuppt sich die entführte Holly als gerissene Psychopathin, die nicht vor Manipulation zurückschreckt, um in die Freiheit zu kommen. Identifikationsfigur Seth hat da den Nachteil. Der wird des Herzens wegen in einen Strudel von Umständen gezogen, aus dem es bald kein Entkommen mehr gibt. Was folgt ist für den Einzelgänger eine Lektion in Sachen Liebe, die für Fans makabrer Horrorgeschichten zum Fest werden dürfte. Die Mechanismen, die wegen einer Entführung in Gang gesetzt werden, sind schon reichlich zynisch, heben sich aber gerade wegen ihrer Boshaftigkeit vom üblichen Horrorbrei der letzten Monate ab. Von uns gibt es für diese bitterböse Stalker-Romanze eine Empfehlung, weil Regisseur CARLES TORRENS das Sprichtwort „Blind vor Liebe“ mit fiesen Einfällen auf die Spitze treibt.
 
 
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PET – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Bitterbös hoch zehn – PET ist der etwas andere Liebesfilm, fernab von Kitsch und Romantik. Hier schlägt eine Entführung sonderbare Wendungen ein und das ist auch die eigentliche Quintessenz dieses gemeinen Psychothrillers. Wenn Menschen in Käfigen wie Haustieren gehalten werden. Das klingt zwar nach kontroversem Zündstoff mit mehrdeutiger Botschaft; PET ist aber alles andere – nur nicht das. Der Film will nicht schockieren oder polarisieren. Stattdessen wird 90-minütiges Psychokino mit Überraschungsmomenten geboten, das vom hinterlistigen Schlagabtausch seiner Protagonisten lebt. Hier ist nichts wie es zu Beginn scheint und endet so, wie man es wohl nicht vermutet hätte. Das macht PET zum interessanten Sonderfall innerhalb des Horror-Genres. Wer mal wieder einen cleverer geschriebenen Horrorfilm sehen mag, der nicht immer nur die gleiche Leier von schlürfenden Zombies, kaltblütigen Schlitzern und übel inszenierten Horror-Trash sehen mag, ist mit diesem Psychothriller gut bedient. Da sieht man doch gern darüber weg, dass sich der Film – trotz Erwachsenenunterhaltung – hinsichtlich zelebrierter Gewalt enttäuschend zurückhält. Aber: Für die Hardcore-Fraktion gibt es trotzdem einige Gemeinheiten zu sehen und die haben es in sich. Wir meinen: PET ist in makabrer Geheimtipp für Fans morbider Horrorfilme. Definitiv sehenswert!
 
 


 
 
 

PET – Zensur

 
 
 
Auch wenn es sich bei PET eher um einen Psychothriller handelt, werden einige Schauwerte geboten. Ein Kopf wird eingeschlagen und zermatscht. Eine Leiche wird zerstückelt und eine Kehle wird mit einem kleinen Messer durchgeschnitten. Zudem wird im Off ein Finger abgetrennt. Man darf auf eine FSK16 hoffen.
 
 
 


 
 
 

PET – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hard Candy (2005)
 
Chained (2012)
 
Sleep Tight (2011)
 
The Resident (2011)
 
Territories (2010)
 


Filmkritik: „Sie sind verdammt“ (1963)

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SIE SIND VERDAMMT

(THE DAMNED | THESE ARE THE DAMNED)

Story

 
 
 
Simon, ein amerikanischer Tourist, tatsächlich hat er nach einer Scheidung seine bürgerliche Existenz in den Staaten quasi aufgelöst, lässt sich in London nieder, wo er das attraktiv-freche Straßenmädchen Joan kennenlernt. Wie bestellt lockt ihn das Mädel in einen schlechteren Teil der Stadt. Hier lauert eine Bande grober Rockabilly-Rabauken, „Teddy Boys/Teds“, wie man in damals in England gesagt hat. Simon bekommt die Fresse voll und wird ausgeraubt. Chef der Bande ist der brutale King (der brutale Oliver Reed), passenderweise Bruder von Joan. Der in einem nicht näher bezeichneten Armeejob tätige Bernard und seine Freundin, die Abstrakt-Künstlerin Freya, kümmern sich um den blessierten Touristen. Um King zu provozieren, besucht Joan Simon auf seinem Mietboot und bricht mit ihm auf eine quasi-romantische Reise ins Ungewisse auf. Die Teds machen sich auf die Jagd, King als furcht einflößender Häuptling des Rocker-Stamms ist angegriffen. Hier beginnt der zweite und insgesamt wichtigere Handlungsstrang von „Sie sind verdammt“ seine Entfaltung. Sie legen an Land an und verstecken sich im Atelier Freyas, auf das sie zufällig stoßen. In der Nacht stürzen die beiden, weiterhin auf der Flucht vor King, von einer Klippe. Ihre Retter sind merkwürdige Kinder, die in einer weitläufigen futuristischen Militäreinrichtung leben und die beiden Verletzten mitnehmen. Bernards kameraüberwachte und streng geheime Militäranlage. Es stellt sich heraus, dass die Kinder, emotionslos, kühl und wenig lebendig, fast wie künstliche Menschen wirkend, eine ausgeklügelte, genetisch modifizierte Züchtung der Regierung sind. In ihnen liegt die Hoffnung, nach dem Dritten Weltkrieg den Homo sapiens am Leben zu erhalten. In der täglichen Kommunikation mit einem per Monitor zugeschalteten Wissenschaftler der Armee werden sie gedrillt auf „den Tag, an dem ihr alles verstehen werdet“.
 
 
 


 
 
 

SIE SIND VERDAMMT – Kritik

 
 
 
Für filmische Reaktionen auf die Tagespolitik, die sogenannte Realität also, war Hammer Films nicht unbedingt bekannt. Ist schon was anderes als heimelig-schaurige Vampir-Filme. Dementsprechend obskur auch „Sie sind verdammt“. Für die Story über die irre Bedrohung des Kalten Krieges holte man sich dann auch den fast genrefremden Joseph Losey auf den Regiestuhl. Eine Konstellation, die man sich so nicht ausdenken könnte. Joseph Losey (1909-1984), ein in Europa und den USA gleich-heimischer Regisseur (in Wisconsin geboren) dreht einen finsteren Science-Fiction-Schocker für Hammer Films! Zugegebenermaßen hatte man schon bei harmloseren Weltraumfilmen der Studio-Frühzeit zusammengearbeitet. Joseph Losey war einer der wenigen Filmemacher seiner Generation, deren Status als Auteur und Favorit der Kritik noch zu Lebzeiten anerkannt war. Schon früh unterhielt sich Losey offen mit der Presse über seine Filmideen und Einflüsse aus der Kinogeschichte. 1977 war er sogar an einem in Deutschland erschienenen Büchlein über sein Werk beteiligt. Sein bekanntester Film ist die äußerst giftige Charakterstudie „Der Diener“ (1963), in dem der immer traurig dreinschauende Schauspieler Dirk Bogarde als Butler die traditionell festgelegten Beziehungen zwischen Personal und Geldadel pervertiert. Sehr gut, genau wie sein 1951 veröffentlichtes Remake von Fritz Langs Weimarer Klassiker „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“. In „Sie sind verdammt“ verwebt Losey die Science-Fiction der viele Jahrzehnte reale Angst vorm alles zerkrümelnden Atomschlag gekonnt mit den rüden, irgendwo aber noch im britischen Realismus fußenden Jugendbanden-Aggressionen der ersten Filmhälfte. Erinnert ein wenig an Lindsay Andersons bekannteren „If…“ (1968) und dessen überbordende Gewaltfantasien unter Internatsschülern in England. Kings fiese Teddys spiegeln anschaulich auf der kleinsten Ebene wider, aufgrund welcher negativer Charaktereigenschaften die Menschheit überhaupt darüber nachdenken muss, sich um ein Leben nach der Bombe zu kümmern. D.H. Lawrence´ in Deutschland recht unbekannter Endzeit-Roman „The Children Of Light“ galt als dem Film Vorlage. Sein bedrückender Ton, etwa, wenn die Kinder ihre Betreuer in den Strahlenschutzanzügen als „Schwarzen Tod“ bezeichnen, macht auch „Sie sind verdammt“ aus.
 
 
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SIE SIND VERDAMMT – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Nicht nur, weil der Film zur magischen Kategorie „nach dem Titel hat sich eine Punkband benannt“ gehört, ist „Sie sind verdammt“ ein wunderbares Scheibchen Plastik. Obwohl „The Damned“ schon was Größeres waren. Ein ungewöhnlicher und entdeckenswerter Film, bei dem man nicht darauf käme, es mit einer Produktion aus dem Hause Hammer zu tun zu haben. Ein faszinierender Mix aus britischer Tristesse und Science-Fiction, die zwischen verrückt und nachvollziehbar oszilliert.
 
 


 
 
 

SIE SIND VERDAMMT – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung auf DVD ist genauso ungeschnitten, wie die bisher im TV ausgestrahlten Fassungen des Films. Auf dem Cover der DVD-Erstveröffentlichung ist ein blauer FSK-Flatschen ausgedruckt. Der ist auch berechtigt, denn nach deftigen Gewaltmomenten sucht man vergebens – es handelt sich schließlich um einen Film von 1963.
 
 
 


 
 
 

SIE SIND VERDAMMT – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Explosive Media | Sony (DVD KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Damned | These are the Damned; USA 1963

Genre: Horror, Science Fiction

Ton:Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 2.0 Mono)

Untertitel: Keine

Bild: 2.2.35:1 anamorph 16:9, PAL

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Bildergalerie seltener Artworks, Original Kinotrailer, Trailershow

Release-Termin: 28.08.2015

 

Sie sind verdammt (DVD Erstveröfentlichung) ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

SIE SIND VERDAMMT – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei EXPLOSIVE MEDIA | SONY)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Dorf der Verdammten (1960)
 
Das Dorf der Verdammten (1995)
 


Filmkritik: „Rupture“ (2016)

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RUPTURE – ÜBERWINDE DEINE ÄNGSTE

Story

 
 
 
Eine alleinerziehende Mutter (NOOMI RAPACE, die Heldin aus PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN und die echte Lisbeth Salander) muss sich in einem abgelegenen Lagerhaus ihrer Angst vor Spinnen stellen. Doch da ist sie nicht allein. Auch andere Menschen werden hier gefangen gehalten und mit ihren persönlichen Ängsten konfrontiert. Doch wozu das alles. Ein Mysterium, das es zu entschlüsseln gilt.
 
 
 


 
 
 

RUPTURE – Kritik

 
 
 
Eine Frau wird heimlich von einer geheimnisvollen Organisation in den eigenen vier Wänden überwacht, anschließend entführt und in einen modrigen Gebäudekomplex verschleppt, wo an ihr fragwürdige Untersuchungen vorgenommen werden. Nein, RUPTURE ist kein weiterer Beitrag zur perverserweise erfolgreichen Torture-Porn-Welle, deren wohl wichtigster Vertreter von Exploitation-Hobbyfachmann ELI ROTH vor über zehn Jahren gedreht wurde. Mit HOSTEL hat dieser Film nicht im Geringsten zu tun, auch wenn die Ausgangssituation geradezu prädestiniert dafür wäre, die Folterwerkzeuge zurück vor die Kamera zu holen. RUPTURE ist einem ganz anderen Filmgenre beheimatet und lässt auch keine seiner Protagonisten reißerisch über die Klinge springen. Der Film geht sogar noch weiter. Weder Tiere noch Menschen müssen in diesem Thriller ihr Leben lassen. Regisseur STEVEN SHAINBERG konfrontiert mit Ungewissheit und geht lieber dem Warum auf den Grund, statt zu quälen oder fürs gequält werden rächen zu lassen. So kann sich die Filmheldin von ihren Fesseln befreien, schlüpft in die Luftschächte ihres ungemütlichen Gefängnisses und versucht einen Weg nach Draußen zu finden. Für den Zuschauer bedeutet das adrenalinreiche Fluchtversuche durch nicht enden wollende Gänge – immer die Angst im Nacken, dass die filmische Identifikationsfigur von den Bösewichten entdeckt wird.
 
 
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RUPTURE ist äußerst spannend, weil das Geheimnis der Entführung gut bewahrt wird. STEVEN SHAINBERG versorgt den Zuschauer immer nur mit dem Nötigsten, verrät nie zuviel und liefert nur häppchenweise Gründe für die mysteriöse Entführung. Dazwischen wird die Flüchtende mit allerhand seltsamen Vorkommnissen konfrontiert, die sie bald an ihrem Verstand verzweifeln lassen. Vorangetrieben wird die Spannung nicht zuletzt durch ein permanent beklemmende Gefühl der Ausweglosigkeit. Flucht scheint unmöglich, Ausgänge sind gut abgesichert und Mitglieder der Organisation ständig präsent. Das macht das Entkommen nicht gerade leicht in einer Szenerie, die vor allem der raffinierten Ausleuchtung wegen für Unbehagen sorgt. RUPTURE glänzt nämlich mit besonderer Ästhetik, die Dank befremdlich wirkender Licht- und Farbexperimente hin und wieder an die Werke des italienischen Altmeisters DARIO ARGENTO oder gar dessen Vorbild MARIO BAVA erinnert. Das sorgt für Atmosphäre, wenngleich die in erster Linie dafür sorgt, dass dem Zuschauer der Herz in die Hose rutscht. Stellenweise ist das STEVEN SHAINBERG ganz gut gelungen.
 
 
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RUPTURE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Zeit, sich seinen Ängsten zu stellen. Ungemütliches Filmszenario, das aufgrund der bewusst lang hinausgezögerten Auflösung und der spärlich verstreuten Anhaltspunkte spannend bleibt. Nach der rabenschwarzen Liebeskomödie SECRETARY und dem Drama FELL – EINE LIEBESGESCHICHTE geht der US-amerikanische Regisseur STEVEN SHAINBERG ganz andere Wege. RUTPTURE hat weder mit Drama noch mit Komödie etwas am Hut. Der Film ist eher im düsteren Genre beheimatet und deswegen so interessant, weil er sich nicht zwingend an Konventionen orientiert. Keine Morde, kein Spuk und dennoch irgendwo im Horrorfilm beheimatet. Da sieht man sogar darüber hinweg, dass das Ende dann doch mit unbefriedigender Wendung auf Zwang weg will vom Happy End üblicher Genrefilme. Das wirkt etwas sehr aufgesetzt, macht RUPTURE aber nicht zwangsläufig schlecht. Wer jedenfalls erfrischende Genreware nötig hat, ist mit diesem Horrorthriller gut bedient.
 
 


 
 
 

RUPTURE – Zensur

 
 
 
Es gibt eine Leiche auf einer Barre mit fehlenden Augen zu sehen. Was mit ihr genau passiert ist, wird nicht gezeigt und lässt sich nur erahnen. Sieht man einmal von einigen fragwürdigen Experimenten an Menschen ab, gibt es bis auf den kurzen Einsatz mit einem Elektroschocker im Film keine Gewalt zu sehen. Hierzulande hat RUPTURE – ÜBERWINDE DEINE ÄNGSTE von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Ungeschnitten versteht sich. Der Film wird Ende Januar 2017 von SPLENDID FILM ins Heimkino gebracht.
 
 
 


 
 
 

RUPTURE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (limitiertes BD-Steelbook)

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(c) Splendid Film (limitiertes BD-Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rupture; USA 2016

Genre: Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.40:1 (1920 x 1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow, Featurette, Interviews

Release-Termin: 20.01.2017

 

Rupture – Überwinde deine Ängste [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

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RUPTURE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen, Szenenbilder liegen bei Ambi Pictures | Tango Pictures | Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Martyrs (2008)
 
Grotesque (2009)
 
Hunger (2009)
 
Martyrs – Remake (2015)
 


Filmkritik: „The Monster“ (2016)

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THE MONSTER

(THERE ARE MONSTERS)

Story

 
 
 
Ein zerrüttetes Mutter-Tochter-Verhältnis erlebt eine Wendung, als man nach einem Autounfall im Wald auf ein Monster stößt und jetzt mit vereinten Kräften ums Überleben kämpfen muss.

 
 
 


 
 
 

THE MONSTER – Kritik

 
 
 
Es ist mal wieder Zeit für einen guten Monsterfilm – so richtig mit Tiefgang und düsterer Stimmung, wollen wir sagen. Das alles und noch mehr wird nun endlich wieder in Form eines Indie-Horrorfilms in die Wohnzimmer gebracht, der den unaufhaltsamen Legionen der Monster-Heuler bekannter Trash-Verbrechern selbstbewusst den Mittelfinger zeigt. Das ist auch bitter nötig, haben vor allem Täter-Studios wie THE ASYLUM oder SYFY das Genre des Monsterfilms zu oft durch den Kakao gezogen, dass diese Art von Streifen – vor allem aufgrund der schlechten Effekte – komplett des Schreckens beraubt wurde. Da ist es für das blutende Horrorfan-Herz eine regelrechte Wohltat, wenn dann solche Filme gedreht werden, wie THE MONSTER (sollte anfangs eigentlich THERE ARE MONSTERS heißen). Dieser Kreaturen-Streifen quält nämlich mit all dem nicht, was die Werke der oben genannten Müllschmieden auszeichnen. Statt schlechter Effekte, mieser Darsteller und (unfreiwilliger) Komik werden endlich mal wieder Ernsthaftigkeit, Atmosphäre und gute Schauspieler geboten. Aufgrund der vielen schlechten Filme der letzten Zeit klingt das doch durchaus vielversprechend, oder?
 
 
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Und Monster gibt es doch! Das zumindest müssen Mutter und Tochter am eigenen Leib erfahren. Die beiden haben sich leider mit der Zeit vollkommen voneinander entfremdet. Mutter Kathy (ZOE KAZAN) säuft wie ein Loch und lebt perspektivlos in den Tag hinein, während die kleine Lizzy (beeindruckend: ELLA BALLENTINE) tatenlos zusehen muss, wie sich das nächste Familienmitglied selbst zerstört. Als sich nach einem Streit die Fronten verhärten, will das Mädchen nur noch eins: beim getrennt von der Mutter lebenden Vater aufwachsen. Doch die Reise ins neue Leben schlägt eine ebenso sonderbare wie grauenhafte Wendung ein. Auf der Fahrt zum Vater überkreuzt ein Wolf die Landstraße und verwickelt Mutter und Tochter in einen Autounfall. Zwar sitzt der erste Schock tief, aber Hilfe ist schnell gerufen. Leider hat das Schicksal aber andere Pläne mit der kleinen Familie. Während Kathy und Lizzy im defekten Auto geduldig auf Polizei und Krankenwagen warten, zieht im Wald eine bösartige Kreatur ihre Kreise. Ob noch rechtzeitig Rettung eintreffen wird?
 
 
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Was für ein verheißungsvoller Titel zu einem doch eher kleinen Film, der mit weniger als drei Millionen US-Dollar Budget produziert wurde. Hinter THE MONSTER steckt BRYAN BERTINO. Der hat dem Zuschauer mit THE STRANGERS und PLAY – TÖDLICHES SPIEL schon zweimal Albträume beschert und wandelt auch im dritten Streifen auf Horror-Pfaden. Wer jetzt aber meint, dass hier 08/15-Monsterfutter vorgesetzt wird, dürfte sich schnell eines besseren belehrt fühlen. THE MONSTER ist nämlich keines dieser stumpfsinnigen Machwerke, in denen dumme Figuren von schlecht animierten Computerkreaturen gejagt und verspeist werden. Ganz im Gegenteil. Der Filmemacher legt in der selbst geschriebenen Geschichte Wert auf Drama und Hirn. So zeichnet sich THE MONSTER – wie bereits auch schon das Debütwerk THE STRANGERS – nicht nur durch einen fesselnden Spannungsbogen aus, der Zuschauern wie Protagonisten einiges abverlangt. Letztere durchleben im Verlauf der Handlung eine entscheidende Entwicklung und finden inmitten von Angst und Terror wieder zueinander. Überhaupt ist hier das gefräßige Monster nur Beiwerk. THE MONSTER ist eher Familiendrama mit Horror-Elementen in dem das zerrissene Verhältnis einer Mutter und ihrer Tochter in den Mittelpunkt gerückt wird. Warum sich die Figuren voneinander entfernt haben, wird in Rückblenden geschildert. Dazwischen wird mit allen Mitteln gegen ein Wesen gekämpft, das sich erbarmungslos gegen alles und jeden wendet, der zur Rettung eilt.
 
 
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Ist das Wesen hier wirklich so echt, wie auf der Mattscheibe gezeigt? THE MONSTER lässt mehrere Interpretationsmöglichkeiten zu. So funktioniert der Film als lupenreines Monsterkino ebenso, wie als beunruhigender Blick in die Seele eines desorientierten Kindes, das sich auf eine verstörende Suche nach Liebe, Zugehörigkeit und Geborgenheit begibt. Das Monster ist da freilich nur Metapher für das seelische Ungleichgewicht eines verletzten Mädchens, das jeden Hoffnungsstrang verschlingt, an den sich die kleine Hauptdarstellerin klammert. Sieht man THE MONSTER mit diesen Augen, dürften schnell Erinnerungen zu Filmen wie THE BABADOOK oder THE NOONDAY WITCH wach werden. Auch hier wurden Monster als Metapher geschaffen, um das seelische und psychische Ungleichgewicht der Filmhelden zum Ausdruck zu bringen. Allein schon der Vergleich zu genannten Psychodramen wegen, sollten Zuschauer mit Vorliebe für intelligentes und Horror-Kino einen Blick wagen. THE MONSTER reiht sich in die Gruppe mutiger und mehrdeutiger Gruselstreifen ein, die sich siegessicher gegen den austauschbaren Horror-Markt behaupten wollen und können. Klein aber oho!
 
 
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THE MONSTER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Hervorragend gespieltes Horror-Drama, das tiefgründiger ist, als es auf den ersten Blick scheint. Wer einen hektischen Horrorfilm mit deftigen Schocks erwartet, wird enttäuscht werden. THE MONSTER ist ein ruhig erzählter Gruselfilm mit psychologischem Einschlag, der mehr als nur eine Interpretation zulässt. Nach dem eher bescheidenen Found-Footage-Streifen PLAY – TÖDLICHES SPIEL, findet Regisseur BRYAN BERTINO zu eigentlicher Größe zurück. Mit THE MONSTER hat er einen sehenswerten, intelligent inszenierten Beitrag mit Substanz inszeniert, bei dem weit mehr dahintersteckt, als nur das Abhaken von Monster- und Horrorklischees. Was ruhig und subtil beginnt, wird ab der Halbzeit immer ungemütlicher und gipfelt in einem kompromisslosen Finale, dass vor allem für die kleine Hauptdarstellerin Qual, Erlösung und Neuanfang zugleich ist. Aufgrund der guten Darstellerleistung, dem cleverem Spannungsbogen und der permanent bedrohlichen Stimmung gibt es von uns eine Empfehlung. Wer Fast-Food-Horror mit blutigem Gemansche sucht, ist hier an der falschen Adresse. Auch wenn die beiden Hauptdarsteller – wie auch im Erstlingswerk des Regisseurs: THE STRANGERS – isoliert gegen das ultimativ Böse kämpfen müssen, bleiben ausufernde Gewaltexzesse aus. Dafür wird übrigens viel handgemachtes Kreaturen-Zeugs geboten. Das Ding im Film wurde nicht mittels Computer zum Leben erweckt, sondern besteht aus Elektronik und Kunststoff. Schon allein das macht THE MONSTER sympathisch über den BRYAN BERTINO übrigens folgendes schrieb: „Geschichten über die Angst vor dem Unbekannten sind mir die liebsten. Horror lässt die üblichen Verwicklungen des Lebens außer Acht und zwingt uns dazu, etwas Tieferes in uns selbst zu entdecken. Was ist uns wirklich wichtig im Leben? Angst zeigt es auf,“ (Quelle des Zitats: blairwitch.de).
 
 
 


 
 
 

THE MONSTER – Zensur

 
 
 
THE MONSTER bietet nicht das, was man sich bei einem Film mit diesem Titel vorstellt. Der Film beschert Gänsehaut vornehmlich auf subtilem Wege. Es gibt einen toten Wolf zu sehen, einen abgeschlagenen Arm und einige Attacken der Kreatur auf Menschen. Aufgrund der dunklen Kulisse und den schnellen Schnitten, erkennt man aber kaum, was die Kreatur da in den Wäldern mit seinen Opfern genau macht. Eine FSK16 ist demnach absolut realistisch.
 
 
 


 
 
 

THE MONSTER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen in dieser Kritik liegen bei A24)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Babadook (2014)
 
Cujo (1983)
 
Burning Bright – Tödliche Gefahr (2010)
 
The Noonday Witch (2016)
 
The Descent – Abgrund des Grauens (2005)
 
Feed the Gods (2014)
 
Under the Bed – Es lauert im Dunkeln (2012)
 
Hypothermia – The Coldest Prey (2010)